merken
Freischalten Deutschland & Welt

Corona: Spahn für Impfungen in Messehallen

Bundesweite Antikörper-Studie startet, Polen verschärft Einschränkungen, Falschmeldung über angeblichen Tod durch Maske - unser Newsblog.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die ersten Corona-Impfungen zentral durchführen, etwa in Messehallen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die ersten Corona-Impfungen zentral durchführen, etwa in Messehallen. © Jörg Carstensen/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Polen will wegen stark steigender Corona-Zahlen Einschränkungen verschärfen
  • Belgien, Island und Regionen in 9 weiteren Ländern zu Risikogebieten erklärt
  • Kurztrips nach Tschechien ohne Quarantäne möglich
  • Diese Corona-Regeln gelten seit 1. September in Sachsen (SZ+)
  • Corona in Sachsen: 7.194 Infizierte (+62 zum Vortag), 233 Tote (+1), geschätzt 6.130 Genesene
  • Corona in Deutschland: 291.722 Infizierte (+ 2.503 zum Vortag), 9.500 Tote (+ 12), geschätzt 257.900 Genesene
  • Hier finden Sie Hilfe: Wichtige Telefonnummern zur Corona-Krise
  • Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus

17.08 Uhr: Negativer Corona-Test verkürzt Quarantäne für Schüler nicht

Eine Quarantäne-Anordnung für einen Schüler wird laut einer Gerichtsentscheidung nicht durch einen negativen Corona-Test verkürzt. Ein Schüler, der mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler dieselbe Schulklasse besucht hat, müsse auf Anordnung des Gesundheitsamtes 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben, teilte das Verwaltungsgerichts Düsseldorf am Donnerstag zu einem Beschluss vom Vortag mit. Es lehnte einen Antrag eines Schülers gegen die Quarantäneanordnung im Eilverfahren ab (Az: 7 L 1939/20). Dagegen kann Beschwerde beim OVG eingelegt werden.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf stützt sich bei seiner Entscheidung auf die Erkenntnisse und Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI). Danach würden Personen, die sich in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation mit einem bestätigten Covid-19-Fall zum Beispiel in der Kitagruppe oder einer Schulklasse befunden haben, unabhängig von der individuellen Risikoermittlung als Kontaktpersonen der Kategorie I eingestuft. Für diese Personen empfehle das RKI eine häusliche Quarantäne von 14 Tagen.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Zwar habe sich der Antragsteller nach dem Kontakt mit dem infizierten Mitschüler selbst testen lassen und ein negatives Ergebnis erhalten. Dadurch werde die Quarantänezeit aber nicht verkürzt, weil ein Testergebnis während der Inkubationszeit nur eine Momentaufnahme darstelle, erklärte das Gericht. Auch eine Abwägung der betroffenen Grundrechte und Rechtsgüter führe zu dem Ergebnis, dass das öffentliche Interesse an dem Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung und der Sicherung des Gesundheitssystems eine kurzzeitige Einschränkung der körperlichen Bewegungsfreiheit rechtfertige.

Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster eingelegt werden.

16.49 Uhr: Hapag-Lloyd Cruises bietet wieder Landgänge bei Kreuzfahrten an

Das Kreuzfahrtunternehmen Hapag-Lloyd Cruises lockert seine Corona-Regeln und bietet nun wieder ausgewählte Landgänge für seine Passagiere an. Die Ausflüge der Gäste aufs Festland würden nach deutschen Vorgaben gemacht, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit. Sollten im Ausland strengere Corona-Regeln gelten, würden stattdessen diese eingehalten. Für die Fahrgäste bedeutet das, dass sie auch während der Ausflüge Abstand zueinander wahren und die üblichen Hygieneregeln einhalten müssen. Zudem soll die Gruppenstärke für die Ausflüge auf maximal 20 Personen beschränkt werden, in Bussen wird nur jede zweite Reihe belegt und jeder hat für die Dauer des Ausflugs einen festen Sitzplatz.

Die Kreuzfahrtunternehmen haben nach einer Corona-Zwangspause Ende Juli mit deutlich geringeren Kapazitäten wieder langsam Fahrt aufgenommen. Dabei hatten sich die Reedereien auf einen dreiphasigen Plan geeinigt. Zunächst hatte es nur Seereisen ohne Ausflüge auf das Festland gegeben. In Phase zwei können die Passagiere für Ausflüge das Schiff verlassen und Phase drei ist die Rückkehr zur gewohnten Routengestaltung. Seit der Wiederaufnahme der Kreuzfahrten gelten auch an Bord der Schiffe strenge Corona-Regeln. So gibt es Temperaturmessungen, Wegeleitsysteme an Bord, beschränkte Kapazitäten für Restaurants, Bars und Theater auf dem Schiff, Maskenpflicht in Fahrstühlen, Treppenhäusern und Kabinenfluren sowie eine geringere Auslastung als im Normalbetrieb.

Die Kreuzfahrtbranche fährt derzeit noch mit deutlcih geringeren Kapazitäten als vor der Coronakrise. Landgänge sind jetzt aber wieder möglich.
Die Kreuzfahrtbranche fährt derzeit noch mit deutlcih geringeren Kapazitäten als vor der Coronakrise. Landgänge sind jetzt aber wieder möglich. © Jens Büttner/dpa

16.33 Uhr: Europäische Arzneimittel-Agentur überprüft Oxford-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA beginnt mit einer Überprüfung des sogenannten Oxford-Impfstoffs gegen Covid-19. Es ist das erste Mal, dass dies in der Europäischen Union bei einem Corona-Impfstoff geschieht. Der Impfstoff ist von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt worden. Die EMA warnte am Donnerstag vor voreiligen Schlüssen: Dies bedeute noch nicht, dass der Impfstoff schon als wirksam und sicher eingeschätzt werden könne. Das müsse sich jetzt in der Überprüfung erst noch zeigen.

Diese Überprüfung wird angesichts der Dringlichkeit in einem beschleunigten Verfahren vorgenommen. Dabei überprüft die Behörde Daten noch während sie erhoben werden, um auf diese Weise Zeit zu sparen. Wie lange das Verfahren dauern wird, kann die EMA nicht sagen. Tests mit Tausenden von Versuchspersonen seien im Gange, die Ergebnisse würden in den nächsten "Wochen und Monaten" erwartet. Nachdem ein Studienteilnehmer zwischenzeitlich erkrankt war, waren die Tests allerdings weltweit gestoppt worden. In Großbritannien liefen sie nach einer Woche wieder an.

16.02 Uhr: Semperoper kehrt Schritt für Schritt zum Normalbetrieb zurück

Die Semperoper in Dresden unternimmt in der Corona-Pandemie einen weiteren Schritt in Richtung Normalbetrieb. Ab November solle es wieder täglich Aufführungen in den Sparten Oper und Ballett geben, teilte die Sächsische Staatsoper am Donnerstag mit. Dann dürfen etwa 500 Zuschauer im Saal sein, derzeit sind es 330. Auf dem Spielplan stehen "adaptierte Fassungen, die unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene-Maßnahmen in nahezu voller Länge mit Pause zur Aufführung kommen", hieß es.

Mit Mozarts "Zauberflöte", der "Weißen Rose" von Udo Zimmermann und Simone Fontanellis "Pinocchio" stehen auch drei Neuproduktionen an. In der Vorweihnachtszeit sind auch der Ballett-Klassiker "Der Nußknacker" und die Oper "Hänsel und Gretel" zu erleben. 

Die Semperoper hatte am 19. Juni den Betrieb nach dreimonatiger Corona-Pause wieder aufgenommen. Allerdings war das renommierte Opernhaus wegen der Schutzmaßnahmen zum Improvisieren gezwungen.
Die Semperoper hatte am 19. Juni den Betrieb nach dreimonatiger Corona-Pause wieder aufgenommen. Allerdings war das renommierte Opernhaus wegen der Schutzmaßnahmen zum Improvisieren gezwungen. © Sebastian Kahnert/dpa

15.36 Uhr: Erneut beantragen Hunderttausende Arbeitslosenhilfe in den USA

In der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA haben erneut mehr als 800.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 26. September lag die Zahl bei 837.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Das war ein Minus von 36.000 zur Vorwoche. Im August hatte es zum Teil noch mehr als eine Million Neuanträge pro Woche gegeben.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl selten über 100 000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote sank zuletzt von historisch hohen 10,2 Prozent auf 8,4 Prozent für August. An diesem Freitag veröffentlicht die US-Regierung die Arbeitslosenquote für September.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auch deswegen von Bedeutung, weil sich Republikaner und Demokraten noch immer nicht auf einen Ersatz für die ausgelaufene zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März geeinigt haben.

15.18 Uhr: Alle sieben Minuten stirbt im Iran ein Corona-Patient

Im Iran hat es binnenn 24 Stunden alle sieben Mininuten einen Corona-Toten und alle 23 Sekunden eine Neuninfektion gegeben. Das Gesundheitsministeriums registrierte in diesem Zeitraum 211 Tote und 3.825 Neuinfektionen. Damit liegt die aktuelle Zahl der Corona-Opfer bei insgesamt 26.380, die der nachgewiesenen Neuinfektionen bei mehr als 460.000, wie Ministeriumsprecherin Sima Lari am Donnerstag im Staatsfernsehen sagte. Gesundheitsexperten schlagen Alarm und fordern umgehend Ausgangsperren, Präsident Hassan Ruhani ist dagegen. Er will die akute Wirtschaftskrise im Land nicht noch weiter mit Lockdowns verschärfen.

14.45 Uhr: Heidi Klums Topmodels müssen in Europa bleiben

Keine Villa in Los Angeles, keine Gala in New York: Heidi Klums Nachwuchsmodels dürfen in der nächsten Ausgabe der Casting-Show nicht in die USA. Wegen der Corona-Seuche wird die 16. Staffel von "Germany's Next Topmodel" komplett in Europa produziert, wie ProSieben am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte. "Von hier aus können wir schnell auf die aktuelle Lage reagieren", sagte Senderchef Daniel Rosemann. Die Gesundheit und Sicherheit der Kandidatinnen stehe an erster Stelle.

"Auch wenn 2020 ein Jahr mit extrem vielen Hindernissen ist, finde ich es toll, dass unsere Topmodel-Fans mich wieder auf meiner Reise bis hin zur Gewinnerin begleiten können", sagte Klum laut Mitteilung. Die 47-Jährige wird nach Senderangaben zu den Dreharbeiten, die im Herbst starten sollen, nach Europa reisen und nicht - wie bei der Corona-Notlösung zum Finale der vergangenen Staffel - per Video aus den USA zugeschaltet werden. 

Die Einschränkungen bei den Locations sollen nicht das einzige Neue an der Show sein: "In diesem Jahr habe ich das veraltete Schönheitsideal komplett über den Haufen geworfen und allen Mädchen - ob groß oder klein, jung oder alt - die Chance gegeben, sich
Die Einschränkungen bei den Locations sollen nicht das einzige Neue an der Show sein: "In diesem Jahr habe ich das veraltete Schönheitsideal komplett über den Haufen geworfen und allen Mädchen - ob groß oder klein, jung oder alt - die Chance gegeben, sich © Jordan Strauss/Invision/AP/dpa (Archiv)

14.23 Uhr: Spahn erwartet Corona-Impfungen in Messehallen

In Deutschland könnten Beschäftigte des Gesundheitswesens, Ältere und Kranke ab dem Winter als Erste zentral in Messehallen gegen eine Corona-Infektion geimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Donnerstag in Berlin, er glaube, Impfungen müssten in wenigen großen Zentren, etwa Messehallen, starten, sobald es sichere Impfstoffe gebe.

Spahn sprach im Einklang mit Annahmen des Robert Koch-Instituts von "Dezember, Januar, Februar, März" als möglichen Zeitraum dafür. Da die Impfstoffe anfangs wohl nicht für jeden zur Verfügung stünden, entstehe voraussichtlich die Notwendigkeit einer Priorisierung, so Spahn. Es könne also sein, dass zum Beispiel erst die Beschäftigten des Gesundheitswesens und bestimmte Risikogruppen geimpft würden.

Zu Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, zählt das Robert Koch-Institut unter anderem Menschen ab 50 bis 60 Jahren, Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, mit Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems sowie Patienten mit unterdrücktem Immunsystem. Das Risiko steige bei mehreren dieser Merkmale.

15.58 Uhr: Corona-Hotspot Madrid akzeptiert Abriegelung

Im Konflikt um die richtige Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in der besonders betroffenen spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung, wenn auch widerwillig, eingelenkt. Sie werde die von Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa angeordnete weitgehende Abriegelung der Millionenmetropole notgedrungen umsetzen, zugleich aber die Gerichte anrufen, sagte die Chefin der Regionalregierung, Isabel Díaz Ayuso, am Donnerstag.

Die konservative Politikerin hält eine weitgehende Abriegelung der Hauptstadt trotz der hohen Zahl an Corona-Infektionen angesichts befürchteter wirtschaftlicher Schäden für unverhältnismäßig. Bisher sind 45 Gebiete Madrids, in denen die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen bei mehr als 1.000 liegt, teilweise abgesperrt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt diese Zahl auf sieben Tage gerechnet bei 14,5. Die Zentralregierung und Experten halten die von Ayuso bisher ergriffenen Maßnahmen für unzureichend.

45 vorwiegend einkommensschwache Gebiete Madrids sind bereits gesperrt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Weil die Fallzahlen aber weiter steigen, soll nun die gesamte Metropole abgeriegelt werden.
45 vorwiegend einkommensschwache Gebiete Madrids sind bereits gesperrt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Weil die Fallzahlen aber weiter steigen, soll nun die gesamte Metropole abgeriegelt werden. © Manu Fernandez/AP/dpa

13.41 Uhr: Lesefest zur Buchmesse trotz Corona: mehr Platz, weniger Tickets

Trotz eingedampfter Buchmesse hält die Stadt Frankfurt am Lesefest "Open Books" fest. Wegen der Corona-Pandemie gibt es etwas weniger Veranstaltungen - aber deutlich weniger Tickets, wie die Veranstalter am Donnerstag ankündigten. Zuletzt hatten 19.000 Zuhörer die Lesungen und Diskussionen im Stadtgebiet besucht, 2020 sind maximal 5.000 Plätze verfügbar. Die Veranstaltungen sind weiterhin kostenlos, die Besucher können aber nicht spontan kommen, sondern müssen sich über ein Buchungssystem anmelden. Damit die Autoren nicht vor allzu wenigen Zuhören lesen müssen, wurden größere Räume gewählt. Die Stadt investiert rund 50.000 Euro, um "Open Books" auch 2020 zu ermöglichen. Angeboten werden 83 Veranstaltungen mit 187 Mitwirkenden. Damit mehr Menschen zuhören können als live erlaubt sind, werden einzelne Veranstaltungen im Internet gestreamt. 

13.25 Uhr: Regelverletzung? Vorwürfe gegen Elton John auf Capri

Popstar Elton John (73) hat bei einem Besuch auf der Mittelmeerinsel Capri erfahren, wie ernst viele Italiener die Coronaschutz-Maßnahmen nehmen: Der Verbraucherverband Codacons kündigte nach dessen Besuch auf der kleinen Insel in der Bucht von Neapel eine Anzeige gegen den britischen Musiker an, wie italienische Medien schrieben. Der Verband veröffentlichte diese Meldungen am Donnerstag auf seiner Internetseite. Danach traf sich Elton John mit einem befreundeten Unternehmer an einer Hotelbar. Es gebe Fotos, die den Künstler im Freien ohne Mund-Nasen-Schutz zeigten, habe der Verband erklärt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa bestritt der Unternehmer jede Regelverletzung: "Elton John hat keinen einzigen Schritt auf den Straßen Capris gemacht", wurde er zitiert. Auf der Hotelterrasse habe er einen Drink ohne Maske genommen, was erlaubt sei. In Teilen der süditalienischen Region Kampanien war die Maskenpflicht kürzlich stark ausgeweitet worden. 

