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Alle Infos zur Europawahl 2024 in Sachsen

Am 9. Juni findet in Deutschland die Europawahl statt. Wer darf wählen und wie viele Stimmen hat man? Wer sind die Spitzenkandidaten? Die wichtigen Fragen und Antworten zur Europawahl 2024 in Sachsen.

Von Henriette Kuhn
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Im Mai wählt Europa ein neues Parlament.
Im Mai wählt Europa ein neues Parlament. © dpa

In knapp zwei Monaten wählt Europa ein neues Parlament. Die Parteien haben inzwischen ihre Spitzenkandidaten nominiert. Wer steht in Sachsen auf dem Wahlzettel – und wer vertritt den Freistaat eigentlich bislang in Brüssel?

Was Wählerinnen und Wähler vor der Stimmabgabe wissen müssen – der große Überblick.

Wann ist die Europawahl 2024?

Die nächste Europawahl findet vom 6. bis 9. Juni 2024 statt. Hintergrund des mehrtägigen Datums sind unterschiedliche Regelungen zu den Wahlen in den Mitgliedstaaten.

In Deutschland wird nach den Vorgaben des deutschen Europawahlgesetzes an einem Sonntag oder gesetzlichen Feiertag gewählt. Insofern findet die nächste Wahl zum Europäischen Parlament in Deutschland am Sonntag, 9. Juni 2024, statt.

In Sachsen findet die Europawahl parallel zu den Kommunalwahlen statt, bei der in vielen Kreisen und Gemeinden die Mitglieder der Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte der Ortschaftsräte und Stadtbezirksräte gewählt werden.

Wie oft findet die Wahl statt?

Die Wahl zum Europäischen Parlament findet alle fünf Jahre statt. Die letzte Europawahl war im Mai 2019.

Wer ist zur Europawahl wahlberechtigt?

Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger sowie alle in Deutschland wohnhaften Staatsangehörigen der übrigen EU-Mitgliedstaaten. Erstmals dürfen auch schon junge Menschen wählen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. In Deutschland sind mehr als 66 Millionen Menschen wahlberechtigt, EU-weit sind es rund 350 Millionen.

Wer wird bei der Europawahl gewählt?

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament werden die 720 Abgeordneten gewählt, die im künftigen Parlament vertreten sein werden.

Derzeit sind im Europäischen Parlament folgende Fraktionen vertreten:

  • Europäischen Volkspartei (Christdemokraten, EVP): 178 Abgeordnete
  • Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D): 141 Abgeordnete
  • Renew Europe: 101 Abgeordnete
  • Die Grünen/Freie Europäische Allianz (Grüne/EFA): 72 Abgeordnete
  • Europäische Konservative und Reformer (ECR): 67 Abgeordnete
  • Identität und Demokratie (ID): 60 Abgeordnete
  • Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL): 37 Abgeordnete
  • Fraktionslos: 49 Abgeordnete

Was macht das Europäische Parlament?

Das Europäische Parlament hat als direkt gewähltes EU-Organ drei zentrale Aufgaben:

  • Gesetzgebung: Das Parlament verabschiedet EU-Rechtsvorschriften, gemeinsam mit dem Rat der EU und auf Grundlage von Vorschlägen der Europäischen Kommission. Ebenso entscheidet es über internationale Abkommen und Erweiterungen.
  • Kontrolle: Außerdem fällt dem Parlament die demokratische Kontrolle aller EU-Organe zu.
  • Haushalt: Aufgabe ist zudem die Aufstellung des Haushaltsplans der EU.

Wer sind die deutschen Spitzenkandidaten zur Europawahl 2024?

Die Parteien versuchen ihren Wahlkampf zu personalisieren und nominieren daher nationale Spitzenkandidaten. Eine Besonderheit ist die Union: Wegen des Parteienföderalismus tritt die CDU in 15 Bundesländern an, in Bayern geht die CSU ins Rennen. Daher stellt die Union für die Europawahl 16 eigene Landeslisten mit unterschiedlichen Spitzenkandidaten auf.

