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Spahn verteidigt Corona-Verschärfungen

Gesundheitsminister: Virus ist der Spielverderber, nicht ich; private Feiern können beschränkt werden; ab Montag Notstand in Tschechien - unser Newsblog.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, hat die Verschärfung der Corona-Regeln durch Bund und Länder verteidigt.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, hat die Verschärfung der Corona-Regeln durch Bund und Länder verteidigt. © Kay Nietfeld/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Kurztrips nach Tschechien ab 1. Oktober ohne Quarantäne möglich
  • Bund und Länder verschärfen Corona-Regeln
  • Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung auf 2.108,9 Milliarden Euro gestiegen
  • Diese Corona-Regeln gelten seit 1. September in Sachsen (SZ+)
  • Corona in Sachsen: 7.194 Infizierte (+62), 233 Tote (+1), geschätzt 6.130 Genesene
  • Corona in Deutschland: 287.421 Infizierte (+ 2.089 zum Vortag), 9.460 Tote (+ 11), geschätzt 254.200 Genesene
  • Hier finden Sie Hilfe: Wichtige Telefonnummern zur Corona-Krise
  • Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus

8.04 Uhr: Hofreiter stellt Merkels Krisen-Management gutes Zeugnis aus

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihr Krisenmanagement in der Corona-Krise gelobt. "In der Corona-Krise hat Frau Merkel vieles richtig gemacht. In Krisen hat sie schön öfters gut agiert", sagte Hofreiter am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er schätze den nüchternen Stil der Kanzlerin. Hofreiter kritisierte jedoch Merkels Politik in Anbetracht langfristiger Themen. "Das Problematische ist: In der Krise vieles richtig - in der langlaufenden Politik (...) wie die Klimakrise oder zum Beispiel Digitalisierung voranzubringen, da waren diese konservativen Methoden der kleinen Schritte eher ungeeignet", führte Hofreiter aus.

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7.41 Uhr: "Big Bang Theory"-Star Jim Parsons hatte Corona

Jim Parsons und sein Ehemann Todd Spiewak waren nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. "Todd und ich hatten es beide schon früh. Es war ungefähr Mitte März. Wir wussten nicht, was es war. Wir dachten, wir hätten Erkältungen. Und (...) schließlich verloren wir unseren Geruchs- und Geschmackssinn", sagte der 47-jährige Schauspieler während der "Tonight Show" mit Jimmy Fallon. "Mir war nicht klar, wie vollständig der Geschmacks- und Geruchssinn verschwunden sein konnte", sagte Parsons über die Symptome. "Wenn man in Quarantäne ist und wirklich nichts anderes tun kann, als zu essen, oh mein Gott, das war brutal". Parsons spielte zwölf Jahre lang die Rolle des Wissenschaftlers Sheldon Cooper in der US-Serie "The Big Bang Theory".

7.20 Uhr: Ende der pauschalen Reisewarnung weckt keine Urlaubsgefühle 

Es war ein bisher einmaliger Schritt: Am 17. März sprach Bundesaußenminister Heiko Maas eine Warnung für touristische Reisen in alle rund 200 Länder dieser Welt aus. "Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden", sagte er zur Begründung in einem kurzfristig anberaumten Pressestatement. Ab Donnerstag ist dieser Ausnahmezustand Geschichte. Bereits am 15. Juni war die pauschale Regelung für die meisten europäischen Länder aufgehoben worden. Nun wird auch außerhalb Europas jedes einzelne Land wieder individuell vom Auswärtigen Amt bewertet. Für die ganze Welt gilt ab Donnerstag ein einheitliches dreistufiges System, das man auch als Ampel beschreiben kann. Was welche Farbe für Urlauber bedeutet, erfahren sie hier. 

6.48 Uhr: Deutsche Reisewarnungen lassen Tirol und Vorarlberg bangen 

Abreisen und Stornierungen deutscher Urlauber machen dem Westen Österreichs große Sorgen. Die Reisewarnungen, die Deutschland vor einer Woche erst für das Bundesland Vorarlberg und dann für Tirol ausgesprochen hat, zeigten sofort Auswirkungen - Wirtschaftsvertreter warnen vor Existenznöten. "Wir brauchen dringend den deutschen Markt. Ein Tourismus mit Reisewarnung wird nicht stattfinden können", sagte der Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKÖ), Mario Gerber. "In sämtlichen Destinationen sind Abreisen da, in allen Betrieben, überall", sagte Vorarlbergs WKÖ-Tourismussprecher Markus Kegele. "Es gibt viele Orte, die haben null Infizierte, und trotzdem reisen die Gäste ab. Das ist eigentlich der Schaden."

Für die beiden Bundesländer stellt sich mit der Reisewarnung eine Zwickmühle: Die Pandemie will nach den Massenansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl niemand verharmlosen. Doch die Ansteckungen, die die Zahlen auf den für Deutschland kritischen Sieben-Tages-Schnitt von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner bringen, finden derzeit kaum in den ländlichen Regionen statt. Auch Hotels in Teilen von Tirol, die keine Fälle registriert hätten, berichteten ihm von 50 Prozent Stornierungen, sagte Gerber. 

6.30 Uhr: Trump und Biden streiten im TV-Duell über Umgang mit Corona

Auch eine zentrale Frage für die USA - der Umgang mit der Corona-Krise - sorgte für Streit. "Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten", sagte Trump. Biden konterte, Trump habe sich "völlig unverantwortlich" verhalten und so Tausende von Menschenleben gefährdet. Grenzschließungen, Ventilatoren, Impfbereitschaft, Abstand halten, Masken - die Fernsehdebatte sprang von einem zum anderen Streitthema der Corona-Krise. Biden betonte, dass er als Präsident zum Tragen von Masken ermutigen würde, weil das viele Menschenleben retten könne. Trump warf ein, dass einige den Nutzen von Masken bestreiten. "Keine ernsthafte Person hat das Gegenteil gesagt", konterte Biden. Die Corona-Pandemie hat in den USA bislang mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet. Welche Themen noch und wie besprochen wurden, erfahren sie hier.

Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte.
Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte. © Morry Gash/AP Pool/dpa

5.50 Uhr: Gesundheitsminister Spahn: Virus ist der Spielverderber, nicht ich 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die von Bund und Ländern vereinbarten Verschärfungen staatlicher Beschränkungen in der Corona-Pandemie verteidigt - etwa bei der erlaubten Größe von Partys und Bußgeldern für falsche Namen auf Gästelisten. Es sei angesichts steigender Infektionszahlen nicht die Zeit für weitere größere Lockerungen, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend im ZDF-"heute-journal". Beim Geselligsein, in der Gastronomie sowie beim Reisen und in der Freizeit gebe es momentan das größte Ansteckungsrisiko. "Das Virus ist ja hier der Spielverderber, nicht ich oder wir in der Politik." Diese Regeln haben Bund und Länder verschärft.

5.30 Uhr: Disney kündigt wegen Corona-Krise rund 28.000 Mitarbeitern 

Die Corona-Krise legt das Entertainment-Imperium Walt Disney lahm - nun kommt es zu Entlassungen im großen Stil. Weil das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts, Fanartikeln und Kreuzfahrten noch immer stark unter der Pandemie leide, müsse der Konzern rund 28.000 US-Mitarbeiter entlassen, teilte Disney am Dienstag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mit. In einem Memo an die Belegschaft bezeichnete Spartenchef Josh D'Amaro die Entscheidung als "herzzerreißend", sie sei aber angesichts der schwierigen Umstände aufgrund der Covid-Krise ohne Alternative. Der Schritt sei notwendig, unter anderem weil Corona-Auflagen in Kalifornien eine Wiedereröffnung des dortigen Disneylands weiterhin nicht zuließen, so D'Amaro.

5.25 Uhr: Schlagabtausch im Bundestag: Generaldebatte in der Haushaltswoche

Im Bundestag wird am heutigen Mittwoch ein Schlagabtausch über die Regierungspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bewältigung der Corona-Krise erwartet. Anlass ist die Debatte über den Haushalt des Kanzleramtes. Die Generalaussprache ist traditionell der Höhepunkt der Haushaltsberatungen im Parlament. Gesundheitsminister ziehen Zwischenbilanz zur Corona-Pandemie 

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Mittwoch, 5.20 Uhr: Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen

Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. "Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin. Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie. Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Karliczek verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission gerade Empfehlungen entwickelten. "Die Impfung ist und bleibt freiwillig", betonte sie. Der Wettlauf um einen Impfstoff läuft weltweit auf Hochtouren. Einige wenige Mittel sind bereits in der entscheidenden Testphase III mit Zehntausenden Probanden. Dabei wird überprüft, ob der Impfstoff nicht nur verträglich ist, sondern auch tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützt. Noch ist das für kein Mittel nachgewiesen. 

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.58 Uhr: Söder: RKI soll vor Ausweisung neuer Corona-Risikogebiete vorwarnen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert vom Robert Koch-Institut künftig eine rechtzeitige Vorwarnung vor der Ausweisung neuer internationaler Corona-Risikogebiete. Derzeit würden neue Gebiete quasi über Nacht benannt, sagte Söder am Dienstag nach einer Schaltkonferenz der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Da wäre aber eine Vorwarnung extrem wichtig, sagte der CSU-Chef, er sprach von einem Zeitraum von etwa zwei Tagen. Söder wandte sich strikt gegen neue Grenzschließungen: "Zu den Prioritäten sollte auch gehören, dass die Grenzen offen bleiben."

Der Bayer kündigte zudem ein Treffen mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an, um alle aktuellen bilateralen Corona-Fragen zu besprechen. Unter anderem das direkt an Bayern grenzende österreichische Bundesland Tirol war vom RKI vor wenigen Tagen zum Corona-Risikogebiet erklärt worden.

21.38 Uhr: 50 Euro Bußgeld bei Falschangaben trifft Gäste

Gäste, die in Restaurants falsche Einträge auf den Gästelisten machen, sollen nach dem Willen von Bund und Ländern künftig mindestens 50 Euro Bußgeld zahlen - und nicht die Wirte. "Falsche Angaben zu ihrer Person von Gästen in Restaurants und Bars werden künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro belegt, das von den Gästen zu entrichten ist", stellte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Berlin klar. "Ergänzend werden die Wirte aufgefordert, die Plausibilität der Angaben zu überprüfen", teilte der Sprecher weiter mit.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach ihrer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten zuvor deutlich gemacht, dass sie bei Falscheinträgen die Betreiber von Restaurants stärker in die Pflicht nehmen will. Gastronomen, aber auch Friseursalons seien für die Einhaltung der Hygieneregeln verantwortlich und müssten darauf achten, dass die Angaben der Besucher auch stimmten, sagte Merkel am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten. "Im Zweifelsfalle, also bei Donald Duck, ist die Sache ja nicht schwierig (...), aber im Zweifelsfalle muss man sich eben dann auch noch mal den Ausweis zeigen lassen oder Fahrerlaubnis oder was auch immer."

21.20 Uhr: In Sachsen-Anhalt weiter keine Kontaktlisten in Restaurants

Sachsen-Anhalt wird keine Bußgelder für falsche Angaben beim Restaurantbesuch einführen, weil es die Kontaktlisten gerade erst abgeschafft hat. Laut dem Regierungschef des Landes, Rainer Haseloff (CDU), beschlossen Bund und Länder, dass ein Bußgeld für falsche Angaben nur dort fällig wird, wo es Kontaktlisten gibt - jedoch nicht, dass es überall Listen geben muss. Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag auf 50 Euro Mindestbußgeld geeinigt, wenn ein Gast in einer Gaststätte oder einem Restaurant falsche Angaben zu seiner Person macht. Etwa in Schleswig-Holstein werden sogar bis zu 1.000 Euro fällig.

