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Benny Kirsten macht Schluss und kehrt zu Dynamo zurück

Der Torwart und Publikumsliebling beendet seine Karriere und beginnt eine Umschulung. Bei der SGD ist sein Fachwissen schon jetzt gefragt.

Benjamin Kirsten äußert sich als Fußball-Experte regelmäßig im MDR-Fernsehen. Jetzt ist sein Fachwissen auch bei Dynamo wieder gefragt.
Benjamin Kirsten äußert sich als Fußball-Experte regelmäßig im MDR-Fernsehen. Jetzt ist sein Fachwissen auch bei Dynamo wieder gefragt. © Picture Point/Gabor Krieg

Dresden. Dynamo sucht einen neuen Torwart, einen Ersatzmann für Stammkeeper Kevin Broll. Derzeit trainiert der Russe Anton Mitryushkin für eine Woche mit in Dresden. Der erste Eindruck sei gut, meint Ralf Becker. Allerdings möchte sich Dynamos Sportgeschäftsführer kein Urteil erlauben. "Für diese Position würde ich mich ehrlicherweise nicht als Fachmann bezeichnen", sagt er - und verweist auf die Experten im Team, also zuerst Torwartcoach David Yelldell. Und dann verrät Becker eher beiläufig, was noch nicht offiziell ist: "Außerdem ist Benny Kirsten mit dabei."

Kirsten war von 2008 bis 2015 sieben Jahre bei den Schwarz-Gelben, hatte für die Profis 124 Pflichtspiele bestritten - bis sein Vertrag überraschend nicht verlängert worden ist, als Uwe Neuhaus Trainer wurde. Danach verfolgte den Torwart und Sohn von Dynamos Ehrenspielführer Ulf Kirsten das Verletzungspech. Bei NEC Nijmegen in den Niederlanden sowie beim 1. FC Lok Leipzig in der Regionalliga war er trotzdem wieder die Nummer eins. Bis das rechte Knie nicht mehr wollte.

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Kirsten brauchte eine Meniskus-Transplantation, es fand sich über die Gewebebank in Österreich ein zu seinen Werten passendes Spender-Organ. Die Operation ist jetzt fast auf den Tag genau ein Jahr her. Jetzt verkündet der 34-Jährige sein Karriereende. "Ich habe lange darauf gehofft, daran geglaubt und in der Reha täglich hart dafür gearbeitet, noch einmal auf den Fußballplatz zurückzukehren", erklärt er dazu auf Nachfrage von Sächsische.de: "Aber ich muss leider einsehen, dass es körperlich für den Sport nicht mehr reicht."

Umschulung zum Sportfachwirt ab 1. August

Die Berufsgenossenschaft VBG Dresden und Dynamo als Partner bieten Kirsten jetzt eine neue berufliche Perspektive. Zum 1. August beginnt er eine Umschulung zum Sportfachwirt. Bevor jedoch die Richtlinien für die Umschulung nicht endgültig vereinbart sind, wird er sich dazu nicht im Detail äußern. Gleichzeitig kann er jetzt schon das Expertenteam für die Torwart-Sichtung, -Analyse und -Ausbildung unterstützen.

Paraden waren seine Stärke. Bei Dynamo stand Benny Kirsten in 124 Pflichtspielen zwischen den Pfosten, davon 74 in Liga zwei sowie drei im DFB-Pokal. Nun muss er wegen einer schweren Knieverletzung aber seine Karriere beenden.
Paraden waren seine Stärke. Bei Dynamo stand Benny Kirsten in 124 Pflichtspielen zwischen den Pfosten, davon 74 in Liga zwei sowie drei im DFB-Pokal. Nun muss er wegen einer schweren Knieverletzung aber seine Karriere beenden. © Robert Michael

Als Fachmann ist Kirsten zweifellos anerkannt, zudem kennt er den Dynamo-Hintergrund wie kaum ein anderer. Als Kind und Jugendlicher stand er vor allem bei Auswärtsspielen im Fanblock, weil er im Rheinland aufwuchs, wo sein Vater Ulf bei Bayer Leverkusen in den 1990er-Jahren als Stürmer dreimal Torschützenkönig in der Bundesliga wurde.

Kirsten junior wählte als Torwart die komplett entgegengesetzte Position, konnte sein Talent im Nachwuchs von Bayer entwickeln. Eine große Karriere traute dem mit 1,82 Metern vergleichsweise kleinen Schlussmann jedoch kaum jemand zu. Sogar sein Vater sei der Meinung gewesen, ihm fehlten ein paar Zentimeter, und habe versucht, ihm umzustimmen. Das hat Benny Kirsten mal erzählt und gesagt: "Aber stellen Sie sich vor, ich wäre Stürmer bei Dynamo und vielleicht noch mit der Nummer 9!" In der A-Jugend von Bayer Leverkusen half er mal als Rechtsaußen aus - und traf zweimal.

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Bei Dynamo aber überzeugte er als Schlussmann, war maßgeblich am Aufstieg 2011 beteiligt, als er in der entscheidenden Phase Axel Keller als Nummer eins ablöste und in den Relegationsspielen gegen den VfL Osnabrück überragend hielt. In der Saison 2012/13 hielt er fünf von sieben Elfmetern und war ein Garant für den Klassenerhalt. Mit einem Notendurchschnitt von 2,83 erhielt er damals im Fachmagazin Kicker die beste Bewertung aller Zweitliga-Profis.

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