merken
Deutschland & Welt

So wird das Wochenend-Wetter in Sachsen

Wie Hochsommer fühlt sich das Wetter in Sachsen nicht an. Bundesweit fiel im Juli fast 40 Prozent mehr Niederschlag als üblich - unser Newsblog.

Blick ins Dresdner Elbtal: Auch am Wochenende dominieren hier Wolken.
Blick ins Dresdner Elbtal: Auch am Wochenende dominieren hier Wolken. © dpa/Robert Michael

Wetter in Deutschland und Sachsen - das Wichtigste in Kürze:

15.46 Uhr: Juli 2021 in Sachsen zu warm und zu regenreich

Küchenzentrum Dresden
Küchen-Profis aus Leidenschaft
Küchen-Profis aus Leidenschaft

Das Team des Küchenzentrums Dresden vereint Kompetenz, Erfahrung und Dienstleistung – und punktet mit besonderen Highlights.

Der Juli ist in diesem Jahr in Sachsen zu warm und vor allem zu regenreich ausgefallen. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach in seiner Monatsbilanz am Freitag mitteilte, war es mit 125 Liter je Quadratmeter verglichen mit den 69 Litern des langjährigen Mittelwertes viel zu feucht. Im Erzgebirge wurden teilweise sogar mehr als 200 Liter je Quadratmeter gemessen. Die Mitteltemperatur lag mit 18,4 Grad noch gut einen Grad über dem Langzeitschnitt von 17,5 Grad. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge war es mit 4,3 Grad am 21. Juli deutschlandweit am kältesten. Die Sonne schien an rund 200 Stunden. Das Mittel liegt bei 210 Stunden.

Auch bundesweit fiel in diesem Monat mit im Mittel rund 110 Liter pro Quadratmeter mehr Niederschlag als gewöhnlich. Laut DWD sind das knapp 40 Prozent mehr als im Schnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Plus bei fast 25 Prozent. Es war aber auch etwas zu warm und zu wenig sonnig. Der Temperaturdurchschnitt lag im Juli 2021 mit 18,3 Grad um 1,4 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Sommerfeeling kam vor allem in den östlichen Bundesländern auf. Dort zählte man die meisten warmen Tage. Brandenburg schaffte im Flächenmittel zwei bis drei Tage mit Höchstwerten von über 30 Grad. Der Tageshöchstwert aber kommt aus Bayern und wurde am 6. Juli mit 32,8 Grad in Rosenheim gemessen.

Freitag, 30. Juli, 6.56 Uhr: Das Wochenende in Sachsen wird durchwachsen

Trotz vieler Wolken am Himmel bleibt es in Sachsen am Wochenende meist trocken. Der Freitag beginnt zunächst heiter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Am Abend verdichtet sich die Wolkendecke am Himmel jedoch zunehmend. Die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad, im Bergland auf bis zu 26 Grad.

Am Samstag gibt es den DWD-Meteorologen zufolge einen Sonne-Wolken-Mix. Dabei bleibt es trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 24 und 26 Grad. Auch am Sonntag bleibt es überwiegend trocken, jedoch hängt tagsüber erneut eine dichte Wolkendecke über Sachsen. Einzig im Erzgebirge kann es ab dem Nachmittag etwas regnen. Die Temperaturen liegen in der Spitze bei 24 Grad.

20.45 Uhr: Sperrzone in Blessem besteht weiterhin

In dem vom Hochwasser stark betroffenen Erftstadt können einige Bewohner des Stadtteils Blessem auch mehr als zwei Wochen nach der Katastrophe nicht zu ihren Häusern zurück. Das bestätigte Roland Strauß vom Geologischen Dienst NRW bei einer Infoveranstaltung der Stadt am Donnerstagabend. Häuser in der Radmacherstraße in der Nähe der Kiesgrube befinden sich demnach noch im Sperrgebiet - unterteilt in einen komplett gesperrten roten Bereich und einen gelben Bereich, der nur zeitlich begrenzt und mit Genehmigung betreten werden darf. "Anfang nächster Woche können wir vermutlich einen Großteil der Häuser in der gelben Zone in die weiße Zone schieben", sagte Strauß. Die weiße Zone markiert den Bereich außerhalb des Sperrgebiets.

Einige Häuser im roten Bereich sind hingegen nicht mehr zu retten. "Einige mussten abgerissen werden", sagte Strauß. Die Lage in der Zone werde täglich neu bewertet. An der Abbruchkante seien aktuell "keine signifikanten Bodenverformungen" mehr gemessen worden. Viele Anwohner der Radmacherstraße machten ihren Sorgen und ihrem Ärger am Donnerstagabend Luft. "Wer möchte denn da noch wohnen?", fragte ein Mann, dessen Haus in der gelben Zone steht, in Richtung der Bürgermeisterin Carolin Weitzel (CDU). "Da kann man sich doch nicht mehr sicher fühlen. Wollen Sie da wohnen?" Die Bürgerinnen und Bürger äußerten zudem Zweifel an der Sicherheit der Kiesgrube und kritisierten die Kommunikation der Stadt. "Ich telefoniere den ganzen Tag", sagte eine Anwohnerin. "Ich habe keinen direkten Ansprechpartner."

Ein Erdrutsch hatte in Erftstadt-Blessem bei Hochwasserkatastrophe vor zwei Wochen einige Gebäude mitgerissen. Einige betroffene Bewohner konnten in den vergangenen Tagen kurz in ihre Wohnungen. Direkt an der Abrisskante ist das aber noch zu gefährlich.

In Erftstadt-Blessem entstand durch die Folgen des Starkregens ein riesiger Krater.
In Erftstadt-Blessem entstand durch die Folgen des Starkregens ein riesiger Krater. © Rhein-Erft-Kreis

19.19 Uhr: AfD-Antrag für Hochwasser-Sondersitzung findet keine Unterstützung

Die AfD ist mit dem Antrag gescheitert, eine Sondersitzung des Plenums des Bundestages zur Unwetterkatastrophe einberufen zu lassen. Wie aus einem Schreiben an den parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, hervorgeht, fand der Vorschlag bei den übrigen Fraktionen keine Unterstützung. Die Mehrheit des Parlaments sehe für eine Sondersitzung auch deshalb keine Notwendigkeit, da sich bereits die zuständigen Ausschüsse des Bundestages mit dem Thema befasst hätten, heißt es in dem Brief. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, sowie Bundespolizeipräsident Dieter Romann hatten am vergangenen Dienstag im Innenausschuss mehrere Stunden lang Auskunft gegeben.

Für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten tragen die Länder die Verantwortung. Sie können vom Bund jedoch Unterstützung anfordern, etwa durch das THW, die Bundeswehr oder die Bundespolizei. Die Bundesregierung könne sich nicht unter Verweis auf die Länderzuständigkeit "aus der Verantwortung stehlen", sagte AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Es müsse darüber beraten werden, "ob zu einer wirksamen Katastrophenhilfe nicht schnelle Gesetzesänderungen oder sogar eine Verfassungsänderung nötig ist".

Die Abgeordneten sitzen während einer Debatte im Bundestag.
Die Abgeordneten sitzen während einer Debatte im Bundestag. © Michael Kappeler/dpa (Symbolbild)

18.42 Uhr: Polizisten erleben Wut und Versorgungsprobleme im Katastrophengebiet

Die schwierigen Lebensumstände führen in den von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebieten zunehmend auch zu wütenden Reaktionen gegen Helfer und Polizisten. In einem internen Bericht der Direktion Bereitschaftspolizei der Bundespolizei, aus dem "Bild" am Donnerstag zitierte, heißt es, die Versorgung der Bevölkerung werde von den Einsatzkräften in Rheinland-Pfalz als "problematisch bewertet". Viele Betroffene seien stark traumatisiert, die Akzeptanz gegenüber den Einsatzkräften "sinkt stetig".

Das habe nicht nur damit zu tun, dass die Versorgung mit Trinkwasser und Strom in den Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz teilweise noch nicht vollständig wieder gewährleistet sei, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der Deutschen Presse-Agentur. Den Polizisten schlage auch Wut entgegen, wenn sie Menschen, die ihr Hab und Gut retten wollten, am Betreten ihrer einsturzgefährdeten Häuser hindern müssten.

Manche Bewohner zerstörter Ortschaften realisierten wohl erst jetzt, was sie alles verloren haben. "Ich habe Verständnis für die Betroffenen, die in einer sehr schwierigen Situation sind; auch einige Kollegen von uns haben durch das Unwetter alles verloren", sagte Roßkopf. Kein Verständnis habe er jedoch, wenn jemand deshalb Einsatzkräfte "beschimpft oder handgreiflich wird".

Nach Starkregen waren am 14. Juli zahlreiche Ortschaften im Westen Deutschlands überschwemmt worden. Mindestens 181 Menschen starben. Seit dem 15. Juli hat die Bundespolizei in NRW mit Hubschraubern und zahlreichen Einsatzkräften unterstützt. Aktuell setze die Bundespolizei zur Bewältigung der Hochwasserlage noch 21 Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz ein, teilte ein Sprecher mit. In Nordrhein-Westfalen werde derzeit keine Unterstützung geleistet.

14.38 Uhr: Polizei warnt vor kursierenden Falschmeldungen

Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat die Polizei vor kursierenden Falschmeldungen gewarnt. "Aktuell wird in sozialen Medien über angeblich 600 Kinderleichen berichtet", sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gegen solche Fake News wolle er sich stellen. Er rief dazu auf, ausschließlich seriösen Quellen zu vertrauen und sich nicht "am unreflektierten Verbreiten von Meldungen im Internet" zu beteiligen.

Die Zahl der Todesopfer nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz liege weiterhin bei 134, berichtete er. Davon seien bislang 80 identifiziert. Die Zahl der Vermissten sei auf 69 gesunken. Die Zahl der Verletzten nach dem Starkregen vom 14. Juli und den dadurch ausgelösten Sturzfluten gab Stadtfeld mit 766 an.

Entlang der Ufer im Ahrtal komme es nach der Flut derzeit immer wieder zu Munitionsfunden aus dem Zweiten Weltkrieg, die freigespült würden. In solch einem Fall solle man sofort die Polizei informieren, sagte er. (dpa)

Donnerstag, 29. Juli, 7.30 Uhr: Ärzteverband: Situation in Flutgebiet "nach wie vor erschreckend"

Zwei Wochen nach den verheerenden Fluten in Rheinland-Pfalz haben Amtsärzte erhebliche Mängel in der medizinischen Grundversorgung in den Hochwassergebieten kritisiert. Die Situation sei "nach wie vor erschreckend" und in den betroffenen Regionen herrsche Seuchengefahr, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Gesundheit der Bevölkerung in den Katastrophengebieten sei "massiv bedroht, weil die Infrastruktur nicht funktioniert". Unter anderem seien in einigen Orten Krankenhäuser und Praxen zerstört worden. Teichert, die bis 2012 das Gesundheitsamt im flutbetroffenen Landkreis Ahrweiler leitete, erklärte, dass viele Menschen ohne dringend benötigte Medikamente auskommen müssten. Das sei besonders für Menschen mit Krankheiten wie Diabetes oder Herzleiden ein großes Problem, hieß es in dem Zeitungsbericht. Nun sei es wichtig, mobile Arzteinheiten zu organisieren und in die Orte zu bringen.

19.15 Uhr: So wird das Wetter in Sachsen in den kommenden Tagen

Nach einem eher durchwachsenen Mittwoch in Sachsen klingen die vereinzelten Schauer in der Nacht zum Donnerstag ab. Der Donnerstag beginnt sonnig, die Temperaturen liegen bei 22 bis 24 Grad. Nach den Unwettern in den vergangenen Wochen bleibt das Wetter in den nächsten Tagen vergleichsweise ruhig. Auch am Freitag und Samstag liegen die Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad bei geringer Schauerneigung.

Jogger sind am Morgen auf dem an den Elbwiesen am Blauen Wunder in Dresden unterwegs.
Jogger sind am Morgen auf dem an den Elbwiesen am Blauen Wunder in Dresden unterwegs. © dpa-Zentralbild

Mittwoch, 28. Juli, 15.50 Uhr: Alle Stadtteile von Erftstadt wieder an Stromnetz angeschlossen

Im stark vom Hochwasser betroffenen Erftstadt sind alle Ortsteile wieder an das Stromnetz angeschlossen. Das teilte der nordrhein-westfälische Rhein-Erft-Kreis am Mittwochnachmittag mit. Allerdings haben die Bürgerinnen und Bürger dadurch nicht automatisch wieder Strom: Die Hausanschlüsse seien größtenteils noch nicht wieder aufgeschaltet und müssten zunächst von Fachfirmen kontrolliert werden. Erftstadt war durch Flut und Hochwasser vor zwei Wochen teilweise massiv verwüstet worden.

Unwetter in Deutschland: Das geschah am Dienstag

20.20 Uhr: Blitzschlag setzt Einfamilienhaus in Brand

Durch einen Blitzschlag ist das Dach eines Einfamilienhauses im zu Grünbach im Vogtland gehörenden Muldenberg in Brand geraten. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei in Zwickau am Dienstag mitteilte. Eine 45-jährige Bewohnerin, die zu jenem Zeitpunkt am Montagnachmittag allein zu Hause war, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und das Haus verlassen. Die Feuerwehr konnte löschen. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 50.000 Euro.

17.47 Uhr: Allianz erwartet über 500 Millionen Euro Schäden durch Tief "Bernd"

Der Versicherer Allianz rechnet wegen der Hochwasserkatastrophe in Deutschland bei seinen Kunden mit Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro. Bisher seien zu dem Unwetter "Bernd" rund 13.000 Schadenmeldungen eingegangen, teilte die Allianz Deutschland am Dienstag in Unterföhring mit. "Wir rechnen aber damit, dass sich diese Zahlen in den nächsten Tagen noch deutlich erhöhen werden", erklärte Schadenvorstand Jochen Haug.

Derzeit geht der Versicherer nach eigenen Angaben von mehr als 30.000 Sachschäden und mehr als 5.000 Fahrzeugschäden aus. Das erwartete Schadensvolumen von über 500 Millionen Euro umfasst nur die Schäden in Deutschland. Zudem ist noch nicht berücksichtigt, dass die Allianz einen Teil ihrer Risiken bei anderen Gesellschaften rückversichert hat.

Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr. Helfer sind Tag und Nacht damit beschäftigt die Straßen in den weitgehend zerstörten Orten wieder befahrbar zu machen.
Ein völlig zerstörtes Haus am Ortseingang von Altenahr. Helfer sind Tag und Nacht damit beschäftigt die Straßen in den weitgehend zerstörten Orten wieder befahrbar zu machen. © dpa

14.42 Uhr: Immer wieder lokal Überschwemmungen möglich

Nach schweren Unwettern in Teilen Deutschlands bleibt es auch in den kommenden Tagen lokal gewittrig. In der Nacht zum Mittwoch verbreiten sich von Westen und Südwesten nach Nordosten einzelne Gewitter mit Starkregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. In Bayern sei teils auch mehrstündiger Starkregen mit bis zu 35 Litern Niederschlag pro Quadratmeter möglich. Überschwemmungen und extreme Sturzfluten sind nach Angaben des bayerischen Hochwasserdienstes nicht ausgeschlossen.

Leicht unbeständig ist es laut DWD am Mittwoch in Deutschland. "Auch wenn die Tiefs nun nach und nach die feucht-warmen Luftmassen aus Deutschland verdrängt haben, muss vor allem in der Nordwesthälfte mit Schauern und Gewittern gerechnet werden", hieß es. In den kommenden Tagen erwarten die Meteorologen "typisches mitteleuropäisches Sommerwetter". Dabei bleibt es im Westen und Norden leicht unbeständig und kühler, während im Süden und Osten sommerliche Temperaturen erwartet werden, wie der DWD mitteilte.

6.41 Uhr: Schauer und Gewitter bei Temperaturen bis zu 28 Grad in Sachsen

Lokale Schauer bei Temperaturen von fast 30 Grad bestimmen die kommenden Tage in Sachsen. Bereits am Dienstag komme es zu einzelnen Schauern, jedoch mit nur geringem Gewitterrisiko, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstagmorgen mit. Die Temperaturen liegen bei bis zu 29 Grad, im Bergland bei bis zu 26 Grad. Am Mittwoch und Donnerstag kann es den DWD-Meteorologen zufolge zu gewittrigen Schauern bei Temperaturen bis zu 28 Grad kommen. Im Bergland kann es gewittrige Schauer bei bis zu 25 Grad geben.

Dienstag, 6.30 Uhr: Erneut viele Unwetter-Einsätze in Deutschland

Teils heftige Gewitter und Starkregenfälle haben in manchen Teilen Deutschlands bis in den Montagabend erneut für zahlreiche Unwetter-Einsätze gesorgt. Im Landkreis Görlitz etwa musste die Feuerwehr wegen vollgelaufenen Kellern ausrücken, auch im Görlitzer Hornbach-Baumarkt brach das Wasser ein. Zwischen Königshain und Liebstein wurde ein Baum entwurzelt und fiel auf die Straße. Mehr zum Unwettergeschehen im Kreis Görlitz

Auch in Bayern musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg ausrücken, um Keller auszupumpen. Im oberbayerischen Rosenheim waren mehr als 1.000 Kräfte im Einsatz, etwa um Wasser aus einem übervollen Bach abzupumpen. Im baden-württembergischen Rastatt fiel ein Baum bei einem Gewitter um und verletzte vier Menschen - darunter einen schwer. In Lügde in Nordrhein-Westfalen sorgte ein starker Gewitterschauer für Überschwemmungen in mehreren Straßen. Im Leitstellenbereich Kiel meldete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze im Laufe des Abends. Etliche Keller waren nach starken Regenfällen vollgelaufen.

