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Reichsbürger-Razzia in Sachsen: Polizei entdeckt Goldbarren und Munition

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen neun Personen des "Königreichs Deutschlands" wegen unerlaubter Geldgeschäfte. Die Polizei war auch in Dresden und in Bärwalde.

Von Ulrich Wolf & Fionn Klose
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Ein Polizeiauto steht beim Einsatz gegen die Reichsbürger-Szene in Dresden-Laubegast vor einer Filiale der "Gemeinwohlkasse".
Ein Polizeiauto steht beim Einsatz gegen die Reichsbürger-Szene in Dresden-Laubegast vor einer Filiale der "Gemeinwohlkasse". © xcitepress/Finn Becker

Dresden. Bei den Durchsuchungen gegen Mitglieder der Reichsbürger-Gruppierung Königreich Deutschland in Sachsen ist die Polizei fündig geworden. Man habe unter anderem rund 35.000 Euro Bargeld, mehrere Goldbarren im Wert von 360.000 Euro und 60 Schuss Munition sichergestellt, teilte das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) am Donnerstag mit.

Zudem seien Computer, Mobiltelefone, Speichermedien, verschiedenen Ordner, Akten und Fantasiedokumente konfisziert worden. Die Beamten hätten des Weiteren 10.000 Euro Bargeld, eine Lebensversicherung und diverse Bankkonten gepfändet.

Die Staatsanwaltschaft Dresden, das Bundesamt für Finanzaufsicht (Bafin), das LKA, Bundes- und Bereitschaftspolizei hatten mit insgesamt 300 Beamten am Mittwoch elf Wohnungen und Büros durchsucht. Unter anderem gab es Razzien in Bärwalde im Landkreis Görlitz, in Dresden sowie im erzgebirgischen Eibenstock. Weitere Einsatzorte lagen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen.

Bafin will mit Aktion Finanzgeschäfte verbieten

Dem Bafin zufolge sollten mit der Aktion "die mutmaßlich unerlaubt betriebenen Finanzgeschäfte des sogenannten Königreichs Deutschland unterbunden" werden. Zudem wollte man sich einen Überblick über das Ausmaß dieser Geschäfte sowie die Verbindungen und Netzwerke dieser Gruppierung verschaffen.

Das Königreich Deutschland ist eine sektenartige Vereinigung, die zuletzt mit getätigten oder beabsichtigen Immobilienkäufen in Bärwalde, in Eibenstock sowie in Halsbrücke im Landkreis Mittelsachsen Aufsehen erregt hatte. Zudem betrieb die Gruppe offenbar trotz eines früheren Verbots ihre Versicherungsgeschäfte bei der in Dresden ansässigen Gemeinwohlkasse weiter. Sie verfügte zuletzt über einen Beratungsraum in einer Bäckerei im Stadtteil Laubegast.

Die Polizei war des Weiteren in Wittenberg in Sachsen-Anhalt, in Brandenburg und in Hessen im Einsatz. In Wittenberg hatte der mittlerweile vorbestrafte Kaufmann Peter Fitzek einst das Königreich Deutschland ausgerufen.

Das Verfahren richte sich gegen neun Beschuldigte im Alter von 34 bis 73 Jahren, hieß es. Acht von ihnen sollen verbotenerweise die Krankenkasse seit mindestens 2021 betrieben haben. Gegen drei der Beschuldigten wird zudem wegen unerlaubter Bankgeschäfte ermittelt. Bereits im Oktober 2022 hatte das Amtsgericht Dresden sieben Reichsbürger verurteilt, ebenfalls wegen unerlaubter Geschäfte mit einer Firma namens Deutsche Gesundheitskasse (Degeka). Die Anhänger des Königreichs Deutschland erkennen die Bunderepublik Deutschland und ihre Gesetze nur teilweise, meist aber gar nicht an.