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Wie die Anzeigetafel des Steyer-Stadions doch noch gerettet wird

Eine private Initiative von Sachsens Kultusminister Christian Piwarz wollte die Technik-Ruine beim Umbau des Dresdner Steyer-Stadions erhalten. Der Plan ist gescheitert. Doch es gibt eine andere Lösung.

Von Alexander Hiller
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Diese Anzeigetafel steht seit 1978 im Steyer-Stadion, funktioniert seit 2008 nicht mehr und wird in wenigen Tagen abgerisssen.
Diese Anzeigetafel steht seit 1978 im Steyer-Stadion, funktioniert seit 2008 nicht mehr und wird in wenigen Tagen abgerisssen. © freier Fotograf

Dresden. Dieses Technik-Denkmal ist nicht mehr zu retten. Eine private Initiative von Sachsens Kultusminister Christian Piwarz und dessen Mitstreiter Marcus Zillich zum Erhalt der Anzeigetafel im Steyer-Stadion ist gescheitert. Auf den ersten Blick.

Denn im Rahmen der Modernisierung und Sanierung der Arena – in das Projekt investiert die Stadt knapp 37,5 Millionen Euro – wurde rasch klar: Das 17,2 Meter breite und 8,28 Meter hohe Monstrum passt nicht mehr in die Zeit und auch nicht ins moderne Stadion. Die Position der 1978 fertiggestellten Anzeigetafel befindet sich außerhalb des eigentlich Stadions und würde durch den geplanten Lichtring um die Arena verdeckt werden. Allerdings stellten Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames und Christian Piwarz am Freitagmittag eine Lösung vor, mit der alle Beteiligten zufrieden sind.

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Im Schreibbüro auf der Steintribüne wurden über einen Monitor die Ergebnisse an die Anzeigetafel übermittelt. Dieses Stück kommt jetzt in die Technischen Sammlungen Dresden.
Im Schreibbüro auf der Steintribüne wurden über einen Monitor die Ergebnisse an die Anzeigetafel übermittelt. Dieses Stück kommt jetzt in die Technischen Sammlungen Dresden. © freier Fotograf

Über dem Eingangsbereich des modernisierten Steyer-Runds, das im Herbst 2023 fertiggestellt werden soll, wird der Stadionname mit den markanten 5x7-Leuchtpunkten pro Zeichen über eine LED-Anzeige dargestellt. Natürlich ist die Zeile vielseitig und mehrfarbig anwählbar. Die neuen Leuchtelemente müssen aber nachgebaut werden. „Ganz junge Leute werden sich fragen: Wieso sind da Löcher zwischen den Lichtern“, sagt Peter Lames augenzwinkernd. Die Leuchtzeile wird eine Hommage für alle Anzeigetafel-Nostalgiker sein.

Das ungarische Fabrikat, das noch im Mai abgebaut werden soll, wird noch an einem zweiten Punkt aufbewahrt. „Sie wird sich mit den Bedienungsgeräten aber auch mit Teilen der markanten Pixeldarstellung in den Technischen Sammlungen Dresden wiederfinden“, erklärte Peter Lames. Wie das konkret aussieht, ist noch offen. „Das ist als Unikat ein wunderbares Ausstellungsstück“, ist sich der SPD-Politiker sicher. „Wir bringen so ganz greifbar den Respekt vor der Geschichte dieses Ortes zum Ausdruck. Ich bin den Initiatoren dankbar, dass sie dieses Emotionale, das eben nicht Austauschbare herausgegriffen haben“, sagte der Sportbürgermeister.

Über sogenannte Lochstreifenstanzer wurden Ergebnisse auf den Monitor übertragen.
Über sogenannte Lochstreifenstanzer wurden Ergebnisse auf den Monitor übertragen. © freier Fotograf

Umrüstung hätte eine knappe Million Euro gekostet

„Ein ganz kleines weinendes Auge ist mit dabei, dass wir uns in wenigen Tagen von der bekannten Anzeigetafel verabschieden muss“, sagte Piwarz, der als Präsident des American Football-Verbandes Sachsen die Rettungsmission initiierte. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Stadt bei einem ohnehin sehr kostenintensiven Vorhaben unser Ansinnen berücksichtigt hat“, sagte der 46-Jährige.

Piwarz und Zillich, Abteilungsleiter der DSC-Fußballer, haben grob überschlagen, welche Summe man über private Sponsoren hätte aufbringen müssen, um die Anlage auf LED-Beleuchtung umrüsten zu lassen. „Knapp eine Million Euro“, sagt Piwarz. „Es war sinnvoll, über andere Lösungen nachzudenken. Ich bin deshalb sehr dankbar, dass zwei Anregungen von uns Widerhall gefunden haben“, erklärte der CDU-Politiker, der nach wie vor beim deutschen Footballmeister Dresden Monarchs den Livestream kommentiert. „Wir haben unser Ziel nicht zu 100, aber zu 90 Prozent erreicht.“

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Als Privatmann setzt sich Christian Piwarz für die Erhaltung und Sanierung der Anzeigetafel im Steyer-Stadion ein. Wie viel Geld dafür nötig wird, ist unklar.

Zusatzkosten fallen durch die Halbrettung offenbar nicht an. „Wir haben einen pauschalen Preis für das Stadion. In den ist das integriert“, sagt Lames. Und Piwarz lässt kurz vor seiner Abreise zum nächsten Termin seinen Gefühlen freien Lauf. „Ich freue mich wie Bolle auf das neue Stadion.“

Die nostalgische Beleuchtung im Eingangsbereich des dann modernisierten Steyer-Stadions soll an die alte Anzeigetafel erinnern.
Die nostalgische Beleuchtung im Eingangsbereich des dann modernisierten Steyer-Stadions soll an die alte Anzeigetafel erinnern. © Visualisierung: ARGE Zech Sports GmbH/Phase 10, O+M Architekten GmbH BDA
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