Elton John, britischer Sänger und Komponist, soll auf Capri die Corona-Regeln verletzt haben.
Elton John, britischer Sänger und Komponist, soll auf Capri die Corona-Regeln verletzt haben. © Matt Crossick/PA Wire/dpa

13.14 Uhr: Polen plant weitere Corona-Einschränkungen

Angesichts eines Rekords von Corona-Neuinfektionen will Polen in mehreren Regionen weitere Einschränkungen verhängen. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1.967 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. So viele waren es noch nie. Der Schwerpunkt lag mit 285 Fällen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (268) und Pommern im Westen (180) waren stark betroffen. Was die Regierung in Warschau jetzt wo plant, lesen sie hier. 

13.05 Uhr: Polizei warnt vor Falschmeldung über angeblichen Tod durch Maske

Die Polizei warnt vor einer Falschmeldung über ein sechsjähriges Mädchen aus Schweinfurt, das angeblich durch das Tragen einer Maske gestorben sei soll. «Das sind Internetmärchen, die seit Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen in der Region verbreitet werden», warnte eine Sprecherin der Polizei in Unterfranken am Donnerstag. «Das ist tatsächlich falsch». Weder in Schweinfurt, noch in der Umgebung sei eine Sechsjährige deshalb erkrankt oder gar ums Leben gekommen.

Inzwischen hätten sich schon mehrere besorgte Bürger in dem Regierungsbezirk im Norden Bayerns bei der Polizei gemeldet. «Die Kripo versucht gerade herauszufinden, wer das gestreut hat», fügte die Sprecherin hinzu.

12.40 Uhr: Keine Quarantäne für Nationalmannschaft

Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft müssen nach der Rückkehr vom nächsten Nations-League-Spiel in der Ukraine keine Quarantäne befürchten. Das haben die zuständigen Behörden dem Deutschen Fußball-Bund bestätigt. Zwar zählt der Spielort Kiew zu den Corona-Risikogebieten. Doch die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sieht vor, dass bei beruflich unaufschiebbaren Reisen unter fünf Tagen in die Ukraine bei Nachweis einer Corona-Testreihe die Quarantänepflicht entfällt. Das Löw-Team hält sich ab kommenden Montag in Köln auf, wird von dort nach Kiew reisen und am 10. Oktober gegen die Ukraine spielen.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

12.30 Uhr: Tui fährt Angebot im kommenden Jahr etwas runter

Der von der Coronakrise schwer getroffene Reisekonzern Tui will im kommenden Jahr ein reduziertes Urlaubsangebot vermarkten. Mit einem Umfang von rund 80 Prozent des Vorkrisenniveaus könne man die Reisen zu profitablen Preisen verkaufen, sagte Konzernchef Fritz Joussen. Bei einer schnellen Erholung der Nachfrage bestehe dann allerdings die Gefahr, Marktanteile zu verlieren. Ein "normales Buchungsjahr" erwarte er für 2022.

"Der Spaß am Urlaub ist eigentlich da", sagte Joussen. Das belegten die hohen Vorbuchungen der Kunden für den Sommer 2021. Ende August habe man ein Plus von 84 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet, was allerdings teilweise auf den sofortigen Wiedereinsatz von Reisegutscheinen zurückzuführen sei. Über die Entwicklung des Reisejahres 2021 entscheiden laut Joussen die Buchungen in den Monaten Januar bis März. 

12.18 Uhr: Corona lässt das Dresdner Stollenfest platzen

Das Dresdner Stollenfest fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. "Angesichts der aktuellen Lage haben wir entschieden, dass das 27. Dresdner Stollenfest am 5. Dezember nicht stattfindet", erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Schutzverbandes Dresdner Stollen, Andreas Wippler, am Mittwoch. "Dieser Schritt ist lange bedacht und nicht leichtgefallen", fügte er hinzu. Das Stollenfest mit seinem Umzug, dem tonnenschweren Riesenstollen und Zehntausenden Besuchern ist ein jährlicher Höhepunkt der Adventszeit in Dresden. Statt mit einem Großevent wollen die Dresdner Stollenbäcker ihr Handwerk 2020 mit kleineren Aktionen in Szene setzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Das sehr gut besuchte Stollenfest 2019 wird es in diesem Jahr nicht geben, wegen der Corona-Regelungen.
Das sehr gut besuchte Stollenfest 2019 wird es in diesem Jahr nicht geben, wegen der Corona-Regelungen. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

12.07 Uhr: RKI und DIW starten bundesweite Studie zu Antikörperstatus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) starten gemeinsam eine großangelegte Studie zum Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland. Wie beide Institutionen am Donnerstag in Berlin mitteilten, wollen sie herausfinden, wie viele Menschen eine Corona-Infektion bereits durchgemacht haben, also auch, wie hoch die Dunkelziffer bislang unentdeckter Infektionen ist. Dafür soll es bei möglicherweise Zehntausenden Menschen Antikörpertests geben. Grundlage ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am DIW.

Den Angaben zufolge sollen 34.000 Erwachsene demnächst zur Teilnahme aufgefordert werden. Das Mitmachen ist freiwillig. Den Teilnehmern werden den Angaben zufolge Mund-Nase-Abstriche entnommen, um aktuelle Infektionen zu untersuchen. Darüber hinaus werde eine kleine Menge Blut aus dem Finger für einen Antikörpertest entnommen. Die Teilnehmer sollen über die Ergebnisse selbst informiert werden, voraussichtlich nach vier bis sechs Wochen. Ergebnisse zu aktuell bestehenden Infektionen sollen sofort übermittelt werden. Die Datenerhebung wird den Angaben zufolge bis Jahresende andauern. Danach würden dann erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland vorliegen, hieß es.

Wissenschaftlich nicht geklärt ist derzeit allerdings, wie lange eine Immunität gegen das Corona-Virus nach der Bildung von Antikörpern besteht. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte, die Studie werde das Bild zum bisherigen Infektionsgeschehen weiter vervollständigen. Weil das SOEP als Langzeitstudie auch andere Merkmale der Teilnehmer erfasst, könne zudem eine Einschätzung ermöglicht werden, wie soziale Lage und Lebensbedingungen mit einem Infektionsrisiko zusammenhängen.

11.42 Uhr: Corona-Skandalbrief aus dem Görlitzer Amt

Bizarr. So lässt es sich vielleicht beschreiben. Auf den Schreck, dass die 16-Jährige Tochter unter Quarantäne gestellt wird, weil in ihrer Klasse jemand positiv auf Corona getestet wurde, folgt ein schier unfassbares Schreiben vom Amt. Es ist datiert vom vergangenen Donnerstag und wurde von einem Zittauer ins Netz gestellt - in den vergangenen Tagen dann an die 100 Mal auf Facebook geteilt und konnte sich so rasend schnell im Netz verteilen. In Görlitz sind zudem mehrere Unternehmer an die SZ herangetreten, die wissen wollten, ob das Schreiben tatsächlich echt sei. 

Was nun hoch- und runterdiskutiert wird, ist der Ton dieses fünfseitigen Schreibens. Knallhart, keine Widerrede duldend, ja anmaßend werden in dem konkreten Fall der Mutter des Mädchens die Anordnungen dargelegt, die nun einzuhalten sind. "Sie haben zu dulden, dass bei Ihrem Kind bei Bedarf am Ende der häuslichen Absonderung (damit ist die Quarantäne gemeint, Anm. der Redaktion) jeweils ein tiefer Nasen- und Rachenabstrich durchgeführt wird." Wenn sie den Anordnungen nicht Folge leiste, werde "unmittelbarer Zwang angedroht". Ob das Schreiben echt ist und wie das Amt reagiert, lesen sie hier (SZ+).

Das Gesundheitsamt auf der Görlitzer Reichertstraße.
Das Gesundheitsamt auf der Görlitzer Reichertstraße. © Nikolai Schmidt

11.28 Uhr: Firmen beantragten bisher 1,35 Milliarden Corona-Überbrückungshilfe

Kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen haben während der Corona-Pandemie bisher gut 103.000 Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt. Insgesamt wurden bis dato Hilfen von rund 1,35 Milliarden Euro beantragt, wie aus einer Übersicht des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht. Die durchschnittliche Höhe der beantragten Förderung betrage etwa 13.400 Euro. Damit wird das Programm, für das der Bund insgesamt 25 Milliarden Euro eingeplant hat, bisher nur zu einem kleinen Teil genutzt. Die Auszahlung der Gelder über die Länder lief zuletzt schleppend, auch weil das Verfahren komplex ist.

Wegen der nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen hatte die Bundesregierung Mitte September nachgebessert. Bis zum 29. September wurden von den insgesamt rund 103.600 Anträgen etwa 62.500 bewilligt mit einem Fördervolumen von fast 871 Millionen Euro, wie aus der Übersicht hervorgeht. Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Sie sollen die wirtschaftliche Existenz betroffener Unternehmen, Soloselbstständiger sowie von Freiberuflern sichern. 

11.14 Uhr: Arbeitslosenquote im Euroraum weiter gestiegen

In der Eurozone ist die Arbeitslosenquote im August den fünften Monat in Folge gestiegen und hat den höchsten Stand seit Juli 2018 erreicht. Die Quote habe um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Zudem wurde die Quote für Juli nach oben revidiert, von zuvor 7,9 Prozent auf 8,0 Prozent. Im März hatte die Quote bei 7,2 Prozent einen Tiefstand erreicht und ist dann in der Corona-Krise gestiegen. Zuvor hatte es einen kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Eurozone gegeben.

Seit dem Rekordhoch von mehr als 12 Prozent im Jahr 2013 hatte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt bis zur Corona-Krise stetig verbessert.Im Euroraum waren laut Eurostat im August 13.188 Millionen Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um 251.000. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg hierbei überdurchschnittlich stark an. Im Euroraum lag die Arbeitslosenquote von Personen im Alter von unter 25 Jahren im August bei 18,1 Prozent, nach 17,8 Prozent im Juli. 

10.47 Uhr: Corona-Wert zu hoch: Bremen gegen Bielefeld wohl ohne Zuschauer

Dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen droht gegen Arminia Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ein Zuschauer-Ausschluss. "Die Zeichen sehen nicht sehr positiv aus, aber die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) am Donnerstag. Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich Stand Donnerstag 0.00 Uhr 36,4 Menschen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage in der Hansestadt Bremen mit dem Coronavirus infiziert. Damit wurde der maßgebliche Grenzwert von 35 Infizierten überschritten, womit keine Zuschauer zugelassen werden dürften. 

10.27 Uhr: Gastwirt gewinnt Corona-Klage gegen Versicherung

Nach einer bundesweiten Corona-Klagewelle gegen zahlungsunwillige Versicherungen hat das Münchner Landgericht erstmals einem klagenden Gastwirt die geforderte Millionensumme zugesprochen. Laut Urteil muss die beklagte Versicherungskammer die Kosten der coronabedingten Betriebsschließung an den Pächter des Münchner Augustinerkellers zahlen - exakt 1.014.000 Euro.

Der Wirt hatte kurz vor dem sogenannten Shutdown im März eine Betriebsschließungspolice abgeschlossen, um sich gegen Corona abzusichern. Die Versicherungskammer will dennoch nicht zahlen. Warum nicht, erfahren sie hier.

10.16 Uhr: So unterschiedlich trifft Corona Sachsens Betriebe

Andreas Sperl sieht noch nicht den nächsten Aufschwung: „Wir sind mitten in der Krise“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Er habe nicht das Gefühl, dass die sächsische Wirtschaft kurzfristig aus der Krise herauskomme. Sachsens Industrie setzte im Juli 13,3 Prozent weniger um als im Juli vorigen Jahres. Der Corona-Wirtschaftseinbruch hat innerhalb Sachsens gewohnte Rangfolgen verändert. Wie sich die Pandemie wo auswirkt, erfahren sie hier (SZ+)

Wie lange dauert die Krise? Bauunternehmen sind in Umfragen optimistisch, doch in vielen sächsischen Industriebranchen sind die Umsätze um mehr als ein Fünftel eingebrochen.
Wie lange dauert die Krise? Bauunternehmen sind in Umfragen optimistisch, doch in vielen sächsischen Industriebranchen sind die Umsätze um mehr als ein Fünftel eingebrochen. © dpa/Daniel Bockwoldt (Symbolbild)

9.54 Uhr: Corona-Pandemie lässt Defizit der Kommunen sprunghaft steigen

Weggebrochene Einnahmen wegen der Corona-Pandemie belasten die Finanzen der Kommunen in Deutschland. Im ersten Halbjahr betrug das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und Gemeindeverbände 9,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im ersten Halbjahr des Vorjahres war das Defizit mit knapp 0,3 Milliarden Euro noch deutlich geringer. Ausschlaggebend war vor allem das von den Corona-Beschränkungen geprägte zweite Quartal. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer brachen im April, Mai und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Milliarden auf 7,0 Milliarden Euro ein. Da kommunale Einrichtungen wie Bürgerämter zeitweise schließen mussten, gingen die Verwaltungs- und Benutzungsgebühren um 1,4 Milliarden Euro auf 7,1 Milliarden Euro zurück.

Vorgezogene Zahlungen der Bundesländer hätten ein noch größeres Minus verhindert, berichtete das Bundesamt. Das Konjunkturpaket des Bundes mit dem kommunalen Solidarpakt werde erst im zweiten Halbjahr wirksam. Im ersten Halbjahr 2020 gingen die gesamten bereinigten Einnahmen der Kommunen im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 127,4 Milliarden Euro zurück. Die Steuereinnahmen nahmen mit 10,6 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro deutlich ab. 

9.38 Uhr: Deutschland verliert Boden bei digitaler Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland verliert bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit laut einer neuen Studie an Boden. Die Bundesrepublik fiel in einer renommierten Rangliste auf den 18. Platz unter 63 Ländern zurück. 2016 lag sie noch auf Platz 15, wie die private Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne in der Schweiz am Donnerstag berichtete. Die Ökonomen untersuchen, wie stark Länder auf digitale Technologien setzen. Das könne ein wichtiger Indikator dafür sein, wie gut Länder durch die Corona-Pandemie kommen, so die Hochschule. Auf den ersten Plätzen standen die USA, Singapur und Dänemark, das den Platz mit Schweden tauschte.

"Deutschland hat zwar eine exzellente Forschung und gute Talente, aber es kommt bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit nicht richtig in die Gänge", sagte IMD-Chefvolkswirt Christos Cabolis der Deutschen Presse-Agentur. "Es hapert zum Beispiel an der technologischen Infrastruktur und an Investitionen in die Telekommunikation. Aber zu viele Deutsche kennen sich auch im digitalen Raum zu wenig aus. Da haben die Bildungsmaßnahmen bisher noch nicht genug gebracht." 

