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Löw wünscht sich Länderspiel in Dresden

Der Bundestrainer holt sich in der Gläsernen Manufaktur ein E-Auto. Danach spricht er über Fußball in Corona-Zeiten und wieso er auf Dynamos Aufstieg hofft.

Zwischenstopp an der Frauenkirche: Bundestrainer Joachim Löw ist am Mittwoch in seinen neuen VW ID.3 durch Dresden gefahren.
Zwischenstopp an der Frauenkirche: Bundestrainer Joachim Löw ist am Mittwoch in seinen neuen VW ID.3 durch Dresden gefahren. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Eine Runde um den Großen Garten, ein Fototermin  an der Frauenkirche und schnell noch mal Aufladen am Pirnaischen Platz: Joachim Löw hat sich am Mittwoch seinen neuen Dienstwagen in Dresden abgeholt: ein ID.3 von Volkswagen. Beim Medientermin in der Gläsernen Manufaktur setzte der Fußball-Bundestrainer als Markenbotschafter selbst per Joystick das erste Fahrzeug dieses Typs in der Vorserienproduktion auf. Vom derzeit noch in der Manufaktur produzierten E-Golf wurden laut Firmenangaben im Vorjahr 1.300 Fahrzeuge in Dresden ausgeliefert, in diesem Jahr bereits 1.700.

Bevor Löw sich mit seinem neuen Auto von Dresden über die A13 auf den Weg nach Berlin machte, seinem zweiten Zuhause neben Freiburg, beantwortete er die Fragen der Journalisten - und die drehten sich natürlich vor allem um den Fußball.

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Herr Löw, wie hat es Ihnen in der Gläsernen Manufaktur gefallen?

Ich bin sehr angetan von der Atmosphäre, es ist eine sehr gute Stimmung unter den Mitarbeitern hier zu spüren. Dresden ist sowieso eine sehr schöne Stadt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Leute freuen, wenn sie hier ihr neues Auto abholen.

Wie war Ihre Probefahrt?

Das Fahrgefühl ist sehr gut. Ich bin so einen ID.3 schon im vorigen Jahr vor dem Pokalfinale mal gefahren und war wirklich begeistert von dem Komfort, der Leichtigkeit. Man hat viel Platz, außerdem ist es sehr leise, das ist auch beruhigend. Und mir gefällt das Design; es ist natürlich ein Golf, aber mit vielen Neuerungen. Mit der E-Mobilität beginnt die Zukunft, umweltschonende Autos sind wichtig.

Werden Sie das Auto auch wirklich selbst fahren?

Ich werde es natürlich auch fahren, wenn ich es brauche.

Die Fotos vom Besuch zum Durchklicken

Foto: dpa/Robert Michael
Foto: dpa/Robert Michael © Robert Michael/dpa
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Die Manufaktur ist nur wenige Meter vom Dresdner Fußball-Stadion entfernt. Würden Sie denn mal mit der Nationalelf zu einem Länderspiel hierher kommen?

Ja, ich würde es mir wünschen. Als ich heute Morgen mit dem Zug angereist und dann am Stadion vorbei hierher gefahren bin, habe ich gedacht: Es wäre schön, hier mal ein Länderspiel zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, wann hier das letzte war, das ist wahrscheinlich einige Jahrzehnte her.

Es war im Oktober 1992, ein 1:1 gegen Mexiko.

Okay, lange her. Das Stadion ist sehr, sehr schön. Die Menschen in der Region sind unheimlich fußballbegeistert, das sieht man an Dynamo. Deshalb werde ich beim DFB nachfragen, was geplant ist für die Zukunft.

Verfolgen Sie als Bundestrainer auch die 3. Liga, in der Dynamo nun wieder spielt?

Natürlich habe ich mich sofort über das Ergebnis Kaiserslautern gegen Dynamo Dresden informiert. Das sind zwei Traditionsvereine. Ich fand es schade, dass Dresden abgestiegen ist. Sie waren am Anfang in Quarantäne, weil einige Spieler infiziert waren, mussten viele Spiele in kurzer Zeit bestreiten. Ich denke, das hat sicher auch dazu beigetragen. Aber Dresden mit seinen Fans, mit dem Stadion und der guten Stimmung, gehört normalerweise in die zweite Liga. Ich würde mich freuen, wenn sie wieder aufsteigen. Das braucht die Gegend hier.

Die Ligen sind gestartet, teilweise wieder mit Zuschauern. Wie beurteilen Sie die Situation?