Bereits bei der letzten Bund-Länder-Verabredung war Haseloff beim Thema Bußgeld ausgeschert: Als einziges Bundesland hat Sachsen-Anhalt kein Bußgeld für Maskenverweigerer eingeführt.

20.56 Uhr: Erstmals mehr als 7.000 neue Fälle an einem Tag in Großbritannien

In Großbritannien sind am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 7.000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es 7.142 Neuinfektionen, wie die zuständige Regierungsbehörde mitteilte. Zudem verdoppelte sich die Zahl der neuen Todesfälle innerhalb einer Woche: Lag die Zahl der Todesfälle mit einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche noch bei 37 Fällen an einem Tag, waren es am Dienstag 71 Todesfälle. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in großen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmaßnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörige verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schließen. Premier Boris Johnson wollte am Mittwoch mit führenden Gesundheitsberatern vor die Presse treten.

20.39 Uhr: Berlin beschließt Maskenpflicht in Büros

Angesichts zuletzt gestiegener Corona- Infektionszahlen in Berlin dürfen private Feiern im Freien künftig nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen, wie es hieß.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bundesweit auf eine neue Linie bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen verständigt. Diese wurden von den Behörden nicht nur in Berlin als Treiber des Infektionsgeschehens ausgemacht.

20.14 Uhr: Drosten betont Zuverlässigkeit von PCR-Corona-Tests

Der Virologe Christian Drosten hat die Zuverlässigkeit der PCR-Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 betont. Angesichts von Behauptungen in sozialen Medien, die Tests seien oft falsch positiv und wiesen mitunter nur Fragmente des Virus nach, sagte der Virologe der Berliner Charité am Dienstag: "Ohne ein volles Virus-Genom gibt es keine Virus-Reste." Es gebe auch keine Verwechslungen mit sonstigen Viren wie etwa anderen Erkältungsviren und Coronaviren, fügte er im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" hinzu. "Die PCR ist da einfach zweifelsfrei." Daten zur Validierung habe schon die erste Publikation zu dem PCR-Test im vorigen Januar enthalten.

"Unsere PCR war zwar die erste, die ist aber längst nicht mehr die einzige", sagte Drosten. "Die Labore sind eigentlich alle inzwischen dazu übergegangen, die Tests von Herstellern zu beziehen. Die haben unsere PCR zum Teil übernommen, zum Teil aber auch ein bisschen modifiziert. Und allen ist gemeinsam, dass die zusätzlich zu unserer Validierung noch mal wieder selber Validierungen gemacht haben." Andernfalls dürfe man solche Tests nicht verkaufen. Das PCR-Verfahren biete "eine sehr wasserdichte Diagnostik".

19.47 Uhr: Merkel rät zu Urlaub im Inland und Italien

Bund und Länder haben angesichts der beginnenden Herbstferien an Bürgerinnen und Bürger appelliert, Reisen in Risikogebiete zu unterlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel empfiehlt den Bürgern Urlaub in Deutschland oder in europäischen Regionen mit geringen Corona-Infektionszahlen. Urlaubsreisen in Risikogebiete seien nicht angezeigt, sagt sie. Man könne auch gut in Deutschland Ferien machen. "Es gibt auch Bereiche in Europa, das sind keine Risikogebiete. Wir haben zum Beispiel noch ein vergleichsweise geringes Infektionsrisiko in Italien." 

19.13 Helene-Fischer-Show muss wegen Corona ausfallen

Die zehnjährige Jubiläumssendung der "Helene-Fischer-Show" muss ausfallen. Diese Konsequenz zog das ZDF, weil die Show aufgrund steigender Infektionszahlen und möglicher neuer Einschränkung nur schwer planbar sei, hieß es. Gegenüber der "Bild" sagte Fischer: "Ich bin unendlich traurig, dass ich das erste Mal nicht live auf der Bühne stehen und meiner Leidenschaft - zu unterhalten - nicht nachgehen kann." Sie wird am 1. Weihnachtstag trotzdem zu sehen sein, in einer dreistündigen Best-Of-Sendung, die den Titel "Meine schönsten Momente" tragen soll.

Die große "Helene-Fischer-Show" war für das ZDF ein Quotengarant - in diesem Jahr muss es leider ausfallen.
Die große "Helene-Fischer-Show" war für das ZDF ein Quotengarant - in diesem Jahr muss es leider ausfallen. © Robert Michael

19.09 Uhr: Michael Kretschmer sieht "Keine weiteren Einschränkungen"

Nach der Ministerpräsidenten-Konferenz mit Angela Merkel äußerte sich Sachsens Michael Kretschmer zuversichtlich: "Weitere Einschränkungen wird es nicht geben", ließ Kretschmer mitteilen und forderte vor allem die Eigenverantwortung der Sachsen heraus: "Es ist richtig, dass die Politik um ein umsichtiges Verhalten der Bürger wirbt! Der gesunde Menschenverstand ist der beste Ratgeber zum Umgang mit dieser besonderen Situation."

18.35 Uhr: Bis zu 1.000 Euro Strafe in Schleswig-Holstein

Wer in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht in Schleswig-Holstein künftig ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. "Das ist Vorsatz, wenn man Kontaktlisten nicht richtig ausfüllt", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel. Mindestens aber soll dafür ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig werden. Das dürfte dann auch für viele Touristen ein Thema werden, die in Schleswig-Holstein an Nord- oder Ostsee Urlaub machen.

17.42 Uhr: 5.000 Euro Strafe wegen illegaler Party in Berlin

Ein Berliner Gastronom muss nach einer Tanzparty 5.000 Euro Bußgeld zahlen. Bei der Veranstaltung seien die Corona-Hygienevorschriften massiv verletzt worden, teilte der Bezirk Berlin-Mitte am Dienstag mit. Seit Ende Juni wurden demnach mehr als 1.000 Anzeigen beim Innendienst des Ordnungsamts erfasst. In dem Bezirk liegen Ausgehmeilen wie die Torstraße. In den vergangenen Monaten löste die Berliner Polizei immer wieder Partys mit teils Hunderten Teilnehmern auf. Angesichts gestiegener Infektionszahlen in der Hauptstadt hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine konsequentere Umsetzung von Corona-Regeln gefordert.

17.29 Uhr: Steigende Zahlen laut Merkel Grund zur Beunruhigung

Die steigenden Corona-Neuinfektionszahlen sind nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel ein Grund zur Beunruhigung. Merkel sagte am Dienstag in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder, es gebe einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen vor allem in Ballungsräumen. Ein erneuter Shutdown, also ein weitgehendes Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wie im Frühjahr, müsse unbedingt verhindert werden. Deshalb werde man regional und lokal zielgenau auf Ausbrüche reagieren.

Deutschland sei gut durch den Sommer gekommen, nun stehe mit dem Herbst und Winter aber eine "schwierigere Zeit" bevor. Man könne sich dem aber entgegenstellen mit den richtigen Maßnahmen. Diese könnten nur durchgesetzt werden, wenn es die Bereitschaft der Bürger gebe, die Regeln zu befolgen, damit sich die Seuche nicht weiter ausbreite. Vorrang habe, die Wirtschaft so weit es gehe am Laufen zu halten und dass Kinder in Schulen und Kitas gehen könnten.

17.13 Uhr: Ab Montag Corona-Notstand in Tschechien

Ab Montag soll in Tschechien für 30 Tage der Notstand gelten. Das teilte Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag mit. Er begründete den Schritt mit den unzureichenden Möglichkeiten seines Ministeriums. Damit solle vor allem der Präsenzunterricht in Schulen unterbrochen werden und tschechische Schüler für 14 von zu Hause aus lernen. 

Wie sich das auf die anstehenden Wahlen auswirkt: Notstand in Tschechien ab Montag geplant

17.10 Uhr: Private Feiern mit maximal 50 Personen

Bund und Länder wollen angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränken. Dies gelte, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

17.03 Keine Maskenpflicht - Weihnachtsmarktbetreiber erleichtert

Nach der Entscheidung der Staatsregierung, für Weihnachtsmärkte keine Maskenpflicht festzulegen, zeigen sich die Betreiber der Dresdner Weihnachtsmärkte erleichtert. Dennoch ist der Normalbetrieb nicht sicher: Überschreiten die Neuinfektionen einen bestimmten Grenzwert, wie derzeit im Vogtland und im Landkreis Zwickau, sind die Gesundheitsämter angehalten, strengere Beschränkungen anzuordnen. Wie die einzelnen Betreiber auf die Nachricht reagieren: Dresdner Weihnachtsmärkte ohne Maskenpflicht.

16.59 Uhr: Streit um Beschränkung privater Feste

Für Feiern in privaten Räumen wird es aller Voraussicht nach keine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer geben, wie dies Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Ministerpräsidenten vorgeschlagen hatte. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Dienstag haben sich hier Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Videoschalte von Merkel und den Länderregierungschefs dagegengestellt. Voraussichtlich werde es in diesem Bereich nur eine Empfehlung geben. Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen solle es aber voraussichtlich eine Beschränkung geben - welche sei noch offen.

16.01 Uhr: Reisen nach Tschechien bald ohne Quarantäne möglich

Kurztrips nach Tschechien sollen trotz der aktuellen Corona-Auflagen bald auch ohne die bisher im Anschluss zwingend vorgeschriebene Quarantäne möglich sein. Demzufolge ist bei Rückkehr auch kein Covid-19-Test nötig. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) erklärte am Dienstag, dass sich Deutsche künftig 48 Stunden lang in Tschechien aufhalten können, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Sachsen will seine Quarantäne-Verordnung entsprechend anpassen. Die Neuregelung soll ab dem 1. Oktober gelten. Tschechische Bürger dürfen sich demnach ohne anschließende Quarantäne aber nur 24 Stunden in Deutschland aufhalten.

Tschechien hat eine erneute Grenzschließung ausgeschlossen. "Im Augenblick droht uns aus den Nachbarländern kein Risiko", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag in Prag. Die Situation sei heute eine andere als im Frühjahr. Tschechien hatte von Mitte März bis Anfang Juni weitreichende Einreisebeschränkungen für Ausländer verhängt. (SZ/gs; dpa)

15.47 Uhr: 50€ Bußgeld bei Falschangaben im Restaurant

Personen, die in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu ihrer Person machen, müssen künftig mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro rechnen. Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

15.39 Uhr: Sachsen stellt Weihnachtsmarkt-Regeln vor

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat am Dienstag Sachsens neue Hygieneverordnung vorgestellt. Darin heißt es, dass für alle Weihnachtsmärkte ein Hygienekonzept vorgeschrieben wird, dass zuvor vom Gesundheitsamt genehmigt werden muss. Darin ist festzulegen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet werden soll. 

Eine datenschutzkonforme Kontaktnachverfolgung in den Bereichen, in denen Speisen und Getränke konsumiert werden, wird empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Darüber hinaus bestehe keine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung. Allerdings müssen die Veranstalter von Weihnachtsmärkten ab 20 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im Landkreis oder in der Kreisfreien Stadt Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen, das dann weitere Schutzmaßnahmen anordnen kann.

Weihnachtsmarkt-Bummel ohne Maske: Nach Willen von Sachsens Staatsregierung soll das möglich sein.
Weihnachtsmarkt-Bummel ohne Maske: Nach Willen von Sachsens Staatsregierung soll das möglich sein. © Symbolfoto: dpa/Philipp von Ditfurth

15.27 Uhr: 62 Neuinfektionen und ein Todesfall in Sachsen

In den vergangenen 24 Stunden gab es in Sachsen nachweislich weitere 62 Neuinfektionen, ein Mensch starb. Das teilte Sozialministerin Petra Köpping am DIenstag mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten auf insgesamt 7194, mit 233 Todesfällen. Köpping zufolge werden derzeit 96 Covid-19-Patienten im Krankenhaus behandelt, zwölf davon auf der Intensivstation. In den Landkreisen Vogtland und Erzgebirge wird die Rate von 20 Neuinfektionen auf 100.000 binnen einer Woche derzeit überschritten, weshalb dort schärfere Regeln gelten als im Rest des Landes.

