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Corona: Quarantäne an Bautzener Grundschule

Abstands-Chaos bei Jugendweihe, ganz Tschechien ist Risikogebiet, Obergrenze für Privatfeiern gefordert - unser Newsblog.

An mehr Orten im öffentlich Raum soll Maske getragen werden, fordert der Städte- und Gemeindebund.
An mehr Orten im öffentlich Raum soll Maske getragen werden, fordert der Städte- und Gemeindebund. © Symbolfoto: dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Bundespolizei verstärkt Kontrollen an der sächsischen Grenze zu Tschechien
  • Corona-Ausbruch an einer Grundschule in Bautzen
  • Hygienekonzept scheitert bei Jugendweihe in Coswig
  • Diese Corona-Regeln gelten seit 1. September in Sachsen (SZ+)
  • Corona in Sachsen: 7.041 Infizierte (+104 zum Vortag), 232 Tote (+4), geschätzt 6.130 Genesene
  • Corona in Deutschland: 282.730 Infizierte (+ 2.507 zum Vortag), 9.452 Tote (+ 9), geschätzt 249.700 Genesene
  • Hier finden Sie Hilfe: Wichtige Telefonnummern zur Corona-Krise
  • Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus

18.27 Uhr: Französische Mediziner fordern "drastische" Maßnahmen

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Medizinerinnen und Mediziner fordern angesichts der angespannten Corona-Lage in Frankreich "drastische Maßnahmen". Ohne diese Maßnahmen würde es Frankreich mit einer zweiten Welle zu tun bekommen, die für Krankenhäuser und Intensivstationen viel schwieriger zu bewältigen sein werde als die erste, hieß es in einem offenen Brief von sieben Medizinern, der am Sonntag im "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. "Wir müssen jetzt schnell und entschlossen handeln." "Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten nicht geschlossen werden, aber Abstandsregeln sollten strikt durchgesetzt werden." Auch in Restaurants müsse Maske getragen werden - außer beim Essen. "Wenn diese Maßnahmen ab diesem Wochenende angewandt und zwei bis drei Wochen lang aufrechterhalten werden, könnten sie das Niveau der Epidemie wieder auf das Niveau vom vergangenen Juni bringen."

In einem weiteren offen Brief in der Zeitung "Le Monde" schlugen die Wirtschaftsnobelpreisträger Esther Duflo und Abhijit Banerjee eine Art Ausgangssperre für Anfang Dezember vor, um das Weihnachtsfest im Kreis der Familie zu retten. Gesundheitsminister Oliver Véran hat diesem Vorschlag eine Absage erteilt. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen. Der bisherige Höchstwert der täglichen Corona-Neuinfektionen wurde am Donnerstag mit 16 096 Fällen erreicht. Die Regierung hat strengere Regeln für zahlreiche große Städte verhängt, darunter auch die Hauptstadt Paris. In Marseille müssen Bars und Restaurants komplett schließen. In Paris müssen Bars von diesem Montag an um 22 Uhr zumachen.

16.42 Uhr: Weiterer Dresdner im Krankenhaus

Seit Anfang des Monats hat das Gesundheitsamt in Dresden neun Einweisungen in Krankenhäuser aufgrund einer Covid-19-Erkrankung verzeichnet. Das ist ein deutlicher Anstieg. Doch es gibt einen Zusammenhang mit einem Ausbruch in einem Dresdner Pflegeheim.

Alles zum Coronavirus in Dresden lesen Sie hier.

14.18 Uhr: Corona-Ausbruch in Bautzner Grundschule

In der Bautzner Curie-Grundschule sind mehrere Schüler und Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das geht aus einem Brief der Schulleitung hervor, demzufolge ein Großteil der Lehrer in Quarantäne muss. Der Präsenzunterricht soll ausgesetzt, eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Mehr zum Thema: Corona-Ausbruch in Grundschule

13.44 Uhr: Hygienekonzept versagt bei Jugendweihe in Coswig

Teilweise chaotische Szenen spielten sich laut Augenzeugenberichten am Sonnabend während der Feier des Sächsischen Vereins für Jugendarbeit und Jugendweihe in der Coswiger Börse ab. Vor allem zwischen 12 und 14 Uhr, beim Wechsel der Belegung, gab es laut Augenzeugen wenig Distanz.

Während die Besucher der Mittagsveranstaltung in der Garderobe ihre Regenschirme, Jacken und Mäntel abholten, drängte die nächste Belegung nach. Im Treppenhaus und in der Garderobe standen die Leute dicht bei dicht. Der auf der Grundlage der Corona-Regeln geltende Abstand konnte nicht eingehalten werden. Kein Vereinsmitglied kümmerte sich darum.

Wie die Besucher reagierten: Hygienekonzept bei Jugendweihe scheitert.

Bei der Jugendweihe-Feier in Coswig wurde der Mindestabstand oft ignoriert - vor allem ältere Teilnehmer waren fassungslos.
Bei der Jugendweihe-Feier in Coswig wurde der Mindestabstand oft ignoriert - vor allem ältere Teilnehmer waren fassungslos. © privat

13.30 Uhr: Lockerungen in Australien

Der strenge Corona-Lockdown in Australiens Bundesstaat Victoria und dessen Hauptstadt Melbourne wird gelockert. Die seit fast zwei Monaten geltende nächtliche Ausgangssperre werde am Montag aufgehoben, teilte Victorias Premierminister Daniel Andrews am Sonntag mit. Zugleich kündigte er neue hohe Geldbußen für Verstöße gegen die Corona-Regeln in dem am stärksten von der Pandemie getroffenen Bundesstaat an.

Unerlaubte Menschenansammlungen im Freien oder in geschlossenen Räumen sollen künftig mit umgerechnet rund 3000 Euro bestraft werden. Eindringlich warnte Andrews davor, im Kampf gegen das Virus leichtsinnig zu werden. «Es wird mit Wucht zurückkommen. Wenn wir nachlässig werden und so tun, als sei es vorbei, wird es aus dem Ruder laufen.»

Zwar können nun 130 000 Menschen zurück an ihre Arbeitsplätze. Für sportliche Aktivitäten dürfen die Einwohner sich aber weiterhin nur zwei Stunden am Tag und im Umkreis von fünf Kilometern zu ihrer Wohnung bewegen. Die Ausgangssperre galt von 21.00 bis 05.00 Uhr und war seit dem 2. August in Kraft. Eine Rückkehr zur völligen Bewegungsfreiheit sei frühestens am 19. Oktober denkbar.

