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Bleiben Hartmann und Kreuzer doch bei Dynamo?

Der Verein hat sich offiziell von den beiden Spielern verabschiedet. Aber einer hat schon ein Angebot, wie es für ihn beim Zweitliga-Aufsteiger weitergehen könnte.

Beide trugen schon die Kapitänsbinde bei Dynamo: Marco Hartmann (l.) und Niklas Kreuzer (r).
Beide trugen schon die Kapitänsbinde bei Dynamo: Marco Hartmann (l.) und Niklas Kreuzer (r). ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Der Abschied ist nicht endgültig. Als Dynamo vor einer Woche acht Spieler verabschiedete, hatte sich Ralf Becker ein Hintertürchen offen gelassen. Bei dem einen oder anderen, sagte der Sportgeschäftsführer, werde man in den nächsten Tagen über eine weitere Zusammenarbeit nachdenken, sprich: über einen neuen Vertrag für die 2. Fußball-Bundesliga. Das könnte auch die beiden dienstältesten Spieler betreffen.

Ex-Kapitän Marco Hartmann hat der Verein sogar bereits ein Angebot gemacht. "Bei Dynamo hat man mir gesagt, dass ich vorerst keinen Vertrag bekomme, weil das dem Verein zu unsicher ist, wann ich aus meiner Verletzung zurückkomme", sagte der 33 Jahre alte Defensivspezialist in einem Interview mit dem Internetportal Sportbuzzer, aber: "Mir wurde angeboten, dass ich die Reha weitermachen und mich dann der Mannschaft im Training zeigen kann." Es seien noch ein paar Dinge zu klären, er ist jedoch zuversichtlich: "Ich würde die Chance ergreifen, die mir gegeben werden soll. Das ist der Stand. Wenn ich fit bin, würde ich ins Mannschaftstraining einsteigen. Dann muss ich nachweisen, dass ich noch leistungsfähig bin."

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Derzeit absolviert Hartmann ein Aufbauprogramm, denn im März musste er sich am rechten Knie operieren lassen. Dabei wurde die Bizepssehne am Wadenbeinköpfchen neu fixiert, nachdem der Versuch einer konservativen Behandlung seiner Verletzung zuvor nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatte.

Inzwischen kann er beim Laufen das Tempo stetig steigern und hat keine Probleme. Am Wochenende startete er mit Intervallläufen und will am 14. Juni aller Voraussicht nach mit dem individuellen Training auf dem Platz beginnen. "Das Entscheidende werden dann die Flugbälle, wo ich mit dem hinteren Oberschenkel gegenhalten muss. Da hatte ich in der ersten Rehaphase oft Probleme", sagt er.

Dynamo hat eine Lücke auf der rechten Seite

Bei Niklas Kreuzer liegt die Sache etwas anders. Er könnte auch davon profitieren, dass Dynamo zumindest zu Saisonbeginn auf der Position rechts hinten einen Engpass hat. Robin Becker wird nach seiner Kreuzband-Operation bis zum Saisonstart am Wochenende ab dem 23. Juli noch nicht einsatzfähig sein, zudem fällt mit Ransford-Yeboah Königsdörffer eine Alternative aus. Der 19-Jährige hatte sich im letzten Saisonspiel beim 1:0-Sieg in Wehen Wiesbaden den Außenmeniskus im linken Knie verletzt, und auch die Kapsel ist betroffen. Auch er wurde inzwischen erfolgreich operiert.

Gleich in seinem ersten Spiel nach der Rückkehr zu Dynamo ist Niklas Kreuzer(M.) als Torschütze erfolgreich: Am 14. Februar erzielt er den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 beim 3:1-Sieg gegen den VfB Lübeck und wird von dem Mitspielern gefeiert.
Gleich in seinem ersten Spiel nach der Rückkehr zu Dynamo ist Niklas Kreuzer(M.) als Torschütze erfolgreich: Am 14. Februar erzielt er den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 beim 3:1-Sieg gegen den VfB Lübeck und wird von dem Mitspielern gefeiert. © Foto: dpa/Robert Michael

Kreuzer war erst im Januar zu Dynamo zurückgekehrt, nachdem er nach dem Abstieg 2020 keinen neuen Vertrag erhalten hatte und ein halbes Jahr ohne Verein war. Obwohl er sich mit einem Personal-Trainer fit gehalten hatte und gleich bei seinem ersten Einsatz beim 3:1-Sieg gegen den VfB Lübeck Mitte Februar ein Tor erzielt hatte, konnte er wegen mangelnder Spielpraxis nicht sein volles Leistungsvermögen erreichen. Trotzdem kam er auf zehn Einsätze in der 3. Liga und einen im Sachsenpokal, als er die junge Mannschaft beim 2:0-Erfolg gegen den Bischofswerdaer FV 08 als Kapitän auf den Platz führte.

