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Dynamo gewinnt mit Glück das Derby gegen Aue

Die Dresdner haben weniger Chancen, erzielen das einzige Tor und profitieren von einem Fehler. Die ersten Reaktionen und der Liveticker zum Nachlesen.

Von Daniel Klein
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Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielt den einzigen Treffer beim 104. Sachsen-Derby.
Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielt den einzigen Treffer beim 104. Sachsen-Derby. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dynamo schließt die Hinrunde mit einem Sieg im Derby gegen den FC Erzgebirge Aue ab. Durch den 1:0-Erfolg klettern die Dresdner auf den elften Tabellenplatz und haben jetzt schon acht Punkte Vorsprung auf den Drittletzten Aue. Dabei haben die Schwarz-Gelben gehörig Dusel, beim Tor profitieren sie von einem kapitalen Schnitzer des Keepers. Und ein Handspiel von Michael Sollbauer im Strafraum führt nicht zum Elfmeter für den Gastgeber - eine umstrittene Entscheidung.

"Das ist der schönste Sieg des vergangenen Jahres", erklärte Routinier Chris Löwe nach dem Spiel: "Wir wissen, was da alles dranhängt. Wir haben hier vor zwei Jahren eine richtige Abreibung bekommen, umso schöner ist der Erfolg deshalb. Es war mit Sicherheit nicht schön anzusehen, aber wir haben den einen Fehler von Aue bestraft."

Aue-Trainer Marc Hensel tat die Niederlage "unheinmlich weh. Das tut mir leid für alle Beteiligten. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, kriegen den Ball aber einfach nicht über die Linie." Ähnlich sah es auch sein Stürmer Dimitrij Nazarov: "Am Ende sind es Kleinigkeiten. Der eine Fehler wurde bestraft. Wenn wir in Führung gehen, glaube ich nicht, dass Dresden noch mal zurückkommt."

Schlusspfiff: Das Spiel ist aus, Dynamo rettet mit Glück die drei Punkte über die Zeit.

90. Minute: Die Zeit läuft für die Dresdner, die zum letzten Mal gewechselt haben: Guram Giorbelidze kommt für Ransi Königsdörffer. Noch vier Minuten gibt es als Nachspielzeit drauf.

86. Minute: Riesengelegenheit für Aue: Nach einem Querschläger von Kevin Ehlers im Strafraum lupft Antonio Mance den Ball über Kevin Broll, aber auch über die Latte. Erneut viel Dusel für Dynamo.

80. Minute: Nächste knifflige Szene aus Dresdner Sicht: Nicolas Kühn dribbelt durch den Strafraum. Seinen Lupfer bekommt Michael Sollbauer an den rechten Arm, den er sehr weit vom Körper weggestreckt hat. Felix Brach entscheidet auf Weiterspielen, auch der Keller in Köln schaltet sich nicht ein. Viel Glück für Dynamo.

79. Minute: Endlich passiert mal wieder was. Dimitrij Nazarov versucht es aus 20 Metern mit einem Gewaltschuss. Kevin Broll klärt zur Ecke.

76. Minute: Das Spiel plätschert dahin. Aue fällt nicht viel ein, Dynamo verlegt sich aufs Verteidigen.

69. Minute: Auch Aue tauscht das Personal: Für den ausgepumpten Routinier Jan Hochscheidt kommt Omar Sijaric.

Aues Nicolas Kühn (l.) stellt die Dynamo-Abwehr vor einige Probleme.
Aues Nicolas Kühn (l.) stellt die Dynamo-Abwehr vor einige Probleme. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

66. Minute: Der nächste Wechsel bei Dynamo: Luca Herrmann verlässt den Platz, für ihn kommt Heinz Mörschel. Der ist seit einigen Wochen nur noch Joker, hatte seinen Stammplatz an Brandon Borrello verloren.

61. Minute: Das erste Tor und ein Riesenpatzer von Martin Männel. Der Keeper spielt den Ball in die Füße von Ransford-Yeboah Königsdörffer, der den Torhüter beim 1:0 auch noch tunnelt. Eine etwas überraschende Führung für die Dresdner. Gegen den KSC hatte Königsdörffer seine ersten beiden Saisontore erzielt.

58. Minute: Doppel-Wechsel bei den Schwarz-Gelben: Morris Schröter und Brendon Borrello müssen vom Platz, für die beiden kommen Kevin Ehlers und Paul Will.

