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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

Kretschmer warnt vor Erdgas-Embargo + VW setzt Produktion länger aus + Weniger Firmen brauchen Corona-Hilfe + Publikumspremiere für E-Bulli

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In Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt betreibt der sächsische Versorger VNG einen Untergrund-Gasspeicher. In der Debatte um ein mögliches Energie-Embargo gegen Russland gewinnen solche Anlagen an Bedeutung.
In Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt betreibt der sächsische Versorger VNG einen Untergrund-Gasspeicher. In der Debatte um ein mögliches Energie-Embargo gegen Russland gewinnen solche Anlagen an Bedeutung. © dpa-Zentralbild

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Guten Morgen,

männliche Kriegsrhetorik bestimmte dieses Jahr den internationalen Frauentag. Mein Kollege Marcus Thielking erinnerte in seinem Kommentar daran, dass nicht nur die Soldaten und Soldatinnen, die in der Ukraine für ihr Land kämpfen, Helden sind, sondern auch die Hunderttausenden Mütter, die mit ihren Kindern fliehen müssen. Sie müssen ihren Kindern Zuversicht und auch ein Lächeln schenken, was unheimliche Kraft kostet.

Da wirken die Gleichstellungsprobleme, über die wir hier in Deutschland debattieren, plötzlich zweitrangig. Dennoch sind sie wichtig. Unser Alltag wird immer mehr von digitalen Lösungen und zunehmend auch Künstlicher Intelligenz bestimmt. Doch nach einer aktuellen Studie des Branchenverbandes Bitkom haben neun von zehn Digitalunternehmen in Deutschland überhaupt keine Frau in der Belegschaft. Im Sinne einer fairen Digitalisierung muss sich das ändern. Und dafür geht Heike Wilson, Software-Unternehmerin aus Dresden, in die Schulen, um Mädchen dafür zu begeistern, das Programmieren Spaß machen kann. Lesen Sie dazu das Porträt von Ines Mallek-Klein.

Bestimmt werden die Wirtschaftsnachrichten in dieser Woche jedoch von den steigenden Energiepreisen, in denen sich die Panik dieser Tage widerspiegelt. Der wegen seiner "Russlandfreundlichkeit" nun häufig gescholtene Ministerpräsident Michael Kretschmer lehnt vehement einen Boykott russischer Energieimporte ab. Auch wenn die lautstarke Forderung nach einem Embargo verständlich ist, denn die Milliardenüberweisungen für Öl und Gas füllen Putins Kriegskasse, würden ein Boykott und die daraus folgenden Sparmaßnahmen vor allem die Wirtschaft treffen. Eine wegen Energiemangel ausgelöste Weltwirtschaftskrise hilft vermutlich nicht, diesen Krieg zu beenden.

Verlieren Sie nicht die Hoffnung und bleiben Sie gesund.

Herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de


+++ Kretschmer warnt vor Energie-Embargo +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lehnt einen Boykott von Gas aus Russland weiter ab. "Die zerstörerische Wirkung dieser extrem hohen, völlig außer Rand und Band geratenen Energiepreise auf die deutsche Volkswirtschaft, auf die europäische Volkswirtschaft, auf uns alle als Verbraucher, die wäre so verheerend, dass man diesen Weg nicht gehen kann", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF. Sächsische Versorger betonen derweil, dass in diesem Winter jeder Gaskunde eine warme Wohnung haben werde. Größer ist die Abhängigkeit von Russland an der Tankstelle. Wegen der stark steigenden Kraftstoffpreise lassen Spediteure ihre Lkw stehen und Busunternehmen müssen Verträge neu aushandeln. Sport- und Freizeitzentren drohen Teilschließungen. In Polen in der Nähe der sächsischen Grenze ist Diesel und Benzin derweil mitunter ausverkauft.

