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Deutschland & Welt

Bundesweite Corona-Inzidenz steigt auf 100

Höchster Sieben-Tage-Wert seit Mai, mehr als 1.700 Neuinfektionen in Sachsen, Länder weiter für einheitliche Corona-Regeln - unser Newsblog.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auf dem höchsten Stand seit Mai.
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auf dem höchsten Stand seit Mai. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

9.33 Uhr: Karliczek fordert internationale Zusammenarbeit bei Gesundheit

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor dem Beginn der Gesundheitskonferenz "World Health Summit" an diesem Sonntag zur weltweiten Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich aufgerufen. "Nur dann werden wir die Corona-Pandemie überall auf der Welt endgültig überwinden und, und das ist noch viel wichtiger, für aufkommende Gesundheitsnotfälle besser vorbereitet sein", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum nehme die Gefahr von neuen Pandemien stetig zu. "Die Corona-Pandemie wird also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die letzte schwere globale Infektionswelle sein", sagte Karliczek.

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Sie sprach sich für eine breite Förderung von Wissenschaft und Forschung aus. Dies schaffe die Grundlagen dafür, dass die Welt noch effektiver reagieren könne, wenn eine ähnliche Herausforderung erneut entstehe.

Der dreitägige "World Health Summit" mit Vorträgen und Diskussionsrunden findet in Berlin und online statt. Zum Auftakt am Sonntag werden Reden von UN-Generalsekretär António Guterres, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) erwartet.

8.52 Uhr: Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

Österreichs Regierung erhöht in der Corona-Krise mit einer drastischen Drohkulisse den Druck auf ungeimpfte Menschen. Bei einer dramatischen Verschärfung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen, sagte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitagabend nach einer Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

"Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", sagte der Regierungschef. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine Signalwirkung dieser Pläne. Es gebe noch zu viele "Zögerer und Zauderer", sagte Schallenberg mit Blick auf die Impf-Skeptiker.

Noch ist die Lage auf den Intensivstationen Österreichs trotz des jüngsten deutlichen Anstiegs bei der Zahl der Neuinfektionen weitgehend stabil. Aktuell sind rund 220 Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Sollte diese Zahl auf 600 steigen, dann wäre die fünfte und letzte Stufe des Stufenplans mit den massiven Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte erreicht. "Wir sind derzeit bei Stufe eins, wir schauen damit sehr weit in die Zukunft", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 230 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche.

8.05 Uhr: Corona-Inzidenz erstmals seit Mai wieder dreistellig

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit exakt 100,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 95,1 gelegen, vor einer Woche bei 70,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.31 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.949 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.452.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.200.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.077.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.10 Uhr: Studie der TU Dresden zeigt: Kinder haben auch Long Covid

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt davor, eine Corona-Infektion mit möglichen Risiko von Langzeitfolgen (Long Covid) auf die leichte Schulter zu nehmen. Eine Studie der TU Dresden in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut und Krankenkassen würde zeigen, dass auch Kinder mit lang anhaltenden Beschwerden einer Covid-19-Erkrankung zu tun haben, twitterte Lauterbach. Die Studie würde nächste Woche veröffentlicht.

Vor wenigen Tagen nannte Lauterbach den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Corona-Notlage in Deutschland zu beenden ein "falsches Signal". "Es klingt nach "Freedom Day" durch den Minister", schrieb er bei Twitter. Der Begriff "Freedom Day" stammt aus England, wo am 19. Juli die Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben wurden. Der Winter werde als Covid-Problem unterschätzt, sagte Lauterbach. Es brauche mehr Erfolg beim Impfen, eine sinkende Inzidenz, und einen Schutz der Kinder. "Nach Erfolg kann der Bundestag die Epidemie beenden."

20.08 Uhr: Wie kommt Opa Christian zu seiner Corona-Impfung?

Christian Reichelt aus Ebersbach ist 88 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Er kann nicht gehen und nicht stehen, ist auf das Hilfsmittel angewiesen. Seine Familie kümmert sich um den Rentner, er wohnt bei seiner Tochter im Einfamilienhaus - allerdings in der oberen Etage. Und deshalb ist es bisher nicht gelungen, ihn zu einem mobilen Impftermin zu bringen. Denn er würde sich gern gegen Corona impfen lassen. Das wäre zwar mithilfe eines Kranken-Transport-Dienstes möglich. Da gibt es etliche Anbieter in der Region. Aber niemand will die Kosten dafür übernehmen, schildert seine Tochter. Die Krankenkasse habe es abgelehnt.

Seit Monaten versucht die Familie Hilfe zu bekommen - bisher vergeblich.

Der 88-jährige Christian Reichelt und seine Tochter Dagmar Kaulfuß. Er würde sich gern die Corona-Schutzimpfung holen, kommt aber aufgrund seiner Gehbehinderung nicht zum Impftermin.
Der 88-jährige Christian Reichelt und seine Tochter Dagmar Kaulfuß. Er würde sich gern die Corona-Schutzimpfung holen, kommt aber aufgrund seiner Gehbehinderung nicht zum Impftermin. © Matthias Weber

19.10 Uhr: Italien: Corona-Inzidenz wieder leicht gestiegen

In Italien ist der Corona-Inzidenzwert wieder leicht gestiegen. Stand Donnerstag lag der Wert je 100.000 Einwohner für die vorangegangenen sieben Tag landesweit bei durchschnittlich 34 Fällen, wie das Gesundheitsministerium in seinem wöchentlichen Corona-Lagebericht am Freitag in Rom mitteilte. In der Vorwoche ermittelten die Experten für den Sieben-Tage-Inzidenzwert noch 29 Fälle je 100.000 Einwohner. Zuvor war der Wert von Woche zu Woche gesunken.

Einen Anlass zur Beunruhigung sahen die Gesundheitsexperten darin nicht. Die Pandemie sei in Italien immer noch unter Kontrolle, erklärte Silvio Brusaferro. Die Ausbreitung des Virus sei beschränkter als in anderen Ländern. Am Freitag meldeten die Behörden fast 3.900 Corona-Neuinfektionen und rund 40 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Knapp 82 Prozent der Menschen über zwölf Jahren waren Stand Freitagabend gegen Covid-19 durchgeimpft.

18.01 Uhr: Spahn verteidigt Vorstoß zu Ende der "epidemischen Lage"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinen Vorstoß für eine Beendigung der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweite verteidigt. Es gehe darum, nach 19 Monaten einen Ausnahmezustand zu beenden, sagte der CDU-Politiker im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Befugnisse der Bundesregierung sollten dadurch in einen Normalzustand zurückgeführt werden. Spahn betonte, das Ende der epidemischen Lage bedeute keinen "Freedom Day" oder das Ende aller Maßnahmen. Man brauche weiterhin einen Zustand besonderer Vorsicht sowie 3G-Regelungen im Innenraum oder die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Dies könne aber auch ohne den Ausnahmezustand der sogenannten epidemischen Lage von nationaler Tragweite geregelt werden. Dafür müsse entweder die bundesgesetzliche Regelungskompetenz geändert werden, oder die Landtage müssten entsprechende Befugnisse auf Landesebene beschließen, sagte Spahn.

Bei ihrer Jahrestagung in Königswinter suchten die Ministerpräsidenten der Länder, einen Flickenteppich zu verhindern - auch angesichts steigender Infektionszahlen.
"Wenn jedes Land das selbst festlegen muss, führt das zu Verwerfungen", mahnte NRW-Regierungschef Armin Laschet.

17.10 Uhr: Thüringer Impfstellen schließen zum Jahresende

Mit Blick auf die Feiertage im Dezember rufen das Thüringer Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung des Landes (KVT) nachdrücklich zum Impfen gegen das Corona-Virus auf. Wer sich bis zum 18. November das erste Mal immunisieren lasse, erreiche mit einem zweiten Termin bis zum 9. Dezember noch rechtzeitig zu Heiligabend vollständigen Impfschutz, heißt es in einer am Freitag in Erfurt veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Ähnlich verhalte es sich mit Silvester mit dem 25. November sowie dem 16. Dezember als Stichtagen.

Die aktuelle Thüringer Impfquote reiche noch nicht, um sicher durch den Herbst und den Winter zu kommen, warnte Sozialministerin Heike Werner (Linke). Vor der Schließung der Impfstellen zum Jahresende müsse jetzt der große Endspurt beginnen. Jeden Samstag seien Immunisierungen in den Impfstellen für die ganze Familie ohne Termin möglich.

16.35 Uhr: 1.729 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Sachsen weiter an. Das Gesundheitsministerium hat am Freitagnachmittag 1.729 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche war das Infektionsniveau mit 931 neuen Fällen pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen allerdings deutlich niedriger. Die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat ist aktuell auf 313.661 gestiegen. Zudem wurden neun weitere Todesfälle gemeldet. In Sachsen sind damit seit Beginn der Pandemie 10.276 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Sachsen von 128,9 am Donnerstag auf jetzt 142,5.

In Sachsen werden mit Stand Freitag 348 Patienten wegen Covid-19 auf Normalstationen behandelt. Auf Intensivstationen im Freistaat liegen 122 Covid-Patienten. Die Vorwarnstufe gilt, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Der kritische Belastungswert bei den Krankenhausbetten auf Normalstationen liegt bei 1.300 mit Covid-19-Patienten belegten Betten und für die Intensivstationen beträgt dieser kritische Wert 420.

15.57 Uhr: Nadija Sawtschenko mit gefälschtem Impfzertifikat erwischt

Der ehemals in Russland inhaftierten ukrainischen Nationalheldin Nadija Sawtschenko droht in ihrer Heimat eine Haftstrafe. Die 40-Jährige wurde in Kiew mit einem gefälschten Covid-19-Impfzertifikat erwischt, wie Innenminister Denys Monastyrskyj am Freitag bestätigte. Sie sei mit ihrer Schwester aus der Türkei mit einem Flugzeug eingereist. Beide müssen nun mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe rechnen.

Sawtschenko selbst äußerte sich zunächst nicht dazu. Ein Impfzertifikat befreit in der Ukraine von einer Quarantäne nach der Einreise.

Sawtschenko geriet 2014 bei Kämpfen im ostukrainischen Gebiet Luhansk gegen prorussische Separatisten in Gefangenschaft und wurde an Russland übergeben. Dort wurde die Ex-Berufssoldatin in einem international beachteten Prozess wegen Mordes zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt. 2016 kam die Ex-Parlamentsabgeordnete nach einem Gefangenenaustausch schließlich wieder frei.

15.18 Uhr: Tino Chrupalla positiv auf Covid-19 getestet

Der Vorsitzende der Bundes-AfD und Bundestagsabgeordneter aus dem Landkreis Görlitz, Tino Chrupalla, soll positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Das berichten mehrere Medien, unter anderem der Spiegel, mit Bezug auf die Pressestelle der AfD im Bundestag.

Demnach befinde sich Chrupalla derzeit in häuslicher Quarantäne und wird demnach am kommenden Dienstag bei der konstituierenden Sitzung des Bundestages fehlen. Ob Chrupalla sich gegen das Coronavirus impfen lassen hat, ist nicht öffentlich bekannt.

Tino Chrupalla
Tino Chrupalla © dpa

14.28 Uhr: Bundesländer fordern einheitliche Pandemieregelung

Die Bundesländer haben sich gegen ein Ende des Corona-Ausnahmezustands schon Ende November ausgesprochen. Man brauche weiterhin Vorsicht und Mechanismen, um die Corona-Pandemie bekämpfen zu können, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU), am Freitag nach Beratungen der Bundesländer in Königswinter. Die Länder bräuchten eine "sichere Rechtsgrundlage, damit auch niedrigschwellige Basismaßschutzmaßnahmen in den kommenden Herbst- und Wintermonaten möglich sind", ergänzte er.

Damit stellen sich die Bundesländer gegen den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der ein Auslaufen der sogenannten epidemischen Lage in Aussicht gestellt hatte. Die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" war in der Corona-Pandemie die Voraussetzung für die Maßnahmen zur Eindämmung einer Verbreitung des Virus. Dazu gehörten etwa die Kontaktbeschränkungen und Versammlungsverbote. Die epidemische Lage muss vom Bundestag beschlossen werden und gilt dann für längstens drei Monate. Der aktuelle Beschluss reicht bis zum 24. November.