11.53 Uhr: 16 Millionen Euro für Kunstgalerien

Galerien für Gegenwartskunst in Deutschland erhalten 16 Millionen Euro Soforthilfe aus dem Corona-Rettungspaket «Neustart Kultur» der Bundesregierung. "Wir wollen erreichen, dass Künstler aus ganz Deutschland zum Zuge kommen. Die Kunstwerke sollen später in Ausstellungen öffentlich gezeigt und Museen als langfristige Leihgaben angeboten werden", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der "Welt am Sonntag". Die Fördersumme liegt laut Zeitung zwischen 5000 und 35 000 Euro. Zehn Prozent der Fördersumme müssten selbst aufgebracht werden. Eine unabhängige Jury entscheide über die Vergabe. Das Hilfspaket für die Kulturszene in Höhe von rund einer Milliarde Euro hatte der Bund im Juni auf den Weg gebracht, um Kultureinrichtungen in der Corona-Krise zu unterstützen.

10.21 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert Verschärfung der Maskenpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Städte- und Gemeindebund eine Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes solle überall dort vorgeschrieben werden, "wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden kann - etwa bei Weihnachtsmärkten oder belebten Plätzen - und wo das Infektionsgeschehen die kritische Grenze von mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100 000 Einwohner erreicht hat oder überschreitet", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit den Bundesländern über Maßnahmen gegen die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen beraten. Hintergrund sei der besorgniserregende Umstand, dass mehrere große Städte den wichtigen Grenzwert von 50 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten hätten.

Zuvor hatte der Landkreistag bereits eine Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern gefordert. "Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Landsberg nannte es "sinnvoll, bundeseinheitlich eine Höchstzahl von 50 Teilnehmern bei solchen privaten Festen festzulegen."

9.23 Uhr: 1.411 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1.411 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2.507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 284..140 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.457 - das sind fünf Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 250.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,08 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

9.05 Uhr: Museum stellt Skeptiker-Brief aus

Den anonymen Brief eines Kritikers der Corona-Schutzmaßnahmen hat das Historische Museum der Pfalz in Speyer in die laufende "Medicus"-Ausstellung eingebunden. Da diese auch Verschwörungstheorien thematisiere, zeige man den Brief an die Institution als Beispiel, hieß es. Die Leitung habe das Schreiben als Zeitdokument eingestuft. Der Autor des anonymen Briefs hatte unter anderem geschrieben, es sei keine Ansteckungsgefahr mehr vorhanden, und Hygiene-Maßnahmen seien unnötig. "Mit Maske und Abstand ins Museum? Nein Danke!", hieß es. Man solle sich nicht "für dumm verkaufen" lassen.

"Lieber anonymer Verfasser dieser Botschaft, hättest Du Dich überwunden und mit Maske unsere Ausstellung besucht, wäre dieser Rundgang vielleicht für Dich erhellend gewesen", antwortete das Museum in einer Mitteilung. "Wir zeigen zum Beispiel, wie schon vor 100 Jahren in Zeiten der Spanischen Grippe das Tragen von Masken ein wesentliches Mittel war, um der damaligen Pandemie Herr zu werden."

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.36 Uhr: Johnson fordert Einigkeit im Corona-Kampf

Angesichts von Spannungen zwischen den USA und China im Kampf gegen das Coronavirus hat der britische Premierminister Boris Johnson zur Einigkeit aufgerufen. "Wir wissen, dass wir so nicht weitermachen können. Wenn wir uns nicht vereinen und unser Feuer gegen unseren gemeinsamen Feind wenden, wissen wir, dass jeder verlieren wird", sagte Johnson am Samstag in seiner Video-Ansprache bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.
Der erbitterte Streit zwischen Washington und Peking hatte auch die Generaldebatte in den vergangenen Tagen bestimmt. In den letzten Monaten hatten sich die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften auch wegen der Corona-Pandemie massiv verschlechtert. US-Präsident Donald Trump hatte das Coronavirus unter anderem wiederholt als "China-Virus" bezeichnet. Der Konflikt berührt mittlerweile fast jeden Aspekt der Beziehungen zwischen den beiden Großmächten. Zudem machte Trump der WHO den Vorwurf, eine Marionette Pekings zu sein, und kündigte offiziell den Austritt aus der Organisation an. Wirksam wird er im Juli nächsten Jahres.

16.16 Uhr: Corona-Zahlen in Hamm erstmals leicht gesunken

Nach tagelang steigenden Corona-Werten sind in Hamm in Nordrhein-Westfalen die Fallzahlen erstmals leicht gesunken. Am Samstag gab die Stadt die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen Infizierten pro 100.000 Einwohner mit 95,5 an. Am Freitag hatte die Stadt einen Wert von 99,9 errechnet. Ob damit bereits ein Wendepunkt erreicht sei, werde sich aber erst in ein bis zwei Tagen sagen lassen, betonte ein Stadtsprecher. Laut dem Robert-Koch-Institut ist Hamm die Stadt mit den bundesweit höchsten Infektionszahlen pro 100.000 Einwohner. Seit Freitag seien in Hamm 16 Neuinfektionen registriert worden. Alle stünden in direktem Zusammenhang mit der Großhochzeit mit mehreren Hundert Gästen und damit verbundenen weiteren Festen, sagte der Sprecher. In Hamm gilt seit einigen Tagen für private Feiern mit 51 bis 150 Teilnehmern eine Genehmigungspflicht. Feiern mit 25 bis 50 Teilnehmern müssen angezeigt werden.

15.20 Uhr: Corona-Krise fördert soziale Ungleichheit

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat der Bundesregierung vorgeworfen, in der Corona-Krise einkommensschwache Menschen zu vernachlässigen. Zwar habe der Staat Sozialschutzpakete auf den Weg gebracht, die Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmern einen erleichterten Zugang zu Hartz IV verschafften, sagte Butterwegge am Samstag im Deutschlandfunk. An diejenigen, die sowieso zu den Ärmsten zählten, sei aber kaum gedacht worden.
Durch die Schließung von Tafeln und Kitas hätten zum Beispiel Familien, die Hartz IV bezögen, zusätzliche Lasten gehabt, sagte der Politikwissenschaftler, der bis zu seiner Emeritierung 2016 an der Universität Köln lehrte.

