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Kommentar zur Trainerfrage bei Dynamo Dresden: Markus Anfang bleiben noch vier Spiele

Der große Favorit Dynamo Dresden hat sechs von elf Spielen verloren und den Aufstiegsplatz eingebüßt. Der Verein hat trotzdem gute Gründe, an Trainer Markus Anfang festzuhalten. Nur nicht mehr lange. Ein Kommentar.

Von Tino Meyer
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Markus Anfang gibt bei Dynamo die Richtung vor. Vom Aufstiegskurs ist die Mannschaft mittlerweile jedoch abgekommen. Und deshalb stellt sich in Dresden die Trainerfrage.
Markus Anfang gibt bei Dynamo die Richtung vor. Vom Aufstiegskurs ist die Mannschaft mittlerweile jedoch abgekommen. Und deshalb stellt sich in Dresden die Trainerfrage. ©   dpa/Robert Michael; SZ-Montage

Dresden. Noch vier Spiele, spätestens dann fällt die Entscheidung in der Trainerfrage bei Dynamo Dresden. Das sagt zwar so keiner, darauf aber wird es hinauslaufen. Bis dahin herrscht das Prinzip Hoffnung.

Hoffen darauf, dass die Mannschaft von Trainer Markus Anfang, die sehr guten Fußball spielt, endlich ihre vielen Chancen nutzt und damit wieder Spiele gewinnt. Zuletzt hat weder das eine noch das andere geklappt. Stattdessen stehen elf Punkte aus den elf Partien seit dem Jahreswechsel zu Buche, darunter sechs Niederlagen. Es ist die Bilanz eines Absteigers. Dynamo aber will aufsteigen – und hat Trainer auch schon in weniger kritischen Situationen gewechselt.

Nach der höchst unverdienten Niederlage zuletzt im Topspiel in Münster geht das Hoffen trotzdem unvermindert weiter. Es spielt auch keine Rolle, dass die Mannschaft zehn Punkte Vorsprung verspielt hat und nun erstmals seit acht Monaten nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz steht.

Kann doch nicht sein, dass immer nur der Gegner quasi aus dem Nichts trifft und auf der anderen Seite entweder der Torwart oder Pfosten und Querlatte im Weg stehen. Was aber, wenn Hermann Gerland, vermutlich erfolgreichster Co-Trainer im deutschen Fußball, recht hat? Von ihm stammt der Satz: Immer Glück ist Können, und immer Pech ist Unvermögen.

Bei Dynamo hingegen klammern sie sich an das, was der Dresdner Aufstiegstrainer Christoph Franke mal gesagt hat: Je länger eine Serie andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie endet. Dass also doch noch alles gut wird - und sich die Trainerfrage nicht mehr stellt.

Denn Anfang ist unbestritten ein sehr guter Trainer. Nicht wenige halten ihn sogar für überqualifiziert in der 3. Liga. Dennoch oder gerade deshalb stößt er in Dresden derzeit offensichtlich an Grenzen. Eine Lösung für die zentrale Aufgabe im Fußball, das Toreschießen, sucht er seit Monaten vergeblich.

Vier Spieltage bleiben ihm. Vier Spieltage, in denen die drei Teams auf den Aufstiegsplätzen vor Dynamo in direkten Duellen aufeinandertreffen und Dynamo selbst beim momentanen Spitzenreiter Regensburg spielt. Spätestens danach wird mit Blick auf die Tabelle abgerechnet. Sollte Ende April also unverändert das Prinzip Hoffnung gelten, muss der Verein in der Trainerfrage reagieren. Es wäre drei Spieltage vor Schluss.

Selbst das vor vier Wochen im Zuge der Entlassung von Sportchef Ralf Becker formulierte Jobversprechen, ligaunabhängig mit Anfang weiterarbeiten zu wollen, muss der Aufsichtsrat dann kassieren. Zu groß sind die finanziellen Anstrengungen in den vergangenen zwei Jahren gewesen, zu groß Erwartungshaltung und Druck, zu umstritten nicht zuletzt Anfang selbst, sein Festhalten an Personal und Taktik sowie sein selten souveränes Auftreten unmittelbar nach Spielen.

Für personelle Kontinuität in der Trainerfrage mag es wirklich gute Gründe geben, nur ist das bei Dynamo im Falle des Nichtaufstiegs in dieser Saison ein hoffnungsloses Unterfangen.