Die Zuschauer fehlen, klar. Wir alle wünschen uns die Emotionen im Stadion. Jetzt waren bei manchen Spielen ein paar Tausend, man hat gesehen, was auch weniger schon für eine Stimmung erzeugen können. Auf der anderen Seite müssen wir vorsichtig sein, über allem steht die Gesundheit. Dass der FC Bayern am Donnerstag das Super-Cup-Finale gegen Sevilla in Budapest, einem Risikogebiet, vor so vielen Zuschauern spielt, finde ich ganz ehrlich das falsche Signal. Überall heißt es: Abstand halten, vorsichtig sein. Das sollte man durchhalten, so lange, bis die Gefahr gebannt ist.

In gut zwei Wochen spielt die Nationalelf in der Ukraine, auch ein Risikogebiet. Sollte man diese Partie in der Nations League absagen?

Dazu hat es die Abstimmungen zwischen der Uefa und den Verbänden gegeben. Wir müssen in die Ukraine reisen. Natürlich geht man ein bisschen mit einem mulmigen Gefühl dorthin. Auf der anderen Seite werden bei uns alle Maßnahmen so getroffen, dass man davon ausgehen kann, dass wir keinem besonderen Risiko ausgesetzt sind und hoffentlich wieder gesund zurückkommen.

Wie gehen Sie generell in Ihrer Arbeit mit der Corona-Situation um?

Wir müssen uns alle den Regeln anpassen, die Corona-Bedingungen sind allen klar. Wir unterliegen auch einem Sicherheitskonzept, werden getestet. Wir machen mehrere Sitzungen in kleineren Gruppen, kein Besuch von Verwandten oder Freunden im Hotel. Ansonsten die normalen Regeln: Maske tragen, Abstand halten, Hände desinfizieren.

Mit Ilkay Gündogan ist ein Nationalspieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wissen Sie, wie es ihm geht?

Bislang geht es ihm sehr gut, ich hoffe, dass er bald wieder ins Training einsteigen kann.

Dynamos Ultras haben einen Stimmungsverzicht erklärt, weil nicht alle Fans wieder ins Stadion dürfen. Befürchten Sie, dass die Fans die Bindung zum Fußball verlieren könnten, wenn sie weiter nur eingeschränkt oder gar nicht ins Stadion dürfen?

Nein, das glaube ich nicht. Beide Seiten werden extrem froh sein, wenn wieder Normalität einkehrt. Spiele ohne Zuschauer machen auf Dauer keinen Spaß. Die Fans wollen nicht nur vor dem Fernseher sitzen. Es ist etwas anderes, sich im Stadion mit anderen zu freuen, sich zu ärgern, Emotionen zu zeigen. Das ist unersetzlich.

Nach den beiden 1:1 gegen Spanien und die Schweiz geht es in gut zwei Wochen in der Nations League in der Ukraine und dann erneut gegen die Schweiz weiter. Mit welchem sportlichen Anspruch?

Aus sportlicher Sicht war es im September nach langer Pause nicht so einfach, viele Spieler kamen aus dem Urlaub, waren nicht im Wettkampfrhytmus. Im Oktober und November haben wir vier Spiele, drei davon in der Nations League, in denen wollen wir außer der Entwicklung, die ich vorantreiben will in Richtung EM 2021, natürlich auch gute Ergebnisse erzielen. Deshalb gehen wir sie mit dem nötigen Ernst an. Die Mannschaft hat ein gutes Potenzial. Wir können uns auf die nächsten Monate freuen, ich denke, dass wir für die EM dann gut präpariert sind.

Mit Timo Werner von RB Leipzig und Kai Havertz von Bayer Leverkusen sind zwei Nationalspieler zum FC Chelsea in die englische Premier League gewechselt. Werden sie dort eine tragende Rolle spielen?

Das kann ich mir gut vorstellen. Man sollte beiden etwas Zeit geben. Aus Erfahrung weiß man, dass Spieler, die in die Premier League wechseln, erst mal die Unterschiede spüren, was das Tempo und die körperliche Härte betrifft. Dafür werden sie sicherlich etwas Eingewöhnungszeit brauchen, aber beide haben die Klasse, sich dort durchzusetzen.

Und in der Bundesliga: Wer kann die Bayern ärgern?

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Ich glaube, dass die anderen ihre Sinne geschärft haben. Gladbach, Dortmund, vielleicht Leverkusen und die eine oder andere Mannschaft werden sicher alles daran setzen, die Bayern auch mal zu schlagen. Wobei: Sie sind eingespielt, haben große Qualität, einen sehr guten Trainer. Von daher wird es schwierig sein, aber im Fußball ist immer vieles möglich.

Das Gespräch notierte: Sven Geisler.

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