13.55 Uhr: "Corona ist eine Art Naturkatastrophe"

CSU-Chef Markus Söder hat das Coronavirus als Naturkatastrophe und als Prüfung für die heutige Zeit und die heutigen Generationen bezeichnet - und zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. "Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da, in ganz Europa", sagte Söder am Samstag in einer Grundsatzrede auf dem ersten großen Online-Parteitag der CSU.
Viele hätten keine Lust mehr auf Corona und seien von Corona genervt - er selber auch. Doch Söder mahnte: "Die zweite Welle läuft, und zwar ziemlich stark." Der bayerische Ministerpräsident betonte: "Corona ist eine Art Naturkatastrophe." Und diese Prüfung müsse man nun bestehen. Deshalb dürfe man beim Kampf gegen das Virus nicht nachlassen, sondern klug und entschlossen der Herausforderung begegnen. "Vorsicht ist besser als Risiko", mahnte Söder.

Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung.
Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung. © dpa

13.40 Uhr: Polizei löst Partys in Berliner Parks auf

Wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung hat die Polizei Hunderte feiernder Menschen aus zwei Parks in Berlin-Mitte verwiesen. "Bis zu 300 Personen in Partystimmung und mit viel zu wenig Abstand" hielten sich am Freitagabend im Weinbergspark und im James-Simon-Park auf, wie ein Sprecher am Samstag mitteilte. Die Sicherheitskräfte mussten demnach "mit Nachdruck" die teils alkoholisierten und jugendlichen Feiernden ansprechen, um die Menschenansammlungen aufzulösen.
Dabei soll es zu vereinzelten Flaschenwürfen und einer Zündung von Pyrotechnik gekommen sein.

11.48 Uhr: Intensivmediziner erwarten wieder mehr Corona-Todesfälle

Ärztevertreter rechnen damit, dass die Zahl der Corona-Toten in Deutschland in den kommenden Wochen weiter steigen wird. Die aktuell zunehmende Zahl der Covid-19-Toten spiegele zeitversetzt das steigende Infektionsgeschehen der vergangenen Wochen wider, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Von der Erstinfektion bis zu einer schweren Erkrankung dauere es in der Regel zehn bis 14 Tage, die durchschnittliche Zeit auf der Intensivstation betrage 21 bis 24 Tage. Das bedeute, dass sich viele der Menschen, die jetzt sterben, vor mehr als fünf Wochen angesteckt hätten, erklärte Janssens.

11.15 Uhr: Bundespolizei verstärkt Kontrollen an tschechischen Grenzübergängen

Ganz Tschechien ist jetzt Risikogebiet. Innerhalb von 24 Stunden sind den Gesundheitsbehörden in Tschechien 2.946 bestätigte Corona-Infektionen gemeldet worden - der zweithöchste Anstieg, den das Land verzeichnete, seitdem die Pandemie Tschechien erreicht hat.

Was bedeutet das für den "kleinen Grenzverkehr"? Die Grenzen sind weiterhin nicht geschlossen und es wird auch nicht gezielt bei der Ausreise an der Grenze kontrolliert. Aber die Bundespolizei verstärkt ihre allgemeine Kontrolltätigkeit. Das teilt die Lage- und Einsatzzentrale der Bundespolizeidirektion Pirna am Sonnabendvormittag auf Nachfrage von Sächsische.de mit. Darf man jetzt noch rüber tanken fahren oder Zigaretten holen? Die Antwort lesen Sie hier.

10.37 Uhr: Die große Unsicherheit an Sachsens Schulen

In sächsischen Schulen herrscht wieder Alltag – mit strengen Hygieneregeln. Bisher hält sich das Chaos in Grenzen, doch es zeigen sich auch erste Schwachstellen. Welche das sind, lesen Sie hier.

09.48 Uhr: Großenhainer Reisebüro an wirtschaftlicher Grenze

Evi Klotzsche-Bieler, Inhaberin des Reisebüros in Großenhain, hat ihren Mut noch nicht verloren. Gemeinsam mit ihrem Team ist sie jeden Tag für die Kunden da. In der Hoffnung, dass es endlich wieder besser wird. Dass es endlich wieder aufwärts geht. Wie es ihr ergeht, lesen Sie im Artikel "Es fehlt der Mut, eine Reise zu buchen".

Evi Klotzsche-Bieler vom gleichnamigen Großenhainer Reisebüro vor ihrem Geschäft: "30 Jahre alles gegeben. Lasst uns leben!" steht inzwischen auf dem Schaufenster.
Evi Klotzsche-Bieler vom gleichnamigen Großenhainer Reisebüro vor ihrem Geschäft: "30 Jahre alles gegeben. Lasst uns leben!" steht inzwischen auf dem Schaufenster. © Kristin Richter

08.50 Uhr: Litauen führt wieder Quarantänepflicht für Deutsche ein

Für Reisende aus Deutschland gilt in Litauen ab Montag wieder eine Quarantänepflicht. Bei Ankunft in dem baltischen Staat müssen sich Neuankömmlinge und Rückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Gesundheitsministerium in Vilnius am Freitagabend veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Die Quarantänepflicht wird demnach auch für Estland, Polen, Island und San Marino eingeführt. Grund dafür ist die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den betroffenen Ländern. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht - alle Reisende müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

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08.25 Uhr: Landkreise wollen bundeseinheitliche Obergrenze für Privatfeiern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der Deutsche Landkreistag eine bundesweite Obergrenze von weniger als 50 Menschen bei Privatfeiern. "Ab 50 Teilnehmern wird es logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen, wenn ein Covid-Positiver unter der Gesellschaft war", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager. Bislang gibt es keine einheitliche Teilnehmerbegrenzung für Privatfeiern, auf dem Treffen zwischen Bund und Ländern kommende Woche müsse diese aber kommen. "Wir sehen in Hamm, wozu eine rauschende Hochzeit mit 150 Gästen führen kann", sagte Sager mit Blick auf eine Großhochzeit in der NRW-Stadt.
Bundesweit alles einheitlich regeln will der CDU-Politiker dabei aber nicht. Der dezentrale Ansatz sei "ein Erfolgsmodell und muss beibehalten werden", sagte er.

