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Dampfer fahren vorerst bis Freitag

Trotz der drohenden Insolvenz soll es für die Dresdner Flotte auch am Wochenende weitergehen. Woran es dafür fehlt.

Der aktuelle Dampferfahrplan gilt bis Freitag. Findet sich keine Lösung für die Flotte, droht dann die Insolvenz.
Der aktuelle Dampferfahrplan gilt bis Freitag. Findet sich keine Lösung für die Flotte, droht dann die Insolvenz. ©  Archiv/Ronald Bonss

Dresden. Im Hintergrund laufen Verhandlungen. Die Zeit drängt. Zwei Tage sind noch übrig, dann muss eine Lösung gefunden worden sein. Ist das nicht der Fall, müssen die Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt weiter mit einer schlimmen Ungewissheit leben. Sie wissen nicht, wie es mit ihrem Unternehmen weitergeht, das Mai-Gehalt gab es schon mal nicht in der vergangenen Woche - und die Traditionsfirma steht vor der Insolvenz.

Das Aus für die Flotte? Niemand will das, Freistaat und Stadt bekräftigten, sie sei unverzichtbar, und trotzdem gab es die vereinbarte Zahlung nicht, die Ende vergangener Woche von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) kommen sollte. Laut dem Sanierungskonzept aus dem vergangenen Jahr war das so festgeschrieben, doch "förderrechtliche Gründe" sprachen laut der SAB dagegen. Genauer äußerte sich die Bank nicht.

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Am Pfingstwochenende startete der Betrieb nach Corona, das Salonschiff Gräfin Cosel und der Dampfer Dresden sind gefahren. Im Moment würden die Fahrten intern ausgewertet, teilte Ulf Mehner mit, der immer dann neben Sprecher Robert Körner eingreift, wenn es heikel wird für die Flotte. Der Fahrplan, den die Dampfschifffahrt vor Pfingsten veröffentlicht hat, gilt bis zum 5. Juni. Also bis zum Freitag.

"Die Schiffe werden am Wochenende fahren", teilte Mehner trotz der Möglichkeit mit, dass die Flotte dann vielleicht nicht mehr zahlungsfähig ist. "Die Sächsische Dampfschiffahrt wird rechtzeitig vor dem Wochenende den Fahrplan bekanntgeben beziehungsweise veröffentlichen." Wer aber jetzt schon für das zweite Juniwochenende planen will, muss sich gedulden.

Unterdessen meldete sich am Dienstag die "Fachgruppe Elbeschiffahrt" zu Wort. Die Organisation gehört zum Landesverein Sächsischer Heimatschutz und wurde 1984 gegründet. Sie hat nach eigenen Angaben wesentlich dazu beigetragen, dass der Dampfer Diesbar vor der Verschrottung gerettet werden konnte. Die Gruppe bittet "alle zuständigen Stellen... , in der aktuellen existenziellen Krise eine schnelle Hilfe zu ermöglichen". Wichtig sei, kurzfristig Mittel bereitzustellen, damit der Fahrbetrieb fortgesetzt werden kann. 

Langfristig hält es die Gruppe für "überlegenswert", sich mit der Idee von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zu beschäftigen. Er hat vorgeschlagen, dass das Unternehmen künftig unter Regie des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) weiterarbeiten könnte. Die Fachgruppe Elbeschiffahrt verweist dabei auf die Vertriebswege des VVO. Mehr Werbung und ein besserer Ticketverkauf seien so möglich, meinen die Verantwortlichen.

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Diejenigen, die direkt mit eigenem Geld an den Schiffen beteiligt sind, warten derzeit noch auf Informationen zur gegenwärtigen Situation. So heißt es aus dem Kreis der Kommanditisten, die sich mit vier- bis sechsstelligen Summen beteiligt haben, als die Schiffe nach der Wende zum Verkauf standen, bisher hätten sie noch nichts von der Geschäftsführung gehört. Im vergangenen Jahr haben diese Eigentümer nach mehreren Alarmmeldungen aus der Geschäftsführung dem Sanierungskonzept zugestimmt. Damit verzichteten sie bis auf Weiteres auf jährliche Gewinnzahlungen aus dem Betrieb Dampfer und Salonschiffe.

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