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Corona in Sachsen: Inzidenz steigt über die 400er-Marke

Gericht bestätigt Corona-Impfpflicht für Soldaten, 833 Verdachtsfälle auf Impf-Nebenwirkungen in Sachsen, Zypern führt Maskenpflicht für Innenräume wieder ein - unser Newsblog.

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In Sachsen ist die 7-Tage-Inzidenz weiter angestiegen und hat die 400er-Marke überschritten.
In Sachsen ist die 7-Tage-Inzidenz weiter angestiegen und hat die 400er-Marke überschritten. ©  Robert Michael/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

15.25 Uhr: Youtube wird laut Studie wieder seltener genutzt

Die Nutzung der Videoplattform Youtube ist in Deutschland leicht gesunken. Das geht aus einer in Frankfurt am Main veröffentlichten Studie der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF) hervor. Demnach gaben im Frühjahr 2022 knapp 49,9 Prozent der Befragten an, den Videodienst in den vergangenen vier Wochen genutzt zu haben. Im Herbst des vorangegangenen Jahres waren es noch 3,3 Prozentpunkte mehr. Die Nutzung anderer Angebote, wie die von Netflix und Amazon Prime Video, aber auch die der öffentlich-rechtlichen Sender seien hingegen häufiger genutzt worden als noch im Jahr zuvor.

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Der Rückgang der Nutzung kostenloser Inhalte auf Youtube könne darauf zurückgeführt werden, dass die Angebote von Streaming-Diensten unter anderem durch den Start neuer Serien wieder stärker in Anspruch genommen worden seien, erklärte die Arbeitsgemeinschaft. Rabattaktionen, das Wetter und auch die Corona-Pandemie hätten im vergangenen Jahr einen positiven Einfluss auf die Nutzung von Streaming-Diensten gehabt. Netflix wurde der Erhebung zufolge in den vorangegangen vier Wochen von 33,3 Prozent der Gefragten gesehen (plus 2,8 Prozentpunkte), Prime Video von 23,9 Prozent (plus 1,3 Prozentpunkte).

Die Nutzung der Angebote der öffentlich-rechtlichen Kanäle legte im Vergleich zu der vorherigen Erhebung um 2,9 Prozentpunkte auf 28,1 Prozent zu. Dies könne unter anderem mit einer Veränderung des Nutzungsverhaltens erklärt werden: "Eine mögliche Interpretation der Entwicklung bei den öffentlich-rechtlichen Angeboten wäre, dass der Ukraine-Krieg zu einer verstärkten Nutzung von Informationsangeboten geführt hat, wie wir sie auch schon während der Corona-Lockdowns beobachten konnten", sagte Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF.

14.51 Uhr: Zypern führt Maskenpflicht für Innenräume wieder ein

Angesichts steigender Corona-Zahlen führt die Republik Zypern von diesem Freitag an wieder eine Maskenpflicht für alle Innenräume ein. Das berichtete der staatliche Rundfunk (RIK) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Nikosia am Donnerstag. Ausgenommen davon seien Kinder unter zwölf Jahren. Die EU-Inselrepublik hatte am 1. Juni die Maskenpflicht abgeschafft. Verstöße gegen die Verordnung würden mit einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro bestraft, berichtete der Staatsrundfunk weiter.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der bestätigten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - lag auf der beliebten Ferieninsel zuletzt bei 1.052,8 Prozent, berichtete die größte zyprische Zeitung "Phileleftheros" am Donnerstag. Zudem seien zahlreiche Fälle von infizierten Menschen mit leichten Symptomen registriert worden, die sich nicht isolierten und auch in Innenräumen wie beispielsweise in Supermärkten keine Masken trügen, berichtete der Staatsrundfunk.

13.50 Uhr: 7-Tage-Inzidenz steigt in Sachsen über die 400er-Marke

Die Ansteckungsrate in Sachsen ist über die 400er-Marke gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt den aktuellen Wert am Donnerstag mit 419,2 an. Am Mittwoch hatte er bei 393,8 gelegen, vor einer Woche bei 391,9. Die Zahl gibt die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Damit bleibt Sachsen aber weiter deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 690,6 und hat hinter Thüringen mit 298,9 den zweitniedrigsten Wert aller Länder. Mit 965,0 hat Schleswig-Holstein den höchsten Länder-Wert.

Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus, vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen - in der Statistik zählen nur positive PCR-Tests.

Innerhalb Sachsens reichen die Inzidenzwerte von fast 700 bis unter 300. Den höchsten Wert hat mit 697,7 die Stadt Leipzig. Die Landeshauptstadt Dresden weist mit 477,0 den dritthöchsten Wert unter den 13 Regionen im Freistaat auf, der Landkreis Leipzig hat mit 508,5 den zweithöchsten. Acht Regionen haben Werte unter 400. Unter die 300er-Marke kommen jetzt nur noch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 287,7 und der Erzgebirgskreis hat mit einer Inzidenz von 264,2 den niedrigsten Wert im Freistaat.

13.18 Uhr: Linke-Regierungsvertreter sehen Kultur ohne Tests gefährdet

Mit der Selbstbeteiligung an den Corona-Tests fürchten sechs Linke-Regierungsvertreter aus den Bundesländern um sichere Kulturveranstaltungen. Die Abschaffung der kostenfreien Bürgertests erhöhe das Gesundheitsrisiko von Menschen mit geringen Einkommen und gefährde die Existenz von Kultureinrichtungen, heißt es in einem gemeinsamen Appell von Kultursenator Klaus Lederer, Sozialsenatorin Katja Kipping (beide Berlin), Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (beide Bremen) sowie Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff und Gesundheitsministerin Heike Werner (beide Thüringen) an die Bundesregierung.

Das Linke-Sextett verweist darauf, dass für Herbst und Winter mit einer weiteren Zunahme des Infektionsgeschehens zu rechnen sei. Mit der neuen Testverordnung des Bundes entfalle ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona. "Für weite Bevölkerungsgruppen ist die Eigenbeteiligung finanziell nicht tragbar", heißt es in dem Appell. Dies gefährde das Erreichte auch im Kultursektor. "Wir sind angewiesen auf flächendeckende und kostenfreie Tests, weil wir nur so unsere Schutzmaßnahmen für Kultureinrichtungen möglichst sicher gestalten können, unnötige Risiken vermeiden und Zugänge für alle anbieten können", schreiben die Linke-Regierungsmitglieder.

"Die Teilhabe an Kunst und Kultur, die Auseinandersetzung mit kulturellen Formaten, die Reibung an künstlerischen Positionen ist wesentlicher Bestandteil der Verständigung innerhalb unserer Gesellschaft." Menschen, die die Eigenbeteiligung nicht tragen könnten, würden ausgeschlossen. Dieser Umstand sei unwürdig und unhaltbar.

12.30 Uhr: Mitteldeutsche Krankenhäuser für Organspende-Einsatz trotz Corona ausgezeichnet

Die Gesundheitsministerien von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben Krankenhäuser für ihr besonderes Engagement für die Organspende besonders während der Corona-Pandemie geehrt. Gemeinsam mit der Stiftung Organtransplantation zeichneten sie am Donnerstag in Erfurt stellvertretend für alle Krankenhäuser in den drei Ländern das St. Georg Klinikum Eisenach, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden und das Carl-von-Basedow Klinikum in Merseburg/Querfurt aus, wie die Stiftung mitteilte.

Durch das große persönliche Engagement von Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden sei es auch in der Corona-Pandemie gelungen, Organspenden für lebenswichtige Transplantationen zur Verfügung zu stellen. In der Region Ost der Deutschen Stiftung Organtransplantation gab es 2021 insgesamt 121 Organspender (2020: 130). Es konnten 378 Organe für die Transplantation entnommen werden (2020: 398). Ende 2021 standen noch 990 Menschen aus der Region auf der Warteliste für eine Transplantation.

Die Stiftung koordiniert die Organspende und bietet den Krankenhäusern umfassende Unterstützung bei den Abläufen einer Organspende an. In der Region Ost betreut ein Team von 13 Koordinatoren über 130 Krankenhäuser in allen Belangen der Organspende.

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11.28 Uhr: Bundesgericht bestätigt Corona-Impfpflicht für Soldaten

Die Impfpflicht für Soldaten bleibt bestehen. Dies hat der 1. Wehrdienstsenat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig entschieden. Er wies am Donnerstag die Beschwerden von zwei Offizieren der Luftwaffe gegen die Aufnahme der Corona-Schutzimpfung in die sogenannte Duldungspflicht zurück. Die Oberstleutnante sahen ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt (Az.: BVerwG 1 WB 2.22, BVerwG 1 WB 5.22). Die Entscheidung ist rechtskräftig. Mehr zu Hintergründen und Auswirkungen der Entscheidung erfahren Sie hier im Artikel.

10.56 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Israel überschreitet Marke von 11.000

Die Zahl der Todesfälle in Israel im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 11.000 überschritten. Die Gesamtzahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben, stieg auf 11 042, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Infektionszahlen in dem Land am östlichen Mittelmeer sind zuletzt wieder gestiegen. Sie lagen an mehreren Tagen in Folge bei über 11.000. Experten sehen Israel in der sechsten Corona-Welle. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 12.019 neue Fälle für das 9,4-Millionen-Einwohner-Land.

Ende Januar hatten die täglichen Infektionszahlen mit mehr 85.000 einen Höchststand erreicht. Nur noch knapp 29 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch einen gültigen Impfschutz. Bei 42 Prozent ist dieser abgelaufen, der Rest ließ sich gar nicht impfen. Inzwischen gelten in Israel kaum noch Corona-Beschränkungen.

