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Bob-WM 2021

Janine Flock: "Altenberg ist besonders"

Im WM-Podcast Dreierbob geht es diesmal um Skeleton. Top-Athletin Janine Flock erklärt, wieso sie Respekt vor Altenberg hat - und was sie sich für ihren Sport wünscht.

Die Österreicherin Janine Flock gehört zur Weltspitze im Skeleton. Wieso die WM-Bahn in Altenberg auch für sie eine Herausforderung ist, erklärt sie im Podcast Dreierbob.
Die Österreicherin Janine Flock gehört zur Weltspitze im Skeleton. Wieso die WM-Bahn in Altenberg auch für sie eine Herausforderung ist, erklärt sie im Podcast Dreierbob. © [M] Caroline Seidel/dpa/SZ

Altenberg/Dresden. Die Bob- und Skeleton-WM in Altenberg ist weitgehend eine rein deutsche Angelegenheit, bislang jedenfalls. Fünf der sechs am ersten Wochenende vergebenen Medaillen haben sich die Bobfahrer um Dominator Francesco Friedrich gesichert. Eine, die das jetzt entscheidend ändern kann, ist Janine Flock.

Als Gesamtweltcupsiegerin tritt die österreichische Skeletonfahrerin in Altenberg an. WM-Silber hat sie schon gewonnen und im Vorjahr WM-Bronze. Fehlt also nur … Flock lächelt in der corona-konformen Videoschalte für den WM-Podcast Dreierbob, der dieses Mal zum Dreierskeleton wird.

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Sie ahnt, was kommt – und schüttelt noch vor Ende der Frage mit dem Kopf. „Der Plan wäre natürlich, definitiv auf die Goldmedaille zu gehen. Allerdings habe ich für diese Woche eine etwas andere Zielsetzung, denn ich habe von allen Topfahrerinnen wahrscheinlich die wenigsten Läufe hier in Altenberg“, erklärt die 31-Jährige.

Zu den WM-Favoritinnen zählt sie sich deshalb ausdrücklich nicht, was außerdem noch am Wetter liegt. „Wir haben jetzt minus elf Grad Eistemperatur im Training gehabt, und das ist eine brutal rutschige Angelegenheit. Trotzdem muss ich das Maximale aus den insgesamt sechs Trainingsläufen herausholen, damit ich mich auf der Bahn wirklich sicher genug fühle“, sagt Flock.

Zwar gehört die Österreicherin zu den erfahrensten Fahrerinnen, ist seit zehn Jahren im Weltcup und hat 2015 schon einmal die Gesamtwertung gewonnen. Aber, darauf haben zuletzt die Bobpiloten wieder hingewiesen: Altenberg ist Altenberg.

Skeleton ist rasant, aber am ungefährlichsten - sagt sie

Die mutmaßlich anspruchsvollste Strecke der Welt fordert auch Flock. Schlüsselstellen und einen eigenen Charakter habe jede Bahn, sagt sie, „aber Altenberg ist besonders, eine sehr technische Bahn“. Hört man ihr zu, scheint sich auf 1,4 Kilometer Länge eine Schlüsselstelle an die andere zu reihen. „Der Start ist flach und sehr lang, die Kurve vier, das Omega, der Kreisel ... Die müssen sitzen, da müssen die Lenkbewegungen wirklich auf den Punkt passen. Dabei muss ich den Schlitten stabil halten, um nicht zu rutschen“, beschreibt Flock.

Dennoch ist Skeleton im Vergleich zu den anderen Kufensportarten noch am ungefährlichsten, wie sie erklärt, „weil bei uns der Schwerpunkt des Schlittens sehr tief ist“. Die Rodler liegen deutlich höher über dem Eis, auch die Kanten der Kufen sind schärfer. Und beim Bob kommt das hohe Eigengewicht der Geräte hinzu. Mut, sagt Flock, benötige man trotzdem, um sich zu überwinden, mit dem Kopf voraus den Eiskanal hinunterzufahren. Brenzlige Situationen gebe es immer wieder, in denen bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h die richtige Reaktion gefordert ist. „Es rauscht ganz ordentlich“, betont sie.

"Es rauscht ganz ordentlich", sagt Janine Flock. Auf dem Skeleton, der kaum mehr als ein Brett mit zwei Kufen ist, erreicht sie in der Bobbahn in Altenberg Spitzengeschwindigkeiten von rund 120 km/h.
"Es rauscht ganz ordentlich", sagt Janine Flock. Auf dem Skeleton, der kaum mehr als ein Brett mit zwei Kufen ist, erreicht sie in der Bobbahn in Altenberg Spitzengeschwindigkeiten von rund 120 km/h. © Tobias Hase/dpa

Eine sichere Linie will Flock deshalb zunächst versuchen in den jeweils zwei WM-Läufen am Donnerstag- und Freitagvormittag. Was Vollgas, wie sie meint, nicht ausschließt. Eine Medaille bleibt ihr Ziel, nur die Farbe wäre ausnahmsweise egal.

Außerdem spricht Flock in dem Podcast über ein Thema, das viele Skeletoni umtreibt: das gefühlte Schattendasein neben den Bob-Wettbewerben bei Weltmeisterschaften. In der Regel finden die Läufe im Skeleton donnerstags und freitags zu Zeiten statt, wo sie kaum jemand wahrnehmen kann. Abgesehen davon, dass das wegen Corona derzeit nicht möglich wäre, "finde ich das schade", sagt sie.

Flock regt an, dass der Weltverband IBSF den Kalender verändern könne. "Ich denke schon, es wäre möglich, uns auch an Wochenenden starten zu lassen. Vielleicht teilt man es auf. Erste Woche Skeleton, zweite Woche Bob." Für potenzielle Zuschauer wäre das sicher wünschenswert. Denn Skeleton, die noch relativ junge olympische Sportart, hat inzwischen auch eine weltweit große Anhängerschaft.

Alle Podcast-Gespräche im Dreierbob werden aufgrund der Corona-Situation über Videoanrufe aufgezeichnet. Die am Gespräch beteiligten Personen sitzen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.

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Mit dem Podcast Dreierbob hat Sächsische.de die WM in Altenberg vor einem Jahr begleitet. Weil wegen Corona die WM erneut im Osterzgebirge stattfindet, geht auch dieses Format bei uns wieder an den Start. Bis zum 15. Februar erscheint täglich eine Folge.

Alles über die WM erfahren Sie auf unserer Themenseite BOB-WM 2021.

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