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Das Comeback der Dresdner Corona-Testzentren

Ob Kneipe, Friseur oder Bad: Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht bei hohen Infektionszahlen wieder einen Test. Wo gibt es diese und bleiben sie kostenlos?

Dresden nähert sich der Inzidenz-Stufe, die darüber entscheidet, ob Ungeimpfte und Ungenesene ohne Test noch in die Gaststätte gehen dürfen. Immerhin, noch werden die Schnelltests kostenlos angeboten.
Dresden nähert sich der Inzidenz-Stufe, die darüber entscheidet, ob Ungeimpfte und Ungenesene ohne Test noch in die Gaststätte gehen dürfen. Immerhin, noch werden die Schnelltests kostenlos angeboten. © Sven Ellger

Dresden. Schon am Donnerstag gelten in Sachsen neue Corona-Regeln. Steigt die Wocheninzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 35, müssen sich Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene testen lassen, wenn sie zum Beispiel in eine Gaststätte einkehren oder zum Friseur gehen möchten. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung vor. Doch wo in Dresden kann man sich überhaupt testen lassen? Und sind die Schnelltests noch kostenlos? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wo werden die kostenlosen Bürgertests noch angeboten?

Wer dachte, das Angebot an kostenlosen Coronatests hätte aufgrund der niedrigen Fallzahlen im Sommer abgenommen, der irrt sich. In Dresden bieten aktuell 105 Einrichtungen die sogenannten Bürgertests an. Diese können beliebig oft in Anspruch genommen werden. Inzwischen gibt es in den meisten Stadtteilen mindestens ein Testzentrum - von Weixdorf bis Gittersee und von Cossebaude bis Weißig. Einige Testzentren bieten darüber hinaus auch PCR-Tests an.

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Gerade in den vergangenen Wochen habe die Nachfrage wieder zugenommen, schätzt Ulrike Peter vom Deutschen Roten Kreuz ein. Das DRK betreibt im Haus der Presse ein Testzentrum, das sieben Tage die Woche geöffnet hat. Die Nachfrage ergebe sich unter anderem durch die Teilnahme an größeren Kulturveranstaltungen und Tagungen, auf denen ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden muss.

Die kostenlosen Tests sind nur für Menschen ohne Corona-Symptome gedacht. Wer Symptome spürt, soll sich immer zuerst an seinen Hausarzt wenden.

Wie lange bleiben die Tests noch kostenlos?

Tatsächlich enden die kostenlosen Bürgertests am 10. Oktober. Ab dem darauffolgenden Tag wird nicht mehr der Staat für Pflicht-Schnelltests aufkommen, das müssen Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene dann selbst tun. So haben Bund und Länder beschlossen.

Die Kosten variierten, bevor der Bürgertest im Frühjahr eingeführt wurde. Pro Test waren zwischen 30 und 45 Euro zu zahlen.

Ausnahmen gibt es lediglich für Menschen, die sich nicht impfen lassen können beziehungsweise für die es keine Impfempfehlung gibt. Dazu gehören zum Beispiel unter Zwölf-Jährige sowie Schwangere. Sie bekommen die Schnelltests auch in Zukunft kostenlos.

Aus Sicht von Bund und Ländern hätten die kostenlosen Tests einen wichtigen Beitrag geleistet, um die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland zu unterbrechen und zusätzliche Sicherheit im Alltag zu geben. Das Ende der Aktion begründet das Bundesgesundheitsministerium damit, dass nun allen Menschen ein Impfangebot unterbreitet werden kann.

Werden mit dem Ende der Bürgertests die Testzentren schließen?

"Wir haben noch keine Entscheidung zur Zukunft des Testzentrums im Kulturpalast getroffen", sagt Johanniter-Sprecherin Sophie Koch. Bis in den Oktober hinein werde die Hilfsorganisation wahrscheinlich weiter testen. Was danach passiert, soll im September geklärt werden. Die Johanniter betreiben das Zentrum an der Wilsdruffer Straße. Auch das DRK hat für das Testzentrum im Haus der Presse bisher keine Schließungspläne.

Die Augustus-Apotheke in der Pirnaischen Vorstadt will weitertesten, wenngleich gegen Bares. Allerdings rechnet Geschäftsführer Arnold Hertzsch mit etwas niedrigeren Testpreisen als im Frühjahr. Von 12 bis 15 Euro spricht er. Und sicherlich werde bis Mitte Oktober geklärt sein, wie die Tests für Umgeimpfte abgerechnet werden können, die sich nicht impfen lassen sollten oder dürfen.

Generell hat Hertzsch den Eindruck, dass das Test-Interesse in den vergangenen Wochen kräftig abgenommen hat. Daher habe er auch einen Monat mit den Bürgertests ausgesetzt und erst in der vergangenen Woche wieder damit angefangen. Der Apotheker denkt aber, dass das Interesse nach Ende der Urlaubszeit wieder steigt.

Das Unternehmen "Be.Safe" testet unter anderem im Kurländerpalais und im Kongresszentrum. Geschäftsführer Andreas Bretschneider sagt: "Be.Safe ist bereit, die Testzentren weiterhin zu betreiben, um einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. Jetzt bleiben die Rahmenbedingungen abzuwarten, also wie die neue Corona Verordnung konkret umgesetzt wird."

Prinzipiell wird es für die Testzentren schwieriger, kostendeckend zu arbeiten. Bis jetzt werden sie vom Staat bezahlt. Pro Test bekommen sie 11,50 Euro - acht Euro für den Abstrich und 3,50 Euro für das Testkit. Mit dem Wegfall der kostenlosen Bürgertests wären die Zentren auf zahlende Kundschaft angewiesen. Eine Kundschaft, die aufgrund der fortschreitenden Impfkampagne weniger wird.

Wofür genau brauchen Ungeimpfte und Ungenesene einen Test?

Sollte die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in Dresden über 35 liegen, so müssen Ungeimpfte und Ungenesene einen Testnachweis vorlegen, wenn sie in eine Gaststätte gehen; Veranstaltungen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen besuchen; körpernahe Dienstleistungen wie einen Haarschnitt in Anspruch nehmen; Hallenbäder, Saunen, Diskotheken, Clubs und Bars betreten sowie Sport im Innenbereich treiben.

Auch Hotelgäste müssen einen Testnachweis vorlegen. Nicht anerkannt werden Selbsttests, die man zu Hause durchgeführt hat. Speziell für Großveranstaltungen im Inneren mit sehr vielen Gästen wird sogar ein negatives PCR-Testergebnis gefordert.

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Geimpfte und Genesene müssen ebenfalls nachweisen, dass sie geimpft und genesen sind.

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