Auf der Autobahn 19 Berlin-Rostock wurden an der Mecklenburgischen Seenplatte nach Angaben der Polizei sieben Menschen leicht verletzt, weil ein Auto beim Überholen wohl durch plötzlich einsetzenden Starkregen ins Schleudern geraten war.

26.07.2021, Bayern, Eine dicke Schicht mit Hagelkörnern liegt auf dem Randstreifen der Autobahn 8 in Irschenberg/Bayern.
26.07.2021, Bayern, Eine dicke Schicht mit Hagelkörnern liegt auf dem Randstreifen der Autobahn 8 in Irschenberg/Bayern. © dpa/Jutta Steinhoff

20.16 Uhr: Polen schickt Hochwasserhilfe

Polen hilft bei den Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Man habe ein Feuerwehrteam mit 70 Geräten zum Trocknen von beschädigten Gebäuden nach Deutschland entsandt, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Montag bei Twitter mit. Damit werde ein Hilfsversprechen erfüllt, das er Bundeskanzlerin Angela Merkel gegeben habe, fügte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hinzu. Der Konvoi sollte noch am Abend aufbrechen. Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren in der vorvergangenen Woche mindestens 179 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende werden noch immer vermisst.

19.07 Uhr ARD-Spendenaktion sammelt 57 Millionen Euro für Hochwasser-Opfer

Mit der Spendenaktion "Wir halten zusammen" hat die ARD nach eigenen Angaben bisher mehr als 57 Millionen Euro für die Hochwasser-Opfer gesammelt. Allein 211.200 Euro seien mit der Versteigerung eines Bildes von Udo Lindenberg erzielt worden, teilte der öffentlich-rechtliche Rundfunkverbund am Montag in Köln mit. Der Künstler habe das Bild mit dem Titel "Wir sitzen alle in einem Boot" gemalt und für die Spendenaktion zur Verfügung gestellt.

"Ich freue mich über dieses mega Versteigerungsergebnis", sagte Lindenberg (75) laut ARD-Mitteilung. "Find's toll, Teil dieser großartigen Hilfsaktion gewesen zu sein - und weiter geht's, liebe Leute, wir müssen hier langfristig solidarisch am Start bleiben - und sofort mit einer konsequenten neuen Klimapolitik beginnen."

Am Freitag hatte die ARD einen Benefiz-Tag veranstaltet. Dabei wurden Spenden gesammelt für die Opfer der Flutkatastrophe, die in der Woche davor vor allem Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz getroffen hatte. Gemeinsam mit der "Aktion Deutschland hilft - Bündnis deutscher Hilfsaktionen" riefen ARD-Radios, die Dritten Fernsehprogramme und Das Erste zu Spenden auf. Die Aktion läuft weiter.

18.38 Uhr: Überschwemmungen in Bayern - Feuerwehr muss Keller auspumpen

Heftige Gewitter mit Starkregen haben am frühen Montagabend im Allgäu in Bayern für Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu) ausrücken, um Keller auszupumpen. Der Umfang der Überflutungen war zunächst noch nicht absehbar. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region vor Unwetter gewarnt. Es wurde vor schwerem Starkregen mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit sowie Hagel und Sturm gewarnt.

16.30 Uhr: Hier gelten Unwetterwarnungen des DWD

Die Unwetterfront in Sachsen hat sich weiter in Richtung Norden verlagert. In folgenden Kreisen im Freistaat warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) derzeit vor starkem Gewitter mit Starkregen:

  • Nordsachsen
  • Stadt und Kreis Leipzig
  • Mittelsachsen
  • Zwickau
  • Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
  • Dresden
  • Bautzen
  • Görlitz

Es besteht die Gefahr von Blitzschlag. Örtlich können Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, schreiben die Meteorologen.

16.20 Uhr: Bäume entwurzelt: Tiergarten in Aue-Bad Schlema geschlossen

Nach einem Unwetter mit heftigem Wind und starkem Regen ist am Montag der Tiergarten in Aue-Bad Schlema vorzeitig geschlossen worden. "Das war kurz aber heftig. Es wurden mehrere Bäume entwurzelt und das Wasser kam aus den Gullys heraus", sagte Leiterin Bärbel Schroller. Niemand sei verletzt worden. "Die Tiere haben wir in die Tierhäuser gebracht und die Besucher haben das Gelände rechtzeitig verlassen", betonte sie.

Am Montag war ein starkes Gewitter mit Starkregen über Aue gezogen, mehrere Keller liefen voll.

16.14 Uhr: Lewentz: Zahl der Vermisstenfälle im Ahrtal auf 74 reduziert

Die Zahl der Vermissten nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal konnte inzwischen von 149 auf 74 Fälle reduziert werden. Gelungen sei dies nach Untersuchungen der Polizei teils in Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Bundesländern und in Nachbarstaaten, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Von den noch vermissten Menschen hätten 59 ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, 15 seien in anderen Bundesländern gemeldet. 16 haben laut Lewentz eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Unmittelbar nach den verheerenden Unwettern von Mitte Juli habe sich die Zahl von Hinweisen und Anfragen nach gesuchten Personen auf 5824 belaufen. Die Zahl der Todesopfer blieb mit 132 weiter konstant. 68 Personen seien inzwischen eindeutig identifiziert worden, sagte Lewentz. Die Identifizierung der Toten sei teils eine große Herausforderung, da sie nicht mit bloßer Inaugenscheinnahme möglich sei. In vielen Fällen seien ein Zahn- und ein DNA-Abgleich notwendig. "Wir werden weiter alles dafür tun, dass wir diese Identitäten zweifelsfrei klären können", sagte Lewentz. Die Staatsanwaltschaften werden dann die Leichname freigeben, damit dann eine Bestattung erfolgen könne.

Hochwasserschäden in der Gemeinde Insul im Ahrtal am 22. Juli.
Hochwasserschäden in der Gemeinde Insul im Ahrtal am 22. Juli. © Thomas Frey/dpa

14.44 Uhr: Nach Hochwasser: Munition und Waffen bei Aufräumarbeiten gefunden

Bei den Aufräumarbeiten im schwer vom Hochwasser betroffenen Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen hat ein Helfer mehrere tausend Schuss Munition in einem vollgelaufenen Keller gefunden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, fand der freiwillige Helfer beim Leerpumpen des Kellers am Freitag zudem Übungshandgranaten und meldete das der Bundespolizei. Ein Entschärfer des Landeskriminalamtes habe sich anschließend um die Fundstücke gekümmert.

Der Hausbesitzer habe den Beamten freiwillig weitere Waffen übergeben: unter anderem zwei Gewehre, eine Pistole, ein Säbel und ein Bajonett. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet. Bereits am Freitag hatte die Polizei Köln mitgeteilt, dass bei Aufräumarbeiten im Kreis Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis immer wieder teilweise geladene Waffen gefunden werden. "Eltern werden dringend gebeten, Kinder auf die Gefahren hinzuweisen", schrieb die Polizei auf ihrer Facebook-Seite. Wer Waffen oder Munition finde, solle umgehende den Notruf wählen.

14.19 Uhr: DWD warnt vor Unwettern im Erzgebirge und Vogtland

Sachsen erlebt einen sommerlichen Start in die neue Woche bei Temperaturen zwischen 27 und 30 Grad. Ab dem Nachmittag und Abend sind jedoch erneut örtlich begrenzte Unwetter mit Starkregen und Hagel möglich. Die Schwerpunkte liegen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) über dem Vogtland, dem Erzgebirge sowie der Oberlausitz. Aktuell gelten Warnungen der Stufe Rot vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel im Vogtlandkreis und im Erzgebirge. Auch im Kreis Zwickau, der Stadt Chemnitz und Mittelsachsen gelten Unwetterwarnungen. In der Nacht zum Dienstag sollen Gewitter sowie Schauer abklingen.

13.17 Uhr: Hochwasserschutzanlage in Grimma mutwillig beschädigt

Die Hochwasserschutzanlage in Grimma in Sachsen ist von unbekannten Tätern schwer beschädigt worden. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, ist unter anderem ein größeres Fluttor betroffen. Eisenteile, die für die Bedienung nötig seien, seien verbogen worden. Nun lasse sich das Tor nicht mehr schließen. Weil jede Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied sei, sei die ganze Anlage nicht funktionsfähig, erklärte der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Käme ein Hochwasser, wäre die Stadt "völlig schutzlos".

Die komplexe Hochwasserschutzanlage war erst 2019 nach elf Jahren Bauzeit fertiggestellt worden. Die Kosten wurden damals auf 57 Millionen Euro beziffert. In das zwei Kilometer lange Schutzbauwerk sind 78 Tore unterschiedlicher Größe eingebaut, die innerhalb von zwei Stunden geschlossen werden können. Mit der Mauer soll Grimma im Landkreis Leipzig einem Hochwasser wie 2013 standhalten.

12.03 Uhr: Kräftige Unwetter in einigen Regionen - Gebiete im Westen verschont

Während die Menschen in den Katastrophengebieten im Westen Deutschlands verschont blieben, gab es in anderen Regionen des Landes kräftige Unwetter. In Berlin, Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Oberbayern wurden von Sonntagabend an bei Starkregen zahlreiche Keller überschwemmt und Straßen überflutet. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben. Während eines Starkregens im sächsischen Weißwasser starb ein 67-Jähriger (siehe Beitrag 6.18 Uhr) . Im oberbayerischen Eglfing wurde ein Jäger tot in einem Wald gefunden. Der 57-Jährige saß am Sonntagnachmittag auf einem Hochsitz, als dieser nach bisherigen Erkenntnissen von einer Windböe umgerissen wurde.

Die Berliner Feuerwehr rückte am Abend zu rund 250 wetterbedingten Einsätzen aus. Neben vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen liefen auch Tunnel voll und Bäume stürzten um. Auch im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) gab es mehrere wetterbedingte Einsätze. Kräftige Gewitter mit heftigen Windböen sorgten für eine Reihe von Schäden in der Region Schwarz (Mecklenburgische Seenplatte). Außerdem gab es eine Bahn-Streckensperrung bei Güstrow.

In Schlehdorf im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen seien in einer Stunde etwa 43 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen, hieß es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Im Landkreis Weilheim gab es der Feuerwehr zufolge 87 unwetterbedingte Einsätze, im Landkreis Bad Tölz 18 und im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 35. In Huglfing wurde ein Kirchturm abgedeckt und in Habach fiel ein Baum auf ein Auto. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Auch zum Wochenstart soll es wieder heftig gewittern in Bayern.

25.07.2021, Bayern, Penzberg: Ein Auto fährt durch das stehende Wasser auf einer Straße im Ort und schiebt eine Bugwelle vor sich her. In Teilen Bayerns gab es am Sonntag heftige Unwetter.
25.07.2021, Bayern, Penzberg: Ein Auto fährt durch das stehende Wasser auf einer Straße im Ort und schiebt eine Bugwelle vor sich her. In Teilen Bayerns gab es am Sonntag heftige Unwetter. © vifogra/dpa

11.01 Uhr: Lindholz für Bund-Länder-Führungsgruppe im Katastrophenschutz

Die Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Andrea Lindholz (CSU) hat sich für die Bildung einer Bund-Länder-Führungsgruppe für die Bewältigung großer Katastrophen ausgesprochen. Bei den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe sich gezeigt, dass der Katastrophenschutz in den Führungsstrukturen "noch immer nicht ganz optimal" funktioniere, sagte Lindholz am Montag im ZDF-"Morgenmagazin" vor einer Sondersitzung des Innenausschusses.

Bei den Unwettern habe es eine funktionierende Wetter-Meldekette gegeben. Man müsse aber der Frage auf den Grund gehen: "Warum hat man das im Prinzip am Ende vor Ort so unterschätzt und was müssen wir da in Zukunft besser machen? Also ich bin schon lange der Meinung - auch aus der Pandemieerfahrung heraus, dass wir hier eine bessere Bund-Länder-Führung brauchen." Es müsse jemand "von weiter oben drauf schauen", wenn es solche starken Unwetter gebe. Der Innenausschuss will am Montag über mögliche Versäumnisse der Behörden sprechen und beraten, ob der Bund künftig mehr für den Katastrophenschutz tun sollte.

10.50 Uhr: Weiter Unwettergefahr in Berlin und Brandenburg

Nach den Unwettern und Feuerwehr-Dauereinsätzen am Wochenende kann es auch in den kommenden Tagen in Berlin und Brandenburg immer wieder zu Schauern und Gewittern kommen. Bereits nach einem gebietsweise neblig-trüben Tagesbeginn ziehen stellenweise Schauer über die Länder, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mit. Im Laufe des Tages könne es dann bei Temperaturen bis 28 Grad immer häufiger zu Schauern, Gewittern und örtlichem Unwetter kommen. Dabei seien Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

8.15 Uhr: Berliner Feuerwehr im wetterbedingten Ausnahmezustand

Wegen heftiger Unwetter mit Starkregen hat die Berliner Feuerwehr am Sonntagabend einen Ausnahmezustand gemeldet. Insgesamt sei es zu 250 Einsätzen gekommen, bei denen neun Freiwillige Feuerwehren unterstützten, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Montagmorgen mit. Nicht die Schwere, sondern die Masse der Einsätze zwischen 18 und 23 Uhr habe Schwierigkeiten bereitet. In den meisten Fällen mussten voll gelaufene Keller und überschwemmte Straßen von den Wassermengen befreit werden. Vereinzelt sei die Feuerwehr auch zur Räumung umgestürzter Bäume gerufen worden. Trotz der Vielzahl der Vorfälle sei niemand verletzt worden.

Bei einem größeren Einsatz im Berliner Ortsteil Frohnau lief eine Baugrube mit Abwasser und Regenwasser voll. Die nahe gelegene Kanalisation sei mit den Wassermassen überfordert gewesen, wodurch die Überschwemmung eines anliegenden Grundstückes sowie das Kippen eines abgesackten Baggers drohten. 14 Helfer der Feuerwehr konnten den Wasserspiegel in der Grube mit Hilfe von Pumpen senken, so dass Schlimmeres verhindert wurde. Nach 23 Uhr konnte der Ausnahmezustand aufgehoben werden.

Nach einem starken Regenschauer quillt Wasser aus der Kanalisation auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte.
Nach einem starken Regenschauer quillt Wasser aus der Kanalisation auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. © dpa/Jörg Carstensen

7.33 Uhr: Baum stürzt auf drei Boote - ein Mensch verletzt

Am Schwielochsee im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald) ist ein Baum auf drei Boote gestürzt. Dabei wurde ein Mensch verletzt. Es sei zunächst unklar gewesen, wie viele Personen sich auf den beschädigten Booten befanden, die nahe am Ufer lagen, teilte die Feuerwehr am Montagmorgen mit. Eine verletzte Person wurde von Einsatzkräften in ein Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Menschen seien zunächst vermisst, jedoch außerhalb der Boote unverletzt gefunden worden. Durch den starken Regen sowie den Wind sei die Lage vor Ort zunächst unübersichtlich gewesen.

Montag, 6.18 Uhr: Toter nach Unwetter in der Lausitz

Heftige Unwetter sind am Sonntag über Sachsen gezogen. Besonders stark betroffen war davon Weißwasser im Landkreis Görlitz. Dort musste die Feuerwehr wegen vollgelaufener Keller und überschwemmten Straßen zu Dutzenden Einsätzen ausrücken, ein Mensch kam ums Leben. Der Eigentümer eines Bungalows in einer Gartensparte hatte am Abend versucht, seinen Keller auszupumpen. Bei dem Versuch, sein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen, erlitt er aber einen Stromschlag. Für den 67-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war das Gebiet der nördlichen Oberlausitz von Unwettern mit Starkregen betroffen. In Weißwasser etwa waren etwa 40 Liter je Quadratmeter niedergegangen. Die Rettungsleitstelle der Feuerwehr zählte mehr als 80 Einsätze bis nach Mitternacht.

In einer Gartensparte in Weißwasser ist ein Mann ums Leben gekommen
In einer Gartensparte in Weißwasser ist ein Mann ums Leben gekommen © LausitzNews/Jens Kaczmarek

15.55 Uhr: Staatsanwaltschaft untersucht Flutopfer aus Behinderten-Einrichtung

Im Fall der zwölf ums Leben gekommenen Flutopfer aus einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Sinzig (Rheinland-Pfalz) untersucht die Staatsanwaltschaft Koblenz die Todesumstände. "Es wird derzeit geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt und bejahendenfalls, wem ein solches zur Last gelegt werden kann", sagte ein Justizsprecher am Sonntag. Obduktionen kämen danach nur dann in Betracht, wenn es Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe oder andere Auffälligkeiten festgestellt würden.

Laut der Lebenshilfe war das Wasser innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses der Einrichtung gestiegen. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des Wohnheims zu bringen. Als er die nächsten holen wollte, sei es zu spät gewesen.

