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Bautzen: Erste Mieter ziehen in Neubau am Kloster ein

Im Bautzener Villenviertel ist ein Mehrfamilienhaus mit 18 barrierefreien Wohnungen entstanden. Die Nachfrage ist groß, aber ein paar sind noch frei.

Von David Berndt
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Sophia Helfer zieht demnächst mit ihrer Familie in den Neubau im Bautzener Villenviertel ein. Ihr Vermieter Silvio Bjarsch ist auch Bauherr und Investor des Gebäudes.
Sophia Helfer zieht demnächst mit ihrer Familie in den Neubau im Bautzener Villenviertel ein. Ihr Vermieter Silvio Bjarsch ist auch Bauherr und Investor des Gebäudes. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das Babybett steht, und die Küche ist auch schon aufgebaut. In wenigen Tagen wird Sophia Helfer mit ihrer Familie in ihre neue Wohnung in der Bautzener Klosterstraße im sogenannten Villenviertel einziehen. Noch vor Silvester soll es so weit sein. „Wenn man einmal hier wohnt, will man nicht mehr weg“, sagt die schwangere Bautzenerin.

Bisher lebt sie mit ihrem Partner und einer Tochter gegenüber an der Ecke Löhrstraße/Martin-Hoop-Straße. Doch diese Wohnung hat mit drei Zimmern eins weniger als die neue. Sophia Helfer ist eine von vielen neuen Mietern, die aus dem direkten Umfeld hier einziehen, sagt Silvio Bjarsch, der als Geschäftsführer der Bjarsch Massivhaus und Immobilien GmbH Bauherr, Investor und künftiger Vermieter des Hauses Klosterstraße 1 mit 18 Wohnungen ist.

Neue Mieter kommen aus der Nähe und dem Oberland

Diese Menschen würden schon jetzt die gute zentrumsnahe Lage schätzen und hätten sich nun vielleicht für mehr Komfort entschieden. Andere Mieter kämen aus dem Oberland. Es seien Senioren, die dort ihre Häuser verkaufen und in barrierefreie Wohnungen mit nahen Angeboten wie Ärzten, Apotheken, aber auch Kultur und Einkaufsmöglichkeiten ziehen wollen.

Bereits im Sommer hatte Silvio Bjarsch angekündigt, dass der Neubau so etwas wie ein Mehrgenerationenhaus werden könnte. Die jetzige Altersstruktur der Mieter bestätigt das. „Es sind viele junge Menschen, die schon Kinder haben oder demnächst welche bekommen. Daneben gibt es Bewohner mittleren Alters und Senioren. So bringt vielleicht mal eines der Kinder der Oma am Sonnabend die Semmeln mit, während sie am Abend auf die Kinder der Nachbarn aufpassen könnte.“

Doch erstmal müssen alle einziehen. Sophia Helfer hat eine der begehrten Vierraumwohnungen bekommen. Fünf davon gibt es. „Die waren als Erstes weg“, sagt Silvio Bjarsch, obwohl er bislang keine Werbung gemacht habe. Aber so ein Neubau mitten im Wohngebiet fällt auf, und Sophia Helfer war nicht die Einzige, die sich durchgefragt und irgendwann bei ihrem künftigen Vermieter angerufen hat. Derzeit seien noch drei 1,5-Zimmer-Wohnungen frei. Der Rest ist vermietet, zu für einen Neubau ortsüblichen Preisen, sagt Silvio Bjarsch.

Ein Waschmaschinenraum unterm Dach

Er hätte noch mehr Wohnraum schaffen können, habe sich aber entschieden, im Dachgeschoss einen Raum mit insgesamt 18 Anschlüssen für Waschmaschinen einzurichten. Trockner könnten dann jeweils darüber gestellt werden, auch Wäsche könne hier aufgehängt werden. „Die einen Mieter werden das nutzen, andere nicht“, sagt der Bauherr. Ihm sei es wichtig gewesen, dieses Angebot zu machen.

Gleiches dürfte für den abschließbaren Fahrradraum gelten, der noch neben den Hauseingang an der Rückseite gebaut wird. Mindestens 20 Räder sollen hier Platz haben. „Mal sehen, ob stehend oder hängend“, überlegt Silvio Bjarsch. „Vielleicht wird es auch eine Kombination, denn schwere E-Bikes lassen sich kaum hinhängen.“

Ebenfalls auf der Rückseite des Hauses wird es künftig gepflasterte Parkplätze für alle Mieter geben. „Mir wäre ein Garten auch lieber gewesen, aber die Stadt verlangt bei so einem Bauprojekt auch Stellplätze. Sonst gibt es gar keine Baugenehmigung“, fügt Silvio Bjarsch hinzu. Pro Vierraumwohnung seien es zwei Stellplätze, bei einer Dreiraumwohnung eineinhalb.

Der Neubau an der Bautzener Klosterstraße ist fast fertig. Vor allem rund um das Gebäude und an der Fassade in Höhe des Erdgeschosses sind noch ein paar Arbeiten zu erledigen.
Der Neubau an der Bautzener Klosterstraße ist fast fertig. Vor allem rund um das Gebäude und an der Fassade in Höhe des Erdgeschosses sind noch ein paar Arbeiten zu erledigen. © SZ/Uwe Soeder

Die Außenanlagen vor dem Haus sind noch nicht fertig. So werde entlang der Grundstücksgrenze noch eine Sockelmauer sowie ein Zaun errichtet und eine Hecke gepflanzt. Die Mieter im Erdgeschoss hätten hier dann jeweils einen kleinen Vorgarten mit Terrasse.

Alle Wohnungen darüber haben Balkone, eine der beiden im Dachgeschoss stattdessen eine Loggia. Auf die Aussicht ganz oben freut sich Mieterin Sophia Helfer jetzt schon: „Rechts die Türme und links die Berge im Oberland.“ Auch der Fahrstuhl sei für sie als bald zweifache Mutter ein Vorteil. Der funktioniert bereits und ist auch schon vom Tüv abgenommen worden.

Zwar wollte Bauherr Silvio Bjarsch eigentlich etwas schneller fertig sein, aber trotz zwischenzeitlicher Schwierigkeiten mit der Lieferung von Baustoffen liege er gut im Plan. „Die Lieferzeiten sind wieder kalkulierbarer.“ Der Preis für Bauholz sei zwar gestiegen, habe sich mittlerweile aber auf einem Niveau eingepegelt. Die Briefkastenanlage komme immerhin an diesem Donnerstag. Bestellt sei sie seit Monaten.

Problematischer sei der Ausfall von Handwerkern wegen Corona-Quarantänen gewesen. „Eine Firma war teilweise mit nur einem Mitarbeiter auf der Baustelle.“ Aber dank des Stamms von Handwerksfirmen, mit denen er seit Jahren zusammenarbeite, habe es letztlich gut funktioniert.

Das Haus an der Klosterstraße ist eins von etlichen Projekten der Firma Bjarsch. So rettete sie etwa schon eine alte Mühle im Spreetal vor dem Verfall und errichtete neue Wohnhäuser auf dem Gelände einer alten Schuhfabrik an der Thrombergstraße.