10.10 Uhr: Göring-Eckardt: Kostenregelung für Corona-Tests nochmal überdenken

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hat sich dafür ausgesprochen, die neue Kosten-Regelung zu den Corona-Tests zu überdenken. "Diese Testfrage, die müssen wir uns auch nochmal anschauen", sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Es sollte nicht am Geldbeutel hängen, ob ich mich testen lasse oder nicht." Es gehe darum, dass Leute mit wenig Geld und sozial schwache Kinder sich weiter testen lassen könnten, sagte sie und meinte offensichtlich: sich weiter kostenlos testen lassen könnten.

Gratis sind die sogenannten Bürgertests in Testzentren oder Apotheken seit Juli nur noch für bestimmte Risikogruppen. In der Regel werden drei Euro fällig: unter anderem vor Konzertbesuchen in Innenräumen, vor größeren Familienfesten oder Besuchen bei älteren Menschen, nach Risikokontakten bei einer Warnung auf der Corona-App.

9.22 Uhr: Corona-Impfung: 833 Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen in Sachsen gemeldet

In Sachsen sind bis Ende Mai 833 Verdachtsfälle zu Impfnebenwirkungen bei Corona-Impfungen verzeichnet worden. Bis dahin wurden im Freistaat insgesamt 7,3 Millionen Impfdosen verabreicht, wie aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rolf Weigand hervorgeht. Als schwerwiegend wurden demnach 342 dieser Meldungen eingeschätzt. Die meisten der gemeldeten Verdachtsmeldungen waren den Angaben zufolge Lokal- und Allgemeinreaktionen. Unter den schwereren Nebenwirkungen wurden häufig zerebrale Infarkte, Lungenembolien oder Thrombosen gemeldet.

Bei insgesamt 300 Menschen mit angegebenen Impfnebenwirkungen wurde auch eine Krankenhauseinweisung gemeldet. Auch 50 Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung lagen laut Ministerium vor. Davon waren 30 Menschen über 70 Jahre alt. Es könne also auch sein, dass bei der Impfung alter Menschen im zeitlichen Zusammenhang zu einer Impfung auch natürlich Tode verzeichnet sind. Bei wie vielen der Todesfälle die Impfung ursächlich war, konnte das Ministerium nicht mitteilen.

9.00 Uhr: Schulangst und Schulvermeidung haben seit Corona zugenommen

Chiko verschwindet in seinem schwarzen Hoodie. Eigentlich wollte der 15-Jährige von sich erzählen: Wie es ihm geht, warum er nicht mehr zur Schule geht, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Jetzt scheint alle Energie aus ihm gewichen. "Ich bin faul und kiffe zu viel", sagt er und fügt leise an: "Schule ist doch eh scheiße." Seine Mutter habe schon etliche Male Bußgeld gezahlt, weil er nicht im Unterricht erschien, er selbst müsse Sozialstunden ableisten. "Viele haben wegen Corona angefangen zu schwänzen", sagt er.

Chiko hat recht. Das Problem "Schulvermeidung" hat Experten zufolge durch die Pandemie zugenommen. Die Situation sei alarmierend, sagt Thomas Thor, Leiter der "Fachstelle Schulvermeidung" der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Region Hannover: "Corona wirkte wie ein Katalysator, zahlreiche Schüler sind während Lockdown und Homeschooling unter dem Radar geblieben und zum Teil komplett abgetaucht."

Sozialpädagoge Thor und seine Kollegen sprechen von Schulvermeidung oder -absentismus, weil "Schwänzen" ihrer Ansicht nach falsche Assoziationen weckt. "Schwänzen" klinge harmlos, spielerisch, selbstbestimmt. Es klinge nach einer Stunde Eisdiele statt einer Stunde Mathe. Doch darum geht es bei Chiko und den anderen schon lange nicht mehr. Chiko war seit Ewigkeiten nicht mehr in der Schule. Wie lange, weiß der Junge, der eigentlich die achte Klasse einer Realschule besuchen müsste, selbst nicht.

Ein Junge sitzt vor dem Fernseher statt im Unterricht.
Ein Junge sitzt vor dem Fernseher statt im Unterricht. © picture alliance / dpa (Symbolbild)

7.52 Uhr: Dirigent Meir Wellber sieht Musikbranche auf neuen Wegen

Die Corona-Pandemie wird nach Ansicht des Dirigenten Omer Meir Wellber den Musikbetrieb auf Dauer verändern. "Ich kann nicht genau sagen, in welche Richtung es geht. Doch neue Medien und Formate werden viel stärker berücksichtigt werden. Wir müssen auf allen Kanälen präsent sein", sagte der 40-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für Opernhäuser mit ihren langen Planungsvorläufen sei es schwierig, auf eine Pandemie zu reagieren. "Doch viele haben etwas Neues gefunden, neue Ideen entwickelt. Man muss nicht im Koma bleiben.

Ganz im Gegenteil. Das Theater muss in solchen Situationen immer ganz vorne mit dabei sein, darf nie im Tiefschlaf versinken." Mit einem Dirigat der Verdi-Oper "Aida" verabschiedet sich Meir Wellber an diesem Samstag als 1. Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

6.55 Uhr: Weniger Treffer bei Einlasskontrollen in Sachsens Gerichten

Bei den Sicherheitskontrollen am Einlass der rund 50 sächsischen Gerichten und Staatsanwaltschaften sind 2021 weniger gefährliche und als Waffe nutzbare Alltagsgegenstände sichergestellt worden als im Jahr zuvor. Wie die Statistik zeigt, hat sich das Niveau 2021 gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 mehr als halbiert - von 16.847 auf 6.688. Was das mit der Corona-Pandemie zu tun hat und ob das eine anhaltende Entwicklung ist, lesen Sie im Artikel Weniger gefährliche Gegenstände in Sachsens Gerichten

5.58 Uhr: RKI registriert 135.402 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 690,6

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 690,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 678,8 gelegen (Vorwoche: 668,6; Vormonat: 199,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 135.402 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 132.671) und 108 Todesfälle (Vorwoche: 83) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.808.614 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie - Das passierte am Mittwoch

21.52 Uhr: Studie: Bedeutung von Bargeld als Zahlungsmittel gesunken

Beschleunigt durch die Corona-Pandemie hat Bargeld als Zahlungsmittel in Deutschland an Bedeutung eingebüßt. Im vergangenen Jahr wurden zwar 58 Prozent der Bezahlvorgänge für Wareneinkäufe und Dienstleistungen mit Scheinen und Münzen beglichen, wie aus einer Studie der Deutschen Bundesbank hervorgeht. Bei der letzten großen Erhebung der Notenbank im Jahr 2017 waren es aber noch 74 Prozent. Ein Grund ist nach Einschätzung der Bundesbank die Zunahme der Einkäufe im Internet sowie die geringere Nutzung von Bargeld in der Corona-Pandemie. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Zahlungsverhalten der Deutschen ändert sich

20.10 Uhr: Long-Covid-Patienten mehr als drei Monate krankgeschrieben

Menschen mit langfristigen Folgen einer Coronainfektion sind im vergangenen Jahr nach einem Bericht der Techniker Krankenkasse (TK) im Durchschnitt 105 Tage krankgeschrieben gewesen. Auf die Gesamtzahl der Berufstätigen bezogen, sorge Long-Covid aber nur für einen relativ geringen Anteil am Gesamtkrankenstand, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten TK-Gesundheitsreport. Basis für die TK-Sonderauswertung zu den längerfristigen Folgen einer Coronainfektion waren die Daten von 4.278.610 TK-versicherten Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren.

Die Symptome von Long-Covid reichen den Angaben zufolge von eingeschränkter Belastbarkeit und extremer Müdigkeit über Atemnot und Kopfschmerzen bis hin zu Muskel- und Gliederschmerzen. "Wer von Long-Covid betroffen ist, hat lange mit dieser Krankheit - die uns noch viele Rätsel aufgibt - zu tun", sagt der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas.

18.53 Uhr: Gericht: Urteil zu Corona-Impfpflicht für Soldaten am Donnerstag

Im Prozess um die Corona-Impfpflicht bei der Bundeswehr will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag (11 Uhr) eine Entscheidung verkünden. Es brauche noch etwas Beratungszeit, sagte der Vorsitzende des 1. Wehrdienstsenates, Richard Häußler, am Mittwochabend. Zuvor hatten die Beteiligten ihre Plädoyers gehalten.

Zwei Offiziere der Luftwaffe hatten gegen die Aufnahme der Corona-Schutzimpfung in eine Liste von Impfungen geklagt, die für Soldatinnen und Soldaten verbindlich sind. Sie sahen ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. Die beiden Offiziere lehnen sämtliche Impfstoffe ab, weil sie ihrer Ansicht nach nicht ausreichend erforscht sind. Der 1. Wehrdienstsenat ist für das Verfahren in erster und letzter Instanz zuständig.

Während die Klägerseite die sogenannte Duldungspflicht kippen will, halten die Vertreter des Bundesverteidigungsministeriums an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens fest. Laut Verteidigungsministerium liegt der Anteil geimpfter und genesener Soldaten und Soldatinnen, die über eine aktuell vollständige Immunisierung verfügen, bei 94 Prozent. Die Impfquote der Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen beträgt demnach 100 Prozent. Bislang habe es unter den 183 638 Soldatinnen und Soldaten rund 60 000 Corona-Fälle gegeben.

17.46 Uhr: RKI: Sorge vor mehr depressiven Symptomen zunächst nicht bestätigt

Die Sorge vor einer Zunahme depressiver Symptome in der Corona-Pandemie hat sich laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Anfang 2021 nicht bestätigt. "Auf Bevölkerungsebene werden anfängliche Befürchtungen, dass depressive Symptome aufgrund der Covid-19-Pandemie oder der Eindämmungsmaßnahmen zunehmen könnten, durch die vorliegenden Ergebnisse nicht unterstützt", schreibt ein Autorenteam im RKI-"Journal of Health Monitoring". In der ersten Phase der Pandemie sei sogar ein leichter Rückgang zu beobachten gewesen. Der Beitrag vom Mittwoch widmet sich mehreren Aspekten der gesundheitlichen Lage in Deutschland.