9.23 Uhr: Tiefkühlpizza boomt im Corona-Jahr

Beim Pizzaverbrauch erwartet die Tiefkühlindustrie im Corona-Jahr 2020 einen Rekord. "Der Absatz von Tiefkühlpizza wird dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen", teilte der Branchenverband Deutsches Tiefkühlinstitut in Berlin mit. "Jeder Bundesbürger isst durchschnittlich 13 Tiefkühlpizzen pro Jahr - Tendenz steigend." Vor zehn Jahren waren es demnach erst zehn, vor 20 Jahren fünf und vor 30 Jahren nur drei.

Laut Tiefkühlinstitut haben sich die Deutschen seit der Corona-Krise Ende Februar stärker mit TK-Lebensmitteln versorgt - vor allem mit Tiefkühlpizzen. "Die Verbraucher versorgen sich mit Tiefkühlkost einerseits zum sofortigen Verzehr, aber auch zur Bevorratung." Die Nachfrage nach Tiefkühlkost im Lebensmittelhandel sei seit der elften Kalenderwoche (9. bis 15. März) zweistellig gewachsen, hieß es weiter. In der ersten Jahreshälfte 2020 habe die Warengruppe Tiefkühlpizza den Umsatz um sieben Prozent gesteigert. 

9.12 Uhr: Teil-Abriegelung Madrids gegen den Willen der Regionalregierung

Die spanische Zentralregierung hat am Donnerstag gegen den Willen der Regionalregierung die teilweise Abriegelung des Corona-Hotspots Madrid angeordnet. Eine entsprechende Anordnung des Gesundheitsministers Salvador Illa wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Der regionale Gesundheitsminister Enrique Ruiz Escudero kündigte jedoch an, die Stadt werde die Maßnahme nicht umsetzen, da sie rechtswidrig sei, wie die Zeitung "El País" berichtete. Von der Anordnung sind nach den aktuell vorliegenden Corona-Zahlen neben Madrid auch noch neun weitere Städte im Umland der Hauptstadt betroffen.

Die Zeitung "La Razón" ging davon aus, dass die Regionalregierung den Obersten Gerichtshof anrufen könnte. Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt binnen 14 Tagen die Zahl der Neuinfektionen über 500 je 100.000 Einwohner liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Intensivbetten zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind. Gelten soll die Regelung nur für Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. 

Mitglieder der Königlichen Garde mit Mund-Nasen-Schutz reiten in Richtung Außenministerium in der Innenstadt von Madrid.
Mitglieder der Königlichen Garde mit Mund-Nasen-Schutz reiten in Richtung Außenministerium in der Innenstadt von Madrid. © Bernat Armangue/AP/dpa

8.42 Uhr: Rekord an Corona-Neuinfektionen in Israel - Mehr als 8.900 neue Fälle

Knapp zwei Wochen nach Beginn eines Lockdowns hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel einen Rekord erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 8.919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch für eine Überlastung des Gesundheitssystems bezeichneten Marke. Von allen am Mittwoch gemachten Tests fielen 13,6 Prozent positiv aus.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein Lockdown mit Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen; am vergangenen Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. In der Nacht zum Donnerstag beschloss das Coronavirus-Kabinett, den Lockdown um drei Tage bis zum 14. Oktober zu verlängern. Am stärksten betroffen von der Zunahme der Fallzahlen waren zuletzt arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. 

8.29 Uhr: DFL-Chef Seifert: "Brutaler Terminkalender" für Fußballprofis 

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat sich über den Start in die neue Saison der Fußball-Bundesliga unter Corona-Bedingungen erleichtert gezeigt. "Normalerweise würde man nach den ersten beiden Spieltagen auf die Ergebnisse gucken, auf den Tabellenstand und vielleicht auf die Qualität der Spiele", sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga. Nun komme die Akzeptanz der Zuschauer und das Funktionieren der Hygiene-Konzepte dazu. "Grundsätzlich bin ich erstmal sehr froh, dass wir pünktlich gestartet sind und dass die ersten beiden Spieltage absolviert werden konnten", sagte der 51-Jährige.

Den dichten Spielplan und die Belastung durch englische Wochen und eine verkürzte Winterpause bezeichnete Seifert als "brutalen Terminkalender, den sich so niemand gewünscht hat". Als Liga müsse man aber auch die Nationalteams im Blick haben, die "Spiele absolvieren wollen, teilweise aus kommerziellen Gründen sogar müssen. 

8.06 Uhr: Maffay will Flinte nicht ins Korn werfen - wieder Auftritt in Berlin

Rock- und Popsänger Peter Maffay (71) blickt seinem ersten Live-Auftritt nach rund einem halben Jahr mit gemischten Gefühlen entgegen. "Wenn wir in ein paar Tagen in Berlin auf der Bühne stehen, werde ich vielleicht den Leuten sagen, dass ich auch Angst habe. Dass es mir große Sorgen bereitet, was im Augenblick passiert", sagte Maffay der Deutschen Presse-Agentur vor seinem Konzert am Freitag (2. Oktober) in der Berliner Waldbühne.

Das klinge möglicherweise etwas pathetisch, aber er wolle dem Publikum vermitteln: "Wir geben euch Kraft und sind für eure dankbar", sagte Maffay, dessen Tonstudio in Tutzing am Starnberger See ist. "Einigkeit und Recht und Freiheit - und endlich wieder Musik", ergänzte der Künstler zu seinem Auftritt am Vorabend des 30. Jahrestags der Wiedervereinigung. Maffay und Band hatten zweimal die große Tournee anlässlich des 50. Bühnenjubiläums des Sängers unterbrochen. 

Rock- und Popsänger Peter Maffay blickt seinem morgigen Auftritt mit gemischten Gefühlen entgegen,
Rock- und Popsänger Peter Maffay blickt seinem morgigen Auftritt mit gemischten Gefühlen entgegen, © Robert Michael/dpa-Zentralbild

7.45 Uhr: Lateinamerika verlor 34 Millionen Arbeitsplätze wegen Corona

Mindestens 34 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik haben wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 ihre Jobs verloren. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Lima vorstellte. Dieser beruht auf Daten aus neun Ländern mit zusammen mehr als 80 Prozent der Gesamtbevölkerung der Region. Die UN-Organisation warnte vor einer beispiellosen Krise der Arbeitsmärkte und "einem drastischen Schrumpfen von Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Einkommen."

Lateinamerika und die Karibik ist nach diesem Bericht die Weltregion mit dem größten prozentualen Rückgang bei Arbeitszeit und Arbeitseinkommen. Die Beschäftigungsquote - der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung - fiel demnach im ersten Quartal dieses Jahres auf einen "historischen Tiefstand" von 51,1 Prozent. Im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres sei dies ein Rückgang um 5,4 Prozentpunkte in der Region mit rund 600 Millionen Einwohnern. 

Verwandte tragen den Sarg ihres Angehörigen während einer Beerdigung in dem für COVID-19-Fälle reservierten Teil des Friedhofs von Nueva Esperanza in Lima, Peru.
Verwandte tragen den Sarg ihres Angehörigen während einer Beerdigung in dem für COVID-19-Fälle reservierten Teil des Friedhofs von Nueva Esperanza in Lima, Peru. © Rodrigo Abd/AP/dpa

7.10 Uhr: Fitnessstudios haben noch lange mit Corona-Folgen zu kämpfen

Deutschlands Fitnessstudios haben nach eigener Einschätzung noch jahrelang mit den Folgen von Corona-Schließungen in diesem Frühjahr zu kämpfen. Erst Ende 2022 oder Anfang 2023 werde voraussichtlich das Vorkrisenniveau erreicht, sagte die Präsidentin des Fitnessstudioverbandes DSSV, Birgit Schwarze, zum Auftakt der Kölner Fitnessmesse Fibo. Die Messe findet von diesem Donnerstag bis Samstag als Online-Version statt - also ohne Publikum vor Ort. Normalerweise tummeln sich bei der Fibo Zehntausende Fitnessfans in den Kölner Messehallen.

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Fitnessstudios von Mitte März bis Mitte Mai oder Anfang Juni schließen, der Zeitraum war je nach Bundesland unterschiedlich. "Ein Monat geschlossen kostet uns ein Jahr, um den Schaden wiedergutzumachen", sagte Schwarze und verwies darauf, dass in diesem Zeitraum keine Neumitglieder gewonnen werden konnten. Die Zahl der Mitglieder in großen Studios - also mit mehr als 1.000 Quadratmetern - sank von Anfang Januar bis Ende Juni um 7 Prozent, wie eine Umfrage des Verbandes unter Betreibern ergab.

6.44 Uhr: Zweites Mal binnen weniger Tage mehr als 2.500 Corona-Neuinfektionen 

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2.500 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2.503 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Samstagmorgen, als mit 2.507 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit Ende April gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 291.722 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 1.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.500. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 257.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 0,96 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

6.29 Uhr: American Airlines beurlaubt 19.000 Mitarbeiter

Wegen des Einbruchs des Reisegeschäfts infolge der Coronavirus-Pandemie startet die US-Fluglinie American Airlines an diesem Donnerstag mit der Zwangsbeurlaubung von 19.000 Mitarbeitern. Das ging aus einem Schreiben von Konzernchef Doug Parker hervor. In der Erklärung wird auf Verhandlungen des Weißen Hauses und Vertretern des US-Repräsentantenhauses und -Senats verwiesen, die sich bislang nicht auf ein weiteres Hilfspaket im Zuge der Corona-Krise einigen konnten, das auch Hilfen für die Fluggesellschaften verlängern könnte. 

5.55 Uhr: Unmut über drohende Quarantäne für Nationalspieler in der Bundesliga

In der Fußball-Bundesliga wächst der Unmut über drohende Quarantäne-Fälle wegen absehbarer Reisen der Profis in Corona-Risikogebiete für Länderspiele. Das berichtete der "kicker" in seiner Donnerstags-Ausgabe. "Für mich ist es ein Unding, Spieler in Risiko-Gebiete zu schicken. Es ist Aufgabe der FIFA, diese Partien entweder zu verlegen oder sicherzustellen, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen", sagte Manager Stefan Reuter vom FC Augsburg demnach. "Es kann nicht sein, dass wir Spieler abstellen, die danach für uns Clubs in der Bundesliga nicht einsatzfähig sind", sagte Sportvorstand Jochen Saier vom SC Freiburg.

Vor den Länderspielen im September hatte der Fußballweltverband die Abstellungspflicht gelockert und Vereinen damit die Möglichkeit gegeben, sich gegen die Abstellung von Spielern zu wehren, deren Nationalmannschaften in Risiko-Gebieten spielten. Bislang hoffen die Vereine auf ein solches Signal vor den anstehenden Partien im Oktober vergeblich.

5.35 Uhr: Bundesregierung spricht Reisewarnung für ganz Belgien und fast ganz Frankreich aus

Die Bundesregierung hat ganz Belgien, Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste, auf der nun mit Wales und Nordirland erstmals auch Gebiete Großbritanniens stehen. In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne) hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Erstmals nahm die Bundesregierung Gebiete in den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland auf die Risikoliste. Außerdem kamen Regionen in Irland, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Rumänien hinzu. Für alle neuen Risikogebiete in Europa sprach das Auswärtige Amt in der Nacht zu Donnerstag Reisewarnungen für Touristen aus.

>>> Die aktuellen Corona-Risikogebiete beim RKI

Touristen sollten wegen der hohen Corona-Zahlen derzeit auch nicht nach Island reisen.
Touristen sollten wegen der hohen Corona-Zahlen derzeit auch nicht nach Island reisen. © Steffen Trumpf/dpa (Symbolbild)

5.28 Uhr: Auskunftei rechnet mit deutlichem Anstieg der Firmenpleiten 

Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel rechnet in den kommenden Monaten mit einem sprunghaften Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland. Denn die coronabedingte Sonderregelung für zahlungsunfähige Unternehmen ist Ende September ausgelaufen, seit heute gilt in solchen Fällen wieder eine Pflicht zum Insolvenzantrag. Die Insolvenzwelle werden "noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen", prognostizierte Crifbürgel am Donnerstag.

"Die wirtschaftlichen Probleme vieler Unternehmen durch die Corona-Krise zeigen sich bislang nicht in einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen", stellte Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein mit Blick auf die Zahlen der ersten neun Monate 2020 fest. "Die Hilfszahlungen verschleiern derzeit die wahre finanzielle Struktur einiger Unternehmen. Derzeit haben über 300.000 Unternehmen in Deutschland finanzielle Probleme." Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Crifbürgel mit bis zu 18 000 Firmenpleiten in Deutschland. Besonders gefährdet seien Unternehmen aus den Branchen Gastronomie, Touristik (zum Beispiel Reisebüros), Entertainment (zum Beispiel Kinos) sowie Messebauer. 

5.20 Uhr: 325.900 Minijobs allein im Gastgewerbe weggebrochen 

Im Zuge der Corona-Pandemie sind allein im Gastgewerbe nach Erhebungen der Meldestelle für geringfügige Beschäftigung bis Ende Juni rund 325.900 Minijobs weggebrochen. Dies ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 36 Prozent, wie aus Daten der Minijobzentrale hervorgeht, die von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann abgefragt und ausgewertet wurden.

Demnach gingen fast 184.000 Minijobs allein in Restaurants und anderen Gaststätten verloren. In absoluten Zahlen folgen der wirtschaftliche Dienstleistungsbereich mit einem Einbruch um 96.116 Minijobs, der Handel (minus 73.641) und das verarbeitende Gewerbe (minus 70.181). Insgesamt ist die Zahl der Minijobber den Angaben zufolge bundesweit um 837 004 zurückgegangen. Im Juni 2020 waren es gut 12 Prozent weniger als im Juni 2019. Jeder achte Minijob ging somit verloren. Aufgrund der hohen Fluktuation im Minijobbereich tragen laut Zimmermann sowohl beendete Arbeitsverhältnisse als auch nicht neu begonnene Arbeitsverhältnisse zum Rückgang bei. 

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.49 Uhr: Pauschale Reisewarnung für Länder außerhalb der EU wird aufgehoben

Nach mehr als einem halben Jahr hebt die Bundesregierung am Donnerstag die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union auf. So wie bereits jetzt die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird dann jedes Land der Welt einzeln bewertet. Eine Reisewarnung wird nur noch für die Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das galt am Mittwochabend für rund 130 Länder ganz oder teilweise.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten unabhängig von der Infektionslage noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Dazu gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber auch eine Einreisesperre für Ausländer.

Unter dem Strich bleiben dann nicht mehr viele Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch abgeraten wird - vor allem weil derzeit in Europa alle paar Tage neue Reisewarnungen hinzukommen. So waren am Mittwochabend in der EU nur noch elf der 26 Partnerländer Deutschlands ganz ohne Risikogebiet und Reisewarnung.

21.24 Uhr: Spanien will Madrid abriegeln

Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. "Die Anordnung wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Mittwochabend in Madrid. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen Madrid und neun weitere Städte im Großraum der Hauptstadt betroffen, so Illa.

Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind.

Illa sagte, der "Vorschlag" sei beim Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates in Madrid mit großer Mehrheit angenommen worden. Seine Ankündigung kam aber sehr überraschend, denn zuvor hatte es geheißen, zur Annahme müssten alle 17 Regionen zustimmen. Gegen die Pläne der Zentralregierung votierten neben Madrid auch Katalonien, Murcia, Galicien und Andalusien. Sprecher dieser Regionen sagten, das Abkommen gelte als zurückgewiesen. Auch Politiker der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerten Zweifel über die Rechtmäßigkeit der von Illa angekündigten Anordnung.

