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Sachsen

"Der Druck zur Impfung gehört nicht in die Betriebe"

Auskunftspflicht zum Impfstatus auf Arbeit? Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach kritisiert im CoronaCast den Vorstoß von Ministerpräsident Kretschmer.

Markus Schlimbach, Chef des DGB Sachsen, spricht im CoronaCast über den von Ministerpräsident Kretschmer eingebrachten Vorschlag einer Impfauskunft am Arbeitsplatz.
Markus Schlimbach, Chef des DGB Sachsen, spricht im CoronaCast über den von Ministerpräsident Kretschmer eingebrachten Vorschlag einer Impfauskunft am Arbeitsplatz. © [M] dpa/Sächsische.de

Dresden. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen, Markus Schlimbach, kritisiert einen von Ministerpräsident Michael Kretschmer eingebrachten Vorschlag zu einer möglichen Auskunftspflicht am Arbeitsplatz über eine Corona-Impfung. "Wir sehen im Moment, dass der Druck, sich impfen zu lassen, immer mehr auf die betriebliche Ebene verlagert wird", sagt Schlimbach im CoronaCast bei Sächsische.de.

Der DGB-Chef mahnt an, dass Unternehmen, Angestellte, vor allem aber Personal- und Betriebsräte im Fall der Einführung einer solchen Regel die Versäumnisse der Politik ausbaden müssten. "Der Staat, der eine große Aufgabe zur Information und Diskussion mit den Menschen hat, macht sich da einen schmalen Fuß." Die Debatte sei eine gesellschaftliche und keine, die in Betrieben geführt werden sollte, so Schlimbach.

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Ministerpräsident Kretschmer hatte sich diese Woche am Rande eines Besuchs in der italienischen Hauptstadt Rom dafür ausgesprochen, dass Arbeitnehmer bei ihrem Unternehmen ihren Impfstatus nachweisen sollten. Er hatte dabei auf den öffentlichen und sozialen Bereich verwiesen, wo das in Teilen schon Gang und Gäbe sei.

Impfauskunft: DGB spricht von bedenklichem Szenario

Die Aussage hatte Kretschmer im Lichte seines Italienbesuchs wohl auch deshalb getroffen, weil in dem Land ab 15. Oktober genau diese Regel gelten soll. Für den DGB sei das ein bedenkliches Szenario. Schließlich würden Gesundheitsdaten höchsten europäischen Datenschutzstandards unterliegen. Dass etwas Vergleichbares in Deutschland eingeführt werde, hält Schlimbach wegen EU-rechtlicher Hürden und der Vorgaben des Grundgesetzes nicht für vertretbar.

Doch wäre eine Auskunft am Arbeitsplatz nicht eine konsequente Umsetzung der 3G-Regel, so wie sie im privaten Bereich für Restaurantbesuche oder Konzerte inzwischen Standard ist? Einheitliche Regeln für alle Bereiche des Alltags - so schön das auch klingen würde, "es hat gute Gründe, wieso Arbeitgeber nicht über den Gesundheitsstatus von Mitarbeitern Bescheid wissen dürfen", entgegnet Schlimbach. Nur so könne vermieden werden, dass sich wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen vermeidbare Nachteile am Arbeitsplatz ergeben würden.

Außerdem Themen in dieser Folge CoronaCast:

  • Die ab 11. Oktober in Deutschland kostenpflichtig werdenden Coronatests und die Auswirkungen auf die Arbeitswelt.
  • Die aktuell geltenden Regeln zum Coronaschutz am Arbeitsplatz.
  • Die schwierige Balance im Umgang mit Geimpften und Ungeimpften bei der Arbeit.
  • Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Homeoffice während Corona.

Die Podcastfolge hören Sie über den hier eingebetteten Player.

Das Podcast-Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle am Gespräch beteiligten Personen saßen ausreichend weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.

Hier sind ergänzende Links zu Themen, auf die in der Folge Bezug genommen wird:

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