Auch Befürchtungen von erhöhten Suizidraten während der Pandemie hätten nicht bestätigt werden können, heißt es in der Studie. Diese Ergebnisse träfen für die Allgemeinbevölkerung zu, es bestehe aber noch Forschungsbedarf zu Veränderungen "in spezifischen, vulnerablen Bevölkerungsgruppen". Keine pandemiebedingte Veränderung sehen die Forscher beim Rauchen, wie es weiter hieß. Der nach der ersten Pandemiephase beobachtete Anstieg beim Körpergewicht beziehungsweise dem sogenannten Body Mass Index (BMI), der aus Gewicht und Größe berechnet wird, habe sich ab Herbst 2020 nicht fortgesetzt. Im Vergleich zum Zeitraum vor der Pandemie habe das Körpergewicht jedoch um 0,8 Kilo zugenommen.

Die Untersuchung betrachtet nicht die gesamte bisherige Pandemie, sondern hat einen Fokus auf der zweiten Welle, die ab Herbst 2020 mit verschärften Maßnahmen einherging. Unter anderem gab es damals den sogenannten Teil-Lockdown. Es handelt sich um eine Folgeerhebung einer schon länger laufenden Studie zur Gesundheit in Deutschland. Dafür wurden zwischen April 2019 und Januar 2021 rund 26.500 Menschen ab 15 Jahren telefonisch befragt.

16.38 Uhr: Europas Einkaufsmeilen locken nach Krise wieder viele Touristen

Die großen Einkaufsmeilen in Europa können sich nach der Corona-Krise über die Rückkehr vieler Besucher freuen. Auf dem Pariser Champs-Élysées liegt die Frequenz bereits um 23 Prozent über Vorkrisenniveau, auf dem Kurfürstendamm in Berlin noch um 12 Prozent darunter, wie die am Mittwoch in Paris vorgelegte Mytraffic-Untersuchung von Besucherströmen ergab. Von Juni 2021 bis Mai 2022 lag die Frequenz auf der Pariser Prunkallee demnach um 102 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, auf der Leidsestraat in Amsterdam um 55 Prozent darüber. Der Kurfürstendamm verbuchte ein Plus von 31 Prozent, ebenso wie die Oxford Street in London.

Einkäufer und Touristen kehrten trotz Ukraine-Krieg und Inflation schneller als erwartet zurück, das bereits befürchtete Ende des stationären Handels sei nicht eingetreten, schrieben die Autoren der Studie. Der Immobilienmarkt auf den großen Einkaufsstraßen habe sich stabilisiert und internationale Ketten investierten dort in große Vorzeigefilialen, sogenannte Flagship-Stores. Bezahlt mache sich die Kooperation privater Investoren mit den Kommunen zur Entwicklung der Einkaufsstraßen und des öffentlichen Raums. Dabei gehe es um die Attraktivität, etwa über Kulturveranstaltungen, Sicherheit, Sauberkeit oder das rund um den Ku'damm geschaffene Gratis-WLAN.

15.52 Uhr: Israel erlaubt Corona-Impfung von unter Fünfjährigen

In Israel dürfen jetzt auch Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Das Gesundheitsministerium teilte dies am Mittwoch mit und folgte damit einer Expertenempfehlung. Auch in den USA werden Kinder in dem Alter bereits geimpft. Generaldirektor Nachman Asch sagte, die Impfung sei besonder empfehlenswert für Kinder mit chronischen Krankheiten oder Immunschwäche.

Die Infektionszahlen in dem Land am östlichen Mittelmeer waren zuletzt wieder gestiegen und lagen an mehreren Tagen in Folge bei über 10.000. Experten sehen das Land in der sechsten Corona-Welle. Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 13.901 neue Fälle für das 9,4-Millionen-Einwohner-Land. Die Zahl der Schwerkranken liegt bei 376. Ende Januar hatten die täglichen Infektionszahlen mit mehr 85.000 einen Höchststand erreicht. Nur knapp 29 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch einen gültigen Impfschutz. Bei 42 Prozent ist dieser bereits abgelaufen, der Rest ließ sich gar nicht erst impfen.

15.21 Uhr: Corona-Stabilisierungsfonds WSF schließt Jahr 2021 mit Überschuss ab

Der in der Corona-Krise geschaffene deutsche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) hat das Jahr 2021 mit einem Überschuss abgeschlossen. 104,1 Millionen Euro Plus standen Ende Dezember in der Bilanz, wie die Finanzagentur des Bundes am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im ersten Jahr seines Bestehens hatte der Fonds ein Minus von 25,9 Millionen Euro gemacht. Geld in die Kasse spülte im vergangenen Jahr der Verkauf von Aktien der zwischenzeitlich mit Milliardensummen gestützten Fluggesellschaft Lufthansa. Außerdem schlug die Auflösung einer Wertberichtigung im Zusammenhang mit einem Darlehen an die MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern positiv zu Buche. Dazu kamen Zinserträge.

Der Fonds war kurz nach Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 von der Bundesregierung eingerichtet worden, um in einem Gesamtrahmen von ursprünglich bis zu 600 Milliarden Euro großen Unternehmen direkt zu helfen, die wegen der Corona-Krise in Not geraten sind. Im Rahmen der Verlängerung des WSF wurde der Gesamtumfang zum 1. Januar 2022 auf 250 Milliarden Euro angepasst. Unter anderem die Lufthansa und der Reisekonzern Tui bekamen Hilfen aus diesem Topf. Ursprünglich war der WSF bis Ende 2021 befristet, nach einer Verlängerung konnte der Fonds aber noch bis zum 30. Juni 2022 Stabilisierungsmaßnahmen gewähren. Neben direkten und indirekten Beteiligungen gehört insbesondere die Refinanzierung von Krediten über die staatliche Förderbank KfW zu den Instrumenten des Fonds.

15.02 Uhr: Sachsen meldet mehr als 5.400 neue Infektionen

Das sächsische Sozialministerium hat am Mittwoch 5.401 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet - so viele wie seit Ende April nicht mehr an einem Tag. Zudem wurden drei weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.579.294 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.609 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.528.800 angegeben.

Unter den 13 Regionen in Sachsen reichen die Unterschiede bei der Sieben-Tage Inzidenz von knapp 700 bis rund 200. Die Stadt Leipzig hat mit 697,2 die höchste Inzidenz, im Kreis Görlitz liegt der Wert, der die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, bei 203,1. Die Ansteckungsrate im gesamten Freistaat ist am Mittwoch leicht zurückgegangen: Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt den aktuellen Wert mit 393,8 an, am Dienstag waren es 398,5.

14.12 Uhr: Neues Corona-Sorgenkind? Forscher werten Daten zu BA.2.75 aus

Eine weitere Sublinie der Corona-Variante Omikron namens BA.2.75 wird von einem Experten für Virusevolution noch mit Zurückhaltung gesehen. Sie habe zwar eine Reihe von relevanten Mutationen, sei aber bislang sehr selten und hauptsächlich in Indien beobachtet worden, teilte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel auf dpa-Anfrage mit. "Es ist durchaus möglich, dass BA.2.75 eine global erfolgreiche Variante wird, es ist aber zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen."

In den vergangenen Tagen hatten mehrere andere Wissenschaftler auf Twitter auf die Sublinie hingewiesen und sich über mögliche Folgen der Erbgutveränderungen ausgetauscht. So schrieb zum Beispiel der britische Virologe Tom Peacock, dass der Erreger mehrere Mutationen am sogenannten Spike-Protein aufweise, mit dem das Virus menschliche Zellen entert. Einzeln betrachtet lasse keine der Veränderungen wirklich aufhorchen, aber wenn alle zusammen auftauchten, sei es eine andere Sache. Ein weiterer Forscher schränkte aber auch selbst ein, dass die bisherigen Einschätzungen noch sehr spekulativ seien.

In den Covid-19-Wochenberichten des Robert Koch-Instituts (RKI), in denen auf relevante Virusvarianten eingegangen wird, ist über BA.2.75 bisher nichts zu finden. In Deutschland ist laut RKI-Daten klar BA.5 vorherrschend, die Anteile in Stichproben wuchsen zuletzt von Woche zu Woche. Hintergrund für die verstärkte Verbreitung ist unter anderem, dass der Erreger Mutationen aufweist, durch die er der Abwehr von Geimpften und Genesenen besser entkommt.

In Labortests (PCR) müsste laut Experten auch BA.2.75 nachweisbar sein. Es gebe keinen Hinweis, dass BA.2.75 nicht per PCR detektiert werden könne, erwiderte die Schweizer Virologin Isabella Eckerle bei Twitter auf eine entsprechende Behauptung. Auch Neher erklärte, bei PCR-Tests schienen ihm Nachweisprobleme unwahrscheinlich zu sein, da diese Tests typischerweise mehrere Zielgene hätten.

13.41 Uhr: Stiere sind nach Corona wieder los: "Sanfermines" in Spanien eröffnet

Die Stiere sind in Pamplona nach langer Corona-Pause wieder los: In der nordspanischen Stadt ist am Mittwoch das berühmte wie auch umstrittene "Sanfermines"-Fest eröffnet worden. Mittags wurde vor rund 12.000 begeisterten Menschen vom Rathaus-Balkon aus die Eröffnungsrakete "Chupinazo" abgefeuert. "Viva San Fermín", schrien die dichtgedrängten Menschen. Sie tanzten, sangen und schwenkten die traditionellen roten Halstücher. Das Fest zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín findet erstmals seit 2019 wieder statt. 2020 und 2021 war es wegen der Pandemie abgesagt worden. Die erste Stierhatz ist für Donnerstag angesetzt.

Höhepunkt der seit über 400 Jahren stattfindenden Veranstaltung ist die tägliche Stierhatz: An insgesamt acht Tagen werden vormittags jeweils sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt in die Arena getrieben. Dabei laufen Hunderte von Menschen - vorwiegend junge Männer - vor den rund 600 Kilogramm schweren Bullen her. Jedes Jahr werden bei diesen Mutproben Dutzende verletzt. Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte 2009.