53. Minute: Erst spielt Aue einen weiteren Konter nicht gut zu Ende, dann köpft Jan Hochscheidt nach einer Ecke neben das Tor.

Auf dem Rasen geht es um Punkte, auf einem Plakat auf der Tribüne um die Zukunft: Der FC Erzgebirge wirbt um Impfungen.
Auf dem Rasen geht es um Punkte, auf einem Plakat auf der Tribüne um die Zukunft: Der FC Erzgebirge wirbt um Impfungen. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

48. Minute: Eine große Konterchance für Aue. Nicolas Kühn traut sich aber nicht, direkt aufs Tor zuzulaufen. Nach zwei Haken ist sein Abschluss dann nicht besonders gefährlich, Broll macht sich lang und pariert sicher.

46. Minute: Der Ball rollt wieder. Dynamo-Trainer Alexander Schmidt hat nicht gewechselt.

Halbzeit: Felix Brych pfeift auf die Sekunde genau nach 45 Minuten die erste Hälfte ab. Das Derby begann turbulent mit vielen Chancen auf beiden Seiten, wobei die klareren Aue hatte. Nach gut 20 Minuten verflachte die ausgeglichene Partie zunehmend.

42. Minute: Aue-Teamchef Marc Hensel, der ebenfalls eine Dynamo-Vergangenheit hat, wählte angesichts der Temperaturen ein mutiges Outfit: Bei knapp über null Graf steht er mit kurzen Hosen an der Seitenlinie.

35. Minute: Schon wieder ein Riesenbock von Kevin Broll. Nach einem Rückpass schießt er völlig unbedrängt Aue-Stürmer Antonio Jonjic an die Hüfte. Dem springt der Ball aber zu weit weg, um den Fehler bestrafen zu können.

31. Minute: Vor dem Spiel gab es noch eine traurige Nachricht. Der Vorsitzende des Dynamo-Jugendrates, Karsten Reisinger, verstarb mit nur 54 Jahren. Kurz vorher waren bereits die Dynamo-Oma Ingrid Beier sowie das Ehrenamtsmitglied Sven Schellenberg verstorben.

25. Minute: Nun lassen es beide Teams ein klein bisschen ruhiger angehen. Bisher ist es ein ausgeglichenes Spiel. Auf der Hinfahrt sah die Dynamo-Mannschaft vom Bus aus Plakate, die auf Autobahnbrücken gehängt worden waren:

Der Auftrag an die Mannschaft ist deutlich formuliert.
Der Auftrag an die Mannschaft ist deutlich formuliert. © Jens Maßlich

20. Minute: Ein schlechter Abschlag von Kevin Broll landet bei Nicolas Kühn. Der Ex-Leipziger dribbelt nutzt seine Gegenspieler als Slalomstangen, dribbelt sich weit in den Strafraum und legt auf Tom Baumgart queer. Doch der vergibt die große Chance kläglich.

16. Minute: Es geht Schlag auf Schlag: Erst prüft Chris Löwe mit einem zu mittig platzierten Fernschchuss den Aue-Schlussmann, auf der Gegenseite entschärft Kevin Broll einen Versuch von Dimitrij Nazarov.

13. Minute: Im Vergleich zur Vorwoche, als die erste Hälfte gegen den Karlsruher SC ein Langweiler war, gibt es hier Chancen fast im Minutentakt. Nun sind es wieder die Dresdner, die zum Abschluss kommen. Eine abgewehrte Flanke landet bei Yannick Stark, dessen Volleyschuss aus 17 Metern aber eine sichere Beute von Martin Männel ist.

10. Minute: Der zweite Abschluss für die Veilchen: Von Torwart Martin Männel kommt der Ball über nur zwei Stationen zu Antonio Jonjic. Dessen Abschluss aus 16 Metern ist allerdings harmlos, Broll hat keine Probleme.

5. Minute: Auch Aue hat seine erste Möglichkeit: Dimitrij Nazarov rutscht in eine flache Hereingabe herein, doch Keeper Kevin Broll ist zur Stelle.

2. Minute: Erster Angriff und erste Chance für Dynamo: Eine Flanke von Morris Schröter findet Christoph Daferner. Doch der Top-Stürmer der Dresdner trifft den Ball nur mit dem Oberschenkel, der Abschluss ist deshalb kein kontrollierter.

Anpfiff. Der Ball rollt - natürlich vor leeren Rängen, was bei diesem Traditionsderby, dem 104. in der Geschichte, besonders bitter ist.

