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Deutschland & Welt

Stiko-Chef: Ende vieler Regeln Mitte 2022 möglich

Sehr viele Neuinfektionen in Dresden, Sachsen mit dritthöchster Inzidenz in Deutschland, Spahn appelliert an Ampel-Parteien - unser Newsblog.

Stiko-Chef Mertens geht davon aus, dass man Mitte 2022 wieder normal wird leben könnten - ohne die meisten derzeitigen Corona-Regeln.
Stiko-Chef Mertens geht davon aus, dass man Mitte 2022 wieder normal wird leben könnten - ohne die meisten derzeitigen Corona-Regeln. © dpa/Swen Pförtner

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

14.13 Uhr: Österreich führt 3G-Regel am Arbeitsplatz ein

Am 1. November tritt in Österreich die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft. Ab diesem Tag müssen Beschäftigte nachweisen können, dass sie geimpft, regelmäßig getestet oder von Covid-19 genesen sind, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Dies gilt nicht für Menschen, die keinen Kontakt zu Kolleginnen oder Kollegen haben - zum Beispiel Lkw-Fahrer.

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Gesundheitsbehörden sollen die Einhaltung der neuen Regel mit Stichproben überprüfen. Bei fehlenden 3G-Nachweisen drohen Verwaltungsstrafen von 500 Euro für Arbeitnehmer und 3.600 Euro für Arbeitgeber, sagte Arbeitsminister Martin Kocher von der konservativen ÖVP. Er hoffe jedoch, dass mit innerbetrieblichen Vereinbarungen sowie mit der Möglichkeit von Homeoffice für Menschen ohne Corona-Nachweis solche Strafen verhindert werden können, sagte er nach einer Regierungssitzung. Die neue Regelung soll in den kommenden Tagen als Verordnung veröffentlicht werden.

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz wochenlang unter 150 verharrt war, stieg sie in den letzten Tagen an und erreichte zuletzt 183. Knapp 62 Prozent der Gesamtbevölkerung hat einen vollen Impfschutz gegen Covid-19.

13.44 Uhr: DOSB verliert über 792.000 Mitglieder im Corona-Jahr 2020

Der Deutsche Olympische Sportbund hat im Corona-Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 insgesamt 792.119 Mitglieder verloren. Dies geht aus einer vom DOSB am Mittwoch veröffentlichten Bestandserhebung hervor. Die aktuelle Statistik weist zum Stichtag 1. Januar 2021 insgesamt 27.012.419 Mitgliedschaften und damit 2,85 Prozent weniger als im Jahr vorher (2019: 27 804 538) aus.

Im Jahresvergleich vom 1. April 2020 zum 1. April 2021 sei in der Gruppe der Großsportvereine sogar ein Mitgliederrückgang von 13 Prozent ermittelt worden. Auch bei den kleineren und mittelgroßen Vereinen sei ein weiterer Rückgang im ersten Halbjahr 2021 zu erwarten.

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13.07 Uhr: Stiko-Chef: Ende vieler Corona-Regeln Mitte 2022 möglich

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geht davon aus, dass die meisten Corona-Einschränkungen Mitte des Jahres 2022 aufgehoben werden können. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir Mitte des Jahres normal werden leben könnten", sagte Mertens am Mittwoch am Rande des Bodensee Business Forums der "Schwäbischen Zeitung" in Friedrichshafen. Das bedeute, "dass wir uns im alltäglichen Leben normal bewegen können".

Voraussetzung dafür sei vor allem ein guter Schutz von Menschen mit einem hohen Risiko schwerer Covid-19-Erkrankungen, betonte der Virologe. "Das haben wir sehr gut erreicht in Deutschland. Es gibt bei uns kein Massensterben in dieser Gruppe." Vor allem die anfängliche Priorisierung von Risikogruppen bei der Corona-Impfung sei dabei "ein durchschlagender Erfolg" gewesen.

Mertens, sieht zudem "keine wirklichen Fehler" bei den Entscheidungen, die die Stiko im Zuge der Pandemie getroffen hat. "Ich sage jetzt mal provokativ: Alle die Entscheidungen, die wir als Stiko getroffen haben, würde ich heute wieder so fällen", so Mertens. Die Impfkommission war in den vergangenen Monaten vor allem in Bezug auf ihre anfängliche Zurückhaltung bei der Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche kritisiert worden.

Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko)
Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) © dpa/Michael Kappeler

12.28 Uhr: Dresden meldet mehr als 350 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 353 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 34.773 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 32.242 als wieder genesen - 89 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem drei Krankenhauseinweisungen und drei weitere Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind in Dresden bislang 1.127 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts stark an: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 111,6 gemeldet, sind es nun 135,2. Alle Zahlen aus der Landeshauptstadt im Artikel Drei weitere Corona-Todesfälle in Dresden

11.42 Uhr: Spahn appelliert an Ampel-Parteien sich bei Corona zu verständigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es auch bei einem möglichen Auslaufen des bundesweiten Corona-Ausnahmezustands Ende November für "unbedingt erforderlich", dass bestimmte Corona-Schutzmaßnahmen regional und auf Landesebene weiter angeordnet werden können. Das geht aus einem auf den 15. Oktober datierten Brief des Ministers an die Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP hervor. "Bild" hatte zuvor über das Schreiben berichtet. Es liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

In dem mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) abgesprochenen Brief an die Spitzen der voraussichtlichen Ampel-Koalition weist Spahn auf zwei Möglichkeiten hin, wie dies rechtlich umgesetzt werden könnte. Entweder könnte Paragraf 28a des Infektionsschutzgesetzes, in dem die bekannten Corona-Maßnahmen aufgelistet werden, so geändert werden, dass die Maßnahmen nicht mehr an das Bestehen einer bundesweiten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" geknüpft werden. Damit hätten die Landesregierungen freie Hand, ihre Corona-Verordnungen wie bisher regelmäßig fortzuschreiben.

Alternativ könnten die Bundesländer aber auch über ihre Landesparlamente die weitere Anwendbarkeit dieses Paragrafen und damit der Maßnahmen feststellen lassen - das wäre dann eine Art "epidemische Lage" auf Landesebene, damit Masken, 3G oder andere Maßnahmen weiter angeordnet werden können. Diese Möglichkeit sieht das Infektionsschutzgesetz ausdrücklich vor.

"Als Bundesminister für Gesundheit rege ich im Sinne der weiteren Pandemiebewältigung eine Verständigung auf das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit zwischen den Parteien an, die aktuell eine Regierungskoalition verhandeln", heißt es in dem Schreiben. Spahn selbst hatte sich dafür ausgesprochen, den Corona-Ausnahmezustand auf Bundesebene über den 25. November hinaus nicht noch einmal zu verlängern.

11.23 Uhr: Lange Schlangen zum Auftakt der Buchmesse

Mit langen Schlangen am Eingang hat am Mittwoch die Frankfurter Buchmesse begonnen. Besucher mussten ihr elektronisches Ticket vorzeigen, ihren Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweis vorlegen und sich mit dem Personalausweis ausweisen. Am Eingang City mussten Besucher in der ersten Stunde nach Öffnung der Tore rund 20 Minuten warten.An den ersten beiden Tagen ist die Buchmesse zunächst nur für Fachbesucher geöffnet. Die Besucherzahl ist auf 25.000 pro Tag gedeckelt. Gastland ist in diesem Jahr Kanada. Insgesamt 2.000 Verlage und Unternehmen aus 80 Ländern werden erwartet. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor, 1.400 Veranstaltungen sind geplant. Die Buchmesse dauert bis Sonntag (24. Oktober).

Nach der pandemiebedingten Pause 2020 darf die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder mit Publikum stattfinden.
Nach der pandemiebedingten Pause 2020 darf die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder mit Publikum stattfinden. © Sebastian Gollnow/dpa

11.14 Uhr: Gesundheitsämter senden massenhaft Corona-Warnmeldungen via Luca-App

Nach einer Funktionserweiterung der Luca-App nutzen inzwischen etliche Gesundheitsämter in Deutschland das Luca-System, um viele Nutzerinnen und Nutzer auf ein erhöhtes individuelles Corona-Infektionsrisiko hinweisen. Allein in den vergangenen 14 Tagen seien über 51.000 Risiko- und Warnmeldungen durch die Gesundheitsämter ausgespielt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Verantwortlichen in den Gesundheitsämtern können bei der Kontaktaufnahme über die Luca-App zwischen zwei verschiedenen Abstufungen wählen. Zum einen können die Nutzer über ein allgemeines Infektionsrisiko informiert werden. Sollten sich an einem mit der Luca-App erfassten Ort mehrere Personen aufgehalten haben, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden, können die Gesundheitsämter auch eine gezielte Infektionswarnung aussprechen und die gefährdeten Personen auf Testzentren in der Umgebung hinweisen.

Die höchste Warnstufe mit der Empfehlung, sich einem Test zu unterziehen, hätten in dem Zeitraum knapp 16.000 Menschen erhalten, teilte das Unternehmen weiter mit. "Wir sehen das seit Herbst wieder verstärkte Infektionsgeschehen klar in unseren Daten", sagte Patrick Hennig, CEO der Luca-Betreiberin Culture4life. Hennig sagte, inzwischen werde die Luca-App an mehr als 400.000 Standorten eingesetzt. Allein in den vergangenen zwei Monaten seien deutschlandweit 80.000 neue Standorte wie Restaurants und Bars dazugekommen.

10.35 Uhr: Umfrage: Mehrheit für Ende von bundesweiter Corona-Notlage

Die Mehrheit der Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge dafür, den seit eineinhalb Jahren geltenden bundesweiten Corona-Ausnahmezustand auslaufen zu lassen - aber gleichzeitig Schutzmaßnahmen weiter aufrechtzuerhalten. 57 Prozent würden es laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Yougov-Befragung befürworten, wenn die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite ab Ende November unter fortbestehender Einhaltung von 3G-, Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr verlängert würde. 27 Prozent würden das ablehnen, 16 Prozent machten keine Angabe.

Die Zustimmung für ein Auslaufen der "epidemischen Lage" liegt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren am höchsten (79 Prozent) und ist im Osten höher (61 Prozent) als im Westen (56 Prozent). Männer sind eher für ein Ende des bundesweiten Ausnahmezustands (62 Prozent) als Frauen (51 Prozent).

Die "epidemische Lage nationaler Tragweite" muss regelmäßig vom Bundestag festgestellt werden. Sie ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, sie nicht noch einmal zu verlängern und zum 25. November auslaufen zu lassen. Er sprach sich aber gleichzeitig dafür aus, Schutzmaßnahmen wie 3G beizubehalten. Seitdem wird kontrovers darüber diskutiert, ob ein solches Vorgehen richtig oder riskant wäre.