14.32 Uhr: EU-Warnapps tauschen Daten aus

In elf EU-Staaten können Nutzer von Corona-Warn-Apps noch in diesem Herbst ihre Kontakt-Daten anonym länderübergreifend abgleichen und sich so vor möglichen Infektionen warnen lassen. Eine entsprechende Schnittstelle für Smartphones in einer ersten Staatengruppe sei seit Anfang dieser Woche aktiv, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Europäischen Kommission in Brüssel. Das Gateway soll am 17. Oktober mit den Datenbeständen der jeweiligen nationalen Corona-Warn-Apps verbunden werden.

Man habe das neue System zunächst mit sechs Ländern getestet - Ziel sei es, bis Mitte oder Ende Oktober dann elf EU-Mitglieder in einer "ersten Welle" dabei zu haben. Dazu gehören den Angaben zufolge Deutschland, Österreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Irland, Italien, Lettland, die Niederlande, Polen und Spanien. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen.

13.55 Uhr: Schüler fordern Mitsprache bei Corona-Maßnahmen


Die Bundesschülerkonferenz fordert direkte Mitsprache bei Verhandlungen über Corona-Maßnahmen im Bildungsbereich. "Beratungen auf Bundesebene, wie beispielsweise der Schulgipfel in der letzten Woche im Bundeskanzleramt, dürfen nicht ohne Beteiligung der direkt Betroffenen stattfinden", erklärte die Organisation am Dienstag. Nur so könnten "soziale und kindheitspädagogische Aspekte berücksichtigt und Anregungen sowie Bedenken der Schülerinnen und Schüler bestmöglich mit einbezogen werden", erklärten Bundesschülerkonferenz und das Kinderhilfswerk gemeinsam. Die Fachkräfte im Bildungsbereich gehörten mit ihren Interessensvertretungen ebenfalls an den Beratungstisch.

Das Kinderhilfswerk blickt mit Sorge auf die nächsten Monate. "Als hätten wir aus den letzten Monaten nichts gelernt, steuern wir sehenden Auges in ein bildungspolitisches Corona-Desaster", erklärte Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mache sich Sorgen, "dass die Pandemie wieder den Unterricht in den Schulen gefährdet", sagte sie am Dienstag. 

13.07: Zwei Dresdner entwickeln Kontaktlisten-App

Mit einer App gegen die Papierlisten: Die beiden Dresdner Marius Gebert und Jonas Kellert wollen Veranstaltern in Sachsen mit einem digitalen Formular den Einlass ihrer Gäste erleichtern und die Kontaktnachverfolgung verbessern. Und so funktioniert ihre Web-App "Guestident": Junge Dresdner lösen ein Corona-Problem

12.40 Uhr: So kommen Urlauber an den Corona-Test

Für einige Länder benötigen Reisende mittlerweile einen negativen Corona-Test. Den Nachweis zu bekommen, ist manchmal gar nicht so einfach. Was Reisende wissen müssen, die einen negativen Test brauchen, lesen Sie hier: Wie Urlauber an ihren Corona-Test kommen.

12.14 Uhr: Kein Corona an Bord: "Mein Schiff 6" darf bald weiterfahren

Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" wird seine Reise fortsetzen können - vermeintliche Corona-Fälle bei zwölf Crew-Mitgliedern an Bord haben sich am Dienstag als Fehldiagnose des zuständigen Labors herausgestellt. Die Seeleute waren am Dienstag erneut getestet worden, und zwar sowohl von der Reederei Tui Cruises als auch zwei Mal von den griechischen Behörden. Die Ergebnisse waren dabei stets negativ, teilte Tui Cruises mit. Auch die Ergebnisse der abschließenden dritten Testreihe der griechischen Behörden stellten sich schließlich am Dienstagmittag als negativ heraus, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete.

Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Corona-Tests dort waren alle negativ.
Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Corona-Tests dort waren alle negativ. © Socrates Baltagiannis/dpa

11.58 Uhr: Kretschmer will keine schärferen Corona-Regeln für Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will keine verschärften Corona-Regeln für Sachsen. «Im Umgang mit Corona brauchen wir keine zusätzliche Verunsicherung. Wir brauchen Zuversicht und Umsicht», twitterte der Regierungschef am Dienstag. Man wisse, wie die Krankheit übertragen werde. «Wenn wir uns an bestehende Abstands- und Hygieneregeln halten, kommen wir gut durch die nächsten Monate.» Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor - keine pauschalen Maßnahmen.

Die Diskussion komme aus anderen Bundesländern, wo man teils die Erkrankungen nicht mehr nachvollziehen könne, sagte Kretschmer dem Radiosender «MDR Sachsen». Daher müsse dort mit anderen Maßnahmen gearbeitet werden. «Es ist kein Thema, was den Freistaat Sachsen betrifft. Deswegen wird es hier diese Verschärfungen auch nicht geben.» Sollte es in einer Region einen Ausbruch geben, seien punktuelle Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Sachsen setze dabei aber vor allem auf die Eigenverantwortung der Menschen - vor Ort und in den Behörden, betonte Kretschmer im MDR.

11.46 Uhr: Scholz: In der Krise muss man zeigen, wer man ist

Mit einem engagierten Plädoyer hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) für mehr Solidarität in der Corona-Krise geworben. Im Bundeshaushalt für 2021 gehe es um viel Geld, «aber es geht auch darum, wie wir eigentlich sein wollen», sagte der Finanzminister am Dienstag im Bundestag. «Denn in der Krise muss man zeigen, wer man ist.» Deutschland präsentiere sich als demokratische Land mit leistungsfähigem Föderalismus, das wisse, «wo es hingeht». Es gehe nicht nur darum, die Corona-Krise zu bekämpfen, sondern weiter auch darum, den Klimawandel aufzuhalten, zusammenzuhalten und ein soziales Land zu sein. Wirtschaftliches Wachstum dürfe nicht darauf gründen, dass es einigen im Land schlecht gehe, betonte Scholz. 

11.25 Uhr: Kreis Bautzen: Mehr Camper durch Corona

Die Saison startete in diesem Jahr verspätet - und bescherte den Campingplatz-Betreibern vielerorts trotzdem ein Plus bei der Gästezahl. Falk Nowotnick vom Campingpark Silbersee in Lohsa bestätigt, was die meisten anderen Campingplatz-Betreiber sagen. 2020 seien im Landkreis zwar deutlich weniger ausländische Gäste etwa aus Tschechien, den Niederlanden, Schweden oder Frankreich zu Besuch gewesen, aber dafür eben deutlich mehr deutsche als in den Vorjahren. Einige Plätze sind sogar komplett ausgebucht.  Wo sich die meisten Urlauber tummeln, lesen sie hier (SZ+).

10.46 Uhr: Laut Ifo-Institut hält Aufwärtstrend in ostdeutscher Wirtschaft an

Die Erholung der ostdeutschen Wirtschaft setzt sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts fort. Die Stimmung habe sich im September sowohl bei der Einschätzung der Lage als auch bei den Geschäftserwartungen weiter verbessert, teilte das Institut am Dienstag mit. Der Geschäftsklimaindex kletterte den Angaben zufolge binnen Monatsfrist von 94,5 auf 95,8 Punkte. Das Vorkrisenniveau sei aber noch nicht wieder erreicht, hieß es.
Die von der Corona-Krise teils schwer getroffene Industrie zeigte sich erstmals seit Beginn der Pandemie wieder zuversichtlich: Das Geschäftsklima besserte sich im September kräftig - das verarbeitende Gewerbe beurteilte sowohl die aktuellen Geschäfte als auch die Erwartungen für die nächsten Monate deutlich zuversichtlicher. Auch im ostdeutschen Handel stieg die Stimmung laut Ifo-Ökonomen deutlich. Verhaltener gaben sich hingegen das Baugewerbe und die Dienstleistungsbranche.  

Auch der Handel in Ostdeutschland ist zuversichtlich, was die Zukunftsaussichten betrifft.
Auch der Handel in Ostdeutschland ist zuversichtlich, was die Zukunftsaussichten betrifft. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

10.34 Uhr: Berliner Senat berät gleich zweimal über strengere Corona-Regeln

Der Berliner Senat berät am Dienstag gleich zweimal über strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei der ersten Sitzung, die um 10 Uhr begann, wollten die Senatsmitglieder zunächst ausgiebig diskutieren, aber noch nichts beschließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr. Nach einer Schaltkonferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die um 14 Uhr beginnen soll, will der Senat dann erneut zusammenkommen und voraussichtlich auch Beschlüsse fassen.

10.09 Uhr: Hamburger Fischmarkt unter Corona-Regel: Händler macht nicht mit

Nach sieben Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie soll der Hamburger Fischmarkt nach einem Bericht von «bild.de» ab Ende Oktober wieder stattfinden. Einer der bekanntesten Händler des Marktes will allerdings die neuen Bedingungen nicht akzeptieren. Wegen der Verlegung der Marktzeit von frühmorgens auf 11 bis 15 Uhr werde «Aale-Dieter» die Veranstaltung boykottieren. «Ich mache nicht mit. So etwas kann ich nicht unterstützen. Auch wenn mir das wirtschaftlich weh tut», sagte der 82-jährige Dieter Bruhn der Zeitung (Dienstag). «Um diese Uhrzeit wollen die Leute Kaffee trinken und Kuchen essen, aber doch keinen Fisch kaufen.»

Seit Mitte März müssen Touristen und Hamburger wegen der Corona-Pandemie auf den 300 Jahre alten Fischmarkt verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut. Viele Nachtschwärmer gingen nach einem Abend auf dem Kiez direkt zum Fischmarkt. Diese Möglichkeit soll es nun nicht mehr geben, da die Behörde befürchtete, dass die Corona-Regeln unter den Partygängern nicht immer eingehalten werden. Das Anfang September bekannt gewordene Schutzkonzept sieht höchstens 500 Besucher und 60 Händler vor. Das Gelände soll umzäunt werden mit einem getrennten Ein- und Ausgang und einer Einbahnstraßen-Regelung. Zum Start sollen 20 Sicherheitskräfte den Einlass regeln und auf die Einhaltung der Abstandsregeln achten.

Einer der üblicherweise 120 Händler, der Marktschreier "Nudel-Olli", preist seine Waren den Besuchern des Hamburger Fischmarkts an.
Einer der üblicherweise 120 Händler, der Marktschreier "Nudel-Olli", preist seine Waren den Besuchern des Hamburger Fischmarkts an. © Axel Heimken/dpa (Archiv)

9.56 Uhr: Öffentliche Schulden wegen Corona-Pandemie auf Höchststand

Die Corona-Krise hat die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung bei Banken und Privatunternehmen auf einen Höchststand steigen lassen. Die Summe betrug 2108,9 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Dies sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 um rund elf Prozent oder 210,1 Milliarden Euro.

Der Anstieg sei «im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise aufnahmen», erklärte das Bundesamt. Er betraf demnach bis auf die Sozialversicherung alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts. Im zweiten Quartal 2020 erhöhten sich die Schulden im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres um knapp acht Prozent oder 153,5 Milliarden Euro.

Mit 13,7 Prozent auf 1351,5 Milliarden Euro stieg die Verschuldung des Bundes am meisten. Unter den Bundesländern war dies prozentual in Sachsen (plus 89,6 Prozent), Bayern (plus 30,6 Prozent) und Bremen (plus 20,4 Prozent) der Fall. Den größten absoluten Zuwachs verzeichnet die Statistik für Nordrhein-Westfalen (plus 17,0 Milliarden Euro), Bremen (plus 6,1 Milliarden Euro) und Niedersachsen (plus 4,1 Milliarden Euro). Überwiegend sei auch hier die Corona-Pandemie Ursache gewesen, erklärte das Bundesamt.