Mit der Festlegung einheitlicher Kriterien wollte die linke Zentralregierung in erster Linie den Vorwurf der konservativen Regierung von Madrid kontern, die Region um die Hauptstadt werde aus politischen Gründen diskriminiert und strenger behandelt als andere Regionen Spaniens. Sánchez' Regierung fordert seit Tagen, dass Madrid striktere Einschränkungen und nach Möglichkeit eine Abschottung der ganzen Region beschließt.

Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Isabel Díaz Ayuso, weigerte sich bisher wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Stadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt. Experten haben diese Maßnahmen als unzureichend kritisie
Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Isabel Díaz Ayuso, weigerte sich bisher wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Stadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt. Experten haben diese Maßnahmen als unzureichend kritisie © Manu Fernandez/AP/dpa

21.10 Uhr: Eislauf-Weltverband sagt Veranstaltungen bis Jahresende ab

Der Eislauf-Weltverband ISU hat die wichtigsten internationalen Wettbewerbe im Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack angesichts der Entwicklungen der Corona-Pandemie abgesagt. Darunter fallen auch das für Dezember geplante Grand-Prix-Finale der Eiskunstläufer und die Weltcups der Shorttracker in Südkorea und China. In beiden Sportarten sollten die Wettkämpfe in Peking (Eiskunstlauf vom 10. bis 13. Dezember und Shorttrack vom 18. bis 20. Dezember) als Testrennen für die Olympischen Winterspiele 2022 gelten.

Die ISU will nun in Absprache mit allen Beteiligten und unter Berücksichtigung der Pandemie-Entwicklungen eine Neuplanung der olympischen Testveranstaltungen vornehmen. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden.

Zuvor hatte die ISU bereits die ersten vier Weltcups im Eisschnelllauf abgesagt. Als Alternative lag dem Council ein Vorschlag aus den Niederlanden vor, wonach in einer "Blase" an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden internationale Rennen mit entsprechendem Hygiene-Konzept veranstaltet werden sollten. Eine Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss, dass das so genannte Hub-Konzept im Prinzip eine gültige Option sei, um Skatern die bestmöglichen Möglichkeiten für einen internationalen Wettbewerb zu bieten. Da aber wichtige ISU-Mitglieder Bedenken anmeldeten, zu den Wettkämpfen anzureisen, entschied der Council, dass die Umsetzung des Konzepts im November/Dezember verfrüht wäre. Nun sollen bis Anfang 2021 Möglichkeiten geprüft werden, ob das Konzept durchführbar sei.

Der Eislauf-Weltverband hat die wichtigsten internationalen Wettbewerbe abgesagt.
Der Eislauf-Weltverband hat die wichtigsten internationalen Wettbewerbe abgesagt. ©  Sebastian Kahnert/dpa (Symbolbild)

20.55 Uhr: Bayer will Sparprogramm verschärfen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will noch mehr sparen. Ab 2024 sollen zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an Kosten wegfallen, teilte der Dax-Konzern am Mittwochabend mit. Dies sei nötig, um in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld bestehen zu können. Diese Einsparungen sollten zusätzlich zu den jährlichen Ergebnisbeiträgen ab 2022 in Höhe von 2,6 Milliarden Euro erreicht werden, die im November 2018 angekündigt worden waren. Das Geld sei für weitere Investitionen in Innovation und profitable Wachstumschancen sowie zum Schuldenabbau vorgesehen.

Den gesenkten Ausblick für dieses Jahr bestätigte Bayer. Besonders in der Agrarbranche hätten sich in der Corona-Krise die Wachstumserwartungen reduziert, hieß es weiter. Diese Situation werde sich voraussichtlich in nächster Zeit nicht ändern. Für 2021 erwartet der Konzern einen Umsatz in etwa auf dem Niveau von 2020. Beim währungsbereinigten Ergebnis pro Aktie rechnet der Konzern mit einem Rückgang.

20.37 Uhr: Südafrika öffnet sich wieder Reisenden aus dem Ausland

Nach rund sechsmonatiger Sperre seines Luftraums für den regulären internationalen Flugverkehr öffnet sich Südafrika ab diesem Donnerstag allmählich wieder dem Reiseverkehr aus dem Ausland. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten. Auf einer am Mittwoch von der Regierung bekanntgegebenen Liste wurden unter anderen die Schweiz, die USA, Russland oder Großbritannien genannt, Deutschland jedoch nicht. Die Einreise ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden, darunter einen negativen Corona-Test und eine Reiseversicherung.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Lockerung der Corona-Beschränkungen vor kurzem mit sinkenden Infektionszahlen begründet. Obwohl das Virus weiter wüte, sei das Schlimmste überstanden. „Wir sind bereit, unsere Tore wieder für die Welt zu öffnen“, hatte er erklärt. In Südafrika wurden bisher rund 672.500 Corona-Fälle bestätigt, mehr als 16.600 Menschen starben. Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft. 

Können von Reisenden bald wieder bestaunt werden: Elefanten in Südafrikas Nationalparks.
Können von Reisenden bald wieder bestaunt werden: Elefanten in Südafrikas Nationalparks. © Christian Selz/dpa

20.11 Uhr: EU-Kommission will digitale Bildung nach Corona-Krise anschieben

Schüler, Lehrer und Bildungseinrichtungen in Europa sollen nach den durchwachsenen Erfahrungen mit E-Learning in der Corona-Krise bessere Möglichkeiten für digitales Lernen bekommen. Die EU-Kommission beschloss am Mittwoch zwei Initiativen, mit denen die Bildung im und über das Internet stärker vorangetrieben werden soll. Ein entsprechender Aktionsplan sei auch vor dem Hintergrund der Pandemie zu sehen, in der Millionen Schüler auf das Lernen von daheim umsteigen mussten - mit dem Risiko, dass etliche nicht angemessen unterstützt werden und zurückfallen. Förderung von Digitalkompetenzen sei entscheidend, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas: "Was wir brauchen, ist nicht das Reden über ein stärkeres Bewusstsein - wir müssen dies alles jetzt in konkrete Handlungen übersetzen."

Der Plan umfasst Maßnahmen für den Aufbau eines gesamteuropäischen, möglichst für alle zugänglichen Systems digitaler Bildung. Er soll die EU-Haushaltsperiode von 2021 bis 2027 abdecken, über deren Finanzierung und Schwerpunkte derzeit noch zwischen den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament gestritten wird. Manche Abgeordnete fordern etwa deutlich mehr Geld für Bildung und Forschung. 

19.49 Uhr: Johnson droht Briten mit schärferen Corona-Regeln

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts des weiter grassierenden Coronavirus und steigender Infektionszahlen die Briten erneut zu mehr Disziplin aufgerufen. "Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen", sagte Johnson am Mittwoch in London. Ob dies nötig werde, hänge "einzig und allein davon ab, wie effektiv wir dieses Virus unterdrücken". Er wolle unbedingt vermeiden, Großbritannien in einen "vollständigen Lockdown" zurückzuführen.

Derzeit setzt die Regierung noch darauf, nur in lokalen Verbreitungs-Brennpunkten schärfere Maßnahmen einzuführen. So gelten etwa im Nordosten Englands sowie in Schottland und Nordirland Kontaktbeschränkungen.

Gesundheitsexperte Patrick Vallance warnte, die Entwicklung laufe derzeit "in die falsche Richtung". In den vergangenen Tagen hatte Großbritannien erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 7.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Die Zahl der täglichen Todesfälle verdoppelte sich innerhalb einer Woche auf rund 70. Johnson appellierte an seine Landsleute, strikt Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Der britische Premier Johnson ist angesichts hoher Infektionszahlen besorgt: Einen erneuten Lockdown will er aber verhindern.
Der britische Premier Johnson ist angesichts hoher Infektionszahlen besorgt: Einen erneuten Lockdown will er aber verhindern. © Jessica Taylor/Uk Parliament/PA Media/dpa

19.25 Uhr: Mehrheit findet neue Corona-Einschränkungen angemessen

Die Mehrheit der Deutschen hält die jüngst beschlossenen zusätzlichen Corona-Beschränkungen einer Umfrage zufolge für angemessen. Rund 62 Prozent der Teilnehmer erklärten sich in einer von RTL und ntv in Auftrag gegebenen Forsa-Befragung mit den Maßnahmen einverstanden. 21 Prozent wünschen sich demnach sogar noch striktere Regelungen. Nur 13 Prozent der Menschen gaben an, dass ihnen die Beschlüsse zu weit gingen - überdurchschnittlich häufig waren darunter Anhänger der FDP und vor allem der AfD.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag unter anderem darauf verständigt, dass bei der Angabe falscher persönlicher Daten - zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch - ein Bußgeld von mindestens 50 Euro drohen soll. Auch das hält eine deutliche Mehrheit der Befragten (62 Prozent) für richtig. 22 Prozent fanden sogar, die Bußgelder könnten noch höher ausfallen. 14 Prozent der Befragten geht die Verhängung von Bußgeldern hingegen zu weit.

Die Länder sollen zudem Obergrenzen für die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern festlegen. Gibt es in einem Landkreis binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, sollen höchstens noch 25 Menschen in öffentlichen oder angemieteten Räumen feiern dürfen. In der Umfrage hielten das 67 Prozent für angemessen, weitere 16 Prozent für nicht ausreichend. Nur 15 Prozent
empfinden diese Obergrenze als nicht richtig.

18.55 Uhr: Spahn sieht "absehbar" Chance auf Corona-Heimtests 

In der Corona-Pandemie könnten künftig auch Heimtests zum Einsatz kommen. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können."

Einen Zeitpunkt nannte Spahn nicht. Ob das in vier, acht, zwölf oder 16 Wochen sei, werde man sehen, "aber ich bin sehr sicher, wir werden es sehen". Ein solcher Heimtest müsste nach Spahns Angaben allerdings zunächst von den Behörden genehmigt werden, weil es sich bei Covid-19 um eine meldepflichtige Erkrankung handele.

18.32 Uhr: Deutschland gibt 100 Millionen Euro mehr für Impfstoff-Allianz

Deutschland stockt seine Hilfe für ein UN-Programm zur globalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Verteilung eines Corona-Impfstoffes auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei einer digitalen Konferenz der Vereinten Nationen am Mittwoch 100 Millionen Euro für die Impfallianz Gavi zu, die dem UN-Programm ACT angehört. Dieses Geld erhöhe den Beitrag der Bundesrepublik von bereits 675 Millionen. Eine globale Antwort auf die Corona-Pandemie brauche breiten internationalen Rückhalt, sagte Merkel. Deutschland sei sich seiner Verantwortung bewusst.

Das ACT-Programm, an dem sich UN-Angaben zufolge unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligen, soll die internationale Zusammenarbeit stärken, um Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen. Vor allem aber soll es die Entwicklung eines Impfstoffs fördern, der für alle erhältlich und bezahlbar ist. Einige zahlungskräftige Länder wie die USA oder China sind bei der Initiative allerdings nicht mit an Bord.

18.18 Uhr: Ein Viertel der Corona-Tests unter Ultraorthodoxen in Israel positiv

Mehr als ein Viertel der auf das Coronavirus getesteten Ultraorthodoxen in Israel erhält einen positiven Befund. Dies sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Hezi Levy, am Mittwoch dem Armee-Radio. Ein Sprecher des Ministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, zwischen 25 und 33 Prozent der Tests innerhalb der Gemeinschaft stellten eine Infektion fest. Etwa zwölf Prozent der rund neun Millionen Einwohner des Landes sind nach Angaben des Israelischen Demokratie-Institutes strengreligiöse Juden. Die Zahl der schwer Erkrankten überstieg derweil die kritische Marke von 800. Seit Beginn des Lockdowns meldeten sich zudem fast 180.000 Menschen als arbeitssuchend.

In arabischen und ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln hatte es zuletzt hohe Infektionszahlen gegeben. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Corona-Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates. Wie es in Medienberichten hieß, beteten am Feiertag Jom Kippur Hunderte Strengreligiöse entgegen der Corona-Regeln zusammen in Synagogen. Befürchtet wird ein weiterer Anstieg der Zahlen.

Unter strengreligiösen Juden in Israel verbreitet sich das Coronavirus besonders schnell. Viele halten sich nicht an die staatlichen Corona-Regeln.
Unter strengreligiösen Juden in Israel verbreitet sich das Coronavirus besonders schnell. Viele halten sich nicht an die staatlichen Corona-Regeln. © Ariel Schalit/AP/dpa

17.58 Uhr: Maskenpflicht für Schleswig-Holsteins Schüler nach Herbstferien

Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. So will Bildungsministerin Karin Prien (CDU) das Risiko einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an den Schulen durch Reiserückkehrer eindämmen. Bei Lehrern gilt wie bisher auch: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach den Herbstferien geht die Schule im Norden am 19. Oktober wieder los.

In den vergangenen Wochen hatte es eine landesweite Maskenpflicht im Unterricht weiterführender Schulen zeitweise bereits in Nordrhein-Westfalen und Bayern gegeben. Inzwischen gilt sie dort für den Unterricht nur noch lokal in München, Hamm und Remscheid, weil die Zahl der Neuansteckungen in diesen Orten zuletzt sehr hoch war. Ansonsten ist es in den meisten Ländern derzeit so, wie auch in Schleswig-Holstein seit dem 24. August: Schüler und Lehrer müssen im Schulgebäude einen Mund-Nasen-Schutz tragen, den sie bislang im Unterricht aber ablegen können. Die Regelung gilt im Norden auch für das sonstige Schulgelände wie etwa den Schulhof sowie für alle Schularten, alle Jahrgänge und alle Besucher wie etwa Eltern. Welche Regeln an Sachsens Schule gelten, lesen Sie hier.

17.20 Uhr: Vorsitzende der Gesundheitsminister: Einsparungen können sich rächen

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Dilek Kalayci (SPD), hält gute Arbeitsbedingungen in Kliniken und Pflegeheimen, ausreichend Personal und faire Bezahlung auch nach der Corona-Zeit für unerlässlich. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig das Gesundheitswesen sei und wie schnell sich Einsparungen hier rächen könnten, erklärte die Berliner SPD-Senatorin am Mittwoch bei einer Kundgebung von Beschäftigten aus Krankenhäusern und Altenpflege in der Hauptstadt.

Im Gesundheitswesen werde während der Pandemie viel geleistet. Dafür dürfe es nicht nur warme Worte und Applaus geben. Die Politik habe sich daher mit verschiedenen Maßnahmen auf den Weg gemacht, die Attraktivität von Gesundheits- und Pflegeberufen zu steigern. Dazu gehörten verbindliche Personalvorgaben für Kliniken oder Schritte hin zu mehr Ausbildung.

Anlässlich einer Videokonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern versammelten sich in Berlin Hunderte Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen zu verschiedenen Protestaktionen. Das stand auch im Zusammenhang mit Warnstreiks an den großen Berliner Kliniken Charité und Vivantes.

Eine Verdi-Sprecherin sagte, viele Beschäftigte hätten «Wut im Bauch». Die Politik rede zwar schon länger über Verbesserungen, müsse aber endlich grundlegende Änderungen anpacken. Gewerkschaftsvertreter wie Demonstranten forderten unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und Personal sowie ein neues System der Krankenhausfinanzierung. An die Minister wurde eine Petition von 12 000 Beschäftigten übergeben.