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) macht sich für eine Senkung der Energiesteuern stark, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet. Welche Vorschlähe gegen die hohen Kraftstoffpreise auf dem Tisch liegen, wird hier zusammengefasst. Welche Folgen der Ukraine-Krieg für die Weltwirtschaft insgesamt hat, analysiert saechsische.de.

Angesichts der Debatte um die Versorgungssicherheit spricht sich eine Mehrheit der Sachsens derweil für einen späteren Kohle- und Atomausstieg aus. Das ist das Ergebnis von zwei repräsentativen Umfragen von saechsische.de und den Meinungsforschern von Civey. Bei einer möglichen Beschleunigung der Energiewende ist Sachsen hingegen gespalten. Sachsens Energieminister Wolfram Günther (Grüne) sprach sich am Dienstag nach einem Sonder-Energieministertreffen laut Mitteilung hingegen erneut gegen einen späteren Atom- und Kohleausstieg aus.

+++ Ukraine-Krieg: VW setzt Produktion länger aus +++

Volkswagen stoppt infolge des Ukraine-Krieges auch in dieser und in der nächsten Woche den Bau von Elektroautos in Sachsen. Als Grund wurden Engpässe bei Zulieferern genannt. Schon in der zurückliegenden Woche hatte die Produktion an den Standorten Zwickau und Dresden mehrere Tage geruht. Die Kurzarbeit werde nun bis 18. März fortgesetzt. Porsche nimmt die Produktion in seinem Leipziger Werk in der kommenden Woche wieder auf. Allgemein ist Russland für sächsische Unternehmen als Handelspartner zwar kaum noch relevant. Für die Stadt Dresden war zuletzt aber der Tourismus aus Russland ein millionenschwerer Faktor. Einzelne Firmen, wie das Döbelner Unternehmen Rasoma, sind nun mit gewaltigen Umsatzausfällen konfrontiert. Am Leipziger Flughafen bleiben die Flugzeuge der russischen Volga-Dnepr-Gruppe am Boden, wie die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Insgesamt 161 Firmen mit russischer Beteiligung gibt es nach Recherchen von saechsische.de in Sachsen. Der Frisör-Dienstleister Estel Europe gehört zu jenen 69 Unternehmen, die zu hundert Prozent in russischer Hand sind. Chefin Odette Reiche findet zum Ukraine-Krieg trotzdem deutliche Worte.

+++ Weniger Firmen brauchen Corona-Hilfe +++

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) stellt zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie eine wirtschaftliche Erholung bei den Unternehmen im Freistaat fest. Während im ersten Halbjahr 2021 noch 20.000 Anträge auf Corona-Überbrückungshilfen bei der Förderbank eingingen, waren es im zweiten Halbjahr nur noch 5.000, teilte die SAB am Dienstag mit. In diesem Jahr habe man erst 700 Anträge entgegengenommen. Seit Frühjahr 2020 seien neben den Bestandsprogrammen 30 Corona-Hilfsprogramme mit insgesamt rund 165.000 Bewilligungen durch die SAB bearbeitet worden. 60 Prozent aller Unternehmen in Sachsen seien unterstützt worden. Die Zahl der Antragsteller, denen Subventionsbetrug vorgeworfen wird, ist mit 327 relativ gering. Derzeit werden noch rund 4.000 Antragsteller wegen möglicher Rückforderungen geprüft. Saechsische.de analysiert, was bei den Corona-Hilfen gut und was schlecht gelaufen ist.

+++ Publikumspremiere für E-Bulli +++

Auf diese vollelektrische VW-Modell warten die Fans schon lange - den Bulli mit Batterieantrieb. Am 10. März wird der ID.Buzz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Publikumspremiere wird in der Gläsernen Manufaktur gefeiert. zu Wochenbeginn gab es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das neueste E-Modell aus der ID.Familie - allerdings noch unter bunter Musterfolie versteckt. Bei dem Termin standen jedoch vier Ladesäulen in einer Tiefgarage im Mittelpunkt.


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