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So viele Dresdner sind schon geimpft

Zu größeren Geschwindigkeit trägt auch der Impfstoff von Astrazeneca bei. In den vergangenen Tagen haben sich mehr als 8.000 Dresdner damit impfen lassen.

Mehr als 1.000 Menschen werden derzeit jeden Tag in Dresden geimpft. Das klingt viel, noch angesichts der dritten Corona-Welle wird die Impfung für manche zu spät kommen.
Mehr als 1.000 Menschen werden derzeit jeden Tag in Dresden geimpft. Das klingt viel, noch angesichts der dritten Corona-Welle wird die Impfung für manche zu spät kommen. © Christopher Neundorf/dpa (Symbolfoto)

Dresden. In der aktuell dritten Corona-Welle wird die Impfung für viele Menschen zu spät kommen. Die Impfkampagne ist ein Wettlauf gegen die Zeit, den allerdings niemand aufgeben möchte. Im Gegenteil, das Tempo im Dresdner Impfzentrum, bei den mobilen Teams und in den Hausarztpraxen hat in den vergangenen Tagen deutlich angezogen. Das zeigen die neuesten Zahlen.

Wie viele Menschen sind in Dresden schon geimpft?

Bis zum Mittwochabend sind im Dresdner Impfzentrum, in den Alten- und Pflegeheimen der Stadt sowie in den Hausarztpraxen insgesamt 62.509 Menschen einmal geimpft worden, teilt das Sächsische Sozialministerium mit. Das sind gut 13.200 mehr als noch vor einer Woche. Im März lag die Zahl der wöchentlichen Erstimpfungen in Dresden noch zwischen 2.000 und 7.000.

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Ein Grund für den Schub dürfte die Ausweitung der Impfkampagne auf die Arztpraxen sein. In ganz Sachsen haben sich in der vergangenen Woche etwa 1.300 niedergelassene Ärzte beteiligt. Wie viele es in Dresden waren, konnte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf SZ-Anfrage am Donnerstag zunächst nicht sagen. Dasselbe gilt für die Zahl der Menschen, die in der Stadt in ihrer Hausarztpraxis geimpft wurden. Außerdem bietet Sachsen seit der vergangenen Woche den 60- bis 69-Jährigen eine Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff an. Nächste Woche soll der Kreis der Impfberechtigten im Freistaat erneut erweitert werden.

Und wie viele haben schon ihre zweite Impfung erhalten?

Genau 32.213 Menschen haben schon die zweite Spritze erhalten. Sie gelten als vollständig geimpft und sollen nun maximal vor einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf geschützt sein.

Eine Frage, die sich vor allem jene stellen, die bisher einmal mit dem Stoff von Astrazeneca geimpft wurden und jünger als 60 Jahre sind: Was passiert nun mit der zweiten Dosis? Sie erhalten zur Vervollständigung ihres Impfschutzes einen sogenannten mRNA-Impfstoff, wie ihn Biontech/Pfizer und Moderna herstellen. Damit übernehmen die sächsischen Impfzentren die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Da das Astrazeneca-Vakzin für über 60-Jährige weiterhin empfohlen wird, werden die Zweitimpfungen in dieser Altersgruppe ebenfalls mit Astrazeneca durchgeführt.

Laut DRK haben in Dresden bisher 16.197 Menschen den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers erhalten, darunter fünf ein zweites Mal.

Wie wird der Astrazeneca-Impfstoff bei den über 60-Jährigen angenommen?

Letzte Woche hatte Sachsen die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen für die Corona-Schutzimpfungen geöffnet - mit einer Einschränkung: Sie müssen sich für den Stoff von Astrazeneca entscheiden. In Dresden sind am vorigen Donnerstag mehr als 8.500 Termine dafür angeboten worden. Davon fanden bereits 8.400 Impfungen bis zum Mittwochabend statt, so Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Impfungen in Sachsen mit organisiert. "Das Angebot wurde sehr gut angenommen, obwohl die Termine erst am 8. April ins System eingestellt und aufgrund der Kurzfristigkeit nur online buchbar waren."

Aufgrund dieser positiven Resonanz werde das Zusatz-Impfangebot mit Astrazeneca-Impfstoff für Impfwillige ab 60 Jahren im Impfzentrum Dresden verlängert und 200 weitere Termine ins System eingestellt. Insgesamt waren am Donnerstagabend mehr als 1.500 Impftermine in der Messe Dresden buchbar.

Werden immer noch Astrazeneca-Termine nicht wahrgenommen?

Vor einigen Wochen berichtete das DRK, mehrere Patienten hätten den Impfstoff abgelehnt und ihren Termin damit platzen lassen. Hintergrund war, dass sie ursprünglich mit einem anderen Vakzin immunisiert werden sollten. Da dieses kurzfristig nicht mehr verfügbar war, hatte das DRK auf Astrazeneca umgestellt. Nach Berichten über Venenthrombosen machten da viele Menschen nicht mit. Das sei inzwischen nicht mehr der Fall, so das DRK.

Sollten doch einmal gebuchte Termine kurzfristig abgesagt oder nicht wahrgenommen werden, würden diese wieder im Buchungssystem landen. Da der Impfstoff von Astrazeneca nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nach Aufbereitung verimpft werden muss, könne er außerdem gekühlt gelagert werden. "Es bleibt prinzipiell kein Impfstoff liegen", so Kranich.

Welche Auswirkungen hat der Lieferstopp von Johnson & Johnson für Dresden?

Der US-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson hat am Dienstag bekannt gegeben, die Markteinführung seines Impfstoffs in Europa zu verschieben. Grund seien nach Angaben des Konzerns seltene Fälle von Sinusvenenthrombosen, die nach Impfungen aufgetreten sind. Das dürfte dazu führen, dass das Impftempo nicht so anzieht, wie es geplant war. Allerdings müssten keine Termine abgesagt werden, da für diesen Impfstoff bislang keine vergeben wurden, so das Sächsische Sozialministerium.

Gibt es genügend Impfstoff für die Hausarztpraxen?

"Offensichtlich nicht, denn die bestellte Menge an Impfstoff musste mit der Lieferung deutlich quotiert werden", so André Reiche, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Für die kommende Woche sei nur eine sogenannte generische Impfstoffbestellung bei den Apotheken möglich gewesen. Das bedeutet, dass der Arzt eine bestimmte Anzahl von Corona-Impfstoffdosen bestellt, sich den Hersteller aber nicht aussuchen kann. Die Lieferung erfolge je nach Verfügbarkeit. Ab dem 20. April sei dann eine impfstoffspezifische Bestellung und Lieferung avisiert, so Reiche weiter.

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