14.00 Uhr: Deutsche Hochwassergebiete von Unwettern verschont

Rund eineinhalb Wochen nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands haben die Menschen in der Region am Wochenende etwas aufatmen können. Neue Unwetter und Überschwemmungen, die befürchtet worden waren, blieben aus. Nach einigen Schauern am Samstagnachmittag sei es in der Nacht in den betroffenen Gebieten weitgehend trocken geblieben, sagte am Sonntag eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Politiker machen sich unterdessen Gedanken um das Warnsystem in Deutschland: Wie lässt sich verhindern, dass Unwetter so schwerwiegende Folgen haben? Bei der Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen starben mindestens 179 Menschen, Dutzende werden noch immer vermisst.

Mit Sorge hatten die Menschen - vor allem in einigen Orten in Rheinland-Pfalz - auf die Wettervorhersagen für das Wochenende geblickt. In mehreren Orten bekamen die Anwohner das Angebot, mit Shuttlebussen in eine Notunterkunft gebracht zu werden. Doch neue Unwetter blieben aus. "Aus polizeilicher Sicht gab es keine Besonderheiten", sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Auch in NRW waren dem Lagezentrum keine herausragenden Unwettereinsätze bekannt, wie eine Sprecherin des Innenministeriums mitteilte.

Sonntag, 8.28 Uhr: Wieder Überschwemmungen in Belgien

In Belgien sind bei erneuten Unwettern zahlreiche Autos weggeschwemmt und Menschen in Sicherheit gebracht worden. In der Stadt Dinant blockierten die vom Wasser mitgerissenen Fahrzeuge einen Bahnübergang, wie die Nachrichtenagentur Belga am Samstagabend unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel berichtete. Der Bahnverkehr sei wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt gewesen. In der Stadt Namur in der gleichnamigen Provinz seien wegen des Wetters Häuser evakuiert worden. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich von Aachen. "Es ist eine Katastrophe", zitiert Belga die Feuerwehr.

Es gebe zahlreiche Anrufe, man wisse nicht, wo einem der Kopf stehe, heißt es weiter. Auf Bildern in einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTBF ist zu sehen, wie sich Straßenzüge in reißende Flüsse verwandelt haben und Trümmer umherliegen.

Neben Namur und Dinant seien noch weitere Städte und Dörfer betroffen, berichtete Belga. Unter anderem wurde von Erdrutschen in Wallonisch-Brabant südlich von Brüssel berichtet. In der Provinz Antwerpen im Norden des Landes habe es wetterbedingte Einsätze der Feuerwehr gegeben. Es sei Wasser in Häuser geströmt zudem habe ein Blitz ein Haus getroffen. Über Tote oder Verletzte wurde bis in die Nacht zunächst nichts bekannt.

16.30 Uhr: DWD warnt vor weiteren Unwettern in Bayern

Im Zuge einer Unwetterfront sind am Samstag in einigen Teilen Bayerns Gewitter aufgetreten und Regenschauer niedergegangen. Größere Einsätze waren der Polizei zunächst nicht bekannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor weiteren unwetterartigen Gewittern mit Starkregen - insbesondere in der Nacht zu Sonntag.

Der Schwerpunkt soll demnach an den Alpen und dem südlichen Alpenvorland liegen. Aufgrund starker Regenfälle könne es örtlich zu Überschwemmungen kommen, hieß es. An einigen Flüssen sei ein Erreichen der Meldestufen nicht auszuschließen, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern am Samstag mit. Dort seien auch extreme Sturzfluten möglich.

Laut DWD sollen sich dann am Sonntag Wolken und kurze sonnige Abschnitte abwechseln. Im Tagesverlauf seien vermehrt Schauer und Gewitter zu erwarten. In Alpennähe drohten neuerliche örtliche Unwetter. In der Nacht zum Montag sollen die Unwetter dann aber erst einmal nachlassen.

13.56 Uhr: Wetterdienst meldet wieder Schauer und Gewitter

Das Tief Dirk bringt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder Schauer und Gewitter nach Deutschland. Mit einer südwestlichen Grundströmung kommt den Meteorologen zufolge feuchtwarme Subtropikluft. Am Samstag sei mit teils kräftigen Schauern und Gewittern von Westfalen und Nordhessen bis nach Südniedersachsen hinein und an den Alpen zu rechnen, später auch im Südwesten. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit könne es regional auch zu Platzregen mit lokaler Überschwemmungsgefahr kommen. In einigen Regionen könnten größerer Hagel und Sturmböen oder schwere Sturmböen hinzukommen.

In der Nacht zum Sonntag erwartet der Wetterdienst im Süden, Norden und Osten ausgreifende schauerartige, teils gewittrige Niederschläge. Lokal gebe es weiter Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Im Westen, später auch im Südwesten lasse die Schauer- und Gewittertätigkeit allmählich nach. Auch in den nächsten Tagen bleibt das Tief Dirk laut DWD erhalten. Mindestens bis einschließlich Mittwoch sei mit einem unbeständigen, zu Schauern und Gewittern neigenden Wetter zu rechnen. Während der Osten den Angaben zufolge weiter überwiegend in der sehr warmen Subtropikluft liegt und so Temperaturen in der Spitze bis beziehungsweise um 30 Grad möglich sind, werden der Westen und Südwesten von etwas kühlerer Atlantikluft geflutet.

Das aktuelle Tief ist laut DWD nicht mit dem Tief Bernd zu vergleichen, das in Teilen Deutschlands zu einer Hochwasser-Katastrophe geführt hatte. Während das Tief Bernd sehr ortsfest gewesen sei und regional viel Regen gebracht habe, sorge das aktuelle Tief in Wellen für einigermaßen rasch ziehende Schauer und Gewitter. Entsprechend sind den Meteorologen zufolge zwar lokal hohe Regenmengen zwischen 20 und 40, teils auch bis zu 60 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Danach sei bis zur nächsten Schauer- und Gewitterwelle aber eine Zeit lang Ruhe.

11.36 Uhr: Bevölkerung in Hochwasserregion wird vor Unwetter gewarnt

In der Hochwasserregion in Rheinland-Pfalz hat der Katastrophenschutz für die Bürger wegen der vorhergesagten Unwetter eine Notunterkunft eingerichtet. Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird dazu in möglicherweise betroffenen Orten informiert. "Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den Sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt", sagte ein Sprecher am Samstagmorgen.

Demnach besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind. Der Katastrophenschutz biete allen Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffenen Orte bei Bedarf eine Unterbringung an, hieß es. In Leimersdorf in der Verbandsgemeinde Grafschaft werde von diesem Samstag an ab 10.00 Uhr durchgängig eine Notunterkunft betrieben, die auch in den nächsten Tagen zur Verfügung stehe. Es würden Shuttle-Busse eingesetzt.

Im Laufe des Tages kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Region zu lokal eng begrenzten Unwettern mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Die Regenmenge solle aber meist unterhalb der Warnschwelle bleiben. Wo genau die Unwetter stattfinden, ist laut DWD zunächst nicht zu sagen

11.00 Uhr: Polizei bittet Helfer, nicht mehr in Katastrophengebiet zu reisen

Das Polizeipräsidium Koblenz und der Krisenstab appellieren an Helferinnen und Helfer, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. "Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen. Durch die Vielzahl an Helferinnen und Helfer, die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst", hieß es in einer Pressemitteilung vom Samstag. Insbesondere die Bundesstraße 257 aus Richtung Kreuz Meckenheim sei völlig überlastet.

Große Baumaschinen, die beispielsweise zum Straßen- und Brückenbau, sowie zum Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet benötigt werden, können den Angaben zufolge ihren Einsatzort nicht erreichen und stehen im Stau. Ebenfalls kämen die Fahrzeuge, die zum Abtransport von Müll und Bauschutt eingesetzt werden sollten, sowie Einsatz- und Rettungsfahrzeuge nicht durch. Der Shuttlebusbetrieb nähe Haribo sei komplett eingestellt worden. Andere Shuttlebusse stehen laut Polizei im Stau. Es seien bereits mehrere Tausend Helferinnen und Helfer in die Gebiete gebracht.

"Bitte reisen Sie nicht mehr ins Katastrophengebiet an", teilte die Polizei mit. Die Hilfe werde ganz sicher noch über einen langen Zeitraum benötigt und werde bestimmt auch noch an anderen Tagen und an anderer Stelle dankend angenommen.

10.11 Uhr: Dresdner Feuerwehr kehrt aus Rheinland-Pfalz zurück

Alle Einsatzkräfte und Fahrzeuge der Dresdner Feuerwehren sind am Freitagabend aus dem Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz nach Dresden zurückgekehrt. Wie ein Sprecher mitteilte, wurden sie von den diensthabenden Feuerwehrabteilungen und der Einsatzleitung empfangen.

Am Dienstag waren 126 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, den Stadtteilfeuerwehren, den Einsatzgruppen der Hilfsorganisationen und der 24. Medizinischen Taskforce Dresden zum Hilfseinsatz aufgebrochen. Mehr zu dem Einsatz der Dresdner im Artikel "Der letzte Schluck Wasser für die Helfer"

Die Einsatzkräfte der Dresdner Feuerwehren kehrten am Freitag in die Heimat zurück.
Die Einsatzkräfte der Dresdner Feuerwehren kehrten am Freitag in die Heimat zurück. © Feuerwehr Dresden

8.46 Uhr: THW-Helfer in Flutgebieten beschimpft und mit Müll beworfen

Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) sind bei ihrem Einsatz in westdeutschen Flutgebieten mitunter unfreundlich empfangen worden. "Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden", sagte die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, am Samstag im RTL/ntv-"Frühstart". "Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen", fügte Lackner hinzu. Hinter den Angriffen seien vor allem Querdenker oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer.

Teils seien die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit auch von Menschen gefilmt worden, die sich nicht als Pressevertreter erkenntlich gemacht hätten, sagte Lackner. Es seien noch keine Einsätze wegen der Vorfälle abgebrochen worden, doch die Situation sei für die ehrenamtlichen Helfer psychisch belastend. "Ich bin unseren Einsatzkräften unendlich dankbar, dass sie recht unerschrocken weitermachen", so Lackner.

Ein Mitarbeiter des THW transportiert mit einem Schauffelbagger ein Autowrack.
Ein Mitarbeiter des THW transportiert mit einem Schauffelbagger ein Autowrack. © Alexander Mann/THW/dpa

Samstag, 7.59 Uhr: Kommen neue Regenfälle im Katastrophengebiet?

Nach den verheerenden Überflutungen blicken die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit Sorge auf die Wetterprognosen fürs Wochenende. "Ich habe im Augenblick keine Hinweise darauf, dass Wassermengen drohen wie das der Fall gewesen ist", sagte der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dennoch trifft der Krisenstab Vorkehrungen. Rückzugsmöglichkeiten für die Bevölkerung sind laut Lewentz ebenso vorbereitet wie mögliche Lautsprecherdurchsagen für Warnungen. Man beobachte die Meldesituation "ganz, ganz aufmerksam", ergänzte er.

Auch Nordrhein-Westfalen rüstet sich für mögliche neue Starkregenfälle. Per Erlass des NRW-Innenministeriums würden die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei nochmals besonders für die Wetterlage sensibilisiert, teilte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. "Die Arbeit in den Krisenstäben der Städte und Kreise wird auch am Wochenende fortgesetzt, um die Lage vor Ort zu koordinieren. Gleiches gilt für die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs im Innenministerium."

Bislang hat die Hochwasserkatastrophe 179 Todesopfer gefordert. Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Samstag in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erneut mit Gewittern. Allerdings bleibe die Regenmenge wohl meist unterhalb der Warnschwelle, hieß es.

21.50 Uhr: Baerbock schlägt Hochwasser-Vorsorgefonds für Kommunen vor

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schlägt für einen zuverlässigeren Schutz gegen Hochwasser einen "Vorsorgefonds" für Kommunen vor. "Neben Soforthilfe und Förderungen wollen wir auch ausreichend Geld zur Verfügung stellen, um Kommunen etwa beim Hochwasserschutz besser zu unterstützen", sagte Baerbock der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zudem brauche es ein starkes Klimaschutzprogramm.

Die vom Bundeskabinett verabschiedete Soforthilfe über etwa 400 Millionen Euro sei richtig. "Doch das reicht nicht", sagte Baerbock. "Für viele Menschen ist das Häuschen die Altersvorsorge. Das müssen wir besser schützen. Ähnlich wie bei der energetischen Gebäudesanierung sollten daher Hausbesitzer mit KfW-Krediten oder steuerlicher Absetzbarkeit unterstützt werden, wenn sie ihr Haus mit baulichen Maßnahmen gegen Extremwetter schützen wollen."

20.59 Uhr: Krisenstab in Flutregion bereitet sich auf neuen Regen vor

In der Katastrophenregion im Ahrtal bereitet man sich derzeit auf angekündigte neue Regenfälle an diesem Wochenende vor. Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes bestehe für die Ahr aber "keine richtige Hochwassergefahr", sagte der Leiter des Krisenstabes in Rheinland-Pfalz, Thomas Linnertz, am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Das heißt: Es wird keine Evakuierungsnotwendigkeit für das ganze Ahrtal bestehen."

Es könne aber sein, dass wegen erwarteter lokal begrenzter Starkregenereignisse ab Samstagnachmittag in manchen Gebieten die Menschen aufgefordert werden müssten, ihre Häuser zu verlassen, sagte Linnertz. Denn es gebe ein Problem mit dem Oberflächenwasser, das wegen zerstörter oder verstopfter Kanäle möglicherweise dann nicht abfließen könne. Man sie derzeit dabei zu versuchen, noch Teile freizubekommen.
Noch seien die genauen Bereiche, wo das Oberflächenwasser zum Problem werden könne, nicht definiert. Dies solle noch im Laufe des Tages geschehen. Die Bevölkerung solle dann in den wohl "sehr begrenzten Gebieten" mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt werden.

🔹 Nachrichten aus Sachsen bei Google News

Folgen Sie Sächsische.de bei Google News und verpassen Sie keine Nachrichten aus Sachsen und der Welt. Hier geht es zu unserem Angebot bei Google News.

18.25 Uhr: Vermisster nach Unwetter im Erzgebirge tot in Fluss gefunden

Zehn Tage nach einer Sturzflut in Jöhstadt im Erzgebirge ist die Leiche eines vermissten 53-Jährigen gefunden worden. Taucher entdeckten den Toten am Freitag im Uferbereich des Flusses Preßnitz nahe einer Talsperre, wie die Polizei mitteilte. Ein Rechtsmediziner stellte den Tod fest. Der Mann war am 13. Juli bei einem Unwetter im Jöhstadter Ortsteil Steinbach von Wassermassen fortgerissen worden. Dort hatte es eine Sturzflut gegeben. Seitdem suchten Polizei und Feuerwehr nach ihm.

17.50 Uhr: Bericht: Innenministerium treibt Einführung von SMS-Warnsystem voran

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands treibt das Bundesinnenministerium einem Medienbericht zufolge die Einführung eines Warnsystems per SMS voran. Er habe die Einführung des sogenannten Cell Broadcasting am Mittwoch in Auftrag gegeben, sagte Minister Horst Seehofer dem ARD-Hauptstadtstudio nach einer Mitteilung vom Freitag. Der CSU-Politiker betonte demnach erneut, er betrachte das System als Ergänzung zu den bestehenden Warnmitteln. "Die Warnung der Bevölkerung muss klappen, auf allen Kanälen. Wenn man nachts geweckt wird, muss man sofort wissen, was passiert ist und wie man sich verhalten soll." Die Textnachricht könne Sirenen, Apps und den Rundfunk ergänzen. "Wir brauchen sie", so Seehofer laut ARD-Hauptstadtstudio.

16.45 Uhr: SZ-Leser spenden über 430.000 Euro für Flutopfer

Die Solidarität der SZ-Leser mit den Betroffenen der Hochwasser im Westen Deutschlands bleibt überwältigend. Bei der Stiftung Lichtblick sind mittlerweile von 3.396 Spendern Geldspenden in Höhe von insgesamt 436.902 Euro eingegangen. Die Stiftung ist eine Initiative der Sächsischen Zeitung und sammelt unter dem Motto „Sachsen gibt zurück“ Geld, um den Flutopfern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu helfen.

Die Spendenbereitschaft in Sachsen für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland ist weiter hoch. Wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte, hat der Spendenaufruf des Freistaates zusammen mit der Liga der Wohlfahrtsverbände schon mehr als 750.000 Euro erbracht. Auf dem Spendenkonto #SachsenHilft seien bis Donnerstag exakt 757.555,95 Euro eingegangen.

Auch die Landeshauptstadt Dresden, die 2002 selbst schwer von einer Flut getroffen wurde, hatte ein Spendenkonto eingerichtet. Dort hätten bis zum Freitag rund 1.000 Spender zirka 140.000 Euro eingezahlt, teilte die Stadtverwaltung mit.

Menschen räumen Schutt aus ihren Häusern. Das Hochwasser hat erhebliche Schäden in der Eifel angerichtet.
Menschen räumen Schutt aus ihren Häusern. Das Hochwasser hat erhebliche Schäden in der Eifel angerichtet. © dpa

14.44 Uhr: Bisher 132 Menschen nach Hochwasser in Rheinland-Pfalz tot geborgen

Im rheinland-pfälzischen Hochwasser-Katastrophengebiet sind inzwischen 132 Menschen tot geborgen worden - noch einmal 4 mehr als am Tag zuvor. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Noch immer werden 149 Menschen vermisst, 6 weniger als am Donnerstag. 766 Menschen mit Verletzungen wurden behandelt, diese Zahl hat sich nicht erhöht.