  • So hat die CDU Ursula von der Leyen zur Spitzenkandidatin erklärt. Sie strebt eine zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsidentin an. Auf den Wahlzetteln wird sie jedoch nicht zu finden sein. In Sachsen steht Oliver Schenk auf Listenplatz 1. Er wurde vom Landesverband als Spitzenkandidat ernannt.
Oliver Schenk führt die sächsische CDU bei der Europawahl 2024 an.
Oliver Schenk führt die sächsische CDU bei der Europawahl 2024 an. ©  dpa/Sebastian Kahnert
  • Für die CSU geht Manfred Weber ins Rennen. Er ist Partei- und Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), in der CDU und CSU vertreten sind.
Manfred Weber (CSU) ist ein erfahrener Europapolitiker.
Manfred Weber (CSU) ist ein erfahrener Europapolitiker. © dpa
Katarina Barley ist SPD-Spitzenkandidatin zur Europawahl.
Katarina Barley ist SPD-Spitzenkandidatin zur Europawahl. © dpa
  • Spitzenkandidatin der FDP ist Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie ist seit 2017 Abgeordnete im Bundestag und seit 2021 Vorsitzende des Verteidigungsausschusses.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei der Kampagnenpräsentation der FDP zur Europawahl: Sie ist vor allem als Verteidigungspolitikerin bekannt.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei der Kampagnenpräsentation der FDP zur Europawahl: Sie ist vor allem als Verteidigungspolitikerin bekannt. © Foto: dpa
  • Terry Reintke führt die deutschen Grünen in die Europawahl. Gemeinsam mit Bas Eickhout ist sie auch Spitzenkandidatin der europäischen Grünen.
Terry Reintke ist Spitzenkandidatin der Grünen in Deutschland zur Europawahl.
Terry Reintke ist Spitzenkandidatin der Grünen in Deutschland zur Europawahl. © Jean-Francois Badias/AP/dpa
  • Der gebürtige Sachse Maximilian Krah ist Spitzenkandidat der AfD zur Europawahl. In Dresden kandidierte er 2022 für das Amt des Oberbürgermeisters.
Maximilian Krah ist Spitzenkandidat der AfD zur Europawahl.
Maximilian Krah ist Spitzenkandidat der AfD zur Europawahl. © dpa
  • Spitzenkandidaten der Linken sind Carola Rackete und Martin Schirdewan. Die parteilose Rackete wurde 2019 international bekannt, als sie als Kapitänin mit dem Rettungsschiff "Sea Watch 3" trotz Verbot in den Hafen von Lampedusa einlief. Schirdewan ist Co-Vorsitzender der Linken.
Carola Rackete (l) und Martin Schirdewan führen die Linken in die Europawahl.
Carola Rackete (l) und Martin Schirdewan führen die Linken in die Europawahl. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat Fabio De Masi und Thomas Geisel als Spitzenkandidaten nominiert. De Masi saß bereits einige Jahre für die Linken im Europaparlament und war bis 2021 Bundestagsabgeordneter. Thomas Geisel ist ehemaliger Oberbürgermeister der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf und früherer Sozialdemokrat.
Fabio de Masi kandidiert bei der Europawahl für das Bündnis Sahra Wagenknecht.
Fabio de Masi kandidiert bei der Europawahl für das Bündnis Sahra Wagenknecht. © Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Die Freien Wähler gehen mit Christine Singer ins Rennen. Die 58-Jährige aus Bayern betreibt einen Milchviehhof.
Christine Singer aus Bayern ist Spitzenkandidatin der Freien Wähler.
Christine Singer aus Bayern ist Spitzenkandidatin der Freien Wähler. © Soeren Stache/dpa

Welche Kandidaten aus Sachsen stehen auf den Listen für die Europawahl?