Feiernde füllen den Rathausplatz und warten auf den Start der «Chupinazo»-Rakete, mit der das «Sanfermines»-Fest 2022 in Pamplona offiziell eröffnet wird.
Feiernde füllen den Rathausplatz und warten auf den Start der «Chupinazo»-Rakete, mit der das «Sanfermines»-Fest 2022 in Pamplona offiziell eröffnet wird. © Alvaro Barrientos/AP/dpa

12.51 Uhr: Corona-Fehler: Flughafen-Abfertigungsprobleme noch über Monate

Die Abfertigungsprobleme am größten deutschen Flughafen in Frankfurt werden nach Einschätzung des Betreibers noch mehrere Monate anhalten. Man werde sich noch zwei bis drei Monate auf dem gegenwärtigen Niveau bewegen und auch noch weitere Flüge streichen müssen, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Dienstagabend. Mit Blick auf den Schulferienbeginn in Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz am 23. Juli sagte er: "Die Sommer-Peaks kommen noch."

In Kooperation mit dem Hauptkunden Lufthansa sind in Frankfurt für die Monate Juli und August bereits mehrere hundert Flüge gestrichen worden. Die maximale Stundenkapazität des Flughafens wurde um 10 auf 94 Flugbewegungen pro Stunde abgesenkt, um die Abfertigung der verbleibenden Flüge zu verbessern. Das sei notwendig, um das System stabil zu halten, sagte Schulte. "Das totale Chaos haben wir bislang vermieden." Es gebe eine relativ hohe Unpünktlichkeit und insbesondere beim Gepäck lange Wartezeiten, für die sich Schulte bei den Passagieren entschuldigte.

Schulte räumte ein, die Entwicklung im Laufe der Corona-Krise falsch eingeschätzt zu haben. Die Abwanderung von Beschäftigten mit niedrigen Einkommen habe man aber selbst mit aufgestocktem Kurzarbeitergeld nicht verhindern können, weil diese Menschen auch auf die Schichtzulagen angewiesen seien. Sie hätten sich in anderen Branchen Jobs gesucht.

11.17 Uhr: Polizistin wegen gefälschter Impfausweise rechtmäßig entlassen

Eine Polizeibeamtin auf Probe ist wegen des Verdachts der Fälschung von Corona-Impfausweisen laut einem Gerichtsbeschluss zu Recht entlassen worden. Bereits vor einer abschließenden Entscheidung in dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren lasse sich aus dem bisher feststehenden Sachverhalt schlussfolgern, dass sie sich "aufgrund charakterlicher Mängel in der Probezeit nicht bewährt habe", teilte das Verwaltungsgericht des Saarlandes am Mittwoch in Saarlouis mit. Eine Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes ist möglich. (AZ.: 2 L 297/22)

Ende 2021 hatte das Landespolizeipräsidium unter Leitung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Ermittlungen gegen die Frau aufgenommen. Sie wird verdächtigt, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, Impfnachweise zum Einzelpreis von 100 Euro an Dritte verkauft zu haben. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung und der Diensträume wurden demnach Blanko-Impfpässe, ein gefälschter Impfpass sowie elektronische Geräte sichergestellt. Mit einem Eilantrag wehrte sie sich gegen ihre Entlassung aus dem Beamtenverhältnis auf Probe.

Für eine Entlassung während der Probezeit genügten bereits berechtigte Zweifel des Dienstherren, ob die Beamtin die charakterliche Eignung für die Ernennung zur Beamtin auf Lebenszeit erfülle, erklärte das Gericht. Menschen, die nicht geimpft seien, zu ermöglichen, falsche Nachweise zu erlangen, sei als "ein schweres, die Gesundheit anderer in erheblichem Maße gefährdendes Vergehen zu sehen". Dieses offenbare "einen schweren charakterlichen Mangel" und rechtfertige die Annahme, dass die Antragstellerin für den Beruf der Polizeikommissarin ungeeignet sei.

Bei der Kriminalpolizeiinspektion liegen Impfpässe unter einer Lupe, die als mögliche Fälschungen untersucht werden.
Bei der Kriminalpolizeiinspektion liegen Impfpässe unter einer Lupe, die als mögliche Fälschungen untersucht werden. © Stefan Puchner/dpa (Archiv)

10.43 Uhr: Zahlen steigen: Nizza führt Maskenpflicht im ÖPNV wieder ein

Die südfranzösische Küstenmetropole Nizza führt angesichts steigender Corona-Zahlen wieder eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. Die Regelung für Busse und Straßenbahnen solle am Montag wieder in Kraft treten, kündigte Bürgermeister Christian Estrosi am Mittwoch im Sender RTL an. Die 340.000-Einwohner-Stadt an der französischen Riviera ist auch als Urlaubsort beliebt. Frankreichs Regierung empfiehlt das Maskentragen im öffentlichen Verkehr derzeit, eine Pflicht gibt es aber nicht.

Auch in Frankreich steigt seit einigen Wochen die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder an. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der bestätigten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - lag landesweit zuletzt bei 1.141. Innerhalb einer Woche stieg der Wert um mehr als 50 Prozent.

9.48 Uhr: Sachsen eins von nur zwei Ländern mit Inzidenz unter 400

Die Ansteckungsrate in Sachsen ist am Mittwoch leicht zurückgegangen und liegt weiter knapp unter der 400er-Marke. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt den aktuellen Wert mit 393,8 an. Am Dienstag hatte er bei 398,5 gelegen. Die Zahl gibt die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Damit bleibt Sachsen weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 678,8 und hat hinter Thüringen (286,0) den zweitniedrigsten Wert aller Bundesländer. Mit über 1.000 liegt der höchste Bundesländerwert in Schleswig-Holstein (1.004,3) viel höher als im Freistaat.

Innerhalb Sachsens reichen die Inzidenzwerte von 697,2 in der Stadt Leipzig bis 203,1 im Landkreis Görlitz. Die Landeshauptstadt Dresden weist mit 474,3 aktuell den dritthöchsten Wert unter den 13 Regionen im Freistaat auf, der Landkreis Leipzig mit 480,7 den zweithöchsten. Sechs Regionen haben Werte unter 400 und vier unter 300.

9.02 Uhr: Verwendung von Masken-Attest aus dem Internet kann strafbar sein

Wer ein Blanko-Attest aus dem Internet zur Befreiung von der Maskenpflicht verwendet, kann sich strafbar machen. Beim Vorlegen dieser Bescheinigung werde der Anschein erweckt, es habe eine ärztliche Untersuchung stattgefunden, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Celle am Mittwoch mit. Dies könne als Gebrauch eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses gewertet werden. Das Landgericht Hannover hatte einen Angeklagten in einem solchen Fall zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen verurteilt. Das OLG Celle bestätigte in seinem Beschluss, dass die Verwendung des aus dem Internet heruntergeladenen Attests strafbar sein kann.

Dennoch wurde das Urteil des Landgerichts aus dem Dezember 2021 zunächst aufgehoben und das Verfahren zurückverwiesen. Die Richter müssten prüfen, ob das Formular mit einer (eingescannten) Unterschrift des Arztes versehen war, erklärte das OLG. Anderenfalls läge kein Gesundheitszeugnis vor. Auch die Strafzumessung sei näher zu begründen. Der Beschluss aus Celle ist rechtskräftig.

Ein Attest aus dem Netz befreit nicht von der Maskenpflicht, hat ein Gericht jetzt klargestellt.
Ein Attest aus dem Netz befreit nicht von der Maskenpflicht, hat ein Gericht jetzt klargestellt. © Symbolfoto: dpa/Georg Hochmuth

8.08 Uhr: Ärzteverband: Gesundheitssystem "stellenweise wieder an Grenzen"

Angesichts von Personalausfällen in Kliniken wegen der Corona-Sommerwelle warnt der Ärzteverband Marburger Bund vor Einschränkungen bei der Gesundheitsversorgung. "Wir sehen Engpässe in Kliniken, insbesondere in Schleswig-Holstein mit seinen besonders hohen Infektionszahlen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem "Handelsblatt". "Aber auch in anderen Bundesländern können Stationen, Notaufnahmen und der Rettungsdienst wegen Personalmangels teilweise nicht mehr betrieben werden. Wir müssen außerdem davon ausgehen, dass in den kommenden Wochen noch mehr Personal ausfällt."

Insgesamt sei die Lage zwar zu schaffen, aber das Gesundheitssystem komme "stellenweise wieder an Grenzen", sagte Johna. "Im dritten Pandemiejahr ist das eine kleine Katastrophe." Die meisten würden sich nicht im Dienst, sondern im Privatleben anstecken. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft warnte erneut vor der Gefahr gleichzeitiger Corona- und Grippewellen im Herbst. Mit Blick auf die politische Debatte darüber, welche Corona-Schutzmaßnahmen dann möglich sein sollen, kritisierte sie eine "Hängepartie": "Dass die Politik sich vor der Sommerpause nicht über Maßnahmen für den Herbst einigen konnte, halte ich für einen großen Fehler. (...) Den dritten Herbst in Folge können wir uns nicht richtig vorbereiten."

