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So viele Dresdner erscheinen nicht zum Impftermin

Das DRK hat ausgerechnet, wie viele Menschen ihren Impftermin einfach sausen lassen. Warum sie das tun und was das für die Impfkampagne in Dresden heißt.

In der Dresdner Messe wird unerlässlich geimpft. Ausgelegt war das Impfzentrum einmal für 1.000 Patienten am Tag. Inzwischen sind es teils über 2.000.
In der Dresdner Messe wird unerlässlich geimpft. Ausgelegt war das Impfzentrum einmal für 1.000 Patienten am Tag. Inzwischen sind es teils über 2.000. © dpa/Sven Hoppe (Symbolbild)

Dresden. Schafft Sachsen die Herdenimmunität, bevor sich eine neue Corona-Welle aufbauen kann? Immer wieder ist zu hören, dass Menschen ihren Termin für die Zweitimpfung einfach sausen lassen, andere verzichten trotz Buchung sogar auf die erste Impfung. Wie ist das in Dresden? Droht auch hier, die Impfkampagne ins Stocken zu geraten?

Wie viele Impftermine wurden im Dresdner Impfzentrum abgesagt?

Das Deutsche Rote Kreuz, das die Impfzentren betreibt, kann keine genauen Zahlen dazu nennen, wie viele Termine abgesagt werden. Denn abgesagte Termine fließen direkt als freie Termine zurück ins Buchungssystem. Allerdings gibt es eine Untersuchungen zu nicht abgesagten Terminen für Zweitimpfungen. "Im Rahmen einer nicht repräsentativen Stichproben-Erhebung im Zeitraum vom 8. bis 20. Juni sind im Impfzentrum Dresden von 17.063 geplanten Zweitimpfterminen 14.922 Zweitimpfungen tatsächlich durchgeführt wurden", so das DRK Sachsen. Damit fanden zwölf Prozent der geplanten Termine nicht statt. An sich ist das kein Problem, sofern die Patienten rechtzeitig absagen. Doch von den verstrichenen Terminen sei lediglich die Hälfte storniert worden. Die restlichen Termine - insgesamt also etwa 1.000 - wurden nicht abgesagt. Wohl gemerkt: Dabei handelt es sich nicht um Termine von einem Monat, sondern aus einem Zeitraum von weniger als zwei Wochen.

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Das Ergebnis: Zwar fließen die Termine ins Buchungssystem zurück. Dies verzögert den Fortschritt der Impfkampagne jedoch immer wieder.

Aus welchen Gründen werden die Termine abgesagt?

Die Gründe für allgemeine Terminabsagen seien vielfältig und würden vom DRK Sachsen nicht dokumentiert, heißt es. Aus Rückmeldungen der Hotline-Mitarbeiter lasse sich aber sagen, dass einige Patienten ein früheres Impfangebot vom Haus- oder Betriebsarzt erhalten und angenommen hätten. "Andere haben aus gesundheitlichen, beruflichen oder privaten Gründen Termine abgesagt, zum Teil auch, um einen anderen Termin neu zu buchen", so das DRK. Generell gilt: Termine lassen sich ausschließlich über die Impf-Hotline absagen. Diese ist - so teilte es das DRK in der vergangenen Woche mit - inzwischen besser erreichbar als es zum Anfang der Impfkampagne der Fall war.

Müssen die Impfdosen entsorgt werden, wenn nicht abgesagt wird?

Wegen abgesagter Termine mussten bisher keine Impfdosen entsorgt werden, betont das DRK. "Impfdosen von nicht wahrgenommen Terminen werden dem Impfprozess wieder zugeführt. So wird der noch nicht aufbereitete Impfstoff gemäß der Vorgaben in der Kühlung für die weitere Verimpfung zum Beispiel am Folgetag aufbewahrt", heißt es aus der Pressestelle. Die Impfstoffaufbereitung erfolge so, so dass alle aufbereiteten Impfdosen noch am gleichen Tag verimpft werden. Was mit den bereits aufbereiteten Dosen der nicht abgesagten Termine passiert, kommentiert das Rote Kreuz nicht.

Gefährdet das den Erfolg der Impfkampagne in Dresden?

Das Dresdner Impfzentrum in der Messe arbeitet weiterhin am Limit. Allein am vergangenen Donnerstag haben dort mehr als 2.200 Menschen eine Impfung erhalten. Am Freitag und Samstag waren es weitere 4.027. Von Impfmüdigkeit zeugen die Zahlen bislang also nicht. Die Zahl der ausgefallenen Termine fällt bis jetzt nicht ins Gewicht. Gleichzeitig breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus auch in Dresden aus. Angaben des Gesundheitsamtes vom Montag zufolge deutet derzeit aber nichts auf einen raschen Anstieg der Corona-Fallzahlen hin.

Seitdem das Zentrum im Januar öffnete, sind in der Messe sowie in den Alten- und Pflegeheimen der Stadt insgesamt 131.836 Menschen geimpft worden. Genau 102.241 (Stand: Samstag) gelten als vollständig immunisiert, sie haben bereits ihre Zweitimpfung erhalten.

Wie viele Impfungen sind für diese Woche geplant?

Laut DRK plant das Dresdner Impfzentrum in dieser Woche, rund 12.000 Impfdosen zu verabreichen. Seit Montag gilt bei der Buchung von Terminen ein neues System. Zwar müssen sich Impfwillige zunächst weiterhin im Impfportal des Freistaates registrieren. Allerdings soll es leichter werden, danach auch einen Termin zu buchen. Denn das DRK wird ab sofort nicht mehr nur dreimal wöchentlich neue Termine freischalten, sondern täglich und fortlaufend, sobald Gewissheit über die bevorstehenden Impfstofflieferungen herrscht.

Standardmäßig werden nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna angeboten. Wer sich ausdrücklich für Astrazeneca entscheidet und mindestens 40 Jahre alt ist, muss dies beim Buchungsprozess aktiv auswählen. Insgesamt soll es in den nächsten Wochen mehr Impfstoff geben, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Wochenende ankündigte.

Wird im Impfzentrum das digitale Impfzertifikat ausgestellt?

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Ja, inzwischen ist das möglich. Seit Ende letzter Woche erhalten alle Geimpften beim Check-out einen Ausdruck mit einem QR-Code. Dieses digitale Impfzertifikat kann jeder einlesen, der sich die App "Covpass" oder die Corona-Warnapp auf sein Smartphone geladen hat. Somit erscheint der Impfnachweis auch auf dem Handy. Wer zum Beispiel große Konzerte besuchen möchte oder ein Museum, in dem Mindestabstände nicht gewahrt werden können, zeigt dort einfach sein Handy vor. Nach wie vor erhält jeder Geimpfte seinen Nachweis auch in sein Impfbuch.

Wer bereits geimpft wurde und sich nachträglich ein digitales Zertifikat ausstellen lassen möchte, kann dies in den meisten Dresdner Apotheken tun.

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