Dilek Kalayci (SPD) ist Berliner Gesundheitssenatorin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder.
Dilek Kalayci (SPD) ist Berliner Gesundheitssenatorin und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder. © Bernd von Jutrczenka/dpa

16.50 Uhr: Slowakische Regierung verhängt Notstand

Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen hat die slowakische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen. Mit dem Inkrafttreten des Notstandes ab Donnerstag erhalten die Behörden außerordentliche Befugnisse. So dürfen sie zum Beispiel medizinisches Personal auch aus dem Urlaub heraus zur Arbeit verpflichten und dringend benötigtes Gesundheitsmaterial unabhängig von gültigen Bestellungen umverteilen. Umstritten ist der Notstand aber vor allem, weil er auch ein Verbot von Demonstrationen und Versammlungen sowie weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Bürger ermöglicht. Erstmals galt der Notstand in der Slowakei schon während der ersten Corona-Welle von Mitte März bis Mitte Juni. Diesmal solle er für zunächst 45 Tage gelten, teilte der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic auf Facebook mit.

Die neuerliche Ausrufung des Notstandes hatte der nationale Corona-Krisenstab am Montagabend empfohlen, beschließen kann ihn aber nur die Regierung. Eine weitere Empfehlung des Krisenstabes war gewesen, ab 1. Oktober auch alle Massenveranstaltungen zu verbieten. Nach Protesten von Sportvereinen und der politisch mächtigen katholischen Kirche folgte die Regierung dieser Empfehlung jedoch nicht. Stattdessen treten ab Donnerstag nur Beschränkungen der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen und Gottesdiensten in Kraft. Noch während der Regierungssitzung am Mittwoch hatten sich Hunderte Eishockeyspieler aus dem ganzen Land zu einem Protest vor dem Regierungsgebäude versammelt. Die katholische Kirche wiederum hatte darauf hingewiesen, dass nur die Bischöfe die Abhaltung von Gottesdiensten untersagen dürften, nicht jedoch der Staat, obwohl dieser aufgrund einer Vereinbarung mit dem Vatikan für die Bezahlung der Priester aufkommt.

16.17 Uhr: UN-Chef will 35 Milliarden Dollar für Impf-Programm

UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Corona-Pandemie zu einer besseren Finanzierung des Impf-Programms der Vereinten Nationen aufgerufen. Es brauche einen "Quantensprung" an Unterstützung über die bislang zugesagten drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) für das ACT-Programm hinaus. Für seine maximale Wirkung brauche es 35 weitere Milliarden, sagte Guterres zu Beginn einer hochrangig besetzten digitalen Veranstaltung am Mittwoch, bei der Zusagen für die Initiative erwartet werden. Es sei an der Zeit, dass Länder Mittel aus ihren nationalen Corona-Programmen für ACT benutzten, betonte der UN-Chef.

Das Programm, an dem sich UN-Angaben zufolge unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligen, soll die internationale Zusammenarbeit stärken, um Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen. Vor allem aber soll es die Entwicklung eines Impfstoffs fördern, der für alle erhältlich und bezahlbar ist. Bei der Veranstaltung am Mittwoch wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen.

15.50 Uhr: Kassenärzte fordern Krankschreibungen wieder per Telefon

Die Kassenärzte machen sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dafür stark, im Herbst und Winter auch wieder Krankschreibungen per Telefon zu ermöglichen. "Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet", sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Mittwoch. Damit könne man schneller agieren, wenn es regional hohe Corona-Fallzahlen und Überschneidungen mit Symptomen von Grippe- und Erkältungskrankheiten gebe.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte, die Praxisteams stünden bereit, auch die kommenden Wochen und Monate zu meistern. "Es gibt viele Möglichkeiten, die wir einsetzen können: Fiebersprechstunden, Schwerpunktpraxen oder auch eigenständige Covid-19-Einrichtungen." Über passgenaue Lösung sollte regional entschieden werden. "Die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt». Gassen betonte: "Schon jetzt werden 19 von 20 Covid-19-Patienten ambulant behandelt."

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat bereits in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass bei steigenden Infektionszahlen Sonderregeln für Patienten auch regional ermöglicht werden sollen - etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen.

15.31 Uhr: Bayern schließt Corona-Teststationen an Autobahnen

Ungeachtet hoher Corona-Zahlen unter anderem in Teilen Österreichs gibt es nun doch keine Verlängerung für die Teststationen an den bayerischen Autobahnen in Grenznähe - der Betrieb dort wird in der Nacht auf Donnerstag eingestellt. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch in München mit. Die Staatsregierung bleibt also bei ihrem Kabinettsbeschluss vom 8. September. Zuletzt hatte sie wegen der Corona-Zahlen in Österreich und Tschechien noch eine Verlängerung erwogen, sich aber nun doch dagegen entschieden.

"Beim Infektionsgeschehen in Bayern ist der Anteil der Reiserückkehrer an den bekannten Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zurückgegangen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zur Begründung. Gleichzeitig sei der Reise- und Urlaubsverkehr, der traditionell zu den Sommerferien seinen Höhepunkt habe, vorbei. "Wichtig ist bei dieser Entscheidung auch die Erkenntnis, dass sich Neuinfektionen in Bayern vor allem regional neu entwickeln", erklärte Huml. Die vorhandenen Laborkapazitäten sollen deshalb nun anderweitig genutzt werden. 

Die Corona-Teststationen an den bayerischen Autobahnen werden den Betrieb in der Nacht auf Donnerstag einstellen.
Die Corona-Teststationen an den bayerischen Autobahnen werden den Betrieb in der Nacht auf Donnerstag einstellen. © Sven Hoppe/dpa

14.53 Uhr: Italiens Parlament stoppt Arbeit

Der italienische Senat hat am Mittwoch vorsorglich einen Teil seiner Arbeit wegen Corona-Fällen in der Parlamentskammer gestoppt. Das bestätigte ein Sprecher der kleineren von zwei Parlamentskammern in Rom. Betroffen von der Unterbrechung der Termine seien geplante Treffen von Kommissionen sowie dem Führungsgremium der Kammer. Ob die Vorsichtsmaßnahme über den Tag hinaus ausgedehnt werde, sei noch offen, sagte er.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass zwei Senatoren der in Rom mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie seien in häuslicher Isolierung, alle anderen Senatoren der Fünf-Sterne-Bewegung würden getestet. Ein erkrankter Senator sagte der Nachrichtenagentur Ansa, er habe Symptome wie Fieber. In Italien ist die Corona-Pandemie nach Experten-Einschätzung aktuell zwar unter Kontrolle, doch steigende Infektionszahlen sorgen in dem Mittelmeerland für Angst. Am Dienstag hatten die Behörden mehr als 1.600 neue Fälle registriert, es gab weitere 24 Covid-19-Tote. 

14.25 Uhr: Arbeitsminister Heil: Krise noch nicht vorbei

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht trotz positiver Entwicklung am Arbeitsmarkt die Krise noch nicht überwunden. Es handele sich um die "tiefste Wirtschaftskrise unserer Generation", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Diese werde Folgen bis ins nächste Jahr haben, bis die Wirtschaft wieder durchstarten könne. "Und deswegen ist es wichtig, bei aller Freude darüber, dass sich der Arbeitsmarkt jetzt leicht stabilisiert und langsam wieder in Fahrt kommt, dass wir im Winter die Pandemie im Griff behalten und am Arbeitsmarkt mit dem Instrument der Kurzarbeit weiter dafür sorgen, Brücken zu bauen."

In vielen Branchen gebe es nach wie vor wirtschaftliche Schwierigkeiten, sagte Heil. Die Corona-Krise beschleunige zudem den Strukturwandel etwa in der Industrie oder im Maschinenbau. Weiterbildung sei der Schlüssel dafür, dass Deutschland langfristig wettbewerbsfähig bleibe und möglichst viele Menschen in Beschäftigung blieben. 

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hatte am Mittwoch die Arbeitslosenzahlen für September vorgelegt. Demnach waren 108.000 weniger Menschen ohne Job als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenzahl lag bei 2,847 Millionen und damit allerdings um 613.000 höher als vor einem Jahr. Die Zahl der Kurzarbeiter ist nach Angaben der Bundesagentur weiter zurückgegangen. 

13.57 Uhr: Emotionaler Merkel-Appell an die Deutschen

Die Coronavirus-Infektionszahlen steigen auch in Deutschland - und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nutzt die Generaldebatte des Bundestages zu einem äußerst eindringlichen Appell. Merkel sprach zwar zum Haushalt für das Jahr 2021, doch die Kanzlerin betonte, sie könne in dieser Situation keine Routine-Rede halten. „Wir erleben zurzeit, wie die Vorsicht nachlässt“, sagte Merkel am Mittwoch. Alle sehnten sich wieder nach Nähe, Berührungen und Gemeinsamkeit. „Das spüre ich selbst. Da geht es mir nicht anders als anderen“, so die Kanzlerin. „Aber wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“ 

13.38 Uhr: Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Lettland

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Mittwoch 95 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 48 Neuinfektionen und war im April erfasst worden. Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 1.824 bestätigte Infektionen und 37 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. 

13.27 Uhr: Neandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Corona-Verlauf

Einer Leipziger Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher", erklärte Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (MPI EVA). Die Variante ist ein weiterer Risikofaktor zusätzlich zu vielen schon länger bekannten wie Alter und manchen Vorerkrankungen.

Eine Studie im Sommer hatte ergeben, dass eine Gruppe von Genen auf Chromosom 3 mit einem höheren Risiko dafür verbunden sein kann, im Falle von Covid-19 im Krankenhaus behandelt und künstlich beatmet werden zu müssen. Die Gefahr für eine schwere Form der Erkrankung sei bei Menschen mit dieser Variante bis zu dreimal höher, hieß es damals. 

Vom Neandertaler vererbte Gene können den Verlauf einer Sars-CoV-2-Infektion beeinträchtigen.
Vom Neandertaler vererbte Gene können den Verlauf einer Sars-CoV-2-Infektion beeinträchtigen. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

13.11 Uhr: Flugsicherung senkt Prognosen für Luftverkehr

Die Deutsche Flugsicherung hat ihre Prognosen zum Luftverkehr in der Corona-Krise deutlich nach unten korrigiert. Die fortdauernden und erweiterten Reisebeschränkungen führten zu einer geringeren Nachfrage, teilte das Staatsunternehmen am Mittwoch in Langen bei Frankfurt mit. Zugleich seien bis Jahresende keine Impulse aus dem Interkontinentalverkehr zu erwarten, eine Erholung des Geschäftsreiseverkehrs sei nach wie vor nicht absehbar. Zum Jahresende werde der Flugverkehr im deutschen Luftraum wie bereits im August und September nur 45 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen statt der im April prognostizierten 75 Prozent.

Die Lotsen der DFS werden nach dieser Einschätzung im Gesamtjahr 2020 rund 1,5 Millionen Flüge kontrollieren. Das wäre die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung. 1991 waren 1,65 Millionen Bewegungen gezählt worden. Das Niveau von 2019 mit rund 3,33 Millionen kontrollierten Flugbewegungen würde demnach erst im Jahr 2025 wieder erreicht. Bislang war die DFS von einer vollständigen Erholung bis zum Jahr 2024 ausgegangen.

12.45 Uhr: Zwei weitere Corona-Tote in Dresden

In Dresden steigen die Zahlen der Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus nicht nur wieder deutlicher an, am Mittwoch wurden auch zum ersten Mal seit Ende Mai wieder Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Zuletzt wurden wieder mehr Erkrankte zur Behandlung in ein Krankenhaus eingewiesen.

Seit Anfang des Monats hat das Gesundheitsamt zwölf neue Klinik-Einweisungen gemeldet. Die neuesten drei wurden am Dienstag bekannt. Die Zahl der Infizierten stieg zeitgleich auf nun 837. Das sind sieben Fälle mehr als am Vortag.  Abzüglich der mittlerweile zwölf Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass aktuell 73 Menschen akut infiziert sind. Mehr zur Situation in Dresden erfahren sie hier.

12.29 Uhr: Mehr Konzerte in Dresdner Kreuzkirche bis Jahresende

Die Dresdner Kreuzkirche wird vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Konzerte des Kreuzchors bis Jahresende verdoppeln. Das betreffe auch die traditionelle Adventvesper mit dem Dresdner Kreuzchor, die Christvespern am Heiligen Abend sowie die beliebte Christmette am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, sagte Kreuzorganist Holger Gehring. Mit der Regelung sollen die coronabedingt reduzierten Besucherzahlen pro Konzert etwas aufgefangen werden. Sie gilt auch für die Oratorienaufführungen im November sowie die Silvesterorgelkonzerte.

Wegen der Corona-Hygieneauflagen mit Abstandregelungen können derzeit in der Kreuzkirche am Altmarkt statt der möglichen über 3.000 Personen nur knapp 900 Menschen Platz nehmen. Der Kreuzchor werde bei Aufführungen in Klassenverbünden singen, zwischen denen ein Abstand geschaffen wird, sagte Gehring. Die Orchesterbesetzungen bei den Konzerten würden entsprechend reduziert. 

12.07 Uhr: Schild mit KZ-Spruch auf Corona-Demo - Anklage erhoben

Wegen Volksverhetzung bei einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen hat die Kölner Staatsanwaltschaft einen 43-Jährigen angeklagt. Der Mann hatte im Mai auf einer Demo in Köln ein Häftlingskostüm und ein Schild mit der Aufschrift "Maske macht frei" getragen. Deshalb habe die Staatsanwaltschaft gegen ihn einen Strafbefehl wegen des Verdachts der Volksverhetzung im Sinne der Verharmlosung des Holocaust beantragt, sagte ein Sprecher am Mittwoch. "Es geht um die Auslegung der Meinungsfreiheit", sagte der Sprecher. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist das Verhalten des Mannes nicht davon gedeckt. Den zynischen Schriftzug "Arbeit macht frei" hatten die Nationalsozialisten an den Toren mehrerer Konzentrationslager angebracht.

Bei einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen am 23. Mai in Köln hält ein Demonstrant in gestreifter Kleidung, die der Uniform eines KZ-Häftlings nachempfunden ist sein umstrittenes Plakat hoch.
Bei einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen am 23. Mai in Köln hält ein Demonstrant in gestreifter Kleidung, die der Uniform eines KZ-Häftlings nachempfunden ist sein umstrittenes Plakat hoch. © David Young/dpa

11.50 Uhr: Iran hat keine Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten

Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen gibt es im Iran keine  Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten. Das sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, in einem Interview mit der Zeitung "Watane'e Emrus" am Mittwoch. "Falls der Ernst der Lage weiterhin von den Verantwortlichen ignoriert wird, müssen die Corona-Patienten in Großstädten wie Teheran demnächst in den Korridoren der Krankenhäuser behandelt werden, weil es einfach keine Betten mehr gibt." 

In den meisten Städten wird die Maskenpflicht laut Mardani nur noch von der Hälfte der Menschen eingehalten. Epizentrum der Infektionen seien öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufszentren in Großstädten. Besonders schlimm sei die Lage in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. "Die Lage ist so kritisch, dass die Forderung nach einer einwöchigen Ausgangssperre in Teheran durchaus realistisch ist (...) Sonst kriegen wir ernsthafte Engpässe bei der medizinischen Versorgung," sagte der Epidemiologe und Infektionsexperte. Präsident Hassan Ruhani ist gegen Lockdowns. Da unklar sei, wie lange die Pandemie andauern werde, sollten die Menschen lernen, mit Corona zu leben, lautet sein Standpunkt. 