13.27 Uhr: Gesundheitsministerium: Ball bei epidemischer Lage liegt im Parlament

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant nach Angaben eines Ministeriumssprechers keinen Vorstoß für eine weitere bundesweite Regelung nach einem möglichen Auslaufen der nationalen Corona-Notlage. "Der Ball liegt jetzt nicht bei uns im Haus, sondern in den Fraktionen und im Parlament", sagte der Sprecher am Freitag in Berlin. Spahn habe betont, dass er fachlich beratend zur Seite stehe, wenn das gewünscht sei.

Der Minister hatte sich dafür ausgesprochen, die Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite nicht über den 25. November hinaus fortzusetzen. Diese Feststellung ist die Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Zwar haben die Länder auch die Möglichkeit, solche Maßnahmen über Beschlüsse ihrer Landesparlamente aufrechtzuerhalten. In den Ländern wird aber vor einem "Flickenteppich" und damit verbundener mangelnder Akzeptanz gewarnt.

Gefragt nach der aktuellen Lage in den Krankenhäusern und auf Intensivstationen verwies der Ministeriumssprecher auf den aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts. "Wir beobachten momentan (...) auf allen Ebenen mit dem Ansteigen der Infektionszahlen eine Verschärfung der Situation". Gleichwohl bewege man sich weiterhin in etwa auf einem Plateau, "wo man noch keine erhöhte Dynamik ableiten kann".

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12.54 Uhr: Kroatien und Bulgarien ab Sonntag Hochrisikogebiete

Mit Kroatien und Bulgarien stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher sind Rumänien, Litauen und Slowenien die einzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die das gilt.Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Neben Kroatien und Bulgarien kommen am Sonntag auch Kamerun, Singapur und die Republik Kongo hinzu. Gestrichen werden Kenia, Kosovo, Irak und Honduras.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

12.24 Uhr: Namen von Ungeimpften in türkischem Dorf über Moschee ausgerufen

Um mehr Menschen zur Impfung gegen das Coronavirus zu bewegen, haben Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in der Türkei zu fragwürdigen Mitteln gegriffen. In einem Dorf in der östlichen Provinz Mus seien die Namen der nicht oder nicht vollständig Geimpften über die Lautsprecher der dortigen Moschee ausgerufen und zur Impfung aufgefordert worden. Das berichtete das türkische Nachrichtenportal Ntv am Freitag. In der gesamten Provinz seien zudem Gesundheitsteams unterwegs, die von Tür zu Tür gingen und für eine Impfung werben.

Auch in der Türkei gilt keine generelle Impfpflicht. Derzeit meldet das Gesundheitsministerium täglich rund 30.000 Neuinfektionen landesweit. In der Provinz Mus sind offiziellen Angaben zufolge bisher etwa 57 Prozent der über 18-Jährigen geimpft. Zuletzt waren auf 100.000 Einwohner 180 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche registriert worden. Betrachtet man die restlichen türkischen Provinzen, liegt Mus damit im Mittelfeld.

11.59 Uhr: Corona-Ausbruch an Schule nach Zirkusaufführungen

Nach Zirkusaufführungen in der Freien Waldorfschule in Freiburgs Stadtteil St. Georgen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Für einen großen Teil der Schüler gilt nun Fernlernunterricht. Bis Donnerstag wurden 44 Fälle registriert, darunter 30 Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft und 13 Folgefälle in Familien und bei Besuchern, wie das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald am Freitag bestätigte. Bislang seien keine schweren Verläufe bekannt. Der Ausbruch wird auf mehrere Zirkusaufführungen zurückgeführt, die zwischen dem 8. und 10. Oktober in der Schule veranstaltet wurden.

Nach Angaben der Behörde fanden die Veranstaltungen mit einem 3G-Konzept statt. Sie geht von einer Aerosolbildung während der Veranstaltungen aus. Insgesamt könnten 1.500 Zuschauer betroffen sein. Nach Informationen der "Badischen Zeitung" trugen Schüler auf der Bühne und einige Zuschauer keine Maske; der Schule zufolge hatten einige Zuschauer ein gesundheitliches Attest.

11.22 Uhr: Fast 70 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Fast 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Das sind knapp 57,4 Millionen Menschen (69,1 Prozent), wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. 66,1 Prozent der Gesamtbevölkerung (54,9 Millionen Menschen) ist inzwischen vollständig geimpft. Am Donnerstag wurden in Deutschland rund 192.700 Dosen verabreicht.

Bei aktuell im Mittel rund 124.400 Impfungen pro Tag wird laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums im Schnitt rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte.

10.51 Uhr: Länder-Mehrheit für rechtliche Absicherung von Corona-Schutz in Sicht

In der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zeichnet sich nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden Michael Müller (SPD) eine Mehrheit für eine weitere rechtliche Absicherung der Corona-Schutzmaßnahmen ab. "Ich gehe davon aus, dass es - vielleicht nicht ganz einstimmig - aber doch eine große Mehrheit gibt der Länderkollegen, die sagen: Ja, genau das brauchen wir - mindestens eine Übergangsregelung", sagte Berlins scheidender Regierender Bürgermeister am Freitag in einem ARD-Interview.

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beenden am Freitag auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn ihre Jahrestagung. Müller sagte vor Beginn der Beratungen, man habe in der Corona-Pandemie insbesondere durch den Impffortschritt viel erreicht. "Nur: Wir können uns nicht zurücklehnen." Das sehe man auch im internationalen Vergleich.

Bisher habe es mit der Bundesbeschlussfassung einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für alle Länder gegeben. "Und insofern haben wir gesagt, in den letzten Monaten und auch jetzt: Es ist gut, dass wir gerade in der Situation vor dem Winter weiter diesen Rechtsrahmen haben, der allen gleichermaßen eben ermöglicht, die Maßnahmen, die wir für sachgerecht halten, auch umsetzen zu können."

Die MPK habe jetzt einen Vorschlag formuliert und werde darüber am Freitag noch weiter beraten. Darin werde festgehalten, dass man nicht von heute auf morgen einen Ausstieg aus der Beschlusslage wolle, sondern sich zumindest Übergangsmaßnahmen wünsche oder zumindest bestimmte einzelne Maßnahmen auf Bundesebene, die es ermöglichten, mit den Abstands- und Hygieneregeln, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen weiterarbeiten zu können.

10.24 Uhr: IfW erwartet hohe Kosten für ungeimpfte Corona-Patienten

Für die stationäre Behandlung ungeimpfter Corona-Patienten erwarten Wissenschaftler des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Winter stark steigende Kosten. Diese wären bei einer höheren Impfquote vermeidbar, wie das Institut mitteilte. Im Winter drohen den Berechnungen zufolge Ausgaben von rund 180 Millionen Euro pro Woche für die Krankenhausbehandlung von Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung.

Seit August liege der Anteil ungeimpfter Personen an den stationären Corona-Behandlungen bei durchschnittlich fast 85 Prozent. Die Behandlungskosten pro Patient betragen nach Angaben der AOK durchschnittlich 10.200 Euro. Damit ergeben sich nach der Berechnung der Kieler Wissenschaftler für die Monate August und September 2021 Ausgaben von mehr als 160 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von ungeimpften und an Corona erkrankten Erwachsenen. Unter Einbeziehung von erwarteten Nachmeldungen durch das Robert Koch-Institut (RKI) steige die Summe auf rund 180 Millionen Euro.

Im Winter könnten die Ausgaben auf 180 Millionen Euro pro Woche steigen, sollte die Impfquote nicht zulegen und die Prognose des RKI von einer 7-Tage-Inzidenz von 400 pro 100.000 Einwohnern eintreten. Die Autoren rechnen auch mit einer Steigerung der durchschnittlichen Behandlungskosten, da die Intensivbetten zunehmend mit Jüngeren belegt werden könnten, die eine höhere Überlebenschance hätten, was die die Behandlungsdauer verlängere.

9.16 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt weiter

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen einen Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche von 142,5. Am Tag davor lag er bei 128,9. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat damit auf den dritten Rang nach Thüringen und Bayern. Den bundesweiten Wert gab das RKI mit 95,1 an.

Die Region mit der höchsten Ansteckungsrate ist der Landkreis Mittelsachsen (219,6). Auch im Erzgebirgskreis (214,8) hat die Inzidenz die Schwelle von 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner wieder überschritten. Am niedrigsten ist der Wert mit 55,8 im Vogtlandkreis.

8.35 Uhr: Sozialgerichte erwarten Klagen wegen "Long Covid"

Die Sozialgerichte in Bayern erwarten eine Corona-Klagewelle - auch wegen der möglichen Spätfolgen einer Infektion. "Long Covid ist ja ein Begriff. Man kann davon ausgehen, dass deswegen Klagen bei den Sozialgerichten eingehen", sagte der Präsident des Landessozialgerichtes, Günther Kolbe, der Münchner "Abendzeitung". "Das Gleiche gilt für die Rentenversicherung, wenn es um die Erwerbsminderung infolge von Long Covid geht. Diese Angelegenheiten werden uns laufend beschäftigen."

Bislang seien im Zusammenhang mit Corona schon viele Verfahren anhängig, sagte Kolbe der Zeitung - "und da wird noch mehr erwartet". In vielen Fällen werde Corona als Berufskrankheit anerkannt. Bundesweit seien das bis August 2021 schon 103.000 Fälle. Außerdem sei Corona in 10.000 Fällen als Arbeitsunfall anerkannt worden. "Diese Fälle werden uns auch in Zukunft beschäftigen, ob ein Versicherungsfall anerkannt ist oder nicht."

8.07 Uhr: Neuseeland ändert Corona-Strategie und setzt 90-Prozent-Impfziel

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante einen neuen Fahrplan im Kampf gegen das Virus angekündigt. Lockerungen der Corona-Einschränkungen sollen in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, teilte die Regierung am Freitag mit.

Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte, sie sei anfangs dagegen gewesen, ein Impfziel zu setzen. Niemand solle zurückgelassen werden. "Die Delta-Variante hat es uns sehr schwer gemacht, unsere Strategie des Ausmerzens beizubehalten. Ihre Tentakel haben unsere Gemeinden erreicht und es schwer gemacht, sie abzuschütteln." Wenn das Impfziel erreicht sei, werde Neuseeland zu einer Strategie "der Minimierung und des Schutzes" übergehen. Bislang greifen schon beim Auftreten weniger Fälle strikte Beschränkungen wie etwa örtliche Lockdowns.

Nach Erreichen des Impfziels solle ein Ampelsystem eingeführt werden, das sich nach der Zahl der Fälle und der Belastung des Gesundheitssystems richte. "Wenn Sie die Dinge tun wollen, die sie lieben, dann müssen sie sich impfen lassen", sagte Ardern. Sie räumte auch ein, dass mit der neuen Strategie mehr Corona-Fälle auftauchen könnten als bisher. Bis Freitag waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft.

7.28 Uhr: Schlagersänger Tony Marshall erholt sich von Covid-Erkrankung

Schlagersänger und Entertainer Tony Marshall (83, "Der letzte Traum") erholt sich im Krankenhaus von einer Covid-Erkrankung. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung und nicht in Intensivbehandlung, bestätigte seine Familie der Deutschen Presse-Agentur. Auch seine Frau Gabriele sei krank gewesen. Während Tony Marshall wegen einer Vorerkrankung aber noch stationär begleitet werde, habe die 83-Jährige die Erkrankung mit mildem Verlauf in häuslicher Pflege auskuriert und sei genesen.

Die drei erwachsenen Kinder des Paares sind "dankbar, dass es diesen Impfschutz gibt, und überzeugt, dass die Infektion ohne Impfung einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können". Dass die Familie die Corona-Infektion öffentlich machte, erklärte sie mit dem medialen Druck der vergangenen Tage. Im Namen des Künstlers dankte die Familie für die Anteilnahme, appellierte jedoch an alle - insbesondere die Medien - Marshall Ruhe und Zeit zur Genesung zuzugestehen.

Der in Baden-Baden geborene Tony Marshall wurde 1971 mit dem Hit "Schöne Maid" berühmt. Er ist ausgebildeter Opernsänger, blieb aber dem Schlager treu.
Der in Baden-Baden geborene Tony Marshall wurde 1971 mit dem Hit "Schöne Maid" berühmt. Er ist ausgebildeter Opernsänger, blieb aber dem Schlager treu. © Uli Deck/dpa (Archiv)

6.51 Uhr: Australiens Bienen-Importe wegen Corona-Pandemie in Gefahr

Australische Bienenzüchter fürchten angesichts der Corona-Pandemie um die Zukunft ihrer Tiere. Auf dem Kontinent gibt es noch keine Varroamilben, die ganze Bienenvölker vernichten können. Folglich haben diese keine Resistenz gegen den Schädling entwickelt. Eine gewisse Abwehr besitzen aber einige europäische Bienenvölker - sie weisen ein sogenanntes VSH-Merkmal ("Varroa Sensitive Hygiene") auf. Um den Genpool der eigenen Bienenvölker zu stärken, importiert Australien Bienenköniginnen aus Europa. Jedoch sorgt die Corona-Pandemie auch für ein Problem: Verzögerungen bei der Post.

