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Benny Kirsten ist bei Dynamo "wieder daheeme"

Der frühere Torwart gehört jetzt zum Expertenteam der SGD und macht eine Umschulung zum Sportfachwirt. Das sagt er nach seiner ersten Arbeitswoche.

Von Sven Geisler
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Benjamin Kirsten ist nicht nur beim Fernsehen als Experte gefragt, sondern jetzt auch wieder bei Dynamo.
Benjamin Kirsten ist nicht nur beim Fernsehen als Experte gefragt, sondern jetzt auch wieder bei Dynamo. © Picture Point/Gabor Krieg

Dresden. Er ist bei Dynamo selbst eine Legende, sein Vater sowieso. Wenn der Name Kirsten fällt, denken die Fans sowohl an Benny, den Torhüter, als auch an Ulf, den Torjäger. Einer aus der Familie ist nun "wieder daheeme", wie er sagt: Benjamin Kirsten gehört seit Anfang des Monats zum Torhüter-Expertenteam der SGD um Torwarttrainer David Yelldell. Gleichzeitig hat der 34-Jährige mit Unterstützung der Berufsgenossenschaft (VBG) eine Umschulung zum Sportfachwirt begonnen.

Kirsten musste nach mehreren Verletzungen und einer Meniskustransplantation im rechten Knie seine Karriere als Fußball-Invalide beenden. "Ich habe lange darauf gehofft, daran geglaubt und in der Reha täglich hart dafür gearbeitet, noch einmal auf den Fußballplatz zurückzukehren", erklärte er zu seiner Entscheidung, Schluss zu machen: "Aber ich muss leider einsehen, dass es körperlich für den Sport nicht mehr reicht." Bis Sommer 2020 stand er beim Regionallisten 1. FC Lok Leipzig unter Vertrag.

„Es ist unglaublich schön, wieder bei meinem Verein zu sein", wird Benny Kirsten nun auf der Internetseite von Dynamo zitiert. "Die erste Arbeitswoche hat richtig Spaß gemacht, verging wie im Flug und wurde mit dem geilen Pokalabend am Freitag gleich von einem Highlight gekrönt." Beim 2:1-Sieg der Schwarz-Gelben gegen den SC Paderborn hatte er während der Pause mit Stadionsprecher Peter Hauskeller die erste Halbzeit treffend analysiert: „Es war ein offenes Spiel mit viel Tempo und Chancen auf beiden Seiten.“

Mit der zweiten Mannschaft den Sachsenpokal geholt

Jetzt beschreibt er seine Eindrücke so: "Obwohl ‚nur‘ rund 13.000 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion dabei waren, hat mich die phänomenale Stimmung sofort in meine Zeit hier als Spieler zurückversetzt. Das war Gänsehaut pur!“

Zwischen 2008 und 2015 war Kirsten junior als Torwart bei Dynamo, spielte zunächst für die zweite Mannschaft in der Oberliga, mit der er 2009 auch den Sachsenpokal gewann. Parallel hatte er damals eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann erfolgreich abgeschlossen. Während der Aufstiegssaison 2010/11 entschied sich der damalige Trainer Matthias Maucksch dann zum Wechsel im Tor, Kirsten löste Axel Keller als Nummer eins ab und verdiente sich mit starken Leistungen den Stammplatz auch unter dem neuen Chefcoach Ralf Loose.

In der Saison 2012/13 erhielt der Schlussmann vom Fachmagazin Kicker die beste Note aller Profis in der 2. Bundesliga, er wurde wie sein Vater zwei Jahrzehnte zuvor in Dresden zum Publikumsliebling und zur Identifikationsfigur. Insgesamt bestritt er 128 Pflichtspiele für die SGD. Trainer Uwe Neuhaus sortierte ihn schließlich aus, danach wechselte Kirsten zu NEC Nijmegen in den Niederlanden und schließlich zum 1. FC Lok.

"Der Name Kirsten ist seit Jahrzehnten eng mit Dynamo Dresden verbunden, daher ist die Rückkehr für alle Beteiligten eine schöne Angelegenheit", erklärte Sportchef Ralf Becker. "Benny ist ein ehrgeiziger Mensch, der sich über seine Zeit als Aktiver hinaus schon viel Fachwissen angeeignet hat, um seine Erfahrungen im Fußball weitergeben zu können."

Kirsten freut sich seinerseits über die herausragenden Voraussetzungen in Dynamos neuem Trainingszentrum. "Wenn ich an damals zurückdenke, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Dadurch wurde die Arbeit mit den Profis, vor allem aber auch mit dem Nachwuchs, auf ein ganz neues Level gehoben", sagt er. "Ich freue mich sehr darauf, hier bei der SGD ein neues Kapitel aufschlagen zu können und meinen Teil dazu beizutragen, dass die positive Entwicklung des Vereins weitergeht."