13.16 Uhr: Wetterdienst streut seine Unwetterwarnungen in viele Kanäle

Hitze, Sturm, Gewitter mit Starkregen - der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt regelmäßig Unwetterwarnungen heraus. Doch wer kann sie erhalten? Eigentlich jeder, so der Meteorologe Tobias Reinartz. "Wir haben verschiedenste Kanäle, an die die Warnungen und Vorabinformationen gestreut werden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. So werden die Warnungen an verschiedene Ministerien, Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Landeszentralen des Technischen Hilfswerks (THW), Wasserverbände und Hochwasserzentralen weitergeleitet.

"Letztlich gehen die Warnungen auch an die Bevölkerung, sei es über unsere Warnkarte, sei es über die Warnwetter-App, die sehr gut genutzt wird", sagte Reinartz. "Dort kann sich jeder Warnungen auf Landkreisebene für den eigenen Bereich abonnieren." Zudem seien die Warndaten auf den Open-Data-Servern des DWD zugänglich, "so dass eigentlich jeder diese Warnungen beziehen kann und in Geoinformationssysteme oder die eigene Webseite einstellen kann".

Letztes Mittel, wenn nicht nur ein Unwetter, sondern ein wirklicher Katastrophenfall erwartet werde, sei eine Warnmeldung an MoWaS, das modulare Warnsystem des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. "Wenn wir das ziehen, ist es wirklich das letzte Mittel, und dann hoffen wir, dass die Bevölkerung entsprechend reagiert." Im Fall der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen habe der DWD am Dienstagmittag vergangener Woche eine entsprechende Warnmeldung herausgegeben.

11.21 Uhr: Gewitter und Starkregen drohen - Sorge in Katastrophengebieten

Am Wochenende droht den Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen im Westen Deutschlands erneut Starkregen. In Nordrhein-Westfalen soll es wieder kräftige Regenschauer und Gewitter geben. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Essen mitteilte, muss am Samstagnachmittag und -abend vereinzelt mit Unwettergefahr durch Starkregen gerechnet werden. Wo genau die Unwetter auftreten könnten, war am Freitagmorgen noch unklar. "Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird - wenn überhaupt - nur sehr kurzfristig möglich sein", teilte der DWD mit.

Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland erwarten Meteorologen am Wochenende erneut starke Schauer und Gewitter. Nach der Prognose des DWD muss am Samstag lokal eng begrenzt mit heftigem Starkregen mit Regenmengen bis zu 40 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. Bis Samstagvormittag kann es laut Prognose im Südwesten von Rheinland-Pfalz und im Saarland erste, lokale Starkregenfälle mit einer Niederschlagsmenge von bis zu 15 Litern pro Quadratmeter geben. Auch in Bayern könnten schwere Unwetter erneut zu starken Regenfällen führen - und damit die Pegel der Flüsse wieder steigen lassen.

10.05 Uhr: FC Bayern bestreitet Benefizspiel gegen Schalke und spendet schon jetzt

Der FC Bayern München wird als Hilfsaktion nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ein Benefizspiel beim FC Schalke 04 austragen. Aus der Partie, die in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen ausgetragen wird, will der deutsche Fußball-Rekordmeister "erlösabhängig mindestens eine Million Euro" für die Opfer des Hochwassers "zur Verfügung stellen". Das teilten die Bayern am Freitag mit. Der Spieltermin steht noch nicht fest. Er soll in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Da die Flutopfer die Hilfe rasch bräuchten, garantierte der FC Bayern die Zahlung von einer Million Euro schon jetzt und wird sie vorab in den kommenden Tagen leisten. Zusätzlich werde der FC Bayern Hilfe eV weitere 100.000 Euro an Unwettergeschädigte aus Bayern spenden.

"Die Bilder der Hochwasserkatastrophe haben uns schockiert", äußerte Bayern-Präsident Herbert Hainer in der Mitteilung seines Vereins. "In so einer schrecklichen Situation müssen wir als Gesellschaft zusammenhalten. Fußball lebt auch sehr von Solidarität und sozialer Verantwortung." Der FC Bayern stehe an der Seite der Flutopfer.

9.40 Uhr: Bahn: Viele Schäden bis Jahresende beseitigt - manches dauert Jahre

Die Deutsche Bahn ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern. "Etwa an Eifel und Ahr ist von den bisherigen Strecken und Anbindungen wahrlich nichts mehr zu erkennen", sagte der Vorstand für Anlagen- und Instandhaltungsmanagement bei der Bahn-Tochter DB Netz, Volker Hentschel, am Freitag. "Hier reden wir von Monaten, wenn nicht sogar an einigen Stellen von Jahren."

Die Bahn schätzt die Schäden an Strecken, Bahnhöfen und Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Derzeit liefen Gespräche über die Finanzierung mit dem Bund. 600 Kilometer Gleise seien betroffen sowie 50 Brücken und Dutzende Stationen und Haltepunkte. 180 Bahnübergänge, 40 Stellwerke und mehr als 1.000 Oberleitungs- und Signalmaste seien so schwer beschädigt, dass sie voraussichtlich erneuert werden müssten, sagte Hentschel. Erneuert werden müssten auch ganze Abschnitte. Dazu gehörten unter anderem mehrere Strecken über Euskirchen, wie die Erfttalbahn, die Eifelstecke und die Voreifelbahn; außerdem die NRW-Strecke der Linie S9 von Wuppertal-Vohwinkel bis Essen-Stehle sowie ein Teil der Ruhr-Sieg-Strecke Hagen-Plettenberg.

8.44 Uhr: Mit Schlamm eingerieben - RTL-Reporterin entschuldigt sich

Dass sie sich vor einer TV-Schalte aus dem Hochwassergebiet selbst ihre Kleidung mit Matsch beschmiert hat, hat RTL-Moderatorin Susanna Ohlen als "schwerwiegenden Fehler" bezeichnet. "Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung", schrieb sie in der Nacht zu Freitag auf Instagram. "Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert."

Ohlen, die auch "Guten Morgen Deutschland" moderiert, war im RTL-Programm als Frau vorgestellt worden, die bei den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel tatkräftig mit anpacke. Im Internet tauchten Videoaufnahmen auf, die Ohlen beim Einreiben mit Matsch zeigen. "Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt", sagte eine RTL-Sprecherin am Donnerstag. Mehr lesen Sie im Artikel RTL-Reporterin Ohlen erklärt ihr Verhalten

Die Moderatorin Susanna Ohlen steht beim 25. RTL Spendenmarathon vor einer Fotowand.
Die Moderatorin Susanna Ohlen steht beim 25. RTL Spendenmarathon vor einer Fotowand. © Henning Kaiser/dpa (Archiv)

7.54 Uhr: Entsorger nach Hochwasser: Ölverschmutztes Wasser großes Problem

Nach der Flutkatastrophe ist auch die Entsorgung von ölverschmutztem Wasser ein großes Problem. Das schilderte der Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma aus Wesel, Guido Schmidt, am Freitag im "Morgenecho" auf WDR 5. Heizöl müsse aus vollgelaufenen Kellern abgepumpt werden oder gewaltige ölbehaftete Wassermengen aus Tiefgaragen geholt werden. Er sei auch in Kliniken gerufen worden, wo etwa Aufzugschächte mit Hydrauliköl verunreinigt wurden.

Das Unternehmen transportiere kontaminiertes Wasser, verpumpe es zunächst in Tanklager und analysiere die Schadstoffe. In mehreren Schritten werde dann alles gereinigt. Die Nachfrage sei enorm, seine Firma KS-Recycling-Gruppe schaffe es kaum, die Aufträge abzuarbeiten, sagte Schmidt. Bei den Einsätzen schockiere ihn das Ausmaß der Schäden. "So viel Elend habe ich noch nie gesehen."

Freitag, 5.54 Uhr: Glockenläuten und Gebet für Hochwasser-Opfer

Als Zeichen der Solidarität und im Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe läuten am Freitagabend (18 Uhr) bundesweit in vielen Kirchen die Glocken. Die evangelischen Landeskirchen haben gemeinsam mit katholischen Bistümern zum Geläut mit anschließender Andacht aufgerufen. So haben auch viele Gemeinden in den Katastrophengebieten große Schäden durch das Hochwasser erlitten, hieß es beim Erzbistum Köln. Die Gesamtzahl der Todesopfer war bis Donnerstag auf 175 gestiegen, viele Menschen gelten noch als vermisst.

Beeindruckt zeigten sich Vertreter der Kirchen von der großen Hilfsbereitschaft. Es seien unzählige Engagierte aus den Gemeinden an Hilfsaktionen beteiligt. Auch viele Notfallseelsorger seien seit der vergangenen Woche im Einsatz.

Auch die Kirchenglocke der Marktkirche in Hannover wird am Freitagabend für die Hochwasser-Opfer läuten.
Auch die Kirchenglocke der Marktkirche in Hannover wird am Freitagabend für die Hochwasser-Opfer läuten. © picture alliance / Silas Stein/dpa

19.20 Uhr: Sachsen sorgen sich um Zustand des Katastrophenschutzes

Die Aufräumarbeiten in den Hochwasser-Regionen im Westen Deutschland, in Bayern und Sachsen haben begonnen. Bund und Länder haben ein umfangreiches Hilfsprogramm angeschoben. Zugleich hat aber auch die Diskussion um die Ursache der Katastrophe und die Lehren aus dem Unglück begonnen. Wie mehrere Umfragen von saechsische.de und den Meinungsforschern von Civey zeigen, machen sich viele Sachsen Sorgen, dass extreme Wetterereignisse wegen des Klimawandels zunehmen - und fühlen sich zugleich nur unzureichend dagegen geschützt. Die Solidarität mit den Hochwasser-Opfern ist zugleich groß.

17.33 Uhr: Zeichen der Solidarität: Glockenläuten für Hochwasser-Opfer

Für die Opfer und Betroffenen der Flutkatastrophen in den betroffenen Regionen will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag in ganz Deutschland die Kirchenglocken läuten lassen. Gleichzeitig lädt die EKD zu Gebeten und Andachten ein, wie sie am Donnerstag mitteilte. Angestoßen worden war die Aktion den Angaben zufolge von den Landeskirchen im Rheinland und von Westfalen, die besonders von dem Hochwasser und seinen Folgen betroffen waren.

"Wir alle nehmen fassungslos und voller Anteilnahme die dramatischen Ereignisse der vergangenen Tage wahr und können das Ausmaß der Zerstörung und des Leides, das die Unwetter der letzten Woche nach sich gezogen haben, noch gar nicht abschätzen", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm laut Mitteilung. Es wäre ein starkes Zeichen der Solidarität, wenn viele Gemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche zu solchen Andachten einladen würden, so der Ratsvorsitzende.

Die EKD habe gemeinsam mit der Diakonie vier Millionen Euro an Spenden für die Betroffenen zur Verfügung gestellt, hieß es. Eine zusätzliche Kollekte soll am Sonntag weiteres Geld für die zerstörten Kirchen und Gemeindehäuser in den betroffenen Regionen zusammenbringen. "Wir können mit einer solchen Kollekte auch äußerlich zeigen, wie sehr wir im gesamten Raum der EKD Anteil nehmen und mitfühlen und das auch materiell zum Ausdruck bringen wollen", sagte Bedford-Strohm.

15.50 Uhr: Zehntausende Corona-Impfdosen für Katastrophengebiete

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

14.32 Uhr: NRW-Kabinett beschließt 200 Millionen Euro Soforthilfe für Flutopfer

In Nordrhein-Westfalen hat das Landeskabinett 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe beschlossen. Der Bund habe zugesagt, die Summen der Länderhilfspakete jeweils zu verdoppeln, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Düsseldorf. Anträge könnten sofort gestellt werden. Soforthilfen gebe es für vier Gruppen: Privatbürger, Wirtschaft, Landwirte und Kommunen.

Für betroffene Bürger gebe es eine Starthilfe in Höhe von 1500 Euro pro Haushalt, sagte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat. Die Auszahlung erfolge unbürokratisch. Bedürftigkeits-, Vermögens- und Detailprüfungen werde es nicht geben. "Wir vertrauen den Bürgern, dass es keinen Missbrauch gibt. Entscheidend ist, dass das Geld schnell ankommt." Auf einem zweiseitigen Formular sei lediglich zu versichern, dass einem die Leistung zustehe und man keine andere Hilfsleistung empfangen habe.

Für jede unwettergeschädigte Betriebsstätte könnten Leistungen in Höhe von 5000 Euro abgerufen werden. Für die Kommunen würden insgesamt 65 Millionen Euro bereitgestellt, sagte Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU). Laschet versicherte: "Wir werden soviel Geld bereitstellen, wie erforderlich ist."

14.01 Uhr: Polizei warnt Hochwasser-Geschädigte vor Internet-Betrügern

Die Polizei hat vor Internet-Betrügern gewarnt, die sich mit "Fake-Shops" oder auf Privatverkauf-Plattformen die Notlage in den Katastrophengebieten zunutze machen wollen. "Bezahlen Sie nicht im Voraus", appellierte die Polizei Heinsberg am Donnerstag in einer Mitteilung. Bei Angeboten, bei denen nur Vorkasse möglich ist, solle man misstrauisch werden. Auch bei auffällig günstigen Schnäppchen sei Vorsicht geboten.

Anlass für die Warnung waren zwei Bestellungen von Bautrocknern im Internet durch Bürger aus Erkelenz und Wassenberg. Sie hatten die Geräte vorab bezahlt und dann vergeblich auf die Lieferung gewartet. Als die Geschädigten die angeblichen Unternehmen für Nachfragen nicht mehr erreichen konnten, erstatteten sie Anzeige.

12.26 Uhr: Merkel erwägt Aufbaufonds für Hochwassergebiete

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Wiederaufbau in den westdeutschen Unwettergebieten als langfristige Aufgabe bezeichnet. Es gebe "schreckliche Verwüstungen", sagte Merkel am Donnerstag in der Bundespressekonferenz in Berlin. "Wir werden zur Behebung all dieser Schäden einen langen Atem brauchen."

Sie bekräftigte, dass der vom Bundeskabinett beschlossene Betrag von 200 Millionen Euro Soforthilfe aufgestockt werde, wenn er nicht ausreichen sollte. Der Sachschaden sei "immens". Die Bundesregierung werde mit den Regierungschefs der betroffenen Bundesländern darüber sprechen, "wie wir gegebenenfalls gemeinsam einen Aufbaufonds organisieren und dann auch langfristig die Wiederaufbauhilfe organisieren".

11.32 Uhr: 31 Straftaten in Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz registriert

In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten hat die Polizei bisher 31 Straftaten festgestellt. Davon seien 25 mit Eigentumsbezug, berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags in Mainz. Es habe vier vorläufige Festnahmen gegeben. Konkrete Hinweise zu Plünderungen lägen aber nicht vor. "Bisherige Meldungen über eine angebliche Vielzahl von Plünderungen haben sich bislang nicht bestätigt."

11.04 Uhr: Bisher 128 Menschen nach Hochwasser in Rheinland-Pfalz tot geborgen

Im Hochwasser-Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz sind bisher 128 Menschen tot geborgen worden. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags mit. "Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird." Die Menschen im Katastrophengebiet seien an Leib und Seele verletzt.

Dreyer würdigte den Einsatz der Rettungskräfte, diese katastrophale Situation zu bewältigen. Am Nürburgring sei "eine gigantische Helferstadt" entstanden. Bei allem Leid zeige die Katastrophe: "Rheinland-Pfalz steht zusammen." Die Regierungschefin sagte: "Der Wiederaufbau wird langwierig werden und sehr viel Geld kosten. Dafür brauchen wir eine nationale Kraftanstrengung."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Mitte, l) und Innenminister Roger Lewentz (Mitte, r, beide SPD) sprechen am Nürburgring mit THW-Helfern.
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Mitte, l) und Innenminister Roger Lewentz (Mitte, r, beide SPD) sprechen am Nürburgring mit THW-Helfern. © dpa

9.34 Uhr: Gewittergefahr am Wochenende in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Schauerartiger Regen und Gewitter erwarten Rheinland-Pfalz und das Saarland am Wochenende. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag. Wo und ob es zu Unwettern komme, könne derzeit noch nicht genau vorhergesagt werden. Am Freitag bleibe es zunächst trocken bei Sonnenschein und bis zu 30 Grad. Die Bewölkung ziehe am Samstag auf, so die Meteorologin. Am Mittag gebe es zunächst im Westen schauerartigen Regen, am Nachmittag sei dann das ganze Gebiet betroffen.

Auch am Sonntag können sich im Laufe des Tages örtlich Gewitter bilden. Die Temperaturen fallen etwas, auf bis zu 28 Grad am Samstag und maximal 27 Grad am Sonntag.

8.18 Uhr: Schuster zum Katastrophenschutz: "Das ist nicht optimal gelaufen"

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hat nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands Fehler im System eingeräumt. "Die Tragödie ist nicht mit Worten zu greifen", sagte Schuster am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Er könne nicht so tun, als wäre das optimal gelaufen: "Das ist nicht optimal gelaufen."