9.27 Uhr: Saarlands Ministerpräsident plädiert für einheitliche Corona-Maßstäbe

Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU), wünscht sich bundesweit einheitliche Maßstäbe zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens. Je nach Region brauche es unterschiedliche Maßnahmen, aber nach einem gleichen Maßstab, sagte er am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin». Hans bezog sich insbesondere auf Infektionen bei privaten Feiern, die in der Vergangenheit sogar zu Schulschließungen geführt hatten. «Das ist einfach unsolidarisch.» Das Virus sei besonders tückisch, weil es dort zuschlage, wo man sich besonders nah ist.

Drei Dinge hätten laut Hans bislang besonders gut geholfen, durch die Pandemie zu kommen: «Erstens unser gut aufgestelltes Gesundheitssystem (...). Zweitens: Die Bevölkerung hat mitgemacht, weil sie eben auch verstanden hat, was es jetzt gilt. Und drittens: Wir waren vor der Zeit und haben schnell reagiert, bevor es zu spät war.» 

9.03 Uhr: Friseurbesuche wegen Corona deutlich teurer

Während der Corona-Pandemie sind Friseurbesuche in Deutschland deutlich teurer geworden. Im August mussten die Kunden im Schnitt 6,3 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Gründe sind der erhöhte Mindestlohn sowie die zusätzlichen Kosten zur Umsetzung der Hygieneauflagen. Der Preisanstieg wird seit der Wiedereröffnung der Salons im Mai beobachtet. Zudem dürfen keine Trockenhaarschnitte mehr angeboten werden, was wegen der zusätzlichen Haarwäsche insbesondere die durchschnittlichen Preise für Schnitte bei Kindern (+9,4 Prozent) und Männern (6,5 Prozent) nach oben trieb. Frauen mussten 5,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. 

Frisörbesuche sind wegen der Corona-Beschränkungen teurer geworden.
Frisörbesuche sind wegen der Corona-Beschränkungen teurer geworden. © Bernat Armangue/AP/dpa

8.47 Uhr: Fast 2.100 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.089 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 287.421 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 29.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.460. Das sind elf mehr als am Vortag. Rund 254.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Corona-Fälle träten besonders in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf, hieß es im aktuellen Lagebericht des RKI. Der Anteil der Reiserückkehrer unter den Fällen gehe zurück. Es würden wieder vermehrt Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet.

8.15 Uhr: AfD-Haushälter zweifelt an Grundlage für Neuverschuldung

Die Haushälter der AfD im Bundestag halten die Neuverschuldung im Bundeshaushalt 2021 für überzogen. «Man muss über diese Schulden reden - auch in Corona-Zeiten», sagte der haushaltspolitische Sprecher der Partei, Peter Boehringer im ARD-«Morgenmagazin» am Dienstag. Die Haushalte der Jahre 2020 und 2021 seien «überzogen corona-geprägt». Boehringer ist auch Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag. «Natürlich geht das auf Kosten zukünftiger Generationen und es ist in dieser Form verfassungswidrig», sagte Boehringer. Die Schuldenbremse könne nur ausgesetzt werden, wenn sich die haushalterische Notlage der Kontrolle des Staates entzieht und das könne man im dritten Corona-Haushalt (...) wirklich nicht mehr sagen», so Boehringer.

8.04 Uhr: Kreuzfahrtschiff mit Corona-Fällen legt in Piräus an

Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» mit mehreren Corona-Infizierten an Bord hat am frühen Dienstagmorgen in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Sofort gingen Experten der Gesundheitsbehörde (Eody) an Bord, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Alle Reisenden und Crewmitglieder sollen einen Coronavirus-Test machen. Die ersten Schnelltests seien negativ gewesen, berichtete das Staatsfernsehen. Die 922 Urlauber und die die 666 Besatzungsmitglieder müssten aber bis auf Weiteres an Bord bleiben.

Am Montag war bekannt geworden, dass zwölf Crewmitglieder an Bord positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Sie seien auf dem Schiff isoliert worden, teilte die Reederei Tui Cruises mit. Das Schiff war am Sonntagabend von der kretischen Hafenstadt Heraklion ausgelaufen.

7.55 Uhr: Bildungsministerin: Pandemie könnte wieder Unterricht gefährden 

Vor dem Spitzengespräch von Bund und Ländern über neue staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise fordert Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erhöhte Anstrengungen, um den Schulbetrieb sicherzustellen. "Als Bundesbildungsministerin mache ich mir insbesondere Sorgen, dass die Pandemie wieder den Unterricht in den Schulen gefährdet", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Noch sei die Zahl der Schüler in Quarantäne überschaubar, das müsse aber nicht so bleiben. Die Gesellschaft könne es verhindern, wenn weiter die Grundregeln zur Bekämpfung der Pandemie eingehalten werden, sagte die Ministerin. "Aber auch in den Schulen selbst muss von allen Beteiligten diese Disziplin unbedingt aufgebracht werden."

Karliczek warnte, die Entwicklung sei besorgniserregend, auch wenn Deutschland momentan noch weit unter den Ziffern in Frankreich oder Spanien liegen. Davon dürften die Deutschen sich nicht täuschen lassen. "Eine solche Entwicklung kann auch bei uns eintreten", sagte die Ministerin. "Es ist kein Naturgesetz, dass Deutschland auch in Zukunft besser als die meisten anderen Länder mit der Infektion fertig werden wird." Wichtig sei, dass bei Verdacht einer Erkrankung die Schüler, aber auch die Lehrerinnen und Lehrer einen möglichst einfachen Zugang bekommen, um sich testen zu lassen. "Ich hoffe, dass die Schnelltests bald breit verfügbar sind." Insgesamt müsse wieder mehr auf die Einhaltung der Regeln geachtet und diese auch durchgesetzt werden, wenn Appelle nichts nützten. Die Zeiten blieben weiter anstrengend und sehr fordernd. 

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung © Bernd von Jutrczenka/dpa

7.45 Uhr: Bund schlägt Obergrenze für Feiern und Alkohol-Einschränkungen vor

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen schlägt der Bund für Feiern in privaten Räumen eine Obergrenze von 25 Teilnehmern vor. In öffentlichen Räumen solle die Grenze bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es in einem Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag. Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor - keine pauschalen Maßnahmen. Angesichts der Infektionszahlen sollten derzeit keine weiteren Öffnungsschritte zugelassen werden, heißt es in dem Papier weiter. Die Details des Entwurfes finden sie hier. 

7.15 Uhr: Wege aus der Krise: Sachsens Kreativbranche trifft sich in Zwickau

Ausgefallene Konzerte, geschlossene Clubs, verschobene Projekte: Sachsens Kreativwirtschaft ist von der Corona-Pandemie hart gebeutelt. Nun kommt die Branche in Zwickau zusammen, um über Licht- und Schattenseiten der vergangenen Monate zu diskutieren. "Die BetaKonferenz soll zum einen die Möglichkeit zum Austausch geben. Zugleich wollen wir aber auch Mut machen und schauen, welches Potenzial, welche Chancen sich bieten", sagte Projektleiter Christian Rost von "Kreatives Sachsen" im Vorfeld der Deutschen Presse-Agentur.

Das Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft organisiert die Tagung am Dienstag zum dritten Mal. Corona-bedingt könnten in diesem Jahr im Zwickauer Audi-Bau, wo derzeit die 4. Sächsische Landesausstellung läuft, nur 120 Teilnehmer dabei sein. Dem Verband zufolge sind sachsenweit rund 70.000 Menschen in der Kreativwirtschaft tätig, etwa 30.000 davon als Freiberufler und Selbstständige. 

5.48 Uhr: Masken-Frust in Schönfeld

Mit Straßen-Plakaten wenden sich Einwohner gegen die Corona-Maßnahmen. Schönfelds Bürgermeister toleriert den Protest. Mehr dazu lesen Sie hier (SZ+)

5.15 Uhr: UN-Chef: Mehr als eine Million Corona-Tote "qualvoller Meilenstein" 

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Zahl von mehr als einer Million Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, als "qualvollen Meilenstein" bezeichnet. "Es ist eine betäubende Zahl", sagte Guterres laut Mitteilung in der Nacht zum Dienstag in New York. "Trotzdem dürfen wir nie die einzelnen Leben aus dem Blick verlieren: Es waren Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Brüder, Schwestern, Freunde und Kollegen."

Guterres rief die Menschen weltweit auf, sich weiter an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten sowie Masken anzuziehen. "Wir können diese Herausforderung überwinden." Dafür brauche es verantwortungsbewusste Führungsstärke, Wissenschaft und weltweite Zusammenarbeit.

Zuvor war aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgegangen, dass seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben sind. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Der WHO erfasste bis Montag mehr als 996.000 Todesfälle und gut 33 Millionen bekannte Infektionen. Die Coronavirus-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. 

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

23.01 Uhr: Beschlussvorlage mit Bußgeldern, Beschränkung für Feiern und möglichem Alkoholverbot

Der Bund will angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus derzeit keine weiteren Öffnungsschritte zulassen. Um eine korrekte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sollen Ordnungsbehörden Verstöße etwa bei falschen persönlichen Angaben in Restaurants mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro belegen können, heißt es in einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag.

Die gleiche Vorlage schlägt außerdem vor, die Beschränkung von Feiern in privaten Räumen auf 25 Teilnehmer festzusetzen. In öffentlichen Räumen solle die Beschränkung bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es weiter.  Um Infektionen in der Gastronomie zu minimieren, müssten darüber hinaus  bei ansteigendem Infektionsgeschehen "zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden." Diese Regelungen sind Vorschläge, die in der Konferenz diskutiert werden sollen. 

Zudem wird im Papier die Einrichtung von Fieber-Ambulanzen, sowie die saisonale Influenzaimpfung für Menschen ab 60, zudem für Schwangere, Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie für medizinisches Personal und beruflich besonders Exponierte.

Weiter sollen die Länder nach dieser Vorlage bereits vor Erreichen einer Infiziertenzahl von 50 pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen ein "geeignetes Frühwarnsystem einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden". 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte am Montag getwittert, "Im Kampf gegen Corona brauchen wir keine neue Richtung aus Berlin." Er setze auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Es dürften am Dienstag zähe Verhandlungen zwischen Bund und Ländern bevorstehen.

21.38: Tschechische Regierung will Ausnahmezustand verhängen

Angesichts steigender Corona-Zahlen will Tschechien wieder den Ausnahmezustand verhängen. Das sei sicherlich notwendig, sagte Regierungschef Andrej Babis von der populistischen Partei ANO am Montagabend im Fernsehsender Nova. Er gehe davon aus, dass das Kabinett am Mittwoch in Prag zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um diesen Schritt zu beschließen.

Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr für zwei Monate und war Ende Mai ausgelaufen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen.

In Tschechien sollen am Freitag und Samstag Regionalwahlen sowie Ergänzungswahlen in einem Drittel der Wahlkreise zum Senat, dem Oberhaus des Parlaments, stattfinden. Eine Verschiebung hatte die Regierung zuletzt ausgeschlossen. Bei der Stimmabgabe soll eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Tschechien hatten in den letzten 14 Tagen die höchste Zahl an Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich. Am Sonntag kamen 1.305 Fälle hinzu, wie aus Behördendaten hervorging. Das war der höchste Zuwachs an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überstieg die Schwelle von 600. Deutschland hat eine Reisewarnung für ganz Tschechien ausgesprochen.

