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Kretschmer hält sich auffällig zurück mit Putin-Kritik

Sachsens Ministerpräsident suchte offensiv die Nähe zu Putin und Russland und nutzte das zur Selbstinszenierung. Im Angesicht der Ukraine-Krise bleibt er farblos.

Von Tobias Wolf & Annette Binninger
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Michael Kretschmer im April 2021 in Moskau beim Ortsgespräch mit Wladimir Putin. Nach dem Angriff auf die Ukraine ist von ihm kaum etwas zu hören.
Michael Kretschmer im April 2021 in Moskau beim Ortsgespräch mit Wladimir Putin. Nach dem Angriff auf die Ukraine ist von ihm kaum etwas zu hören. © Pawel Sosnowski/Sächsische Staatskanzlei/dpa

Dresden. Der Vorwurf in Form eines Fotos seiner letzten Moskau-Reise hat Sachsens Ministerpräsidenten bereits vor drei Tagen eingeholt. Da kursiert auf Twitter wieder diese Szene: Michael Kretschmer sitzt auf einem alten Gobelin-Sofa, ganz vorne auf der Kante, es wirkt fast artig, wie er den Hörer eines alten Telefon-Apparats in der Hand hält. Es ist der dokumentierte Moment eines Gesprächs während Kretschmers Moskau-Besuch im April 2021. Am anderen Ende der Leitung: Wladimir Putin.

Anschließende Fragen dazu waren Kretschmer sichtlich unangenehm. Inwieweit er im Gespräch mit Putin die schwelende Krise in der Ukraine angesprochen habe, wollte Kretschmer damals auch auf mehrfache Nachfrage nicht kommentieren. Gern verkündete er jedoch eine herzliche Einladung an den russischen Präsidenten nach Dresden: "Die Menschen im Freistaat Sachsen würden sich auch sehr über seinen Besuch freuen."

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