9.41 Uhr: Britische Mediziner fordern sofortige Rückkehr zu Corona-Maßnahmen

Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben nach einem starken Anstieg der Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmaßnahmen gefordert. "Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein", sagte Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem "Guardian" zufolge.

Der von der Regierung vor einigen Wochen vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause zu arbeiten, vor. Außerdem könnten Impfnachweise bei größeren Veranstaltungen eingeführt werden. Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig immunisiert.

"Wir stehen auf Messers Schneide - und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden", sagte Taylor. Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle stieg in Großbritannien mit 223 Fällen am Dienstag auf den höchsten Stand seit März. Anfang der Woche wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme.

9.17 Uhr: Sachsens Corona-Inzidenz steigt leicht - Dritthöchste im Bund

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwochmorgen einen Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche von 116,5. Am Tag davor lag er noch bei 113,7, am vergangenen Montag bei 123,3. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat damit auf den dritten Rang, nach Thüringen und Bayern. Den bundesweiten Wert gab das RKI mit 80,4 an.

Die Region mit der höchsten Ansteckungsrate ist der Erzgebirgskreis (172,6). Am niedrigsten ist der Wert mit 50,0 im Vogtlandkreis.

8.41 Uhr: Untersuchungsausschuss soll Bolsonaros Corona-Politik beurteilen

In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nach fast sechs Monaten Arbeit seine Ergebnisse vorstellen. Es sei nun an Senator Renan Calheiros, am Mittwoch den Abschlussbericht zu präsentieren, hieß es in einer Mitteilung des Senats in Brasília am Dienstag.

Der bereits vorab zirkulierende Entwurf sieht vor, rund 70 Personen und zwei Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen - und Präsident Bolsonaro wegen des mutmaßlichen Begehens von elf - teils schwerwiegenden - Verbrechen anzuklagen. Die Senatoren diskutierten Medienberichten zufolge bis spät in die Nacht über den endgültigen Inhalt und beschlossen, zwei Verbrechen aus der Liste der Vorwürfe zu entfernen.

Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen. Die Anträge, die zu seiner Einsetzung führten, sahen vor, dass er die Handlungen und Unterlassungen der Regierung des Rechtspopulisten Bolsonaro in der Pandemie beleuchtet und die mögliche Veruntreuung von Bundesmitteln im Kampf gegen das Coronavirus überprüft.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das größte Land in Lateinamerika die Marke von 600.000 Corona-Toten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. © Eraldo Peres/AP/dpa (Archiv)

8.18 Uhr: Inzidenz in der Region Löbau/Zittau nahe 200

In der letzten Woche vor den Ferien ist die 7-Tage-Inzidenz im Dreieck Oppach, Oybin und Ostritz auf über 190 geklettert. Das geht aus der Statistik des sächsischen Sozialministeriums hervor. Damit steigt die Inzidenz seit Wochen kontinuierlich an. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Corona-Inzidenz nähert sich der 200er Marke

8.01 Uhr: Infektiologe mahnt zur Vorsicht: Noch Millionen Ungeimpfte

Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde hat in der Debatte um eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland zur Vorsicht gemahnt. Es gebe noch Millionen von Ungeimpften, darunter drei bis vier Millionen Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf der "Kölnischen Rundschau". Durch saisonale Effekte in Herbst und Winter begünstigt, könne eine rasch ablaufende Covid-19-Welle zu zahlreichen Toten führen und die Krankenhäuser erneut an ihre Grenzen bringen.

Für einen "Freedom Day" wäre es jedenfalls zu früh, betonte der Mediziner. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite - Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen - Ende November auslaufen lassen. Es soll aber bei Maßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln bleiben und handelt sich nicht um einen "Freedom Day".

Lüdde sagte, es sei zu früh, Covid-19 "freien Lauf" zu lassen. Durch die Delta-Variante sei das Risiko für Ungeimpfte noch gestiegen. Die wachsende Zahl von Impfdurchbrüchen sei nicht überraschend. Schwere Verläufe gebe es ganz überwiegend bei schwer vorerkrankten, hochaltrigen oder immungeschwächten Menschen. Impfungen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verläufe.

7.28 Uhr: Kommunalverband: Corona-Ausnahmezustand beenden

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland. "Den Ausnahmezustand nach bald zwei Jahren Pandemie weiter fortzuschreiben, halte ich für falsch", sagte Verbandshauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Wie lange wollen wir das noch fortsetzen bei einer Impfquote von rund 80 Prozent?", fragte Landsberg. Das bedeute ja nicht, dass Corona komplett vorbei sei. Aber es wäre "ein wichtiges Signal an die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft". Sollte sich die Lage über den Winter wieder verschlimmern, könne der Bundestag sich erneut Gedanken machen.

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später immer wieder vom Parlament verlängert. Spahn hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen.

6.51 Uhr: Thailand meldet erstmals seit Monaten weniger als 9.000 Neuinfektionen

Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 9.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Am Mittwoch wurden 8.918 neue Fälle verzeichnet - der niedrigste Wert seit Mitte Juli. 79 Menschen in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern starben in Verbindung mit Covid-19.

Der Verlauf des jüngsten Ausbruchs in dem südostasiatischen Urlaubsparadies ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August - als ein Höchstwert von mehr als 23.000 Neuinfektionen verbucht worden war - gesunken, jedoch stagnieren sie seit Wochen bei zwischen 9.000 und 12.000 neuen Fällen am Tag.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung dennoch angekündigt, das Land am 1. November wieder für vollständig geimpfte Touristen aus fünf Ländern, darunter Deutschland, zum quarantänefreien Urlaub öffnen zu wollen. Jedoch gibt es bisher keine genauen Regeln für die Einreise. Auf der Webseite der thailändischen Auslandsvertretung in Berlin ist bislang keine Aktualisierung der bisherigen Regeln zu finden, wonach Geimpfte sieben Tage in Quarantäne müssen. Alternativ können sie seit Juli an einem der quarantänefreien Modellprojekte auf den Inseln Phuket und Ko Samui teilnehmen.

6.18 Uhr: Ministerpräsident Weil: Corona-Regeln nicht ersatzlos streichen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil warnt vor einem vorschnellen Aus aller Corona-Maßnahmen. „Was keinesfalls passieren darf mit Blick auf den Herbst und Winter, ist ein ersatzloses Streichen der Schutzregeln“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Wir haben immer noch schwierige Monate vor uns.“ Vor den Gesprächen zur Bildung einer möglichen Ampelkoalition im Bund machte Weil außerdem deutlich, dass die noch offene Finanzierung der umfassenden Klimaschutz- und Digitalisierungspläne einer der entscheidenden Punkte werde.

In der Pandemie gelte es, vorsichtig zu bleiben. „Wir sehen, dass in der Gruppe der Ungeimpften die Inzidenzen noch wesentlich höher sind“, betonte der Regierungschef aus Hannover. Man werde „sehr genau hinschauen müssen, wie der Bund sich in dieser Frage aufstellt“. In der Debatte, ob die sogenannte epidemische Lage - im März 2020 vom Bundestag festgestellt und immer wieder verlängert - bald aufgehoben werde könne, hatte sich auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) eher skeptisch gezeigt: Es sei noch nicht an der Zeit, sich ganz von den Schutzregeln zu verabschieden.

5.45 Uhr: US-Immunologe Fauci: "Nicht gedacht, dass Pandemie so schlimm wird"

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) ist eigenen Worten zufolge vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Dienstagabend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700.000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt."

Fauci wurde bei der Gala für seine Verdienste um das amerikanische Gesundheitswesen mit dem "History Maker Award" ausgezeichnet. "Amerikas Arzt" habe nicht erst während der Pandemie "Historisches" geleistet, sagte die Vorsitzende des Museumskuratoriums, Pam Schafler zur Begründung. Fauci war per Livestream zugeschaltet, alle Gäste der Veranstaltung in dem Museum am Central Park in Manhattan mussten Impfungen und negative Corona-Tests vorweisen. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören unter anderem die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton und der einstige New Yorker Polizeichef William Bratton.

Anthony Fauci ist Gesundheitsexperte und Corona-Berater des US-Präsidenten
Anthony Fauci ist Gesundheitsexperte und Corona-Berater des US-Präsidenten © Stefani Reynolds/Pool Bloomberg/AP/dpa

5.23 Uhr: EU-Gesundheitsbehörde: Ohne höhere Impfzahlen wird es nicht gehen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält eine hohe Impfquote weiter für besonders wichtig vor der Lockerung von Corona-Maßnahmen. "Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einem Interview des vom AOK-Bundesverband herausgegebenen Magazins "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G).

Eine Impfpflicht betrachtet die deutsche Medizinerin dennoch mit Skepsis. Viele Länder hätten auch ohne eine solche Pflicht hohe Impfquoten erreicht. "Eine Impfpflicht, etwa für bestimmte Berufe, ist eine Möglichkeit. Aber sie ist kein Zauberstab."

Die Lockdowns hätten die Fallzahlen stark gesenkt, jedoch auch wirtschaftliche, soziale und psychische Folgen gehabt, sagte Ammon. Auch deshalb seien sie kein Allheilmittel. Die Menschheit werde auf Dauer mit dem Coronavirus leben müssen. Die Zahl der Geimpften müsse dazu europaweit gesteigert werden. "Anders wird es nicht gehen."

Mittwoch, 5 Uhr: RKI registriert 17.015 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 80,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 75,1 gelegen, vor einer Woche bei 65,4 (Vormonat: 71,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.015 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.903 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 92 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls 92 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 401 631 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Dienstag mit 2,13 (Montag 1,92) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.174.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.808.

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

21.44 Uhr: Kreml gegen landesweite Prämien für Corona-Impfung

Trotz immer neuer Höchststände bei den Corona-Todeszahlen in Russland hält der Kreml nichts von pauschalen Geldprämien für eine Impfung. Es sei unwahrscheinlich, dass es so etwas geben könne, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Ebenso wenig glaubt der Kreml, dass eine Zulassung ausländischer Impfstoffe mehr Menschen zu einer Immunisierung bewegen könnte.

In Russland mit insgesamt 146 Millionen Einwohnern sind nach jüngsten offiziellen Zahlen erst mehr als 30 Prozent der Bevölkerung geimpft. Weit verbreitet ist eine Skepsis gegenüber den von russischen Forschern entwickelten Vakzinen.

Popowa schlug vor, die Tage vom 30. Oktober bis 7. November als arbeitsfrei zu erklären, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So etwas gab es bereits zu Beginn der Pandemie.