Tschechien leidet unter steigenden Infektionszahlen - die Regierung unter Andrej Babis will nun den Ausnahmezustand verhängen.
Tschechien leidet unter steigenden Infektionszahlen - die Regierung unter Andrej Babis will nun den Ausnahmezustand verhängen. © Roman Vondrous/CTK/dpa

21.18 Uhr: WHO will Schnelltests für ärmere Länder organisieren

Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzt auf Corona-Schnelltests zur Bekämpfung der Pandemie in ärmeren Ländern. 120 Millionen sogenannte Antigen-Tests sollen für 133 Länder mit kleinen und mittleren Einkommen zur Verfügung gestellt werden, kündigte die WHO am Montagabend in Genf an. Das soll umfangreiche Tests an Orten ermöglichen, an denen der Nachweis des Virus-Erbguts im Labor (ein sogenannter PCR-Test, wie er standardmäßig zum Nachweis des Virus genutzt wird) nur schwer oder zu langsam möglich ist.

Für das Projekt im Rahmen der WHO-Kampagne "ACT-Accelerator" (Access to Covid-19 Tools Accelerator) hat die Bill and Melinda Gates Stiftung demnach einen Vertrag mit den Herstellern SD Biosensor und Abbott geschlossen, der die Abnahme von 120 Millionen Tests zum Stückpreis von 5 US-Dollar garantiert. Insgesamt wären dafür 600 Millionen US-Dollar nötig. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria steuert 50 Millionen US-Dollar bei. Darüber hinaus erwarte man Unterstützung von anderen internationalen Institutionen wie Unicef und Weltbank sowie Staaten, sagte der Chef des Fonds, Peter Sands.

20.43 Uhr: Bayern prüft Verlängerung der Teststation

Angesichts der hohen Corona-Neuinfektionszahlen unter anderem in Teilen Österreichs erwägt Bayern eine Verlängerung für die Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe. Man prüfe derzeit die kurzfristige Verlängerung des Testangebotes für Reiserückkehrer, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend mit. "Dies geschieht auch mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen in grenznahen Regionen in Österreich und Tschechien, die in den zurückliegenden Tagen zu Risikogebieten erklärt wurden." Zudem seien die neuen, überarbeiteten Einreisequarantäneregeln des Bundes für Rückkehrer aus Risikogebieten noch nicht veröffentlicht worden.

Eigentlich hatte das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 8. September beschlossen, die Corona-Teststationen an den Autobahnen, an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg und am Zentralen Omnibusbahnhof München zum Ende der Sommer-Hauptreisezeit einzustellen - und zwar bis zum 30. September, das wäre an diesem Mittwoch. Die Autobahn-Teststationen befinden sich an den Raststätten Donautal-Ost (A3), Hochfelln-Nord (A8) und Heuberg (A93). Nun könnte sich dies wieder ändern und der Termin nach hinten verschoben werden.

Bayern will seine Corona-Teststationen länger betreiben als ursprünglich geplant.
Bayern will seine Corona-Teststationen länger betreiben als ursprünglich geplant. © dpa

20.19 Uhr: Niederlande verschärfen Regeln für drei Wochen

Die Niederlande verschärfen angesichts schnell steigender Fallzahlen ihre Corona-Regeln für zunächst drei Wochen. "Jeder hat die alarmierenden Berichte gesehen", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Montagabend in Den Haag. Daraus müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden. Dazu gehört, dass ab Dienstagabend alle Sportveranstaltungen ohne Publikum stattfinden müssen. Cafés und Restaurants müssen um 22.00 Uhr schließen und dürfen ab 21.00 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen. Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40.

Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Die Niederlande sind bei Gesichtsmasken bisher sehr zurückhaltend gewesen. Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen. Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten. "Entweder wir schaffen es, die Zahl der Infizierungen zu senken oder wir schaffen es nicht", sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. "Dann sind härtere Maßnahmen nötig." Dies könne die Stilllegung des gesamten Gastronomie-, Sport- und Kultursektors sein. Es gehe dann wieder in Richtung Lockdown.

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den Niederlanden zuletzt stark angestiegen. Am Samstag gab es laut der Universität Johns Hopkins rund 2760 Neuinfektionen in dem Land mit rund 17,5 Millionen Einwohnern. Die täglichen Fallzahlen waren damit höher als in Deutschland, das mehr als viermal so viele Einwohner hat.

19.54 Uhr: 950 Menschen in Bielefeld in Quarantäne

Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen im nordrhein-westfälischen Bielefeld infolge einer Familienfeier befinden sich 950 Schüler und Lehrkräfte in Quarantäne. Betroffen seien zehn Schulen, teilte die Stadt Bielefeld am Montag mit. Jenseits der Schulen gebe es zudem aktuell mehr als 560 Menschen, die in Quarantäne seien - ein Großteil davon sei aber ohne Bezug zu der Familienfeier.

Der Anstieg der Fallzahlen sorgte am Montag für großen Andrang an einer städtischen Drive-In-Teststation. Die Stadt bat die Bürger am Mittag darum, die Station am Montag nicht mehr anzufahren. "Das Testzentrum ist überlaufen, und der Verkehr staut sich bereits zurück", hieß es in einer Mitteilung. In der 334.000-Einwohner-Stadt gab es am Montag nach Schätzung des Landeszentrums Gesundheit NRW 130 infizierte Personen. Laut RKI haben sich in den vergangenen sieben Tagen 16,8 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Ab einem Wert von 35 müssen die Behörden in NRW besondere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung einleiten.

18.45 Uhr: Bund will sich Rekordsumme leihen

Der Bund will sich zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise eine Rekordsumme an den Finanzmärkten leihen. Allein in den Monaten Oktober bis Dezember sollen Bundeswertpapiere in einem Volumen von 50,5 Milliarden Euro platziert werden, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Montag mit. Das sind sechs Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant. Für das gesamte Jahr wird ein Volumen von 407 Milliarden Euro angepeilt, die höchste Summe seit Gründung der Finanzagentur vor 20 Jahren.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat die Bundesregierung eine deutliche Ausweitung der Staatsverschuldung beschlossen. Die deutsche Wirtschaft ist in eine tiefe Rezession gerutscht. Außerdem sorgt die Krise für starke Ausfälle bei den Steuereinnahmen.

Das Volumen der Wertpapiere, die am Markt platziert werden, liegt damit deutlich höher als im Jahr 2009, als die deutsche Wirtschaft im Zuge der globalen Finanzkrise in eine tiefe Rezession gerutscht war. Für das Jahr 2009 bezifferte die Finanzagentur das Emissionsvolumen auf 334 Milliarden Euro.

18.24 Uhr: Drei Kinder in Bautzner Grundschule infiziert

Wie am Montag bekannt wurde, ist bei drei der am Sonntag getesteten Schüler der Curie-Grundschule in Bautzen das Coronavirus nachgewiesen worden. Sie hatten sich aller Wahrscheinlichkeit nach bei ihrer Lehrerin angesteckt. Das Bautzener Landratsamt teilt dazu mit: "Damit ist erstmals in einer betroffenen Schule das Virus weitergegeben worden." Die Eltern der betroffenen Schüler seien noch am Montag informiert worden, die Ermittlung weiterer Kontaktpersonen stehe als nächstes an, teilt das Gesundheitsamt mit. Die betroffene Lehrerin hatte sich nach ersten Erkenntnissen nicht in der Schule, sondern im Familienkreis mit dem Virus infiziert, so das Landratsamt.

Wie die Schule jetzt umplanen muss: Bautzen: Drei Schüler positiv getestet

17.58 Uhr: Nur fünf Prozent planen Auslandsreise in Herbstferien

Nur jeder zwanzigste Mensch in Deutschland will einer Umfrage zufolge in den Herbstferien trotz Corona-Pandemie ins Ausland reisen. Demnach gaben fünf Prozent der Befragten in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, dass sie nach wie vor planen, ins Ausland zu reisen. Neun Prozent planen für die Ferien nach wie vor eine Reise innerhalb Deutschlands. Sieben Prozent der Befragten gaben an, wegen der Corona-Krise eine geplante Auslandsreise in den Herbstferien nicht anzutreten. Zwei Prozent der Befragten werden eine im Inland geplante Reise platzen lassen. Mehr als zwei Drittel der Befragten hingegen (70 Prozent) planen überhaupt keine Reise in den Herbstferien. 

Besonders selten sagten Befragte ab 55 Jahren, dass sie nach wie vor eine Reise ins Ausland planten (3 Prozent). Am häufigsten gab dies die junge Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen (10 Prozent) an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Freitag angesichts steigender Corona-Infektionszahlen von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. In den ersten Bundesländern beginnen die Herbstferien am 5. Oktober.

17.38 Uhr: Verbrauchenzentrale verklagt Lufthansa wegen Ticketerstattung

Wegen der schleppenden Ticketerstattung bei stornierten Flügen hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nun die Lufthansa verklagt. Die Verbraucherschützer hatten das Unternehmen abgemahnt, die Kunden über ihre Rechte zu informieren, das Recht auf schnelle Erstattung nicht zu verschweigen und zudem den Flugpreis innerhalb der gesetzlichen Frist von sieben Tagen zurückzuzahlen. Da die Fluggesellschaft nicht auf die Abmahnung reagiert habe, sei nun Klage beim Landgericht Köln erhoben worden, berichtete die Zentrale am Montag. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Die vom Staat gestützte Lufthansa hatte in der Corona-Krise seit März Millionen Tickets storniert und nicht fristgemäß erstattet, wie sie selbst eingeräumt hat. Im laufenden Jahr seien inzwischen konzernweit Tickets in einem Gesamtwert von 2,8 Milliarden Euro an rund 6,6 Millionen Passagiere erstattet worden, hatte es vor zehn Tagen geheißen. Offen seien noch rund 900 000 Vorgänge. Die Klage des Verbandes sei noch nicht eingegangen, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag in Frankfurt. Zu laufenden Verfahren werde man sich nicht äußern.

17.05 Uhr: 91 Infektionen in Sachsen über das Wochenende

In Sachsen ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen übers Wochenende um 91 Fälle gestiegen. Wie aus der am Montag veröffentlichten Übersicht des Gesundheitsamtes hervorgeht, waren damit insgesamt 7132 Menschen im Freistaat nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Am höchsten war die Zahl der Neuinfektionen mit 17 Betroffenen im Landkreis Zwickau. In den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz gab es jeweils 10 Neuinfektionen. Neue Todesfälle waren nicht zu verzeichnen - die Zahl blieb mit 232 unverändert. In Chemnitz zieht die Corona-Test-Ambulanz der Kassenärztlichen Vereinigung unterdessen um in die kleine Messehalle. Am Klinikum Chemnitz sollen die bisher zur Verfügung gestellten Räume wieder für die normale Versorgung von Patienten genutzt werden, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

16.41 Uhr: Meißner Jugendweiheverein widerspricht Vorwürfen

Der Sächsische Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe hat einem Bericht von sächsische.de widersprochen, wonach das Hygienkonzept bei den Feierstunden am Sonnabend in Coswig gescheitert sei.

Bei einer Veranstaltung in der Coswiger Börse am Samstag hatten sich nach Augenzeugenberichten Hunderte Menschen eng aneinander vorbegedrängt. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wurde nur teilweise befolgt, auch Kontrollen gab es nicht. Der Verein sagt trotzdem, dass das Hygienekonzept gegriffen habe.

Das ganze Statement des Jugendweihevereins lesen Sie hier.

Bei der Jugendweihe-Feier am Samstag war Abstand nicht das Gebot der Stunde - mehrere Teilnehmende meldet sich im Nachhinein bei sächsische.de.
Bei der Jugendweihe-Feier am Samstag war Abstand nicht das Gebot der Stunde - mehrere Teilnehmende meldet sich im Nachhinein bei sächsische.de. © privat

16.06 Uhr: Supercup zwischen Bayern und Dortmund ohne Zuschauer

Der deutsche Supercup zwischen Triple-Gewinner FC Bayern München und Vizemeister Borussia Dortmund an diesem Mittwoch in München findet ohne Zuschauer statt. Das bestätigte die Stadt München am Montag mit einer Pressemitteilung. Demnach hat dies der städtische Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) unter Leitung von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beschlossen und sich auf ein generelles Vorgehen verständigt, wann Sportveranstaltungen ohne Zuschauer beziehungsweise mit reduzierter Zuschauerzahl stattfinden.

