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PLUS Familienkompass 2020 Görlitz

Familien im Kreis Görlitz: Wohnen top, Ärzte flop

Die Bewohner im Landkreis zählen im Sachsenvergleich zu den Unzufriedenen - vor allem in einem Punkt. Doch es gibt auch positive Überraschungen.

Besucher fotografieren die Schmetterlinge an den Futterstellen im Schmetterlingshaus Jonsdorf.
Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung
Besucher fotografieren die Schmetterlinge an den Futterstellen im Schmetterlingshaus Jonsdorf. Honorarfrei für Produkte von Sächsische.de und Sächsischer Zeitung © Matthias Weber/photoweber.de

Ein gutes Zeugnis hat der Landkreis Görlitz im Sachsenvergleich nicht gerade erhalten: Nimmt man den Schnitt der Noten 1 bis 5, die von den Teilnehmern am Familienkompass vergeben wurden, landet der Kreis bei einer 2,86. Nur in zwei der insgesamt 13 sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte waren die Befragten noch unzufriedener. Dabei lag ein Großteil der Einschätzungen für den Kreis Görlitz in den einzelnen Kategorien durchaus im Sachsenschnitt. Nur zwei Mal gab es Ausreißer: einen positiven beim Thema Wohnen, das überdurchschnittlich gut bewertet wurde und einen negativen beim Thema Gesundheit.

Betrachtet man die insgesamt 15 Regionen, in die der Kreis zur Auswertung unterteilt wurde, gibt es noch einen Pluspunkt: Das Zittauer Gebirge - es umfasst alle Gebirgsorte ohne Großschönau - schafft es insgesamt auf Platz 3 aller 146 bewerteten Regionen im Freistaat. Mit einer Gesamtnote von 2,55 fand sich diese Region im Süden des Kreises nur hinter Tharandt/Rabenau und Sebnitz wieder.

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Die Gesamtnot für den Kreis Görlitz lag im Durchschnitt.
Die Gesamtnot für den Kreis Görlitz lag im Durchschnitt. © SZ Grafik
So stimmten die Kreisbewohner beim Thema Wohnen ab.
So stimmten die Kreisbewohner beim Thema Wohnen ab. © SZ Grafik
Das sind die Meinungen im Landkreis Görlitz zum Thema Arbeit.
Das sind die Meinungen im Landkreis Görlitz zum Thema Arbeit. © SZ Grafik
Dieses Bild ergibt sich beim Thema Familienpolitik.
Dieses Bild ergibt sich beim Thema Familienpolitik. © SZ Grafik
So zufrieden sind die Befragten im Kreis Görlitz beim Thema Kita-Qualität.
So zufrieden sind die Befragten im Kreis Görlitz beim Thema Kita-Qualität. © SZ Grafik
Schlechte Bewertungen erhielt der Kreis bei der medizinischen Versorgung.
Schlechte Bewertungen erhielt der Kreis bei der medizinischen Versorgung. © SZ Grafik
Kritik gab es auch beim Thema Familienpolitik.
Kritik gab es auch beim Thema Familienpolitik. © SZ Grafik

Besonders gut: Wohnen

Ein großes Wohnungsangebot und niedrige Wohnkosten - das sind die Pfunde, mit denen der Landkreis Görlitz wuchern kann. Sachsenweit erhält er mit einer 2,95 die zweitbeste Bewertung nach dem Vogtlandkreis. Gefragt waren hier auch Dinge wie freundliche Nachbarn, saubere Spielplätze oder ein sicherer Schulweg mit dem Rad. Von den Auswertungsregionen im Kreis schneidet Ebersbach-Neugersdorf am besten ab (Platz 5 von 146), gefolgt von Großschönau (10). Am wenigsten zufrieden sind die Bewohner von Reichenbach (94), Weißwasser (102) und Niesky (112).

Besonders schlecht: Medizinische Versorgung

Auf dem letzten, dem 13. Platz landet der Kreis Görlitz hier sachsenweit. Nirgends schätzen die Befragten die Situation schlechter ein. Vor allem ein Mangel an Fachärzten attestieren die Teilnehmer und vergeben die Note 3,97. Auch bei Hausärzten sieht es mit einer 3,39 nicht besser aus. Schaut man, wo die einzelnen der 15 Auswertungsregionen aus dem Landkreis sich im Sachsen-Ranking wiederfinden, so muss man vor allem hinten suchen: Nur zwei landen auf einem Platz unter 100 bei 146 Plätzen: Das Zittauer Gebirge (72) und das Oberland (98), alle anderen zum Teil weit dahinter: Ebersbach-Neugersdorf und Reichenbach belegen die letzten beiden Plätze, auch die großen Kreisstädte Weißwasser (108), Niesky (105), Zittau (127), Görlitz (135) und Löbau (141) gehören zu denen in Sachsen, die am schlechtesten bewertet wurden.

Überraschend gut: Kita-Qualität

Nur im Erzgebirge sind die Menschen noch zufriedener mit der Kita-Qualität als im Kreis Görlitz, der mit einer Note von 2,41 abschließt. Gefragt wurde hier nach gesundem Essen, engagierten Erziehern oder auch bezahlbaren Beiträgen. Am besten abgeschnitten haben hier von den 15 Regionen aus dem Kreis das Zittauer Gebirge (Platz 8 von 146), am schlechtesten Ebersbach-Neugersdorf (123).

Negativer Dauerbrenner: Thema Arbeit

Auch hier rangiert der Landkreis Görlitz sachsenweit auf dem letzten Platz mit der Note 2,93 bei einem Durchschnitt von 2,70. Nirgendwo sonst bewerten die Teilnehmer Fragen zur Angemessenheit der Bezahlung, zur Zukunftssicherheit der Kinder vor Ort, aber auch die Sicherheit und die Auswahlmöglichkeiten bei den Jobs so schlecht wie hier. Weißwasser liegt auf dem letzten Platz aller Auswertungsgebiete in Sachsen, nur drei Plätze zuvor das Weißwasseraner Umland und Zittau. Von den großen Städten schneidet Görlitz im Sachsenvergleich noch am besten ab (Platz 108). Am besten beurteilten diese Fragen die Teilnehmer aus Großschönau (Platz 25).

Deutlich Unzufrieden: Familienpolitik

Freizeitmöglichkeiten, öffentlicher Nahverkehr - da liegt einiges im Argen, wenn man die Bewohner des Landkreises Görlitz fragt. Auch das Engagement der Gemeinden für Familien und die vorhandene Schulvielfalt sind bestenfalls Durchschnitt. Nur zwei Kreise in Sachsen erhalten noch schlechtere Noten: Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Noch am zufriedensten im Landkreis sind im Sachsenvergleich die Bewohner von Görlitz (Platz 13 von 146) und dem Zittauer Gebirge (21). Besonders unzufrieden zeigten sich Königshain (134) und Reichenbach (146).

Durchschnittlich gut: die Schule

Bei den Fragen zur Zufriedenheit mit der Schule - sowohl Rahmenbedingungen als auch Lehre - belegt der Landkreis Görlitz unter den 13 Kreisen und kreisfreien Städten Plätze im guten vorderen Feld, auf Rang 6 und 5. Zwar ist Unterrichtsausfall hier nach wie vor ein Problem, mit dem aber nicht nur der Kreis allein dasteht. Dass in Schulgebäude investiert wurde, zeigen die tendenziell guten Durchschnittsnoten. Selbst mit dem Schulessen zeigten sich die Befragten zufrieden.

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