21.08 Uhr: Schweizer Bergbahnen gegen Corona-Zertifikate - Amt erteilt Rüge

Skifahren in der Schweiz soll nach dem Willen der Schweizer Bergbahnen im kommenden Winter auch ohne Corona-Zertifikat möglich sein. Ein Zertifikat weist nach, dass die Person gegen das Coronavirus geimpft, von einer Infektion genesen oder getestet ist. Allerdings war die Ankündigung des Verbandes Seilbahnen Schweiz, dass der Betrieb in der Wintersaison wie im öffentlichen Verkehr laufen könne - also Reisende lediglich eine Maske tragen müssen -, am Dienstag voreilig. Das Bundesamt für Gesundheit ließ wissen, dass nicht die Bergbahnen, sondern die Regierung entscheide, ob in Skigebieten Zertifikate verlangt werden müssen oder nicht.

So eine Ankündigung sei "vermessen", sagte der Leiter Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit (BAG), Patrick Mathys. Über die Schutzkonzepte werde diskutiert. "Wir werden sehen, wie die Situation zu gegebener Zeit ist", meinte Mathys. Zurzeit gilt landesweit eine Zertifikatspflicht für Innenräume von Restaurants oder Veranstaltungsräumen - das gilt auch in Skiregionen.

Skifahren in der Schweiz soll nach dem Willen der Schweizer Bergbahnen im kommenden Winter auch ohne Corona-Zertifikat möglich sein.
Skifahren in der Schweiz soll nach dem Willen der Schweizer Bergbahnen im kommenden Winter auch ohne Corona-Zertifikat möglich sein. © keystone

20.01 Uhr: Großbritannien verzeichnet höchste Anzahl Corona-Tote seit März

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Großbritannien ist auf den höchsten Stand seit März gestiegen. Die britische Statistikbehörde meldete am Dienstag 223 Todesfälle, die in den vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf Covid-19 getestet wurden. Noch höher lag die Zahl zuletzt am 9. März, als 231 Menschen in Großbritannien an oder mit dem Virus starben.

Am Montag wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. Von einer erneuten Einführung von Corona-Beschränkungen ist in der britischen Regierung bislang kaum die Rede. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

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19.11 Uhr: Über 600 Impfdurchbrüche in Dresden

Die vierte Corona-Welle baut sich auf. Die täglichen Meldungen des Dresdner Gesundheitsamtes lassen daran keinen Zweifel. Insgesamt 121 neue Fälle hat das Amt am Dienstag mitgeteilt. Die Zahl der Patienten, die in Klinken behandelt werden müssen, steigt ebenfall. "Mindestens 90 Prozent der Patientinnen und Patienten sind ungeimpft", heißt es aus dem Uniklinikum. Insbesondere diejenigen, die intensivmedizinisch betreut werden müssten, hätten keinen vollständigen Impfschutz. Doch auch Impfdurchbrüche gibt es viele - also Patienten, die an Covid 19 erkranken, obwohl sie geimpft sind. Von 632 registrierten Personen haben 37 von ihnen so starke Symptome, dass sie im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. Zehn Patienten starben, wie Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) mitteilt.

18.36 Uhr: Corona-Ausbruch nach Clubnacht im Berliner Berghain

Rund zwei Wochen nach der seit langem ersten Clubnacht im Berliner Techno-Club Berghain ist ein Corona-Ausbruch bekannt geworden. Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" haben sich bei der Party mindestens 19 Menschen infiziert. 15 davon leben im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wie eine Bezirkssprecherin am Dienstagabend sagte. Vier weitere Betroffene lebten in anderen Bezirken Berlins, hieß es. Nach Angaben der Sprecherin wurden bislang rund 2.500 Menschen kontaktiert. Dies sei mit Hilfe der Anwesenheitsliste geschehen, die das Gesundheitsamt angefordert habe, nachdem der erste Corona-Fall bekannt geworden sei.

Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Berghain an.
Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Berghain an. © dpa

18.09 Uhr: 22 Corona-Fälle bei Red Bull München - Spiel verlegt

Aufgrund zahlreicher Corona-Fälle beim EHC Red Bull München ist ein weiteres Spiel des Clubs in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verlegt worden. Die für Freitag angesetzte Auswärtspartie bei Aufsteiger Bietigheim Steelers werde auf den 26. Oktober verschoben und finde wegen eines Heimrechttauschs dann in München statt, teilte der EHC am Dienstagabend mit.

Demnach hat sich nach weiteren Testungen die Anzahl der positiven Corona-Ergebnisse bei dem dreimaligen deutschen Meister von 18 auf 22 erhöht. Betroffen seien 16 Spieler sowie sechs Personen aus dem Betreuer- und Trainerstab, hieß es. Alle positiv Getesteten befänden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

17.30 Uhr: Corona-Zahlen steigen: Bulgarien führt 3G-Regel ein

Bulgarien führt wegen steigender Corona-Fallzahlen erst jetzt die 3G-Regel mit Zertifikaten für Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene ein. Ab diesem Donnerstag werden nur Kunden, die einen entsprechenden Nachweis haben, etwa Lokale, Hotels, Fitnesszentren, Shopping-Malls sowie Kinos, Theater, Konzerte und Museen besuchen dürfen. Alle Tätigkeiten in Innenräumen sollen nur mit einem "Grünen Zertifikat" erfolgen, kündigte Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow am Dienstag vor der Presse an. Ausgenommen sind Lebensmittelläden, Apotheken und Banken. Hintergrund sind schnell steigende Corona-Fallzahlen.

17.01 Uhr: Niederlande: Nach Lockerungen starker Anstieg von Corona-Infektionen

Der starke Anstieg von Corona-Infektionen und Patientenzahlen in Krankenhäusern in den Niederlanden hält an. In den vergangenen sieben Tagen nahm die Zahl der Neuinfektionen um 44 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zu, wie das zuständige Reichsinstitut für Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Dienstag mitteilte. Gut 25.700 Fälle wurden gemeldet. Die Inzidenz beträgt nach Angaben des RIVM 151.

Die Behörde sieht einen direkten Zusammenhang mit der Lockerung der Maßnahmen vor etwa drei Wochen. So war die Abstandsregel von 1,5 Meter aufgehoben worden. Masken müssen nur im öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Nur vor dem Besuch von Gaststätten wird ein Nachweis verlangt, dass man getestet, geimpft oder genesen ist.

16.36 Uhr: 1.019 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Sachsen weiter an. Das Gesundheitsministerium in Sachsen hat am Dienstagnachmittag 1.019 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche war das Infektionsniveau mit 908 neuen Fällen etwas weniger hoch. Die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat ist aktuell auf 309.047 gestiegen. Zudem wurden sieben weitere Todesfälle gemeldet. In Sachsen sind damit seit Beginn der Pandemie im März 2020 10.254 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel in Sachsen von 123,3 am Montag auf jetzt 113,7.

Unterdessen nimmt auch die Zahl der Corona-Patienten in sächsischen Krankenhäusern zu. Nach einer Übersicht des Gesundheitsministeriums vom Dienstag waren 280 Betten auf den Normalstationen mit Covid-19-Patienten belegt, auf den Intensivstationen waren es 118. Damit sind die Intensivstationen in den Kliniken laut Behörde zu gut 59 Prozent ausgelastet. Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche (12. Oktober) wurden auf den Normalstationen 199 Corona-Patienten behandelt, auf den Intensivstationen waren es 96.

16.09 Uhr: Debatte über mögliches Ende der Corona-Notlage in Deutschland

Der Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland ist auf Zustimmung und Kritik gestoßen. Begrüßt wurde er von Ärzte- und Klinikvertretern. Auch die FDP bekräftigte noch einmal ihre schon lange vertretene Position, die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite, nicht mehr zu verlängern. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnten dagegen mit Blick auf den Winter vor einem solchen Schritt.

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später immer wieder verlängert. Spahn hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage offiziell am 25. November auslaufen. Der CDU-Politiker verwies nach Informationen der "Bild" unter anderem darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstufe.

15.42 Uhr: Wieder falsche Impfausweise in Neuruppin

Erneut haben nach Polizeiangaben mehrere Menschen in Neuruppin versucht, mit gefälschten Impfausweisen an ein digitales Impfzertifikat zu kommen. Eine Apothekerin habe dies gemeldet, teilte die Polizei am Dienstag mit. Demnach habe sich eine 48-Jährige am vergangenen Donnerstag ein Zertifikat mit einem gefälschten Ausweis ausstellen lassen, der Schwindel sei erst später aufgeflogen. Eine unbekannte Seniorin, die sich am selben Tag zwei Zertifikate habe erschleichen wollen, sei erfolglos geblieben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Urkundenfälschung.

Erst vergangene Woche hatte eine Apotheke in der Neuruppiner Junckerstraße mehrere ähnliche Vorfälle gemeldet. Nach Aussage einer Polizeisprecherin ist es in den Bereichen Oberhavel, Prignitz und Prignitz-Ruppin in jüngster Zeit mehrmals zu solchen Betrugsversuchen gekommen.

15.10 Uhr: Island will sich Mitte November von Corona-Maßnahmen verabschieden

Läuft alles wie geplant, dann hebt Island Mitte November alle verbliebenen Corona-Maßnahmen auf. Ziel sei es, die wesentlichen verbliebenen Beschränkungen ab dem 18. November zu beenden, teilte die isländische Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Dienstag mit.

Beim Impfen sei man gut vorangekommen, vorherige Lockerungen hätten keine negativen Effekte auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen gezeigt, hieß es in einer Regierungsmitteilung. Deshalb gibt es bereits ab Mittwoch neue Lockerungen: 2000 statt wie bisher 500 Menschen dürfen dann bei Versammlungen und Veranstaltungen zusammenkommen, Mund-Nasen-Schutz müssen sie dabei nicht länger tragen. Restaurants, Kneipen und Nachtclubs dürfen zudem länger öffnen.

Mit einer kompletten Aufhebung der Maßnahmen würde die kleine Nordatlantik-Insel ihren nordeuropäischen Partnern folgen: Dänemark, Norwegen und Schweden hatten schon im September die wesentlichen im jeweiligen Land geltenden Beschränkungen aufgehoben. Auch in Finnland sind bereits viele Corona-Maßnahmen gelockert werden.