Der Stab bezog sich in seiner Entscheidung auf die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Liegt dieser offiziellen Angaben zufolge in der Landeshauptstadt unter 35, findet die Veranstaltung mit reduzierter Zuschauerzahl statt, nämlich bis zu 20 Prozent der Stadien- oder Hallenkapazität. Liegt der Wert bei 35 oder darüber, sind keine Zuschauer erlaubt. Im Konzept der Deutschen Fußball Liga gilt das Pandemie-Level ab 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner als hoch.

15.35 Uhr: Deutscher Aktienmarkt mit positivem Trend

Der deutsche Aktienmarkt hat seine jüngsten Verluste abgeschüttelt und ist mit deutlichen Gewinnen in die neue Woche gestartet. Gefragt waren vor allem Aktien konjunkturabhängiger Unternehmen. Positive Impulse kamen von den US-Börsen, die am Freitag und auch vorbörslich am Montag merklich zulegten. Der Dax notierte am Nachmittag 3,15 Prozent höher bei 12 862,11 Punkten. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex fast fünf Prozent eingebüßt und war zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel gewann am Montagnachmittag 2,15 Prozent auf 27 021,45 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um rund 2,7 Prozent vor. Papiere des Turbinenherstellers MTU gewannen 3,7 Prozent und jene des Flugzeugbauers Airbus 3,8 Prozent. Lufthansa verteuerten sich um 3,3 Prozent und Fraport um 2,8 Prozent. Papiere des Shoppingcenter-Betreibers Deutsche Euroshop legten um 5,5 Prozent zu und Aroundtown um 4,0 Prozent.

Optimistische Aussagen von BMW zum wichtigen chinesischen Absatzmarkt trieben den Aktienkurs um 3,5 Prozent nach oben. Ein neuer Chef für die Commerzbank ist am Montag an der Börse gut aufgenommen worden. Der Aktienkurs zog um 4,4 Prozent an. Die Aktien von Siltronic reagierten mit einem Kurssprung von 7,6 Prozent auf eine Analysten-Kaufempfehlung.

14.22 Uhr: Bahn-Konkurrenz fordert auch Corona-Hilfen

Mit einer Zugfahrt durch Berlin haben private Konkurrenten der Deutschen Bahn gegen Staatshilfen für den Bundeskonzern demonstriert. Der 400-Meter-Zug aus Lokomotiven unterschiedlicher Güterverkehrsanbieter fuhr am Montag unter lautem Signalhorn-Tönen durch das Regierungsviertel und machte Halt im Hauptbahnhof. "Wir fordern, dass die Bundesregierung der bundeseigenen DB Cargo keine Vorzugsbehandlung gewährt", sagte Ludolf Kerkeling, der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen. Vor allem geplante Corona-Hilfen müssten auch an die Konkurrenten gehen, sonst könne der Staatsbetrieb die Wettbewerber aus dem Markt drängen.

Die Deutsche Bahn soll zusätzliche Milliarden erhalten, denn ihre Einnahmen sind infolge der Corona-Krise seit Mitte März eingebrochen. Fünf Milliarden Euro sollen als Corona-Hilfe ins Eigenkapital des Staatskonzerns fließen. Dagegen wollen die Cargo-Konkurrenten notfalls vor das Gericht der Europäischen Union ziehen. Der FDP-Verkehrspolitiker Torsten Herbst verwies darauf, dass die Privaten die Hälfte des Güterverkehrs auf der Schiene abwickelten. Anstatt für eine Kapitalspritze für die DB solle der Bund das Geld nutzen, um für alle Anbieter die Gebühr für die Schienennutzung zu senken.

13.40 Uhr: Corona in Ischgl: Kommission will Bericht am 12. Oktober vorlegen

Der folgenschwere Ausbruch des Coronavirus im österreichischen Skiort Ischgl und die Rolle der Tiroler Behörden sind von einer Kommission aufgearbeitet worden. Am 12. Oktober wollen die unabhängigen Experten ihren Bericht über das Krisenmanagement der Tiroler Landesregierung vorlegen, wie sie am Montag mitteilten. Die Kommission war im Mai vom Landtag eingesetzt worden. Dem Land und seiner Tourismusbranche wird vorgeworfen, nicht schnell genug auf die Ausbreitung reagiert und den Betrieb zu spät gestoppt zu haben.

Die Kommission hat nach eigenen Angaben 53 Beteiligte befragt. Dazu zählten neben Politikern auch Corona-Patienten, Ärzte und Verantwortliche der Tourismusindustrie. Der Skibetrieb in Tirol wurde erst Tage nach dem ersten positiven Corona-Test bei einem Barkeeper in Ischgl sowie Warnungen über erkrankte Ischgl-Rückkehrer aus anderen Ländern beendet. Trotz Quarantäne-Verordnungen durften Touristen und Saisonkräfte unter teils chaotischen Umständen ausreisen. Verbraucherschützer haben Musterklagen auf Schadenersatz eingereicht.

13.21 Uhr: Technik-Probleme: Videokonferenz der EU-Verkehrsminister verschoben

Die für diesen Montag geplanten Beratungen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und seinen EU-Kollegen sind wegen technischer Probleme verschoben worden. «Das EU-Ratssekretariat konnte leider die technischen Probleme in Brüssel nicht klären», teilte das Verkehrsministerium auf Twitter mit. Ein neuer Termin werde gesucht und solle bald bekannt gegeben werden. Weil Deutschland noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitet Scheuer die Verhandlungen mit seinen Amtskollegen.

Am Montagvormittag kam unter anderem jedoch die Übersetzung der Dolmetscher zum Teil nicht bei den Teilnehmern an. Das Ratssekretariat entschuldigte sich auf Twitter für die technischen Probleme. Ursprünglich wollten die Minister etwa über einen von Scheuer initiierten Pandemie-Notfallplan für den Güterverkehr beraten. Dadurch sollen Güterverkehr und Logistikketten nicht erneut wie in der Corona-Krise unterbrochen werden.

13.02 Uhr: Positive Corona-Tests auf Kreuzfahrtschiff in der Ägäis

Auf dem Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" der Reederei Tui Cruises sind zwölf Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Am Montagfrüh haben wir von einem externen Labor positive Testergebnisse von zwölf Crew-Mitgliedern der "Mein Schiff 6" erhalten", teilte TUI Cruises in Hamburg mit. Die gesamte Besatzung sei in den letzten 14 Tagen nicht auffällig geworden, keines der zwölf Crew-Mitglieder habe Symptome. Die Betroffenen seien an Bord isoliert worden und würden nun an Bord erneut getestet. Erste Befunde seien negativ.

Griechische Medien berichteten, das Schiff sei am Sonntagabend von der kretischen Hafenstadt Heraklion ausgelaufen. Nach Bekanntwerden der Testergebnisse habe der Kapitän die Reise unterbrochen und vor der kleinen griechischen Insel Milos auf weitere Instruktionen gewartet. Das Schiff soll nun in den Hafen von Piräus fahren.

Auf dem Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat es in Griechenland positiven Corona-Tests gegeben.
Auf dem Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6» hat es in Griechenland positiven Corona-Tests gegeben. © picture alliance / Markus Scholz/dpa (Archiv)

12.40 Uhr: Regierungssprecher: Corona-Zahlen dringend unter Kontrolle bringen

Die Bundesregierung hat zur Einhaltung der Hygieneregeln und zur Nutzung der Corona-Warnapp aufgerufen, um die Ansteckungszahlen nicht weiter ansteigen zu lassen. "Die Entwicklung der Infektionszahlen macht uns große Sorgen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. In einigen Regionen gebe es sprunghafte Anstiege. "Die müssen dringend wieder unter Kontrolle gebracht werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Virus sich an einzelnen Orten wieder exponentiell ausbreitet."

Dort, wo es Hotspots gebe, müssten schnell Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sagte Seibert. Es zähle jeder Tag. Die Gesundheitsämter seien "zum Teil am Anschlag". Der Regierungssprecher appellierte an die Bevölkerung: "Wenn wir alle zusammen diese Vernunft und diese Vorsicht aufbringen, wenn wir notwendige Einschränkungen zeitweise akzeptieren, dann können wir uns allen zusammen und unserem Land in diesem Herbst und Winter einiges ersparen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor vor einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gewarnt. Wenn sich die Zahlen wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, sagte sie nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Auf Nachfrage, wie die Kanzlerin auf diese Zahl komme, sagte Seibert, er könne zu der "Äußerung, die angeblich in interner Runde gemacht wurde," nichts sagen. 

12.20 Uhr: Sizilien plant Schnelltests bei Einreisen und Maskenpflicht im Freien 

Immer mehr Regionen in Italien verschärfen ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona-Ansteckungen. So kündigte Sizilien den Start von Schnelltests für alle aus dem Ausland einreisenden Menschen an. Außerdem soll ab Mittwoch (30. September) auf der Mittelmeerinsel im Freien eine Maskenpflicht für alle Personen über sechs Jahre gelten, sobald ein fremder Mensch in der Nähe ist. Diese Maßnahmen kündigte Regionalpräsident Nello Musumeci am Sonntag an. "Wir kommen mit dem Beginn der Grippesaison in eine heikle Phase der Epidemie", erläuterte er am Abend auf Facebook.

Die Maßnahmen gelten zunächst bis 30. Oktober. Außerdem müssen Einreisende aus dem Ausland sich auf einer Internetseite der Region anmelden - oder beim Arzt. Bei der Ankunft soll man etwa an Flughäfen und in Häfen Corona-Schnelltests machen.

Insgesamt waren am Sonntag in 24 Stunden in Italien 1.766 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der insgesamt registrierten Fälle auf rund 310.000. Die Behörden zählten seit Februar mehr als 35.800 Covid-19-Tote. 

12.13 Uhr: Höchster Sieben-Tage-Wert von Corona-Infektionen weiterhin in Hamm

In Hamm in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Corona-Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner auf einen Wert von 112,2 gestiegen. Dies geht aus den am Montag veröffentlichten aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor (Stand: 0.00 Uhr). Hamm wies damit weiterhin den bundesweit höchsten Wert auf. Der Wert der sogenannten Wocheninzidenz könnte aber am Dienstag zurückgehen. Das Landeszentrum Gesundheit NRW schätzte die Zahl der akut Infizierten in Hamm am Montag auf 230.

Als Ursache für die Corona-Welle in Hamm gelten eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, gilt in der Stadt unter anderem eine Genehmigungspflicht für private Feiern mit mehr als 50 Gästen.

In Hamm hat eine Großhochzeit eine Welle von Ansteckungen ausgelöst.
In Hamm hat eine Großhochzeit eine Welle von Ansteckungen ausgelöst. © picture alliance / Jens Kalaene/dpa (Symbolbild)

12 Uhr: Merkel befürchtet 19.200 Neuinfektionen am Tag zu Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich alarmiert angesichts der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland geäußert. Wenn sich die Zahlen wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, sagte Merkel am Montag nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung über diese Äußerung Merkels berichtet. Die Kanzlerin forderte, man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht weiter exponentiell stiegen.

Am morgigen Dienstagnachmittag will die Kanzlerin in einer Videoschaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. Priorität hätten dabei Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft, sagte die Kanzlerin. Demnach soll in der Runde mit den Ministerpräsidenten über Maßnahmen etwa bei großen Familienfeiern debattiert werden. So sollten vorher die Gäste erfasst werden, um über diese Anmeldungen die Infektionsketten nachvollziehen zu können. Weitere Themen sollen Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft sein.

