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Dynamo kritisiert Sachsens geplante Corona-Regeln

Sachsen will 250 Zuschauer im Stadion zulassen. Für Dynamo ist das "schlicht enttäuschend". Der Geschäftsführer moniert fehlende Planungssicherheit.

Von Tino Meyer
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Die Rückkehr der Fans in die Stadien ist das große Thema in diesen Tagen, auch bei Dynamo Dresden. Vermutlich würde der Verein selbst die ungeliebte 2G-Regelung klaglos hinnehmen.
Die Rückkehr der Fans in die Stadien ist das große Thema in diesen Tagen, auch bei Dynamo Dresden. Vermutlich würde der Verein selbst die ungeliebte 2G-Regelung klaglos hinnehmen. © dpa/Robert Michael

Dresden. Vor der Kabinettssitzung der sächsischen Landesregierung, die am Mittwoch die neue Fassung der Corona-Notfall-Verordnung beschließen will, hat sich Dynamo Dresden in der Debatte um das Ende der Geisterspiele zu Wort gemeldet. "Dass der aktuelle Entwurf der Landesregierung Sachsens für uns 250 Zuschauer vorsieht, was nicht einmal einem Prozent der Stadionkapazität entspricht, ist schlicht enttäuschend und nicht nachvollziehbar", sagt Jürgen Wehlend, kaufmännischer Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten.

Tags zuvor gab es bereits massive Kritik der Initiative Teamsport Sachsen, in der sich während der Pandemie neben Dynamo insgesamt 23 weitere sächsische Profivereine zusammengeschlossen haben.

Laut Entwurf der ab Freitag geltenden neuen Verordnung sind bei Sport- wie Kulturveranstaltungen höchstens 250 Zuschauer zugelassen. Die Mini-Kulisse gilt also auch für das 32.000 Zuschauer fassende Rudolf-Harbig-Stadion, wo Dynamo am Freitag im ersten Punktspiel des Jahres auf den Hamburger SV trifft. Zum Vergleich: Bei Messen und bei Demos dürfen künftig wieder jeweils 1.000 Menschen kommen.

"Als mitgliederstärkster Verein der Initiative sind wir natürlich aktiv an den intensiven Bemühungen um praktikable und vor allem sinnvollen Lösungen für die Wiederzulassung von Zuschauern im Stadion beteiligt", erklärt Wehlend.

Die Forderung von Teamsport Sachsen an die Landesregierung: Auslastung von maximal 25 Prozent bei einer Obergrenze von 1.000 (Halle) bzw. 2.000 Zuschauern (im Freien). Und das gerne, wie deren Sprecher Karsten Günther erklärt, "mit 2G-Status, FFP2-Maske am Platz, personalisiertem Ticket und mit Abstand, also mit wesentlich höheren Sicherheitsstandards und einem Bruchteil an Kontakten im Vergleich zu ÖPNV, Gastro, Handel oder Versammlungen." Wichtig sei den Profivereinen vor allem eine Gleichberechtigung mit anderen, vergleichbaren Branchen, heißt es – "auch unter Berücksichtigung unserer initiierten Studien und Konzepte".

Offen ist allerdings, ob auch Dynamo einer 2G-Regelung zustimmt. Bis zuletzt hatte sich der Verein immer eindeutig für 3G ausgesprochen, im November sich aber der Festlegung der Landesregierung beugen müssen.

Auch Wehlend bemängelt fehlende Planungssicherheit - trotz "nahezu zwei Jahren Coronavirus-Pandemie und all den Erfahrungen, die wir auf Grundlage unserer bewährten Hygiene- und Sicherheitskonzepte gesammelt haben". Stattdessen würden wenige Tage vorm ersten Heimspiel nach der Winterpause Zahlen von 250, 500 oder auch 1.000 Zuschauern und mehr durch die Medien geistern. "Andererseits sollen Messen mit bis zu 1.000 Besuchern zugelassen werden. Da entsteht für uns mehr und mehr der Eindruck, dass der Fußball wieder einmal für Symbolpolitik herhalten muss. Entsprechend fühlen wir uns auch – im Stich gelassen", betont Wehlend.

Seit 21. November gilt in Sachsen ein genereller Lockdown im Breiten- und Freizeitsport, zudem müssen die Profivereine im Freistaat ihre Heimspiele ohne Zuschauer austragen. Das soll nun zwar geändert werden, die geplanten Lockerungen gehen den Vereinen aber nicht weit genug.

"Es geht uns auch nicht darum, unter den gegebenen Umständen das Rudolf-Harbig-Stadion komplett auszulasten. Das wäre ein völlig falsches Signal. Aber wir brauchen auch keine willkürlich festgelegten Zahlen, bei denen 250 Zuschauer in einer Kleinsporthalle hingegen 50 Prozent der Gesamtkapazität entsprechen", sagt Wehlend und stellt fest: "Das ist schlicht unverhältnismäßig."