6.58 Uhr: Forscher: Auch an Schlussfolgerungen aus Abwasseranalysen denken

In der Debatte um eine Ausweitung von Abwasseruntersuchungen auf Corona sollten im Vorfeld mögliche Konsequenzen zum Beispiel bei Anzeichen für einen Ausbruch diskutiert werden. Darauf pocht ein Berliner Wissenschaftler, der sich mit solchen Analysen beschäftigt. "Das muss von der Politik beantwortet werden", sagte Emanuel Wyler, Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei die große Frage, was man mit der Erkenntnis anstellt, dass an einem Ort ein Ausbruch im Gange ist oder sich die nächste Welle abzeichnet: Schicke man bei einer bestimmten Entwicklung zum Beispiel wieder mehr Menschen ins Homeoffice? Verhänge man eine Maskenpflicht oder erlasse man als Krankenhaus vorsorglich eine Urlaubssperre? Ein Amtsärzte-Vertreter hatte sich kürzlich für eine stärkere Nutzung des Instruments ausgesprochen. Warum und wie, das lesen Sie im Artikel Klarheit dank trüber Brühe? Wie man Corona im Abwasser aufspürt

Mittwoch, 6.02 Uhr: RKI registriert 130.728 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 678,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 678,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 687,7 gelegen (Vorwoche: 646,3; Vormonat: 253,8). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 130.728 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 133.950) und 122 Todesfälle (Vorwoche: 175) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.673.212 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

20.20 Uhr: Wenige Tage nach Nato-Gipfel: Spaniens Königin Letizia hat Corona

Spaniens Königin Letizia ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 49-Jährige habe allerdings nur leichte Symptome, teilte das Königshaus am Dienstag in Madrid mit. Die Ehefrau von König Felipe VI. (54) hatte erst am Montagabend zusammen mit dem Monarchen und den beiden Töchtern, Kronprinzessin Leonor (16) und Infantin Sofía (15), an einer Preisverleihung in Barcelona teilgenommen. Vorige Woche hatte sie beim Nato-Gipfel in Madrid US-Präsident Joe Biden und viele weitere Teilnehmer begrüßt. Zwei Termine, die die Königin am Mittwoch in Madrid auf dem Programm hatte, sind nach Angaben des Königshauses wegen des positiven Tests abgesagt worden. Für Letizia ist es die erste Ansteckung mit dem Virus. Felipe war im Februar positiv getestet worden.

16.45 Uhr: 2,5 Millionen Euro für Long-Covid-Studie an Leipziger Uni

Sachsen verlängert die Förderung einer Studie zu Long Covid bis Ende 2025. Demnach betrage die Unterstützung der Forschungsarbeiten nun rund 2,5 Millionen Euro, teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag in Dresden mit. Im Rahmen der Studie werden Gesundheitsdaten von Menschen, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, mit denen von Menschen verglichen, die nicht mit Covid-19 infiziert waren.

Die Long-Covid-Studie untersuche vor allem kognitive und psychische Langzeitfolgen einer Infektion, um künftig besser therapieren und Komplikationen im besten Fall vorbeugen zu können, hieß es. Das Besondere sei die enge Zusammenarbeit mit der neu eingerichteten Post-Covid-Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Leipzig und dem Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen. Geleitet wird das Forschungsprojekt von dem Leipziger Medizinprofessor Markus Löffler. Das Team arbeitet seit Mai 2021 an dem Thema. Die Erforschung der Long-Covid-Erkrankung stehe noch ganz am Anfang, erklärte Löffler. Die Krankheit betreffe vor allem Personen im berufsfähigen Alter und oft komme unabhängig von der Schwere des Krankheitsverlaufs vor.

Sachsen ist von der Covid-19-Epidemie in besonderem Maße betroffen. Laut Ministeriumsangaben ist einer von 250 Bürgerinnen und Bürger Sachsen an oder mit der Corona-Infektion verstorben.

15.33 Uhr: Sachsen mit mehr als 3.500 neuen Corona-Infektionen

Das sächsische Sozialministerium hat am Dienstag 3.583 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden zwei weitere Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen bisher 1.573.893 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.606 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.526.050 angegeben.

Unter den 13 Regionen in Sachsen reichen die Unterschiede bei der Sieben-Tage Inzidenz von weit über 600 bis knapp über 200. Die Stadt Leipzig hat mit 668,6 die höchste Inzidenz, im Kreis Görlitz liegt der Wert, der die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, bei 202,3.

14.21 Uhr: Curevac klagt gegen Biontech - Vorwurf der Patentrechtsverletzung

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat in Deutschland eine Klage gegen den Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech SE und zwei Tochterunternehmen eingereicht. Das Unternehmen spricht von Patentrechtsverletzung. Wie Curevac am Dienstag weiter mitteilte, fordert es eine "faire" Entschädigung für die Verletzung einer Reihe der geistigen Eigentumsrechte aus mehr als zwei Jahrzehnten Pionierarbeit in der mRNA-Technologie, die bei der Herstellung und dem Verkauf des Impfstoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA) verwendet wurden. Die Klage wurde vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben.

Curevac strebt nach eigener Aussage keine einstweilige Verfügung an und beabsichtigt auch nicht, rechtliche Schritte einzuleiten, die die Produktion, den Verkauf oder den Vertrieb von Comirnaty behindern könnten. Das Präparat des Tübinger Unternehmens Curevac ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff - wie die von Biontech/Pfizer und Moderna (USA). Von Biontech war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

13.58 Uhr: Gericht: Kanzleramt muss Corona-Protokolle herausgeben

Das Bundeskanzleramt muss nach einer Gerichtsentscheidung Protokolle zu den Bund-Länder-Konferenzen zur Corona-Pandemie herausgeben. In einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes heißt es zur Begründung, bei Beratungen von Behörden sei "nur der eigentliche Vorgang der behördlichen Entscheidungsfindung als solcher" geschützt. Für Ergebnisse und Grundlagen der Entscheidung gelte dies nicht. (VG 2 K 155/21) Geklagt hatte der Berliner "Tagesspiegel".

Die Zeitung hatte im Dezember 2020 beim Bundeskanzleramt unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz beantragt, Zugang zu den Kurzprotokollen der ab März 2020 stattfindenden Bund-Länder-Konferenzen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu bekommen. Das Kanzleramt lehnte dies den Angaben zufolge mit der Begründung ab, einer Herausgabe stehe der Schutz von behördlichen Beratungen und des Kernbereichs exekutiver Eigenverantwortung entgegen. Eine Veröffentlichung könne einen künftigen freien und offenen Meinungsaustausch beeinträchtigen.

Im Urteil heißt es nun, die beklagte Regierung habe nicht dargelegt, welche Passagen welcher Kurzprotokolle den Vorgang der Willensbildung und Abwägung abbildeten. Zudem sei eine konkrete Gefährdung des Beratungsverlaufs oder künftiger Beratungen nicht nachvollziehbar dargelegt worden. Gegen das Urteil kann ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gestellt werden.

13.34 Uhr: Hausärzte bleiben dabei: Corona-Bürgertests machen Praxen Schwierigkeiten

Der Deutsche Hausärzteverband sieht auch nach einer Einigung zur Abrechnung von Corona-Bürgertests Schwierigkeiten für viele Praxen. Der Vorsitzende Ulrich Weigeldt sagte am Dienstag: "Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind aus dem Schneider, die Ärztinnen und Ärzte vor Ort sind die Gelackmeierten." Das "Bürokratiemonster" bleibe unverändert bestehen. So müssten Praxen eine Barkasse führen und von einigen Patientinnen und Patienten drei Euro eintreiben. Sie sollten außerdem überprüfen, ob jemand anspruchsberechtigt sei. Dies belaste sowieso schon stark geforderte Hausarztpraxen noch weiter.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten sich auf die Abrechnung der Tests geeinigt, die nicht mehr für alle gratis sind. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) nehmen demnach weiterhin die Abrechnungen der Teststellen entgegen und Auszahlungen vor. Die KBV betonte, dass sie die neuen Anspruchsvoraussetzungen nicht prüfen müssen. Lauterbach hatte in diesem Zusammenhang deutlich gemacht, dass Bürger ihren Anspruch auf einen bezuschussten Schnelltest für drei Euro selbst schriftlich bestätigen sollen. "Wir verlassen uns ein Stück weit auf die Ehrlichkeit der Bürger", sagte der Minister.

Gratis sind Bürgertests nur noch für bestimmte Risikogruppen - in der Regel werden drei Euro fällig: unter anderem vor Konzertbesuchen in Innenräumen, vor größeren Familienfesten oder Besuchen bei älteren Menschen, nach Risikokontakten bei einer Warnung auf der Corona-App.

12.45 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen bei knapp 400

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist am Dienstag weiter gestiegen und liegt nun knapp unter der 400er-Marke. Diese war erst in der vergangenen Woche überschritten worden, durch Meldeverzögerungen über das Wochenende aber wieder gesunken. Jetzt kletterte der Wert binnen eines Tages von 378,2 auf nun 398,5. Die Zahl gibt die gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Dennoch bleibt Sachsen aber unter dem bundesweiten Durchschnitt (687,7).

Die Unterschiede der Bundesländer sind ohnehin immens: Während Schleswig-Holstein mit 1052,1 eine vierstellige Inzidenz meldet, liegt der Wert in Thüringen bei 296,8 und damit noch niedriger als in Sachsen.

11.59 Uhr: Corona: Patientenschützer fordern Rückkehr zu längerer Isolation

Patientenschützer fordern mit Blick auf den Herbst die Rückkehr zur zehntägigen Isolationspflicht für Corona-Infizierte. Die Verkürzung auf nur fünf Tage befeuere die unkontrollierte Ausbreitung des Virus, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Funke Medientruppe (Dienstag). Damit werde es im Herbst für schwerstkranke, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen immer gefährlicher.

Die Isolationszeit für Corona-Positive müsse wieder auf zehn Tage verlängert werden, forderte Brysch. Diese solle nur dann verkürzt werden können, wenn ein PCR-Test negativ ausfalle. Derzeit müssen Menschen mit einer Corona-Infektion nur noch fünf Tage in Isolation. Ein Freitesten am fünften Tag wird dringend empfohlen. Verpflichtend ist das Freitesten aber nur für Beschäftigte im Bereich Gesundheit und Pflege.