11.41 Uhr: Angst vor Ansteckung - zugleich mehr Sorglosigkeit

Obwohl immer mehr Menschen sich angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen um die eigene Gesundheit sorgen, nimmt auch der sorglose Umgang mit Präventionsmaßnahmen zu. So sagen laut einer Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg nur noch 45 Prozent der Menschen in Deutschland, dass sie Abstandsregeln beachten. Noch weniger, nämlich nur 39 Prozent, halten sich demnach an die empfohlene Handhygiene. Auch Umarmungen, Küsse und Händeschütteln zur Begrüßung seien wieder auf dem Vormarsch, teilte die Uni Hamburg am Montag mit. Nur noch 58 Prozent hätten angegeben, dies zu vermeiden. Im April seien es noch 77 Prozent gewesen. Seit April untersucht das HCHE die Einstellungen, Sorgen und das Vertrauen der Menschen in Bezug auf die Corona-Pandemie. 

«Wir stellen fest, dass die steigenden Infektionszahlen die Bevölkerung zwar ängstigen, aber gleichzeitig auch, dass eine gewisse Müdigkeit bei der Einhaltung der Regeln zu erkennen ist», erklärte Professor Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. Fast jeder Vierte in Deutschland glaube, ein hohes Ansteckungsrisiko zu haben. Dies sei ein Anstieg um drei Prozentpunkte zum Juni.

Hände waschen gehört zu den grundlegenden Hygieneregeln zur Vermeidung einer Corona-Ansteckung.
Hände waschen gehört zu den grundlegenden Hygieneregeln zur Vermeidung einer Corona-Ansteckung. © Sergio Acero/colprensa/dpa (Symbolbild)

11.08 Uhr: AfD-Fraktion will Corona-Untersuchungsausschuss

Die AfD im Bundestag fordert die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu den staatlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie. Dafür müsste allerdings eine zweite Fraktion ihren Antrag unterstützen. Damit rechne die Fraktion selbst nicht, hieß es. Der Antrag sei als «Warnschuss an die Regierung» trotzdem wichtig, erklärte der Abgeordnete Thomas Seitz am Montag in Berlin. Fraktions-Vize Sebastian Münzenmaier sagte, er habe die Hoffnung, dass sich eine andere Oppositionsfraktion dadurch vielleicht motiviert sehe, einen eigenen ähnlichen Antrag einzubringen, dem die AfD dann zustimmen könne.

Aus Sicht der AfD hat die Bundesregierung in der Corona-Krise zu spät auf die Pandemie-Entwicklung in China reagiert und dann «panisch» und ohne eine adäquate Abschätzung der Folgen massiv in Grundrechte eingegriffen. Der Untersuchungsausschuss soll nach Ansicht der Fraktion klären, ob die Verantwortlichen die «negativen sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgewirkungen des Lockdowns» überhaupt systematisch untersucht haben. Im Frühjahr habe es absurde Situationen gegeben, als Flugzeuge aus dem Iran und China in Deutschland hätten landen können, während gleichzeitig Reisen von Hamburg in Gebiete von Schleswig-Holstein untersagt worden seien.

10.55 Uhr: Tschechiens Präsident ruft trotz Corona-Pandemie zum Wählen auf

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat die Bürger seines Landes aufgefordert, trotz der Corona-Pandemie wählen zu gehen. «Hebt verdammt nochmal Euren Hintern», sagte der 76-Jährige in einem Interview des Senders Frekvence 1. Andernfalls könnten Politiker gewinnen, die man «im Leben nicht» haben wolle, warnte Zeman. In Tschechien finden am Freitag und Samstag Regionalwahlen sowie Ergänzungswahlen in einem Drittel der Wahlkreise zum Senat, dem Oberhaus des Parlaments, statt.

Die Corona-Zahlen in Tschechien waren zuletzt stark angestiegen. Am Sonntag kamen 1.305 Fälle hinzu, wie am Montag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der höchste Zuwachs an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. 

Der tschechische Präsident Milos Zeman
Der tschechische Präsident Milos Zeman © dpa

10.21 Uhr: 1.192 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert Koch-Institut hat am Montag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1.192 Fälle übermittelt, wie das RKI am Montag bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2.507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 285.332 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 28.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.460 - das sind drei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Montagmorgen hatten rund 252.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

9.30 Uhr: Über sechs Millionen Corona-Fälle in Indien

Indien hat am Montag die Marke von sechs Millionen Corona-Fällen überschritten. Das südasiatische Land verzeichnete 82.170 Neuinfektionen, wie die Zeitung "Indian Express" meldete. Indien ist nach den USA mit über sieben Millionen Fällen das in absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land der Welt. Die Zahl der Corona-Todesfälle dort lag am Montag bei 95.542 - der dritthöchste Wert weltweit. Trotz des dramatischen Anstiegs der Neuinfektionen bleibt die Regierung bei ihrem Entschluss, weitere Corona-Einschränkungen zu lockern, nachdem Millionen Menschen im Zuge eines wochenlangen Lockdowns ihre Arbeit verloren haben. Indiens Wirtschaft ist zwischen April und Juni um fast 24 Prozent geschrumpft. Die Regierung macht zudem seit Wochen Hoffnung auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs. 

8.56 Uhr: Steigende Corona-Zahlen: Lauterbach ebenfalls für Party-Obergrenze

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich angesichts steigender Corona-Zahlen für eine Teilnehmer-Obergrenze bei privaten Feiern aus. "Natürlich wäre es richtig, bei den privaten Feiern eine Obergrenze zu setzen. Ich persönlich würde so weit gehen: 25 Leute maximal", sagte der Mediziner am Sonntagabend bei "Bild live".
Lauterbach ist nicht der Erste, der vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Dienstag eine Party-Obergrenze befürwortet. Auch der Landkreistag sprach sich am Wochenende dafür aus.

"Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war", hatte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt. Bislang gibt es keine einheitliche Begrenzung.

Am Dienstag will Merkel mit den Regierungschefs der Länder über Folgerungen aus den wieder steigenden Zahlen beraten. Zuletzt gab es in Deutschland immer wieder Tage mit mehr als 2.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen. 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. © Kay Nietfeld/dpa

8.24 Uhr: Tui will trotz Reisewarnung Urlauber auf die Kanaren bringen

Trotz Reisewarnung der Bundesregierung will der weltgrößte Reiseanbieter Tui ab dem 3. Oktober wieder Reisen auf die Kanaren anbieten. Urlauber sollten für Pauschalreisen auf die kanarischen Inseln selbst entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten, sagte der Deutschlandchef des Tourismuskonzerns, Marek Andryszak, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir gehen fest davon aus, dass viele Kunden dies genau abwägen werden." Er glaube, dass durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden.

Seit der Reisewarnung für ganz Spanien habe Tui die Flüge auf die kanarischen Inseln stark reduziert. "In der Zwischenzeit haben wir Vorbereitungen getroffen, so dass wir Reisen auf die Kanaren ab dem 3. Oktober wieder aufnehmen können - trotz Reisewarnung", sagte Andryszak. Damit stelle sich der Reisekonzern nicht gegen die Bundesregierung - bei den Reisewarnungen handele es sich nicht um ein Reiseverbot, sondern um eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. "Und genau dieser Empfehlung folgen wir", sagte er. 

Die Liegestühle am Strand von Las Canteras in Las Palmas sind leer.
Die Liegestühle am Strand von Las Canteras in Las Palmas sind leer. © Manuel Navarro/dpa

8.09 Uhr: Linke-Politiker fordern mehr Aufklärung statt Verbote 

Mehrere führende Berliner Linke-Politiker haben sich für mehr Aufklärung statt mehr Verbote angesichts der steigenden Covid-19-Infektionszahlen ausgesprochen. "Wenn wir jetzt in Land und Bezirken die richtigen Weichen stellen, können wir gemeinsam das Virus unter Kontrolle halten. Dabei setzen wir auf Verständnis, Vernunft und Solidarität", schreiben Berlins Bürgermeister und Kultursenator Klaus Lederer und die Bezirksbürgermeister von Pankow, Sören Benn, von Lichtenberg, Michael Grunst sowie von Mahrzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, in einem Beitrag im "Tagesspiegel". "Wir wollen weiter und stärker über Gefahren und Möglichkeiten im Umgang mit dem Infektionsgeschehen aufklären. Unsere Erfahrung zeigt, dass wir damit erfolgreicher sind als mit schwarzer Pädagogik oder Verboten." 

7.30 Uhr: Grüne: Läden sollen wegen Corona Mieten neu aushandeln dürfen

Kleine Geschäfte und Selbstständige sollen bei schweren Einschränkungen in der Corona-Krise nach Ansicht der Grünen ihre Mieten neu aushandeln dürfen. "Viele kleine Läden oder Cafés stehen durch die heftigen Einbrüche, die ihnen die erste Corona-Welle beschert hat, immer noch am Rande ihrer wirtschaftlichen Existenz", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Wenn in den Innenstädten nicht nur die Großen und Starken überleben sollten, müsse jetzt gehandelt werden.

In einem Antrag, den die Grünen-Fraktion am Montagabend beschließen will, heißt es, bei behördlichen Beschränkungen sollten Gewerbemieter ihre Verträge anpassen können - von einer Minderung der Pacht für diesen Zeitraum bis hin zu Sonderkündigungen. Die Mittelstandsbeauftragte der Fraktion, Claudia Müller, betonte, es gehe um eine faire Risikoverteilung. "Um wirtschaftlich überleben zu können, brauchen Gewerbetreibende und Einzelhandel schneller Klarheit bei Verhandlungen über die Miethöhe." 

Vor allem kleine Läden leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie.
Vor allem kleine Läden leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. © picture alliance / dpa (Symbolbild)

6.53 Uhr: Olympia-Wettkämpfe draußen statt drinnen "zu kompliziert"

Hallensportarten im Freien und neue Austragungsorte für ein geringeres Infektionsrisiko? Solche Verlegungen kann sich IOC-Präsident Thomas Bach für die Olympischen Spiele 2021 (23. Juli bis 8. August) in Tokio derzeit nicht vorstellen. "Ich denke, das ist zu kompliziert. Ich habe darüber noch nicht nachgedacht und weiß nicht, ob das in den Arbeitsgruppen eines der Szenarios ist. Wenn Sie mich persönlich fragen, denke ich, dass es zu kompliziert wäre, Austragungsorte zu wechseln", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees in einer internationalen Medienrunde am Sonntag im italienischen Imola, wo er sich die Wettbewerbe bei der Straßenrad-WM ansah. Ein Event bei den Spielen sei "nicht alleine, wir haben 33 Weltmeisterschaften zur gleichen Zeit", erklärte Bach. Die Spiele von Tokio wurden in diesem Frühjahr wegen der Coronavirus-Pandemie von 2020 auf 2021 verlegt.

6.13 Uhr: Krankenkasse: Wegen Corona 100 Mal mehr Anträge auf Ratenzahlung

Wegen der Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen offenbar Probleme, für ihre Beschäftigten die fälligen Beiträge an die Krankenkassen abzuführen. Allein bei der Techniker Krankenkasse (TK) hat sich die Zahl der Stundungsanträge um das 60-fache erhöht, wie Vorstandschef Jens Baas den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. "Auch die Zahl der Anträge auf Ratenzahlung ist 100 Mal so hoch wie vorher", sagte er. Das sei ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum Schnitt der Vorjahre.

Die Anträge kämen etwa von wirtschaftlich angeschlagenen Arbeitgebern, sagte der Chef von Deutschlands größter Krankenkasse. Die TK zählt rund 10 Millionen Versicherte bundesweit. Auch erwartet Baas wegen der Pandemie eine deutliche Erhöhung der Beitragssätze. 

5.50 Uhr: Söder legt Leitfaden für Kampf gegen Corona-Pandemie vor

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen legt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einem Medienbericht zufolge einen Leitfaden im Kampf gegen die Pandemie vor, anhand dessen Städte und Gemeinden entscheiden sollen. "Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter", sagte der CSU-Chef der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf eine Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länder-Regierungschefs an diesem Dienstag.