08.00 Uhr: Einsatz von Heizpilzen vorübergehend vertretbar

Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, hat keine Einwände gegen einen vorübergehenden Betrieb elektrischer Heizstrahler in der Gastronomie. "Für eine Übergangszeit - etwa bis es einen Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung gibt - ist der Einsatz von Heizpilzen vertretbar", sagte Messner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir müssen abwägen: Gehen wir in die Lokale und vergrößern das Risiko einer Ansteckung? Oder bleiben wir länger draußen, als wir das normalerweise könnten, und nehmen die elektrischen Heizstrahler?"
Gastronomen blicken in der Corona-Krise mit Sorge auf die kalte Jahreszeit - auch in Sachsen. Viele hoffen, Außenbereiche mit Heizpilzen länger offen halten zu können. Die Heizstrahler gelten allerdings als Klimasünder, die zu viel Energie verbrauchen und CO2-Emissionen verursachen. Viele Kommunen, die in der Regel für das Thema zuständig sind, hatten die Geräte daher ganz oder teilweise verboten.

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants.
Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants. © dpa

07.30 Uhr: 2.507 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.507 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Am Freitag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2.153 gelegen.
Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen mindestens 282.730 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.452. Das sind 9 mehr als am Vortag. Rund 249.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona-Pandemie - das geschah am Freitag:

22.00 Uhr: Positive Ergebnisse bei US-Impfstoff

Der Coronavirus-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson hat einer klinischen Studie zufolge bei Versuchspersonen eine starke Immunreaktion ausgelöst. Das geht aus einem Zwischenbericht aus der frühen bis mittleren Phase der Impfstoff-Entwicklung hervor. Demnach hat sich das Vakzin mit dem Namen Ad26.COV2.S, das in zwei verschiedenen Dosierungen verabreicht wurde, auch als gut verträglich erwiesen. Allerdings ist noch unklar, ob ältere Menschen durch den Impfstoff genauso gut geschützt sind wie jüngere. Bislang ist das Vakzin an knapp 1.000 gesunden Erwachsenen erprobt worden - mit Unterstützung der US-Regierung. In dieser Woche begann eine weitere Studie mit 60.000 Probanden aus den USA, Südafrika und mehreren Ländern Südamerikas, die Voraussetzung für eine Zulassung des Impfstoffs wäre.

21.15 Uhr: Mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als sieben Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit mehr als 5,8 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo mehr als 4,6 Millionen Ansteckungen registriert wurden.

20.47 Uhr: Slowakische Corona-Infektionen klettern auf Rekordwert

Die Corona-Infektionszahlen der Slowakei haben drei Tage hintereinander jeweils Rekordwerte erreicht. Am Freitag gab das Gesundheitsministerium als neuen Höchstwert 419 Neuinfektionen (für Donnerstag) bekannt. Auch seien zwei Todesfälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Bratislava mit. Die nationale Pandemiekommission empfahl deshalb eine Verschärfung der bestehenden Schutzmaßnahmen. Die neuen Regeln sollen am Montag vorgestellt werden. Es werde vor allem eine strengere Maskenpflicht und striktere Regeln bei Veranstaltungen und Feiern geben, erklärte der oberste Hygienebeauftragte Jan Mikas.

20.01 Uhr:  Kontaktbeschränkungen in Berlin möglich

Für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Fallzahlen in Berlin haben sich die Gesundheitssenatorin und mehrere Bezirke für neue Gegenmaßnahmen ausgesprochen. Man habe in der Stadt "eine sehr ernste Lage", sagte die SPD-Politikerin Dilek Kalayci am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern der Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort werden derzeit besonders hohe Corona-Fallzahlen registriert. "Wir steuern die rote Linie an."
"Es besteht Einigkeit darüber, dass es Beschränkungen für private Feiern geben sollte", berichtete Kalayci. Gemeint sind Obergrenzen für die Teilnehmerzahl: Je nachdem, ob man sich draußen oder in Räumen trifft, wären es 50 beziehungsweise 25 Leute. "Zudem sollte es Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum geben." Die Empfehlung: Man kann sich zu fünft oder mit zwei anderen Haushalten treffen. Auch sei man sich einig, dass verstärkte Kontrollen in Gaststätten, Bars und Restaurants nötig sind.

19.15 Uhr: Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Tschechien, Luxemburg und das österreichische Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert.

Die meisten tschechischen Regionen waren bereits am Mittwoch in die Risikoliste aufgenommen worden. Jetzt folgten noch die Mährisch-Schlesische Region im äußersten Osten des Landes an der Grenze zu Polen und das an Sachsen grenzende Usti (Aussig). Auch Tirol mit der Hauptstadt Innsbruck ist eine Grenzregion und zudem ein bei Deutschen sehr beliebtes Urlaubsgebiet im Sommer wie Winter. Dort liegt auch der Skiort Ischgl, der im vergangenen Winter zu den Hotspots gehörte, von denen sich die Pandemie in Europa ausbreitete.

18.20 Uhr: Niederlande weiten Corona-Maßnahmen aus

Angesichts der stark zunehmenden Zahl von Corona-Infektionen sind die Schutzmaßnahmen in den Niederlanden ausgeweitet worden. Sie gelten nun in 14 von insgesamt 25 sogenannten Sicherheitsregionen - acht mehr als bisher, wie die Regierung am Freitag bekanntgab.
Dazu gehörten bereits große Städte wie Amsterdam und Rotterdam. Nun gelten die Vorschriften unter anderem auch in den Regionen Groningen sowie in Gelderland-Zuid und Brabant-Noord. In allen betroffenen Regionen müssen Gaststätten spätestens um 01.00 Uhr schließen, Zusammenkünfte von mehr als 50 Menschen sind verboten.

17.50 Uhr: Zweiter Corona-Fall an Görlitzer Schule

Die Oberschule Innenstadt auf der Elisabethstraße in Görlitz soll zum zweiten Mal binnen einer Woche einen Corona-Fall haben. War erst eine 9. Klasse betroffen, ist es diesmal eine 7. In beiden Fällen ist jeweils ein Mädchen positiv auf Corona getestet worden. Am Freitag schickt der Schulleiter seine Schüler nach Hause, eine weitere Klasse muss in Quarantäne. Ein Mädchen verpasst dadurch einen wichtigen Termin.