Eine Frau sitzt während der Isolation nach einem positiven Corona-PCR-Test auf ihrem Bett.
Eine Frau sitzt während der Isolation nach einem positiven Corona-PCR-Test auf ihrem Bett. © Sebastian Gollnow/dpa (Archiv)

10.28 Uhr: Halbmarathon-WM infolge der Corona-Lage in China abgesagt

Die Halbmarathon-Weltmeisterschaft am 22. November in Yangzhou ist infolge der schwierigen Situation in der Corona-Pandemie in China abgesagt worden. Wie der Leichtathletik-Weltverband World Athletics am Dienstag mitteilte, wird Yangzhou nun im März 2027 Gastgeber der neu geschaffenen Straßenlauf-Weltmeisterschaften sein. Die Veranstaltung erlebt im nächsten Jahr am 30. September und 1. Oktober ihre Premiere in Lettlands Hauptstadt Riga. Erstmals werden in diesem Rahmen auch die WM-Titel im Halbmarathon und über fünf Kilometer vergeben.

9.54 Uhr: 74 Städte und Gemeinden profitieren vom Programm "Kulturland 2022"

74 Städte und Gemeinden profitieren vom Programm "Kulturland 2022. Sachsen als Bühne". Wie die Kulturstiftung des Freistaates am Dienstag mitteilte, stehen damit rund fünf Millionen Euro für Kunst- und Kulturprojekte bereit, die von Kommunen getragen werden. Die Auswahl der Vorhaben sei nun erfolgt. "Es ist mir ein wichtiges Anliegen, nach den Einschränkungen durch die Corona- Pandemie unsere sächsische Kulturlandschaft im Blick zu behalten und den Einrichtungen beim Neustart zu helfen", erklärte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

Bis Ende Mai konnten sich Kommunen bei der Kulturstiftung um eine Förderung bewerben. Die Stiftung erhielt Bewerbungen mit einem Antragsvolumen von mehr als 5,8 Millionen Euro. Die meisten der nun geförderten Vorhaben kommen aus den Landkreisen Görlitz (17), Mittelsachsen (10) und dem Erzgebirgskreis (10). Die jeweiligen Fördersummen reichen von 10.000 Euro für kleinere Vorhaben bis hin zu 600.000 Euro für großangelegte Projekte.

7.57 Uhr: Dahmen fordert zum Maskentragen in Innenräumen auf

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zum Maskentragen in Innenräumen aufgerufen. Im Moment werde in Innenräumen vielfach kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen, was es dem Virus "superleicht" mache, sagte Dahmen am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Neben der notwendigen Rechtsgrundlage für den Herbst, die derzeit erarbeitet wird, sollten Masken daher schon jetzt freiwillig auch in Innenräumen getragen werden, mahnte Dahmen.

Der Grünen-Politiker betonte, jeder kenne in seinem Umfeld aktuell Menschen, die erkrankt seien. Man sehe, dass viel Personal in Krankenhäusern fehle. Auch sei mancher Sommerurlaub in Gefahr, weil etwa Beschäftigte bei Fluggesellschaften ausfielen.

Dahmen forderte ferner eine Kampagne im Sommer für zweite Auffrischimpfungen. Diese sollten nicht nur über 70-Jährigen, sondern auch flächendeckend bei Menschen über 60 Jahren und mit Vorerkrankungen vorgenommen werden. Auch sollte geprüft werden, ob nicht alle Erwachsenen diese vierte Impfung erhalten sollten, um mit "frischem Impfschutz" besser im Herbst geschützt zu sein als in vergangenen Jahren.

6.04 Uhr: Kliniken müssen mehr ambulant behandeln

Zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung auf dem Lande werden Krankenhäuser nach Einschätzung von Fachleuten verstärkt ambulante Behandlungen anbieten müssen. Die traditionelle Abgrenzung zwischen ambulanter Versorgung in der Arztpraxis und stationärer Versorgung müsste dafür nach Einschätzung von Fachleuten und Krankenhäusern in Teilen schwinden. Doch ungeklärt sind die finanziellen Auswirkungen für die Krankenhäuser, von denen viele nach zwei Corona-Jahren in großer Bedrängnis sind.

"Wir brauchen auf dem Land eine solide Basisversorgung, die häufig durch gute ambulante Angebote gewährleistet werden kann, ergänzt um pflegerische Angebote und vernetzt mit den Spezialisten in den Zentren", sagt Boris Augurzky, Leiter des Bereichs Gesundheit am Wirtschaftsforschungsinstitut RWI Essen und Mitglied der Regierungskommission Krankenhaus des Bundes.

Thema ist das an diesem Mittwoch bei einem hochkarätig besetzten Expertenforum des Tagungsveranstalters RS Medical Consult in Berlin. Das Schlagwort lautet "Ambulantisierung". Auf die Fahnen geschrieben hat sich das auch die Bundesregierung. Das Durchschnittsalter niedergelassener Ärzte in Deutschland liegt bei Mitte 50.

Dienstag, 5.30 Uhr: RKI registriert 147.489 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 687,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 687,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.16 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 650,7 gelegen (Vorwoche: 635,8; Vormonat: 257,6). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 147.489 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 142.329) und 102 Todesfälle (Vorwoche: 113) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.542.484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie - das geschah am Montag:

21.06 Uhr: Lauterbach und Kassenärzte einigen sich im Bürgertest-Streit

Im Streit über die Abrechnung der sogenannten Bürgertests haben sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geeinigt. Das teilten beide am Montagabend nach Gesprächen mit. An den neuen Regeln zu den Bürgertests ändere sich nichts.

Die Bürgertests sind seit vergangenem Donnerstag nur noch für bestimmte Risikogruppen und Anlässe kostenlos. In vielen anderen Fällen wird eine Zuzahlung von drei Euro fällig. Wer Anspruch worauf hat, wurde in der Coronatestverordnung festgelegt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die für die Abrechnung der Tests zuständig ist, hatte die Regeln als zu bürokratisch kritisiert und angekündigt, die Bürgertests künftig nicht mehr abrechnen zu können. KBV-Chef Andreas Gassen hatte zudem eine komplette Einstellung der Tests gefordert und diese als "unsinnig" bezeichnet.

Es sei nun geklärt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen die neuen Anspruchsvoraussetzungen für Bürgertests nicht prüfen müssten, hieß es von der KBV. Entscheidend sei, dass sie "für Betrugsfälle, denen falsche oder gefälschte Angaben von Getesteten oder Teststellen zugrunde liegen, weder verantwortlich sind noch dafür im Nachhinein verantwortlich gemacht werden".

Lauterbach teilte mit, die Kassenärztlichen Vereinigungen überprüften weiterhin die Abrechnung. "Auffälligkeiten der Testergebnisse werden aber nachgelagert bewertet. Betrug mit Bürgertests darf sich nicht mehr lohnen."

17.31 Uhr: Amtsärzte fordern mehr Abwasser-Analysen auf Corona

Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland wird eine flächendeckende Überwachung des Coronageschehens anhand von Abwasserproben diskutiert. "Die Abwasseranalyse ist ein hervorragendes Instrument für die Pandemiekontrolle", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, der Funke-Mediengruppe. "Optimal wäre, wenn alle Kommunen mitmachen würden." Je mehr Städte daran teilnehmen, desto präziser werde das Bild vom Infektionsgeschehen.

Zwanzig Städte in Deutschland verfolgen bereits in einem Pilotprojekt das Ziel, ein dauerhaftes Überwachungssystem einzurichten, um Entwicklungen in der Corona-Pandemie frühzeitig erkennen zu können, darunter unter anderem Potsdam, Stuttgart, Köln, Dresden und Jena. Es geht darum, anhand der Virenkonzentration im Abwasser zu ermitteln, wie verbreitet Corona in einer Region ist. Die Methode koste wenig, der Aufwand sei gering, und man bekomme ein Echtzeit-Lagebild der Pandemie, sagte Nießen. In Köln sei durch die Analyse festgestellt worden, dass bei den offiziellen Corona-Meldezahlen nur die Hälfte der Infektionen erfasst würden. Nießen leitet das Kölner Gesundheitsamt und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kann die Forderungen von Nießen nachvollziehen. Allerdings müsse zunächst die Finanzierung aus Mitteln des Pandemiemanagements sichergestellt werden. Hierzu bräuchte es "verbindliche Zusagen von Bund und Ländern", so ein Sprecher.

Blick auf die Becken eines Klärwerks: Amtsärzte fordern, dass das Abwasser in allen Kommunen auf Corona-Spuren untersucht wird. Bisher geschieht das nur in einigen Städten und Gemeinden.
Blick auf die Becken eines Klärwerks: Amtsärzte fordern, dass das Abwasser in allen Kommunen auf Corona-Spuren untersucht wird. Bisher geschieht das nur in einigen Städten und Gemeinden. ©  dpa/Ralf Hirschberger

16.30 Uhr: Gericht: Klinik darf Ungeimpfte ausschließen

Ungeimpfte dürfen angesichts der Corona-Pandemie von der Betriebsfeier einer Klinik ausgeschlossen werden. Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg im Streit um die Teilnahme am Sommerfest der Charité entschieden. Damit blieb die Beschwerde eines Mitarbeiters aus dem IT-Bereich erfolglos, wie das Gericht am Montag mitteilte. Der Mann wollte juristisch seine Teilnahme an dem Fest in der Berliner Kulturbrauerei erzwingen, zu dem die Klinik für vergangenen Freitag eingeladen hatte. Zugelassen waren dafür nur vollständig geimpfte oder genesene Mitarbeiter. Zudem wurde ein tagesaktueller Corona-Schnelltest verlangt.

Das Berliner Arbeitsgericht hatte die Vorgaben bereits in der vergangenen Woche für zulässig erklärt. Diese Entscheidung bestätigte das LAG am vergangenen Freitag noch rechtzeitig vor der Party (Az. 6 Ta 673/22): Der Arbeitnehmer habe keinen Anspruch darauf, ohne Einhaltung der Vorgaben an dem Sommerfest teilzunehmen. Für Beschäftigte in Kliniken gebe es wegen der Pandemie einen besonderen Anlass für Schutzmaßnahmen, insbesondere auch in Form eines Impf- oder Genesenennachweises. Aus Sicht der Juristen sind dem Beschäftigten keine Nachteile entstanden, weil er nicht an der Feier teilnehmen durfte. Dies gelte erst recht "in Abwägung mit möglichen Nachteilen des Klinikbetriebes im Hinblick auf Infektionsrisiken".

