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Dynamos Trainer bastelt in der Quarantäne am Kader

Die Dresdner sollen bereits Ersatz für für den dauerverletzten Chris Löwe gefunden haben und suchen wohl noch einen offensiven Mittelfeldspieler.

An die eigene Nase fassen muss sich Markus Kauczinski wohl nicht. Er habe sich an alle Auflagen gehalten und sei trotzdem positiv, sagt er.
An die eigene Nase fassen muss sich Markus Kauczinski wohl nicht. Er habe sich an alle Auflagen gehalten und sei trotzdem positiv, sagt er. © Foto: dpa-Zentralbild Pool/Robert Michael

Dresden. Geduld ist in diesen Tagen gefordert bei Dynamo – und das betrifft nicht nur die Langzeitverletzten. Auch das Warten auf die Testergebnisse ist ein Geduldsspiel. Am Sonntag wurde die komplette Mannschaft samt Betreuerteam erneut auf das Covid-19-Virus untersucht, bis zum Abend veröffentlichte der Verein keine Ergebnisse, erwartet werden sie erst am Montag.

In die neue Trainingswoche startet das Team deshalb vorsorglich weiter in Kleinstgruppen, die maximal 45 Minuten lang auf dem Platz verteilt individuell ihre Übungen absolvieren und dann ungeduscht in ihre Autos steigen. Umgezogen wird daheim. Nur wenn es keine neuen Fälle geben sollte, wird das Gesundheitsamt wohl wieder ein Training in Mannschaftsstärke erlauben. Und es müsste nach der Absage des Heimspiels gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht auch der Rückrunden-Start gegen Kaiserslautern verschoben werden.

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Am kommenden Samstag könnte dann Markus Kauczinski wieder an der Seitenlinie stehen, seine Zehn-Tage-Quarantäne nach einem Positiv-Test endet am Freitag. In einem auf der Dynamo-Homepage veröffentlichten Video-Interview erzählt der Trainer von seinem Isolationsalltag und verrät auch, dass es sich bei der „weiteren Person aus dem Mannschaftskreis“, wie es in der Vereinsmitteilung umständlich formuliert war, um einen Spieler handelt, der ebenfalls positiv getestet worden war.

Kauczinski: Ich bin symptomfrei

„Mir geht es gut, ich bin symptomfrei und freue mich über die Genesungswünsche“, erklärt Kauczinski. Bis zu 200 Nachrichten habe er in den vergangenen Tagen erhalten – und Muskelkater derzeit nur vom Sitzen und Liegen. „Manchmal gehe ich auch auf meinen kleinen Balkon zum Schockfrosten.“ Neben Lesen und Filmeschauen hat er nun Zeit, zusammen mit dem Analysten die Zukunft zu planen, sagt er. Gemeint sind wohl vor allem die nächsten Spiele, doch auch beim Kader wird offensichtlich eifrig gebastelt.

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung ist sich Dynamo bereits mit Leroy Kwado von den Würzburger Kickers einig. Es fehle nur noch die Freigabe des Zweitligisten, an den der 24-Jährige noch bis zum Saisonende vertraglich gebunden ist. Es geht also auch um die Ablösesumme. Wobei der Verhandlungspartner bei den Würzburgern mit Sebastian Schuppan ein Ex-Dynamo ist, nach seinem Karriereende fungiert als Sportvorstand. In der vergangenen Saison war Kwado noch Stammspieler, nach dem Aufstieg der Kickers brachte er es allerdings nur auf vier Einsätze, gehörte zuletzt nicht mal mehr zum Kader.

Bei den Dresdnern könnte der Deutsch-Ghanaer die Lücke auf der linken Abwehrseite füllen. Dort droht Chris Löwe die komplette restliche Saison auszufallen. Mit Jonathan Meier hat Dynamo nur noch einen weiteren Linksverteidiger. In die Schlagzeilen geriet Kwado vor etwa einem Jahr, als er von einem Preußen-Münster-Fan rassistisch beleidigt worden war. Der Schiri unterbrach die Partie, bis andere Preußen-Anhänger den Pöbler aus dem Stadion gedrängt hatten.

Kwado könnte nicht der einzige Neuzugang in der bis zum 1. Februar laufenden Winter-Transferperiode bleiben. Auch für Patrick Weihrauch, der nach einer Operation am Sprunggelenk mehrere Monate fehlen wird, ist Dynamo auf der Suche nach Ersatz. „Wir haben einen breiten und starken Kader und auch schon ohne ihn Spiele gewonnen“, erklärt Kauczinski. „Trotzdem machen wir uns Gedanken, ob wir möglicherweise nachjustieren.“ Bei der 0:1-Niederlage gegen Türkgücü München hatte der Trainer komplett auf einen Offensivspieler im zentralen Mittelfeld verzichtet.

Trainer schaut sich die Einheiten auf dem Laptop an

Ohne Blitz-Transfer könnte das auch die Taktik gegen Kaiserslautern sein. Die Vorbereitung muss das Team größtenteils ohne Kauczinski bestreiten. „Ich bin aber im engen Kontakt mit meinen Co-Trainern und bespreche mit ihnen: Wie wollen wir spielen? Worauf müssen wir achten?“, erklärt der 50-Jährige. „Wir arbeiten schon länger zusammen, sind da also versiert.“ Das betrifft auch die Technik. Sollte Dynamo wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können, werden die Einheiten aufgezeichnet, und Kauczinski kann sie sich am heimischen Laptop anschauen. „So kann ich auch entscheiden, wer es verdient hat, in der Startelf zu stehen“, erzählt er.

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