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Dresden: Zusatzkosten beim Handyparken

Nicht nur die Parkgebühren in Dresden steigen, die Stadt hat nun Konzessionen für App-Anbieter vergeben. Dort lauern weitere Extra-Kosten. Eine Übersicht.

Elektronische Parkscheine können per App und Kennzeichen vom Ordnungsamt kontrolliert werden.
Elektronische Parkscheine können per App und Kennzeichen vom Ordnungsamt kontrolliert werden. © Sven Ellger

Dresden. Dass die Gebühren fürs Parken in Dresden nach 15 Jahren ohne Erhöhung drastisch steigen, hat der Stadtrat längst beschlossen. Bis auf das Vierfache werden diese in einigen Bereichen angehoben. Als letzter Bereich kommt die Innenstadt ab November dran. Die Stadträte haben fürs Zentrum einen Aufschub beschlossen, um die Corona-Auswirkungen abzumildern.

Bereits zuvor wurde beschlossen, dass auch in Dresden das Handyparken eingeführt wird. Dafür wird dann kein Kleingeld mehr benötigt, weil der Parkschein per Smartphone gelöst wird. Bislang bietet Dresden einen sogenannten E-Parkschein an, über die Internetseite der Stadt kann das Ticket gelöst werden. Das funktioniert ohne zusätzliche Kosten.

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Nun haben aber drei Anbieter den Zuschlag erhalten, das Parken per App anzubieten - mit zusätzlichen Kosten. Maßgabe ist aber auch, dass der Stadt keine Einnahmen entgehen. Deshalb schlagen die Anbieter drauf.

Welche neuen Anbieter für Handyparken in Dresden gibt es?

Die Stadt hat drei Konzessionen vergeben. Diese Unternehmen haben alle bereits Erfahrung mit dem Handyparken und bieten dies auch in vielen anderen Städten an.

Die Zuschläge erhalten haben: Sunhill Technolgies aus Erlangen, die "Paybyphone" anbieten, sowie "EasyPark" und "ParkNow" aus Berlin. "Alle Bieter erhalten eine Konzession für das gesamte Stadtgebiet", erklärt Simone Prüfer, Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes. "Jeder Bieter verfügt über eine eigene App, es werden also mehrere Apps angeboten."

Die Systeme sollen laut Prüfer auch registrierungsfrei nutzbar sein. Zu den Kosten für die Bürger gibt es keine Vorgabe der Stadt, ihr ist wichtig, dass sie nichts bezahlen muss, die Stadt erhält aber auch kein Geld von den Anbietern. "Der Dienstleister legt eigenständig fest ob, für welche Leistungen und in welcher Höhe Kosten für die Nutzer der App entstehen", erklärt Prüfer.

Was kostet "Paybyphone"?

Im Regelfall fallen zehn Prozent der Parkgebühr als zusätzliche Servicegebühr bei diesem Anbieter an. Wer also einen Parkschein für einen Euro löst, zahlt 1,10 Euro. "Paybyphone" funktioniert wie alle anderen mit und ohne Registrierung, bezahlt wird per Lastschrift, mit PayPal, Kreditkarte, Mobilfunkrechnung oder Prepaid-Guthaben. Bei allen Anbietern werden auch freie Parkplätze in Dresden in der App angezeigt.

Das Unternehmen wirbt mit automatischer Erinnerung vor Ablauf der Parkzeit - kostenlos. Dann kann der Parkschein verlängert werden. Zudem soll es exklusiven Zugang zu Parkhäusern in Dresden geben. Dort wird die Parkzeit automatisch erfasst und digital abgebucht. Wer sein Kennzeichen registrieren lässt, für den öffnen sich die Schranken des Parkhauses automatisch, ohne ein Ticket zu ziehen. Dafür fällt dann zwar keine Servicegebühr, aber eine monatliche Pauschale von 1,99 Euro an.

Was kostet "EasyPark"?

Privatkunden müssen bei diesem Anbieter eine Transaktionsgebühr von 15 Prozent, ab 3,33 Euro Parkkosten, zahlen, darunter sind es pauschal 49 Cent. Dies gilt im Basis-Tarif "small". Zusätzlich fallen 15 Cent pro SMS an, die an die ablaufende Parkzeit erinnert.

Für monatlich 1,99 Euro gibt es bei "EasyPark" den Tarif "large". In diesem fallen keine zusätzlichen Gebühren fürs Parken und SMS an. Um in Parkhäuser zu gelangen und über diese App abzurechnen, wird eine "EasyCard" benötigt, die einmalig 2,99 Euro kostet.

Was kostet "ParkNow"?

Der Berliner Anbieter unterscheidet zwischen "Silber" und Gold". Im "Silber"-Status kostet es 29 Cent für jeden Parkvorgang, die Erinnerungs-SMS 15 Cent und die Karte für Parkhäuser 2,69 Euro. Für 2,99 Euro pro Monat erlangen "ParkNow"-Nutzer das Label "Gold". Damit entfallen die 29 Cent zusätzlich für jedes Mal Parken, es können mehrere Nutzer und Fahrzeuge hinzugefügt werden.

Um ganze Flotten zu registrieren, gibt es bei den anderen Anbietern Business-Tarife. In diesem Text werden vor allem die Tarife für Privatkunden betrachtet.

Warum macht die Stadt das?

"Die Stadt Dresden möchte ihren Bürgern weitere Alternativen und ihnen bekannte Lösungen für das Bezahlen von Parkscheinen mit dem Mobiltelefon bieten", erläutert Prüfer. "Es ist nicht erforderlich, bietet den Bürgern aber einen entscheidenden Mehrwert."

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Dennoch habe sich die bisherige eigene Lösung laut der Amtschefin bewährt und bleibt erhalten. Die Stadt hat insgesamt 31.600 Euro in das System investiert. Nun können sich die Dresdner bei den genannten drei Anbietern anmelden. Diese übernehmen auch immer die aktuellen Parkgebühren, also beispielsweise die aktuellen Erhöhungen und die, die ab November geplant sind.

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