merken
PLUS Zittau

Zittau: 30 Monate große Umleitung sind vorbei

Die B96 in der Stadt ist ausgebaut und ab Freitag frei. Es war ein Mammutprojekt. Nun soll bald ein Teil der Umleitung erneuert werden - unter Vollsperrung.

Das Band ist durchschnitten: Die B96 in Zittau ist ab morgen wieder für die Autos frei.
Das Band ist durchschnitten: Die B96 in Zittau ist ab morgen wieder für die Autos frei. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Bau ist vorfristig fertig geworden. Eigentlich war das Ende des im April 2019 begonnenen Ausbaus der Äußeren Weberstraße - der B96 - in Zittau erst für den Herbst angekündigt worden. Kalendarisch beginnt der aber erst nächste Woche, sagte Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) heute bei der Feier zur Fertigstellung. Morgen wird die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

In drei Bauabschnitten ist die wichtigste Zittauer Verkehrsader im Westen auf 800 Metern vom Stadtring bis hinter die Kreuzung mit der Goldbach- und Rietschelstraße erneuert worden, inklusive zweier großer Kreuzungen. Sie ist weiterhin zweispurig, hat jetzt aber zusätzlich einen Radfahrstreifen auf der Straße und neu angelegte Parkstreifen. Ver- und Entsorgungsleitungen in der Erde wurden erneuert, darunter eine in die Jahre gekommene Hauptwasserleitung. Wenn die platzen würde, wäre Zittau schneller überschwemmt als nach drei Tagen Regen, so der OB. Die Gehwege und Bushaltestellen wurden erneuert, Lampen und Ampeln entsprechen jetzt dem Stand der Technik. Fußgänger und Rollifahrer sind nun weitestgehend barrierefrei unterwegs. Statt wie vorher drei werden nach der nächsten Pflanzsaison 36 Bäume die Straße in dem Bereich säumen.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

2019 war der Abschnitt zwischen Ring und Neue Straße dicht gemacht geworden. Zugleich musste wegen der Bauarbeiten der Stadtring halbseitig gesperrt werden. 2020 folgten dann der bis zur Tongasse und 2021 der nun fertige bis zur Heinrich-Mann-Straße inklusive Kreuzung mit der Goldbach-/Rietschelstraße.

Der Ausbau war aus vielen Gründen ein Mammutprojekt. Eine innerstädtische Straßensanierung im Umfang von 6,7 Millionen Euro wird Zittau so schnell nicht wieder erleben. Auch andere Städte nicht: Durch die coronabedingt leeren Kassen des Freistaats fließen weniger Fördermittel. So ist die Zahl der Spatenstiche und Freigaben großer Projekte deutlich kleiner geworden, bilanzierte Ines Fröhlich (SPD), Staatssekretärin im sächsischen Verkehrsministerium bei der Feier in Zittau.

Baupreis-Explosion und Corona

Mehr als die Hälfte der Kosten hat der Bund für den Ausbau seiner B-Straße bezahlt. Den Rest haben die Stadt, die Stadtwerke und der Abwasserzweckverband Untere Mandau auch mithilfe von Fördermitteln für alles neben und unter der Straße aufgebracht. Geplant war die Baumaßnahme mit einer halben Million Euro weniger. Doch die Baupreis-Explosion hat auch vor ihr nicht halt gemacht. Außerdem kam Corona als zusätzliche Herausforderung hinzu. Nicht nur, dass sich die Bauarbeiten durch den pandemiebedingten Ausfall im Frühjahr 2020 zwischenzeitlich verzögerten. Allein der verschobene Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, der die Straße untersuchen musste, habe zu Mehrkosten in Höhe von rund 50.000 Euro geführt, so Zenker.

Aufwendig war auch die Koordination der Bauarbeiten an sich. Oben wollten die Straßenbauer arbeiten, unten sollten Wasser-, Abwasser-, Gas-, Strom-, Elektro- und Breitband gelegt, daneben Gehwege und anderes gebaut werden. Bei einer halbseitigen Sperrung hätte das deutlich länger gedauert. Entsprechend der vielen Tätigkeiten, der dazugehörigen Planungen und Genehmigungen und des Geldflusses waren Landes-, Kreis- und Stadtverwaltung, die Landesdirektion, das Verkehrsministerium, das Landesparlament und viele Firmen wie die Planer von AIZ, den Straßenbauern der Osteg sowie der Abwasserent- und Wasserversorgers Sowag beteiligt.

Nicht zuletzt die große 30-monatige Umleitung über die Goldbach-, die Äußere Oybiner und die Mandaustraße stellte die Stadtverwaltung vor große Aufgaben. So sorgte zum Beispiel die halbseitige Einengung des Stadtrings zwischen Löwen-Apotheke und Aral-Tankstelle - damit sich die Autos nicht in der Mandaustraße sperren - für reichlich Diskussionen unter den Zittauern. Ganz zu schweigen von der Umleitung der Bundesstraße durch das Wohngebiet in Zittau-West. "Ein herzlicher Dank geht an alle Anlieger für die entgegengebrachte Geduld und das gute Miteinander während der Bauzeit", so die Staatssekretärin, die auch den am Bau Beteiligten dankte. Das gilt sowohl für die Anwohner als auch für die Firmen, die durch die Bauarbeiten eingeschränkt wurden, ergänzte Saskia Tietje, Präsidentin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. "Ich hoffe, dass sie das Ergebnis entschädigen wird." Zittaus OB bezog auch noch die Menschen aus den Nachbarstädten und -gemeinden ein, die auf ihrem Weg nach Zittau 30 Monate Umleitungen in Kauf nehmen mussten.

Torsten Steinert, der neue Leiter des Kreis-Hoch- und Tiefbaubauamtes, kündigte bei der Feier aber schon die nächste Sperrung und Umleitung an: Wenn der Freistaat die Fördermittel bewilligt, könnte 2022 der grundhafte Ausbau der Äußeren Oybiner Straße samt Kreiselbau an der Kreuzung mit der Goldbach- und Schrammstraße starten. Er war unter anderem verschoben worden, weil die Straße bis heute als Umleitungsstrecke gebraucht wurde.

Mehr zum Thema Zittau