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Nächster Dämpfer für Dresdens Weihnachtsmärkte

Politiker beteuern, dass Striezelmarkt und Co. stattfinden sollen. Jetzt wurden neue Details zum Corona-Schutz bekannt, die Veranstalter verzweifeln lassen.

Der Striezelmarkt und andere Weihnachtsmärkte sollen 2020 stattfinden, drohen aber an Corona-Auflagen zu scheitern.
Der Striezelmarkt und andere Weihnachtsmärkte sollen 2020 stattfinden, drohen aber an Corona-Auflagen zu scheitern. © Sven Ellger

Dresden. Am Montag versicherte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der Striezelmarkt werde durchgeführt. Dass er für Besucher auf eine Maskenpflicht besteht, sorgte umgehend für Ärger.

Derzeit bastelt auch die Landesregierung an einer Regelung für Sachsens Weihnachtsmärkte. Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (SPD) plant die Details. Nun verriet sie eines davon - und die Reaktion darauf ist Entsetzen.

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Infektionswert für Weihnachtsmärkte herabsetzen?

"Ich möchte, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden können", versicherte Ministerin Köpping bei einer Veranstaltung des Presseclubs Dresden. Allerdings müsse bei solchen Massenveranstaltungen sehr auf die Gesundheit und den Schutz vor einer Corona-Infektion geachtet werden.

Damit die Märkte stattfinden können, will die Ministerin einen Wert herabsenken. "Weihnachtsmärkte sollen stattfinden, solange der Wert von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen nicht überschritten wird", so die Ministerin.

Aktuell liegt dieser Wert in Dresden weit darunter, bei 3,6. Das ergibt sich aus den 20 festgestellten Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage. Dresden würde den Wert von 20 Infizierten auf 100.000 Einwohner aber ab 113 Neuinfektionen innerhalb einer Woche reißen.

Bisher gilt ein Wert von 35 je 100.000. Wird dieser überschritten, dürfen keine Veranstaltungen ab 1.000 Besuchern stattfinden. Ab einem Wert von 50 kommen weitere Maßnahmen und Vorgaben hinzu. 

"Die Maskenpflicht nimmt die Atmosphäre"

"Die Maskenpflicht machen die Leute nicht mit, weil das einfach die Atmosphäre nimmt", meint Holger Zastrow, der den Weihnachtsmarkt an der Dresdner Hauptstraße vor dem Goldenen Reiter veranstaltet. "Jetzt kommt Frau Köpping mit einem weiteren Dämpfer. Das sorgt für noch mehr Ratlosigkeit."

Er arbeite eng mit anderen Dresdner Veranstaltern zusammen und schreibe derzeit das Hygienekonzept für seinen Markt. "Das kann ich jetzt wegwerfen." Seit fünf Monaten bereite er den Markt vor. "Natürlich laufen die Planungen weiter, aber es wird immer komplizierter", sagt Dresdens FDP-Fraktionschef.

Zastrow denke, einige Politiker wollen in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte. "Sie wollen sie aber nicht verbieten, sondern die Veranstalter sollen die Flinte ins Korn werfen." An seinem Markt hängen aber rund 100 Händler und damit deren Existenzen.

"Diesen Wert herabzusetzen und eine Maskenpflicht zu verhängen, verunsichert die Menschen noch mehr. Das ist unverantwortlich", schimpft Zastrow. 

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Köpping stellte klar, dass dies ihr Vorschlag sei. Das Kabinett müsse dem noch zustimmen. In der Sitzung am Dienstag wurde das Thema aber vertagt.  

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