Aber beim Thema Warnung spielten "unglaublich viele" in einer Meldekette eine Rolle. "Mein Amt hat viel Knowhow und wenig Zuständigkeit. Wir drücken auf den Warnknopf erst im Kriegsfall", betonte Schuster mit Blick darauf, dass der Bund nur für den Bevölkerungsschutz im Verteidigungsfall zuständig ist. "Ansonsten stellen wir unser System den Ländern und Kommunen zur Verfügung und die benutzen es. Das klappt auch."

Die Frage sei jetzt, wie das Warnsystem verbessert werden könne, zum Beispiel mit mehr Sirenen und Warnungen per SMS. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe im Prinzip schon entschieden, dass die Warnung per Cell Broadcasting komme. «Das Thema Sirene, Cell Broadcast, wird in den nächsten zwei, drei Jahren garantiert Wirkung erzielen», unterstrich Schuster.

Beim Cell Broadcasting wird ähnlich wie bei einer SMS eine Nachricht an Handy-Nutzer verschickt - und zwar an alle Empfänger, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten.

Armin Schuster, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Armin Schuster, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) © dpa

6.40 Uhr: Unmengen von Sperrmüll nach der Flut - Vieles muss verbrannt werden

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands müssen die kommunalen Abfallentsorger Unmengen von Sperrmüll beseitigen. "Wir haben von einem Mitgliedsunternehmen aus dem Katastrophengebiet gehört, dass in drei Tagen die übliche Jahresmenge an Sperrmüll zusammengekommen sei", sagte der für die Abfallwirtschaft zuständige Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp. Ein anderer Entsorger habe sogar von einer Sperrmüllmenge innerhalb weniger Tage berichtet, die mit dem Aufkommen der vergangenen drei Jahre vergleichbar sei.

Zuverlässige Schätzungen der Müllmengen seien aber noch nicht möglich. Erst nach und nach lasse sich erfassen, wie viel zusätzlicher Abfall tatsächlich angefallen ist. "Aber schon allein der optische Anblick macht an vielen Orten klar: Es werden signifikante Volumina sein", sagte Hasenkamp. "Der Müll muss weg. Und das schnell, um Hygieneprobleme zu vermeiden und Verkehrshindernisse aus dem Weg zu räumen", sagte Hasenkamp. Vieles müsse wohl verbrannt werden. "Möbel und andere Gegenstände, die durch das Hochwasser unbrauchbar geworden sind, eignen sich nicht für ein stoffliches Recycling", erläuterte Hasenkamp, der Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster ist.

Bad Neuenahr: Ein Einsatzwagen der Feuerwehr fährt durch eine Straße, die mit Sperrmüll vollgestellt ist.
Bad Neuenahr: Ein Einsatzwagen der Feuerwehr fährt durch eine Straße, die mit Sperrmüll vollgestellt ist. © Thomas Frey/dpa

5.37 Uhr: DIHK rechnet mit Milliarden-Flutschäden bei Unternehmen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet angesichts der Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands mit massiven Schäden bei Unternehmen. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte in Berlin, zwar sei es derzeit noch schwierig, eine genaue Summe zu nennen. "Was man sagen kann: Es sind Tausende von Unternehmen in allen Größenordnungen direkt oder indirekt durch Schäden an der Infrastruktur betroffen. Der Schaden geht insgesamt sicher in die Milliarden." Viele Unternehmer stünden vor den Trümmern ihres Lebenswerks, sagte Adrian, der in Trier wohnt. Der Trierer Stadtteil Ehrang war von der Katastrophe ebenfalls hart getroffen. "Das sind schon schreckliche Folgen."

Er selbst habe sich das in mehreren Regionen angeschaut. "Es macht einen fassungslos, wenn man sieht, was da passiert ist. Ich habe einen Betrieb für Schweißtechnik besucht. Das Gebäude ist zum Teil massiv beschädigt worden. Das ist eine Schlammwüste. Die Schweißroboter, die Maschinen und Anlagen - alles kaputt und verdreckt. Es gibt keinen Strom und kein Leitungswasser. Ich habe auch viele Transformatoren gesehen, die noch unter Wasser stehen." Der Wiederaufbau werde eine Riesenaufgabe. Ein Problem sei auch hier der Mangel an Fachleuten. "Aktuell brauchen wir vor Ort zum Beispiel viele Elektriker, so viele gibt es aber gar nicht in den Regionen." Adrian sprach sich für unbürokratische Hilfen aus.

Donnerstag, 5.26 Uhr: MDR will Klimaberichterstattung ausbauen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will seine Berichterstattung über den Klimawandel ausbauen. "Was wir im Haus gerade vorantreiben, ist, unsere Kompetenz im Klimabereich zu verstärken. Ich würde sogar von Klimajournalismus sprechen", sagte Intendantin Karola Wille. Man wolle Wissenschaftsjournalismus stärken und damit eines der größten Transformationsthemen kontinuierlich in die verschiedenen Felder und Formate der journalistischen Arbeit einbeziehen.

Der Sender plant nach der Bundestagswahl eine Art "Klimaherbst" mit publizistischen Angeboten. Klimaberichterstattung dürfe sich auf kein einzelnes Format beschränken. Wille betonte auch: "Wir leben in einer Region, die beim Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft zu den Vorreitern in Deutschland zählt, damit einher geht eine Vielzahl von Innovationen in Wirtschaft, Forschung und Infrastruktur." Dies solle sichtbarer werden - etwa mit dem wöchentlichen multimedialen MDR-Klima-Update ab diesem Freitag. Man baue im Hause auch Experten auf, die crossmedial über den Klimawandel berichten sollen.

Flutkatastrophe in Deutschland: Das geschah am Mittwoch

21.50 Uhr: Wie Sachsen in den verwüsteten Gebieten helfen

Feuerwehrleute aus dem Kreis Meißen sind am frühen Mittwochmorgen in den Flutgebieten eingetroffen. Die Nacht war kurz, dann räumten die Helfer im von den Wassermassen besonders betroffenen Sinzig an der Ahr auf.

Erst wurden Keller ausgeräumt, dann eine Schule leer gepumpt. Von den Anwohnern dort gibt es viel Dank an die Ostdeutschen. Was die Kameraden alles erlebten, lesen Sie im Artikel Um acht kam der Einsatzbefehl

Noch viel Wasser und Schlamm in und an der Realschule von Sinzig. Hier wurden die Hochleistungspumpen der Feuerwehren aus dem Kreis Meißen gebraucht.
Noch viel Wasser und Schlamm in und an der Realschule von Sinzig. Hier wurden die Hochleistungspumpen der Feuerwehren aus dem Kreis Meißen gebraucht. © Feuerwehr Radebeul

20.38 Uhr: Zahl der Flutopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 125

Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, hat sich am Mittwoch weiter erhöht: von 122 auf 125. Das berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring. 764 Verletzte seien bisher behandelt worden und 155 Menschen würden noch immer vermisst, hatte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf zuvor in Bad Neuenahr-Ahrweiler gesagt. Fast 42.000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen. Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt mindestens 172 Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ums Leben.

20.25 Uhr: Rhein-Erft-Kreis weist Gerücht zurück

Bei einem freigelegten Rohr im von der Hochwasserkatastrophe besonders stark betroffenen Stadtteil Blessem in Erftstadt handelt es sich nicht um eine unterirdische Flussleitung. Darauf weist der Kreis Rhein-Erft-Kreis am Mittwochabend per Mitteilung hin. Der Kreis reagiert damit auf Gerüchte in den Sozialen Medien, bei denen Fotos eines freigelegten Rohres mit dem Hinweis veröffentlicht wurden, an der Katastrophe sei der unterirdische Flusslauf schuld.

"Es handelt sich um einen Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,20 Metern. Er gehört zur städtischen Kanalisation und dient der Wasserableitung", heißt in der Mitteilung. Die Zuständigkeit liege bei der Stadt Erftstadt und der Bezirksregierung Köln. "Es handelt sich hier somit nicht um einen unterirdischen verrohrten Fluss.".

20.01 Uhr: Viele Sachsen spenden für die Flutgebiete

Sachsen zeigt seine Anteilnahme mit den Opfern der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Neben zahlreichen Einsätzen von Hilfsorganisationen und Freiwilligen im Krisengebiet ist auch die Spendenbereitschaft der Sachsen gewaltig. Mehr als 250.000 Euro sind bei der SZ-Initiative Stiftung Lichtblick zusammengekommen - nur wenige Tage nach dem Spendenaufruf "Sachsen gibt zurück" waren bereits 2.048 Sachsen dem Spendenaufruf nachgekommen. Mehr dazu im Artikel So viele Sachsen spenden für die Flutopfer

Zahlreiche Häuser wurden bei der Flut zerstört. Die Stiftung Lichtblick und andere Institutionen haben zu Spenden aufgerufen und sind von der starken Spendenbereitschaft überwältigt.
Zahlreiche Häuser wurden bei der Flut zerstört. Die Stiftung Lichtblick und andere Institutionen haben zu Spenden aufgerufen und sind von der starken Spendenbereitschaft überwältigt. © dpa

18.47 Uhr: Polizei hat "Querdenker" im Katastrophengebiet im Blick

Im Katastrophengebiet an der Ahr hat die Polizei mögliche Aktivitäten von Rechtsextremisten und der sogenannten "Querdenker"-Szene im Blick. "Wir wissen um die Anwesenheit aus den sozialen Medien und sind natürlich auch selbst präsent vor Ort", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Man schaue nicht weg. "Wenn Personen aus diesem Spektrum sich da öffentlich darstellen, geht das an uns nicht vorbei. Wir bewerten das polizeilich." Mehr zu den „Kümmerer“-Darstellungen Rechtsextremer im Artikel "Querdenker" im Flutgebiet unterwegs

18.05 Uhr: Fridays for Future sammelt Spenden für Flutopfer

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will am Freitag bundesweit Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in mehreren Teilen Deutschlands sammeln. Wie die Organisation am Mittwoch mitteilte, soll es am 23. Juli im ganzen Bundesgebiet Hilfsaktionen und Solidaritätsbekundungen für die Menschen geben, die in der vergangenen Woche von den Fluten überrascht worden waren. Gleichzeitig wollen die Klima-Aktivisten mit Demonstrationen auf den Zusammenhang zwischen häufigeren Extremwetter-Ereignissen und dem Klimawandel aufmerksam machen.

"Die Klimakrise ist hier. Leere politische Ankündigungen und kurzfristige Symptombehandlungen halten sie nicht auf", sagte Aktivistin Pauline Brünger am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Brünger selbst kommt aus der von Überflutungen betroffenen Stadt Köln.

Die Menschen in den Hochwassergebieten bräuchten jetzt "schnelle, direkte Hilfe und Solidarität", sagte Brünger weiter. Teile ihrer Organisation seien seit Tagen an den Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten beteiligt, erklärte die Aktivistin.

Ein komplett zerstörtes Haus in Marienthal im Ahrtal.
Ein komplett zerstörtes Haus in Marienthal im Ahrtal. © dpa

16.45 Uhr: ARD-Benefizgala "Wir halten zusammen" am Freitag - Sat.1-Gala Samstag

Benefizsendungen für die Opfer der Hochwasserkatastrophen in Deutschland lassen die ARD am Freitag und Sat.1 dann am Samstag das TV-Programm ändern. Das Erste präsentiert am Freitag (23.7.) um 20.15 Uhr die Live-Sendung "Wir halten zusammen - Der ARD-Benefiz-Abend zur Flutkatastrophe". Durch den Abend führen Ingo Zamperoni in Köln und Sarah von Neuburg in Leipzig. Am Samstag (24.7.) moderiert Daniel Boschmann die Sendung "Deutschland hilft - Die Sat.1-Spendengala". Promis wie Marlene Lufen, Hella von Sinnen und Ralf Schmitz nehmen Spenden von Zuschauenden am Telefon entgegen.

Bei der ARD am Freitag führt Ingo Zamperoni von Köln aus Gespräche mit Fachleuten, Betroffenen, Helferinnen und Helfern - im Studio und per Live-Schalte in die Krisengebiete. Vor allem in Leipzig sind dagegen dann Auftritte von Stars wie Herbert Grönemeyer, Sarah Connor, Peter Maffay, Roland Kaiser, Die Prinzen, Max Giesinger, Max Mutzke, Jeannette Biedermann, Yvonne Catterfeld, Joris, Frida Gold und Brings geplant. Außerdem will die Liveshow von Leipzig aus Mut machen mit Geschichten von Menschen, die 2002 und 2013 bei den Hochwasserkatastrophen in Mitteldeutschland Ähnliches erlebt haben.

Die ARD-Sendung entsteht in Zusammenarbeit von SWR, WDR, MDR, BR, NDR sowie Kimmig Entertainment. Tagsüber wollen die Programme der ARD am Freitag ein Zeichen für Zusammenhalt setzen. Auf vielen ARD-Radiowellen beginnt der ARD-Benefiztag um 7 Uhr mit einem Innehalten in Gedenken an die Opfer der Katastrophe. Die Radiowellen rufen den ganzen Tag über gemeinsam mit "Aktion Deutschland hilft - Bündnis deutscher Hilfsorganisationen" zu Spenden auf, um die Menschen in den Hochwassergebieten weiter zu unterstützen.

16.12 Uhr: RWE bietet Flutopfern Wohnungen in leeren Häusern im Braunkohlegebiet

Der Energiekonzern RWE bietet Menschen, die durch die Unwetterkatastrophe ihre Wohnungen verloren haben, Unterkunft in leeren Häusern im Braunkohlegebiet an. Konkret gehe es um Häuser, die RWE im Zuge der Umsiedlungen für die Tagebaue angekauft habe und die jetzt leer stünden, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Einige Häuser könnten sofort wieder bezogen werden, andere müssten erst wieder mit Strom und Wasser versorgt werden. RWE suche aber auch nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten. Die Stadt Erftstadt hatte die Bürger auf Facebook über das Angebot von RWE informiert.

Damit die Braunkohlebagger vorrücken könne, müssen die Ortschaften an den Tagebauen nach und nach weichen. Die Bewohner werden dazu umgesiedelt, oft gemeinsam in ein neuerrichtetes Wohngebiet. Die Umsiedlung trifft aber auch auf heftige Kritik in der Region.

15.50 Uhr: Leipziger Feuerwehr übernimmt Einsatzleitung in Ahrweiler

Die Leipziger Feuerwehr übernimmt die Leitung eines Einsatzabschnitts im Katastrophengebiet Ahrweiler. Zusätzlich werde der Hilfseinsatz der Feuerwehr verlängert, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Demnach verabschiedete Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) eine zweite Gruppe von Einsatzkräften, die am Mittwochnachmittag in der vom Hochwasser betroffenen Region eintreffen sollten.

Schon seit Montag sind Leipziger Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, der Berufsfeuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes im Katastrophengebiet im Einsatz. Geplant ist, dass die operativen Kräfte bis mindestens Sonntag dort bleiben. Wie lange die Einsatzleitung vor Ort bleibt, soll im Laufe der Woche entschieden werden.

Helfer räumen nach der Überschwemmung in der Innenstadt von Ahrweiler auf.
Helfer räumen nach der Überschwemmung in der Innenstadt von Ahrweiler auf. © dpa

13.48 Uhr: DWD: Am Wochenende erneut Starkregen "im Eifelumfeld" möglich

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hält Starkregen am Wochenende erneut für möglich. Für eine genaue Einordnung der Niederschlagsschwerpunkte sei es zwar noch zu früh, hieß es am Mittwoch in Offenbach. "Aber gerade die deutsche Modellkette deutet mit allen Unsicherheiten im Eifelumfeld erneut heftigen Starkregen an."

Für Samstag sagt der DWD Gewitter vorher. 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter seien "wahrscheinlich", 25 bis 40 Liter "durchaus möglich und größere Mengen nicht ausgeschlossen". Aktuell bestimmt allerdings erstmal ein Hoch mit Schwerpunkt bei den Britischen Inseln das Wetter in Deutschland.

"Da wir allerdings auf der Ostflanke des Zentrums liegen, kann vor allem in die Nordhälfte kühlere und teils auch feuchtere Nordseeluft einsickern", sagte Lars Kirchhübel von der Wettervorhersagezentrale. "Entsprechend wird dort häufig ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix zu beobachten sein, der nur selten einen Schauer bringt."

Nach Süden kann Hoch "Dana" die Wolken auflösen und der Sonne freie Bahn geben. Damit kommen sommerliche Temperaturen, die regional sogar über die 30-Grad-Marke steigen können. Am Oberrhein und im Osten sowie im Südosten stehen Ende der Woche ein oder zwei Hitzetage bevor.

"Doch schon ab Freitagabend kündigt sich von Südwesten der Wetterumschwung an", sagte Kirchhübel. Das Hoch sei nicht stark genug, um aufziehende Tiefs zu blocken. Es muss seinen Platz räumen und nach Osteuropa weiterziehen. Stattdessen übernimmt ein Tief über dem Ostatlantik und Westfrankreich die Regie. "Auf der Vorderseite des Tiefs wird von Südwesteuropa feuchtwarme bis heiße Luft Richtung Deutschland geschoben", erklärte der Meteorologe.

Das Tief treibt laut DWD aber auch vertikale Luftumwälzungen an. Die Folge: Wolken türmen sich auf und bringen erneut kräftige Schauer und Gewitter. Betroffen sind zuerst der Westen und der Süden. Danach ist auch im Norden und Osten der Wetterwandel zu spüren.

11.42 Uhr: Scholz rechnet mit Milliardenaufwand für Wiederaufbau

Die Bundesregierung rechnet mit Milliardensummen für den Wiederaufbau in den Hochwassergebieten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verwies am Mittwoch in Berlin darauf, dass dafür bei der letzten Hochwasserkatastrophe bis heute rund sechs Milliarden Euro notwendig gewesen seien. "Und wir werden deshalb auch jetzt bereit sein, das Notwendige zu mobilisieren und als Bund unseren Beitrag, nämlich die Hälfte davon, zur Verfügung stellen." Damit solle jetzt sofort begonnen werden. "Es gibt also nichts, womit man zögern muss. Die Zusage, die wir jetzt geben wollen, ist, dass diese Aufbauhilfe gleich beginnen kann."

Scholz machte deutlich, dass der Wiederaufbau unbürokratisch geschehen soll. "Wir wollen das ohne neue planrechtliche Regelungen machen. Wenn eine Brücke wieder hergestellt werden muss, wenn ein Haus wieder neu gebaut werden muss, wenn eine Schule wieder neu gebaut werden muss, muss man nicht ein neues Planfeststellungsverfahren auf den Weg bringen." Man werde nun vom Planungsbeschleunigungsgesetz profitierten.

11.10 Uhr: Kabinett beschließt Soforthilfe für Hochwasseropfer

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe hat das Bundeskabinett eine millionenschwere Soforthilfe auf den Weg gebracht. Der Bund beteiligt sich nach dem Beschluss vom Mittwoch mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern. Insgesamt stünden demnach bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.

Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen genaue Höhe soll aber erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist. Nach der Katastrophe mit inzwischen mehr als 170 Todesopfern hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) schnelle unbürokratische Hilfen versprochen.

Rettungskräfte sind nach dem Hochwasser in Marienthal in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört.
Rettungskräfte sind nach dem Hochwasser in Marienthal in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört. © dpa

10.25 Uhr: Schweigeminute für Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland

Der Sächsische Landtag hat am Mittwoch mit einer Schweigeminute an die Opfer der Hochwasserkatastrophe erinnert. "Wir alle sind tief erschüttert vom Ausmaß der schweren Unwetter im Westen Deutschlands. Wir denken aber auch an die Betroffenen in Bayern und Sachsen. Das Hochwasser der vergangenen Tage hat nicht nur Städte verwüstet und Häuser zerstört, es hat vor allem zahlreiche Menschenleben gefordert", erklärte Landtagspräsident Matthias Rößler. Man trauere um die vielen Toten und versichere den Hinterbliebenen aufrichtige Anteilnahme.

"Diese Naturkatastrophe ruft schmerzhafte Erinnerungen an die Jahrhundertflut im Jahre 2002 wach. Wir alle können sehr gut nachvollziehen, wie es Menschen geht, denen die Wassermassen ihre Lebensgrundlage weggerissen haben", sagte Rößler. Zugleich dankte Rößler allen Rettungskräften. Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands waren in der vergangenen Woche mindestens 170 Menschen ums Leben gekommen. Viele werden noch vermisst. Auch in Sachsen wird weiter nach einem Mann gesucht, der in Jöhstadt (Erzgebirge) von einer Sturzflut mitgerissen wurde.

Dresden: Michael Kretschmer (CDU, M), Ministerpräsident von Sachsen, Mitglieder der Landesregierung und die Abgeordneten gedenken vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtages mit einer Schweigeminute der Hochwasseropfer.
Dresden: Michael Kretschmer (CDU, M), Ministerpräsident von Sachsen, Mitglieder der Landesregierung und die Abgeordneten gedenken vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtages mit einer Schweigeminute der Hochwasseropfer. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

6.42 Uhr: Bundesregierung will Soforthilfe für Hochwasseropfer beschließen

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe will die Bundesregierung an diesem Mittwoch millionenschwere Soforthilfen auf den Weg bringen. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Insgesamt geht es um etwa 400 Millionen Euro, die je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen werden sollen. Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen Höhe soll erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden genauer absehbar ist.

Die Katastrophe mit inzwischen mehr als 170 Todesopfern ist am Mittwoch zum ersten Mal Thema im Bundeskabinett. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagten den Flutopfern bereits unbürokratische Hilfen zu. "Ich hoffe, dass das eine Sache von Tagen ist", sagte Merkel am Dienstag bei einem Besuch im stark zerstörten Bad Münstereifel. Finanzminister Scholz versprach in der "Rheinischen Post": "Der Bund wird alles tun, um alle Betroffenen schnell und möglichst unbürokratisch zu unterstützen." Nordrhein-Westfalen wird nach Angaben von Ministerpräsident Armin Laschet 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Bund habe zugesagt, die Landeshilfe zu verdoppeln, sagte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat am Dienstagabend im ZDF-"heute journal".

Manche Kommunen hätten bereits mit der Auszahlung von Bargeld begonnen. Zuvor schon hatte Rheinland-Pfalz Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Bayern will 50 Millionen Euro für Hochwasseropfer im Freistaat bereitstellen.

Mittwoch, 5.25 Uhr: Hoffnung auf Rettung Überlebender sinkt

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht kaum Chancen, knapp eine Woche nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands noch Überlebende zu finden. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer war innerhalb knapp einer Woche bis zum Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote bestätigt. Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst - allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40.000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

THW-Vize Lackner warnte vor schnellen Schuldzuweisungen, wonach ein besseres Warnsystem Tote hätte verhindern können. "Natürlich werden wir die Abläufe aufarbeiten müssen. Aber ich finde diese Debatte drei bis vier Tage nach der Katastrophe unglücklich." Sie riet davon ab, "jetzt von Versagen zu sprechen und Schuldige zu suchen". Nach wie vor stünden viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz, viele Maßnahmen der Unterstützung liefen noch.

19.50 Uhr: Land Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Flutopfer bereit

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3.500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

"Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe", teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet. "Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern."

17.55 Uhr: Zahl der Unwetter-Toten in NRW steigt auf 48

Die Zahl der Todesfälle nach der Unwetterkatastrophe ist in Nordrhein-Westfalen um ein Opfer auf 48 gestiegen. Wie das Kölner Polizeipräsidium am Dienstag mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

16.54 Uhr: Arbeiter-Samariter-Bund schickt Helfer aus Sachsen in Flutgebiete

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Sachsen schickt Helfer und Technik in die Hochwassergebiete in Westdeutschland. Unter anderem seien Entfeuchtungsgeräte, Hochdruckreiniger und Notstromaggregate nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gesendet worden, teilte der Bund am Dienstag mit. Zudem werden in dieser Woche Einsatzkräfte der Katastrophenschutzeinheit des ASB Leipzig in die betroffenen Regionen reisen. Zudem stünden weitere Helfer in Bereitschaft.

15.50 Uhr: Rund 40.000 Menschen im Ahrtal von Hochwasser-Folgen betroffen

Von den Folgen des verheerenden Hochwassers im stark betroffenen Kreis Ahrweiler sind rund 40.000 Menschen betroffen. Es sei eine "ungeheure große Zahl von Menschen" auf einer "ungeheuren Fläche", sagte der Leiter des Krisenstabes des Landes und Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, am Dienstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "So etwas haben wir noch nie erlebt. Das ist eine große Herausforderung."

Die Lage sei immer noch sehr angespannt: "Weil so viel Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung zerstört ist", sagte Linnertz - und fügte hinzu: "Grundlegende Dinge wie Strom, Wasser, Abwasser." Zurzeit konzentriere sich das Land Rheinland-Pfalz, das am Wochenende die Leitung für den Katastropheneinsatz im Kreis Ahrweiler übernommen hat, auf die Versorgung der Menschen und Hilfeleistungen.

Wichtiges Thema sei auch die "Entsorgungsproblematik", sagte er. "Da sind ungeheure Mengen an Schutt und Sperrmüll, die anfallen und die sich jetzt in den Dörfern türmen. Das muss raustransportiert werden." Insgesamt sei die Dauer des Einsatzes nicht abschätzbar. Die Schadenslage sei "sehr weitreichend".

Ein Auto wurde von der Flutwelle mitgerissen und steckt in der Uferböschung der Ahr.
Ein Auto wurde von der Flutwelle mitgerissen und steckt in der Uferböschung der Ahr. © dpa

15.01 Uhr: Merkel und Laschet sagen unbürokratische Hochwasser-Soforthilfe zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) haben den Menschen in den Hochwasserregionen unbürokratische Soforthilfe zugesagt. Man werde alles daran setzen, "dass das Geld schnell zu den Menschen kommt", sagte Merkel am Dienstag bei einem Besuch in der stark vom Hochwasser beschädigten Stadt Bad Münstereifel. "Ich hoffe, dass das eine Sache von Tagen ist."

Laschet betonte: "Die Formulare und die Anträge müssen ganz simpel sein, ganz einfach sein. Und sie sollen noch in dieser Woche fertig sein, damit recht bald das Auszahlen der ersten Gelder beginnen kann." Er sei sehr dankbar, dass das Bundeskabinett an diesem Mittwoch eine erste Soforthilfe auf den Weg bringen werde. Das Landeskabinett werde diese Summe in seiner Sitzung am Tag darauf verdoppeln.

Merkel ging davon aus, dass die Wiedererrichtung der zerstörten Infrastruktur wie Straßen und Bahnstrecken sowie der Wiederaufbau der Stadt länger als ein paar Monate dauern wird. Es sei sehr klar, "dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU, 2.v.r), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, informieren sich über die Lage im vom Hochwasser betroffenen Stadtteil Iversheim.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU, 2.v.r), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, informieren sich über die Lage im vom Hochwasser betroffenen Stadtteil Iversheim. © Wolfgang Rattay/X00227 Reuters Pool/dpa

14.13 Uhr: Merkel im Flutgebiet: "Entsetzliche Zustände"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Dienstag erneut in die Hochwassergebiete im Westen Deutschlands gereist. Nach ihrem Besuch im von der Flutkatastrophe schwer getroffenen Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz kam sie nun nach Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der zugleich Unionskanzlerkandidat ist, machte sie sich am Mittag in Bad Münstereifel ein Bild der Lage. „Für diejenigen, die hier wohnen, sind das entsetzliche Zustände“, sagte Merkel nach dem Rundgang durch Bad Münstereifel. Einzig die Solidarität der Menschen tröste, so Merkel.

„Wir trauern gemeinsam mit den Familien. Eine Stadt, die so einzigartig konzipiert war, wie diese Altstadt, ist so schwer getroffen, dass es einem die Sprache verschlägt“, sagte Merkel. Sie dankte allen Helfern. „Es ist klar, dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden.“

Die von der Flutwelle fortgerissene Dorfstraße in Mayschoß (Luftaufnahme mit einer Drohne).
Die von der Flutwelle fortgerissene Dorfstraße in Mayschoß (Luftaufnahme mit einer Drohne). © dpa

12.57 Uhr: Polizei warnt vor falschen Durchsagen im Krisengebiet

Die Polizei hat vor falschen Durchsagen im Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz gewarnt. Es lägen Informationen vor, wonach dort Fahrzeuge mit Lautsprechern unterwegs seien, die polizeilichen Einsatzfahrzeugen ähnelten, teilte die Polizei in Koblenz am Dienstag mit. Mit diesen werde "wahrheitswidrig" verbreitet, dass die Zahl der Einsatzkräfte verringert werde.

"Das ist eine Falschmeldung", betonte die Polizei in der Mitteilung. "Die Polizei reduziert die Anzahl der Einsatzkräfte nicht und befindet sich weiterhin ohne Unterbrechung im Katastrophengebiet."

12.13 Uhr: Bundeskanzlerin in Bad Münstereifel angekommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag in Bad Münstereifel angekommen. Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) macht sich Merkel ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht anschließend mit Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende bereits in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet in der Ahreifel gemacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r)und Landrat Markus Ramers (SPD, 3. v.r)besichtigen ein Lager mit Lebensmitteln bei ihrem Besuch im vom Hochwasser betroffenen Gebiet von Bad Münstereifel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r)und Landrat Markus Ramers (SPD, 3. v.r)besichtigen ein Lager mit Lebensmitteln bei ihrem Besuch im vom Hochwasser betroffenen Gebiet von Bad Münstereifel. © dpa-POOL

11.50 Uhr: Scheuer fordert Katastrophen-Warnmeldungen per SMS

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gefordert, dass Betroffene in Zukunft per SMS gewarnt werden. "Ich bin dafür, dass wir diese Push-Nachrichten auch über die Mobilfunkanbieter beim Bürger ankommen lassen. Aber das ist immer gescheitert, weil der politische Wille an mancher Stelle gefehlt hat", sagte der CSU-Politiker am Dienstag im "Bild live"-Polittalk.

Menschen in den betroffenen Gebieten wurden letzte Woche teils über Warn-Apps wie Nina oder Katwarn vor Unwettern gewarnt. Nun wird diskutiert, wie die Bevölkerung in Zukunft besser vor ähnlichen Katastrophen gewarnt werden kann. Flächendeckende Warn-SMS gibt es in Deutschland bislang nicht, in anderen Ländern wie den USA sind sie üblich.

"Wir haben die Daten, aber wir müssen jetzt die rechtlichen Möglichkeiten, die Werkzeuge haben, dass unsere Institutionen auch mit diesen Informationen beim Bürger ankommen", sagte Scheuer. "Diese Flutkatastrophe muss ja allen ein Weckruf sein, dass wir jetzt nicht nur die Datenschutz-Diskussion führen, sondern die wirkliche Schutz-Diskussion für die Bürger vor Katastrophen."

10.50 Uhr: Baugewerbe: Wiederaufbau nach Hochwasser wird Jahre dauern

Der Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft mehrere Jahre dauern. "Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen", sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutsches Baugewerbes (ZDB) in Berlin. Das Ausmaß der Schäden in Westdeutschland sei immens, aber noch nicht zu beziffern.

Um den Wiederaufbau zerstörter Häuser, Straßen und Brücken trotz hoch ausgelasteter Bauunternehmen und Materialengpässen zu stemmen, sei ein Kraftakt von Politik und Wirtschaft notwendig. "Bauunternehmen und Handwerker können ihre Kapazitäten auf 120 bis 130 Prozent hochfahren", sagte Quast der Deutschen Presse-Agentur. Aufträge könnten umgeschichtet und Prioritäten auf Krisenregionen gelenkt werden. Ebenso müsse die Politik öffentliche Aufträge in anderen Bereichen zurückstellen und Behörden unbürokratisch helfen, indem sie etwa Duplikate von weggeschwemmten Bauunterlagen aushändigten.

Die derzeitige Knappheit vieler Baumaterialien bleibe aber ein Problem, sagte der Präsident des Verbands, der etwa 35.000 Baufirmen in Deutschland vertritt. "Wenn Rohre weggeschwemmt wurden, müssen sie aus dem Rest der Republik hergebracht werden." Beim Wiederaufbau seien zudem zerstörte Brücken ein Hindernis. "Ohne Behelfsbrücken müssen Baufirmen und Handwerker riesige Umwege fahren." Weggebrochene Straßen seien für geländegängige Baumaschinen weniger ein Problem.

Das Baugewerbe unternehme alles, um betroffenen Betrieben in den Krisenregionen zu helfen und Kapazitäten umzuschichten. Eine Firma im Hunsrück etwa sei in Mitleidenschaft gezogen worden, aber die Beschäftigten stünden bereit, berichtete Quast. "In solchen Fällen müssen Leihgeräte her, Bagger, Radlader und Lkw." Das Baugewerbe arbeite daran, solche Hilfen aus anderen Unternehmen zu organisieren.

10.21 Uhr: Nach Flutkatastrophe: Schuster verteidigt Katastrophenschutz

Nach den verheerenden Überschwemmungen im Westen Deutschlands hat der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, den Katastrophenschutz gegen Kritik verteidigt. "Unsere Warninfrastruktur hat geklappt im Bund", betonte Schuster am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF. "Der Deutsche Wetterdienst hat relativ gut gewarnt." Das Problem sei, dass man oft eine halbe Stunde vorher noch nicht sagen könne, welchen Ort es mit welcher Regenmenge treffen werde.

"Wir haben 150 Warnmeldungen über unsere Apps, über die Medien ausgesendet", sagte Schuster. Er verwies darauf, dass die Warn-App Nina des BBK neun Millionen Nutzer habe. Wo die Menschen in den Hochwassergebieten durch Sirenen gewarnt worden seien und wo nicht, könne er im Moment nicht sagen. Noch sei man "in der Phase des Rettens". Aber: "Das werden wir noch ermitteln müssen."

Angesichts der massiven Folgen der Flutkatastrophe ist der Vorwurf laut geworden, dass die Menschen womöglich nicht rechtzeitig gewarnt worden seien. Klar ist bereits, dass nur ein Teil der Bevölkerung mit Sirenengeheul alarmiert wurde. Schuster wies darauf hin, dass der Bund den Ländern mit einem 90-Millionen-Euro-Programm beim Aufbau und der Ertüchtigung von Sirenen helfen will. Bislang gibt es allerdings noch nicht einmal einen bundesweiten Überblick, wo wie viele Sirenen stehen.