17.24 Uhr: Dänemark verlängert Corona-Beschränkungen

Dänemark hat einen neuen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erreicht und weitet seine gegen die Virusausbreitung ergriffenen Beschränkungen aus. Die landesweit ergriffenen Maßnahmen werden nun um zwei Wochen bis zum 18. Oktober verlängert, wie der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke bekanntgab.
Ab Samstagmittag werde das Verbot von Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern auch für private Veranstaltungen gelten, die zum Beispiel in einem Restaurant stattfinden, kündigte Heunicke an. Das dürfte unter anderem Hochzeiten und Konfirmationen betreffen, sofern sie nicht in Privathaushalten abgehalten werden. Feste würden beschränkt, damit der Rest der Gesellschaft so weit wie möglich offen bleiben könne, sagte Heunicke.

17.06 Uhr: Unterirdische Klinik in Israel öffnet für Corona-Patienten

Nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen in Israel hat nach Angaben des Rambam-Krankenhauses in Haifa das größte Corona-Behandlungszentrum des Landes geöffnet. Wie die Klinik in der nördlichen Stadt am Freitag mitteilte, werden Patienten künftig in seiner unterirdischen Notfalleinrichtung versorgt. Bereitgestellt werden dort demnach 700 Betten, davon 140 mit Beatmungsgeräten.
Dem Rambam-Krankenhaus zufolge wurde die Klinik erstmals seit seiner Fertigstellung im Jahr 2014 eingerichtet. Bislang dienten die Räumlichkeiten als unterirdisches Parkhaus. Im Frühjahr war mit der Umrüstung begonnen worden.
Das Sammy Ofer Fortified Underground Emergency Hospital liegt 16,5 Meter unter der Erdoberfläche. Vorgesehen ist die Einrichtung für den Fall von Angriffen mit biologischen oder chemischen Waffen. Der Homepage des Rambam-Krankenhauses zufolge können dort bis zu 2.000 Betten aufgestellt werden.

16.40 Uhr: Finnland führt wieder Reisebeschränkungen für Deutschland ein

Für Reisende aus Deutschland gelten in Finnland ab Montag wieder Einreisebeschränkungen. Die Regelungen werden dann nach finnischen Regierungsangaben auch für Estland, Island, Norwegen, die Slowakei und Schweden wiedereingeführt. Grund dafür ist die Corona-Lage in den betroffenen Ländern. Ausnahmen werden für den Tagesverkehr aus den schwedischen und norwegischen Grenzgebieten gemacht. Erst vor gut zwei Wochen hatten die Finnen die Einreisebeschränkungen für Deutschland gelockert.
Die Maßnahme bedeutet nun, dass Freizeitreisen nach Finnland aus den entsprechenden Staaten nicht länger erlaubt sind. Nur die Rückkehr ins Land, der Transitverkehr auf dem Weg in andere Staaten, Dienstreisen und Reisen mit anderen triftigen Gründen sind dann noch gestattet. Wer dennoch nach Finnland kommt, muss für 14 Tage in Quarantäne. Diese Zeit können Reisende ab dem 1. Oktober abkürzen, indem sie in dem Zeitraum zwei freiwillige Corona-Tests machen.

16.10 Uhr: Bierhoff befürchtet Geisterspiele bei EM 2021

Oliver Bierhoff befürchtet, dass die Fußball-EM 2021 wegen der Corona-Krise zu einem Turnier mit Geisterspielen werden könnte. "Ich glaube, dass die Betreuung einer Mannschaft, wenn sie die ganze Zeit abgeschirmt in einer Art Blase ist, sehr gut möglich ist. Viel schwieriger und kritischer wird es leider bei der Zuschauerfrage: Da ist für mich die große Frage, ob diese EM ein Fanfest oder eben nur eine Fußball-Europameisterschaft mit Spielen wird", sagte der DFB-Direktor.
Eine Komplett-Absage erwartet der 52-Jährige trotz derzeit wieder steigender Corona-Zahlen nicht. "Aber einen Spielbetrieb würde man - aus heutiger Sicht - wohl im nächsten Sommer hinbekommen", meinte Bierhoff. In der Gesamtabwägung von sportlichen und ökonomischen Kriterien müsse man für das Zwölf-Nationen-Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 eventuell einen Zuschauerausschluss in Kauf nehmen.

DFB-Direktor Bierhoff befürchtet Geisterspiele bei EM 2021.
DFB-Direktor Bierhoff befürchtet Geisterspiele bei EM 2021. © dpa

15.50 Uhr: Deutschland sitzt auf 1,2 Milliarden Masken

In Deutschland werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zur Zeit gut 1,2 Milliarden Schutzmasken gelagert. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Christine Aschenberg-Dugnus hervor. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurden und werden in diesem und im nächsten Jahr OP- und FFP2-Masken für insgesamt 5,9 Milliarden Euro beschafft. Voraussichtlich werden "nach jetzigem Kenntnis- und Prüfungsstand" mehr als 85 Prozent aller Masken "verkehrsfähig und damit für den Gesundheitssektor verwendbar sein", heißt es weiter.
"Das Ministerium ist noch immer dabei die Masken zu prüfen, das dauert einfach viel zu lange", sagte Aschenberg-Dugnus. Wenn die Haltbarkeit nur zwei Jahre betrage, frage man sich, wie viele nach Ende der Prüfung überhaupt noch nutzbar seien. "Es ist wichtig, in Zukunft die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung wieder nach Deutschland und Europa zurückzuholen, so dass wir die überhöhten Preise aus China nicht mehr zahlen müssen."

15.28 Uhr: Neuinfektionen steigen erneut in Sachsen

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen im Freistaat zu. Laut der vom Gesundheitsministerium laufend geführten Statistik stieg die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb von 24 Stunden um 104. Nach Angaben vom Donnerstag haben sich bisher seit Beginn der Pandemie 7.041 Menschen nachweislich mit Covid-19 infiziert. Die Zahl der im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorbenen Menschen ist auf 232 gestiegen. Zwei Personen starben den Angaben zufolge im Erzbegirgskreis, eine Person im Landkreis Zwickau und eine im Vogtlandkreis. Schätzungen zufolge sind inzwischen 6.130 Infizierte wieder genesen.

