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Dresden

"Ich bin kein Corona-Raubritter" 

Ein Dresdner Unternehmer hat der Stadt Schutzmasken angeboten. Das wurde als unseriös abgelehnt. Warum der Mann die Welt nicht mehr versteht.

Der Mangel an Schutzmasken ruft wegen des Coronavirus "Raubritter" auf den Plan, auch in Dresden.
Der Mangel an Schutzmasken ruft wegen des Coronavirus "Raubritter" auf den Plan, auch in Dresden. © Symbolfoto: dpa

Dresden. 200.000 Masken für mehr als 900.000 Euro, pro Schutzmaske 4,52 Euro - so lautete das Angebot an die Stadt. Rathaussprecher Kai Schulz sagt, das sei unseriös und spricht von "Raubrittern", die derzeit mit der Cornona-Krise Geld machen wollten.

Der konkrete Vorwurf: Es handle sich um Masken, die in der Ukraine und China produziert werden. Es werde nicht deutlich, aus welchem Material sie bestehen und alles muss im Vorraus bezahlt werden, laut Schulz zu einem sehr hohen Preis. "Solche Angebote trennen wir von den vielen seriösen Hilfsangeboten, die uns erreichen und die wir mit Bedarfsstellen in der ganzen Stadt verknüpfen." In der jetzigen Krise gebe es täglich Angebote, seriöse und unseriöse, betont Schulz.

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Der Dresdner Unternehmer, der die Masken angeboten hat, versteht das nicht wirklich. "Ich habe das Angebot über mein weltweites Netzwerk erhalten", sagt er. Seinen Namen bittet er nicht zu nennen.

Er verdiene daran keinen Cent. "Ich habe es an die Stadtverwaltung weitergeleitet, weil es heißt, es werden Schutzmasken benötigt." Bei den Angeboten handelt es sich um verschiedene Schutzmasken, aber auch Anzüge und mehr, um Viren abzuhalten. 

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Die besagten Masken für 4,52 Euro pro Stück sind sogenannte FFP3-Masken, die 95 Prozent der Viren abhalten. In normalen Zeiten kosten solche Masken, die auch vor Feinstaub schützen, im Baumarkt etwa auch so viel. "Aktuell bezahlen Sie aber in einer Apotheke dafür 15 bis 20 Euro", so der Unternehmer. "Wenn Sie welche bekommen."

Er sei schockiert, als "Raubritter" tituliert worden zu sein. "Ich wollte nur helfen." Laut seinen Aussagen haben Hilfsorganisationen in Chemnitz dieses Angebot angenommen. "Die Menge, die abgenommen wird, ist dabei egal. Die Stadt hätte nicht die kompletten 200.000 Stück kaufen müssen." 

Zudem habe es auch andere Angebote gegeben. Einfachere Masken wären für 37 bis 49 Cent pro Stück zu haben gewesen. "Die Stadtverwaltung hätte auch nur bei mir nachzufragen brauchen, dann hätte ich das erklärt."

Auch die Kritik, die Zertifikate seien nur auf chinesisch oder russisch verfügbar, will er so nicht stehen lassen. "Auf Nachfrage hätte es diese auch in englischer Sprache gegeben." Der Unternehmer betont, dass er aber mit der Abwicklung des Geschäftes nichts zu tun habe. "Es ging nur darum, mögliche Kontakte zu vermitteln. Das ist jetzt als Raubritter dargestellt werde, finde ich unpassend." 

Im Rathaus ändert das erst einmal nichts: Schulz bleibt bei der Ablehung: "Dem betreffenden Unternehmer unterstellen wir gar keine böse Absicht. Aber wir arbeiten nicht mit Partnern, die wir nicht kennen und bei denen dann die komplette Summe vorab bezahlt werden muss."

Woher solle die Stadt wissen, was dann tatsächlich aus China geliefert werde, fragt Schulz. "Ich wette darauf, dass solche Angebote nicht seriös sind." 

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