15.25 Uhr: Spürhunde sollen Corona-Infektionen erschnüffeln

Spürhunde sollen künftig in Hessen helfen, Corona-Infektionen frühzeitig zu erschnüffeln. Einen entsprechenden Modellversuch in Zusammenarbeit mit der Uni Mainz stellte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Montag in Wiesbaden vor. In einem dortigen Heim soll die Fähigkeit der Spürhunde zum Erkennen der Infektionsmerkmale zunächst anhand von Proben anonym und ohne direkten Kontakt mit dem Bewohnern getestet werden. Die Proben der Infizierten werden dazu in wechselnde Fächer gelegt und dort von den Tieren am Geruch erkannt werden.

Ziel sei aber, dass die Tiere bei einem Erfolg des Modellversuchs später direkt bei den Bewohnern von Altenpflegeheimen mögliche Infektionen mit dem Coronavirus früh erkennen und so zum Beispiel einen Schnelltest ersetzen können, sagte ein Ministeriumssprecher. Der Einsatz von Spürhunden erscheine sehr vielversprechend, sagte Sozialminister Klose. Ausgebildete Spürhunde seien aufgrund ihres guten Geruchssinns in der Lage, bestimmte Erkrankungen oder Infektionen anzuzeigen.

14.15 Uhr: Mehr als 4.000 Neuinfektionen in Sachsen übers Wochenende

Sachsens Sozialministerium hat am Montag 4.045 neue Corona-Infektionen seit Freitag gemeldet. Zudem wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 fielen in Sachsen 1.570.310 Tests auf das Virus laborbestätigt positiv aus, 15.604 Menschen starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.522.450 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 378,2 etwas niedriger als zuletzt, was aber an Meldeverzögerungen, ausbleibenden Testungen und an Wochenenden geschlossenen Arztpraxen liegen dürfte. So meldet der Freistaat wie viele andere Bundesländer auch seit einiger Zeit an Samstagen und Sonntagen keine Zahlen mehr an das RKI. Der Inzidenz-Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Unter den 13 Regionen Sachsens bleibt es bei erheblichen Unterschieden. Die Stadt Leipzig meldet mit 630,6 weiterhin den höchsten Wert, der Landkreis Mittelsachsen mit 218,6 die niedrigste Ansteckungsrate.

13.43 Uhr: Corona-Sommerwelle in Griechenland trifft vor allem Urlaubsregionen

Wie andere EU-Länder verzeichnet auch Griechenland einen starken Anstieg der Corona-Zahlen. Betroffen seien vor allem junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren, und diese Altersgruppe hauptsächlich in touristischen Regionen, teilte die griechische Gesundheitsbehörde am Montag mit. So stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf den Inseln Korfu, Kefalonia und Zakynthos im Ionischen Meer. Aber auch Kreta und die Region Attika samt der Hauptstadt Athen sind betroffen - ebenso die südliche Ägäis mit Inseln wie Mykonos, Rhodos, Kos und Paros. Den Experten zufolge gibt es jedoch auch Positives zu vermelden: Trotz steigender Infektionszahlen seien die Intensivstationen bisher nicht stärker belastet.

Die Gesundheitsbehörde zählte am Sonntag binnen 24 Stunden rund 11.700 Neuinfektionen. Eine Woche zuvor waren es nur 3.700 neue Fälle. Griechenland hatte die meisten Corona-Maßnahmen zu Beginn der Touristensaison im Mai abgeschafft. Ausnahmen bilden der Gesundheitssektor mit Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie der öffentliche Nahverkehr. Dazu gehören auch die Fähren - in den Innenräumen der Schiffe muss weiterhin Maske getragen werden.

13.16 Uhr: Dehoga Sachsen fordert Planungssicherheit

Angesichts des in der Corona-Pandemie verschärften Mangels an Fachkräften und Aushilfen sowie steigender Energie-, Lebensmittel- und Personalkosten fordert der Hotel- und Gaststättenverband Sachsen Planungssicherheit für den Herbst und Winter. Einen Lockdown werde die Branche nicht noch einmal überstehen, sagte Dehoga-Präsident Axel Hüpkes am Montag. Die Entscheidung der Landesregierung für eine Komplettschließung der Betriebe im Dezember 2021, anders als in allen anderen Bundesländern, habe die Abwanderung beschleunigt, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Klein. Die Landesregierung müsse sich zudem dafür starkmachen, dass die Regelung für einen Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent verlängert wird. "Dieses Geld kommt direkt bei den Unternehmen an."

Einer Dehoga-Umfrage befürchten 15 Prozent der Unternehmer eine Insolvenz als Folge der Pandemie. 85 Prozent der Betriebe haben demnach wegen der Kostensteigerungen neue Existenzsorgen. "Sie brauchen eine gewisse Normalität, nicht nur im Sommer", sagte Hüpkes. Voller Erwartung schaut die Branche auch auf die von der Bundesregierung angekündigte Ausweitung der Sonderregelung für ausländische Arbeitskräfte auf Hotellerie und Gastronomie, mit der die Zuwanderung vereinfacht wird.

12.31 Uhr: VGH: Corona-Verordnungen waren zwischenzeitlich formell rechtswidrig

Die baden-württembergischen Corona-Verordnungen im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 waren wegen der Art und Weise, wie die Landesregierung sie verkündet hat, zwischenzeitlich formell rechtswidrig. Die Notverkündung im Internet habe nicht den Anforderungen an eine wirksame Ausfertigung genügt, entschied der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim nach Angaben vom Montag.

Eine ausgefertigte Originalurkunde mit Unterschrift unter anderem des Ministerpräsidenten habe sowohl für die Corona-Verordnung vom
17. März 2020 als auch für die nachfolgenden Änderungsverordnungen jeweils erst wenige Tage später vorgelegen. In der Sache bestätigte der VGH, dass Geschäfte und Einrichtungen geschlossen wurden.

Geklagt hatten ein Fitnessstudio (Az.: 1 S 926/20), ein Inhaber von drei Restaurants (1 S 1067/20) und ein Betreiber von Parfümerien
(1 S 1079/20). Sie wollten feststellen lassen, dass die Schließung ihrer Betriebe im ersten Lockdown rechtswidrig war, um Schadenersatz- und Entschädigungsansprüche geltend machen zu können.

Eilanträge hatte der VGH im April 2020 zurückgewiesen und nun in den Hauptsacheverfahren entschieden. Die Corona-Verordnungen beruhten aus Sicht der obersten Verwaltungsrichter Baden-Württembergs auf einer ausreichenden Rechtsgrundlage und verletzten die Inhaber der geschlossenen Betriebe nicht in ihren Grundrechten.

"Die Urteile haben eine über die drei Einzelfälle hinausgehende Bedeutung, da es sich um die ersten Hauptsacheentscheidungen zum Lockdown des Frühjahrs 2020 in Baden-Württemberg handelt und bundesweit Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des ersten Lockdowns noch nicht vorliegen", teilte der VGH mit. In allen drei Verfahren wurde die Revision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen.

12.14 Uhr: Kubicki für kürzere Quarantäne - Warnung vor "Panik"

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat sich angesichts der Corona-Ausfälle beim Personal an Kliniken in Schleswig-Holstein für kürzere Quarantänezeiten ausgesprochen. Im Deutschlandfunk sagte der Bundestagsvizepräsident am Montag, Länder und Gesundheitsämter könnten dies in eigener Zuständigkeit regeln, das bis zum 23. September in der aktuellen Form geltende Infektionsschutzgesetz räume diese Möglichkeit ein. Kubicki sprach sich für mögliche Freitestungen mit einem Schnelltest schon nach drei Tagen aus. Wenn Infizierte dann andere nicht mehr ansteckten, könnten sie auch wieder in ihren Dienst zurückkehren.

"Wir werden das jedenfalls nicht dadurch regeln, dass wir jetzt die ganzen Mitarbeiter, in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen kasernieren", fügte er hinzu.

Mit Blick auf den Herbst schloss der FDP-Politiker Regelungen im Infektionsschutzgesetz aus, die Ausgangssperren, "einen flächendeckenden Lockdown", "branchenspezifische Schließungen" oder Schulschließungen ermöglichen. "Über alles andere reden wir", sagte Kubicki, der nach eigenen Angaben eine Test- und Maskenpflicht in Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen befürwortet. Er kündigte zudem eine "Länderklausel" an, so dass Entscheidungen über Corona-Maßnahmen nicht von Ministerpräsidentenkonferenzen, sondern nur mit Beteiligung der Landesparlamente getroffen werden können.

"Ich würde davor warnen, jetzt wieder eine Panik zu verbreiten. Ich glaube, wir werden mit dem Problem über den Sommer hinweg besser fertig, als Karl Lauterbach oder andere sich das momentan vorstellen", sagte Kubicki. Er teile auch die Befürchtung vor einer drohenden Herbstwelle nicht. "Ich glaube, wenn wir eine Sommerwelle haben, wird die Herbstwelle definitiv flacher werden, denn ansonsten würde die ganze Impfkampagne, unsere ganzen Vorsichtsmaßnahmen insgesamt keinen Sinn machen."

11.50 Uhr: Corona-Infizierte hustet Passanten an - mit Vorsatz?

Eine positiv auf Corona getestete Frau soll in Ansbach in Mittelfranken mutwillig Passanten angehustet haben. Die 54-Jährige habe sich im Hofgarten mehreren Personen genähert und sie aus unmittelbarer Nähe angehustet, teilte die Polizei am Montag mit.