14.55 Uhr: Corona-Ausbruch in Dresdner Altenheim

In einem Dresdner Pflegeheim sind mehrere Bewohner und Mitarbeiter infiziert. Eine Frau hatte Anfang der Woche Symptome gezeigt. Zunächst hieß es, die Frau habe nur Kontakt zu einzelnen Bewohnern und Pflegern gehabt. Mittlerweile ist klar, dass eine Pflegeheim-Bewohnerin im Dresdner Stadtteil Striesen deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt hat als gedacht. Die Stadtverwaltung bestätigte am Freitagmittag auf SZ-Anfrage einen Ausbruch in dem besagten Heim. Bei 13 Bewohnern und Mitarbeitern sei Sars-Cov-2 nachgewiesen worden, so Stadtsprecher Karl Schuricht.

14.32 Uhr: Lufthansa-Chef erwartet grünes Licht für Flüge mit Corona-Tests

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet in den kommenden Wochen grünes Licht seitens der Regierungen für die geplanten Corona-Schnelltests auf Flügen zwischen Deutschland und Nordamerika. Die Tests seien der Schlüssel zur Wiedereröffnung zahlreicher Strecken, sagte der Vorstandschef des MDax-Konzerns. Ohne diese Tests werde der Transatlantik-Verkehr nicht in Schwung kommen.
Mit den Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug sollen wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken möglich werden. Negative Testergebnisse müssten die Passagiere dabei von den geltenden Einreiseverboten befreien. Spohr kündigte erste Flüge unter diesen Bedingungen noch in diesem Jahr an, ein testbasiertes Verbindungsnetzwerk werde voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2021 entstehen. Man sei zu den Einreisebestimmungen in Verhandlungen mit den Regierungen der USA und Kanada.

14.00 Uhr: Maas bleibt bis zum 4. Oktober in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas bleibt bis zum 4. Oktober in Corona-Quarantäne. Das gab eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Freitag bekannt. Der SPD-Politiker hatte sich am Mittwoch wegen der Infektion eines seiner Leibwächter selbst zu Hause isoliert. Ein erster Test war am Mittwoch aber negativ ausgefallen.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier muss nicht mehr in Quarantäne bleiben. Auch ein weiterer Corona-Test bei ihm ist negativ ausgefallen, wie der CDU-Politiker twitterte. "Zudem hat die Prüfung der Umstände meines Kontaktes ergeben, dass keine Notwendigkeit zu weiterer Quarantäne besteht", so Altmaier. Für seine Auszeit hatte der Kontakt mit einem infizierten Delegationsmitglied beim EU-Handelsministertreffen gesorgt.

13.40 Uhr: Madrid riegelt weitere Wohngebiete ab

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die spanische Hauptstadt Madrid die teilweise Abriegelung acht weiterer Wohngebiete mit besonders hohen Infektionszahlen angekündigt. Es gehe darum, die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen, sagte der regionale Vize-Gesundheitsminister Antonio Zapatero. Damit steigt die Zahl der von solchen Maßnahmen betroffenen Stadtgebiete Madrids auf 45. In den Gebieten, in denen mehr als eine Millionen Menschen leben, wurden in den vergangenen 14 Tagen mehr als 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. In Deutschland liegt diese Zahl derzeit auf sieben Tage gerechnet bei 13.

Ein Polizist spricht mit einer Frau an einem Kontrollpunkt in Vallecas, einem ärmeren Madrider Viertel, das abgesperrt ist.
Ein Polizist spricht mit einer Frau an einem Kontrollpunkt in Vallecas, einem ärmeren Madrider Viertel, das abgesperrt ist. © Manu Fernandez/AP/dpa

13.17 Uhr: Merkel trifft sich am Sonntag mit CDU-Kabinettsmitgliedern

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich an diesem Sonntagnachmittag mit den CDU-Ministern ihres Kabinetts treffen, um die aktuelle politische Lage zu besprechen. Im Mittelpunkt dürften die hohen Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus stehen. Es werde aber auch um weitere in den nächsten Monaten anstehende Projekte und die allgemeine Lage der Regierung gehen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin. Eine Information der Öffentlichkeit über Ergebnisse war demnach nicht geplant.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz sagte auf Fragen zu dem Termin, die Kanzlerin stehe mit Ministerinnen und Ministern immer wieder in regelmäßigem Austausch. Das Treffen dürfte auch der Vorbereitung der Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag dienen. Zuletzt hatten Merkel und die Länderregierungschefs Ende August in einer Videoschalte nötige Maßnahmen in der Pandemie erörtert. Aus Sorge um steigende Covid-19-Infektionszahlen lehnten Bund und Länder damals Lockerungen der Auflagen ab, sie verschärften diese zum Teil noch. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © Odd Andersen/AFP Pool/dpa

13.03 Uhr: Polizei beschlagnahmt Millionen gefälschte Corona-Masken

Bei einer europäischen Polizeiaktion gegen Produktpiraten hat die italienische Polizei rund 27 Millionen gefälschte und nicht normgerechte medizinische Gesichtsschutzmasken beschlagnahmt. Insgesamt seien bei der Operation "Aphrodite" 28 Millionen gefälschte Produkte sichergestellt worden, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Freitag in Den Haag mit. Darunter befänden sich rund 800.000 nachgemachte Kleidungsstücke sowie Schuhe, Spielzeug und Ausrüstungen für den Fernsehempfang über das Internet.

Bei der von Europol koordinierten Operation, an der 21 Länder beteiligt waren, wurden in Griechenland zehn Verdächtige verhaftet. Gegen 37 weitere mutmaßliche Täter wurden der Mitteilung zufolge in Griechenland, Italien und Portugal Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet. 123 Konten in sozialen Medien sowie 36 Websites, die unter anderem für den Vertrieb der illegalen Erzeugnisse benutzt wurden, sind von den Strafverfolgern stillgelegt worden.

12.46 Uhr: Falsche Kontaktdaten in Gaststätten gefährden Gesundheit und Betriebe

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) appelliert an Gaststätten- und Kneipen-Besucher, sich mit korrekten Kontaktdaten in entsprechende Listen in den Lokalen einzutragen. "Wer sich nicht korrekt einträgt, handelt nicht nur aus Gesundheitssicht fahrlässig. Er gefährdet auch die wirtschaftliche Existenz der Betriebe und der Angestellten", sagte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Lokale müssten in einem solchen Fall unter Umständen schließen.

Zeitler betonte, dass die Behörden und die Politik nicht erwarten dürften, dass die Gastronomie-Angestellten die Daten überprüften. Er befürworte stattdessen eine digitale Lösung. "Es wäre eine Überlegung wert, auch Kontaktdaten digital zu erfassen. So etwas muss technisch möglich sein - natürlich unter Einhaltung sämtlicher Datenschutzregeln", sagte der Gewerkschaftschef.