"Sie kommen tot an, sie kommen gestresst an oder sie kommen einfach gar nicht an", zitierte der australische Sender ABC zuletzt den Präsidenten des australischen Verbands der Bienenköniginnenzüchter, Richard Sims. Eine Sendung mit 250 Königinnen sei sieben Tage verschollen gewesen, fast alle seien gestorben. Viele Regionen Australiens waren zuletzt monatelang im Corona-Lockdown.

Die importierten Bienen seien extrem wichtig, um die australischen Artgenossen gegen die Milben zu wappnen, auch wenn sie noch nicht dort nachgewiesen wurden. In der Regel hat jeder Bienenstock eine Königin, die als einzige Eier legt. Die europäischen Königinnen mit VSH-Merkmal sollen auf diese Weise widerstandsfähige Bienenvölker schaffen. Arbeiterinnen mit VSH-Merkmal erkennen von der Milbe befallene Bienenbrut und entfernen diesen Nachwuchs. Der Schädlingsbefall wird somit reduziert.

Bienen sind wie in Europa auch für die australische Landwirtschaft sehr wichtig als Bestäuber.
Bienen sind wie in Europa auch für die australische Landwirtschaft sehr wichtig als Bestäuber. © Soeren Stache/dpa (Symbolbild)

6.23 Uhr: EU-Gipfel: Desinformation über Corona-Impfung stärker bekämpfen

Angesichts der teils dramatischen Corona-Lage in einigen EU-Staaten will die EU mehr gegen Impf-Skepsis tun. Insbesondere Desinformationen in sozialen Netzwerken müssten bekämpft werden, hieß es in der Nacht zum Freitag in den Schlussfolgerungen des EU-Gipfels in Brüssel. Zwar hätten die Impfkampagnen in Europa erheblichen Fortschritt gebracht. Dennoch bleibe die Lage in einigen Ländern sehr ernst. In Rumänien etwa lag die 14-Tage-Inzidenz nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zuletzt fast bei 1.000. Nur gut ein Drittel der Rumänen ist vollständig geimpft.

In der Gipfel-Erklärung dringen die Staats- und Regierungschefs zudem darauf, Einreisen in die EU sowie das Reisen innerhalb der Staatengemeinschaft weiter zu koordinieren. Auch die Vorbereitung auf künftige Krisen dieser Art müsse vorangetrieben werden. Bei der Führung der neuen EU-Behörde Hera zur Vorsorge von Gesundheitskrisen müssten die Mitgliedstaaten angemessen beteiligt werden. Zudem sollten Hürden bei der globalen Versorgung mit Impfstoff beseitigt werden. Dazu solle sich die EU-Kommission direkt mit den Herstellern auseinandersetzen. So könnten die EU-Staaten die Lieferungen an die bedürftigsten Länder beschleunigen.

5.47 Uhr: RKI registriert 19.572 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 95,1

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt derzeit rasch an. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 95,1 an. Er hat damit erstmals seit Mitte Mai die 90 überschritten. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 85,6 gelegen, vor einer Woche bei 68,7 (Vormonat: 65,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 19.572 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.518 Ansteckungen gelegen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.23 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 116 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.437.280 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Donnerstag mit 2,45 an (Mittwoch 2,34). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.192.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.991.

5.23 Uhr: Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert die Verlängerung der epidemischen Lage durch den Bundestag. Sonst "könnte das Infektionsschutzgesetz nicht mehr ohne weiteres angewendet werden", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Testnachweis- und Maskenpflicht hätten dann keine ausdrückliche Rechtsgrundlage mehr. "Das müssen wir unbedingt vermeiden - denn mit Blick auf möglicherweise steigende Infektionszahlen im Winter werden wir weiter Schutzmaßnahmen brauchen."

Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Freitag darüber. Einer Beschlussvorlage zufolge wollen sie auf einen rechtssicheren Rahmen dringen, um Corona-Schutzmaßnahmen aufrechterhalten zu können.

Die epidemische Lage wurde vom Bundestag im März 2020 festgestellt und mehrfach verlängert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen zu lassen. Die Länder könnten laut Infektionsschutzgesetz aber über die Landtage die Notwendigkeit weiterer Corona-Maßnahmen feststellen.

Freitag, 5 Uhr: Grundschulverband befürwortet anhaltende Corona-Tests bei Kindern

Der Grundschulverband befürwortet angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen Schutzmaßnahmen auch in den kommenden Wochen. "Die Testung von Kindern und Schulpersonal muss bis auf Weiteres fortgeführt werden", sagte der Verbandsvorsitzende Edgar Bohn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht sei zwar aus pädagogischer Sicht sinnvoll an den Grundschulen, aber in der aktuellen Situation "nur dann vertretbar, wenn dies mit flankierenden Maßnahmen abgesichert wird". So müsse durch den Einsatz von Raumluftanlagen "größtmögliche Sicherheit gewährleistet sein". Zudem müssten bei einem Anstieg der Erkrankungen die notwendigen Maßnahmen schnell ergriffen werden, etwa das erneute Tragen von Masken.

Das weitere Vorgehen in der Corona-Krise im Herbst und im Winter ist Thema der Ministerpräsidentenkonferenz, die am Freitag endet.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

21.47 Uhr: Biontech: Sehr hohe Wirksamkeit bei dritter Impfung gegen Corona

Eine dritte Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech und Pfizer zeigt nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent. Sicherheitsbedenken oder unbekannte Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner am Donnerstag unter Berufung auf eine Untersuchungsreihe mit über 10.000 Teilnehmern mit.

Die verabreichte Dosis war den Angaben zufolge genauso hoch wie bei den ersten beiden Impfungen. Die Studie sei in einem Zeitraum erfolgt, in der Delta die vorherrschende Virusvariante gewesen sei, erklärten Biontech und Pfizer. Alle Studienteilnehmer waren vor Beginn der Studie zweimal mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff geimpft worden. Ihr Durchschnittsalter lag bei 53 Jahren. Zwischen Zweitimpfung und Auffrischung lag im Mittel ein Abstand von elf Monaten.

Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten. Es habe sich gezeigt, dass eine Auffrischung den hohen Impfschutz, der nach der zweiten Dosis erreicht worden sei, wiederherstelle, erklärten die Unternehmen. "Diese wichtigen Daten erweitern den bestehenden Kenntnisstand und zeigen, dass Auffrischungsimpfungen dabei helfen können, große Teile der Bevölkerung vor diesem Virus und seinen Varianten zu schützen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.

20.43 Uhr: WHO setzt Prüfung von Sputnik-Impfstoff nach Unterbrechung fort

Die Prüfung des russischen Sputnik-Corona-Impfstoffs für eine mögliche Notfallzulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist nach einer Unterbrechung am Donnerstag fortgesetzt worden. Das sagte die für Impfstoffe und Pharmazeutika zuständige stellvertretende WHO-Generaldirektorin Mariângela Simão in Genf. Die Unterbrechung beruhte darauf, dass die Antragsteller die WHO-Regeln und Verfahren noch nicht explizit anerkannt hatten, die ausstehende Unterschrift sei allerdings am Mittwochabend eingetroffen.

In den kommenden Wochen dürften Inspektionen in den Herstellerfabriken aufgenommen werden, um den Zulassungsprozess abzuschließen, sagte Simão. Sie betonte, dass die Regeln und Verfahren für alle Antragsteller gleich sind. Es mache keinen Unterschied, aus welchem Land ein Antrag auf Notfallzulassung komme.

Die WHO hat Notfallzulassungen bislang für die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna, Johnson&Johnson, Sinopharm, Sinovac erteilt. Die Zulassung ist Voraussetzung dafür, dass UN-Organisationen die Impfstoffe verwenden können. Länder, die selbst keine Zulassungsbehörden haben, verlassen sich auf die Prüfung durch die WHO, wenn sie Arzneimittel oder Impfstoffe zulassen.

Eine Ampulle mit dem in Russland entwickelten Corona-Impfstoff "Sputnik V"
Eine Ampulle mit dem in Russland entwickelten Corona-Impfstoff "Sputnik V" © Pavel Golovkin/AP/dpa

19.53 Uhr: RKI warnt vor beschleunigtem Anstieg der Corona-Fallzahlen

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. "Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird", schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie, der am Donnerstagabend erschienen ist.

Hingewiesen wird darin auch auf einen deutlichen Anstieg bei den übermittelten Ausbrüchen in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahre vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen, hieß es. Deutlich höhere Inzidenzen verzeichneten aber wie bereits in den Vorwochen jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind.

"Insbesondere bei jetzt deutlich steigenden Fallzahlen sollte unabhängig vom Impf-, Genesenen- oder Teststatus das grundsätzliche Infektionsrisiko und der eigene Beitrag zur Verbreitung von Sars-Cov2 reduziert werden", appellierte das RKI. Alle Menschen wurden aufgerufen, weiter die Regeln zum Schutz vor Ansteckungen einzuhalten (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften, Corona-Warn-App). Unnötige enge Kontakte sollten reduziert und "Situationen insbesondere in Innenräumen, bei denen sogenannte Super-Spreading-Events auftreten können" gemieden werden.

19.17 Uhr: Wegen Corona: Auch Eishockey-Spiel München - Berlin verlegt

Wegen zahlreicher Corona-Fälle ist die Partie von Red Bull München in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen den deutschen Meister Eisbären Berlin ebenfalls verschoben worden. Das Spiel sollte am Sonntag stattfinden und wurde nun auf den 24. Januar 2022 verlegt, wie die DEL am Donnerstagabend mitteilte. Zuvor waren bereits mehrere Spiele der Münchener wegen 22 Corona-Fällen abgesagt und teilweise neu angesetzt worden.

Erst am Morgen war zudem bekannt geworden, dass wegen mehrerer Corona-Infektionen bei der Düsseldorfer EG für Spieler, Trainer und Betreuer eine fünftägige Quarantäne angeordnet wurde. Als Folge dessen wurden die Spiele der DEG gegen die Straubing Tigers am Freitag und bei den Nürnberg Ice Tigers am Sonntag abgesagt.

19.05 Uhr: Studie: Mediennutzung auf neuem Höchststand

Die Deutschen verbringen einer Forsa-Umfrage zufolge im Durchschnitt vier Stunden täglich mit Fernsehen und zweieinhalb Stunden im Internet. Wenn man Telefon, Smartphone, Radio und Games mitrechnet, "erreicht die Mediennutzung nach dem Rekord im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert: 13 Stunden am Tag", teilte der Auftraggeber der Umfrage, Seven One Media, mit. Die erneut gestiegene Mediennutzung sei geprägt von "der wachsenden Vielfalt an Angeboten und Endgeräten sowie dem anhaltenden Einfluss der Corona-Pandemie".

Forsa hatte im März 3021 Menschen ab 14 Jahren befragt. "Besonders bemerkenswert ist das weitere Wachstum des Medienkonsums gegenüber dem Ausnahmemonat März 2020, in dem die Nutzung von Massenmedien erstmals bei über zehn Stunden täglich lag", teilte Seven One mit: "Im aktuellen Jahr wird mit 637 Minuten erneut ein Höchstwert erzielt. Hinzu kommt die Individualkommunikation."

Vier Stunden Fernsehkonsum täglich, dieser Wert habe sich in den vergangenen Jahren praktisch nicht verändert. Zusätzlich verbringen die Deutschen heute mehr als doppelt so viel Zeit im Internet wie 2015: Laut Umfrage verwenden sie 149 Minuten täglich auf Online-Videos, Surfen, Social Media und Online-Shopping. Auf Radio entfallen obendrein 100 Minuten, auf Musikstreaming und CDs 46 Minuten, auf Games 45 Minuten. Gerade mal 25 Minuten bleiben für Bücher, nur 14 Minuten für Zeitungen.