11.28 Uhr: Ermittlungen gegen vier Personen zu Corona-Hotspot Ischgl

Zu den folgenschweren Ereignissen in der Corona-Krise in Ischgl ermitteln die Behörden in Österreich gegen vier Beschuldigte. Nach Prüfung von mehr als 10.000 Seiten Beweismaterial hätten sich die Ermittlungen konkretisiert, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, am Mittwoch mit. "Insbesondere wird die Umsetzung von Verordnungen in Bezug auf Verkehrsbeschränkungen in Ischgl beziehungsweise die Quarantäne im Paznauntal näher geprüft." Die Identitäten der Beschuldigten nannten die Behörde nicht.

Der Wintersportort Ischgl in Tirol galt im März als Corona-Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Virus in Teilen Europas beigetragen haben soll. Eine Frage ist, ob gemäß vorliegenden Erkenntnissen rechtzeitig gehandelt wurde, um die Verbreitung einzudämmen. Nachdem Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 13. März die Quarantäne über das Paznauntal verkündete, reisten Tausende Touristen und Saisonarbeiter unter teils chaotischen Bedingungen ab, obwohl sie laut Quarantäne-Verordnung eigentlich im Tal hätten bleiben sollen.

Neben den strafrechtlichen Ermittlungen beschäftigt das Geschehen in Ischgl auch zivilrechtlich die Gerichte. Verbraucherschützer brachten vergangene Woche die ersten vier Musterklagen auf Schadenersatz im Namen von Menschen ein, die sich beim Urlaub in Ischgl oder bei der Abreise mit dem Coronavirus angesteckt haben sollen. 

Der österreichische Skiort Ischgl gilt als einer der Hotspots, von denen aus sich der Coronavirus im März in Europa ausgebreitet hat.
Der österreichische Skiort Ischgl gilt als einer der Hotspots, von denen aus sich der Coronavirus im März in Europa ausgebreitet hat. © Jakob Gruber/APA/dpa (Archiv)

11.16 Uhr: Sachsen will Sport in Corona-Zeiten weiter bestmöglich fördern

Der Sport in Sachsen soll in Corona-Zeiten nicht ins Abseits geraten. Innenminister Roland Wöller (CDU) sicherte am Mittwoch im Landtag zu, ihn in schwierigen Zeiten weiter bestmöglich zu unterstützen. "Wir werden weiterhin sehr genau abwägen, was geht und was nicht", sagte der Minister. Man habe die Beschränkungen schrittweise lockern können. Mittlerweile dürften sogar wieder Fans in die Stadien - weil das Infektionsgeschehen das hergebe.

"Bis jetzt kann man sagen, dass die Konzepte aufgehen. Natürlich wissen wir alle: Sollte sich die Situation wieder verschärfen, müssen diese Zugeständnisse auf den Prüfstand - so wie am vergangenen Wochenende beim Spiel von Erzgebirge Aue", sagte der Minister. Der Fußball-Zweitligist hatte trotz anderer Pläne wegen einer Zunahme von Corona-Infektionen in der Region das Spiel gegen Greuther Fürth (1:1) ohne Publikum bestritten. 

11 Uhr: Pendler nach Tschechien von Quarantäne-Pflicht ausgenommen

Das Sächsische Sozialministerium passt die Ausnahmen von den Quarantäne-Regelungen für Einreisende aus Ländern an, die als Risikogebiet eingestuft sind. Aktueller Anlass ist nach einer aktuellen Mitteilung die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Tschechien. Um das Pendeln über die Grenze aus beruflicher, aus medizinischer und aus sozialer Sicht zu ermöglichen, wird die aktuell geltende Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung in einigen Punkten ergänzt.

Die Ausnahmen von den Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus einem als Risikogebiet eingestuften Land wie Tschechien gelten fortan auch für Personen, die regelmäßig die Grenze von ihrem Wohnort in Deutschland und der Arbeitsstätte im Ausland überqueren, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ebenso gelten Ausnahmen für diejenigen, die sich bis zu 48-Stunden oder für einen begrenzten Zeitraum beruflich, medizinisch veranlasst oder aus sozialen Gründen im anderen Land aufgehalten haben. Die Ausnahmen gelten demnach auch für Pendler, die im kleinen Grenzverkehr zum kurzzeitigen Einkaufen oder Tanken ins Nachbarland fahren. Die angepasste Verordnung gilt ab 1. Oktober 2020.

10.39 Uhr: Merkel appelliert an Bürger: "Halten Sie sich an die Regeln"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einem eindringlichen Appell an die Bürger zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen aufgerufen. "Wir erleben zurzeit, wie die Vorsicht nachlässt", sagte Merkel in der Generaldebatte des Bundestages. Alle sehnten sich wieder nach Nähe, Berührungen und Gemeinsamkeit. "Das spüre ich selbst. Da geht es mir nicht anders als anderen", so die Kanzlerin. "Aber wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben."

Man dürfe es nicht dazu kommen lassen, dass wieder landesweite Einschränkungen drohten. Sie wolle alles dafür tun, um einen erneuten landesweiten Shutdown zu verhindern, sagte die Kanzlerin. Die Pandemie sei eine Langstrecke und man habe mit dem Herbst und dem Winter eine schwere Zeit vor sich. "Ich appelliere an Sie alle, halten Sie sich an die Regeln, die für die nächste Zeit weiter gelten müssen, geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht." Es komme auf jeden Einzelnen an, sagte Merkel.

Aufkleber markieren in einem Fahrstuhl den Mindestabstand, der während der Corona-Pandemie einzuhalten ist.
Aufkleber markieren in einem Fahrstuhl den Mindestabstand, der während der Corona-Pandemie einzuhalten ist. © Eugene Hoshiko/AP/dpa (Symbolbild)

10.28 Uhr:  Häufung von Corona-Fällen in Markneukirchen und Sehmatal

Das Vogtland und das Erzgebirge kämpfen aktuell mit den meisten Coronavirus-Infektionen in Sachsen - die Zahl der Neuinfektionen steigt in den beiden Landkreisen weiter. Im vogtländischen Markneukirchen bereitet ein Ausbruch in einem Pflegeheim Sorgen, sagt Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos). Weitere Fälle in Betrieben der Stadt, in zwei Schulen und einem Hort sind allerdings inzwischen rückläufig. Am Dienstag zählte der Vogtlandkreis in der Stadt mit 7.500 Einwohnern 65 infizierte Menschen. Davon seien ein Großteil aus dem betroffenen Markneukirchner Pflegeheim "Haus Ölbaum", berichtete Christoph Uebel als Vorstandsvorsitzender der verantwortlichen Diakonie Markneukirchen. "Die Lage ist sehr angespannt."

Aktuell meldet das Erzgebirge mit 31 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage die höchsten Zahlen in Sachsen. Seit drei Wochen stelle der Kreis fest, dass die Fälle zunehmen, auf inzwischen 216 in dieser Zeit. Zunächst lag ein Hotspot in der Gemeinde Sehmatal. "Aktuell gibt es Infektionsfälle im gesamten Landkreis mit einer Häufung in der Region Annaberg-Buchholz", so Landratsamt-Sprecher Stefan Pechfelder. Aktuell regele eine Allgemeinverfügung verschärfende Maßnahmen für die Gemeinde Sehmatal, gleichzeitig seien Groß- und Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen im Kreis allgemein untersagt. 

Mehr dazu im Artikel Sorge um Corona-Ausbrüche in Sachsen

10.09 Uhr: Zahl Arbeitsloser sinkt auf 2,847 Millionen - Rückgang auch in Sachsen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist trotz der Corona-Krise im September um 108.000 im Vergleich zum Vormonat gesunken. Sie lag bei 2,847 Millionen und damit um 613.000 höher als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent.

Der Herbst sorgt auch für neuen Schwung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt. Im September waren 132.800 Menschen ohne Job und damit etwa 5.000 weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur in Chemnitz mitteilte. Die Arbeitslosenquote im Freistaat sank auf 6,3 Prozent. Die Corona-Krise hat dennoch deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen: Im September waren knapp 20 Prozent mehr Menschen in Sachsen arbeitslos als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

9.56 Uhr: Corona-Pandemie laut Merkel "beispiellose Bewährungsprobe"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die bisherige Eindämmung der Corona-Pandemie gewürdigt, aber zu Vorsicht im Herbst und Winter aufgerufen. Die schwierigeren Monate kämen jetzt, sagte Merkel am Mittwoch in der Generaldebatte zum Etat 2021 im Bundestag. Sie verwies auf die von Bund und Ländern beschlossenen strengeren Vorgaben wie ein Bußgeld von mindestens 50 Euro, wenn Gäste falsche Angaben in Restaurant-Listen machen. Die Pandemie stelle die Welt, Europa und Deutschland vor eine "beispiellose Bewährungsprobe", sagte Merkel. Deutschland sei verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, auch dank außerordentlichen Verantwortungsbewusstseins der Bürger. Merkel verteidigte die im Haushalt vorgesehene Neuverschuldung von 96 Milliarden Euro angesichts einer außergewöhnlichen Notsituation. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag. © Michael Kappeler/dpa

9.39 Uhr: "Drive-in-Wahllokale" für Corona-Infizierte öffnen in Tschechien

In Tschechien haben knapp 80 "Drive-in-Wahllokale" für Corona-Infizierte geöffnet. Vor den Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag können sie dort bereits vorab ihre Stimme abgeben und müssen dafür ihr Auto nicht verlassen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich in Quarantäne befinden. Die Wahlkommission trägt Schutzausrüstung und wird von Soldaten unterstützt. Die Kapazität soll für bis zu 16.000 Wähler ausreichen, in den ersten Stunden war das Interesse nach Angaben der Agentur CTK indes vielerorts gering. In Tschechien gibt es keine Briefwahl wie in Deutschland. Gewählt werden die Regionalparlamente in 13 Verwaltungsregionen mit Ausnahme der Hauptstadt Prag. 

9.11 Uhr: Infektiologe lobt Einigung auf regionale Anti-Corona-Maßnahmen

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, hat die Bund-Länder-Einigung auf gezielte, regionale Anti-Corona-Maßnahmen als "Schritt in die richtige Richtung" gelobt. "Im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, ist die Epidemie ganz, ganz anders als in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Deswegen ist es sinnvoll, dass wir diese angepassten Regeln haben, die in Kraft treten, wenn die Epidemie bestimmte Grenzwerte zeigt", sagte Salzberger am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf regionale Gegenmaßnahmen verständigt, wenn die Neuinfektionszahlen in Landkreisen bestimmte Schwellenwerte übersteigen. Dann soll es in diesen Regionen etwa Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben. 

© Emilio Morenatti/AP/dpa (Symbolbild)

9 Uhr: Shell kündigt Abbau von bis zu 9.000 Stellen an

Shell baut wegen der Folgen der Corona-Krise und des Ölpreisverfalls Tausende Stellen ab. Bis Ende 2022 sollen 7.000 bis 9.000 Stellen gestrichen werden, teilte der britisch-niederländische Ölkonzern am Mittwoch in London mit. Darin seien die rund 1.500 Mitarbeiter enthalten, die bereits eine Abfindung in einem seit einiger Zeit laufenden Stellenabbau angenommen haben. Shell beschäftigte zuletzt eigenen Angaben zufolge mehr als 80.000 Menschen in über 70 Ländern. Durch den Stellenabbau sollen die jährlichen Kosten um 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 bis 2,1 Mrd Euro) gesenkt werden.

8.45 Uhr: Knapp 1.800 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.798 neue Corona-Infektionen gemeldet, am Vortag waren es noch rund 300 mehr. Am Samstag war mit 2.507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 289.219 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 30.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.488. Das sind 17 mehr als am Vortag. Rund 254.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (29.09.2020, 12:15 Uhr) 352 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 195 davon werden beatmet. Vor einer Woche (22.9.) hatte der Wert noch bei 278 (151 beatmet) gelegen, in der Woche davor (15.9.) bei 236 (129 beatmet). Rund 8.900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen. 

8.19 Uhr: Experte: Wenige Tests auch Grund für niedrige Corona-Zahlen in Polen

Die vergleichsweise geringe Zahl von registrierten Neuinfektionen in Polen kann nach Einschätzung eines Experten auch auf eine nicht ausreichende Anzahl von Tests zurückzuführen sein. Polen habe zwar einerseits im europaweiten Vergleich auch deshalb weniger Fälle, weil durch einen konsequenten Lockdown im März die Zahl der Infizierten von Beginn an niedrig gehalten wurde, sagte der Virologie Krzysztof Pyrc von der Universität Krakau. Der zweite Grund: "Diese Werte können auch daraus resultieren, dass nicht genug Tests vorgenommen werden, wodurch es nicht möglich ist, alle Angesteckten zu identifizieren." Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft wurde. 

8.04 Uhr: Hofreiter stellt Merkels Krisen-Management gutes Zeugnis aus

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Krisenmanagement in der Corona-Krise gelobt. "In der Corona-Krise hat Frau Merkel vieles richtig gemacht. In Krisen hat sie schön öfters gut agiert", sagte Hofreiter am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er schätze den nüchternen Stil der Kanzlerin. Hofreiter kritisierte jedoch Merkels Politik in Anbetracht langfristiger Themen. "Das Problematische ist: In der Krise vieles richtig - in der langlaufenden Politik (...) wie die Klimakrise oder zum Beispiel Digitalisierung voranzubringen, da waren diese konservativen Methoden der kleinen Schritte eher ungeeignet", führte Hofreiter aus.

7.41 Uhr: "Big Bang Theory"-Star Jim Parsons hatte Corona

Jim Parsons und sein Ehemann Todd Spiewak waren nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. "Todd und ich hatten es beide schon früh. Es war ungefähr Mitte März. Wir wussten nicht, was es war. Wir dachten, wir hätten Erkältungen. Und (...) schließlich verloren wir unseren Geruchs- und Geschmackssinn", sagte der 47-jährige Schauspieler während der "Tonight Show" mit Jimmy Fallon. "Mir war nicht klar, wie vollständig der Geschmacks- und Geruchssinn verschwunden sein konnte", sagte Parsons über die Symptome. "Wenn man in Quarantäne ist und wirklich nichts anderes tun kann, als zu essen, oh mein Gott, das war brutal". Parsons spielte zwölf Jahre lang die Rolle des Wissenschaftlers Sheldon Cooper in der US-Serie "The Big Bang Theory".

7.20 Uhr: Ende der pauschalen Reisewarnung weckt keine Urlaubsgefühle 

Es war ein bisher einmaliger Schritt: Am 17. März sprach Bundesaußenminister Heiko Maas eine Warnung für touristische Reisen in alle rund 200 Länder dieser Welt aus. "Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden", sagte er zur Begründung in einem kurzfristig anberaumten Pressestatement. Ab Donnerstag ist dieser Ausnahmezustand Geschichte. Bereits am 15. Juni war die pauschale Regelung für die meisten europäischen Länder aufgehoben worden. Nun wird auch außerhalb Europas jedes einzelne Land wieder individuell vom Auswärtigen Amt bewertet. Für die ganze Welt gilt ab Donnerstag ein einheitliches dreistufiges System, das man auch als Ampel beschreiben kann. Was welche Farbe für Urlauber bedeutet, erfahren sie hier. 