12.25 Uhr: WHO sieht mögliche Engpässe bei Grippeimpfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt wegen der großen Nachfrage nach Grippe-Impfstoff vor möglichen Engpässen. Länder, die nicht genug Impfstoff bestellt haben, sollten Prioritäten setzen und zuerst Pflegepersonal und ältere Menschen impfen, geht aus einer neuen WHO-Empfehlung hervor. Ein höherer Bedarf habe sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie im April abgezeichnet, sagte die Leiterin des WHO-Impfprogramms, Ann Moen, am Freitag in Genf. Der Impfstoff schütze zwar nicht vor der durch das Virus ausgelösten Covid-19-Krankheit. Mit umfangreichen Grippeschutzimpfungen wollten Regierungen aber möglichst viele schwere Grippeverläufe verhindern, um in Krankenhäusern Betten für Covid-19-Patienten bereitzuhalten.

Einen Lichtblick gab es von der Südhalbkugel: In der dortigen Grippesaison erkrankten deutlich weniger Menschen als in Vorjahren. Während in normalen Jahren zehn bis 30 Prozent der untersuchten Patientenabstriche Influenza-Infektionen aufwiesen, sei es in der abgelaufenen Saison weniger als ein Prozent gewesen, sagte Moen. Geholfen haben dürften die Coronaschutzmaßnahmen wie Abstand halten, Handhygiene und Maskentragen, die auch vor Grippe schützten.

11.31 Uhr: Testergebnis nach 39 Minuten

Der Bund fördert einen neuen Corona-Schnelltest, bei dem in 39 Minuten ein Ergebnis vorliegen soll. "Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben", erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Freitag in Berlin. Es geht um einen neuen so genannten PCR-basierten Impfstoff, den die Firma Bosch entwickelt hat. Für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), auf der dieser Test beruht, werden Abstriche aus Mund, Rachen oder Nase oder Bronchien genommen und chemisch untersucht.

An einer weiteren Beschleunigung des neuen Tests wird nach Angaben des Ministeriums bereits gearbeitet. Der Test ermöglicht den dezentralen Einsatz vor Ort, ohne Probentransport zu Speziallabors.

8.59 Uhr: Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". In den Reisehinweisen der Regierung für Risikogebiete heiße es, man solle auf "unnötige Reisen" verzichten und das seien nun mal Urlaubsreisen.

Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. "Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen", sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

6.04 Uhr: Absichtliche Corona-Infektionen für Impfstoff-Tests geplant

In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von "Human Challenge"-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London.

"Human Challenge Trials" - so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. Die Tests sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über die US-amerikanische Organisation 1DaySooner, die sich für solche sogenannten Challenge-Studien am Menschen stark macht, sollen sich bereits rund 2.000 Freiwillige für das Projekt gefunden haben. Bislang waren Pläne für solche Tests vor allem theoretischer Natur.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

22.00 Uhr: Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.
"Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

19.33 Uhr: Höchster Stand an Neuinfektionen in Großbritannien

Mit 6.634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt. 40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40.000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

18.55 Uhr: Kein Corona-Fall nach Dynamos Pokalspiel

Die bisher größte Zuschauer-Kulisse bei einem Fußballspiel in Deutschland in Zeiten von Corona blieb folgenlos. Offiziell 10.053 Fans hatten Dynamos 4:1-Sieg am 14. September im Rudolf-Harbig-Stadion gegen den Hamburger SV gesehen. „Bis jetzt gibt es keinen gemeldeten Corona-Fall aus Dresden oder der Region, der im Zusammenhang mit dem Pokalspiel steht“, erklärte Angelika Starke, Mitarbeiterin im Gesundheitsamt der Stadt, auf Anfrage von Sächsische.de. Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

So leer ist der K-Block selten. Nur einige hundert Fans waren es gegen den HSV. Schrittweise sollen es mehr werden.
So leer ist der K-Block selten. Nur einige hundert Fans waren es gegen den HSV. Schrittweise sollen es mehr werden. © dpa/Robert Michael

17.10 Uhr: Antikörpertests dürfen in sächsische Apotheken verkauft werden

Im Freistaat Sachsen darf nach langem Hin und Her der Coronavirus-Antikörpertest "AProof" freiverkäuflich, auch über Apotheken, abgegeben werden. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit. Nachdem es Anfang September hieß, der in Leipzig entwickelte Test könne in Apotheken erworben werden, ruderte der Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zurück. „Wir können diese Tests nicht verkaufen, weil wir juristisch ein Verbot haben“, sagte Mathias Arnold vor wenigen Wochen dem MDR.

Wie das Sozialministerium jetzt mitteilt, musste durch die Landesdirektion Sachsen  noch eine Bewertung erfolgen, damit für medizinische Laien ein sicherer Umgang mit dem Antikörpertest sichergestellt werden kann. "Nach intensiver Abwägung und Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen können wir nunmehr grünes Licht für die Abgabe der Tests durch sächsische Apotheken geben", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Alles zu dem Test - wie er funktioniert und was er kosten sollen, lesen Sie hier.

16.15 Uhr: Dresdens OB Hilbert: "Mit blauem Auge durch die Corona-Krise

Haushaltspläne sorgen immer für Diskussionen und Verteilungskämpfe. Der Dresdner Plan für 2021/2022 wohl insbesondere. Denn es ist der erste seit dem Beginn der Corona-Krise. Einbrechende Steuereinnahmen und immense Mehrkosten müssen einberechnet werden. Wofür dann noch Geld bleibt - ein Überblick.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat seinen Vorschlag für den Finanzplan 2021/2022 eingebracht.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat seinen Vorschlag für den Finanzplan 2021/2022 eingebracht. © Christian Juppe

15.45 Uhr: Corona-Fall an Oberschule in Mittelsachsen

Erneut hat es im Landkreis Mittelsachsen einen Corona-Fall an einer Schule gegeben. Wie das Landratsamt bestätigte, ist ein Neuntklässler aus der Oberschule in Hainichen positiv getestet worden. Nach Angaben der Schule befänden sich die Mitschüler der Klasse sowie die Fachlehrer, die bei dieser unterrichtet hatten, in 14-tägiger Quarantäne.