Aufgrund einer entsprechenden Äußerung der Frau muss laut Polizei davon ausgegangen werden, dass sie die Passanten am Sonntag vorsätzlich mit Corona infizieren wollte. Die 54-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Ein Corona-Schnelltest sei bei ihr positiv verlaufen. Daher wird gegen die Frau wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die psychisch auffällige Frau wurde nach Polizeiangaben in einem Bezirkskrankenhaus untergebracht.

6.04 Uhr: Industriepräsident blickt mit großer Sorge auf Corona im Herbst

Die Wirtschaft in Deutschland blickt laut Industriepräsident Siegfried Russwurm mit großer Sorge auf die Corona-Entwicklung im kommenden Herbst. "Neben der Doppelkrise aus Corona-bedingten Lieferengpässen und den Folgen des Krieges in der Ukraine drohen hohe Personalausfälle aufgrund der epidemischen Lage, die große Teile der deutschen Wirtschaft schwerwiegend belasten würden", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Corona-Politik der vergangenen drei Jahre sei gemessen an den steigenden Infektionszahlen und den erfolgten erheblichen Grundrechtseingriffen enttäuschend. "Noch immer gibt es keine vernünftige Datenlage, noch immer werden Inzidenzen per Hand eingesammelt, teilweise mit erheblichem Zeitverzug", kritisierte Russwurm. Für die nächsten Wochen und Monate sei mehr denn je ein nationaler Pandemieplan mit einheitlichen Maßnahmen für Unternehmen genauso wie für Bürgerinnen und Bürger entscheidend.

"Bund und Länder müssen jetzt gemeinsam Standards für Schutzmaßnahmen vorlegen", verlangte er. Die Beachtung unterschiedlicher Vorgaben in den Bundesländern koste die Industrie zu viel Zeit, Geld und Ressourcen. Zudem seien die Unternehmen auf flexible Quarantäneregelungen angewiesen, um Personalengpässen zu begegnen. Der BDI rechnet damit, dass ab dem Herbst bis in den Frühling im kommenden Jahr schlimmstenfalls mehr als 20 Prozent der Arbeitsstunden krankheitsbedingt wegfallen.

Montag, 5.15 Uhr: Lauterbach: Schulschließungen nicht gänzlich ausschließen

Anders als der Kanzler und die FDP möchte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der anstehenden Vorbereitung auf eine große Corona-Welle im Herbst auch Schulschließungen nicht völlig ausschließen. "Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" auf wiederholte Nachfrage. Eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens durch einen Lockdown hält er als Schutzinstrument dagegen nicht mehr für nötig. "Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung", erklärte er.

Die geplanten Maßnahmen sollten den Ländern die Instrumente geben, um verschiedene Szenarien abzudecken. "Wir müssen auch auf sehr schwere Varianten vorbereitet sein", sagte er. "Das muss ein umfänglicher Instrumentenkasten sein, also es kann keine Schmalspurangelegenheit sein."

Lauterbach verhandelt mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über die künftig grundsätzlich möglichen Maßnahmen. Sie sollen an die Rechtsgrundlage für die inzwischen stark eingeschränkten Basis-Maßnahmen anschließen, die im September ausläuft. Buschmann hatte sich schon klar positioniert und öffentlich eine Reihe früher möglicher Schutzmaßnahmen ausgeschlossen, darunter Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt: "Schulschließungen sollte es nicht mehr geben." Lauterbach dagegen wollte sich im Detail nicht äußern und wies auf die mit Buschmann vereinbarte Vertraulichkeit der Verhandlungen hin.

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

15.19 Uhr: Ärztevertreter kritisiert Corona-Testverordnung als Bürokratietorpedo

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die neue Corona-Testverordnung scharf kritisiert. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) präsentierte Verordnung sei ein Sinnbild für praxisferne Politik ohne jeden Bezug zu den konkreten Anforderungen und Abläufen in der Patientenversorgung, sagte Reinhardt dem "Deutschen Ärzteblatt" (Online/Sonntag).

"Wenn man den Organisationen aus dem Gesundheitswesen im Stellungnahmeverfahren zu der Verordnung gerade einmal vier Stunden Zeit lässt, um sich mit ihrer Expertise einzubringen, darf man sich über solche Bürokratietorpedos nicht wundern." Seiner Meinung nach gebe es gute Gründe, die kostenfreien, anlasslosen Tests aller Bürgerinnen und Bürger in der derzeitigen Pandemielage zu überdenken, sagte Reinhardt weiter. Dafür seien aber Expertenanhörungen und Stellungnahmeverfahren feste Bestandteile von Verordnungs- und Gesetzgebungsprozessen.

Ärztevertreter hatten das neue Vorgehen bereits in den vergangenen Tagen kritisiert. Ärzte bezeichneten es als "Zumutung", Eurobeträge für Tests einzutreiben. Kostenlose Tests gibt es nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle. Für Tests etwa für Familienfeiern, Konzerte oder Treffen mit Menschen ab 60 werden drei Euro Zuzahlung fällig. Wer einen solchen Test will, muss unterschreiben, dass er zu diesem Zweck gemacht wird.

14.40 Uhr: Zahl der Covid-19-Intensivpatienten nach Wochen wieder vierstellig

Die Zahl der Schwerkranken, die auf Intensivstationen in Deutschland mit Covid-19 behandelt werden, ist auf 1.000 gestiegen. Das geht aus dem Tagesreport des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

So hoch war diese Patientenzahl demnach seit Mitte Mai nicht mehr. Zum Vergleich: Im Dezember 2021 waren noch knapp 4.900 schwer erkrankte Covid-19-Fälle zeitgleich behandelt worden, danach sanken die Werte mit zwischenzeitlichen Plateauphasen ab.

Christian Karagiannidis, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, erklärte auf Anfrage, auf den Intensivstationen sehe man zwar tendenziell einen Anstieg der täglichen Neuaufnahmen und eine Zunahme der Belegung auf nun 1.000 – "allerdings ist die Zunahme bisher insgesamt moderat".

Von den intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten bräuchten etwa 50 Prozent respiratorische Unterstützung in Form von Sauerstoff oder Beatmung, so der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters. In der Spitze seien das vor Ausbreitung der Omikron-Variante über 80 Prozent gewesen.

Die offizielle bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit 696,5 an. Vor einer Woche waren es 632,9 Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohner. Allerdings gehen Experten von sehr vielen nicht erfassten Fällen aus - wegen Nachmeldungen, Übermittlungsproblemen und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen, mit dem sie statistisch erfasst werden.

13.30 Uhr: Bundeskanzler rechnet mit weniger drastischen Corona-Maßnahmen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet für den kommenden Herbst und Winter nicht mit so drastischen Corona-Maßnahmen wie in den letzten beiden Jahren. "Schulschließungen sollte es nicht mehr geben, und ich glaube auch nicht, dass wir so einen Lockdown brauchen, wie wir ihn in den letzten Jahren hatten", sagte er am Sonntag im ARD-Sommerinterview im "Bericht aus Berlin". Man habe inzwischen eine "völlig veränderte Situation", sagte Scholz mit Blick auf eine Impfquote von 76 Prozent (Grundimmunisierung) in Deutschland.

Der Kanzler kann sich allerdings vorstellen, dass Test- und Maskenpflicht im Herbst und Winter im Kampf gegen Corona wieder eine größere Rolle spielen werden. "Es muss darüber diskutiert werden, ob die Tests wieder genutzt werden", sagte er. Und zur Maskenpflicht, die es hauptsächlich noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Einrichtungen mit Risikogruppen wie Kliniken und Pflegeheimen gibt, sagte er: "Ich glaube, dass man schon davon ausgehen muss, dass die Maske im Herbst und Winter schon eine größere Rolle spielen wird als jetzt."

Im Frühjahr waren die Maßnahmen gegen Corona stark zurückgefahren worden. Am Freitag hatte ein Sachverständigenausschuss ein lang erwartetes Gutachten über die Wirksamkeit bisheriger Corona-Schutzmaßnahmen vorgestellt. Demnach kann das Maskentragen auch weiter gegen das Coronavirus hilfreich sein. Hinter vielen anderen bekannten Auflagen setzten die Experten aber Fragezeichen, mangels ausreichender Daten seien keine sicheren Bewertungen möglich.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag vor einer schweren Corona-Welle im Hernst und Winter gewarnt.

12.23 Uhr: Patientenschützer: Risikogruppen bei Corona-Schutz nicht vergessen

In der Debatte über die Konsequenzen aus dem Expertengutachten zu den bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz davor gewarnt, vulnerable Gruppen zu vernachlässigen. Vorstand Eugen Brysch sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, in dem "Gezerre" um aktuelle und künftige Maßnahmen komme der Schutz von hochbetagten, pflegebedürftigen und schwerstkranken Menschen unter die Räder. Allein die steigenden Corona-Ausbrüche in den rund 12 000 Pflegeheimen verlangten aber ein einheitliches und effizientes Vorgehen.

Brysch forderte eine Konzentration der PCR-Testkapazitäten auf Pflegebedürftige, Angehörige und medizinisch-pflegerisches Personal. Auch böten Präventiv-Tests die Chance, das Virus zu stoppen, bevor es Hilfsbedürftige erreiche.

Der Patientenschützer verlangte vom Bundesgesundheitsministerium ferner, jedem Pflegebedürftigen eine kostenlose Prüfung des Immunstatus anzubieten. Das Robert Koch-Institut solle Impfempfehlungen abgeben, die den Immunstatus berücksichtigen. Schließlich benötigten Altenheime bei Ketteninfektionen externe mobile Teams zur Unterstützung bei der Pflege.

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Im aktuellen Wochenbericht hatte das RKI neben einem insgesamt anziehenden Infektionsgeschehen auch mehr Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen konstatiert. Am Freitag stellte eine Sachverständigenkommission ein Gutachten zur Bewertung bisheriger Corona-Maßnahmen vor. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verhandeln derzeit über eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes.

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