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Deutschlands Gasspeicher füllen sich wieder

Die milden Temperaturen in Deutschland entschärfen zurzeit die Gaskrise etwas. Doch für die Bundesnetzagentur ist das kein Grund zur Entwarnung.

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Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina auf.
Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina auf. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Dank der milden Temperaturen füllen sich die Gasspeicher in Deutschland wieder. Zum siebten Mal in Folge meldete der europäische Gasspeicherverband GIE am Donnerstag einen Anstieg der Füllstände. Demnach waren die Speicher am Dienstag zu 88,84 Prozent gefüllt - ein Plus von 0,22 Prozentpunkten zum Vortag. Für die Bundesnetzagentur ist dies allerdings kein Anlass zur Entwarnung. Die Lage sei weiterhin angespannt.

Nach Angaben der Aufsichtsbehörde lag der Gasverbrauch in der 51. Kalenderwoche zwar 23,8 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre und 37,4 Prozent unter der Vorwoche. Doch sei dies zum großen Teil auf die milderen Temperaturen zurückzuführen. Temperaturbereinigt habe der Verbrauch in der 50. und 51. Kalenderwoche nur um 12,4 Prozent unter dem Referenzwert der letzten vier Jahre und damit im kritischen Bereich gelegen. Die Behörde bekräftigte ihr Sparziel von mindestens 20 Prozent, um eine nationale Gasmangellage in diesem Winter zu vermeiden.

Die Botschaft scheint bei vielen Bundesbürgern auf offene Ohren zu stoßen. Bei einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Immobiliendienstleisters Ista tauchte jedenfalls unter den üblichen Neujahrsvorsätzen, wie gesünder leben, abnehmen oder mit dem Rauchen aufhören ein zeitgemäßer Newcomer auf: Mehr Energie sparen.

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland (43 Prozent) wollen der repräsentativen Umfrage zufolge im neuen Jahr weniger Energie im Haushalt verbrauchen. Ein Drittel der Befragten will demnach "etwas weniger" Energie verbrauchen, gut jeder Zehnte sogar "viel weniger".

Hauptsächlich geht es darum, Geld zu sparen, wie 64 Prozent der Befragten angaben. Jeder Fünfte will mit seinen Sparbemühungen vor allem einen Beitrag leisten, damit Deutschland gut durch die Energiekrise kommt. Bei gut jedem Zehnten sind Umwelt- und Klimaschutz das ausschlaggebende Argument. Drei Prozent gaben an, Energie hauptsächlich deshalb sparen zu wollen, weil auch der Freundes- und Bekanntenkreis dies tue.

Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) derjenigen, die mit dem Energiesparvorsatz ins neue Jahr gehen, wollen dafür nach eigener Aussage künftig in allen Räumen weniger heizen. Gut die Hälfte will die Heizung in dem Zimmer herunterdrehen, in dem man sich gerade nicht aufhält.

Weitere beliebte Sparmaßnahmen sind: Elektrogeräte ausschalten statt sie im Stand-by-Modus zu belassen (50 Prozent) und beim Spülen oder Händewaschen weniger Warmwasser zu nutzen (47 Prozent). Allerdings gibt es für die meisten Menschen auch Grenzen, wie weit sie in Sachen Energiesparen gehen wollen: Kalt duschen wollen nur sechs Prozent derer, die mit dem Vorsatz zum Energiesparen ins neue Jahr gehen. (dpa)