14.33 Uhr: Köpping reagiert "überrascht" auf Spahn-Vorstoß

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ging nach der Sitzung des Kabinetts auf die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein, die "epidemische Lage" 25. November auslaufen zu lassen. Das sei "sehr überraschend" gekommen, sagte sie am Dienstag in Dresden. Sachsen habe eine besondere Lage. Die Erwartungshaltung in der Bevölkerung sei groß. Es gebe auch Ermüdungserscheinungen. Auf der anderen Seite gelte es, immer eine Regelung zu finden, die verantwortbar ist. "Man kann heute noch nicht sagen, wie es Ende November aussieht. Deswegen kann ich noch keine klare Position beziehen. Ich sehe nur, dass Sachsen im Moment keine gute Entwicklung hat", sagte Köpping.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die neuen Corona-Regeln für Sachsen vorgestellt.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die neuen Corona-Regeln für Sachsen vorgestellt. © Rietschel/dpa

Maskenpflicht in Schulen soll fallen, Weihnachtsmärkte ohne 3G

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat an diesem Dienstag bei einer Pressekonferenz in Dresden die Corona-Regeln für die Zeit ab 21. Oktober bis 17. November vorgestellt. Das sind die wichtigsten Eckpunkte der im Kabinett beschlossenen neuen Verordnung für Sachsen.

  • Weihnachtsmärkte: Bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe können Weihnachtsmärkte ohne 3G stattfinden, Bedingung ist ein durch Gesundheitsämter genehmigtes Hygienekonzept. Sobald die Vorwarnstufe erreicht ist, müssen Veranstalter, wenn sie auf 3G-Regeln verzichten wollen, die Märkte in Bereiche teilen. In einem Verweilbereich dürfen dann nicht mehr als 1.000 Besucher gleichzeitig anwesend sein. Dieser Bereich umfasst Zonen vor Bühnen oder um Verpflegungsstände. Um die Verweilbereiche herum können Flanierbereiche eingerichtet werden, also Zonen, in denen sich Besucher in Bewegung befinden. Wenn Veranstalter von Weihnachtsmärkten oder Bergparaden auf das Einrichten geteilter Bereiche beim Gelten der Vorwarnstufe verzichten, dürften sich dann nur nach dem 3G-Modell maximal 1.000 Personen gleichzeitig auf dem Marktgelände aufhalten.

  • Maskenpflicht in Schulen: Die Maskenpflicht soll ab der 2. Woche nach den Ferien wegfallen dürfen. Ab dem 8. November gilt im Unterricht dann keine Maskenpflicht mehr, im Schulhaus jedoch weiterhin, sofern die Inzidenz über 35 liegt. Das Tragen von Masken werde weiterhin empfohlen. Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal sollen sich zudem in den ersten beiden Wochen nach den Ferien (1.-14. November) dreimal pro Woche testen lassen, danach zweimal.

  • Luftfilter: Schulen und Kitas können ab sofort Förderung für Luftfilter beantragen. Bis zu 75 Prozent können gefördert werden, höchstens 3.000 Euro. Damit folgt der Freistaat einem Bundesprogramm, der Bund übernimmt 50 Prozent, das Land weitere 25 Prozent der Kosten.

  • Großveranstaltungen: In Sachsen sind wieder Großveranstaltungen ohne Besucherbegrenzung möglich, wenn die 2G-Regel eingehalten wird. In diesem Fall ist auch keine Kontaktverfolgung mehr nötig. Bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe kann auf Regeln wie Kontakterfassung und Besucher-Höchstgrenzen verzichtet werden. Notwendig ist allerdings ein genehmigtes Hygienekonzept. Mit 2G (geimpft oder genesen) wäre es beispielsweise für Fußballclubs wie Dynamo Dresden und RB Leipzig möglich, ihre Stadien wieder komplett zu füllen.

  • Vorwarnstufe: Das Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe ist nicht mehr an die kombinierte Erfassung von Bettenauslastung und Hospitalisierungsrate gebunden. Künftig muss nur noch einer der beiden Werte die vorgeschriebene Grenze erreichen. Damit dürfte nur noch die Bettenauslastung relevant für die Vorwarnstufe sein. Sie kommt, wenn in Sachsen 650 Betten auf Normalstationen oder 180 Betten auf der Intensivstationen mit Covid-19 Patienten belegt sind.

12.45 Uhr: Gut 54,7 Millionen vollständig geimpft - Quote weiter 65,8 Prozent

Die Zahl der vollständig gegen Corona geimpften Menschen in Deutschland steigt weiter leicht. Sie beträgt nun gut 54,7 Millionen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Am Vortag hatte sie knapp unter 54,7 Millionen gelegen. Die Quote der vollständig Geimpften liegt wie auch einen Tag zuvor bei 65,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine Impfung haben knapp 57,3 Millionen Menschen erhalten (68,9 Prozent). Bei aktuell im Mittel rund 125.000 Impfungen pro Tag wird laut RKI rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft.

Von den Erwachsenen sind nach den neuesten Zahlen mittlerweile 76,4 Prozent vollständig geimpft, mindestens eine Impfung haben 79,9 Prozent erhalten. 38,8 Prozent der Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren sind voll, 44,3 Prozent mindestens einmal geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte. Eine Auffrischungsimpfung haben laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums mehr als 1,3 Millionen Menschen in Deutschland bekommen.

12.28 Uhr: Sachsen bei Corona-Inzidenz jetzt bundesweit auf Platz 3

Nach dem deutlichen Anstieg vom Montag ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen wieder in etwa gleichem Maß gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstagmorgen einen Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche von 113,7. Am Tag davor lag er noch bei 123,3, am vergangenen Sonntag bei 113,8. Im Vergleich der Bundesländer fiel der Freistaat damit auf den dritten Rang zurück, nach Thüringen und Bayern. Den bundesweiten Wert gab das RKI mit 75,1 an.

12.18 Uhr: Ischgl startet mit Corona-Sicherheitskonzept in die Wintersaison

Der österreichische Wintersportort Ischgl startet am 25. November in die diesjährige Wintersaison - begleitet von umfangreichen Anti-Corona-Maßnahmen. "Ziel ist und bleibt es, eine der sichersten Destinationen im Alpenraum für unsere Gäste zu sein", sagte Alexander von der Thannen vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl. Die Seilbahnkabinen würden mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert. Dieselbe Methode werde auch in den Skibussen sowie in Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und den Erste-Hilfe-Stationen täglich angewendet, hieß es. Kamerasysteme sollen die Wartezeiten an den Kassen und Liften mittels Dichtemessungen und Mobilitätsanalysen optimieren.

Ischgl war in der ersten Corona-Welle im März 2020 in die internationalen Schlagzeilen geraten. Die Behörden sollen auf deutliche Hinweise, dass im Ort das Coronavirus grassiert, zu spät reagiert haben. Zahlreiche Touristen - viele aus Deutschland - haben sich angesteckt und das Virus in ihre Heimatländer mitgebracht. Die Wintersaison 2020/21 ließ der Ort aus Sicherheitsgründen ausfallen.

Für die bevorstehende Wintersaison in Österreich fehlen noch die offiziellen behördlichen Regelungen. Es ist aber absehbar, dass für den Skibetrieb die 3G-Regel (getestet, geimpft oder genesen) gilt und zumindest für Seilbahnkabinen sowie in geschlossenen Arealen eine FFP2-Maskenpflicht kommt.

Skifahrer warten bei Sonnenschein an Liften im Skigebiet der Idalp - die Skisaison in Ischgl soll mit Sicherheitskonzept starten, um die massiven Ausbrüche von 2020 zu vermeiden.
Skifahrer warten bei Sonnenschein an Liften im Skigebiet der Idalp - die Skisaison in Ischgl soll mit Sicherheitskonzept starten, um die massiven Ausbrüche von 2020 zu vermeiden. © Felix Hörhager/dpa (Archiv)

12.15 Uhr: Dresden meldet mehr als 120 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 121 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 34.420 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 32.153 als wieder genesen - 128 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem 15 Krankenhauseinweisungen, aber keine weiteren Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind in Dresden bislang 1.124 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts leicht an: Wurde am Montag noch ein Wert von 110,4 gemeldet, sind es nun 111,6.

11.50 Uhr: RKI erweitert Corona-Datenspende-App

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Corona-Datenspende-App überarbeitet und ausgebaut. Mit der Neuauflage der Smartphone-Anwendung können sich Menschen in Deutschland pseudonymisiert an wissenschaftlichen Studien zu den Folgen der Corona-Pandemie beteiligen, wie das RKI am Dienstag in Berlin mitteilte.

Die erste Version der App war im April 2020 vom Robert Koch-Institut veröffentlicht worden. Seit dem Start haben nach Angaben des RKI mehr als 500.000 Menschen ihre Daten von Fitnessarmbändern und Smartwatches über die App zur Verfügung gestellt. Zu den erfassten Informationen gehören zum einen Vitaldaten wie die Pulsfrequenz, aber auch Aktivitätsdaten wie die Zahl der gelaufenen Schritte. Diese Daten werden unter anderem auf mögliche Fiebersymptome analysiert und im deutschlandweiten Fiebermonitor zusammengefasst.

Mit der neuen App-Version können künftig auch Menschen mitmachen, die nicht über ein Fitnessarmband oder eine Smartwatch verfügen. Die Nutzer werden in den Studien gebeten, regelmäßig kurze Fragebögen zu beantworten. Die Teilnahme an den beiden neuen Studien erfolge wie schon bei der initialen Version der Corona-Datenspende komplett freiwillig und pseudonym. Das Robert Koch-Institut habe zu keiner Zeit Kenntnis über Informationen, die einen Rückschluss auf die Identität der App-Nutzer erlauben. Die Anwenderinnen und Anwender könnten in der App individuell entscheiden, ob sie an den neuen Studien teilnehmen möchten.

Die erste Studie "Tests, Symptome und Lebenssituation" soll den Wissenschaftlern helfen, die Algorithmen des Fiebermonitors weiter zu verbessern, sowie mögliche Anzeichen von Long-Covid-Erkrankungen in den bereitgestellten Daten der Nutzer zu entdecken. In der zweiten Studie "Erleben und Verhalten in der Pandemie" arbeitet das Robert Koch-Institut mit den Forscherinnen und Forschern der Cosmo-Studie um Cornelia Betsch zusammen, um die individuelle Belastung und Risikowahrnehmung sowie das individuelle Verhalten in der Pandemie zu verstehen.

11.34 Uhr: Göttinger Forscherin Priesemann plädiert für Pandemierat

Die Göttinger Physikerin Viola Priesemann würde sich bei künftigen Pandemien eine "deutlichere Trennung von politischer Abwägung und wissenschaftlicher Expertise" wünschen. In einem Interview in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sagte die Forscherin: "Dazu könnte ein Pandemierat beitragen, der Wissen, Unsicherheiten und Szenarien zusammenträgt und all das kommuniziert: Was passiert, wenn wir einen Freedom Day wagen?" Die Wissenschaftlerin vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation entwickelt seit Beginn der Pandemie Modellrechnungen für die Ausbreitung des Coronavirus.