12.38 Uhr: Corona-Zwangspause für Aschenbrödel-Schau in Moritzburg

Die traditionelle Winterausstellung zum Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" muss wegen Corona in dieser Saison pausieren. Wegen deren Architektur und der zu kleinen Räumlichkeiten ist nach Angaben vom Donnerstag ein funktionierendes Hygienekonzept mit einem positiven Besuchserlebnis unvereinbar. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen", sagte Schlossleiterin Dominique Fliegler. Man habe viele Möglichkeiten durchgespielt, aber sich letztlich zur Absage entschlossen. "Gönnen wir Aschenbrödel also eine kleine Pause und hoffen auf bessere Umstände für uns alle im Winter 2021/2022."

Seit der Premiere 2011 haben über eine Million Menschen die Schau auf Schloss Moritzburg bei Dresden besucht. Vor allem Ostdeutsche, die mit dem Kultfilm aufwuchsen, kommen in das barocke Jagdschloss nahe Dresden, aber auch Menschen aus Tschechien und Norwegen, wo es große Fangemeinden gibt. Das einstige Domizil von Sachsenfürst August der Starke (1670-1733) war ein Drehort der deutsch-tschechischen Koproduktion von 1972/1973. 

Eine Frau geht im Schloss Moritzburg durch die Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Wegen nicht einzuhaltender Corona-Regeln n den engen Räumen muss die jährliche Ausstellung diesmal apusieren.
Eine Frau geht im Schloss Moritzburg durch die Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Wegen nicht einzuhaltender Corona-Regeln n den engen Räumen muss die jährliche Ausstellung diesmal apusieren. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

12 Uhr: Österreich will "Ski-Vergnügen ohne Après-Ski" in der Corona-Krise

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung am Donnerstag an. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen. Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur drei Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen. 

Damit das Ski-Vergnügen in Österreich stattfinden kann, müssen Touristen im kommenden Winter strenge Regeln einhalten.
Damit das Ski-Vergnügen in Österreich stattfinden kann, müssen Touristen im kommenden Winter strenge Regeln einhalten. ©  Archiv/dpa

8.42 Uhr: Ärztevertreter halten Corona-Warn-App für wenig wirksam

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland schätzen Ärztevertreter die Wirksamkeit der Warn-App als äußerst gering ein. «Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen», sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert. Die App spiele «in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle.»

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte die App am Mittwoch 100 Tage nach ihrem Start als «große Erfolgsgeschichte» bezeichnet. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie öfter heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn haben fast 5.000 Nutzer eigene Kontakte damit gewarnt. Aus Teicherts Sicht wäre es hilfreich, wenn die App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden «wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen. 

7.58 Uhr: Gefängnis für Homeschooling?

Rita S. (Name geändert) ist heilfroh. Heilfroh darüber, dass ihre acht und zehn Jahre alten Kinder wieder normal in die Schule gehen können. Vor einiger Zeit war das noch anders. Da war die 38-jährige alleinerziehende Mutter genervt und überfordert. Sie selbst wurde von ihrem Arbeitgeber wegen Corona in Heimarbeit geschickt. Und ganz nebenbei musste sie auch ihre Kinder zu Hause unterrichten. Neudeutsch nennt man das "Homeschooling".

In "normalen" Zeiten ist das streng verboten. Doch in der Coronakrise wurden und werden nicht nur Grundrechte eingeschränkt, sondern auch Gesetze zum Teil ausgesetzt. So auch das Schulgesetz. Nach diesem besteht eine Schulpflicht, und zwar die Schulbesuchspflicht. Wie in Sachsen mit denen umgegangen wird, die diese Pflicht verletzen, erfahren sie hier.

Donnerstag, 5.20 Uhr: Lauterbach: Lockdown wie vor ein paar Monaten ist unwahrscheinlich

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. "Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null", sagte er dem Nachrichtenportal watson.de. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. "Da bin ich absolut sicher."

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. "Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern."

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

18.20 Uhr: Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt. Streit gibt es vor allem darüber, wer die Pflicht durchsetzen soll.

17.20 Uhr: Wissenschaftler liefern Corona-Prognosen für alle Landkreise

Wissenschaftler der Universität Osnabrück und des Forschungszentrums Jülich haben ein neues Modell für Corona-Vorhersagen für alle Landkreise in Deutschland entwickelt. Auf der Webseite https://covid19-bayesian.fz-juelich.de stellen sie täglich Fünf-Tages-Prognosen für die Ausbreitung der Covid-19-Infektionen bereit, wie die Uni Osnabrück am Mittwoch mitteilte. Die Vorhersagen beruhen auf Daten des Robert-Koch-Instituts. Sie werden mit einem neuen wahrscheinlichkeitsgewichteten Modell der Osnabrücker Neuroinformatiker auf Höchstleistungsrechnern des Jülich Supercomputing Centre (JSC) statistisch analysiert.

14.48 Uhr: Die Nummer bei Corona-Kummer in Sachsen

Darf ich meine Mutter besuchen? Warum gibt es eine Maskenpflicht? Wer bezahlt den Corona-Test? Das sind nur drei von Tausenden Fragen, mit denen sich Bürger an die Corona-Hotline des Freistaates gewandt haben. Vor einem halben Jahr wurde der kostenlose Service eingerichtet, um den Informationsbedarf am Anfang des Lockdowns zu stillen. Die Nachfrage ist so große, dass ab kommender Woche drei weitere Mitarbeiter in Vollzeit die Hotline verstärken sollen. Wie die Covid-Hotline funktioniert und welche Fragen häufig gestellt werden, erfahren sie hier (SZ+).

14.19 Uhr: Görlitzer Schülerin mit Coronavirus infiziert

Eine Schülerin der Oberschule Innenstadt in Görlitz hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Es handelt sich um das Kind, das das Städtische Klinikum bereits am Dienstag vermeldet hatte. Demnach hatte es einen positiven Corona-Fall gegeben, weswegen das Krankenhaus für die Station C1 der Kinderklinik einen Besucherstopp verhängte. Dem Mädchen gehe es aber gut. Was der Befund für ihre Klasse und die Schule bedeutet, erfahren sie hier. (SZ+)

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13.25 Uhr: Drosten: „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. „Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern“, sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“

Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. „Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam.“ Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. „Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht“, erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

„Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen“, so Drosten weiter. „Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere.“ Deutschland müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland schauen. „Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend.“

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