Hinter Oliver Schenk stehen auf der Landesliste der CDU auf den Plätzen 2 bis 5: Agata Reichel-Tomczak, Andreas Nowak, Lutz Kowalzick und Helmut Goltz.

Auf den bundeseinheitlichen Listen der anderen Parteien sind außerdem diese sächsischen Kandidaten auf den vorderen Plätzen vertreten:

  • Matthias Ecke (SPD, Listenplatz 10)
  • Anna Cavazzini (Grüne, Listenplatz 3)
  • Siegbert Droese (AfD, Listenplatz 11)
  • Stefan Richter (FDP, Listenplatz 14)

Wer sitzt aktuell für Sachsen im Europaparlament?

Sachsen wird aktuell von fünf Abgeordneten im Europaparlament vertreten:

Europawahl: Nach welchem System wird gewählt?

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden in den jeweiligen Mitgliedstaaten nach dem Verhältniswahlsystem gewählt. In Deutschland wird auf der Basis von Listenwahlvorschlägen gewählt. Diese können für einzelne Länder oder als gemeinsame Liste für alle Mitgliedstaaten aufgestellt werden.

96 Mandate entfallen auf Abgeordnete aus Deutschland. Frankreich entsendet mit 79 die zweitmeisten Abgeordneten. In Italien werden 76 Abgeordnete gewählt.

Wie viele Stimmen habe ich bei der Europawahl?

Bei der Europawahl hat jede und jeder Wahlberechtigte eine Stimme. Es darf nur ein Kreuz auf dem Stimmzettel gesetzt werden. Mit der Stimme wird die Wahlliste einer politischen Partei gewählt. Je nach Anzahl der Stimmen für die einzelne Liste erfolgt der Einzug der jeweiligen Personen ins Europäische Parlament. Je mehr Stimmen eine Liste also hat, desto mehr Personen sind gewählt.

Kann ich auch per Briefwahl abstimmen?

Ja, eine Briefwahl ist grundsätzlich ohne Vorliegen eines besonderen Grundes möglich. Dazu muss bei der Gemeinde des Hauptwohnortes der Wahlschein beantragt werden. Alle Informationen zur Briefwahl können Wahlberechtigte auch den Wahlbenachrichtigungen entnehmen, die einige Wochen vor der Wahl per Post verschickt werden.

Wie ging die Europawahl 2019 in Deutschland und Sachsen aus?

Bei der Europawahl 2019 ergab sich in Deutschland folgendes Ergebnis:

  • CDU/CSU: 28,9 Prozent
  • SPD: 15,8
  • Grüne: 20,5 Prozent
  • AfD: 11 Prozent
  • Linke: 5,5 Prozent
  • FDP: 5,4 Prozent
  • Freie Wähler: 2,2 Prozent

So wählten die Sachsen bei der Europawahl 2019:

  • CDU: 23 Prozent
  • SPD: 8,6 Prozent
  • Grüne: 10,3 Prozent
  • AfD: 25,3 Prozent
  • Linke: 11,7 Prozent
  • FDP: 4,7 Prozent
  • Sonstige: 16,4 Prozent

Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2019?

2019 lag die Wahlbeteiligung bei der Europawahl insgesamt bei 50,62 Prozent. In Deutschland machten 61,4 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Wann liegen Ergebnisse zur Europawahl 2024 für Deutschland vor?

In Deutschland beginnt am Wahlabend um 18 Uhr die Auszählung der Stimmen. Ab diesem Moment dürfen Prognosen veröffentlicht werden. Prognosen sind Ergebnisse von Wählerbefragungen. Es handelt sich dabei nicht um erste ausgezählte Stimmen. Ein genaueres Bild ergibt sich dann aus den Hochrechnungen. Hierbei handelt es sich um erste Auszählungsergebnisse in Kombination mit der Prognose. Dadurch nähern sich im Laufe des Wahlabends die Hochrechnungen dem tatsächlichen Wahlergebnis immer weiter an, bis es schließlich ein vorläufiges amtliches Endergebnis gibt.