In der aktuellen Diskussion darüber, ob nur noch geimpfte und genesene Menschen Zugang zu bestimmten Einrichtungen wie Restaurants oder Kinos bekommen sollten, sagte Priesemann: "Wenn es um die Frage "2G oder 3G" geht, bin ich ganz klar für 3G. 2G bedeutet, Menschen auszuschließen. Der Druck, der durch die kostenpflichtigen Tests aufgebaut wird, ist schon hoch genug." Bei 3G stehen die jeweiligen Einrichtungen auch Getesteten offen.

11.06 Uhr: FDP-Gesundheitspolitiker für Ende der "epidemischen Lage"

Der FDP-Gesundheitsexperte und Infektiologe Andrew Ullmann hat sich der Auffassung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeschlossen, die Corona-Notlage in Deutschland nicht noch einmal zu verlängern. Dafür habe sich die FDP wiederholt ausgesprochen, sagte Ullmann am Dienstag im Deutschlandfunk. "Verordnungen durch die Exekutive alleine sollten nicht mehr fortgesetzt werden." Bei Twitter schrieb er: "Die epidemische Lage von nationaler Tragweite kann enden, hätte längst beendet sein können. Wichtig sind jetzt Boosterimpfungen bei vulnerablen Personen."

Die "epidemische Lage" ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie muss vom Bundestag festgestellt werden. Spahn hatte sich am Montag bei Beratungen mit seinen Länderkollegen dafür ausgesprochen, die Regelung nicht noch einmal zu verlängern. Damit würde sie am 25. November auslaufen. Spahn verwies nach Informationen der "Bild" unter anderem darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstufe.

Ullmann sprach sich für regionale Hygienemaßnahmen in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen aus. Es gebe nach wie vor eine Pandemie, sagte er mit Blick auf die Entwicklung in Südamerika oder Rumänien. In Deutschland mit relativ guter Impfrate sei die Situation aber anders. "Und die Überlastung der Krankenhäuser ist ja zurzeit überhaupt nicht gegeben."

10.27 Uhr: Betrüger wollten gefälschten Impfausweis an Zivilpolizei verkaufen

Bei dem Versuch, einem Zivilpolizisten einen gefälschtem Impfpass zu verkaufen, sind zwei Betrüger in Essen festgenommen worden. Der 29-Jährige und sein 21 Jahre alter Komplize boten dem Beamten auf einem Supermarktparkplatz zwei Impfausweise mit Covid-Aufklebern an, wie die Polizei am Dienstag berichtete. Durch einen Zeugen waren die Einsatzkräfte auf ein entsprechendes Online-Angebot der Männer aufmerksam geworden und zu dem Parkplatz gefahren. Um die Qualität der Pässe zu beweisen, habe der 29-Jährige dort Chatverläufe von vermeintlich zufriedenen Kunden gezeigt, hieß es weiter.

Die beiden Männer wurden vorläufig festgenommen. In deren Auto und Wohnungen entdeckten Beamte unter anderem weitere gefälschte Impfausweise und auch einen Stempel mit der Aufschrift "Impfzentrum Essen". Nach dem Einsatz am Freitag durften die Männer den Polizeigewahrsam wieder verlassen.

9.42 Uhr: Lettlands Regierung plant erneuten Lockdown

Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen in Lettland plant die Regierung in Riga einen neuerlichen Lockdown. Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, soll vom 21. Oktober bis 15. November das öffentliche Leben in dem baltischen EU-Land zurückgefahren werden. Dies kündigte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach einer mehrstündigen Sitzung des Corona-Krisenstab an. Die Regierung muss dem Vorhaben am Mittwoch in einer Kabinettssitzung noch zustimmen.

Alle Geschäfte und Dienstleister - außer Läden für den täglichen Bedarf - sollen dicht machen, der Schulbetrieb größtenteils auf Fernunterricht umgestellt werden. Auch sollen die Bürger einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge ihre Wohnung von 20 Uhr bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen dürfen.

In Lettland hat sich die Corona-Lage trotz neuer Beschränkungen zuletzt zugespitzt. In den letzten 14 Tagen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga vom Montag 1307,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert - ein neuer Höchststand seit Beginn der Pandemie.

In Lettland ist nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Die Regierung bemüht sich seit Monaten mit nur mäßigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen.

8.53 Uhr: Patricia Kelly erneut mit Corona im Krankenhaus

Obwohl sie nach eigenen Worten bereits eine Infektion überstanden hat und geimpft wurde, ist Sängerin Patricia Kelly (51) erneut am Coronavirus erkrankt. "Patricia (...) hat sich (trotz abgeschlossener Impfung) mit dem Coronavirus angesteckt und liegt derzeit im Krankenhaus", teilte ihr Team am Montagabend auf Instagram mit. "Wir hoffen, dass sie es bald verlassen kann und es ihr wieder besser geht."

Ein dazu gepostetes Foto zeigt eine Hand, die auf einem Nachttisch neben einem Krankenhausbett liegt. "Bitte macht euch nicht zu viele Sorgen", heißt es weiter in dem Posting. "Wir sind zuversichtlich, dass Patricia sehr bald wieder auf den Beinen ist."

Die Kelly-Family-Musikerin hatte bereits im Dezember 2020 bekannt gegeben, dass sie nach starken Schmerzen im Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Ein Konzert, das am 25. Oktober in Hannover stattfinden sollte, wurde abgesagt. Möglicherweise müssten noch weitere Termine der Tour verlegt werden, hieß es. Wegen einer Fuß-Operation hatte die Sängerin erst vergangene Woche einzelne Auftritte verschoben.

8.15 Uhr: Mit einer Portion Humor besser durch den Corona-Stress

Witzige Memes könnten Menschen dabei helfen, den mit der Corona-Pandemie verbundenen Stress besser zu bewältigen. Das legt eine US-Studie über die Wirkung dieser lustig beschrifteten Bildchen nahe, die im Fachblatt "Psychology of Popular Media" veröffentlicht ist.

"Als sich die Pandemie immer weiter hinzog, wurde es für mich zunehmend interessanter, wie die Menschen die sozialen Medien und insbesondere Memes nutzten, um über die Pandemie nachzudenken", sagte die Hauptautorin Jessica Myrick von der Penn State University. Sie und ihr Team befragten im Dezember vergangenen Jahres 748 Menschen online, um herauszufinden, ob das Betrachten unterschiedlicher Memes Emotionen, Ängste, Informationsverarbeitung und Bewältigung der Corona-Krise beeinflusst. Dafür sammelten die Forscherinnen auf einschlägigen Plattformen Hunderte beliebte Memes und teilten diese in verschiedene Kategorien ein, so etwa danach, ob sich die Bildunterschrift auf Covid-19 bezog oder nicht.

Dann bekamen die Probanden nach dem Zufallsprinzip unterschiedliche Memes oder aber zur Kontrolle verschiedene Arten bilderloser Texte zu sehen. Die Forscherinnen untersuchten, wie niedlich und lustig die Studienteilnehmer die gesehenen Medien fanden, über welche Emotionen sie berichteten und wie gewappnet sie sich für den Umgang mit der Pandemie fühlten. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen, die sich Memes ansahen ein höheres Maß an Humor und positivere Emotionen zeigten als andere, was indirekt mit einer Verringerung des Stresses im Zusammenhang mit der Pandemie einherging. Probanden, die Memes mit Bildunterschriften zu Covid-19 anschauten, hatten sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit, weniger Stress wegen der Pandemie zu empfinden als solche, die Memes mit Bildunterschriften zu anderen Themen anschauten.

7.51 Uhr: Neuseeland meldet Corona-Rekord - "zu Hause bleiben und Leben retten"

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Dienstag 94 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Rekord lag bei 89 neuen Fällen innerhalb eines Tages und wurde im April 2020 verzeichnet. "Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, dass wir nicht machtlos sind. Wir haben die Fähigkeit, die Fallzahlen so niedrig wie möglich zu halten", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Sie forderte die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben, damit Anderen das Leben zu retten und sich impfen zu lassen.

Bis Dienstag waren etwa 67 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit fünf Millionen Einwohnern bislang 4.700 Infektionen verzeichnet. 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hatte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Zuletzt musste Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern
Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern © Mark Mitchell/NZME/dpa

7.17 Uhr: Ärztevertreter für Abschaffung von Corona-Massentests an Schulen

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat sich für eine Abschaffung der regelmäßigen Corona-Tests an Schulen ausgesprochen. "Wir brauchen die anlasslosen Corona-Massentests in Schulen nicht mehr", sagte Fischbach der "Bild". Denn Kinder erkrankten selten schwer an Covid-19.

"Was uns aktuell wirklich Sorgen bereitet: Die Kinderstationen sind voll mit ganz jungen Patienten, die an Atemwegserkrankungen durch das RSV leiden", sagte Fischbach. Corona-Fälle seien die Ausnahme. Der riesige logistische Aufwand der Schnell-Tests lohne sich nicht und führe nicht selten zu falschen Ergebnissen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt von einem starken Anstieg der Krankenhaus-Einweisungen wegen Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) bei Ein- bis Vierjährigen berichtet. Gefährlich kann dieser Infekt der oberen Luftwege insbesondere für Frühgeborene und vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr werden.

6.40 Uhr: Amnesty: Pandemie gefährdet unabhängige Berichterstattung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt, dass die Corona-Pandemie die freie Rede und unabhängige Berichterstattung gefährdet. "Im Zuge der Covid-19-Pandemie haben Regierungen unabhängige Berichterstattung unterbunden und Menschen angegriffen, die die Reaktion ihrer Regierung auf die Ausbreitung des Coronavirus kritisierten oder ihre Maßnahmen hinterfragten", teilte die Organisation am Dienstag mit.

Eine Folge davon sei, dass viele Menschen keinen Zugang zu Informationen über das Coronavirus hätten und daher nicht wüssten, wie sie sich selbst und ihr Umfeld schützen könnten. Ein besonders erschreckendes Beispiel ist demnach China. Bereits im Dezember 2019 versuchten Angehörige des medizinischen Personals sowie Bürgerjournalisten auf den Ausbruch der damals unbekannten Krankheit Covid-19 in Wuhan hinzuweisen, wie Amnesty International mitteilte.

Dafür seien sie von der Regierung verfolgt worden. Bis Februar 2020 wurden laut Amnesty gegen 5.511 Personen, die Informationen zum Ausbruch von Covid-19 veröffentlicht hatten, Ermittlungsverfahren wegen "Fabrikation und absichtlicher Verbreitung falscher und schädlicher Informationen" eingeleitet.

