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Dresdner Jazzmusikerin hofft auf Weihnachtsmarkt

Vor 25 Jahren hat Ulrike Hausmann ihr Keramiklädchen am Dresdner Körnerplatz eröffnet. Warum sie jetzt um ihr Geschäft bangt und dennoch optimistisch bleibt.

Jazz-Musikerin Ulrike Hausmann betreibt einen kleinen Keramikladen am Körnerplatz. Das Geschäft bringt sie gut übers Jahr - 2020 könnte das anders sein.
Jazz-Musikerin Ulrike Hausmann betreibt einen kleinen Keramikladen am Körnerplatz. Das Geschäft bringt sie gut übers Jahr - 2020 könnte das anders sein. ©  Rene Meinig

Dresden. Musik ist ihre große Leidenschaft. Ulrike Hausmann liebt den Jazz, den Boogie Woogie, schnelle Rhythmen. Wer eines ihrer Konzerte besucht, erkennt und spürt auch ohne Musikexpertise: Diese Frau kann Klavier spielen. 

In Corona-Zeiten ging das in diesem Jahr nur selten vor großem Publikum, zehn Konzerte - etwa auf dem Dixielandfestival und dem Elbhangfest - wurden abgesagt. Und die Zeichen stehen nicht unbedingt günstig dafür, dass solche Konzerte im großen Rahmen bald wieder möglich sein werden. 

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Dresdens Biohof steht seit fast 30 Jahren für Bio aus der Region. In den Märkten ist eine besondere Kooperation zu entdecken: Die Käsefreundschaft zu vier kleinen Bio-Dorfsennereien in Graubünden.

Aber Ulrike Hausmann hat ein zweites Standbein, zum Glück, wie sie selbst sagt. Seit 25 Jahren betreibt sie einen kleinen Keramikladen am Körnerplatz. Der bringe sie eigentlich immer gut durchs Jahr, sagt die 53-jährige Dresdnerin. "Ich lebe damit zwar von der Hand in den Mund, aber das richtig gut."

In diesem Jahr ist das etwas anders. Vier Wochen musste sie ihren Laden schließen, mit Soforthilfen der Stadt und des Freistaates sei sie aber gut über die Runden gekommen. Miete, Betriebs- und Fixkosten habe sie genau ausgerechnet und auch nur das in Anspruch genommen, was sie wirklich benötigt hat. 

Nach dem Lockdown lief das Geschäft im Frühjahr eher langsam an, doch die Urlauber, die lieber in Deutschland blieben, retteten sie über den Sommer. Nun steht der wichtigste Abschnitt in ihrem Geschäftsjahr an: die Weihnachtszeit. 

Zwei Kunden auf 13 Quadratmeter

Noch sieht es so aus, als könne der Loschwitzer Weihnachtsmarkt vom 5. bis 20. Dezember stattfinden. Das kleine Lädchen von Ulrike Hausmann liegt im alten Dorfkern und damit auf dem Markt in bester Lage. 

Auf der schmalen Gasse geht es normalerweise recht eng zu, Menschenmassen schieben sich an den Ständen mit Schmuck, Holzspielzeug und Glaskunst vorbei auf der Suche nach dem passenden Weihnachtageschenk. Das finden sie vielleicht auch im Laden von Ulrike Hausmann.

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Großes Gedränge darf es in diesem Jahr allerdings nicht geben - auch nicht in ihrem Geschäft, dass gerade einmal 13 Quadratmeter misst. Maximal zwei Leute dürfen gleichzeitig hinein und sich dort umschauen, ob sie unter bunten Keramik-Tassen, -Eierbechern und -Seifenspendern etwas Schönes finden. 

Vieles werde verschenkt, sagt Ulrike Hausmann, gekauft von Touristen, die den Loschwitzer Weihnachtsmarkt bei ihrem Dresden-Trip entdecken. Doch es gibt auch jene, die immer wieder kommen, die treuen Stammkunden, die ihr Geschirr daheim erweitern oder einfach schauen, was es bei Ulrike Hausmann Neues gibt. 

Warten auf die Keramik aus Prag

Die neue Weihnachts- und Winterkollektion soll im November kommen - und zwar aus Prag. Ulrike Hausmann will die zehn bis 12 großen Kisten dort eigentlich selbst abholen. Ob das klappt, ob sie wirklich in die tschechische Hauptstadt fahren darf - das kann im Moment noch niemand absehen. 

Derzeit ist der Aufenthalt in Tschechien für 48 Stunden möglich, ohne dass bei der Rückkehr ein Corona-Test gemacht werden muss. Doch die Infektionszahlen steigen auf beiden Seiten der Grenze.

Ulrike Hausmann hat die Entwicklungen genau im Blick. "Ich lese sowieso jeden Tag Zeitung. Aber jetzt schaue ich schon genauer hin." Denn nicht nur ihre Existenz hängt davon ab, wie vorsichtig sich die Menschen in der Corona-Zeit verhalten, wie gut sie Maskenpflicht und Abstand beachten. "Ich bin sauer auf diejenigen, die sich wegen dieses Mund-Nasen-Schutzes derart eingeschränkt fühlen, dass sie ihn nicht tragen."  

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Optimistisch in die Weihnachtszeit

Und dennoch versucht Ulrike Hausmann auch zu verstehen, dass die unsichtbare Gefahr, die von dem Virus ausgeht, offenbar weniger ernst genommen wird als beispielsweise ein Hochwasser. "Da schütze ich mich ja auch dagegen, aber die Gefahr ist eben konkret."

Sollte es einen neuen Lockdown geben und sollte sie ihr Geschäft erneut schließen müssen, würde das auch ihre Pleite bedeuten. Wie für viele andere Händler, Gastronomen, Veranstalter wahrscheinlich auch. 

Doch daran will Ulrike Hausmann lieber nicht denken. Sie blickt optimistisch auf die bevorstehende Weihnachtszeit, auf ihre Fahrt nach Prag, um dort die handgemachte Keramik zu holen, die sie dann auf dem Loschwitzer Weihnachtsmarkt verkauft.

Wer Ulrike Hausmann in Bild und Ton am Piano erleben will, wird hier fündig: 

www.ulrikehausmannpiano.de

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