Kern des Konzepts sind laut des Berichts eine Corona-Warnampel für alle Länder sowie Vorgaben, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn die Ansteckungszahl bestimmte Grenzwerte überschreitet. Die Corona-Ampel spränge auf Gelb, wenn es in einem Landkreis 35 oder mehr Infizierte auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Zur Prävention könne man dann zum Beispiel Tests für Risikogruppen anordnen, Zuschauer bei Sportveranstaltungen wie Bundesligaspielen nicht mehr zulassen und die Maskenpflicht in Schulen auf den Unterricht ab der 5. Klasse ausweiten.

Steigt die Zahl auf 50 Infizierte, soll bei privaten Veranstaltungen die erlaubte Teilnehmerzahl auf ein Viertel der bis dahin geltenden Zahl reduziert werden. Auf öffentlichen Plätzen, wo Abstände schwer einzuhalten sind, sieht der Vorschlag dann eine Maskenpflicht vor. Zudem sollen Einschränkungen beim Verkauf von Alkohol sowie frühere Sperrstunden möglich sein. Doppelte Testungen sollen die Zuverlässigkeit beim Erkennen von Infektionen erhöhen. 

5.39 Uhr: Corona-Krise sorgt für Preisanstieg bei Einmalhandschuhen 

Einmalhandschuhe für Pflege- und Rettungskräfte haben sich in der Corona-Krise massiv verteuert und sind mitunter nur noch schwer zu beschaffen. "Einzelne Händler haben uns mitgeteilt, dass die Versorgungslage und Preisentwicklung bei Einmalhandschuhen dramatisch sei", sagte der Sprecher des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), Manfred Beeres, der Deutschen Presse-Agentur. Die Bezugskosten stiegen zurzeit "sehr stark an". Der Verband rechnet demnach mit Preisen, die teilweise 500 Prozent höher liegen - je nach Handschuhtyp - im Vergleich zu Normalpreisen.

Während der ersten Infektionswelle sei die Nachfrage noch gering gewesen, fast flächendeckend habe sie befriedigt werden können. "Dies hat sich durch die enorme Nachfrage des Weltmarktes nun radikal geändert", teilte der Verband mit. Vor der Krise habe eine Packung Nitril-Handschuhe mit 100 Stück zwischen 6 und 8 Euro gekostet. Mittlerweile seien die Preise 3 bis 4 Euro höher als noch vor vier Wochen

Montag 5.30 Uhr: Corona-Krise treibt Flugzeugriesen schneller auf den Schrottplatz

Fast flugbereit halten, einmotten oder gleich verschrotten - vor diesen Alternativen stehen derzeit die Fluggesellschaften, wenn sie über die Zukunft ihrer Jets nachdenken. In der anhaltenden Corona-Pandemie kommt die Nachfrage der Passagiere längst nicht so schnell in Schwung wie zunächst erwartet, so dass die Airlines zu schmerzhaften und kostspieligen Einschnitten in ihre Flotten gezwungen sind. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr beispielsweise sieht mittelfristig nur noch die Boeing-Jumbos vom neuesten Typ 747-800 als vierstrahligen Übersee-Jet in der Flotte seines Konzerns. Andere Typen mit vier Triebwerken wie das größte Airbus-Modell A380 mit mehr als 500 Sitzen oder die A340 werden aussortiert, obwohl die einzelnen Flugzeuge den durchschnittlichen Einsatzzeitraum von 25 Jahren noch längst nicht erreicht haben.

Was passiert mit den Jets in den besten Jahren? Einen Markt für gebrauchte Passagierflugzeuge gibt es derzeit nicht, so dass zunächst sämtliches Gerät zwischengelagert werden muss. Ist ein kurzfristiger Wiedereinsatz nicht in Sicht, werden die Flugzeuge in eine Art Tiefschlaf versetzt. Aus technischer Sicht müssen Flugzeuge eigentlich regelmäßig fliegen, erläutert der Lufthansa-Wartungschef in Frankfurt, Dirk Ranft. Höchstens 30 Tage lang dürfen Passagier-Jets fachgerecht geparkt werden und können dann innerhalb eines Arbeitstages wieder startklar gemacht werden. Einzelne Systeme wie der Geschwindigkeitsmesser werden in der Zwischenzeit ausgebaut und die Reifen alle paar Tage ein Stück weitergerollt, um Standschäden zu vermeiden.

Mit speziellen Schutzhauben sind die Fahrgestelle einer neuen Airbus-Maschinen vom Typ A320neo geschützt. Die Flieger sind auf dem Flughafen Rostock-Laage geparkt und warten auf die Auslieferung an Fluggesellschaften in Asien.
Mit speziellen Schutzhauben sind die Fahrgestelle einer neuen Airbus-Maschinen vom Typ A320neo geschützt. Die Flieger sind auf dem Flughafen Rostock-Laage geparkt und warten auf die Auslieferung an Fluggesellschaften in Asien. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

18.27 Uhr: Französische Mediziner fordern "drastische" Maßnahmen

Medizinerinnen und Mediziner fordern angesichts der angespannten Corona-Lage in Frankreich "drastische Maßnahmen". Ohne diese Maßnahmen würde es Frankreich mit einer zweiten Welle zu tun bekommen, die für Krankenhäuser und Intensivstationen viel schwieriger zu bewältigen sein werde als die erste, hieß es in einem offenen Brief von sieben Medizinern, der am Sonntag im "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. "Wir müssen jetzt schnell und entschlossen handeln." "Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten nicht geschlossen werden, aber Abstandsregeln sollten strikt durchgesetzt werden." Auch in Restaurants müsse Maske getragen werden - außer beim Essen. "Wenn diese Maßnahmen ab diesem Wochenende angewandt und zwei bis drei Wochen lang aufrechterhalten werden, könnten sie das Niveau der Epidemie wieder auf das Niveau vom vergangenen Juni bringen."

In einem weiteren offen Brief in der Zeitung "Le Monde" schlugen die Wirtschaftsnobelpreisträger Esther Duflo und Abhijit Banerjee eine Art Ausgangssperre für Anfang Dezember vor, um das Weihnachtsfest im Kreis der Familie zu retten. Gesundheitsminister Oliver Véran hat diesem Vorschlag eine Absage erteilt. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen. Der bisherige Höchstwert der täglichen Corona-Neuinfektionen wurde am Donnerstag mit 16 096 Fällen erreicht. Die Regierung hat strengere Regeln für zahlreiche große Städte verhängt, darunter auch die Hauptstadt Paris. In Marseille müssen Bars und Restaurants komplett schließen. In Paris müssen Bars von diesem Montag an um 22 Uhr zumachen.

16.42 Uhr: Weiterer Dresdner im Krankenhaus

Seit Anfang des Monats hat das Gesundheitsamt in Dresden neun Einweisungen in Krankenhäuser aufgrund einer Covid-19-Erkrankung verzeichnet. Das ist ein deutlicher Anstieg. Doch es gibt einen Zusammenhang mit einem Ausbruch in einem Dresdner Pflegeheim.

Alles zum Coronavirus in Dresden lesen Sie hier.

14.18 Uhr: Corona-Ausbruch in Bautzner Grundschule

In der Bautzner Curie-Grundschule sind mehrere Schüler und Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das geht aus einem Brief der Schulleitung hervor, demzufolge ein Großteil der Lehrer in Quarantäne muss. Der Präsenzunterricht soll ausgesetzt, eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Mehr zum Thema: Corona-Ausbruch in Grundschule

13.44 Uhr: Hygienekonzept versagt bei Jugendweihe in Coswig

Teilweise chaotische Szenen spielten sich laut Augenzeugenberichten am Sonnabend während der Feier des Sächsischen Vereins für Jugendarbeit und Jugendweihe in der Coswiger Börse ab. Vor allem zwischen 12 und 14 Uhr, beim Wechsel der Belegung, gab es laut Augenzeugen wenig Distanz.

Während die Besucher der Mittagsveranstaltung in der Garderobe ihre Regenschirme, Jacken und Mäntel abholten, drängte die nächste Belegung nach. Im Treppenhaus und in der Garderobe standen die Leute dicht bei dicht. Der auf der Grundlage der Corona-Regeln geltende Abstand konnte nicht eingehalten werden. Kein Vereinsmitglied kümmerte sich darum.

Wie die Besucher reagierten: Hygienekonzept bei Jugendweihe scheitert.

Bei der Jugendweihe-Feier in Coswig wurde der Mindestabstand oft ignoriert - vor allem ältere Teilnehmer waren fassungslos.
Bei der Jugendweihe-Feier in Coswig wurde der Mindestabstand oft ignoriert - vor allem ältere Teilnehmer waren fassungslos. © privat

13.30 Uhr: Lockerungen in Australien

Der strenge Corona-Lockdown in Australiens Bundesstaat Victoria und dessen Hauptstadt Melbourne wird gelockert. Die seit fast zwei Monaten geltende nächtliche Ausgangssperre werde am Montag aufgehoben, teilte Victorias Premierminister Daniel Andrews am Sonntag mit. Zugleich kündigte er neue hohe Geldbußen für Verstöße gegen die Corona-Regeln in dem am stärksten von der Pandemie getroffenen Bundesstaat an.

Unerlaubte Menschenansammlungen im Freien oder in geschlossenen Räumen sollen künftig mit umgerechnet rund 3000 Euro bestraft werden. Eindringlich warnte Andrews davor, im Kampf gegen das Virus leichtsinnig zu werden. «Es wird mit Wucht zurückkommen. Wenn wir nachlässig werden und so tun, als sei es vorbei, wird es aus dem Ruder laufen.»

Zwar können nun 130 000 Menschen zurück an ihre Arbeitsplätze. Für sportliche Aktivitäten dürfen die Einwohner sich aber weiterhin nur zwei Stunden am Tag und im Umkreis von fünf Kilometern zu ihrer Wohnung bewegen. Die Ausgangssperre galt von 21.00 bis 05.00 Uhr und war seit dem 2. August in Kraft. Eine Rückkehr zur völligen Bewegungsfreiheit sei frühestens am 19. Oktober denkbar.

11.53 Uhr: 16 Millionen Euro für Kunstgalerien

Galerien für Gegenwartskunst in Deutschland erhalten 16 Millionen Euro Soforthilfe aus dem Corona-Rettungspaket «Neustart Kultur» der Bundesregierung. "Wir wollen erreichen, dass Künstler aus ganz Deutschland zum Zuge kommen. Die Kunstwerke sollen später in Ausstellungen öffentlich gezeigt und Museen als langfristige Leihgaben angeboten werden", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der "Welt am Sonntag". Die Fördersumme liegt laut Zeitung zwischen 5000 und 35 000 Euro. Zehn Prozent der Fördersumme müssten selbst aufgebracht werden. Eine unabhängige Jury entscheide über die Vergabe. Das Hilfspaket für die Kulturszene in Höhe von rund einer Milliarde Euro hatte der Bund im Juni auf den Weg gebracht, um Kultureinrichtungen in der Corona-Krise zu unterstützen.

10.21 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert Verschärfung der Maskenpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Städte- und Gemeindebund eine Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes solle überall dort vorgeschrieben werden, "wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann - etwa bei Weihnachtsmärkten oder belebten Plätzen - und wo das Infektionsgeschehen die kritische Grenze von mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100 000 Einwohner erreicht hat oder überschreitet", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit den Bundesländern über Maßnahmen gegen die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen beraten. Hintergrund sei der besorgniserregende Umstand, dass mehrere große Städte den wichtigen Grenzwert von 50 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten hätten.

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In stark vom Corona-Virus betroffenen Regionen sollen nur noch maximal 50 Menschen an Feiern teilnehmen dürfen. Ein Kommentar von Karin Schlottmann.

Zuvor hatte der Landkreistag bereits eine Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern gefordert. "Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Landsberg nannte es "sinnvoll, bundeseinheitlich eine Höchstzahl von 50 Teilnehmern bei solchen privaten Festen festzulegen."

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