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Inflation in Sachsen wieder fast fünf Prozent

Die Verbraucherpreise in Sachsen sind innerhalb eines Monats um fast ein Prozent gestiegen. Das Statistische Landesamt nennt auch den Mindestlohn als Grund.

Von Georg Moeritz
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Gemüse ist in Sachsen mehr als ein Fünftel teurer als vor einem Jahr, auch Obst ist im Schnitt teurer geworden.
Gemüse ist in Sachsen mehr als ein Fünftel teurer als vor einem Jahr, auch Obst ist im Schnitt teurer geworden. © dpa/Moritz Frankenberg

Dresden. Die Inflationsrate ist in Sachsen im Februar erneut gestiegen. Das Statistische Landesamt meldete am Dienstag, ein typischer Warenkorb koste jetzt 4,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für Februar hatten die Statistiker noch 4,8 Prozent Teuerung gemeldet. Im Dezember hatte die Inflationsrate schon bei 5,1 Prozent gelegen - damals spielte allerdings noch ein rechnerischer Effekt eine Rolle: In der zweiten Jahreshälfte 2020 war die Mehrwertsteuer wegen Corona gesenkt, zu Anfang 2021 wieder erhöht worden. Das spielt bei der Berechnung des Jahresvergleichs jetzt keine Rolle mehr.

Die Kamenzer Statistiker melden, dass die Verbraucherpreise in Sachsen von Januar zu Februar um 0,9 Prozent gestiegen sind. Heizöl wurde um 4,7 Prozent teurer, für Kraftstoffe wurden 2,4 Prozent mehr verlangt und für Nahrungsmittel 1,5 Prozent. Die jüngste Erhöhung des Mindestlohns zu Jahresanfang hat sächsische Dienstleister veranlasst, Preise zu erhöhen: Autowerkstätten berechnen demnach jetzt im Schnitt 2,8 Prozent mehr für Reparaturen, bei Gaststätten fanden die Statistiker um 0,7 Prozent höhere Preise und bei Friseuren 0,4 Prozent.

Kleidung etwas billiger als vor einem Jahr

Beim Vergleich zwischen Februar dieses Jahres und Februar vorigen Jahres stellte das Statistische Landesamt sehr starke Preiserhöhungen bei Speisefetten und bei frischem Gemüse fest: Im Schnitt mussten dafür 22 Prozent mehr bezahlt werden als vor einem Jahr. Für Obst, Brot und Brötchen meldeten die Kamenzer Statistiker rund sieben Prozent Jahres-Teuerung. Die Kaltmieten stiegen in Sachsen innerhalb eines Jahres im Schnitt um 1,1 Prozent. Damit sind die tatsächlich gezahlten Mieten gemeint, nicht nur die für neue Mietverträge.

Allein die Energie- und Kraftstoffpreise sind der Berechnung zufolge in einem Jahr insgesamt um fast 18 Prozent gestiegen. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren sie allerdings zeitweise recht niedrig. Ohne Haushaltsenergie und Kraftstoffe berechnet, liegt die Inflationsrate jetzt bei 3,9 Prozent.

Nicht alles ist teurer geworden: Kleidung war laut Erhebung des Statistischen Landsamtes im Februar vier Prozent billiger als vor einem Jahr, die Preise für Schuhe und Schuhzubehör sanken um 3,6 Prozent. Diese Angaben stehen aber in der Tabelle der Statistiker in Klammern, weil sie wegen Corona zeitweise nicht alle Preise wie gewohnt zusammentragen konnten. Doch auch von Januar zu Februar stellten sie sinkende Preise bei Kleidung und Schuhen fest. Etwas billiger geworden sind auch Kommunikationsdienstleistungen.

Für das Landesamt sind etwa 60 Preis-Ermittler in 20 Gemeinden unterwegs. Sie tragen jeden Monat 33.000 Einzelpreise zusammen. Dazu suchen sie 210 Supermärkte und Discounter auf, fünf Warenhäuser, 630 Fachgeschäfte sowie Tankstellen, Kioske und Friseursalons. Sie melden die Daten auch an das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Das meldete für Deutschland insgesamt eine Jahres-Inflationsrate von 5,1 Prozent, also etwas höher als in Sachsen.