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Warum Leisniger den alten Konsum lieben

Das dort etablierte Geschäft führt außer Getränken auch andere Waren. Den älteren Bewohnern des Sachsenplatzes hilft das – nicht nur durch Corona.

Katrin Thum (links), neue Mitarbeiterin beim Meißner Frucht- und Getränkehandel, und Silke Weiß, die Leiterin der Leisniger Filiale am Sachsenplatz, bieten mehr als Getränke. Das freut vor allem die Älteren, da unnötige und beschwerliche Wege wegfallen.
Katrin Thum (links), neue Mitarbeiterin beim Meißner Frucht- und Getränkehandel, und Silke Weiß, die Leiterin der Leisniger Filiale am Sachsenplatz, bieten mehr als Getränke. Das freut vor allem die Älteren, da unnötige und beschwerliche Wege wegfallen. © Lars Halbauer

Leisnig. Ähnlich wie viele Laubenpieper, die ihre Parzelle während der Corona-Einschränkungen noch mehr als vorher zu schätzen wissen, geht es auch den Anwohnern des Sachsenplatzes. Bei ihnen ist es der ehemalige Konsum am Eingang des Wohngebietes aus Richtung Karl-Liebknecht-Straße.

Der Laden war für die Anwohner über Jahrzehnte der Anlaufpunkt Nummer 1, wenn es um die Versorgung der Familie ging. Doch aus den damals jungen Eltern sind im Laufe von 50 Jahren, so lange gibt es das Wohngebiet jetzt schon, Großeltern geworden. Manche mussten das Autofahren aufgeben. 

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Die neue Rektorin der TU Dresden hat viel vor. Sie denkt global, will die Exzellenz in Forschung und Lehre stärken und die Uni stärker für Ältere öffnen.

Vor allem sie freuen sich, dass es den früheren Konsum noch gibt und dass die Betreiber und Mitarbeiter so flexibel sind. Denn auf alkoholfreie Getränke, Bier und Spirituosen beschränkt sich das Angebot des Meißner Frucht- und Getränkehandels am Standort in Leisnig längst nicht mehr.

Wie Filialleiterin Silke Weiß erklärt, hat die bedarfsgerechte Erweiterung 2018 begonnen, als der Nah & Frisch-Supermarkt in vielleicht 250 Meter Luftlinie geschlossen hat. Immer öfter habe sie die älteren Leute darüber stöhnen hören, dass sie es kaum noch schaffen, die schweren Einkaufstaschen aus der Stadt auf den Sachsenplatz zu schleppen. 

Zwar dürfte der nächste Markt nicht einmal einen Kilometer weit entfernt sein. Doch zurück geht es auf kürzestem Weg immer einen Anstieg hinauf.

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„Deshalb haben unser Geschäftsführer und ich zunächst mit einer Erweiterung um Obst- und Gemüsekonserven begonnen.“, erzählt Silke Weiß. Dann seien auch andere Dinge dazugekommen, an denen Kunden schwer zu schleppen hätten. Als Beispiel nennt sie Salz und Ketchup. 

Aber auch Toilettenpapier und Küchenrollen führt der Getränkehandel jetzt untypischerweise. „Ganz einfach deshalb, weil diese Dinge unhandlich sind“, klärt die Silke Weiß. Im Laufe der Zeit kamen auch noch einige regionale (Direktvermarkter-)Produkte wie Nudeln oder Eier dazu.

Der Kundschaft imponiert dieses Entgegenkommen immer wieder. „Dadurch mussten wir jetzt, in den Corona-Zeiten, auch auf wirklich wenig verzichten“, sagt Anwohnerin Renate Fischer. Sie schätzt den Laden um die Ecke und dort mittlerweile das Backwaren-Angebot der Bäckerei Pötzsch aus Gallschütz – und den Service, den die Filialleiterin den Kunden dazu anbietet. 

Um vor allem den Älteren unnötige Wege abzunehmen, genügt ein Anruf, dann liegen die bestellten Brötchen, Brot und Teilchen zum Wunschtermin zur Abholung bereit. „Besonders Ende der Woche wird das sehr gern angenommen“, sagt Silke Weiß.

Keine Molkereiprodukte

Sie und ihre Kunden wissen gleichwohl, dass es beispielsweise keine Molkereiprodukte geben kann, weil eben die entsprechenden räumlichen und technischen Voraussetzungen wie Kühltruhen fehlen. Um da wenigstens ab und an für einen Ausgleich zu sorgen, hat die Filialleiterin schon vor einiger Zeiten einem mobilen Anbieter kontaktiert, der seitdem den Sachsenplatz anfährt. 

Dass es dort sowie auch im einstigen Konsum etwas teurer ist als bei großen, deutschlandweit agierenden Supermarktketten, das wüssten die meisten Kunden. Nur wenige würden sich beklagen. Es überwiege die Freude über kurze Wege und, dass es das Angebot überhaupt noch gibt.

Das, und da macht sich Silke Weiß nichts vor, hat auch etwas mit ihrer treuen Kundschaft zu tun. „Wirklich viele kommen schon Jahre zu uns. Von Nur-was-vergessen-Einkäufen kämen wir nicht über die Runden“, gibt die Filialleiterin zu. 

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Sie möchte in diesen besonderen Zeit aber auch einmal ein anderes Dankeschön loswerden. „Das gebührt den Fahrern der Lieferfahrzeuge. Ohne sie wären die Regale nämlich leer“, sagt Silke Weiß und ist überzeugt, dass sie mit diesem Dank auch für die Kundschaft spricht.

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