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Dynamo

Der Dynamo-Präsident im CoronaCast

Keinen Club hat Corona so hart getroffen wie Dynamo Dresden. Im Podcast spricht Präsident Holger Scholze über den Abstieg - und warum der nicht das Ende bedeutet.

Von Fabian Deicke
 3 Min.
Holger Scholze ist seit 2018 Präsident von Dynamo. Im CoronaCast redet er über den Abstieg und den bevorstehenden Neuanfang.
Holger Scholze ist seit 2018 Präsident von Dynamo. Im CoronaCast redet er über den Abstieg und den bevorstehenden Neuanfang. © Sven Ellger/SZ

In seinem Beruf ist er es gewohnt, sachlich und mit kühlem Kopf Analysen vorzunehmen. Holger Scholze hat als Börsenkorrespondent unzählige Liveschalten moderiert und kommentiert auch jetzt noch in Interviews wirtschaftspolitische Themen. Er kennt sich aus mit der Bewertung von Erfolg, Misserfolg und mit Krisen. In seiner Funktion als Präsident von Dynamo Dresden kommt ihm diese Erfahrung gerade in der jetzigen Situation offenbar zugute. 

Im CoronaCast, dem Podcast zur Virus-Pandemie von Sächsische.de, spricht Scholze unmittelbar nach dem Abstieg des Vereins aus der 2. Bundesliga über die Gründe für das Abschneiden als Tabellenletzter. Natürlich sieht auch er in dem von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgegeben Corona-Spielplan eine Ungleichbehandlung für Dynamo. Als einzige Mannschaft der Liga mussten die Dresdner binnen 29 Tagen neun Spiele absolvieren. Infolge dreier Corona-Fälle gab es zudem eine 14-tägige Quarantäne und kein richtiges Training vor dem Restart im Mai.

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Fußballfans in ganz Deutschland empfanden das als ungerecht, wie eine repräsentative Umfrage belegt. Auch Dynamo-Trainer Markus Kauczinski sagt im SZ-Interview, dass trotz der Ausgangssituation als Schlusslicht nach der Winterpause ohne Corona der Klassenerhalt drin gewesen wäre. Und der Gefühlsausbruch von Spieler Chris Löwe, der zwei Spieltage vor Saisonende die DFL scharf anging, hallt immer noch nach. Bei Dynamo und im Umfeld fühlt man sich nach dem Abstieg neben aller sportlichen Probleme irgendwie auch als das Corona-Opfer.

Abstieg ist auch eine Chance für einen Umbruch

Scholze findet bei der Beschreibung der Gemengelage, die zum Gang in die 3. Liga führte, jedoch andere Worte. Er klingt fast staatsmännisch. "Bei aller Emotionalität für Dynamo, da müssen wir sachlich bleiben", ist einer dieser Sätze, mit denen der Präsident im Podcast-Talk klar macht, dass der Abstieg nicht nur corona-bedingt ist - aber bei aller Bitterkeit auch nicht das Ende von Dynamo bedeutet. 

Man müsse nach vorne Blicken, betont Scholze. Und das fiele bei diesem Abstieg deutlich leichter als bei früheren. Der Dynamo-Präsident verweist auf das kürzlich eingeweihte neue Trainingszentrum und setzt nach der Ära Ralf Minge große Hoffnungen in den neuen Sportlichen Leiter Ralf Becker. "Der ist einfach ein toller Typ." 

Für Trübsal oder pessimistische Äußerungen, wofür man nach dem Corona-Schicksal von Dynamo auch Verständnis haben könnte, ist bei Scholze kein Platz. Er macht seinem Verein Mut und verweist im Misserfolg auf die Stärken. Eine sei auch am letzten Spieltag zu sehen gewesen: der Zusammenhalt von Fans und Verein, wenngleich Scholze auch für die 3.000-Mann-Party vor dem Stadion ohne Abstandsregeln eine ausgewogene Einschätzung findet. Welche, das hören Sie in dieser Folge CoronaCast ...

Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt in ihren heimischen Wohnzimmern oder Büros.

Hier sind ergänzende Links zu Themen, auf die in der Folge Bezug genommen wird:

Fabian Deicke (links oben) und Andreas Szabo (rechts oben) haben den Podcast-Talk mit Dynamo-Präsident Holger Scholze per Video-Schalte geführt. Dieser Screenshot entstand während der Aufnahme.
Fabian Deicke (links oben) und Andreas Szabo (rechts oben) haben den Podcast-Talk mit Dynamo-Präsident Holger Scholze per Video-Schalte geführt. Dieser Screenshot entstand während der Aufnahme. © SZ

So können Sie den Podcast hören

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