6.48 Uhr: Deutsche Reisewarnungen lassen Tirol und Vorarlberg bangen 

Abreisen und Stornierungen deutscher Urlauber machen dem Westen Österreichs große Sorgen. Die Reisewarnungen, die Deutschland vor einer Woche erst für das Bundesland Vorarlberg und dann für Tirol ausgesprochen hat, zeigten sofort Auswirkungen - Wirtschaftsvertreter warnen vor Existenznöten. "Wir brauchen dringend den deutschen Markt. Ein Tourismus mit Reisewarnung wird nicht stattfinden können", sagte der Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKÖ), Mario Gerber. "In sämtlichen Destinationen sind Abreisen da, in allen Betrieben, überall", sagte Vorarlbergs WKÖ-Tourismussprecher Markus Kegele. "Es gibt viele Orte, die haben null Infizierte, und trotzdem reisen die Gäste ab. Das ist eigentlich der Schaden."

Für die beiden Bundesländer stellt sich mit der Reisewarnung eine Zwickmühle: Die Pandemie will nach den Massenansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl niemand verharmlosen. Doch die Ansteckungen, die die Zahlen auf den für Deutschland kritischen Sieben-Tages-Schnitt von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner bringen, finden derzeit kaum in den ländlichen Regionen statt. Auch Hotels in Teilen von Tirol, die keine Fälle registriert hätten, berichteten ihm von 50 Prozent Stornierungen, sagte Gerber. 

6.30 Uhr: Trump und Biden streiten im TV-Duell über Umgang mit Corona

Auch eine zentrale Frage für die USA - der Umgang mit der Corona-Krise - sorgte für Streit. "Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten", sagte Trump. Biden konterte, Trump habe sich "völlig unverantwortlich" verhalten und so Tausende von Menschenleben gefährdet. Grenzschließungen, Ventilatoren, Impfbereitschaft, Abstand halten, Masken - die Fernsehdebatte sprang von einem zum anderen Streitthema der Corona-Krise. Biden betonte, dass er als Präsident zum Tragen von Masken ermutigen würde, weil das viele Menschenleben retten könne. Trump warf ein, dass einige den Nutzen von Masken bestreiten. "Keine ernsthafte Person hat das Gegenteil gesagt", konterte Biden. Die Corona-Pandemie hat in den USA bislang mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet. Welche Themen noch und wie besprochen wurden, erfahren sie hier.

Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte.
Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte. © Morry Gash/AP Pool/dpa

5.50 Uhr: Gesundheitsminister Spahn: Virus ist der Spielverderber, nicht ich 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die von Bund und Ländern vereinbarten Verschärfungen staatlicher Beschränkungen in der Corona-Pandemie verteidigt - etwa bei der erlaubten Größe von Partys und Bußgeldern für falsche Namen auf Gästelisten. Es sei angesichts steigender Infektionszahlen nicht die Zeit für weitere größere Lockerungen, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend im ZDF-"heute-journal". Beim Geselligsein, in der Gastronomie sowie beim Reisen und in der Freizeit gebe es momentan das größte Ansteckungsrisiko. "Das Virus ist ja hier der Spielverderber, nicht ich oder wir in der Politik." Diese Regeln haben Bund und Länder verschärft.

5.30 Uhr: Disney kündigt wegen Corona-Krise rund 28.000 Mitarbeitern 

Die Corona-Krise legt das Entertainment-Imperium Walt Disney lahm - nun kommt es zu Entlassungen im großen Stil. Weil das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts, Fanartikeln und Kreuzfahrten noch immer stark unter der Pandemie leide, müsse der Konzern rund 28.000 US-Mitarbeiter entlassen, teilte Disney am Dienstag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mit. In einem Memo an die Belegschaft bezeichnete Spartenchef Josh D'Amaro die Entscheidung als "herzzerreißend", sie sei aber angesichts der schwierigen Umstände aufgrund der Covid-Krise ohne Alternative. Der Schritt sei notwendig, unter anderem weil Corona-Auflagen in Kalifornien eine Wiedereröffnung des dortigen Disneylands weiterhin nicht zuließen, so D'Amaro.

5.25 Uhr: Schlagabtausch im Bundestag: Generaldebatte in der Haushaltswoche

Im Bundestag wird am heutigen Mittwoch ein Schlagabtausch über die Regierungspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bewältigung der Corona-Krise erwartet. Anlass ist die Debatte über den Haushalt des Kanzleramtes. Die Generalaussprache ist traditionell der Höhepunkt der Haushaltsberatungen im Parlament. Gesundheitsminister ziehen Zwischenbilanz zur Corona-Pandemie 

Mittwoch, 5.20 Uhr: Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen

Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. "Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin. Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie. Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Karliczek verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission gerade Empfehlungen entwickelten. "Die Impfung ist und bleibt freiwillig", betonte sie. Der Wettlauf um einen Impfstoff läuft weltweit auf Hochtouren. Einige wenige Mittel sind bereits in der entscheidenden Testphase III mit Zehntausenden Probanden. Dabei wird überprüft, ob der Impfstoff nicht nur verträglich ist, sondern auch tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützt. Noch ist das für kein Mittel nachgewiesen. 

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.58 Uhr: Söder: RKI soll vor Ausweisung neuer Corona-Risikogebiete vorwarnen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert vom Robert Koch-Institut künftig eine rechtzeitige Vorwarnung vor der Ausweisung neuer internationaler Corona-Risikogebiete. Derzeit würden neue Gebiete quasi über Nacht benannt, sagte Söder am Dienstag nach einer Schaltkonferenz der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Da wäre aber eine Vorwarnung extrem wichtig, sagte der CSU-Chef, er sprach von einem Zeitraum von etwa zwei Tagen. Söder wandte sich strikt gegen neue Grenzschließungen: "Zu den Prioritäten sollte auch gehören, dass die Grenzen offen bleiben."

Der Bayer kündigte zudem ein Treffen mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an, um alle aktuellen bilateralen Corona-Fragen zu besprechen. Unter anderem das direkt an Bayern grenzende österreichische Bundesland Tirol war vom RKI vor wenigen Tagen zum Corona-Risikogebiet erklärt worden.

21.38 Uhr: 50 Euro Bußgeld bei Falschangaben trifft Gäste

Gäste, die in Restaurants falsche Einträge auf den Gästelisten machen, sollen nach dem Willen von Bund und Ländern künftig mindestens 50 Euro Bußgeld zahlen - und nicht die Wirte. "Falsche Angaben zu ihrer Person von Gästen in Restaurants und Bars werden künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro belegt, das von den Gästen zu entrichten ist", stellte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Berlin klar. "Ergänzend werden die Wirte aufgefordert, die Plausibilität der Angaben zu überprüfen", teilte der Sprecher weiter mit.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach ihrer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten zuvor deutlich gemacht, dass sie bei Falscheinträgen die Betreiber von Restaurants stärker in die Pflicht nehmen will. Gastronomen, aber auch Friseursalons seien für die Einhaltung der Hygieneregeln verantwortlich und müssten darauf achten, dass die Angaben der Besucher auch stimmten, sagte Merkel am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten. "Im Zweifelsfalle, also bei Donald Duck, ist die Sache ja nicht schwierig (...), aber im Zweifelsfalle muss man sich eben dann auch noch mal den Ausweis zeigen lassen oder Fahrerlaubnis oder was auch immer."

21.20 Uhr: In Sachsen-Anhalt weiter keine Kontaktlisten in Restaurants

Sachsen-Anhalt wird keine Bußgelder für falsche Angaben beim Restaurantbesuch einführen, weil es die Kontaktlisten gerade erst abgeschafft hat. Laut dem Regierungschef des Landes, Rainer Haseloff (CDU), beschlossen Bund und Länder, dass ein Bußgeld für falsche Angaben nur dort fällig wird, wo es Kontaktlisten gibt - jedoch nicht, dass es überall Listen geben muss. Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag auf 50 Euro Mindestbußgeld geeinigt, wenn ein Gast in einer Gaststätte oder einem Restaurant falsche Angaben zu seiner Person macht. Etwa in Schleswig-Holstein werden sogar bis zu 1.000 Euro fällig.

Bereits bei der letzten Bund-Länder-Verabredung war Haseloff beim Thema Bußgeld ausgeschert: Als einziges Bundesland hat Sachsen-Anhalt kein Bußgeld für Maskenverweigerer eingeführt.

20.56 Uhr: Erstmals mehr als 7.000 neue Fälle an einem Tag in Großbritannien

In Großbritannien sind am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 7.000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es 7.142 Neuinfektionen, wie die zuständige Regierungsbehörde mitteilte. Zudem verdoppelte sich die Zahl der neuen Todesfälle innerhalb einer Woche: Lag die Zahl der Todesfälle mit einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche noch bei 37 Fällen an einem Tag, waren es am Dienstag 71 Todesfälle. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in großen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörige verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schließen. Premier Boris Johnson wollte am Mittwoch mit führenden Gesundheitsberatern vor die Presse treten.

20.39 Uhr: Berlin beschließt Maskenpflicht in Büros

Angesichts zuletzt gestiegener Corona- Infektionszahlen in Berlin dürfen private Feiern im Freien künftig nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen, wie es hieß.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bundesweit auf eine neue Linie bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen verständigt. Diese wurden von den Behörden nicht nur in Berlin als Treiber des Infektionsgeschehens ausgemacht.

20.14 Uhr: Drosten betont Zuverlässigkeit von PCR-Corona-Tests

Der Virologe Christian Drosten hat die Zuverlässigkeit der PCR-Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 betont. Angesichts von Behauptungen in sozialen Medien, die Tests seien oft falsch positiv und wiesen mitunter nur Fragmente des Virus nach, sagte der Virologe der Berliner Charité am Dienstag: "Ohne ein volles Virus-Genom gibt es keine Virus-Reste." Es gebe auch keine Verwechslungen mit sonstigen Viren wie etwa anderen Erkältungsviren und Coronaviren, fügte er im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" hinzu. "Die PCR ist da einfach zweifelsfrei." Daten zur Validierung habe schon die erste Publikation zu dem PCR-Test im vorigen Januar enthalten.

"Unsere PCR war zwar die erste, die ist aber längst nicht mehr die einzige", sagte Drosten. "Die Labore sind eigentlich alle inzwischen dazu übergegangen, die Tests von Herstellern zu beziehen. Die haben unsere PCR zum Teil übernommen, zum Teil aber auch ein bisschen modifiziert. Und allen ist gemeinsam, dass die zusätzlich zu unserer Validierung noch mal wieder selber Validierungen gemacht haben." Andernfalls dürfe man solche Tests nicht verkaufen. Das PCR-Verfahren biete "eine sehr wasserdichte Diagnostik".

19.47 Uhr: Merkel rät zu Urlaub im Inland und Italien

Bund und Länder haben angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger appelliert, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel empfiehlt den Bürgern Urlaub in Deutschland oder in europäischen Regionen mit geringen Corona-Infektionszahlen. Urlaubsreisen in Risikogebiete seien nicht angezeigt, sagt sie. Man könne auch gut in Deutschland Ferien machen. "Es gibt auch Bereiche in Europa, das sind keine Risikogebiete. Wir haben zum Beispiel noch ein vergleichsweise geringes Infektionsrisiko in Italien." 

19.13 Helene-Fischer-Show muss wegen Corona ausfallen

Die zehnjährige Jubiläumssendung der "Helene-Fischer-Show" muss ausfallen. Diese Konsequenz zog das ZDF, weil die Show aufgrund steigender Infektionszahlen und möglicher neuer Einschränkung nur schwer planbar sei, hieß es. Gegenüber der "Bild" sagte Fischer: "Ich bin unendlich traurig, dass ich das erste Mal nicht live auf der Bühne stehen und meiner Leidenschaft - zu unterhalten - nicht nachgehen kann." Sie wird am 1. Weihnachtstag trotzdem zu sehen sein, in einer dreistündigen Best-Of-Sendung, die den Titel "Meine schönsten Momente" tragen soll.

Die große "Helene-Fischer-Show" war für das ZDF ein Quotengarant - in diesem Jahr muss es leider ausfallen.
Die große "Helene-Fischer-Show" war für das ZDF ein Quotengarant - in diesem Jahr muss es leider ausfallen. © Robert Michael

19.09 Uhr: Michael Kretschmer sieht "Keine weiteren Einschränkungen"

Nach der Ministerpräsidenten-Konferenz mit Angela Merkel äußerte sich Sachsens Michael Kretschmer zuversichtlich: "Weitere Einschränkungen wird es nicht geben", ließ Kretschmer mitteilen und forderte vor allem die Eigenverantwortung der Sachsen heraus: "Es ist richtig, dass die Politik um ein umsichtiges Verhalten der Bürger wirbt! Der gesunde Menschenverstand ist der beste Ratgeber zum Umgang mit dieser besonderen Situation."

18.35 Uhr: Bis zu 1.000 Euro Strafe in Schleswig-Holstein

Wer in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht in Schleswig-Holstein künftig ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. "Das ist Vorsatz, wenn man Kontaktlisten nicht richtig ausfüllt", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel. Mindestens aber soll dafür ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig werden. Das dürfte dann auch für viele Touristen ein Thema werden, die in Schleswig-Holstein an Nord- oder Ostsee Urlaub machen.

17.42 Uhr: 5.000 Euro Strafe wegen illegaler Party in Berlin

Ein Berliner Gastronom muss nach einer Tanzparty 5.000 Euro Bußgeld zahlen. Bei der Veranstaltung seien die Corona-Hygienevorschriften massiv verletzt worden, teilte der Bezirk Berlin-Mitte am Dienstag mit. Seit Ende Juni wurden demnach mehr als 1.000 Anzeigen beim Innendienst des Ordnungsamts erfasst. In dem Bezirk liegen Ausgehmeilen wie die Torstraße. In den vergangenen Monaten löste die Berliner Polizei immer wieder Partys mit teils Hunderten Teilnehmern auf. Angesichts gestiegener Infektionszahlen in der Hauptstadt hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine konsequentere Umsetzung von Corona-Regeln gefordert.

17.29 Uhr: Steigende Zahlen laut Merkel Grund zur Beunruhigung

Die steigenden Corona-Neuinfektionszahlen sind nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel ein Grund zur Beunruhigung. Merkel sagte am Dienstag in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder, es gebe einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen vor allem in Ballungsräumen. Ein erneuter Shutdown, also ein weitgehendes Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wie im Frühjahr, müsse unbedingt verhindert werden. Deshalb werde man regional und lokal zielgenau auf Ausbrüche reagieren.

Deutschland sei gut durch den Sommer gekommen, nun stehe mit dem Herbst und Winter aber eine "schwierigere Zeit" bevor. Man könne sich dem aber entgegenstellen mit den richtigen Maßnahmen. Diese könnten nur durchgesetzt werden, wenn es die Bereitschaft der Bürger gebe, die Regeln zu befolgen, damit sich die Seuche nicht weiter ausbreite. Vorrang habe, die Wirtschaft so weit es gehe am Laufen zu halten und dass Kinder in Schulen und Kitas gehen könnten.

17.13 Uhr: Ab Montag Corona-Notstand in Tschechien

Ab Montag soll in Tschechien für 30 Tage der Notstand gelten. Das teilte Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag mit. Er begründete den Schritt mit den unzureichenden Möglichkeiten seines Ministeriums. Damit solle vor allem der Präsenzunterricht in Schulen unterbrochen werden und tschechische Schüler für 14 von zu Hause aus lernen. 