"Pandemiebedingt haben die Menschen auch 2021 deutlich mehr telefoniert, gechattet, gemailt oder an Video-Calls teilgenommen", teilte Seven One mit: Die Nutzung von Individualkommunikation sei von 123 auf 143 Minuten täglich gestiegen. Die Nutzung mehrerer Medien gleichzeitig sei inzwischen fester Bestandteil des Medienkonsums. "Jeder Dritte nutzt TV und Internet häufig parallel."

Die Deutschen schauen weiterhin viel fern, nutzen nebenbei aber noch andere Medien.
Die Deutschen schauen weiterhin viel fern, nutzen nebenbei aber noch andere Medien. © dpa/Marius Becker

18.14 Uhr: Kretschmer warnt vor Leichtfertigkeit in der Corona-Pandemie

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor einem verfrühten Ende der Corona-Schutzvorkehrungen gewarnt. "Wer zu schnell in die Normalität möchte, verhindert sie möglicherweise", sagte er am Donnerstag am Rande der Jahrestagung der Regierungschefs der Länder in Königswinter bei Bonn. Es brauche ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern auch in den kommenden Monaten. "Ein Flickenteppich in Deutschland wäre schlecht." Dramatische Situationen, wie in anderen Ländern Europas aktuell sichtbar, "das sollten wir Deutschland ersparen", appellierte er.

Regional werde es immer Unterschiede geben je nach Impfrate und Infektionsgeschehen. "Aber wir dürfen nicht in die Situation kommen, das wir juristisch Schwierigkeiten haben, den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten." Das Interesse der Länder sei ein einheitlicher Rechtsrahmen, damit Schulen und Kitas offenbleiben, ein weiterer Lockdown unter allen Umständen vermieden und Krankenhäuser nicht überlastet werden. Dafür brauche es die Instrumente 3G, 2G, Masken und Abstand.

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später mehrfach vom Parlament verlängert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen.

17.42 Uhr: Harter Corona-Winter könnte sächsische Krankenhäuser wirtschaftlich gefährden

Steigende Infektionszahlen und zunehmend höhere Belegung von Betten auf Normal- wie Intensivstationen mit Coronapatienten: Friedrich München, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), sieht die momentane Entwicklung mit Sorge. "Mehr noch als die aktuelle Zahl von 119 belegten Intensivbetten ist es die Dynamik auf den Normalstationen in den letzten Tagen, die dazu Anlass gibt", sagt München im CoronaCast bei Sächsische.de.

Weil Sachsen eine niedrige Impfquote hat, könnten die Kliniken im Freistaat möglicherweise stärker als Häuser in anderen Bundesländern belastet werden. Sollten für die Behandlung von Coronapatienten zudem nur in Sachsen wieder Notfallpläne und zum Tragen kommen und Personal von anderen Stationen abgezogen werden müssen, sehe die KGS die Krankenhäsuer vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Denn eine Freihaltepauschale, so wie sie es im vergangenen Jahr für Krankenhäuser zur Abfederung von Einnahmeausfällen gegeben hat, gebe es nicht mehr. "Das war ein Rettungsschirm des Bundes. Wir gehen davon aus, dass so etwas nicht noch einmal kommen wird."

Den aktuellen CoronaCast hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Weitere Hintergründe zum Thema sowie zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: Könnten sächsische Kliniken wegen Corona in Not geraten?

17.03 Uhr: Schätzungen zufolge sind 115.000 Pflegekräfte an Covid-19 gestorben

In den ersten 16 Monaten der Corona-Pandemie könnten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 115 000 Pflegekräfte weltweit an Covid-19 gestorben sein. Die Organisation führt das unter anderem auf schlechte Ausstattung vor allem zu Beginn der Pandemie und mangelnde Verteilung der Impfstoffe in ärmeren Ländern zurück. In Afrika seien nur zehn Prozent der Pflegekräfte gegen das Coronavirus geimpft worden, in den meisten reichen Ländern seien es 80 Prozent.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte an die größten Volkswirtschaften, die G20, bei ihrem Gipfel in Rom ab 30. Oktober neue Anstrengungen für eine fairere Verteilung der Impfstoffe zu machen. Die WHO hatte dazu aufgerufen, außer bei besonders gefährdeten Menschen keine Auffrischimpfungen zu verabreichen, solange noch Millionen Menschen in ärmeren Ländern auf ihre erste Impfung warten. Das wurde allerdings ignoriert. Ziel der WHO ist, dass 40 Prozent der Menschen in allen Ländern bis Ende des Jahres geimpft sind. Dafür seien 500 Millionen Impfdosen nötig, so viel, wie in rund zehn Tagen produziert werde. Aber vieles davon geht nach Angaben der WHO in reiche Länder. Für 82 Länder könnte es schwer werden, das 40-Prozent-Ziel zu erreichen, sagte Tedros.

16.21 Uhr: Israel will wieder Touristen einreisen lassen - unter Auflagen

Nach mehr als anderthalb Jahren Corona-Sperre sollen Touristen vom 1. November an unter Auflagen wieder nach Israel einreisen dürfen. Dies haben Regierungschef Naftali Bennett, Gesundheitsminister Nitzan Horowitz und Tourismusminister Joel Raswosow entschieden. Nun fehlt nur noch die Billigung der Regierung.

Ausländer dürfen demnach einreisen, wenn sie zwei Dosen des Impfstoffs der Hersteller Pfizer/Biontech erhalten haben und mindestens sieben Tage seit der zweiten Dosis vergangen sind. Nach zwei Impfdosen von Moderna, Astrazeneca, Sinovac oder Sinopharm müssen mindestens zwei Wochen vergangen sein. Nach einer einzelnen Impfdosis des Corona-Vakzins von Johnson & Johnson ist ebenfalls ein Zeitabstand von 14 Tagen notwendig. Diese Zeitfenster gelten auch nach einer Auffrisch-Impfung.

Außerdem können Genesene einreisen, wenn sie zumindest eine Dosis eines Corona-Vakzins erhalten haben, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genehmigt ist. Genesene dürfen auch dann einreisen, wenn mindestens elf Tage seit einem positiven Test vergangen sind. Reisegruppen können unter bestimmten Umständen von den in Israel geltenden Quarantäneregeln befreit werden, die je nach Land variieren. Israel hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländer durften nur in Ausnahmefällen einreisen.

15.38 Uhr: WHO beobachtet neue Delta-Mutante - Auch Fälle in Russland

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage eine neue Mutante der Corona-Variante Delta im Blick. Das Virus namens AY4.2 weise zwei zusätzliche Mutationen auf, teilte die WHO am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Kürzlich hatten Experten von einer - noch geringen - Ausbreitung der Mutante in Großbritannien berichtet. Auch Russland verzeichnete erste Fälle, wie ein Vertreter der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor laut Agentur Interfax sagte.

Neben den britischen Fällen hat es auch Nachweise von AY4.2 in den USA und in Dänemark gegeben. Erstmals ist die Mutante der BBC zufolge im Juli von Experten entdeckt worden, seitdem hat ihr Anteil an den Corona-Fällen langsam zugenommen. Forscher gehen allerdings bislang nicht davon aus, dass die Mutante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante.

15.01 Uhr: 1.254 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Sachsen weiter an. Das Gesundheitsministerium hat am Donnerstagnachmittag 1.254 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche war das Infektionsniveau mit 964 neuen Fällen pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen allerdings deutlich niedriger. Die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat ist aktuell auf 311.932 gestiegen. Zudem wurden sieben weitere Todesfälle gemeldet. In Sachsen sind damit seit Beginn der Pandemie 10.267 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Sachsen von 116,5 am Mittwoch auf jetzt 128,9.

In Sachsen werden mit Stand Donnerstag 328 Patienten wegen Covid-19 auf Normalstationen behandelt. Auf Intensivstationen im Freistaat liegen 117 Covid-Patienten. Die Vorwarnstufe gilt, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Der kritische Belastungswert bei den Krankenhausbetten auf Normalstationen liegt bei 1.300 mit Covid-19-Patienten belegten Betten und für die Intensivstationen beträgt dieser kritische Wert 420.

14.39 Uhr: Gesundheitsreferat verweist im Fall Nagelsmann auf Verein

Das Gesundheitsreferat der Stadt München kann sich zum Corona-Fall Julian Nagelsmann aus Datenschutzgründen nicht äußern und verweist auf dessen Verein FC Bayern München. Auf die Frage, wie lange der Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten nun in Quarantäne müsse, teilte die Behörde am Donnerstag auf Anfrage mit: "Grundsätzlich gilt: Für positiv getestete Personen dauert die Isolation 14 Tage mit einer Freitestung mittels Antigen-Schnelltest oder PCR Test frühestens am Tag 14." Vollständig geimpfte, asymptomatische Personen könnten sich ab Tag fünf mit einem negativen PCR-Test freitesten.

Nagelsmann ist laut des deutschen Rekordmeisters vollständig geimpft. Der 34-Jährige hatte am Mittwochabend bereits das Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon verpasst. Am Donnerstag teilten die Münchner dann mit, dass ihr Cheftrainer positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Er sollte nicht mit dem Team nach München reisen, sondern getrennt in einem Ambulanzflieger.

14.04 Uhr: Länder pochen auf Corona-Schutzregeln

Die Bundesländer wollen auf einen rechtssicheren Rahmen dringen, um Corona-Schutzmaßnahmen auch über den Herbst und Winter hinweg aufrechterhalten zu können. In einer Beschlussvorlage (Stand: 20. Oktober) für die Jahrestagung der Ministerpräsidenten, auf die sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Staatskanzleichefs geeinigt haben, wird der Bund aufgefordert, das sicherzustellen.

Die Ministerpräsidenten kamen am Donnerstag zu einem zweitägigen Treffen auf Schloss Drachenburg im nordrhein-westfälischen Königswinter zusammen. Das Papier zur epidemischen Lage soll an diesem Freitag beraten werden und könnte dann auch noch in veränderter Fassung beschlossen werden.

In der Vorlage erinnern die Ministerpräsidenten an ihren Beschluss vom 10. August, wonach die eingeübten Corona-Schutzstandards in Innenräumen - wie die sogenannte 3G-Regel, Maske, Abstand, Lüften - auch in den Herbst- und Wintermonaten grundsätzlich erforderlich seien. "3G" steht für Geimpfte, Genesene und Getestete. Zudem heißt es in der Vorlage wörtlich: "Es ist darüber hinaus von größter Bedeutung, dass den Ländern auch nach einem etwaigen Ende der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite für einen befristeten Zeitraum die Möglichkeit eingeräumt wird, zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 weiterhin erforderliche und geeignete Maßnahmen zu treffen."

Auf Schloss Drachenburg findet die Ministerpräsidentenkonferenz statt: Zu den Hauptthemen dort zählt der Umgang mit der Pandemie.
Auf Schloss Drachenburg findet die Ministerpräsidentenkonferenz statt: Zu den Hauptthemen dort zählt der Umgang mit der Pandemie. © dpa/Oliver Berg

13.50 Uhr: Sorge vor Corona: Marokko stoppt Flüge von und nach Deutschland

Marokko hat mit Verweis auf steigende Corona-Zahlen in der Bundesrepublik alle Direktflüge von und nach Deutschland ausgesetzt. Auch die Flugverbindungen nach Großbritannien und in die Niederlande seien betroffen, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Der Flugstopp gilt demnach ab sofort. Verbindungen in andere europäische Länder seien aktuell weiter möglich, könnten aber zeitnah auch ausgesetzt werden, warnte die Bundesbehörde. Deutsche Touristen in Marokko sollten sich umgehend um eine baldige Rückreise kümmern.

Laut britischem Außenministerium ist der Reisestopp von der marokkanischen Regierung für einen unbestimmten Zeitraum verhängt worden. Anfang des Monats waren auch Flüge von und nach Russland gestrichen worden. Bereits Ende Februar sowie im Dezember vergangenen Jahres hatte das nordafrikanische Land aus Sorge vor der Ausbreitung von Corona-Mutationen zeitweise den Flugverkehr nach Deutschland eingestellt. Seit Juni durften deutsche Touristen wieder ins Land. Erst am Sonntag strich das Robert Koch-Institut Marokko von seiner Liste der Corona-Hochrisikogebiete.

Das Auswärtige Amt rät derzeit aber von Reisen in das Königreich ab. Denn eine konsularische Unterstützung durch die deutsche Botschaft - etwa im Falle einer Festnahme - sei dort kaum mehr möglich. Marokko hatte im März die Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen einseitig ausgesetzt. Hintergrund ist unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht. Aus Sicht Deutschlands ist der Status der Westsahara ungeklärt und kann nur im Rahmen von Verhandlungen unter Leitung der Vereinten Nationen definiert werden.

13.17 Uhr: Trotz Protesten: 3G-Regel in Bulgarien eingeführt

Bulgarien hat angesichts steigender Corona-Zahlen die innenpolitisch umstrittene 3G-Regel vorerst für 14 Tage eingeführt. Trotz Protesten werden ab Donnerstag in Innenräumen wie etwa in Shoppingmalls oder Lokalen nur Kunden mit "grünen Zertifikaten" eingelassen, wie eine Verordnung von Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow vorsieht. Die Zertifikate können in der Regel nicht gleich am Eingang verifiziert werden. Es genügt, wenn der Beleg über eine Corona-Impfung, Genesung von Covid-19 oder ein aktueller negativer Test vorgezeigt wird. Wichtige Parteien forderten derweil den Rücktritt von Gesundheitsminister Kazarow.

In dem südosteuropäischen EU-Land sind nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft. Am Donnerstag bildeten sich Warteschlangen vor den Impf- oder Testzentren. Nicht wenige Bulgarinnen und Bulgaren wollten eher von den kostenlosen Corona-Tests Gebrauch machen, um Zutritt zu Einrichtungen in geschlossenen Räumen wie etwa Fitnesszentren, Einkaufsmalls oder Kulturstätten zu bekommen. Der Verband der Einkaufszentren forderte eine Übergangsfrist, damit die Mitarbeiter geimpft werden können. Die Gastronomie drohte mit Protesten.

In dem Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurden zuletzt binnen 24 Stunden 4.522 neue Corona-Fälle nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit aktuell auf 347,2 pro 100.000 Menschen - in Deutschland lag sie am Donnerstag bundesweit bei 85,6.

12.52 Uhr: Dramatische Corona-Lage: Moskau schränkt öffentliches Leben ein

Angesichts immer neuer Höchststände bei den Corona-Zahlen in Russland sollen in der Hauptstadt Moskau Geschäfte und viele Freizeiteinrichtungen eine Woche lang schließen. Geöffnet bleiben sollen vom 28. Oktober bis 7. November aber Apotheken und Supermärkte, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag in seinem Blog schrieb. Einkaufszentren, Kinos und Fitnessclubs bleiben demnach zu. Für diese Zeit gelten landesweit von Präsident Wladimir Putin verordnete arbeitsfreie Tage, um eine weitere schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.

"Auch in Moskau entwickelt sich die Lage nach dem schlimmsten Szenario weiter", begründete Sobjanin sein Vorgehen. Schulen und Kindergärten sollen deshalb ebenfalls schließen. Restaurants und Cafés dürfen Essen und Trinken nur zum Mitnehmen anbieten. Theater und Museen dürfen dagegen weiterarbeiten - allerdings darf die Auslastung Sobjanin zufolge nur noch 50 Prozent betragen. Außerdem müssen Besucher nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Alle Maßnahmen könnten notfalls verlängert werden, so der Bürgermeister.

Seit Wochen spitzt sich die Lage in Russland mit seinen 146 Millionen zu. Am Donnerstag wies die Statistik mit 1.036 Corona-Toten innerhalb eines Tages einen neuen Höchststand aus. Zudem gab es mehr als 36.300 Neuinfektionen - so viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Regierung sieht die Hauptursache in der geringen Impfquote. Lediglich etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind demnach abschließend geimpft.

12.30 Uhr: Corona-Inzidenz in Dresden steigt stark

Die Zahl der Neuinfektionen in Dresden steigt rasant: Nach den mehr als 350 neuen Fällen am Mittwoch meldet das Gesundheitsamt am Donnerstag 206 Neuinfektionen - und weitere Tote. Die neuesten Zahlen zur Pandemie in Dresden im Überblick finden Sie hier.

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12.25 Uhr: Corona-Impfung von Jugendlichen zu 90 Prozent effektiv

Die Biontech/Pfizer-Impfung senkt laut einer Studie das Risiko einer Infektion mit der Delta-Variante des Corona-Virus bei Jugendlichen um 90 Prozent. Sie schütze zudem zu 93 Prozent vor einer Erkrankung mit Symptomen bei dieser Virus-Variante, wie eine Sprecherin der israelischen Krankenkasse Clalit am Mittwoch bestätigte.

Gemeinsam mit Forschern von der Harvard-Universität (USA) habe man Daten von 94.354 zweifach geimpften Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ausgewertet, hieß es in einer Mitteilung. Diese seien mit Daten einer entsprechenden Anzahl ungeimpfter Jugendlicher verglichen worden. Die Ergebnisse sind im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht worden.

Die Daten wurden zwischen dem 8. Juni und dem 14. September dieses Jahres erhoben, berichten die Wissenschaftler. Also während der vierten Corona-Welle in Israel, in der die Delta-Variante das Infektionsgeschehen dominierte. Wie sich die Impfung auf das Risiko auswirkt, schwer zu erkranken, ins Krankenhaus zu müssen oder zu sterben, konnten die Wissenschaftler nicht angeben. Solche Fälle seien bei Jugendlichen zu selten.

In Israel wird fast ausschließlich das Biontech/Pfizer-Präparat gespritzt. Das Land hat bereits Anfang Juni mit der Impfung von Kindern ab 12 Jahren begonnen. Von den 9,4 Millionen Einwohnern sind laut Gesundheitsministerium rund 61 Prozent zweifach geimpft - von den 12- bis 15-Jährigen demnach 45 Prozent, von den 16- bis 19-Jährigen 75 Prozent.

11.54 Uhr: 66 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft

In Deutschland sind 66 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervorgeht, waren das knapp 54,9 Millionen Menschen. 191.737 Dosen wurden demnach am Mittwoch verimpft. Knapp 57,4 Millionen Menschen (69 Prozent der Gesamtbevölkerung) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Bei aktuell im Mittel rund 125.400 Impfungen pro Tag wird laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft. Von den Erwachsenen sind nach den neuesten Zahlen mittlerweile 76,6 Prozent vollständig geimpft. Die Quote bei den Über-60-Jährigen liegt bei 84,9 Prozent. 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche sind zu 39,4 Prozent voll und zu 44,3 Prozent mindestens einmal geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.

Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen 1,43 Millionen Menschen in Deutschland bekommen. In den vergangenen sieben Tagen wurden täglich im Schnitt rund 38.500 Auffrischungsimpfungen verabreicht.

11.33 Uhr: Tankwart nach Streit um Maske mit Schlägen und Tritten attackiert

Ein Tankwart ist in Bremen nach einem Streit um die Maskenpflicht attackiert worden. Ein 21 Jahre alter Mann schlug und trat mehrfach auf den am Boden liegenden Verkäufer ein, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der 67-Jährige wurde nach dem Angriff vom Mittwochvormittag zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Der 21-jährige Angreifer kehrte wenig später zum Tatort zurück und stellte sich der Polizei. Er hatte zuvor als Kunde die Tankstelle im Stadtteil Gröpelingen ohne Mund-Nase-Schutz betreten. Nachdem der Tankwart ihn auf die Tragepflicht aufmerksam gemacht hatte, kam er wenig später mit aufgesetzter Maske zurück und griff den Verkäufer an. Gegen den Bremer wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl ermittelt.

Erst vor wenigen Wochen hatte ein tödlicher Schuss nach einem Streit um die Maskenpflicht an einer Tankstelle im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein bundesweit Entsetzen ausgelöst. Dabei war ein 49 Jahre alter Mann nach einem Hinweis auf den fehlenden Mund-Nase-Schutz in die Tankstelle zurückgekehrt und hatte den 20-jährigen Verkäufer mit einem Schuss in den Kopf getötet.

11.01 Uhr: Semperoper bringt mit Verspätung Verdis "Don Carlo" auf die Bühne

Die Sächsische Staatsoper Dresden bringt an diesem Freitag mit gut eineinhalb Jahren Verspätung Verdis "Don Carlo" heraus. Ursprünglich sollte die Koproduktion mit den Osterfestspielen in Salzburg dort schon im Frühjahr 2020 in einer Starbesetzung mit Anna Netrebko an der Spitze auf die Bühne kommen. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Nach vier Wochen Proben musste im März 2020 auch die Semperoper in den Lockdown und Regisseurin Vera Nemirova ihre Arbeit einstellen. Immerhin war Netrebko im Sommer 2020 in einer kammermusikalischen Version des Stückes in Dresden zu erleben. Bei der jetzigen Inszenierung singt nun Dinara Alieva die Partie der Elisabetta. Die musikalische Leitung hat Ivan Repušić.

10.33 Uhr: Nagelsmann positiv auf Corona getestet

Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern München ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Fußball-Rekordmeister am Donnerstag mit, nachdem der 34-Jährige am Abend zuvor das Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon krank verpasst hatte. Als Grund war dafür von Vereinsseite ein grippaler Infekt genannt worden. Die Münchner hatten ohne ihren Coach 4:0 gewonnen.

Der Verein wies darauf hin, dass Nagelsmann einen "vollständigen" Impfschutz habe. Er wird nicht mit der Mannschaft nach München reisen, sondern getrennt in einem Ambulanzflieger. Nach seiner Rückkehr werde er sich in häusliche Isolation begeben, teilte der FC Bayern mit. Nagelsmann wird den Münchnern vorerst weiter fehlen. In Lissabon hatte ihn in erster Linie Assistenztrainer Dino Toppmöller vertreten.

10.18 Uhr: Britischer Ärzteverband ruft Regierung zum Handeln auf

Der britische Ärzteverband British Medical Association (BMA) hat sich bestürzt gezeigt über die Weigerung der Regierung in London, einzelne Corona-Regeln wieder einzuführen. "Es ist bewusst fahrlässig von der Regierung in Westminster, keine Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen zu ergreifen wie das verpflichtende Maskentragen, Abstand halten und Lüften in Umgebungen mit hohem Risiko, vor allem beengten Innenräumen", sagte der BMA-Vorsitzende Chaand Nagpaul einer Mitteilung am Donnerstag zufolge. Die Regierung habe versprochen, einen Plan B zu ergreifen, wenn der Nationale Gesundheitsdienst in Gefahr sei, überwältigt zu werden. "Als Ärzte, die in erster Reihe stehen, können wir absolut sagen, dass dieser Punkt jetzt erreicht ist", so Nagpaul weiter.

Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich knapp 50.000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen liegt bei fast 1.000. Bei den Todesfällen wurde am Dienstag mit 223 gemeldeten Fällen ein Stand wie zuletzt im März erreicht. Dennoch hatte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bei einer Pressekonferenz am Mittwoch die Wiedereinführung von Corona-Maßnahmen in England abgelehnt. Gleichzeitig warnte er, die Zahl der täglichen Neuinfektionen könne schon bald auf bis zu 100.000 steigen. Daher sollten nun die Bemühungen verstärkt werden, so viele Menschen wie möglich zu impfen, so Javid weiter.

In England liefen zum "Freedom Day" am 19. Juli fast alle Vorschriften zur Eindämmung des Virus aus.
In England liefen zum "Freedom Day" am 19. Juli fast alle Vorschriften zur Eindämmung des Virus aus. © Alberto Pezzali/AP/dpa

9.52 Uhr: Söder warnt vor Ende der epidemischen Lage - nicht wehrlos werden

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einem Auslaufen der epidemischen Lage auf Bundesebene. Wenn dies passiere, "gibt es de facto keine Rechtsgrundlage mehr - egal für was. Weder für das Testen in der Schule, noch für Masken, noch für ganz normale Ideen wie 3G plus, oder 2G oder 3G", sagte er am Donnerstagmorgen im Bayerischen Rundfunk. In diesem Moment sei dann "nicht einfach Freedom Day, sondern dann gibt es gar keine Möglichkeit mehr. Ein Stück weit ist die Gesellschaft dann auch wehrlos." Dann müsste jeder einzelne für seinen Schutz sorgen.

Söder sagte, man müsse nicht schon jetzt, vier Wochen im Voraus eine Prognose treffen. Die Zahlen stiegen deutlich an und die Lage werde schwieriger. Er betonte, dass man eine "saubere, vernünftige Rechtsgrundlage" brauche um nicht wehrlos zu sein, wenn die Zahlen im Winter wieder stiegen. Dabei hängt er aber nicht am Ausdruck epidemische Lage. Wie man die Grundlage nenne, sei nicht entscheidend.

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später mehrfach vom Parlament verlängert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen.

9.24 Uhr: Monatlicher Übernachtungsrekord im August in Sachsen

In den knapp 2.000 geöffneten Hotels und Pensionen mit zehn und mehr Betten wurden in Sachsen im August so viele Übernachtungen pro Monat wie nie seit Beginn der Erhebung 1992 verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz vom Donnerstag lag ihre Zahl mit fast 2,25 Millionen um drei Prozent höher als im August 2019, vor der Corona-Pandemie. Knapp 64.000 der insgesamt 783.000 Gäste kamen aus dem Ausland, was einem Anstieg von fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Dabei verzeichnete die Stadt Leipzig mit 23 Prozent mehr Gästen und 28 Prozent mehr Übernachtungen gegenüber August 2020 die größten Zuwächse - die Sächsische Schweiz dagegen ein deutliches Minus. Bezogen auf das Jahr und den Freistaat insgesamt liegt die Bilanz mit 2,27 Millionen Gästen und 7,08 Millionen Übernachtungen um knapp ein Drittel und mehr als ein Viertel unter Vorjahresniveau.

Immer mehr Touristen besuchen Leipzig.
Immer mehr Touristen besuchen Leipzig. © Jan Woitas/dpa

8.57 Uhr: Novartis unterzeichnet neuen Deal mit Biontech für Corona-Impfstoff

Der Pharmakonzern Novartis und das Biotechunternehmen Biontech haben eine neue Produktionsvereinbarung geschlossen. Wie Novartis am Donnerstag mitteilte, werde man die Abfüllung und Fertigstellung des mRNA-basierten Corona-Impfstoffs von Pfizer-Biontech ausweiten.

Zu diesem Zweck werde Novartis die sterilen Produktionsanlagen am Standort Ljubljana in Slowenien für die Abfüllung von mindestens 24 Millionen Dosen im Jahr 2022 nutzen. Die neue Vereinbarung folge auf frühere Liefervereinbarungen für die Abfüllung und Fertigstellung von mehr als 50 Millionen Dosen im Jahr 2021 am Novartis-Standort Stein in der Schweiz, hieß es in der Mitteilung weiter.

Im Rahmen der neuen Vereinbarung plant Novartis den Angaben zufolge, den mRNA-Wirkstoff von Biontech zu beziehen und unter sterilen Bedingungen in Fläschchen abzufüllen, die dann an Biontech zurückgeschickt werden. Vorbehaltlich einer endgültigen Vereinbarung plane man, den Herstellungsprozess von Stein an den Standort Ljubljana zu verlagern, um mit der Abfüllung zu beginnen und diese dann in der ersten Hälfte des Jahres 2022 zu beenden.

8.35 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen nimmt zu

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen einen Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche von 128,9. Am Tag davor lag er bei 116,5. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat damit auf den dritten Rang nach Thüringen und Bayern. Den bundesweiten Wert gab das RKI mit 85,6 an.

Die Region mit der höchsten Ansteckungsrate ist der Landkreis Mittelsachsen (206,7). Am niedrigsten ist der Wert mit 50,9 im Vogtlandkreis.

8.09 Uhr: 262 Tage: Längster Lockdown der Welt endet im Großraum Melbourne


Aufatmen bei Millionen Menschen im Großraum Melbourne: Im australischen Bundesstaat Victoria endet in der Nacht zum Freitag nach 262 Tagen der bisher längste Lockdown der Welt. Die Lockerungen sollen eintreten, weil mittlerweile 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Ministerpräsident Scott Morrison bestätigte am Donnerstag, dass in der Region an der Ostküste mittlerweile 70,51 Prozent der Bürger im Alter von über 16 Jahren zwei Impfdosen erhalten hätten.

Die Öffnung werde aber schrittweise erfolgen, so dass zunächst nur einige Maßnahmen gelockert würden, so Morrison. „In australischer Manier machen wir vorsichtige, aber bewusste Schritte, damit wir sicher öffnen können und auch offen bleiben können.“ Die Einwohner dürfen nun wieder zehn Gäste in ihren Häusern empfangen - während des Lockdowns war kein einziger Besucher gestattet. Draußen können sich Gruppen von bis zu 15 Menschen versammeln. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben. Restaurants, Geschäfte und Friseure dürfen unter strikten Regeln wieder öffnen. Auch Schüler sollen teilweise in die Klassenzimmer zurückkehren.

Menschen beim Training entlang der Southgate in Melbourne.
Menschen beim Training entlang der Southgate in Melbourne. © Daniel Pockett/AAP/dpa

7.25 Uhr: Kampf gegen Corona: USA haben 200 Millionen Impf-Spenden geliefert

Die USA haben bisher im Kampf gegen Covid-19 nach eigenen Angaben 200 Millionen ihrer Impfdosen-Spenden in 100 Länder weltweit geliefert. "Heute haben die Amerikaner 200 Millionen Gründe, stolz zu sein", erklärte ein hoher Beamter des Weißen Hauses. Die Arbeit sei aber noch lange nicht beendet. Um das Auftreten neuer Varianten zu verhindern, müsse die Welt weiter impfen. Die USA stellten neben Impfstoffen auch Corona-Tests, Sauerstoff und medizinische Ausrüstung bereit, hieß es weiter.

Erst im September hatte US-Präsident Joe Biden bei einem virtuellen Corona-Gipfel in Washington zum Beispiel angekündigt, weitere 500 Millionen Impfdosen der Hersteller Pfizer/Biontech an ärmere Länder zu spenden. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen versprochen. Vergangene Woche hatte Biden der Afrikanischen Union weitere 17 Millionen Impfdosen des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson zugesagt.

Die Impfkampagne in den USA selbst kommt nur sehr langsam voran. Bislang sind dort 57,1 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Biden setzt daher auf weitreichende Impfpflicht. Gleichzeitig gibt es in den USA Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen.

6.43 Uhr: Erstmals dreistellige Zahl an Neuinfektionen in Neuseeland

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat am Donnerstag erstmals seit Beginn der Pandemie eine dreistellige Zahl an Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden meldeten 102 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie Vize-Ministerpräsident Grant Robertson vor Journalisten bestätigte. Der alte „Rekord“ vom Dienstag lag bei 94 Fällen. „Das Auf und Ab der Zahlen kann wie eine emotionale Achterbahnfahrt sein“, sagte Robertson. Der Schlüssel dazu, sich selbst und andere zu schützen, sei eine Corona-Impfung.

Bis Donnerstag waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit fünf Millionen Einwohnern bislang rund 5.000 Infektionen verzeichnet. 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hatte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Zuletzt musste Ministerpräsident Jacinda Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

6.21 Uhr: Umfrage zu Corona-Pandemie: Viele Ostdeutsche misstrauen RKI

In der Corona-Pandemie stößt die Arbeit des Robert Koch-Instituts in Ostdeutschland offensichtlich auf größeres Misstrauen als im Westen. In einer repräsentativen Yougov-Umfrage unter gut 3.700 Berufstätigen erhielt das RKI von den ostdeutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Schnitt die Note 3,3, im Westen dagegen 2,9.Gefragt wurde im Juni und Juli, die möglichen Gründe für RKI-Skepsis waren kein Thema der Umfrage. Ob es einen Zusammenhang mit der Stärke der rechtspopulistischen AfD im Osten gibt, die gegen die Corona-Politik der Bundesregierung Front machte, ist unter Politikern und Fachleuten umstritten.

Auftraggeber der Umfrage war der Versicherer HDI. „Insbesondere die Berufstätigen stellt die Corona-Situation vor besondere Herausforderungen“, sagte der Christopher Lohmann, der Vorstandsvorsitzende von HDI Deutschland. „Das reicht vom Einkaufen bis hin zu neuen Homeoffice-Regeln.“ Die Befragten waren aufgefordert, die Arbeit von gesellschaftlichen Gruppen mit Schulnoten zu bewerten - angefangen vom eigenen Arbeitgeber bis zu Schulen, Gewerkschaften, Kirchen und Wissenschaft.

Die beste Note erhielt mit 2,1 der Lebensmittel-Einzelhandel, gefolgt von Handwerkern (2,7), dem eigenen Arbeitgeber (2,7) und Wissenschaftlern beziehungsweise Virologen im Allgemeinen (2,8). Die beiden letzten Plätze belegten die Schulen (3,8) und die Kirchen mitsamt religiösen Einrichtungen (4,1).

5.59 Uhr: Aufbau nach Pandemie muss Klima und damit Gesundheit schützen

Ein internationales Forscherteam fordert vor dem Weltklimagipfel dazu auf, den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Pandemie mit dem Kampf gegen den Klimawandel zu kombinieren. "Wir haben die Wahl. Der Aufschwung nach Covid-19 kann ein grüner Aufschwung sein, mit dem wir den Weg zu einer verbesserten menschlichen Gesundheit und zu verringerten Ungleichheiten einschlagen", sagte Anthony Costello, Exekutivdirektor des jährlich erscheinenden Lancet-Countdown-Berichts zum Einfluss des Klimawandels auf die Gesundheit. "Oder er kann nach altem Schema erfolgen und uns alle in Gefahr bringen."

Nach aktuellem Stand werde lediglich weniger als jeder fünfte Dollar, der für die Erholung nach der Corona-Pandemie ausgegeben werde, zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen, kritisierte Erstautorin Maria Romanello. "Wir erholen uns von einer Gesundheitskrise in einer Weise, die unsere Gesundheit in Gefahr bringt."

Der am Donnerstag veröffentlichte Lancet-Countdown-Bericht gibt den Konsens von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von knapp 40 Hochschulen und UN-Einrichtungen wieder. Demnach nimmt durch den Klimawandel die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich verschiedene Krankheiten stärker verbreiten. So werden auch in Europa Ausbrüche von Dengue- oder Zika-Fieber wahrscheinlicher. Im Norden Europas und den USA siedeln sich den Forschern zudem zufolge mehr Bakterien an, die unter anderem zu Wundinfektionen führen können. In ärmeren Ländern könnte die Bekämpfung von Krankheiten wie Cholera oder Malaria um Jahrzehnte zurückgeworfen werden.

5.40 Uhr: US-Behörde genehmigt Mix von Impfstoffen und Corona-Booster

Nach dem Corona-Mittel von Biontech/Pfizer hat die zuständige US-Behörde auch Genehmigungen für Auffrischungsimpfungen der Hersteller Moderna sowie Johnson & Johnson erteilt. Zudem erlaubte die Arzneimittelbehörde FDA am Mittwoch, Vakzine zu mischen, sodass zwei oder mehr Injektionen künftig von verschiedenen Herstellern kommen können.

Die Auffrischungsimpfungen, sogenannte Booster, von Moderna dürfen alle Menschen über 65 Jahren sowie alle Erwachsene mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko bekommen. Die zweite Injektion muss mindestens sechs Monate her sein. Das Vakzin von Johnson & Johnson können sich Menschen ab 18 Jahren zwei Monate nach der Impfung nochmals spritzen lassen. Booster-Impfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer sind in den USA auch schon offiziell genehmigt und angelaufen.

5.15 Uhr: WHO: Eine Milliarde Corona-Impfungen in der Region Europa

In der Region Europa sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund eine Milliarde Corona-Impfungen verabreicht worden. "Das ist eine großartige Leistung", teilte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Mittwochabend mit. Laut WHO ist damit rund ein Drittel der Region geimpft. Dennoch müsse zur Eindämmung der Pandemie die Impfbereitschaft gesteigert und regionale Unterschiede überwunden werden, so Kluge. Eine flächendeckende Impfquote von 70 Prozent sei weiterhin das Ziel, um die Krise einzudämmen.

Die WHO zählt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 Länder, darunter neben der EU zum Beispiel auch die Türkei sowie Russland und die Ukraine.

Donnerstag, 5 Uhr: RKI registriert 16.077 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 85,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am achten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 85,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 80,4 gelegen, vor einer Woche bei 67,0 (Vormonat: 68,5). Sachsen liegt mit einer Inzidenz von 128,9 deutlich über dem Bundesschnitt. Auch hier ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden deutlich gestiegen. Am Mittwoch meldete das RKI für Sachsen noch eine Inzidenz von 116,5.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16.077 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.31 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.382 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 67 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 72 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.417.708 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Mittwoch mit 2,34 (Dienstag 2,13) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.182.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.875.

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

21.54 Uhr: Hohe Corona-Zahlen: Lettland geht erneut in Lockdown

Lettland zieht die Notbremse - und geht erneut in den Lockdown: Angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen fährt die Regierung in Riga das öffentliche Leben in dem baltischen EU-Land für vier Wochen stark zurück. Das Kabinett verhängte am Mittwoch umfassende Beschränkungen und ein nächtliche Ausgangssperre zum 15. November. Damit sollen die Infektionsketten unterbrochen und die "furchtbare Überlastung" des Gesundheitswesens reduziert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung.

Um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen, dürfen von 21. Oktober nur Geschäfte für den täglichen Bedarf offen bleiben. Auch Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten bleiben zu, gastronomische Betriebe dürfen nur noch außer Haus verkaufen. Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt. Zudem dürfen die Bürger ihre Wohnung von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen. Für die meisten Arbeitnehmer gilt eine Homeoffice-Pflicht, der Schulbetrieb wird auf Fernunterricht umgestellt.

21.02 Uhr: Britischer Gesundheitsminister: Keine Rückkehr zu Corona-Maßnahmen

Trotz steigender Infektionszahlen plant die Regierung in London vorerst weiterhin keine Rückkehr der Corona-Maßnahmen in England. Das sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid bei einer Pressekonferenz in London am Mittwoch. Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich bis zu knapp 50.000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen liegt bei fast 1.000. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen könne sogar auf bis zu 100.000 steigen, warnte Javid. Trotzdem sei es "zum jetzigen Zeitpunkt" noch zu früh, um eine Rückkehr der im Juli abgeschafften Corona-Regeln im größten Landesteil England zu rechtfertigen, so der Minister weiter.

Zum sogenannten Plan B der britischen Regierung gehören Maßnahmen wie verpflichtendes Maskentragen oder Nachweispflicht von Impfungen bei Großveranstaltungen.

20.30 Uhr: New York erlässt Impf-Pflicht für städtische Angestellte

Die Millionenmetropole New York erlässt in der Corona-Pandemie eine Impfpflicht für ihre städtischen Angestellten. Bis zum 1. November müssten rund 160.000 betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa Polizisten und Mitarbeiter von Behörden und der Feuerwehr, mindestens eine erste Impfdosis nachweisen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch mit. Wer das nicht tut, wird ohne Gehalt freigestellt, bis er eine Impfung nachweisen kann.

Für rund die Hälfte der etwa 300.000 städtischen Angestellten, darunter Lehrer, besteht bereits seit einigen Wochen eine Impfpflicht.

19.50 Uhr: Heimspiel abgesagt: Corona-Fälle beim HC Elbflorenz

Wegen mehrere positiver Corona-Fälle ist das Heimspiel der Dresdner Zweitliga-Handballer vom HC Elbflorenz gegen Bayer Dormagen abgesagt worden. Wie der Verein bekannt gab, erhielt er am Dienstag vom Labor des Krankenhaus Dresden Friedrichstadt den Bescheid, dass bei der regelmäßigen PCR-Testung im Rahmen der Hygienerichtlinien der HBL mehrere positive Testergebnisse aufgetreten sind.

Bei den am Mittwoch genommenen Nachtestungen habe es weitere positive Fälle gegeben. "Dementsprechend wird sich zur Sicherheit vorerst die gesamte Mannschaft in Quarantäne begeben", hieß es in der Vereinsmitteilung. Das ursprünglich für Freitag angesetzte Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen wird verschoben. Sowohl die Handball-Bundesliga (HBL) als auch der TSV hätten einer Verlegung zugestimmt.

Handballspielen kommt für den HC Elbflorenz derzeit nicht infrage - mehrere Profis wurden positiv auf das Coronavirus getestet.
Handballspielen kommt für den HC Elbflorenz derzeit nicht infrage - mehrere Profis wurden positiv auf das Coronavirus getestet. © Archiv: Kairospress/Thomas Kretschel

19.05 Uhr: Britische Experten beobachten Mutante der Delta-Variante

In Großbritannien beobachten Experten derzeit eine noch weitgehend unbekannte Mutante der Delta-Variante des Coronavirus. Man habe die Mutante namens AY4.2 sehr genau im Blick, hieß es in dieser Woche aus dem Regierungssitz Downing Street. Die Variante weist zwei Mutationen auf, die bereits von anderen Versionen des Coronavirus bekannt seien.

Forscher gehen jedoch bislang nicht davon aus, dass die Variante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante - die Rede ist ersten Schätzungen zufolge von einer möglicherweise zehn Prozent höheren Übertragbarkeit. Dies könne höchstens eine kleine Anzahl an zusätzlichen Corona-Fällen ausgelöst haben, sagte der Biologe Francois Balloux vom University College London. "Das kann nicht der Grund für den aktuellen Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien gewesen sein."

Die neue Mutante sei nicht mit dem Aufkommen der Alpha- oder Delta-Variante vergleichbar. "In diese Stadium würde ich dazu raten abzuwarten. Keine Panik", sagte Balloux. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde wurde die Mutante AY4.2 in der Woche Ende September/Anfang Oktober in sechs Prozent aller sequenzierten Corona-Proben nachgewiesen.

Neben den britischen Fällen sollen einige Fälle der Variante in den USA und in Dänemark bekannt sein.

18.04 Uhr: Tschechien führt Maskenpflicht am Arbeitsplatz wieder ein

Tschechien reagiert auf steigende Infektionszahlen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln. Von kommender Woche an muss an allen Arbeitsplätzen in Innenräumen eine FFP2-Maske getragen werden, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind Angestellte, die allein im Büro sitzen. Über die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Klassenzimmern wurde sich die scheidende Regierung indes nicht einig.

Die Gültigkeitsdauer von Antigen- und PCR-Tests wird auf einen beziehungsweise drei Tage verkürzt, um mehr Anreize fürs Impfen zu schaffen. "Das Testen ist keine Lösung", sagte Vojtech. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Tests bei Erwachsenen künftig nur noch auf ärztliche Empfehlung. Die Opposition, die bei der Parlamentswahl vor anderthalb Wochen eine Mehrheit erzielt hat, kündigte an, ein eigenes Corona-Beraterteam aufzustellen.

17.20 Uhr: Wieder viele Corona-Infizierte in Schlachtbetrieben

In einem Schlacht- und Zerlegebetrieb im Landkreis Cloppenburg hat es erneut einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie der niedersächsische Landkreis am Mittwoch mitteilte, wurde in dem Betrieb seit dem 4. Oktober bei insgesamt 65 Menschen aus der Region eine Corona-Infektion nachgewiesen. Die Betroffenen seien sofort nach Bekanntgabe des Testergebnisses unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Allein am Mittwoch wurden aus dem Betrieb 13 neue Fälle gemeldet. In einem weiteren Schlacht- und Zerlegebetrieb in Essen wurden fünf Neuinfektionen festgestellt.

16.50 Uhr: Fast alle Patienten auf Schweriner Palliativstation Corona-infiziert

Fast alle Patienten auf der Palliativstation der Schweriner Helios-Kliniken sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei neun von zehn Patienten sei in den vergangenen Tagen eine Infektion nachgewiesen worden, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Krankenhauses. Den Angaben zufolge sind außerdem neun Mitarbeiter der Station positiv getestet. Bei einem weiteren Patienten, der bereits vergangene Woche wieder nach Hause zurückgekehrt war, sei inzwischen ebenfalls eine Ansteckung nachgewiesen worden.

Mitarbeiter auf Stationen mit Corona-Patienten würden grundsätzlich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet. Alle anderen Mitarbeiter hätten zwar die Möglichkeit dazu, seien aber nicht verpflichtet. Das habe bis zu den Corona-Nachweisen auch auf die Palliativstation zugetroffen, sagte der Sprecher. Man vermute, dass eine ungeimpfte Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt habe. Der Impfstatus bei Mitarbeitern des Krankenhauses mit Patientenkontakt liege bei mindestens 70 Prozent. Das ergebe sich aus den selbst im Haus durchgeführten Impfungen.

16.10 Uhr: Weißes Haus: Regierung bereit für Impfung von Fünf- bis Elfjährigen

Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben die nötigen Vorbereitung für die Corona-Impfung von Kindern im Alter von fünf bis einschließlich elf Jahren getroffen. Mit den Impfungen solle begonnen werden, sobald in den kommenden Wochen die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe vorliege, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, am Mittwoch. Es gehe dabei um rund 28 Millionen Kinder in den USA.

Ein Gremium der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA soll am kommenden Dienstag über eine mögliche Zulassung beraten, die Experten der Gesundheitsbehörde CDC in der Folgewoche. Damit könnte die Impfung der Kinder dieser Altersgruppe womöglich schon im kommenden Monat beginnen. Die Fünf- bis Elfjährigen bekämen im Fall der Zulassung einen spezifischen Impfstoff, der unter anderem eine geringere Dosis des Wirkstoffs aufweist als jener für Ältere.

15.41 Uhr: 1.631 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Sachsen weiter an. Das Gesundheitsministerium in Sachsen hat am Mittwochnachmittag 1.631 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche war das Infektionsniveau mit 974 neuen Fällen pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen noch deutlich niedriger. Die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat ist aktuell auf 310.678 gestiegen. Zudem wurden sechs weitere Todesfälle gemeldet. In Sachsen sind damit seit Beginn der Pandemie im März 2020 10.260 Menschen an oder im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Sachsen von 113,7 am Dienstag auf jetzt 116,5.

In Sachsen werden mit Stand Mittwoch 299 Patienten wegen Covid-19 auf Normalstationen behandelt. Auf Intensivstationen im Freistaat liegen 119 Covid-Patienten. Die Vorwarnstufe gilt, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Der kritische Belastungswert bei den Krankenhausbetten auf Normalstationen liegt bei 1.300 mit Covid-19-Patienten belegten Betten und für die Intensivstationen beträgt dieser kritische Wert 420.

15.20 Uhr: Minijobs verdrängen in Kleinbetrieben feste Stellen

Minijobs, die während der Corona-Pandemie in Deutschland zu Hunderttausenden weggefallen sind, verdrängen in Kleinbetrieben zunehmend sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Betrieben der Größenordnung bis zu zehn Beschäftigten seien davon 500.000 Beschäftigungsverhältnisse betroffen, teilte das Institut am Mittwoch mit. "Anders als erhofft, bilden sie zudem nur selten eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung", hieß es.

Ein zusätzlicher Minijob in einem Kleinbetrieb ersetze im Mittel etwa eine halbe durchschnittliche sozialversicherungspflichtige Stelle. "Minijobs sind demnach - zumindest in kleinen Betrieben - keine Ergänzung zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung", sagte IAB-Forscher Matthias Collischon.

Im Jahr 2003 sei die Zahl der Minijobber im Zuge der Hartz-Reformen von etwa 4 Millionen auf über 6 Millionen gestiegen. Im Jahr 2019 übten insgesamt mehr als 7 Millionen Erwerbstätige Minijobs aus. In der Corona-Krise sei die Zahl auf rund 6 Millionen gesunken. Der dann folgende Anstieg wäre noch stärker ausgefallen, hätte der Gesetzgeber nicht die Abgabenlast für Arbeitgeber erhöht.

14.50 Uhr: Polens Gesundheitsminister warnt vor "Explosion" der Pandemie

Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer "eigentümlichen Explosion" der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich am Mittwoch im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski in Warschau. Demnach verdoppelt sich die Zahl der Neuinfektionen von Woche zu Woche. "Wenn diese Situation anhält, durchbricht sie alle Prognosen, die uns bislang vorliege", so Niedzielski.

Nach Angaben des Gesundheitministeriums von Mittwoch gab es 5.559 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Niedzielski sagte weiter, ein Drittel der Neuerkrankungen seien in den Woiwodschaften Lublin und Podlachien im Osten und Südosten des Landes registriert worden. Er führte dies darauf zurück, dass diese Regionen von zurückliegenden Wellen der Pandemie weniger stark betroffen waren.

14.13 Uhr: Österreich führt 3G-Regel am Arbeitsplatz ein

Am 1. November tritt in Österreich die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft. Ab diesem Tag müssen Beschäftigte nachweisen können, dass sie geimpft, regelmäßig getestet oder von Covid-19 genesen sind, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Dies gilt nicht für Menschen, die keinen Kontakt zu Kolleginnen oder Kollegen haben - zum Beispiel Lkw-Fahrer.

