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Dynamo zieht nach Randalen weitere Konsequenzen

Nach den Vorfällen beim Spiel in Bayreuth legt der Verein weitere Maßnahmen fest. Man könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagt Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Auch die Polizei ermittelt weiter.

Von Timotheus Eimert
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Zukünftig vergibt Dynamo Auswärtstickets nur noch an Vereinsmitglieder. Der freie Verkauf wurde bis zur Winterpause gestoppt. Danach soll neue entschieden werden.
Zukünftig vergibt Dynamo Auswärtstickets nur noch an Vereinsmitglieder. Der freie Verkauf wurde bis zur Winterpause gestoppt. Danach soll neue entschieden werden. © Archiv: Robert Michael (Symbolbild)

Dresden. Fußball-Drittligist Dynamo Dresden hat nach den Randalen einiger Dresdner Anhänger beim Auswärtsspiel in Bayreuth vor zwei Wochen weitere Konsequenzen gezogen. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, können bis zur Winterpause nur noch Mitglieder Auswärtstickets erwerben. Das betrifft die Partien gegen Mannheim am 29. Oktober sowie in Wiesbaden am 8. November. Bereits beim Auswärtsspiel zuletzt in Essen wurde diese Maßnahme umgesetzt.

Darüber hinaus dauern die Ermittlungen der Polizei an. Es sei ein immenser Aufwand, das umfangreiche Bild- und Fotomaterial zu sichten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Anfrage. Die Bayreuther Polizei arbeite dabei eng mit der Polizei in Dresden und mit der Bundespolizei zusammen. Mindestens 14 Menschen wurden bei den Vorfällen am 1. Oktober verletzt. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt dabei in mehreren Fällen des schweren Landfriedensbruchs.

"Es ist völlig klar, dass wir als Verein nach den Geschehnissen in Bayreuth nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können", erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend in der Vereinsmitteilung, und er betonte im Hinblick auf die Ticketeinschränkungen: "Mit der Entscheidung, die wir uns wirklich nicht leicht gemacht haben, legen wir ein Stück weit Verantwortung in die Hände unserer Vereinsmitglieder."

Als weitere Reaktion auf die Vorfälle in Bayreuth stockt Dynamo auch den eigenen Ordnungsdienst bei Auswärtsspielen auf. Am Dienstagabend wurde die organisierten Fanszene im Rahmen einer Sondersitzung von Dynamos Geschäftsführung zusammen mit Vertretern des Aufsichtsrates darüber informiert.

Maßnahmen sind zeitlich begrenzt

Die Maßnahmen seien zunächst bis zur Winterpause befristet, heißt es vom Verein. Danach will man erneut mit Vertretern der organsierten Fanszene über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen beraten. Das solle noch vor der Mitgliederversammlung am 26. November 2022 passieren. Unabhängig davon werde auch die Aufarbeitung gemeinsam mit der Spielvereinigung Bayreuth und der Polizei fortgeführt, teilte der Verein weiterhin mit.

Vor zwei Wochen hatten Wehlend und Geschäftsführer-Kollege Ralf Becker auf einer Pressekonferenz mit eindringlichen Worten deutlich gemacht, dass nach den Vorfällen in Bayreuth ein Punkt erreicht sei, der harte Konsequenzen nach sich ziehen wird. Mit einem ganzen Maßnahmenkatalog wollte Dynamo künftig gegen Randale vorgehen.

Anfang der Woche hatte sich dann auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) auf Nachfrage von Sächsische.de zu den Ausschreitungen in Bayreuth geäußert. Er forderte ein konsequentes Handeln: "Mir ist es wichtig, dass die angedachten Maßnahmen des Vereins tatsächlich umgesetzt werden, um künftig solche Vorfälle zu vermeiden", sagte Schuster und erneuerte einen bereits oft diskutierten Vorschlag: "Personalisierte Tickets wie sie beispielsweise bei Konzertveranstaltungen schon lange üblich sind", so der Innenminister, "können einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit leisten."