6.11 Uhr: Karnevalisten hoffen auf Session wie vor Corona

Nach einem Jahr Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie hofft der Bund Deutscher Karneval (BDK) für die bevorstehenden Session auf eine närrische Jahreszeit wie vor der Pandemie. „Ich bin tatsächlich guter Hoffnung, dass es wieder so sein wird wie vor Corona“, sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess der Deutschen Presse-Agentur. Die Fastnachter oder Karnevalisten stünden bundesweit schon in den Startlöchern. „Sie freuen sich, dass es am 11.11. endlich wieder los geht.“

Bei den Außenveranstaltungen - auch zur Sessionseröffnung am 11.11. - würden die 3G-Regeln gelten: Es dürfen also nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete teilnehmen. Bei Indoor-Veranstaltungen empfehle der BDK die 2G-Regel (Zutritt für Geimpfte und Genesene) oder 3Gplus. In diesem Fall müssten Getestete einen PCR-Test mitbringen, der nicht älter als 24 Stunden sei. Nach Rückmeldungen von Vereinen etwa aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden oder der Pfalz würden die meisten Veranstalter innen ausschließlich mit 2G planen, sagte Fess

So oder so: Bei Einhaltung der Regeln fallen dann Maskenpflicht und Abstandsgebot weg. „Die Feierenden dürften sich frei bewegen, schunkeln und Lieder singen.“ Der Sessionsbeginn werde am 11.11. sowohl im ländlichen Raum als auch in kleinen Kommunen und in großen Städten gefeiert, sagte Fess. Oberste Prämisse sei „natürlich die Sicherheit“ für die Besucher. Er hoffe, dass die Infektionslage stabil bleibt und es keine neuen Einschränkungen gibt.

Karnevalisten jubeln bei der Eröffnung der Session auf dem Kölner Heumarkt.
Karnevalisten jubeln bei der Eröffnung der Session auf dem Kölner Heumarkt. © Rolf Vennenbernd/dpa (Archiv)

5.40 Uhr: Krankenhausgesellschaft begrüßt geplantes Ende der Corona-Notlage

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der Corona-Impfquote in Deutschland keine Bedenken dagegen, die sogenannte "epidemische Lage nationaler Tragweite" auslaufen zu lassen. "Ich kann den Schritt nachvollziehen und halte das auch für unproblematisch", sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die "epidemische Lage" ist Grundlage für zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, die Regelung am 25. November auslaufen zu lassen. Dabei verwies er nach Informationen der "Bild" unter anderem darauf, dass das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstufe.

Gaß stellte sich hinter diesen Plan. Angesichts der hohen Impfquote in Deutschland dürfte es nicht mehr erforderlich sein, dass der Bund über die Länderkompetenzen hinweg Maßnahmen zur Pandemie-Kontrolle beschließe, sagte er. "Ich rechne auch für den Herbst und Winter nicht mehr mit vergleichbar hohen Covid-Patientenzahlen in den Krankenhäusern wie in der zurückliegenden Zeit."

5.17 Uhr: Elternvertreter fordern Corona-Impfpflicht für Schulpersonal

Elternvertreter und Patientenschützer fordern angesichts steigender Infektionszahlen strengere Corona-Maßnahmen in den Herbst- und Wintermonaten. Ines Weber, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, verlangte eine Impfpflicht für Lehrkräfte. Diese müsste von der Bundesregierung "bundeseinheitlich gesetzlich festgeschrieben werden", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Quarantäne ganzer Klassenverbände oder gar Schulschließungen müssten unbedingt verhindert werden.

Der Verband Bildung und Erziehung hatte Forderungen nach einer Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer schon vor Monaten zurückgewiesen. Gewerkschaftschef Udo Beckmann verwies im Juli darauf, dass die Berufsgruppe mit überwältigender Mehrheit geimpft sei, die Impfquote liege teils bei 90 Prozent. Auch die Bundesregierung lehnt Impfpflichten ab.

Eine solche Pflicht ist in Deutschland zwar möglich, aber selten. So ist seit März 2020 der Nachweis einer Immunisierung gegen Masern für Kinder bei der Aufnahme in Kitas und Schulen vorgeschrieben. Für Lehr- und Erziehungskräfte gilt dies ebenfalls. Laut Infektionsschutzgesetz kann das Bundesgesundheitsministerium anordnen, "dass bedrohte Teile der Bevölkerung" an Schutzimpfungen teilzunehmen haben.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach sich für eine Ausweitung der Testpflicht in Kliniken und Pflegeheimen aus. Die Corona-Tests müssten von der Politik bundesweit täglich für Krankenhäuser und Pflegeheime angeordnet werden - "und zwar unabhängig davon, ob die Person geimpft oder genesen ist", sagte Brysch den Funke-Zeitungen.

Dienstag, 5 Uhr: RKI registriert 6.771 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 75,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 75,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,4 gelegen, vor einer Woche bei 65,8 (Vormonat: 70,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6.771 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.18 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.971 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 88 Todesfälle verzeichnet - genau so viele wie vor einer Woche. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.384.616 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Montag mit 1,92 (Freitag 2,02) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.164.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.716.

Corona-Pandemie - das geschah am Montag:

21.55 Uhr: Petersburg beschränkt Freiheiten Ungeimpfter

Angesichts dramatisch angestiegener Corona-Infektionszahlen führt die russische Ostsee-Metropole St. Petersburg zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben ein. Ab dem 1. November müssen Erwachsene etwa bei Sport-Großveranstaltungen nachweisen können, dass sie geimpft oder genesen sind, wie die Petersburger Stadtverwaltung am Montagabend mitteilte. Ab Mitte November ist ein entsprechender Nachweis per QR-Code demnach auch beim Besuch von Fitnessstudios, Theatern, Kinos und Museen notwendig.

Ab Dezember soll die Regelung zudem auf Gastronomie und Einzelhandel ausgeweitet werden. Ausgenommen ist, wer belegen kann, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann. Arbeitgeber wurden angewiesen, nicht geimpfte Über-60-Jährige ins Homeoffice zu versetzen. Ungenehmigte Veranstaltungen werden künftig auf maximal 40 Teilnehmer begrenzt.

Wie in vielen anderen Regionen ist die Infektionslage in St. Petersburg seit Wochen sehr angespannt. Am Montag registrierten die Behörden 3.097 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden.

20.21 Uhr: Sachsen will morgen neue Corona-Regeln beschließen

Sachsen will in der Corona-Pandemie mit Ausnahmen für Weihnachtsmärkte und Bergparaden in die Wintersaison gehen. Die bereits in der vergangenen Woche vorgestellten Eckpunkte sollen nach der Sitzung des Kabinetts an diesem Dienstagnachmittag mit der neuen Corona-Schutzverordnung beschlossen und vorgestellt werden. Bleibt es bei den Plänen, kann bei "landestypischen Veranstaltungen" wie Bergparaden und Weihnachtsmärkten bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe auf Regeln wie etwa 3G (Geimpfte, Genesene, Getestete), Kontakterfassung und Besucher-Höchstgrenzen verzichtet werden. Notwendig ist allerdings ein genehmigtes Hygienekonzept.

Die Vorwarnstufe greift dann, wenn 650 Betten auf den Normalstationen oder 180 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Derzeit steigt in Sachsen die Zahl der Neuinfektionen und Patienten. Mit Stand Montag waren auf den Normalstationen 248 Betten auf den Normalstationen mit Covid-19-Patienten belegt, auf den Intensivstationen waren es 105. Alles müsse "verantwortbar sein", hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in der vergangenen Woche betont. Die neue Landesverordnung soll vom 21. Oktober bis zum 17. November gelten.

19.06 Uhr: Cyberattacken besorgen deutsche Firmen

Die Sorge deutscher Firmen vor Cyberangriffen und Datenklau wächst. Jedes dritte Unternehmen geht davon aus, dass das Risiko in der Corona-Pandemie zugenommen hat, in der die Arbeitswelt digitaler geworden ist, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervorgeht. "Unternehmen mussten Beschäftigte während der Pandemie von heute auf morgen nach Hause schicken und hatten wenig Zeit für entsprechende Sicherheitsvorkehrungen", erläuterte EY-Partner Bodo Meseke am Montag bei der Vorstellung der aktuellen EY-Datenklaustudie. Mit der Rückkehr ins Büro sei das Problem allerdings nicht behoben.

18.23 Uhr: Lauterbach rechnet mit Festhalten an Corona-Auflagen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch dann weiter gelten, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" nicht verlängert wird. "Kein Bundesland wäre so verrückt, bei den derzeitigen Fallzahlen auf Zugangsbeschränkungen für geschlossene Räume zu verzichten oder die Maskenpflicht in Bus und Bahn zu begraben", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dinge, die notwendig sind, werden weitergeführt, das ist für mich ganz klar."

Lauterbach reagierte damit auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich für ein Auslaufen der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen hat. Der Zeitpunkt dieser Erklärung habe ihn überrascht, sagte der SPD-Politiker. "Wir sind in einer Situation, in der die Fallzahlen zunehmen, der Impffortschritt stagniert und an Schulen in den kalten Monaten deutlich mehr Fälle zu erwarten sind. Niemand weiß aktuell so genau, was wir in den nächsten vier Wochen zu erwarten haben, wie hoch diese Welle noch wird."

18.02 Uhr: Studie zu Antisemitismus und Islamophobie in der Corona-Pandemie

Soziale Medien wie Facebook und Instagram sollten einer neuen Studie zufolge mehr tun, um Antisemitismus und Islamophobie im Kontext der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Auch anderthalb Jahre nach Beginn der Pandemie in Europa grassierten antisemitische und islamophobe Inhalte im Netz, heißt es in dem am Montag in Brüssel vorgestellten Bericht des Instituts für Glaubensfreiheit und Sicherheit in Europa (IFFSE).

Die Studienautorin Hannah Rose machte je drei typische antisemitische und anti-muslimische Muster aus. Zu ihnen zählt die Verschwörungserzählung, Juden profitierten finanziell von der Corona-Krise. Muslime, so eine anderer Mythos, setzten Corona als Waffe gegen Andersgläubige ein - sie würden etwa von Imamen dazu angehalten, die Infektion über Türklinken weiterzuverbreiten.

Die Online-Phänomene reichen laut Studie auch in die Offline-Welt, etwa indem sie Proteste gegen die Politik oder Angriffe gegen Einzelne motivierten. Davon abgesehen wird festgestellt, dass Corona-Verschwörungstheoretiker auch vormals unpolitische Menschen an rassistische Anschauungen heranführen. Die Untersuchung bezieht sich auf Westeuropa und gründet sich auf Internet-Recherchen sowie Interviews mit rund einem Dutzend Experten und Vertretern religiöser und politischer Organisationen.

17.37 Uhr: EU-Behörde prüft Zulassung von Biontech-Impfstoff für Kinder

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Biontech/Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Das teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Die Hersteller hatten bereits in der vergangenen Woche angekündigt, entsprechende Daten zu den klinischen Untersuchungen an die EMA zu schicken.