Wie sich das auf die anstehenden Wahlen auswirkt: Notstand in Tschechien ab Montag geplant

17.10 Uhr: Private Feiern mit maximal 50 Personen

Bund und Länder wollen angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränken. Dies gelte, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

17.03 Keine Maskenpflicht - Weihnachtsmarktbetreiber erleichtert

Nach der Entscheidung der Staatsregierung, für Weihnachtsmärkte keine Maskenpflicht festzulegen, zeigen sich die Betreiber der Dresdner Weihnachtsmärkte erleichtert. Dennoch ist der Normalbetrieb nicht sicher: Überschreiten die Neuinfektionen einen bestimmten Grenzwert, wie derzeit im Vogtland und im Landkreis Zwickau, sind die Gesundheitsämter angehalten, strengere Beschränkungen anzuordnen. Wie die einzelnen Betreiber auf die Nachricht reagieren: Dresdner Weihnachtsmärkte ohne Maskenpflicht.

16.59 Uhr: Streit um Beschränkung privater Feste

Für Feiern in privaten Räumen wird es aller Voraussicht nach keine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer geben, wie dies Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Ministerpräsidenten vorgeschlagen hatte. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Dienstag haben sich hier Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Videoschalte von Merkel und den Länderregierungschefs dagegengestellt. Voraussichtlich werde es in diesem Bereich nur eine Empfehlung geben. Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen solle es aber voraussichtlich eine Beschränkung geben - welche sei noch offen.

16.01 Uhr: Reisen nach Tschechien bald ohne Quarantäne möglich

Kurztrips nach Tschechien sollen trotz der aktuellen Corona-Auflagen bald auch ohne die bisher im Anschluss zwingend vorgeschriebene Quarantäne möglich sein. Demzufolge ist bei Rückkehr auch kein Covid-19-Test nötig. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) erklärte am Dienstag, dass sich Deutsche künftig 48 Stunden lang in Tschechien aufhalten können, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Sachsen will seine Quarantäne-Verordnung entsprechend anpassen. Die Neuregelung soll ab dem 1. Oktober gelten. Tschechische Bürger dürfen sich demnach ohne anschließende Quarantäne aber nur 24 Stunden in Deutschland aufhalten.

Tschechien hat eine erneute Grenzschließung ausgeschlossen. "Im Augenblick droht uns aus den Nachbarländern kein Risiko", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag in Prag. Die Situation sei heute eine andere als im Frühjahr. Tschechien hatte von Mitte März bis Anfang Juni weitreichende Einreisebeschränkungen für Ausländer verhängt. (SZ/gs; dpa)

15.47 Uhr: 50€ Bußgeld bei Falschangaben im Restaurant

Personen, die in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu ihrer Person machen, müssen künftig mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro rechnen. Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

15.39 Uhr: Sachsen stellt Weihnachtsmarkt-Regeln vor

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat am Dienstag Sachsens neue Hygieneverordnung vorgestellt. Darin heißt es, dass für alle Weihnachtsmärkte ein Hygienekonzept vorgeschrieben wird, dass zuvor vom Gesundheitsamt genehmigt werden muss. Darin ist festzulegen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet werden soll. 

Eine datenschutzkonforme Kontaktnachverfolgung in den Bereichen, in denen Speisen und Getränke konsumiert werden, wird empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Darüber hinaus bestehe keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung. Allerdings müssen die Veranstalter von Weihnachtsmärkten ab 20 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im Landkreis oder in der Kreisfreien Stadt Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen, das dann weitere Schutzmaßnahmen anordnen kann.

Weihnachtsmarkt-Bummel ohne Maske: Nach Willen von Sachsens Staatsregierung soll das möglich sein.
Weihnachtsmarkt-Bummel ohne Maske: Nach Willen von Sachsens Staatsregierung soll das möglich sein. © Symbolfoto: dpa/Philipp von Ditfurth

15.27 Uhr: 62 Neuinfektionen und ein Todesfall in Sachsen

In den vergangenen 24 Stunden gab es in Sachsen nachweislich weitere 62 Neuinfektionen, ein Mensch starb. Das teilte Sozialministerin Petra Köpping am DIenstag mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten auf insgesamt 7194, mit 233 Todesfällen. Köpping zufolge werden derzeit 96 Covid-19-Patienten im Krankenhaus behandelt, zwölf davon auf der Intensivstation. In den Landkreisen Vogtland und Erzgebirge wird die Rate von 20 Neuinfektionen auf 100.000 binnen einer Woche derzeit überschritten, weshalb dort schärfere Regeln gelten als im Rest des Landes.

14.32 Uhr: EU-Warnapps tauschen Daten aus

In elf EU-Staaten können Nutzer von Corona-Warn-Apps noch in diesem Herbst ihre Kontakt-Daten anonym länderübergreifend abgleichen und sich so vor möglichen Infektionen warnen lassen. Eine entsprechende Schnittstelle für Smartphones in einer ersten Staatengruppe sei seit Anfang dieser Woche aktiv, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Europäischen Kommission in Brüssel. Das Gateway soll am 17. Oktober mit den Datenbeständen der jeweiligen nationalen Corona-Warn-Apps verbunden werden.

Man habe das neue System zunächst mit sechs Ländern getestet - Ziel sei es, bis Mitte oder Ende Oktober dann elf EU-Mitglieder in einer "ersten Welle" dabei zu haben. Dazu gehören den Angaben zufolge Deutschland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Irland, Italien, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen.

13.55 Uhr: Schüler fordern Mitsprache bei Corona-Maßnahmen


Die Bundesschülerkonferenz fordert direkte Mitsprache bei Verhandlungen über Corona-Maßnahmen im Bildungsbereich. "Beratungen auf Bundesebene, wie beispielsweise der Schulgipfel in der letzten Woche im Bundeskanzleramt, dürfen nicht ohne Beteiligung der direkt Betroffenen stattfinden", erklärte die Organisation am Dienstag. Nur so könnten "soziale und kindheitspädagogische Aspekte berücksichtigt und Anregungen sowie Bedenken der Schülerinnen und Schüler bestmöglich mit einbezogen werden", erklärten Bundesschülerkonferenz und das Kinderhilfswerk gemeinsam. Die Fachkräfte im Bildungsbereich gehörten mit ihren Interessensvertretungen ebenfalls an den Beratungstisch.

Das Kinderhilfswerk blickt mit Sorge auf die nächsten Monate. "Als hätten wir aus den letzten Monaten nichts gelernt, steuern wir sehenden Auges in ein bildungspolitisches Corona-Desaster", erklärte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mache sich Sorgen, "dass die Pandemie wieder den Unterricht in den Schulen gefährdet", sagte sie am Dienstag. 

13.07: Zwei Dresdner entwickeln Kontaktlisten-App

Mit einer App gegen die Papierlisten: Die beiden Dresdner Marius Gebert und Jonas Kellert wollen Veranstaltern in Sachsen mit einem digitalen Formular den Einlass ihrer Gäste erleichtern und die Kontaktnachverfolgung verbessern. Und so funktioniert ihre Web-App "Guestident": Junge Dresdner lösen ein Corona-Problem

12.40 Uhr: So kommen Urlauber an den Corona-Test

Für einige Länder benötigen Reisende mittlerweile einen negativen Corona-Test. Den Nachweis zu bekommen, ist manchmal gar nicht so einfach. Was Reisende wissen müssen, die einen negativen Test brauchen, lesen Sie hier: Wie Urlauber an ihren Corona-Test kommen.

12.14 Uhr: Kein Corona an Bord: "Mein Schiff 6" darf bald weiterfahren

Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" wird seine Reise fortsetzen können - vermeintliche Corona-Fälle bei zwölf Crew-Mitgliedern an Bord haben sich am Dienstag als Fehldiagnose des zuständigen Labors herausgestellt. Die Seeleute waren am Dienstag erneut getestet worden, und zwar sowohl von der Reederei Tui Cruises als auch zwei Mal von den griechischen Behörden. Die Ergebnisse waren dabei stets negativ, teilte Tui Cruises mit. Auch die Ergebnisse der abschließenden dritten Testreihe der griechischen Behörden stellten sich schließlich am Dienstagmittag als negativ heraus, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete.

Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Corona-Tests dort waren alle negativ.
Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Corona-Tests dort waren alle negativ. © Socrates Baltagiannis/dpa

11.58 Uhr: Kretschmer will keine schärferen Corona-Regeln für Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will keine verschärften Corona-Regeln für Sachsen. «Im Umgang mit Corona brauchen wir keine zusätzliche Verunsicherung. Wir brauchen Zuversicht und Umsicht», twitterte der Regierungschef am Dienstag. Man wisse, wie die Krankheit übertragen werde. «Wenn wir uns an bestehende Abstands- und Hygieneregeln halten, kommen wir gut durch die nächsten Monate.» Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor - keine pauschalen Maßnahmen.

Die Diskussion komme aus anderen Bundesländern, wo man teils die Erkrankungen nicht mehr nachvollziehen könne, sagte Kretschmer dem Radiosender «MDR Sachsen». Daher müsse dort mit anderen Maßnahmen gearbeitet werden. «Es ist kein Thema, was den Freistaat Sachsen betrifft. Deswegen wird es hier diese Verschärfungen auch nicht geben.» Sollte es in einer Region einen Ausbruch geben, seien punktuelle Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Sachsen setze dabei aber vor allem auf die Eigenverantwortung der Menschen - vor Ort und in den Behörden, betonte Kretschmer im MDR.

11.46 Uhr: Scholz: In der Krise muss man zeigen, wer man ist

Mit einem engagierten Plädoyer hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) für mehr Solidarität in der Corona-Krise geworben. Im Bundeshaushalt für 2021 gehe es um viel Geld, «aber es geht auch darum, wie wir eigentlich sein wollen», sagte der Finanzminister am Dienstag im Bundestag. «Denn in der Krise muss man zeigen, wer man ist.» Deutschland präsentiere sich als demokratische Land mit leistungsfähigem Föderalismus, das wisse, «wo es hingeht». Es gehe nicht nur darum, die Corona-Krise zu bekämpfen, sondern weiter auch darum, den Klimawandel aufzuhalten, zusammenzuhalten und ein soziales Land zu sein. Wirtschaftliches Wachstum dürfe nicht darauf gründen, dass es einigen im Land schlecht gehe, betonte Scholz. 

11.25 Uhr: Kreis Bautzen: Mehr Camper durch Corona

Die Saison startete in diesem Jahr verspätet - und bescherte den Campingplatz-Betreibern vielerorts trotzdem ein Plus bei der Gästezahl. Falk Nowotnick vom Campingpark Silbersee in Lohsa bestätigt, was die meisten anderen Campingplatz-Betreiber sagen. 2020 seien im Landkreis zwar deutlich weniger ausländische Gäste etwa aus Tschechien, den Niederlanden, Schweden oder Frankreich zu Besuch gewesen, aber dafür eben deutlich mehr deutsche als in den Vorjahren. Einige Plätze sind sogar komplett ausgebucht.  Wo sich die meisten Urlauber tummeln, lesen sie hier (SZ+).

10.46 Uhr: Laut Ifo-Institut hält Aufwärtstrend in ostdeutscher Wirtschaft an

Die Erholung der ostdeutschen Wirtschaft setzt sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts fort. Die Stimmung habe sich im September sowohl bei der Einschätzung der Lage als auch bei den Geschäftserwartungen weiter verbessert, teilte das Institut am Dienstag mit. Der Geschäftsklimaindex kletterte den Angaben zufolge binnen Monatsfrist von 94,5 auf 95,8 Punkte. Das Vorkrisenniveau sei aber noch nicht wieder erreicht, hieß es.
Die von der Corona-Krise teils schwer getroffene Industrie zeigte sich erstmals seit Beginn der Pandemie wieder zuversichtlich: Das Geschäftsklima besserte sich im September kräftig - das verarbeitende Gewerbe beurteilte sowohl die aktuellen Geschäfte als auch die Erwartungen für die nächsten Monate deutlich zuversichtlicher. Auch im ostdeutschen Handel stieg die Stimmung laut Ifo-Ökonomen deutlich. Verhaltener gaben sich hingegen das Baugewerbe und die Dienstleistungsbranche.  

Auch der Handel in Ostdeutschland ist zuversichtlich, was die Zukunftsaussichten betrifft.
Auch der Handel in Ostdeutschland ist zuversichtlich, was die Zukunftsaussichten betrifft. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

10.34 Uhr: Berliner Senat berät gleich zweimal über strengere Corona-Regeln

Der Berliner Senat berät am Dienstag gleich zweimal über strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei der ersten Sitzung, die um 10 Uhr begann, wollten die Senatsmitglieder zunächst ausgiebig diskutieren, aber noch nichts beschließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Nach einer Schaltkonferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die um 14 Uhr beginnen soll, will der Senat dann erneut zusammenkommen und voraussichtlich auch Beschlüsse fassen.

10.09 Uhr: Hamburger Fischmarkt unter Corona-Regel: Händler macht nicht mit

Nach sieben Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie soll der Hamburger Fischmarkt nach einem Bericht von «bild.de» ab Ende Oktober wieder stattfinden. Einer der bekanntesten Händler des Marktes will allerdings die neuen Bedingungen nicht akzeptieren. Wegen der Verlegung der Marktzeit von frühmorgens auf 11 bis 15 Uhr werde «Aale-Dieter» die Veranstaltung boykottieren. «Ich mache nicht mit. So etwas kann ich nicht unterstützen. Auch wenn mir das wirtschaftlich weh tut», sagte der 82-jährige Dieter Bruhn der Zeitung (Dienstag). «Um diese Uhrzeit wollen die Leute Kaffee trinken und Kuchen essen, aber doch keinen Fisch kaufen.»

Weiterführende Artikel

Steinmeier verleiht Verdienstorden

Steinmeier verleiht Verdienstorden

Sieben Frauen und acht Männer wurden geehrt - darunter auch Deutschlands wohl bekanntester Virologe.

Gastronom gewinnt Corona-Klage

Gastronom gewinnt Corona-Klage

Das Virus hat Versicherungen den Zorn tausender Wirte eingebracht, die sich abgesichert glaubten, aber kein Geld bekamen. Jetzt fiel das erste Urteil.

Corona in Dresden: Die aktuelle Lage

Corona in Dresden: Die aktuelle Lage

Mehrere Neu-Infektionen, Corona verhindert Einkaufssonntage, neue Fälle an zwei Dresdner Schulen - der Überblick.

Merkels Appell: "Wir riskieren gerade alles"

Merkels Appell: "Wir riskieren gerade alles"

Angesichts gestiegener Corona-Zahlen bittet die Kanzlerin im Bundestag die Bevölkerung ungewöhnlich eindringlich: Setzt jetzt nicht alles aufs Spiel.

Seit Mitte März müssen Touristen und Hamburger wegen der Corona-Pandemie auf den 300 Jahre alten Fischmarkt verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut. Viele Nachtschwärmer gingen nach einem Abend auf dem Kiez direkt zum Fischmarkt. Diese Möglichkeit soll es nun nicht mehr geben, da die Behörde befürchtete, dass die Corona-Regeln unter den Partygängern nicht immer eingehalten werden. Das Anfang September bekannt gewordene Schutzkonzept sieht höchstens 500 Besucher und 60 Händler vor. Das Gelände soll umzäunt werden mit einem getrennten Ein- und Ausgang und einer Einbahnstraßen-Regelung. Zum Start sollen 20 Sicherheitskräfte den Einlass regeln und auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt