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Sarrasani beerdigt Pläne für Dinner-Show

Eigentlich wollte der Dresdner Magier die wegen Corona ausgefallene Saison unbedingt nachholen. Daraus wird nun nichts mehr. Was er stattdessen vorhat.

Wann André Sarrasani wieder auf der Bühne stehen wird, ist unklar - dass er es tun wird, steht aber fest.
Wann André Sarrasani wieder auf der Bühne stehen wird, ist unklar - dass er es tun wird, steht aber fest. © Christian Juppe

Dresden. Zum Jahreswechsel war André Sarrasani noch fest entschlossen, die Saison, die bei ihm üblicherweise von November bis Februar geht, nachzuholen. Ein Frühjahrs- oder Sommer-Varieté sollte es statt der seit 15 Jahren gewohnten Dinner-Show-Saison über den Jahreswechsel werden.

"Es werden auch auf absehbare Zeit keine Veranstaltungen zugelassen werden, deshalb hake ich diese Saison ab", sagt der Magier nun gegenüber der SZ. Auch er kann im Kampf gegen das Coronavirus nicht zaubern. Dafür hat er aber andere Pläne.

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Damit verabschiedet sich Sarrasani aber nicht grundsätzlich von seinen Dinner-Shows im Trocadero. Im Spätherbst soll es wieder losgehen. "Wir hoffen auf ein Go im September, sagt Sarrasani. Dann will er von November an dieses Mal etwas länger als gewohnt spielen und den Valentinstag am 14. Februar 2022 als Abschluss noch mitnehmen.

Derzeit sei es zu unsicher, das Nachholen der Saison zu planen. "Aktuell wird ja eher darüber gesprochen, noch mehr zu schließen", sagt Sarrasani. Bis dann große Veranstaltungen wie seine zugelassen werden, können noch Monate vergehen. "Für uns wäre es auch wirtschaftlich nicht sinnvoll, nur ein Drittel der Plätze im Zelt zu besetzen."

Dazu soll sein großes Zelt, das derzeit als eines der Dresdner Testzentren genutzt wird, ab Ende April erneut in Rathen aufgestellt werden. Dort dient es als Interimsspielstätte für die Felsenbühne, die derzeit durch die Landesbühnen Sachsen umgebaut wird.

Mit dem Impf-Zelt verdiene er kein Geld, sagt Sarrasani, weshalb es nicht dauerhaft für Impfungen genutzt werden könne.

Sarrasani lässt sich als Redner buchen

Später im Jahr hat Sarrasani es dann doch mit einem Sommer-Varieté hat zu tun. Allerdings tritt er dort nicht auf und ist auch nicht für die Show verantwortlich. "Wir sind als Dienstleister für Zelt und Logistik gebucht", verrät der Magier.

Auf Rügen ist ein Sommer-Varieté geplant, für das André Sarrasani unter anderem das Zelt aufstellt. Er sei froh, solche Aufträge wie Rathen und Rügen zu haben. Es gebe auch weitere Projekte, die Umsatz bringen sollen. Überhaupt sei er durch seine unterschiedlichen Standbeine bisher ganz gut durch die Pandemie gekommen. Aktuell lässt er sich auch als Redner buchen. Themen wie Krisenkommunikation und Mitarbeitermotivation seien seine Spezialität. Das sei bei einigen Vorständen und auch Schuldirektoren gefragt.

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Die Rückschläge wie die Insolvenzen, den Trubel um den Tiger-Biss, den Tod seines Panthers, die Schwarzbau-Affäre um sein Zelt an der Marienbrücke, den draus resultierenden Streit mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und einiges mehr hätten ihn nicht zurückgeworfen. Das Jahr 2020 war nach dem Jahr der Insolvenz 2016 eines der heftigsten für Sarrasani.

Auch wegen der Pandemie, die seine Shows unmöglich macht, wolle er nicht zu sehr klagen. "Die Chefin - meine Mutter - ist geimpft, das ist das Wichtigste", sagt Sarrasani. Generell habe er im zurückliegenden Jahr wegen Corona viel mehr Zeit mit seiner Familie verbracht und damit Lebensqualität gewonnen. Wenn das alles vorbei ist, werde er wieder durchstarten und das tun, was er eigentlich am liebsten tut - auf der Bühne stehen, vor großem Publikum.

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