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Zahl der Corona-Risikogebiete in Sachsen steigt

Das Virus verbreitet sich rasant, die Zahl der Neuinfektionen steigt auch im Freistaat. In den betroffenen Landkreisen setzt man auf einheitliche Regeln.

Chemnitz hatte am 19.10.2020 die kritische Marke der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten.
Chemnitz hatte am 19.10.2020 die kritische Marke der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten. © dpa-Zentralbild

Dresden. Der Landkreis Bautzen gilt seit Dienstag als weiteres Risikogebiet im Freistaat. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – ist dort auf über 50 gestiegen. 

Auch der Landkreis Görlitz, die Stadt Chemnitz und der Landkreis Zwickau haben den Grenzwert bereits gerissen. Der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge übersprang am Dienstag ebenfalls den Grenzwert. Dort hatte man zuvor ein besonders stark betroffenes Altenheim aus der Berechnung heraus genommen und sich so heruntergerechnet.

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Der Vogtlandkreis liegt nach Angaben des Landratsamtes bei einem Wert von 50 – allerdings ist die Berechnungsgrundlage nicht aktuell.

Im Erzgebirgskreis hat sich die Lage weiter verschärft. Dort sind Bewohner und Pfleger in zwei Alten- und Pflegeheimen so schwer getroffen, dass die Inzidenz des Kreises weiter einen Rekord im Freistaat darstellt. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Sachsen seit Beginn der Pandemie auf mehr als 10.652 Fälle.

Sachsen will Corona-Einschränkungen vereinheitlichen

In allen sächsischen Risikogebieten wurden die Corona-Maßnahmen verschärft. Bisher entscheiden die Landratsämter und Großstädte eigenständig über schärfere Maßnahmen. Der Freistaat will aber noch in dieser Woche konkrete Vorgaben machen, um die Einschränkungen für Regionen mit steigenden Infektionszahlen zu vereinheitlichen. Darauf hatten sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in der vergangenen Woche mit den Landkreisen und Oberbürgermeistern der Großstädte verständigt.

  • Sachsenweit sind dann ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 innerhalb einer Woche nur noch maximal 25 Personen bei privaten Feiern erlaubt.
  • In der Gastronomie wird es eine Sperrstunde ab 23 Uhr geben.
  • Bei einer Wocheninzidenz über 50 ist die Teilnehmerzahl bei Feiern auf zehn begrenzt, die Sperrstunde beginnt bereits um 22 Uhr.
  • Auch der Verkauf von Alkohol ist dann verboten.

Die neue Corona-Verordnung soll voraussichtlich am Donnerstag beschlossen werden.

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In anderen Regionen Deutschlands haben Corona-Höchststände bereits zu massiven Einschränkungen für Bürger geführt. Im am schlimmsten betroffenen Kreis Berchtesgadener Land darf man die Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas und Restaurants müssen schließen. Zudem kommt bei den europäischen Nachbarn das Thema Grenzkontrollen wieder hoch. In Mecklenburg-Vorpommern kippte ein Gericht die Beherbergungsbeschränkungen für Urlauber. (mit dpa)

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