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Corona: Inzidenz in Sachsen steigt nur leicht

Mehrere Bundesländer mit dreistelliger Ansteckungsrate, Polizei ermittelt nach Bedrohung von Lauterbach, RKI stuft Corona-Risiko herunter - unser Newsblog zu Corona.

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In Deutschland werden wieder mehr Infektionen durch die Labore bestätigt, die Inzidenz steigt.
In Deutschland werden wieder mehr Infektionen durch die Labore bestätigt, die Inzidenz steigt. © Symbolfoto: dpa/Peter Kneffel

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

Samstag, 9.53 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen steigt nur leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist auch Samstag gestiegen, wenn auch nur ganz leicht Nachdem der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gestern bei 49,6 lag, weist das Robert Koch-Institut (RKI) nun eine Ansteckungsrate von 50,8 für den Freistaat aus.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Sachsen aber dennoch im Tabellenkeller vor Thüringen (38,1) und Hamburg (42,5). An der Spitze liegen weiter Niedersachsen (133,1). Nordrhein-Westfalen (120,9), das Saarland (109,8), Bayern (109,5), Hessen (105,7) und nun auch Bremen (103,8) sind ebenfalls im dreistelligen Bereich. Der Bundessdurchschnitt beträgt aktuell 94,7, am Freitag waren es noch 93,1.

Auch innerhalb der 13 sächsischen Regionen gibt es deutliche Unterschiede. So wird für den Vogtlandkreis eine Inzidenz von 88,1 ausgewiesen, während sie in Mittelsachsen bei 22,4 liegt.

19.30 Uhr: 342 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Freitag 342 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 1.945.223. Todesfälle wurde keine gemeldet.

14.00 Uhr: Betriebe durften Ungeimpfte nicht unbezahlt freistellen

Das Arbeitsgericht Dresden hat die unbezahlte Freistellung der Mitarbeiterin eines Seniorenheims wegen fehlender Corona-Impfung als rechtswidrig eingestuft. Im konkreten Fall ging es um eine Köchin, die ihrem Arbeitgeber im vergangenen Frühjahr keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorgelegt hatte. Mehr dazu hier.

13:00 Uhr: Zahl der Atemwegsinfektionen in Sachsen höher als vor der Pandemie

Knapp 50.000 Sachsen waren letzte Woche wegen Erkältungskrankheiten beim Arzt – die Welle hält weiter an. Besonders Kleinkinder sind betroffen: mehr dazu hier.

11.41 Uhr: 63-Jähriger soll Gesundheitsminister Lauterbach bedroht haben

Ein 63-Jähriger aus Bremen steht in dringendem Tatverdacht, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über das Internet bedroht zu haben. Die Polizei habe die Wohnung des Mannes am Mittwoch durchsucht. Der Bremer soll vor einigen Monaten über ein soziales Netzwerk gepostet haben, dass er den Minister mit Blei zum Schweigen bringen wird, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Ein Zeuge hatte den Text im Internet entdeckt und gemeldet.

Außerdem soll der 63-Jährige mit illegalen Tabakwaren gehandelt und einen Piratensender betrieben haben. Mit diesem soll er laut Polizei ideologische Inhalte der Querdenkerszene verbreitet haben. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler diverse Datenträger, Tabakwaren und eine Sendeanlage. Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung sowie Verstößen gegen das Telekommunikationsgesetz und das Tabaksteuergesetz.

9.40 Uhr: Trotz Corona nur geringfügig weniger Studierende im Ausland

2020 haben 133.400 deutsche Studentinnen und Studenten an ausländischen Hochschulen studiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag waren das 4.500 oder 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang sei angesichts der pandemiebedingten Einschränkungen im ersten Corona-Jahr moderat ausgefallen.

Stark rückläufig war die Zahl der deutschen Studierenden vor allem in China um 4.700 (57,9 Prozent) und den Vereinigten Staaten mit 3.900 (42 Prozent), wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Stärkere Zuwächse an deutschen Studierenden habe es dagegen vor allem in Österreich um 3.600 (11,9 Prozent) und den Niederlanden mit 2.100 (9,2 Prozent) gegeben. Bei der Interpretation sei zu berücksichtigen, dass die Zahlen keine Auskunft darüber geben, ob die Studierenden tatsächlich vor Ort waren oder ihr Auslandsstudium wegen der Corona-Pandemie digital fortsetzten.

Die drei beliebtesten Zielländer deutscher Studierender im Ausland waren 2020 wie in den Jahren zuvor Österreich (33.800), die Niederlande (24.500) und Großbritannien (12.700). Betrachtet man die Studierenden mit deutscher Staatsangehörigkeit weltweit, so kamen auf 1.000 Studierende im Inland 51 im Ausland.

7.21 Uhr: Patientenschützer: Corona hat Altersdiskriminierung verschärft

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat den Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen während der Corona-Pandemie kritisiert. "Deutschland fokussierte sich auf eine scheinbare Überlastung der Kliniken, vergaß aber, die gefährdetste Patientengruppe zu retten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Statt Pflegeheime zu schützen, seien Bewohner isoliert und von ihren Angehörigen getrennt worden und hätten in Einsamkeit leben und sterben müssen. Brysch kritisierte, dass bei Ketteninfektionen kein zusätzliches Personal und keine Ausweichquartiere vorgehalten worden seien.

"Selbst jetzt in der Rückschau geht es vornehmlich um unnötige Corona-Maßnahmen und gegenseitige Schuldzuweisungen. Dabei gerät aus dem Blick, wie die unmittelbar Gefährdeten vor Viruserkrankungen effizient zu schützen sind." Der Patientenschützer verwies darauf, dass auch in diesem Januar "überproportional" viele Corona-Tote mindestens 80 Jahre gewesen seien. "Die meisten davon hätten überlebt, wenn sie sich nicht angesteckt hätten. Doch der politische und gesellschaftliche Aufschrei bleibt aus. Damit hat die Pandemie Altersdiskriminierung in Deutschland verschärft."

Freitag, 5.17 Uhr: Sachsen hebt Corona-Regeln auf

In Sachsen gelten ab dem heutigen Freitag keine landesweiten Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus mehr. Damit entfällt auch die Isolationspflicht im Fall einer Erkrankung. Danebenentfallen auch die vom Freistaat vorgegebenen Masken- und Testpflichten in Gemeinschaftseinrichtungen für Geflüchtete und Obdachlose, in Schutzeinrichtungen für Frauen, Kinder und Männer sowie im Maßregelvollzug. Das Ministerium hält das Tragen einer Maske etwa in überfüllten Verkehrsmitteln und Innenräumen für ratsam. Von den Maßnahmen der vergangenen Jahre bleibt nur die Testpflicht in Gesundheitseinrichtungen übrig. Sie ist im Infektionsschutzgesetz des Bundes geregelt. Mehr dazu im Artikel Coronaschutz: Was gilt noch in Sachsen?