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Dynamo: Kreuzbandriss bei Vize-Kapitän Knipping

Beim 3:1-Sieg in Rostock musste der Verteidiger verletzt vom Platz. Jetzt haben sich die schlimmen Befürchtungen bestätigt. Er muss operiert werden.

Behandlung auf dem Rasen in Rostock, jetzt steht fest: Dynamos Tim Knipping fällt lange aus.
Behandlung auf dem Rasen in Rostock, jetzt steht fest: Dynamos Tim Knipping fällt lange aus. © Eibner-Pressefoto

Dresden/Rostock. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Dynamo Dresden muss mehrere Monate auf Vizekapitän Tim Knipping verzichten. Der 28 Jahre alte Innenverteidiger hat sich beim 3:1-Sieg der Schwarz-Gelben im Ost-Duell bei Hansa Rostock sowohl einen Kreuzband- als auch Innenbandriss im rechten Knie zugezogen. Zudem wurde der Innenmeniskus in Mitleidenschaft gezogen. Das ergab die Auswertung einer MRT-Untersuchung am Sonntag im Universitätsklinikum in Dresden.

"Erst einmal sind in dieser Situation all unsere Gedanken bei Tim", wird Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker in der Mitteilung des Vereins zitiert - und weiter: "Dieser Ausfall wiegt für uns sehr schwer, denn Tim ist mit seinen Qualitäten als Mensch und Führungsspieler ein sehr wichtiger Anker in unserer Mannschaft. Wir wünschen ihm jetzt vor allem eine gute und schnelle Genesung."

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Kopfschüttelnd hatte Knipping nach nur 17 Minuten das Spielfeld im Rostocker Ostseestadion verlassen und war in Richtung Kabinentrakt gehumpelt. Wenige Minuten zuvor passierte in einem hart umkämpften Ost-Duell die Szene, die zu der schwerwiegenden Verletzung führte. Der Abwehrspieler blockte einen Schuss von Rostocks Streli Mamba ab, blieb danach im Rasen hängen und überstreckte sich dabei das Kniegelenk.

Trainer Alexander Schmidt hatte unmittelbar nach der Partie noch die Hoffnung geäußert, dass es nicht so schlimm ist. Doch dieser Wunsch des 52-Jährigen erfüllte sich nicht. "Ich musste das Schlimmste nach dem Crash in Rostock befürchten und dennoch ist diese Nachricht ein Schock für mich", meint Knipping nach der Diagnose. "All das Hoffen in der zurückliegenden Nacht hat nix gebracht. Mein Knie ist schwer verletzt und der Weg zurück wird für mich ein langer werden. Das ist Fakt. Ich muss all die Enttäuschung, die ich gerade in mir trage, erst einmal verdauen."

Wann und wo Knipping operiert wird, soll in Abstimmung mit dem Mannschaftsarzt in den nächsten Tagen entschieden werden. "Gleichzeitig kümmere ich mich jetzt um die OP-Vorbereitung, damit ich so wenig Zeit wie möglich verliere", sagt er - und dankte für die Genesungswünsche. "Es bricht mir das Herz, dass ich jetzt monatelang zum Zuschauen verdammt bin. Aber ich komme auch diesmal zurück – und zwar stärker als zuvor."

Auch Sportchef Becker macht ihm und den Dynamo-Fans Hoffnung. "Tim hat schon so viele besondere Herausforderungen als Fußballer und Mensch in seinem Leben gemeistert, das wird er mit der Unterstützung von allen in unserem Team auch diesmal schaffen."

Knipping will nach der Verletzung weiterspielen

Es spricht für die Mentalität von Knipping, dass er zunächst weiterspielen wollte und sich zunächst darüber beschwerte, dass Trainer Schmidt sich sofort zum Wechsel entschieden und Sebastian Mai gebracht hatte. Doch kurz darauf ging nichts mehr. Das lädierte Knie schwoll schnell an und konnte nicht mehr unter Spannung gesetzt werden.

Dynamo kompensierte den frühen Ausfall von Knipping wie so oft zuvor mit Leidenschaft, ließ sich nach der Blitzführung durch Heinz Mörschel nach 35 Sekunden auch nicht von Streli Mambas Ausgleich kurz vor der Pause vom Kurs abbringen. Auch, weil Schmidt mit seinen nächsten Einwechslungen neue Qualität auf den Platz brachte. Die Offensivspieler Panagiotis Vlachodimos und Philipp Hosiner bekam Hansa nicht in den Griff, sie waren direkt (Vlachodimos/62.) und indirekt (Hosiner vor dem 3:1 durch Julius Kade/70.) an der Entscheidung beteiligt.

Auch Sebastian Mai, Dynamos eigentlicher Kapitän, war als Knipping-Ersatz eine Bank. Er brennt nach seiner Verletzungspause auf Einsatzzeit. Der 26-Jährige braucht noch Wettkampfpraxis. Lediglich zwölf Minuten stand der gebürtige Dresdner vor seiner Einwechslung am Samstag auf dem Feld.

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