Die Studien zeigen nach Angaben von Biontech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen bekamen die Kinder dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis. Der Impfstoff Cominarty ist zur Zeit in der EU nur für Menschen ab zwölf Jahre zugelassen. Die Experten prüfen nach Angaben der EMA nun die Daten. Eine Empfehlung über die Erweiterung der Zulassung wird in einigen Monaten erwartet. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei der EU-Kommission. Das aber gilt als Formsache.

Der Impfstoff Cominarty ist in der EU bislang nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen.
Der Impfstoff Cominarty ist in der EU bislang nur für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. © Sebastian Kahnert/dpa

17.00 Uhr: Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer verteidigt 2G-Regelung

Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke vom VfL Wolfsburg hat die Entscheidung verteidigt, bei Bundesliga- oder Champions-League-Spielen seines Clubs nur noch geimpfte oder genesene Zuschauer ins Stadion zu lassen. Hintergrund ist die Kritik einiger Fans daran, dass man von Stadionbesuchern eine Impfung verlange, einige Spieler dagegen womöglich gar nicht geimpft seien.

Das Verhältnis zwischen Club und Spieler sei ein Verhältnis "von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer", sagte Schmadtke am Montag dem "Sportbuzzer" dazu. "Als Verein kann ich es nicht zu einer verpflichtenden Maßnahme für Spieler machen, weil ich finde, dass jeder Mensch eine Möglichkeit haben muss, sich selbst zu entscheiden." Beim Stadionbesuch gehe es dagegen "um ein Freizeitverhalten, das ist ein stückweit etwas Anderes". Da könne man "Rahmenbedingungen schaffen, die akzeptiert werden oder nicht".

16.28 Uhr: Spahn für Ende der "epidemischen Lage"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Bild" hatte darüber zuerst berichtet.

Das Robert Koch-Institut stufe "das Risiko für geimpfte Personen als moderat ein", somit könne angesichts der aktuellen Impfquote die epidemische Lage am 25. November 2021 als bundesweite Ausnahmeregelung auslaufen und beendet werden, wurde Spahn "Bild" zufolge von Teilnehmern zitiert. "Damit wird ein seit dem 28. März 2020 und damit mithin seit fast 19 Monaten bestehender Ausnahmezustand beendet."

Der Bundestag hatte die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" Ende August für weitere drei Monate verlängert. Sie läuft automatisch aus, wenn sie vom Parlament nicht erneut verlängert wird. Die "epidemische Lage" gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, um Verordnungen zu Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstands- und Kontaktbeschränkungen oder zur Impfstoffbeschaffung zu erlassen.

15.52 Uhr: Bislang 591 Millionen EU-Covid-Zertifikate ausgestellt

Seit dem offiziellen Start des EU-Impfnachweises Anfang Juli sind der EU-Kommission zufolge 591 Millionen Zertifikate ausgestellt worden. "Das digitale Covid-Zertifikat der EU ist ein Symbol für ein offenes und sicheres Europa", teilte die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides am Montag in Brüssel mit. Die Einführung der international anerkannten Zertifikate sei ein Beispiel für gute Zusammenarbeit in der EU.

Mit dem digitalen Zertifikat können EU-Bürger europaweit Impfungen, Tests und Genesungen nachweisen. Vom Sommerurlaub bis zu kleineren Ausflügen in benachbarte Länder können so viele Freizeitaktivitäten vereinfacht werden. Laut der Brüssler Behörde hat vor allem die Luftfahrt- und Reisebranche von dem Nachweis profitiert.

43 Länder von vier Kontinenten seien mittlerweile an die nötige Technik angeschlossen - weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Der Kommission zufolge haben insgesamt 60 Drittstaaten ihr Interesse bekundet, ebenfalls die EU-Zertifikate nutzen zu wollen. Die Regeln, wofür Nachweise gebraucht werden, unterscheiden sich von Land zu Land. So können Reisende mit einem Nachweis, etwa über eine Impfung, mancherorts nicht nur eine Quarantäne nach Ankunft vermeiden. In 20 der 27 EU-Staaten werden sie auch abseits des Reisens, etwa für Besuche von Restaurants, Clubs oder Kulturveranstaltungen, benötigt.

15.10 Uhr: 180 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Sachsen weiter an. Das Gesundheitsministerium in Sachsen hat am Montagnachmittag 180 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Allerdings liegen die Zahlen zu Wochenanfang aufgrund weniger Testungen und Arztbesuche am Wochenende oft vergleichsweise niedrig. Am Montag vor einer Woche war das Infektionsniveau mit 183 neuen Fällen in etwa gleich hoch. Die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat ist aktuell auf 308.028 gestiegen. Zudem wurde ein weiterer Todesfall gemeldet. In Sachsen sind damit seit Beginn der Pandemie im März 2020 10.247 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Sachsen von 113,8 am Sonntag auf jetzt 123,3.

Unterdessen nimmt auch die Zahl der Corona-Patienten in sächsischen Krankenhäusern zu. Nach einer Übersicht des Gesundheitsministeriums vom Montag waren 248 Betten auf den Normalstationen mit Covid-19-Patienten belegt, auf den Intensivstationen waren es 105. Damit sind die Intensivstationen in den Kliniken laut Behörde zu gut 55 Prozent ausgelastet. Zum Vergleich: Am Montag vor einer Woche (11. Oktober) wurden auf den Normalstationen 183 Corona-Patienten behandelt, auf den Intensivstationen waren es 79.

14.32 Uhr: Frau ohne Maske randaliert in Berliner Bus

Eine Frau soll in einem Berliner Linienbus die Maskenpflicht missachtet und randaliert haben. Die 45-Jährige habe sich am Sonntagabend auf der Fahrt durch Reinickendorf lauthals über die Maskenpflicht beschwert, den Fahrer beleidigt und bedroht sowie gegen die Scheiben geschlagen, teilte die Polizei mit. Zuvor habe der Fahrer sie aufgefordert, eine Maske anzulegen.

Als Polizeibeamte an der Haltestelle Konradshöher Straße eintrafen, habe die augenscheinlich stark betrunkene Frau weder ihre Personalien herausgeben noch einen Alkoholtest machen wollen und nach den Beamten getreten, hieß es am Montag. Die Beamten hätten sie festgenommen und eine Blutentnahme angeordnet. Gegen sie wird nun wegen Beleidigung, Bedrohung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Hausfriedensbruchs und wegen des Verstoßes gegen die Einschränkungen zum Schutz vor der Corona-Pandemie ermittelt.

14.09 Uhr: Ex-US-Außenminister Colin Powell an Covid-19 gestorben

Der ehemalige US-Außenminister Colin Powell ist tot. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Familie. Demnach starb der langjährige Republikaner an Covid-19. Powell war von 2001 bis 2005 Außenminister unter Präsident George W. Bush.

Die Familie des Verstorbenen berichtete in einem Facebook-Post, dass Powell zweifach geimpft war.

13.33 Uhr: Europäische Kommission will EU-Haushaltsregeln vereinfachen

Nach der Aufnahme von Rekordschulden in der Corona-Pandemie möchte die Europäische Kommission die Haushaltsregeln für EU-Länder vereinfachen. Das geht aus einem Entwurf für ein Papier hervor, mit der die Brüsseler Behörde am Dienstag eine Reformdebatte anstoßen will. In dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag, fordert die Kommission "einfachere fiskalische Regeln" und eine "bessere Umsetzung". Eine umfangreiche Überarbeitung der Regeln, wie sie einige EU-Länder gefordert hatten, wird nicht explizit erwähnt.

Die Flexibilität der Regeln habe eine zeitgemäße Antwort auf die Corona-Krise erlaubt, schreibt die Kommission. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde im vergangenen Jahr ausgesetzt, da die Länder enorme Schulden aufnehmen mussten, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Der Pakt sieht vor, dass EU-Länder nicht mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung an Schulden aufnehmen. Haushaltsdefizite sollen bei 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedeckelt werden. Der Pakt soll zum Jahr 2023 wieder in Kraft treten. Die durchschnittliche Schuldenquote in der EU lag 2020 allerdings bei 92 Prozent, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Mit dem Papier startet die Kommission eine Befragung von Beteiligten und Experten, wie die Haushaltsregeln angepasst werden sollten.

12.48 Uhr: Italienische Polizei löst Protest gegen Corona-Pass auf

In Italien gelten seit dem 15. Oktober in der Arbeitswelt verschärfte Regeln. Arbeitnehmer müssen bei ihrem Arbeitgeber einen sogenannten Grünen Pass vorlegen. Ohne den Nachweis einer Corona-Impfung, eines negativen Tests oder einer Genesung von der Krankheit geht nichts mehr.

Tagelang hatten Menschen im Hafen der norditalienischen Stadt Triest gegen das Corona-Zertifikat protestiert. Am Montag hat die Polizei mit der Räumung von Blockaden begonnen. Polizeibeamte mit Helmen und Schildern sowie Wasserwerfer stellten sich vor dem Hafen auf. Es kam zu Rangeleien mit den Ordnungskräften, die die Protestierenden zurückdrängte. Auch Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Die Entscheidung der Regierung für die Ausweitung des Corona-Zertifikats auf die Arbeit hatte am Samstag vor einer Woche in der Hauptstadt Rom bereits zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei geführt.

In Deutschland gibt es zu diesem Szenario eine Diskussion. Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach warnte in einem Interview mit Sächsische.de davor.

12.37 Uhr: Impfquote in Deutschland liegt nun bei 65,8 Prozent

In Deutschland sind fast 54,7 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft. Das sind 65,8 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervorgeht. Von den Erwachsenen sind demnach 76,3 Prozent vollständig geimpft. Bei den über 60-Jährigen sind es 84,8 Prozent. Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren sind zu 38,6 Prozent vollständig geimpft, 44,2 Prozent haben mindestens eine Spritze erhalten. Von Montag vergangener Woche bis Sonntag wurden der RKI-Statistik zufolge rund 877.000 Impfungen verabreicht, das sind im Schnitt rund 125.300 pro Tag.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte. Eine Auffrischungsimpfung haben laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums knapp 1,3 Millionen Menschen in Deutschland bekommen.

12.09 Uhr: EU hat eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen exportiert

Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert. "Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. Der Impfstoff sei seit Dezember 2020 in mehr als 150 Länder geliefert worden - unter ihnen Japan, die Türkei, Großbritannien und Brasilien. Etwa 87 Millionen Dosen seien über die UN-Initiative Covax an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gegangen.