Zudem verfügt Kreuzer über die Erfahrung von 90 Spielen in der zweiten Liga. Wie die Bild-Zeitung berichtet, wäre er bereit, bei Dynamo zu bleiben. "Ich bin mir sicher, dass ich der Mannschaft in der zweiten Liga mit meiner Erfahrung helfen könnte", sagt der 28-Jährige. Allerdings will er nach seiner Erfahrung vom vorigen Jahr, als er auch andere Angebote abgelehnt hatte, nicht allzu lange warten. "Ich will Planungssicherheit haben, um mich voll auf den Fußball konzentrieren zu können."

Hartmann kam in der abgelaufenen Drittliga-Saison verletzungsbedingt nur achtmal zum Einsatz, stand fünfmal in der Startelf - von den Spielen gewann Dynamo vier, er erzielte zwei Tore. Zuletzt hatte ihn der neue Chefcoach Alexander Schmidt für die Standard-Situationen in die Arbeit des Trainerstabes einbezogen. Es sei auch über eine Weiterbeschäftigung zum Beispiel als Co-Trainer gesprochen worden, das habe er aber "schnell abgelehnt, weil ich nach dem Fußball privat andere Pläne habe. Ich will mal aus Dresden wegreisen, so könnte ich das nur für einen begrenzten Zeitraum machen. Das wäre für beide Seiten nicht sinnvoll", erklärt Hartmann.

Pokalsieg gegen RB Leipzig "der Wahnsinn"

Im Sommer 2013 war er vom Halleschen FC zu Dynamo gekommen, hat nun acht Jahren für die Schwarz-Gelben gespielt, nach jeder Verletzung ein hoffnungsvolles Comeback gegeben. Ein Höhepunkt für ihn war außer den beiden Aufstiegen 2016 und jetzt das DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig. "Das war Wahnsinn", meint Hartmann. Am 20. August 2016 besiegten die Dresdner als Zweitliga-Aufsteiger in einem dramatischen Pokal-Krimi in der ersten Runde den haushohen Favoriten aus der Bundesliga im Elfmeterschießen mit 5:4. Dabei hatten sie zur Pause bereits mit 0:2 hinten gelegen, doch Stefan Kutschke glich mit zwei Treffern aus.

Ein emotionaler Leader auf dem Platz: Mit Marco Hartmann schaffte Dynamo im Herbst eine Trendwende und startete eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage - allerdings verletzte sich der Defensivspezialist am Knie und fiel für den Rest der Saison aus.
Ein emotionaler Leader auf dem Platz: Mit Marco Hartmann schaffte Dynamo im Herbst eine Trendwende und startete eine Serie von acht Spielen ohne Niederlage - allerdings verletzte sich der Defensivspezialist am Knie und fiel für den Rest der Saison aus. ©  dpa/Robert Michael

Der zweite Aufstieg mit Dynamo sei noch emotionaler gewesen. "Ich empfand den Druck in diesem Jahr von außen als größer, die Erwartungen höher, dass es keine Alternative gab", erklärt Hartmann. "Das hing auch mit dem zusammengestellten Kader zusammen. Die Ausgangssituation war schon noch anders. Ansonsten gab es in dieser Saison viel mehr Aufs und Abs, Phasen, in denen es auch mal nicht so lief. Das hat es 2016 nicht gegeben, weil wir da immer vorneweg waren, immer mit Abstand. Da wurden aus zehn Punkten Vorsprung höchstens mal fünf, aber es war immer satter Vorsprung da."

Den Urlaub verbringt Hartmann mit Frau Jule und den Kindern Carlie (vier Jahre) und Mats (ein Jahr) diesmal in Deutschland, sie sind gerade mit dem Wohnmobil in Bayern unterwegs. Ob die Familie auch nach dem Fußball in Dresden bleibt, wollen sie erst entscheiden, wenn sie die Stadt mal einige Zeit aus der Ferne betrachten haben, also nach der geplanten Reise durch die Welt. "Wir fühlen uns superwohl hier. Meine Frau arbeitet auch an einer Schule in Dresden. Es ist eine schöne Stadt, es gibt viele nette Leute hier, wir haben eine gute Zeit", sagt Hartmann. "Ich hoffe, dass wir auf jeden Fall noch ein Jahr da sind."

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