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20.000 Löffel aus Dresden für die Kanzlerin

Die Initiatoren der Aktion "Leere Stühle" bringen am Freitag ihre Forderungen zur Unterstützung des Gastgewerbes von Dresden nach Berlin.

Am vergangenen Freitag haben Gastronomen auf dem Dresdner Neumarkt ein Herz aus leeren Stühlen gestellt.
Am vergangenen Freitag haben Gastronomen auf dem Dresdner Neumarkt ein Herz aus leeren Stühlen gestellt. © Sven Ellger

Dresden. Echtes Tafelsilber kann zurzeit wohl kein Gastronom entbehren. Sollte ein Wirt noch welches im Schrank haben, dann legt er es jetzt lieber auf die hohe Kante, als es abzugeben. Der coronabedingte Shutdown bringt viele Restaurant- und Hotelbetreiber in Existenznot. Doch eine Menge Löffel haben Vertreter der Gastronomie und Hotellerie sowie des Veranstaltungswesens am vergangenen Freitag symbolträchtig auf dem Dresdner Neumarkt in ein großes Fass geworfen. Wieder gingen Bilder von Tausenden leeren Stühlen auf dem Neumarkt durchs Land und bis ins Ausland. Auch die Löffel-Aktion brachte viel Aufmerksamkeit und Schulterschluss.

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Aufgerufen hatte zum wiederholten Mal die Aktion Leere Stühle, eine Initiative, der sich seit April Tausende Betroffene angeschlossen haben. Sie fordert für die Branche Unterstützung von der Politik, um die Krise zu überstehen. Dazu gehört, die Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen im Lokal auch auf Getränke auszuweiten, und nicht nur bis 2021 beizubehalten. "Der Zeitraum ist zu kurz, um damit die Verluste zu refinanzieren", sagt die Sprecherin der Initiative, Kathleen Parma.

Über 20.000 Löffel, die unterdessen bundesweit gesammelt wurden, werden nun am Freitag, 11 Uhr, vor dem Bundeskanzleramt an führende Politiker des Bundes übergeben. Die Initiative Leere Stühle fordert Bund und Länder auf, Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter auch mit Sofortzuschüssen zu unterstützen, die Absenkung der Umsatzsteuer ab Öffnung und für mindestens drei Jahre vorzunehmen, und das Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter auf 90 Prozent zu erhöhen. 

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Die derzeitigen Rahmenbedingungen und strengen Auflagen für die Öffnungen von Gasthäusern werden zu weiteren Finanzlücken führen, so Parma. Sie entstehen durch die erhebliche Reduzierung der Platzkapazitäten und notwendige Neuanschaffungen zur Einhaltung der Hygienevorschriften. "Bei gleichbleibenden Kosten für Mieten, Versicherungen, Leasingraten seien viele Restaurantbesitzer aufgrund einer Umsatzerwartung von nur 50 Prozent im Vergleich zum Normalumsatz überfordert und werfen schon vor Beginn der Öffnung das Handtuch." Betroffen seien rund 220.000 Unternehmen der Gastrobranche mit über 2,4 Millionen Beschäftigten.  

Mit leeren Stühlen gelang es bundesweit, auf die Existenzangst der Sächsischen Gastronomen hinzuweisen. Über 550 Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter beteiligten sich daran und setzten so ein Zeichen, dass die Zeit gekommen ist, von Bund und Regierung besondere Unterstützungspakete zu fordern. 

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