"Wir haben unsere Impfstoffe stets fair mit dem Rest der Welt geteilt", betonte von der Leyen. "Wir haben genauso viel exportiert, wie wir für die Bürgerinnen und Bürger der EU bereitgestellt haben." Angesichts zunächst knappen Impfstoffs und teils ausfallender Lieferungen hatte die EU Anfang Februar 2021 eine Exportkontrolle von Corona-Impfstoffen eingeführt und diese im März verschärft. So kann die Ausfuhr in bestimmten Fällen untersagt werden. Dies ist jedoch fast nie geschehen. Von der Leyen bekräftigte nun, dass die EU in den kommenden Monaten mindestens 500 Millionen Impfdosen an besonders gefährdete Länder spenden werde. "Aber auch andere Länder sind gefordert."

11.38 Uhr: Feuer für die Olympischen Winterspiele entfacht

Das olympische Feuer für die Winterspiele in Peking brennt. Die Flamme wurde am Montag mit Hilfe eines Hohlspiegels und der Sonnenstrahlen in der antiken Stätte von Olympia entfacht, wie das griechische Staatsfernsehen ERT zeigte. Wegen der Corona-Pandemie wird es in Griechenland keinen langen Fackellauf geben. Das olympische Feuer wird in der Nacht zum Dienstag auf der Akropolis von Athen bleiben. Die Übergabe an die chinesischen Organisatoren wird am Dienstag im alten Panathinaikon-Stadion - Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 - stattfinden, teilte das griechische Olympische Komitee mit.

11.19 Uhr: EU-Parlamentspräsident Sassoli wegen Fieber nicht in Straßburg

EU-Parlamentspräsident David Sassoli kann diese Woche krankheitsbedingt nicht persönlich an der Parlamentstagung in Straßburg teilnehmen. "Der Präsident konnte nicht anreisen, nachdem er am Wochenende Fieber bekommen hatte", teilte sein Sprecher am Montag mit. Die Sitzungen des Präsidiums sowie mit den Fraktionschefs werde der Italiener aus der Ferne leiten.

Der 65-Jährige erholt sich derzeit in Rom von einer Lungenentzündung, wie eine Sprecherin sagte. Corona-Tests seien negativ ausgefallen. Vor rund einem Monat war Sassoli wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden.

10.57 Uhr: Wolfsburg-Torjäger Weghorst mit Coronavirus infiziert

Torjäger Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das gab der Fußball-Bundesligist am Montag bekannt. Der 29 Jahre alte Niederländer wird dem VfL deshalb auf jeden Fall am Mittwoch im wichtigen Champions-League-Spiel beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg fehlen.

Nach Angaben der Wolfsburger habe Weghorst am Sonntagmorgen nach der 0:2-Niederlage bei Union Berlin über Symptome geklagt. Anschließend wurde er positiv auf das Coronavirus getestet. Der Stürmer befindet sich seitdem in Quarantäne. Alle anderen Tests bei Spielern, Trainern und Betreuern waren nach Angaben des Clubs sowohl am Sonntag als auch am Montag negativ.

Wolfsburgs Wout Weghorst wurde positiv auf Corona getestet.
Wolfsburgs Wout Weghorst wurde positiv auf Corona getestet. © Swen Pförtner/dpa

10.31 Uhr: Bundesverfassungsgericht: Keine Befangenheit im Corona-Verfahren

Das Bundesverfassungsgericht hat Befangenheitsvorwürfe im Zusammenhang mit der Corona-Notbremse wegen eines Abendessens mit Mitgliedern der Bundesregierung dementiert. Ein Ablehnungsgesuch gegen Gerichtspräsident Stephan Harbarth und die Richterin Susanne Baer wurde nach Angaben vom Montag als unbegründet zurückgewiesen. (Az. 1 BvR 781/21, Beschluss vom 12. Oktober 2021)

Das Treffen in Berlin hatte am 30. Juni stattgefunden. An dem Abendessen mit der Kanzlerin nahmen alle 16 Verfassungsrichterinnen und -richter und die meisten Bundesministerinnen und -minister teil, wie in der Regierungsantwort auf eine frühere AfD-Anfrage steht.

Das Ablehnungsgesuch hatte laut "Welt am Sonntag" der Berliner Anwalt Niko Härting gestellt, der nach eigenen Angaben ein Verfahren für Abgeordnete der Freien Wähler vor dem Verfassungsgericht führt. Er schrieb Ende September auf Twitter, Harbarth habe Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) Gelegenheit gegeben, die Bundes-Notbremse zu erläutern. Auch Baer habe zum Thema gesprochen. Gleichzeitig wolle das Gericht auf eine Verhandlung zur Notbremse verzichten. Dies wecke Zweifel an der Unvoreingenommenheit. Das Gericht hatte mitgeteilt, voraussichtlich schriftlich zu entscheiden, damit es schneller gehe.

Das Gericht erklärte: "Treffen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen dem Bundesverfassungsgericht und der Bundesregierung als solche, damit auch das hier fragliche Treffen vom 30. Juni 2021, sind ein zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeigneter Grund." Dass Harbarth an der Auswahl des Themas "Entscheidung unter Unsicherheiten" ohne inhaltliche Positionierung, wie damit rechtlich umzugehen sei, beteiligt gewesen sei, spreche nicht für eine möglicherweise fehlende Unvoreingenommenheit. Auch habe sich Lambrecht nicht zu konkret anhängigen Verfahren geäußert.

Wegen des Treffens hatte auch schon die AfD den Richtern Befangenheit vorgeworfen - in einem Verfahren zu Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Thüringen-Wahl. Das Gericht hatte diesen Antrag im Juli mit der Begründung zurückgewiesen, die regelmäßigen Treffen seien Ausdruck des Respekts zwischen den Verfassungsorganen. Das Gericht sei permanent mit Verfahren befasst, die das Handeln der Regierung beträfen. Würde ein Treffen Zweifel an der Unvoreingenommenheit begründen, wäre ein Austausch unmöglich. Ein solches Misstrauen widerspreche auch "dem grundgesetzlich und einfachrechtlich vorausgesetzten Bild des Verfassungsrichters".

10.15 Uhr: In Großbritannien fehlen die Türsteher

Der britischen Club-Branche fehlen derzeit die Türsteher. "Wenn der Mangel größer wird, kann das zu einer Bedrohung für die öffentliche Sicherheit werden", sagte der Chef der Night Time Industries Association, Michael Kill, wie der Sender Sky News am Montag berichtete. Während der Pandemie, als Clubs und Bars für viele Monate geschlossen blieben, hätten viele die Branche verlassen und sich Jobs mit angenehmeren Arbeitszeiten gesucht.

"Auch der Brexit hat nicht geholfen, auch wenn er nicht der einzige Faktor ist, der hier eine Rolle spielt", sagte Kill. Viele Arbeitskräfte aus der EU haben das Vereinigte Königreich während der Pandemie verlassen. Neue Brexit-Visaregeln führen nun dazu, dass die wenigsten zurückkehren. Das führt in etlichen Branchen zu Problemen, am drastischsten waren bislang die Auswirkungen fehlender Lastwagenfahrer, die zu leeren Supermarktregalen und ausgetrockneten Tankstellen führten.

Der Night Time Industries Association zufolge hatten bis zum vergangenen Monat rund einer von fünf Club- oder Gastronomiebetrieben in Großbritannien geschlossen oder die Öffnungszeiten eingeschränkt, weil es an Sicherheitspersonal fehlte.

Peter Marks, Chef von Rekom UK, der mehrere britische Clubketten betreibt, berichtete von steigenden Kosten, die der Branche durch höhere Löhne, Energiepreise und der wieder höheren Mehrwertsteuer entstanden seien. "Die Kosten sind um rund 15 Prozent gestiegen", sagte Marks dem Sender Sky News.

9.36 Uhr: Pilger beten in Mekka wieder ohne Abstandsregeln

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. Nach entsprechenden Lockerungen fänden die Gebete dort jetzt wieder „normal“ statt, teilte das staatliche Kommunikationszentrum am Sonntag mit. Auf Fotos waren Hunderte Pilger in weißen Gewändern zu sehen, die beim Gebet Schulter an Schulter im Hof der Moschee stehen. Auch Aufkleber am Boden zur Einhaltung von Abstandsregeln wurden entfernt. Die berühmte Moschee darf seit Sonntag wieder bei voller Kapazität öffnen.

Seit Sonntag gelten im Land auch in anderen Lebensbereichen deutliche Lockerungen mit Blick auf Corona. Menschen müssen in dem Königreich im Freien künftig keinen Mundschutz mehr tragen, in geschlossenen Räumen gilt diese Pflicht aber weiterhin. Mit Blick auf zulässige Kapazitäten kehrt auch in Restaurants, Kinos, Hochzeitsstätten und im öffentlichen Nahverkehr für Geimpfte wieder Normalität ein. In Saudi-Arabien sind rund 60 Prozent der 34 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Muslimische Pilger umrunden im Innenhof der Heiligen Moschee die Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islams. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden.
Muslimische Pilger umrunden im Innenhof der Heiligen Moschee die Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islams. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. © Amr Nabil/AP/dpa

8.55 Uhr: Gastgewerbe weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

Das Gastgewerbe in Deutschland ist trotz besserer Geschäfte im Ferienmonat August weiterhin deutlich vom Vorkrisenniveau entfernt. Gastronomen und Hoteliers verbuchten sowohl preisbereinigt (plus 5,9 Prozent) als auch nominal (plus 6,4 Prozent) einen Umsatzzuwachs gegenüber Juli, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 stiegen die Erlöse preisbereinigt (real) um 5,9 Prozent. Damit lag der Umsatz real aber noch 16,2 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

Von Januar bis einschließlich August 2021 lagen die Umsätze preisbereinigt (real) um 22,2 Prozent unter dem Niveau der ersten acht Monate 2020, nominal beträgt das Minus 20,0 Prozent. Das liegt auch daran, dass zu Jahresbeginn 2020 vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland Hotels und Gaststätten noch fast drei Monate lang uneingeschränkt geöffnet waren.

8.28 Uhr: Sachsens Corona-Inzidenz steigt deutlich - Zweithöchste im Bund

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen geht weiter steil nach oben. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montagmorgen 123,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das war nach Thüringen (138,9) der bundesweit zweithöchste Wert. Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 113,8. Bundesweit gab das RKI den Wert mit 74,4 an. Besonders hoch war die Ansteckungsrate in Mittelsachsen (213,9), am niedrigsten im Vogtlandkreis (42,4).

7.57 Uhr: Keine Maskenpflicht mehr bei innerskandinavischen Flügen

Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen.

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"Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen", sagte die Sprecherin Silje Brandvoll jüngst dem norwegischen Rundfunk. Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auf dem Flughafen Gardermoen bei Oslo wurde die Maskenpflicht bereits am Freitag aufgehoben.

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