13.29 Uhr: Die Mannschaften betreten den Rasen. Angeführt werden sie von Schiedsrichter Felix Brych, dem derzeit vielleicht besten deutschen Schiedsrichter. Der 46-Jährige besitzt reichlich Champions-League- und Länderspiel-Erfahrung.

13.25 Uhr: Bei den Gastgebern wird ausgerechnet Ex-Dynamo Sören Gonther aus der Startelf gestrichen. Der andere ehemalige Dresdner im Kader der Auer, Florian Ballas, fehlt verletzt.

13.05 Uhr: Michael Sollbauer und Brandon Borrello spielen heute mit Masken - aber weder mit FFP2- noch mit OP-Masken. Sollbauer hatte sich zu Beginn der Partie gegen den Karlsruher SC die Nase gebrochen, Borrello vermutlich im Training. Beiden wurden Carbon-Masken angefertigt, um die Nasen zu schützen.

Die Maskenmänner in der Kabine: Brandon Borrello (l.) und Michael Sollbauer schützen ihren gebrochenen Nasen mit Carbon-Masken.
Die Maskenmänner in der Kabine: Brandon Borrello (l.) und Michael Sollbauer schützen ihren gebrochenen Nasen mit Carbon-Masken. © Dynamo Dresden


12.51 Uhr: Neben den Rückkehrern Ehlers und Ex-Kapitän Mai sitzen in Aue auf der Bank: Ersatz-Keeper Anton Mitryushkin sowie die Feldspieler Guram Giobelidze, Heinz Mörschel, Patrick Weihtrauch, Jongmin Seo und Paul Will.

12.45 Uhr: Im Vorfeld war viel darüber spekuliert worden, ob es die beiden Innenverteidiger Kevin Ehlers (Corona-Quarantäne) und Sebastian Mai (Angina), die zuletzt gefehlt hatten, gleich in die Startelf schaffen. Beide müssen erst einmal auf der Bank Platz nehmen, stehen also im Kader. Dafür fehlen dort erneut die Offensivkräfte Pascal Sohm und Philipp Hosiner.

12.35 Uhr: Die Aufstellungen sind da. Dynamo-Trainer Alexander Schmidt hat in der Startelf keine große Überraschung eingebaut. Im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen den Karlsruher SC vor einer Woche gibt es nur eine Veränderung: Julius Kade muss auf die Bank, dafür rückt Luca Herrmann in die Anfangsformation.

Das sind die Startaufstellung der beiden Teams.
Das sind die Startaufstellung der beiden Teams. © Dynamo Dresden

Das wurde vor dem Spiel geschrieben

Das 104. Derby ist ein besonderes, es ist das erste komplett ohne Zuschauer. Beim letzten Duell zwischen Dynamo und Aue im März 2020 waren noch mehr als 30.000 Fans im Harbig-Stadion, sahen einen 2:1-Sieg der Dresdner und einen spektakulären Fallrückzieher von Patrick Schmidt. Es war zugleich das letzte Dynamo-Spiel ohne Einschränkungen durch die Pandemie, seitdem waren die Ränge nie mehr voll.

Heute sind sie im Erzgebirgsstadion (Anstoß 13.30 Uhr) komplett leer. Das bedauern alle Beteiligten, ob es für eins der beiden Teams mehr Vor- als Nachteil ist, darüber lässt sich streiten. "Wir wissen, dass Aue ein harter Brocken wird. Aber jedes Spiel in der Liga ist schwer. Wir wollen den Sieg holen, um einen großen Schritt für unser Ziel zu machen", erklärte Dynamo-Trainer Alexander Schmidt, der bis auf das langzeitverletzte Trio Tim Knipping, Panagiotis Vlachodimos und Patrick Wiegers auf alle Spieler setzen kann, also auch auf die beiden Innenverteidiger Sebastian Mai und Kevin Ehlers, die zuletzt wegen einer Angina beziehungsweise einer Corona-Quarantäne fehlten.

Brisanz bekommt das Derby auch deshalb, weil auf beiden Seiten Profis spielen, die vorher beim Gegner unter Vertrag standen. So hat Stürmer Christoph Daferner, Dynamos Lebensversicherung, eine Aue-Vergangenheit, beim Gastgeber spielten Verteidiger Sören Gonther und der verletzte Florian Ballas früher in Dresden - sowie Teamchef Marc Hensel.