Gesundheitsbehörden sollen die Einhaltung der neuen Regel mit Stichproben überprüfen. Bei fehlenden 3G-Nachweisen drohen Verwaltungsstrafen von 500 Euro für Arbeitnehmer und 3.600 Euro für Arbeitgeber, sagte Arbeitsminister Martin Kocher von der konservativen ÖVP. Er hoffe jedoch, dass mit innerbetrieblichen Vereinbarungen sowie mit der Möglichkeit von Homeoffice für Menschen ohne Corona-Nachweis solche Strafen verhindert werden können, sagte er nach einer Regierungssitzung. Die neue Regelung soll in den kommenden Tagen als Verordnung veröffentlicht werden.

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz wochenlang unter 150 verharrt war, stieg sie in den letzten Tagen an und erreichte zuletzt 183. Knapp 62 Prozent der Gesamtbevölkerung hat einen vollen Impfschutz gegen Covid-19.

13.44 Uhr: DOSB verliert über 792.000 Mitglieder im Corona-Jahr 2020

Der Deutsche Olympische Sportbund hat im Corona-Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 insgesamt 792.119 Mitglieder verloren. Dies geht aus einer vom DOSB am Mittwoch veröffentlichten Bestandserhebung hervor. Die aktuelle Statistik weist zum Stichtag 1. Januar 2021 insgesamt 27.012.419 Mitgliedschaften und damit 2,85 Prozent weniger als im Jahr vorher (2019: 27 804 538) aus.

Im Jahresvergleich vom 1. April 2020 zum 1. April 2021 sei in der Gruppe der Großsportvereine sogar ein Mitgliederrückgang von 13 Prozent ermittelt worden. Auch bei den kleineren und mittelgroßen Vereinen sei ein weiterer Rückgang im ersten Halbjahr 2021 zu erwarten.

13.07 Uhr: Stiko-Chef: Ende vieler Corona-Regeln Mitte 2022 möglich

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geht davon aus, dass die meisten Corona-Einschränkungen Mitte des Jahres 2022 aufgehoben werden können. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir Mitte des Jahres normal werden leben könnten", sagte Mertens am Mittwoch am Rande des Bodensee Business Forums der "Schwäbischen Zeitung" in Friedrichshafen. Das bedeute, "dass wir uns im alltäglichen Leben normal bewegen können".

Voraussetzung dafür sei vor allem ein guter Schutz von Menschen mit einem hohen Risiko schwerer Covid-19-Erkrankungen, betonte der Virologe. "Das haben wir sehr gut erreicht in Deutschland. Es gibt bei uns kein Massensterben in dieser Gruppe." Vor allem die anfängliche Priorisierung von Risikogruppen bei der Corona-Impfung sei dabei "ein durchschlagender Erfolg" gewesen.

Mertens, sieht zudem "keine wirklichen Fehler" bei den Entscheidungen, die die Stiko im Zuge der Pandemie getroffen hat. "Ich sage jetzt mal provokativ: Alle die Entscheidungen, die wir als Stiko getroffen haben, würde ich heute wieder so fällen", so Mertens. Die Impfkommission war in den vergangenen Monaten vor allem in Bezug auf ihre anfängliche Zurückhaltung bei der Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche kritisiert worden.

Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko)
Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) © dpa/Michael Kappeler

12.28 Uhr: Dresden meldet mehr als 350 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 353 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 34.773 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 32.242 als wieder genesen - 89 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem drei Krankenhauseinweisungen und drei weitere Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind in Dresden bislang 1.127 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts stark an: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 111,6 gemeldet, sind es nun 135,2. Alle Zahlen aus der Landeshauptstadt im Artikel Drei weitere Corona-Todesfälle in Dresden

11.42 Uhr: Spahn appelliert an Ampel-Parteien sich bei Corona zu verständigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es auch bei einem möglichen Auslaufen des bundesweiten Corona-Ausnahmezustands Ende November für "unbedingt erforderlich", dass bestimmte Corona-Schutzmaßnahmen regional und auf Landesebene weiter angeordnet werden können. Das geht aus einem auf den 15. Oktober datierten Brief des Ministers an die Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP hervor. "Bild" hatte zuvor über das Schreiben berichtet. Es liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

In dem mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) abgesprochenen Brief an die Spitzen der voraussichtlichen Ampel-Koalition weist Spahn auf zwei Möglichkeiten hin, wie dies rechtlich umgesetzt werden könnte. Entweder könnte Paragraf 28a des Infektionsschutzgesetzes, in dem die bekannten Corona-Maßnahmen aufgelistet werden, so geändert werden, dass die Maßnahmen nicht mehr an das Bestehen einer bundesweiten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" geknüpft werden. Damit hätten die Landesregierungen freie Hand, ihre Corona-Verordnungen wie bisher regelmäßig fortzuschreiben.

Alternativ könnten die Bundesländer aber auch über ihre Landesparlamente die weitere Anwendbarkeit dieses Paragrafen und damit der Maßnahmen feststellen lassen - das wäre dann eine Art "epidemische Lage" auf Landesebene, damit Masken, 3G oder andere Maßnahmen weiter angeordnet werden können. Diese Möglichkeit sieht das Infektionsschutzgesetz ausdrücklich vor.

"Als Bundesminister für Gesundheit rege ich im Sinne der weiteren Pandemiebewältigung eine Verständigung auf das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit zwischen den Parteien an, die aktuell eine Regierungskoalition verhandeln", heißt es in dem Schreiben. Spahn selbst hatte sich dafür ausgesprochen, den Corona-Ausnahmezustand auf Bundesebene über den 25. November hinaus nicht noch einmal zu verlängern.

11.23 Uhr: Lange Schlangen zum Auftakt der Buchmesse

Mit langen Schlangen am Eingang hat am Mittwoch die Frankfurter Buchmesse begonnen. Besucher mussten ihr elektronisches Ticket vorzeigen, ihren Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweis vorlegen und sich mit dem Personalausweis ausweisen. Am Eingang City mussten Besucher in der ersten Stunde nach Öffnung der Tore rund 20 Minuten warten.An den ersten beiden Tagen ist die Buchmesse zunächst nur für Fachbesucher geöffnet. Die Besucherzahl ist auf 25.000 pro Tag gedeckelt. Gastland ist in diesem Jahr Kanada. Insgesamt 2.000 Verlage und Unternehmen aus 80 Ländern werden erwartet. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor, 1.400 Veranstaltungen sind geplant. Die Buchmesse dauert bis Sonntag (24. Oktober).

Nach der pandemiebedingten Pause 2020 darf die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder mit Publikum stattfinden.
Nach der pandemiebedingten Pause 2020 darf die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder mit Publikum stattfinden. © Sebastian Gollnow/dpa

11.14 Uhr: Gesundheitsämter senden massenhaft Corona-Warnmeldungen via Luca-App

Nach einer Funktionserweiterung der Luca-App nutzen inzwischen etliche Gesundheitsämter in Deutschland das Luca-System, um viele Nutzerinnen und Nutzer auf ein erhöhtes individuelles Corona-Infektionsrisiko hinweisen. Allein in den vergangenen 14 Tagen seien über 51.000 Risiko- und Warnmeldungen durch die Gesundheitsämter ausgespielt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Verantwortlichen in den Gesundheitsämtern können bei der Kontaktaufnahme über die Luca-App zwischen zwei verschiedenen Abstufungen wählen. Zum einen können die Nutzer über ein allgemeines Infektionsrisiko informiert werden. Sollten sich an einem mit der Luca-App erfassten Ort mehrere Personen aufgehalten haben, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden, können die Gesundheitsämter auch eine gezielte Infektionswarnung aussprechen und die gefährdeten Personen auf Testzentren in der Umgebung hinweisen.

Die höchste Warnstufe mit der Empfehlung, sich einem Test zu unterziehen, hätten in dem Zeitraum knapp 16.000 Menschen erhalten, teilte das Unternehmen weiter mit. "Wir sehen das seit Herbst wieder verstärkte Infektionsgeschehen klar in unseren Daten", sagte Patrick Hennig, CEO der Luca-Betreiberin Culture4life. Hennig sagte, inzwischen werde die Luca-App an mehr als 400.000 Standorten eingesetzt. Allein in den vergangenen zwei Monaten seien deutschlandweit 80.000 neue Standorte wie Restaurants und Bars dazugekommen.

10.35 Uhr: Umfrage: Mehrheit für Ende von bundesweiter Corona-Notlage

Die Mehrheit der Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge dafür, den seit eineinhalb Jahren geltenden bundesweiten Corona-Ausnahmezustand auslaufen zu lassen - aber gleichzeitig Schutzmaßnahmen weiter aufrechtzuerhalten. 57 Prozent würden es laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Yougov-Befragung befürworten, wenn die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite ab Ende November unter fortbestehender Einhaltung von 3G-, Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr verlängert würde. 27 Prozent würden das ablehnen, 16 Prozent machten keine Angabe.

Die Zustimmung für ein Auslaufen der "epidemischen Lage" liegt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren am höchsten (79 Prozent) und ist im Osten höher (61 Prozent) als im Westen (56 Prozent). Männer sind eher für ein Ende des bundesweiten Ausnahmezustands (62 Prozent) als Frauen (51 Prozent).

Die "epidemische Lage nationaler Tragweite" muss regelmäßig vom Bundestag festgestellt werden. Sie ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, sie nicht noch einmal zu verlängern und zum 25. November auslaufen zu lassen. Er sprach sich aber gleichzeitig dafür aus, Schutzmaßnahmen wie 3G beizubehalten. Seitdem wird kontrovers darüber diskutiert, ob ein solches Vorgehen richtig oder riskant wäre.

9.41 Uhr: Britische Mediziner fordern sofortige Rückkehr zu Corona-Maßnahmen

Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben nach einem starken Anstieg der Corona-Zahlen eine sofortige Einführung von Gegenmaßnahmen gefordert. "Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein", sagte Matthew Taylor, der Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem "Guardian" zufolge.

Der von der Regierung vor einigen Wochen vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause zu arbeiten, vor. Außerdem könnten Impfnachweise bei größeren Veranstaltungen eingeführt werden. Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. Knapp 79 Prozent der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren sind vollständig immunisiert.

"Wir stehen auf Messers Schneide - und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden", sagte Taylor. Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle stieg in Großbritannien mit 223 Fällen am Dienstag auf den höchsten Stand seit März. Anfang der Woche wurden knapp 50.000 neue Corona-Fälle im Land gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 435. In England sind eine Maskenpflicht in Innenräumen oder Nachweisregeln über Impfungen oder Tests seit dem "Freedom Day" im Juli eher die Ausnahme.

9.17 Uhr: Sachsens Corona-Inzidenz steigt leicht - Dritthöchste im Bund

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwochmorgen einen Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche von 116,5. Am Tag davor lag er noch bei 113,7, am vergangenen Montag bei 123,3. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat damit auf den dritten Rang, nach Thüringen und Bayern. Den bundesweiten Wert gab das RKI mit 80,4 an.

Die Region mit der höchsten Ansteckungsrate ist der Erzgebirgskreis (172,6). Am niedrigsten ist der Wert mit 50,0 im Vogtlandkreis.

8.41 Uhr: Untersuchungsausschuss soll Bolsonaros Corona-Politik beurteilen

In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nach fast sechs Monaten Arbeit seine Ergebnisse vorstellen. Es sei nun an Senator Renan Calheiros, am Mittwoch den Abschlussbericht zu präsentieren, hieß es in einer Mitteilung des Senats in Brasília am Dienstag.

Der bereits vorab zirkulierende Entwurf sieht vor, rund 70 Personen und zwei Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen - und Präsident Bolsonaro wegen des mutmaßlichen Begehens von elf - teils schwerwiegenden - Verbrechen anzuklagen. Die Senatoren diskutierten Medienberichten zufolge bis spät in die Nacht über den endgültigen Inhalt und beschlossen, zwei Verbrechen aus der Liste der Vorwürfe zu entfernen.

Der Untersuchungsausschuss hatte auf dem Höhepunkt einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie im April seine Arbeit aufgenommen. Die Anträge, die zu seiner Einsetzung führten, sahen vor, dass er die Handlungen und Unterlassungen der Regierung des Rechtspopulisten Bolsonaro in der Pandemie beleuchtet und die mögliche Veruntreuung von Bundesmitteln im Kampf gegen das Coronavirus überprüft.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das größte Land in Lateinamerika die Marke von 600.000 Corona-Toten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Coronavirus trotzdem seit Beginn der Pandemie und lehnt Schutzmaßnahmen sowie Einschränkungen ab. Auch den Sinn von Impfungen zieht er in Zweifel. © Eraldo Peres/AP/dpa (Archiv)

8.18 Uhr: Inzidenz in der Region Löbau/Zittau nahe 200

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