8.40 Uhr: Bewältigung der Flut-Katastrophe soll kein Superspreader-Event werden

Nach der Flutkatastrophe sehen die betroffenen Länder die Gefahr erhöhter Corona-Risiken, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften. "Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits vollen Impfschutz.

"Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von Sars-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln", zitierte der RND das Düsseldorfer Gesundheitsministerium. Die Gesundheitsämter vor Ort seien sich aber der zusätzlichen Gefahr bewusst. Sie könne durch Testungen, Masken und Lüften reduziert werden.

7.57 Uhr: Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen. Die Aufräumarbeiten werden die Menschen und Hilfskräfte in den Hochwassergebieten noch lange beschäftigen. Der Freistaat sicherte den Betroffenen Unterstützung zu. Wie die Hilfe konkret aussehen könnte, damit will sich das bayerische Kabinett am Dienstag befassen. Auch der Finanzausschuss des Landtags hat für den Tag eine Beschlussfassung angekündigt.

Dienstag, 7.00 Uhr: Aufräumarbeiten und weitere Suche nach Vermissten

Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten in Kordel weitgehend abgeschlossen. Die meisten Trümmer seien entfernt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Im ebenfalls von der Katastrophe hart getroffenen Trierer Stadtteil Ehrang gehe es am Dienstag mit den Aufräumarbeiten weiter.

Derweil suchen die Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Wie die Polizei in Koblenz twitterte, würden im Kreis Ahrweiler derzeit sämtliche Hotels, Gaststätten und Unterkünfte angeschrieben, um vorhandene Gästelisten mit den Vermisstenmeldungen abzugleichen. Die Polizei bittet Unterkünfte, die noch nicht von der Polizei kontaktiert worden sind, sich mit den Einsatzkräften in Verbindung zu setzen.

Unwetter in Deutschland: Das geschah am Montag

21.55 Uhr: Grüne beantragen wegen Flutkatastrophe mehrere Sondersitzungen

Die Grünen-Bundestagsfraktion hat wegen der Unwetterkatastrophe in Teilen Deutschlands kurzfristig mehrere Sondersitzungen von Bundestagsausschüssen beantragt. "Gegenstand der Beratungen soll die aktuelle Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und anderen Teilen Deutschlands sein", wie aus den Schreiben der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin, Britta Haßelmann, an die Vorsitzenden des Innenausschusses, Wirtschaftsausschusses, Verkehrsausschusses, Umweltausschusses und des Ausschusses für Bauen und Kommunen hervorgeht.

Neben den jeweils zuständigen Bundesministern sollten im Innenausschuss auch die Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) sowie ein Vertreter der Bundespolizei und der Bundeswehr zur Beantwortung von Fragen der Ausschussmitglieder zur Verfügung stehen. Die Sitzungen seien notwendig, um angesichts des Ausmaßes der Katastrophe alle Mitglieder hinreichend zu informieren.

20.50 Uhr: Bund rechnet mit zwei Milliarden Euro Schäden bei Bahn und Straßen

Der Bund rechnet wegen der Hochwasser-Katastrophe mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden alleine bei der Deutschen Bahn sowie bei Straßen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen. Alleine bei der Bahn gebe es einen Schaden von mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden, hatte es zuvor aus dem Bundesverkehrsministerium geheißen. Dazu tagte am Montag eine Taskforce, wie ein Sprecher von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) gesagt hatte. Daran hätten auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilgenommen.

Das Verkehrsministerium hatte angekündigt, zur Schadensermittlung werde in einzelnen Arbeitsgruppen für Straße, Schiene, Wasserstraße und digitale Infrastrukturen der weitere Handlungsbedarf ermittelt und priorisiert. Das Bundeskabinett will am Mittwoch über Bundeshilfen für die Hochwasser-Katastrophengebiete entscheiden.

19.40 Uhr: Insolvenzverwalter fordern Nachsicht für flutgeplagte Firmen

Angesichts der Zerstörungen durch das Hochwasser in Teilen Deutschlands hat sich der Insolvenzverwalterverband VID für eine Aussetzung der Insolvenzpflicht ausgesprochen. "Das Letzte, was Unternehmen und Unternehmer jetzt gebrauchen können, ist eine Diskussion um bestehende Insolvenzantragspflichten", sagte VID-Vorsitzender Christoph Niering am Montag laut Mitteilung. Eine entsprechende Regelung habe es auch von 2016 bis 2017 nach der damaligen Hochwasserkatastrophe gegeben. "Wichtig ist nicht nur, dass die staatlichen Hilfen so schnell wie möglich bei den betroffenen Unternehmen ankommen, sondern dass die Unternehmer auch, frei von etwaigen insolvenzrechtlichen Haftungsrisiken, einen Versuch des Neustarts planen können", forderte der Verband.

18.50 Uhr: Landkreis Meißen hilft Flutopfern

Sächsische Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Diakonie Meißen unterstützen Menschen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz. Sechs Mitarbeitende der Krisenintervention und der Notfallseelsorge des Landkreises Meißen sowie rund 50 Helferinnen und Helfer aus ganz Sachsen werden vor Ort im Einsatz sein, teilte der DRK-Kreisverband Dresden-Land am Montag in Radebeul mit. Sie wollten noch am Montag von Dresden aus ins Krisengebiet starten.

Auch Tage nach dem Geschehen sei der Hilfebedarf vor Ort immens, hieß es. Tausende stünden vor den Trümmern ihrer Existenz. Vor Ort sollen die sächsischen Einsatzkräfte Betroffenen zur Seite stehen und auch Fachpersonal anderer Bereiche psychosozial betreuen.

Kameraden des Arbeiter-Samariter-Bundes Riesa beladen den Hilfs-Lkw mit Entfeuchtungsgeräten und Notstromaggregaten. Am Dienstag geht die Fluthilfe Richtung Bergisch-Gladbach.
Kameraden des Arbeiter-Samariter-Bundes Riesa beladen den Hilfs-Lkw mit Entfeuchtungsgeräten und Notstromaggregaten. Am Dienstag geht die Fluthilfe Richtung Bergisch-Gladbach. © Sebastian Schultz

18.15 Uhr: Eifeler Baggerunternehmer steht für Mut in der Flutkatastrophe

Politiker heben seinen Baggereinsatz in der Flutkatastrophe als beispielhafte Zivilcourage hervor, doch der Eifeler Tiefbauer Hubert Schilles bleibt bescheiden. "Das war keine Heldentat. Das hätte jeder andere auch gemacht", sagte der 67-jährige Schilles der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Inhaber einer Tiefbaufirma aus der Region hatte sich am vergangenen Donnerstag ohne zu zögern bereit erklärt, den mit Boden und Geröll zugeschwemmten Abfluss der Steinbachtalsperre in Euskirchen freizubaggern. Dort war befürchtet worden, der Damm könne brechen, wenn es nicht gelänge, Druck von der übervollen Talsperre zu nehmen.

Er habe ja genau gewusst, was für die Ortschaften unterhalb des Dammes auf dem Spiel stand, sagte Schilles. "Mir war klar. Hier muss sofort Hilfe her. Da kann man nicht mehr lange überlegen". Er habe einen 30-Tonnen-Tieflader angefordert und sei "da reingefahren": "Ich bin ein gläubiger Menschen: Ich habe mich zweimal gesegnet, bevor ich da runter bin", sagte Schilles. 18 Meter unter dem Wasserspiegel arbeitete er dann sechs Stunden lang auf der anderen Seite des akut gefährdeten Dammes und schaufelte den Ablauf frei.

Dass er sich selbst in Lebensgefahr begibt, sei klar gewesen. "Wenn die Wand fliegen gegangen wäre, wäre das hundertprozentig der sichere Tod gewesen. Das war schon eine brisante Situation", sagte Schilles. "Aber ich hatte keine Angst, weil dahinter stand ja was Großes. Nämlich, dass kein Mensch zu Schaden kommt", sagte Schilles. Er halte sein Handeln daher für selbstverständlich. "Man soll nicht die Brust rausdrücken. Ich bin eher der, der im Untergrund arbeitet", sagte der 67-Jährige. Er und sein Team aus 57 Beschäftigten seien auch nun weiter mit Aufräumarbeiten nach der Katastrophe befasst. Zurzeit fahre er immer wieder Sondermüll zur Deponie.

17.45 Uhr: Akute Gefahr eingedämmt - aber mehr als 160 Tote nach Flutkatastrophe

Die Gefahrenlage in den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands und in Bayern entspannt sich. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesopfer am Montag auf mindestens 164: Aus Rheinland-Pfalz wurden 117 und aus NRW 47 Unwetter-Tote bestätigt. In beiden Bundesländern wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden werden könnten.
Für die Überlebenden der Fluten gilt es weiter, Schlamm und Trümmer aus ihren Häusern und von den Straßen beiseitezuschaffen. Vielerorts ist die Infrastruktur etwa mit Brücken, Gleisen, Mobilfunkmasten und Trinkwasserversorgung zerstört.

17.19 Uhr: Nach Unwetter noch rund 30.000 Menschen im Westen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter der vergangenen Woche auch am Montagmittag noch rund 30 000 Menschen im Gebiet des Versorgers Westnetz ohne Strom. Die genaue Zahl der Betroffenen sei aufgrund der enormen Zerstörungen und Evakuierungen nur sehr schwer zu ermitteln, teilte der Westnetz-Mutterkonzern Eon mit. Der Konzern ist nach eigenen Angaben dabei, Mitarbeiter, Notstromaggregate und anderes technisches Gerät aus anderen Regionen in die Krisengebiete zu transportieren, um bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

16.56 Uhr: Kanzlerin kommt Dienstag nach Bad Münstereifel

Angela Merkel (CDU) macht sich am Dienstag ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin am Mittag nach Bad Münstereifel, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte. Vor Ort im Kreis Euskirchen will sich Merkel ein Bild von der Lage machen, mit Vertretern von Hilfsorganisationen und Helferinnen und Helfern sprechen. Auch Treffen mit betroffenen Bürgern stehen auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

15.47 Uhr: Seehofer an der Ahr: Wiederaufbau wird Milliarden kosten

Bei einem Besuch im Katastrophengebiet an der Ahr hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Kosten für den Wiederaufbau auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. "Das ist eine Ausnahmesituation, die wir auch bei aller Anstrengungen vor Ort nur in einem großen nationalen Kraftakt bewältigen können", sagte Seehofer am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

In Begleitung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) machte sich Seehofer auch einen Eindruck von Hilfseinsätzen wie dem Aufbau mobiler Trinkwasseranlagen durch das Technische Hilfswerk (THW). Der Katastrophenschutz in Deutschland sei gut aufgestellt, sagte Seehofer. Bund, Länder und Kommunen müssten sich aber auch gemeinsam Gedanken machen, welche Lehren aus dem Krisenmanagement zu ziehen seien. Man dürfe nicht in der Arroganz verharren, dass sich nichts verbessern ließe.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, r) und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU, l) sprechen vor der Steinbachtalsperre zu den Medien. Die Dämme der Talsperre drohten wegen dem Hochwasser tagelang zu brechen.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, r) und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU, l) sprechen vor der Steinbachtalsperre zu den Medien. Die Dämme der Talsperre drohten wegen dem Hochwasser tagelang zu brechen. © dpa

15.00 Uhr: Vorhersage-Experte: DWD gab Montag erste Warninformation heraus

Im Fall der schweren Unwetter in der vergangenen Woche im Westen Deutschlands haben die Rechenmodelle des Deutschen Wetterdiensts (DWD) bereits am Montag klare Hinweise gegeben. "Wir haben am Montag die Vorabinfo herausgeben können, in der schon stand, dass bis zu 200 Liter (Niederschlag pro Quadratmeter) erwartet werden", sagte Franz-Josef Molé, der Leiter der Vorhersage- und Beratungszentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Deutschen Presse-Agentur. "Früher ging es eigentlich nicht."

Die Vorhersageexperten arbeiteten mit etwa 100 verschiedenen Simulationen ihrer unterschiedlichen Rechenmodelle - "und die haben im Prinzip mehrheitlich ziemlich sicher auf den Westen Deutschlands gezielt für den Zeitraum Nacht von Mittwoch auf Donnerstag."

Das ist insofern ungewöhnlich, da präzise Warnungen bei Unwettern mit Extremregen in der Regel ausgesprochen schwierig sind: Meist handelt es sich um kleinräumige und sehr dynamische Ereignisse. "Da kann innerhalb einer halben Stunde ein ganz anderer Bereich betroffen sein als in den Modellen gezeigt - das macht das Ganze so schwierig", sagte Molé.

In Fall des Unwetters in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hätten die DWD-Experten bereits am Montag "schon eine große Region markiert und auch diese extremen Mengen reingeschrieben", betonte Molé. "Wir haben nicht nur vor Starkregen gewarnt, sondern vor Dauerregen. Normalerweise ist den Wasserverbänden klar, dass das die schlimmste Lage ist, die man im Sommer haben kann - Starkregenfälle eingebettet in ein Dauerregengebiet."

Konnte jemand ahnen, wie schlimm die Unwetter die betroffenen Regionen tatsächlich treffen würden? "In dem Fall waren die Niederschlagsmengen so exorbitant hoch, dass die Orte eigentlich gar nicht hätten geschützt werden können", meinte Molé.

Mit immer besseren Computermodellen und Datenmengen hat sich nach DWD-Angaben schon viel getan, um Vorhersagen noch präziser zu machen. Dass es bei gleicher Wetterlage mit einem Tiefdruckgebiet aus dem Mittelmeerraum erneut zu einer ähnlich bedrohlichen Unwetterlage kommen kann, konnte Molé nicht ausschließen. "Die Luftmasse ist insgesamt wärmer als noch vor Jahrzehnten - und wärmere Luft kann mehr Feuchte aufnehmen", sagte er. "Und wenn bei so einer Wetterlage warme Luft vom Mittelmeer herangetragen wird, dann regnet es auch stärker."

Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Blick auf den Kurkomplex und die Ahr.
Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Blick auf den Kurkomplex und die Ahr. © dpa

14.17 Uhr: 117 Tote und noch immer viele Vermisste im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz

Am fünften Tag nach dem verheerenden Unwetter sind in Rheinland-Pfalz noch immer Tote geborgen worden. Ihre Zahl stieg von Sonntag auf Montag um 17 auf 117. Die Polizei rechnet mit weiteren Toten.

"In welchem Ausmaß, können wir nicht sagen", berichtete Polizeisprecher Lars Brummer in Koblenz. Wie viele Menschen vermisst würden, sei immer noch unklar, weil die Handy- und Telefonnetze noch immer nicht überall funktionierten. Zudem konnten noch nicht alle Meldungen abgeglichen werden.

Kritik am Katastrophenschutz war weder aus den Kreisen und Kommunen, noch von der politischen Opposition zu hören. "Im Moment kümmern wir uns um das, was passiert ist", hieß es im Krisenstab im besonders schwer getroffenen Kreis Ahrweiler. Der Kreis Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm sehen zunächst keine Mängel bei der Alarmkette. Im Kreis Trier-Saarburg stand eine Analyse noch aus. Die Landesregierung hatte am Sonntag auf das rasante Tempo verwiesen, mit dem Wassermassen alles mitgerissen hatten.

13.50 Uhr: Lebensretter von Hallein berichtet über mutigen Einsatz

"So eine Entscheidung muss man natürlich schnell treffen und ich bin einfach losgerannt." Alexander Eisenmann hat am Samstag bei der Sturzflut in seiner österreichischen Heimatstadt Hallein zwei Menschen geholfen, sich aus dem reißenden Wasser zu retten. Er sei gerade damit beschäftigt gewesen, seine Haustür gegen eindringendes Wasser zu sichern, als sein Sohn gerufen habe. "Papa, da treibt jemand ab", erzählte Eisenmann dem Sender "Kronehit". Es handelte sich dabei laut "Kronen Zeitung" um seine Nachbarn. Der Retter zögerte nicht und das "sehr wohl in dem Wissen, dass wahrscheinlich gegen die Kraft des Wassers kein Kraut gewachsen ist".

Auf dem im Internet vielfach angeklickten Video ist zu sehen, wie die drei Menschen zum Glück in einen Hof getrieben wurden. "Hätte es uns weiter Richtung Kothbach getrieben, hätten wir wenig machen können dagegen", ist sich Eisenmann sicher. Bei der von viel Adrenalin unterstützten Rettungstat habe er sich Schürfwunden am Unterschenkel zugezogen, so Eisenmann in dem Sender. Zur Freude der Familie, deren Haus schwer beschädigt wurde, tauchte am Sonntag ihre Katze unversehrt auf.

Am Samstagabend war der durch den Ort nahe Salzburg fließende Kothbach nach sintflutartigen Regenfällen zu einem reißenden Strom geworden. Es entstand Millionenschaden, aber es wurde niemand ernsthaft verletzt.

12.54 Uhr: Nach den Fluten: Öl und Diesel verschmutzen in NRW die Gewässer

Mit dem Hochwasser kommt der Dreck: Das Landesumweltamt (LANUV) in Nordrhein-Westfalen rechnet damit, dass durch die Fluten Öl, Diesel und andere Schadstoffe in die Gewässer eintreten werden.

Bereits am frühen Donnerstagmorgen seien die ersten Ölschlieren auf dem Rhein bei Bad Honnef gefunden worden. "Die Leute haben das auch schon gemeldet, dass es riecht und Schlieren auf dem Wasser sind", sagte eine Sprecherin des LANUV am Montag.

