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Dynamo

So ist der Stand bei Dynamos Langzeitverletzten

Tim Knipping, Patrick Wiegers und Panagiotos Vlachodimos fehlen Dynamo nach Kreuzbandrissen. Die Prognosen für die Rückkehr fällt unterschiedlich aus.

Von Cornelius de Haas
 4 Min.
Ein Trio, das Dynamo wegen Kreuzbandrissen derzeit nicht zur Verfügung steht: Tim Knipping, Patrick Wiegers und Panagiotis Vlachodimos (v.l.).
Ein Trio, das Dynamo wegen Kreuzbandrissen derzeit nicht zur Verfügung steht: Tim Knipping, Patrick Wiegers und Panagiotis Vlachodimos (v.l.). ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Am Freitag beginnt mit dem Heimspiel gegen den Hamburger SV die zweite Saisonhälfte für Dynamo. Während sich die meisten Profis in der laufenden Vorbereitung für die Startelf anbieten können, ist für drei Spieler ein Einsatz ausgeschlossen - die Langzeitverletzten. Statt im Mannschaftstraining mitzumischen, schuften Patrick Wiegers, Tim Knipping und Panagiotis Vlachodimos in der Reha für ihr Comeback.

Ersatzkeeper Wiegers, der seit Ostern 2021 pausiert, musste sich im Dezember zum dritten Mal einer OP am rechten Knie unterziehen. Wie der 31-Jährige auf der vereinseigenen Homepage erklärt, sei die Zeit für ihn alles andere als leicht gewesen: „Es gab eine ganz schwierige Phase für die Psyche, weil ich Beschwerden hatte, die Ärzte aber keine Ursache dafür finden konnten. Da fragt man sich schon: Soll es das jetzt gewesen sein? Als dann endlich eine Diagnose feststand, bin ich mit großer Erleichterung zur OP gefahren.“

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Torhüter Patrick Wiegers.
Torhüter Patrick Wiegers. © dpa/Robert Michael

Noch dürfe Wiegers, der im Oktober zum zweiten Mal Vater wurde, sein Knie maximal 90 Grad anwinkeln, wurde Mannschaftsarzt Dr. Onays Al-Sadi zitiert. „In etwa zwei Wochen hat er einen Kontrolltermin beim Operateur. Wir sind guter Dinge, dass die Beschränkung der Beugung dann aufgehoben und das Reha-Programm sukzessive gesteigert werden kann.“ Wann der Torhüter wieder mit seinen Teamkollegen arbeiten kann, ist allerdings offen. „Tief im Inneren bin ich aber vorsichtig optimistisch, bis Ende März wieder Teile des Trainings auf dem Platz absolvieren und endlich mal wieder Bälle fangen zu können“, sagt der dienstälteste Spieler der Dresdner.

Etwas optimistischer fällt die Prognose bei Knipping aus. Der Innenverteidiger, dem beim 3:1 in Rostock das Kreuzband riss, arbeitet bis zu sechs Stunden pro Tag für seine Rückkehr. Motiviert wird der 29-Jährige dabei von seiner Vergangenheit. Nach einem Schienbeinbruch drohte im die Amputation eines Beines. „Mit meiner Geschichte kann mich nichts mehr schockieren. Ich denke ausschließlich positiv und werde stärker zurückkommen als zuvor. Diese Einstellung hilft mir enorm, denn ich bin überzeugt: Die Bedeutung des Kopfes in solch schweren Phasen wird extrem unterschätzt“, so Knipping, der seine Reha wie schon nach seinem Schienbeinbruch 2018 in Kempen absolviert.

Innenverteidiger Tim Knipping.
Innenverteidiger Tim Knipping. © dpa/Robert Michael

Für den bislang optimal verlaufenden Heilungsprozess hat der gebürtige Kasseler selbst einiges getan und seine Ernährung umgestellt: „Ich habe schon immer sehr darauf geachtet, gute und gesunde Lebensmittel zu mir zu nehmen. Nach der Verletzung bin ich aber nochmal akribischer geworden, verzichte weitgehend auf Kohlenhydrate und esse sehr eiweißhaltig.“

Mannschaftsarzt Al-Sadi sieht Knipping auch bald wieder in Dresden: „Tim arbeitet extrem professionell, wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit ihm. Wenn seine Genesung weiterhin so voranschreitet wie bisher, wird er im Laufe des Februars auch wieder verstärkt in Dresden aktiv sein und Schritt für Schritt an das Training auf dem Platz herangeführt werden.“

Das Programm von Vlachodimos fasst der Klub folgendermaßen zusammen: Fahrradfahren, Kreuzheben, Mobility, Krafttraining. Der 30-Jährige, der im September beim Spiel in Darmstadt einen Kreuzbandriss erlitt, hat dabei am ehesten Kontakt zu seinen fitten Teamkollegen, denn er arbeitet in Dynamos Trainingszentrum an seiner Rückkehr auf den Rasen. Unnötige Zusammenkünfte vermeidet der Grieche dennoch. „Eine Coronavirus-Infektion würde mich nicht nur zwei Wochen Quarantäne kosten, sondern um vier, fünf Wochen in meiner Reha zurückwerfen. Das will ich unbedingt verhindern“, sagt der Flügelstürmer.

Flügelstürmer Panagiotis Vlachodimos.
Flügelstürmer Panagiotis Vlachodimos. © dpa/Robert Michael

Vlachodimos' Fortschritte freuen auch Teamarzt Al-Sadi: „In den vergangenen Wochen hat ‚Pana‘ nochmal einen richtigen Sprung nach vorne gemacht. Er ist auf einem sehr guten Weg und muss von unseren Therapeuten regelrecht gebremst werden, damit er nicht zu viel trainiert und wir die Belastung fürs Knie entsprechend dosieren.“

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Wann das Trio der Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schmidt wieder auf dem Rasen helfen kann, will der Verein nicht sagen. Man wolle dem Trio die notwendige Zeit geben und keinen unnötigen Druck durch einen konkreten Rückkehr-Termin aufbauen. „Die Spieler steigen nun langsam in die intensivste Phase der Reha rein, in der die Übungen zunehmend fußballspezifischer werden", sagt Al-Sadi. Er blicke dem Frühjahr und dem Sommer mit großer Zuversicht entgegen.

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