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Großer Andrang in Dresdner Testzentren

DRK und Johanniter verzeichnen eine höhere Nachfrage nach Covid-19-Tests, die Wartezeiten werden länger. Auch bei Sarrasani kann jetzt getestet werden.

Hier melden sich die Menschen im Testzentrum der Johanniter im Kulturpalast an.
Hier melden sich die Menschen im Testzentrum der Johanniter im Kulturpalast an. © Marion Doering

Dresden. Über Ostern die Familie treffen, in den Ferien mit Termin einkaufen oder zum Friseur gehen, dies hat die Zahl der Coronatests in den vergangenen Tagen in die Höhe schnellen lassen. Denn vieles davon ist nur noch mit negativem Testergebnis möglich. Und innerhalb der Familien will man kein Risiko eingehen, andere zu infizieren.

"Das Aufkommen in unseren drei Testzentren hat merklich zugenommen", sagt Danilo Schulz, Pressesprecher der Johanniter-Unfallhilfe Dresden. Vor allem über Ostern hätten sich deutlich mehr Menschen als zuvor testen lassen. Die Wartezeit habe an diesen Tagen zeitweise über 30 Minuten betragen. Aber die Leute seien trotzdem sehr zufrieden gewesen, dass es an den Feiertagen überhaupt die Testmöglichkeit gab, sagt Schulz.

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In der Woche vom 29. März bis 4. April haben sich allein im Kulturpalast 6.489 Menschen testen lassen, im Johanniter-Zentrum Heidenau, das auch von vielen Dresdnern aus dem Südosten genutzt wird, waren es 3.569. In Hellerau kamen 941 Menschen. Das sind deutlich mehr als noch in der Woche vom 22. bis 28. März. Da verzeichnete der Kulturplast 5.391 Tests, Heidenau 3.284 und Hellerau 841.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet eine erhöhte Nachfrage bei den Tests. Die angebotenen Termine seien innerhalb kürzester Zeit ausgebucht, sagt ein Sprecher. So werden im DRK-Testzentrum im Haus der Presse derzeit zwischen 400 bis 500 vorgebuchte Tests pro Tag und im Testzentrum auf der Klingerstraße zwischen 100 und 200 Tests am Tag durchgeführt. Es kämen auch immer mehr Leute ohne Termin. Um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, bittet das DRK um vorherige Anmeldung unter www.corona-testzentrum-dresden.de

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Und der Trend, dass immer mehr Menschen Gewissheit haben wollen, ob sie sich angesteckt haben, hält an. Allein am Mittwoch wurden im Kulturpalast 1.105 Tests durchgeführt, 919 in Heidenau und 338 in Hellerau.

Klar ist, dass mit der steigenden Zahl von Coronatests auch die Anzahl der positiv Getesteten ansteigt. Im Kulturplast erhielten vom 22. März bis 4. April 55 Personen die Nachricht, mit Corona infiziert zu sein. In Heidenau waren es 43, in Hellerau acht Personen. Das DRK verzeichnet an diesem Mittwoch drei positive Tests. "Die positiv Getesteten sind fast alle Zufallsbefunde, das heißt, die meisten Betroffenen haben keine Symptome", sagt Johanniter-Sprecher Schulz.

Wo kann man sich testen lassen?

Neu sind die Testcentren in der Schauburg, und im Hacker-Pschorr-Lokal auf dem Altmarkt soll ebenfalls bald getestet werden. Auch im Zoo können sich die Dresdner am Wochenende testen lassen. "Um die Testung für unsere Zoobesucher zu erleichtern, wird am Wochenende ein vom Gesundheitsamt zertifiziertes mobiles Testcenter vor dem Zoo zum Einsatz kommen", teilen die Verantwortlichen mit.

Geplant ist, dieses Testangebot vor dem Zoo immer am Wochenende anzubieten, solange die Testpflicht per Verordnung besteht. Das Testcenter wird auf dem Zooparkplatz aufgebaut und kann von allen Besuchern kostenfrei genutzt werden.

Gestartet werden soll an diesem Wochenende und die Öffnungszeiten sind Samstag, Sonntag und Feiertage jeweils von 8.30 bis 16 Uhr. Es ist keine Voranmeldung notwendig. Auf dem Zooparkplatz ist ein extra abgesperrter Bereich für das Testcenter reserviert.

Das Testteam besteht aus medizinisch ausgebildetem Personal der Firma cor*ictu Praxisdienstleistung. Es werden kostenfreie PoC-Schnelltests für jeden Bürger durchgeführt. Das Ergebnis liegt innerhalb von 15 bis 20 Minuten vor. Benötigt werden Gesundheitskarte und Kontaktdaten der Testperson.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Wie die Verantwortlichen mitteilen, nahm am Dienstag auch ein Testcenter am Haupteingang des Elbeparks seine Arbeit auf, der Kaufpark Nickern zog am Mittwoch nach. Geöffnet sind diese von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 19 Uhr. Mit dem kostenfreien Testangebot wird gleichzeitig der für Click & Meet geforderte Nachweis erbracht.

Elbepark und Kaufpark setzen damit auf das Konzept "SicherOffen", das es an insgesamt acht Standorten in Sachsen gibt. Dabei melden sich Nutzer einmalig auf www.sicher-offen.com an und erhalten einen QR-Code, den sie dauerhaft als Zugang zu Geschäften oder Gastronomie nutzen können und der beim Einlass gescannt wird. Auf den Einsatz einer App habe man bewusst verzichtet.

Die große Übersicht über gratis Schnelltest-Möglichkeiten in Dresden finden Sie hier.

Welche Regeln gelten?

Die Beauftragung durch das Gesundheitsamt legitimiert das Testzentrum zur Abrechnung von Sach- und Personalkosten entsprechend der Coronavirus-Testverordnung, so die Stadt. Alle Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland haben die Möglichkeit, sich mindestens einmal wöchentlich kostenfrei mit einem Antigen-Schnelltest auf Corona testen zu lassen. Auch mehrere Tests pro Woche sind möglich.

Lohnt es sich, Räume zur Verfügung zu stellen?

Viele Gastronomen und Veranstalter oder Kinobetreiber stellen ihre Räume für die Testcenter zur Verfügung. Doch verdienen sie damit auch Geld? Die Stadt nennt keine Summen. "Die Abrechnung nehmen die beauftragten Testzentren gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen vor", so die Stadt. Diese sagt: "Die Abrechnung erfolgt über die KV Sachsen. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) erstattet die Kosten." Wie viel die Betreiber tatsächlich bekommen, bleibt offen.

Derzeit entstehen immer neue und mehr Testzentren in Dresden. Viel Geld lässt sich aber nach Aussagen derjenigen, die ihre Räume dafür zur Verfügung stellen, nicht verdienen. "Wir verdienen damit nichts", sagt beispielsweise André Sarrasani. Der Magier und der Dresdner Multi-Unternehmer Wolfgang "Wolle" Förster haben Sarrasanis Testzentrum der Firma Hectas in der Nähe des Elbeparks hergerichtet.

Konkrete Zahlen will Sarrasani nicht nennen. "Wir machen das, weil wir die Kapazitäten haben und Tests wichtig sind." Die Miete, die Sarrasani erhält, reiche, um einen Teil der Nebenkosten wie Müll, Strom und Wasser zu decken.

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