Heizöltanks in Kellern seien aufgeschwemmt worden, Rohre aufgerissen und Kraftstoffe aus den weggespülten Autos ausgetreten, sagte die Sprecherin. Deshalb müsse in den nächsten Tagen mit Öl und Diesel in Gewässern gerechnet werden.

Auch in Erftstadt-Blessem, wo die Lage nach einem Erdrutsch besonders angespannt war, sind die ersten Umweltfolgen bereits spürbar. Das Wasser, durch das man auf den Straßen von Blessem watete, roch beißend nach Benzin und hatte einen öligen Schleier. Wo sich das Wasser schon zurückgezogen hatte, blieb Unrat zurück, der aus Häusern und Garagen geschwemmt worden war.

Oberste Priorität für das LANUV habe zunächst die Trinkwasserversorgung, sagte die Sprecherin am Montag. Wasserversorger würden über einen sogenannten Warn- und Alarmplan über mögliche Befunde informiert und könnten dann Maßnahmen ergreifen. "Über andere Umweltfolgen haben wir noch gar keinen Überblick", sagte die Sprecherin. Dafür müssten die Pegelstände zunächst weiter sinken.

Bereits am Samstag hatte der Wupperverband von einer massiven Verschmutzung der Wuppertalsperre berichtet. Durch die Überflutung von Firmengeländen, Betriebsflächen und Häusern seien verschiedene Substanzen in die Wuppertalsperre gelangt. Der Verband schrieb, dass eine Nutzung der Talsperre für Boote, Angler, Schwimmer oder Taucher deshalb nicht möglich sei.

Die Aufräumarbeiten dauern nach den massiven Überschwemmungen weiterhin an.
Die Aufräumarbeiten dauern nach den massiven Überschwemmungen weiterhin an. © dpa

11.28 Uhr: Deutschland war gewarnt - die Menschen aber nicht

Eine britische Forscherin erhebt schwere Vorwürfe: Die Flut sei präzise vorhergesagt worden – doch die Reaktion blieb aus. Die Professorin für Hydrologie an der britischen Universität Reading spricht von einem "monumentalen Systemversagen". Wer ist politisch dafür verantwortlich? Hätten die vielen Flut-Toten tatsächlich verhindert werden können? Mehr über die aktuelle Debatte lesen Sie hier.

10.29 Uhr: Baerbock zu Überschwemmungen: "Da zieht sich einem das Herz zusammen"

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat nach einem Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet eine bessere Vorbereitung für kommende Extremwetterereignisse gefordert. "Die Lage ist nach wie vor hochdramatisch. Menschen haben alles verloren, noch immer werden einige vermisst", sagte Baerbock in einem am Montagmorgen veröffentlichten "Spiegel"-Interview. "Mir haben Helfer in Rheinland-Pfalz von Familien erzählt, die tagelang auf dem Dach ausharrten, bis endlich die Retter kamen. Da zieht sich einem das Herz zusammen. Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen."

Baerbock forderte zudem eine Neuformation des Katastrophenschutzes mit mehr Verantwortung für den Bund. Diese Notwendigkeit zeichne sich seit längerem ab. "Notsituationen wie diese Flut oder auch Waldbrände häufen sich und brechen oft an vielen Orten zur selben Zeit aus. Hilfe funktioniert nur, wenn alles ineinander greift. Dafür braucht es eine Instanz, die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht."

Die Kanzlerkandidatin sprach von einer schnelleren Koordinierung der verschiedenen Ebenen und Akteure. Das gelte insbesondere für Ereignisse, die mehrere Bundesländer betreffen oder nicht mehr durch die regionalen Einsatzkräfte bewältigt werden könnten. "Dazu muss das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit einer Zentralstellenfunktion ausgestattet werden, wie wir sie in der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt kennen."

Baerbock sprach sich zudem für ein striktes Bauverbot in Hochwasserrisikogebieten aus. "Die CDU müsste nur ihren Widerstand dagegen aufgeben."

10.07 Uhr: "Unkritischer Wasserstand in Steinbachtalsperre": Evakuierung zu Ende

Der Pegel der seit Tagen vom Hochwasser bedrohten Steinbachtalsperre hat nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises einen "unkritischen Wasserstand erreicht". Damit bestehe akut keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte, teilte der Kreis am Montag mit. "Somit können die Evakuierungsmaßnahmen für Swisttal und Rheinbach aufgehoben werden."

Das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr pumpen Wasser in der Steinbachtalsperre ab. Der Damm der Talsperre droht einstürzen.
Das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr pumpen Wasser in der Steinbachtalsperre ab. Der Damm der Talsperre droht einstürzen. © dpa

9.52 Uhr: Zahl der Flut-Todesopfer im Kreis Ahrweiler auf 117 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin in Koblenz am Montag mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar. Am Sonntag war die Zahl der Flut-Toten in Rheinland-Pfalz mit 110 angegeben worden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht im Tagesverlauf in Ahrweiler ein Krankenhaus. Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) will er sich vor Ort einen Eindruck von den Arbeiten in den besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten verschaffen. Zuvor besucht er in Nordrhein-Westfalen Einsatzkräfte an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre.

9.25 Uhr: Söder fordert nach Unwettern "Klima-Ruck" in Deutschland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat mehr Anstrengungen beim Klimaschutz gefordert. "Wir brauchen schon einen Klima-Ruck in Deutschland", sagte er am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Das Unwetter mit verheerenden Folgen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch im Südosten Bayerns nannte er einen Weckruf.

Für Mittwoch kündigte Söder eine Regierungserklärung an. Dabei werde es nicht nur darum gehen, Ziele zu definieren, sondern das auch finanziell mit einem Klimaprogramm zu hinterlegen. Klimaschutz sei keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Vernunft und der Ethik. Es gehe darum, die Heimat stärker zu schützen und zu überlegen, welche Welt man Kindern und Kindeskindern übergeben wolle.

Markus Söder (M, CSU), bayerischer Ministerpräsident, Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, und Michaela Kaniber (CSU), bayerische Landwirtschaftsministerin, stehen bei der durch Unwetter zerstörten Bob- und Rodelbahn am Königssee.
Markus Söder (M, CSU), bayerischer Ministerpräsident, Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, und Michaela Kaniber (CSU), bayerische Landwirtschaftsministerin, stehen bei der durch Unwetter zerstörten Bob- und Rodelbahn am Königssee. © dpa

8.40 Uhr: Feuerwehr: Damm der Steinbachtalsperre hat standgehalten

Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. Die Feuerwehr Euskirchen trat Gerüchten entgegen, der Damm sei gebrochen. Tatsächlich seien bei einem Kontrollflug eines Hubschraubers der Bundespolizei keine Risse festgestellt worden.

"Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ob der Wasserstand bereits jenseits der kritischen Marke sei, solle eine abschließende Expertenbewertung am Montagmorgen ergeben.

Aus der wegen des verheerenden Hochwassers bedrohten Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

8.15 Uhr: Abbruchkante in Erftstadt nach Unwetterkatastrophe weiter riskant

In dem vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt bildet die Abbruchkante auch weiterhin ein Risiko. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im "Morgenmagazin" von WDR 2. "Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich." Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht. Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. "Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik", sagte Weitzel. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe der Abbruchkante akute Lebensgefahr.

Unter Hochdruck und Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen laufe auch die Suche nach Vermissten, berichtete die Bürgermeisterin. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde. Schwerpunktmäßig würden jetzt Liegenschaften in Blessem und die Bundesstraße 265 untersucht. "Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend", sagte Weitzel. Am meisten gebraucht würden nun Geldspenden und möblierte Unterkünfte. Wer helfen möchte, findet Kontakte auf der Homepage der Stadt. Die Bürgermeisterin äußerte ihr tiefes Mitgefühl mit allen Opfern und Betroffenen: "Ich fühle intensiv mit."

Erftstadt: Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem am Rande der abbrechenden Kiesgrube.
Erftstadt: Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem am Rande der abbrechenden Kiesgrube. © Rhein-Erft-Kreis

7.52 Uhr: Hochwasserlage in Bayern entspannt sich etwas

Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. In Passau lag der Pegel der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei in Passau am Montag. Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen etwas aufatmen. "Die Nacht verlief ruhig", hieß es bei der Feuerwehr. Die Helfer seien jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Anlass zur Hoffnung geben auch die Wetteraussichten. Bis auf einzelne kurze Schauer soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben. Unwetter seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Völlige Entwarnung gibt es gerade in Städten wie Passau aber noch nicht. Uferpromenaden und Parkplätze waren bereits überflutet worden, Bewohner schützen ihre Häuser mit Sandsäcken und Barrieren. Der Scheitel der Hochwasserwelle wurde gegen 9 Uhr erwartet.

Auch andernorts stiegen die Pegel, etwa in Neuburg an der Donau, wo die Hochwassermeldestufe drei erreicht wurde. Besonders dramatisch war die Lage am Wochenende im Berchtesgadener Land gewesen. Hier hatte die Wucht des Wassers mit voller Kraft zugeschlagen, nachdem der Fluss Ache über die Ufer getreten war. Mehr als 160 Menschen mussten in der Urlaubsregion rund um den Königssee aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Ein Geologe prüfte zudem die Hänge, ob es dort zu Abrutschen kommen könne.

6.33 Uhr: Flutkatastrophe: FDP spricht von "Systemversagen" - Kritik auch von SPD

Die FDP hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angesichts der Hochwasserfolgen schwere Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz vorgeworfen. "Die rechtzeitigen Warnungen der Meteorologen sind weder von den Behörden noch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinreichend an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert worden", sagte Fraktionsvize Michael Theurer. "Es bietet sich das Bild eines erheblichen Systemversagens, für das der Bundesinnenminister Seehofer unmittelbar die persönliche Verantwortung trägt."

Seit Jahren lägen die Reformvorschläge der FDP auf dem Tisch, doch passiert sei nichts. Das gefährde Menschenleben. "Ich fordere, die Heimat-Abteilung im Innenministerium unverzüglich aufzulösen und die freiwerdenden Stellen neben der Digitalisierung für den Bevölkerungsschutz zu verwenden", sagte Theurer. Als erstes sollte die Broschüre "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe an alle Haushalte versandt werden. "Das Innenministerium muss dafür die Mittel aufbringen."

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte, Konsequenzen aus den Erfahrungen bei der Flutkatastrophe zu ziehen. "Beim Katastrophenschutz sind wir genauso schlecht vorbereitet wie beim Pandemie-Schutz", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). "Wir müssen uns jetzt darauf einstellen und vorbereiten, dass es in Zukunft mehr Naturkatastrophen geben wird und auch regelmäßig Pandemien. Die Infrastruktur dafür muss geschaffen und ausgebaut werden, der Katastrophenschutz hat hier eine zentrale Bedeutung."

5.43 Uhr: Bangen in Hochwasser-Gebieten noch nicht vorbei

Während im Westen Deutschlands vorerst keine akute Unwetter-Gefahr mehr besteht, richten sich weiterhin bange Blicke auf einige Orte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht an diesem Montag die von der Flutkatastrophe und großen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So wird er etwa an der Steinbachtalsperre in Euskirchen erwartet, wo ein Dammbruch zuletzt weiterhin nicht ausgeschlossen war.

In Bayern blieb derweil die Hochwasserlage im Süden und Osten des Bundeslandes angespannt, spitzte sich aber in der Nacht nicht weiter zu. In Passau stiegen die Pegel noch bis in die Nacht, verharrten dann aber auch hohem Niveau. Beruhigend immerhin: In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten für die Nacht abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch ein relativ ruhiger Witterungsabschnitt bevor.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen in Deutschland war am Wochenende auf fast 160 gestiegen. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in Nordrhein-Westfalen auf 46 gestiegen war. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben. Es ist die schwerste Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten. Vor allem im Westen Deutschlands hatte es Mitte der Woche ungewöhnlich heftig geregnet. Viele Häuser, Straßen und Brücken liegen in Trümmern. In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr, wie Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mitgeteilt hatte. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

Passau: Zwei Personen dichten den Eingang eines Cafés mit einer speziellen Hochwassersperre ab, um das Gebäude vor dem Wasser der Donau zu schützen.
Passau: Zwei Personen dichten den Eingang eines Cafés mit einer speziellen Hochwassersperre ab, um das Gebäude vor dem Wasser der Donau zu schützen. © Peter Kneffel/dpa

5.17 Uhr: Plünderungen nach Unwetterkatastrophe: Drei Verdächtige in U-Haft

Nach Plünderungen im vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft. Das erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer vorab aufgezeichneten Fernsehansprache im WDR. Eschweiler ist besonders hart von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen. "Es macht mich daher wütend, wenn ich höre, dass gerade jetzt Menschen in ihre verwüsteten Häuser zurückkehren und feststellen, dass Plünderer das wenige gestohlen haben, was ihnen noch geblieben ist", sagte Laschet.

Der Kursaal in Bad Neuenahr ist komplett verwüstet. Überall im Flutgebiet sind Häuser. Wohnungen und Geschäfte ungeschützt, was trotz des Leids der Betroffenen Plünderer anlockt.
Der Kursaal in Bad Neuenahr ist komplett verwüstet. Überall im Flutgebiet sind Häuser. Wohnungen und Geschäfte ungeschützt, was trotz des Leids der Betroffenen Plünderer anlockt. © Thomas Frey/dpa (Symbolbild)

Montag, 5.00 Uhr: Nach Flutkatastrophe: Schuster verteidigt Katastrophenschutz

Nach den verheerenden Überschwemmungen im Westen Deutschlands hat der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, den Katastrophenschutz gegen Kritik verteidigt. "Unsere Warninfrastruktur hat geklappt im Bund", betonte Schuster am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF. "Der Deutsche Wetterdienst hat relativ gut gewarnt." Das Problem sei, dass man oft eine halbe Stunde vorher noch nicht sagen könne, welchen Ort es mit welcher Regenmenge treffen werde. "Wir haben 150 Warnmeldungen über unsere Apps, über die Medien ausgesendet", sagte Schuster. Er verwies darauf, dass die Warn-App Nina des BBK neun Millionen Nutzer habe. Wo die Menschen in den Hochwassergebieten durch Sirenen gewarnt worden seien und wo nicht, könne er im Moment nicht sagen. Noch sei man "in der Phase des Rettens".


Aber: "Das werden wir noch ermitteln müssen." Angesichts der massiven Folgen der Flutkatastrophe ist der Vorwurf laut geworden, dass die Menschen womöglich nicht rechtzeitig gewarnt worden seien. Klar ist bereits, dass nur ein Teil der Bevölkerung mit Sirenengeheul alarmiert wurde. Schuster wies darauf hin, dass der Bund den Ländern mit einem 90-Millionen-Euro-Programm beim Aufbau und der Ertüchtigung von Sirenen helfen will. Bislang gibt es allerdings noch nicht einmal einen bundesweiten Überblick, wo wie viele Sirenen stehen.

19.17 Uhr: Unfall mit Rettern in Berchtesgaden - vier Verletzte

Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind beim Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden mit ihrem Lastwagen verunglückt. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie das Bayerische Rote Kreuz am Sonntag mitteilte. Der Wagen sei mit Sandsäcken beladen gewesen und auf der Salzbergstraße (B319) bergab auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen. Dabei überschlug sich der Laster.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der 42-jährige THW-Fahrer zusammen mit seinem 25-jährigen Beifahrer unterwegs. In dem anderen Unfallauto saß ein Urlauber-Ehepaar aus der Oberpfalz. Die Polizei vermutete, dass möglicherweise die Bremsen des Lasters heiß gelaufen waren. Die beiden THW-Helfer wurden schwer bis mittelschwer verletzt, das Ehepaar nur leicht.

Zudem musste die Wasserwacht mehrere gestrandete Wanderer retten, die wegen des Hochwasser nicht mehr weiterkamen, da die Fähren auf dem Königssee nicht mehr fuhren.

Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind auf dem Weg zu einem Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden verunglückt.
Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind auf dem Weg zu einem Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden verunglückt. © Bayerisches Rotes Kreuz

18.57 Uhr: Erdrutsch in Erftstadt: Laut Experten weiterhin akute Lebensgefahr

In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

Weiterführende Artikel

Flutschutzmauer beschädigt: Grimma setzt Belohnung aus

Flutschutzmauer beschädigt: Grimma setzt Belohnung aus

Unbekannte haben die Hochwasserschutzanlage in Grimma mutwillig massiv beschädigt. Die Stadt setzt eine Belohnung aus.

SOE: Straße bei Ottendorf länger gesperrt

SOE: Straße bei Ottendorf länger gesperrt

In der Sächsischen Schweiz bleibt die Straße vom Kirnitzschtal nach Ottendorf bis Ende August gesperrt. Die Flutschäden sind dort besonders groß.

Flut: "Die Spendenbereitschaft ist enorm"

Flut: "Die Spendenbereitschaft ist enorm"

Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lichtblick Katerina Lohse zieht eine erste Bilanz der Aktion „Sachsen gibt zurück“ für Hochwasseropfer in Westdeutschland.

Hochwasser: Hilfsangebote in Mittelsachsen

Hochwasser: Hilfsangebote in Mittelsachsen

Nach den schweren Überschwemmungen im Westen Deutschlands haben viele Organisationen zu Spenden aufgerufen. Wie Sie jetzt helfen können.

"Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten", so Rock.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt