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Deutschland & Welt

Corona: Sachsen weiter mit Inzidenz über 1.000

Mediziner sehen Omikron als „große Unbekannte“, Sachsen will weitere Patienten ausfliegen, Omikron-Impfstoff für 2022 angekündigt - unser Newsblog.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Sachsen auf einem hohen Niveau.
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Sachsen auf einem hohen Niveau. © Sebastian Kahnert/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

11.07 Uhr: WHO-Beirat weiter gegen Auffrischimpfungen für alle

Der Impfrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weiterhin keine allgemeine Corona-Auffrischimpfung, wie sie Deutschland und viele andere Länder bereits anbieten. Es gehe um faire Impfstoffverteilung, sagte der Vorsitzende des unabhängigen Beirats für Immunisierungsfragen (SAGE), Alejandro Cravioto, am Donnerstag in Genf. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sei die Lage anders, für sie hat der Rat schon zuvor eine dritte Impfdosis empfohlen.

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So lange nicht genügend Impfstoffe vorhanden seien, müsse es Priorität bleiben, jedem Menschen der Welt eine Grundimpfung mit ein oder zwei Dosen anzubieten. Eine volle Impfung - im Fall von Pfizer/Biontech oder Moderna zwei Dosen - schütze mindestens sechs Monate gut vor einem schweren Krankheitsverlauf, sagte Cravioto.

Der Impfrat empfiehlt, dass die erste und zweite Dosis möglichst mit dem gleichen Impfstoff erfolgen. Dort, wo es Kapazitätsprobleme gebe, könne auch ein anderer Impfstoff zum Einsatz kommen. Mit der Frage, ob eine Auffrischimpfung womöglich mit einem anderen Impfstoff Sinn mache, um einen breiteren Schutz zu erzeigen, befasst sich der Rat noch und hat Empfehlungen in Kürze in Aussicht gestellt.

10.12 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weiter über der Marke von 1.000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Sachsen auf einem hohen Niveau. Die Sieben- Tage-Inzidenz lag demnach bei 1.104,5 (Mittwoch: 1125,0). Der Wert gibt die Zahl von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an. Zuletzt waren wiederholt Zweifel an den Angaben aus Sachsen aufgetaucht, weil aufgrund der hohen Fallzahlen Behörden nicht immer pünktlich ihre Meldungen erstatten konnten. Bundesweit betrug die Wocheninzidenz am Donnerstag 422,3. Sachsen ist seit langem das am stärksten betroffene Bundesland.

Innerhalb des Freistaates ist das Infektionsgeschehen aber sehr unterschiedlich. Der Landkreis Meißen wies mit 2.514,9 den höchsten Wert aus. Zwei weitere Landkreise liegen über den Marke von 1.000: Vogtland (1.158,1) und Mittelsachsen (1.150,3). Den geringsten Wert hat Leipzig mit 517,0. In Dresden betrug die Sieben-Tage- Inzidenz am Donnerstag 699,9, in Chemnitz 639,5.

9.45 Uhr: Wüst: "Medikamenten-Strategie" als weitere Säule neben Impfung

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) hat sich mit Blick auf die Corona-Pandemie für eine Medikamenten-Strategie ausgesprochen. Er wolle an diesem Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz auch ein Stück nach vorne schauen, sagte der Vorsitzende der Länderrunde im ARD-"Morgenmagazin". "Es gibt immer mehr Medikamente, die in der Zulassung sind, die verfügbar werden. Auch darüber würde ich gerne heute diskutieren. Wir brauchen eine von Bund und Ländern abgestimmte Medikamenten-Strategie." Im TV-Sender Bild nannte Wüst eine solche Strategie eine weitere Säule neben den Impfungen.

Von größeren Reisen zu Weihnachten im In- und Ausland rät Wüst ab. In der ARD sagte er: "Nicht alles, was man darf, ist auch klug." Wüst fügte hinzu: Da "wäre ich eher zurückhaltend".

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte angekündigt, er wolle in der Runde über Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte in der Zeit nach Weihnachten sprechen. Es komme darauf an, was Herr Weil sich unter einer solchen Weihnachtsruhe vorstelle, sagte Wüst am Donnerstag. "Ich bin offen für das Gespräch." Die Regierungschefs und -chefinnen der Länder beraten ab 14.30 Uhr in einer Video-Schalte über aktuelle bundes- und europapolitische Themen.

8.57 Uhr: Dehoga Sachsen warnt vor verstärktem Fachkräftemangel

Die sächsische Hotel- und Gastronomiebranche befürchtet durch die coronabedingten Schließungen eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. "Das könnte schon der zweite Aderlass nach dem letzten Lockdown werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Sachsen, Axel Klein. Durch die erste Phase der coronabedingten Schließungen hätten schon 20 Prozent der Angestellten gekündigt. "Jetzt könnten es noch einmal 20 Prozent sein. Die wiederzugewinnen, ist ganz schwierig." Seinen Angaben zufolge arbeiten rund 52.000 Menschen in Sachsen in Hotels und Gaststätten.

Kritisch sieht Klein auch den aktuellen Plan der Landesregierung, dass Restaurants in Hotspot-Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1500 schließen müssen. "Dann fahren die Leute eben in die Nachbar-Landkreise", sagte Klein. Zurzeit dürfen Gastronomiebetriebe in Sachsen Geimpfte und Genesene zwischen 6 und 20 Uhr empfangen. Das Kabinett will am Freitag über die Hotspot-Regelung entscheiden. Sie könnte am Montag in Kraft treten.

8.27 Uhr: Streit um Maskenpflicht beim Tanken eskaliert

Ein Streit um die Maskenpflicht ist in der Nacht zum Donnerstag an einer Tank- und Rastanlage bei Regensburg eskaliert. Der Tankwart konnte sich im Verlauf der Auseinandersetzung nur durch einen Sprung auf die Motorhaube vor dem anfahrenden Auto eines Maskenverweigerers retten, wie die Polizei mitteilte.

Der Mann wollte in der Tank- und Rastanlage Pentling laut Polizei zunächst ohne Maske bezahlen. Nachdem er vom 25 Jahre alten Tankwart auf die Maskenpflicht hingewiesen wurde, machte er sich allerdings daran, wegzufahren, ohne die Tankschuld von 37 Euro zu begleichen. Der Tankwart versuchte daraufhin, das verschneite Kennzeichen des Autos freizulegen. Da der Kunde in diesem Moment losfuhr, rettete sich der 25-Jährige per Sprung auf die Motorhaube.

Beim Versuch des Tankwarts, den Autofahrer zum Anhalten zu bewegen, ging dann auch noch die Windschutzscheibe des Autos zu Bruch. Mehrere Polizeistreifen lösten die Situation schließlich auf. Den Autofahrer erwartet den Beamten zufolge nun eine Strafanzeige wegen Unterschlagung, Beleidigung und Nötigung.

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8.05 Uhr: Grünen-Politiker Dahmen: Geltende Corona-Maßnahmen auch durchsetzen

Bevor weitere Corona-Regeln auch für Ungeimpfte aufgestellt werden, sollten aus Sicht des Grünen-Politikers Janosch Dahmen bestehende Vorgaben besser kontrolliert werden. Das sagte der Gesundheitsexperte am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Wir haben jetzt im Moment vor allem ein Problem, dass wir die Maßnahmen, die grundsätzlich gelten und möglich sind, auch durchsetzen müssen", betonte er. "Es bringen die besten Regeln nichts, wenn sie dann nicht angewendet werden in der Praxis." Überall wo 2G - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene - gelte, müsse das auch überprüft werden.

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte vor den Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag angekündigt, er wolle über Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte in der Zeit nach Weihnachten sprechen.

Dahmen sagte, man müsse beim Thema Kontaktbeschränkungen nochmal schauen, "wie viele (...) Kontakte mit ungeimpften Menschen lassen wir zu". "Denn wir sehen in den aktuellen Daten, dass bei neun von zehn Infektionen, die stattfinden, Ungeimpfte entweder als Angesteckte oder indem sie andere anstecken beteiligt sind."

Janosch Dahmen ist Gesundheitsexperte der Grünen
Janosch Dahmen ist Gesundheitsexperte der Grünen © Kay Nietfeld/dpa (Archiv)

7.31 Uhr: Unicef: 100 Millionen mehr Kinder wegen Corona in Armut abgerutscht

Die Corona-Pandemie hat nach einer Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef weltweit zusätzlich 100 Millionen Kinder in Armut gestürzt. Das seien innerhalb von weniger als zwei Jahren zehn Prozent mehr seit 2019, berichtete die Organisation am Donnerstag. Schon vor der Pandemie hatten eine Milliarde Kinder weltweit nicht ausreichend Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Unterkünften, Ernährung, sanitären Einrichtungen oder sauberem Wasser gehabt. Eine solche Krise habe es in den 75 Jahren seit Bestehen von Unicef noch nicht gegeben.

"Während die Zahl der Kinder, die hungern, nicht zur Schule gehen, missbraucht werden, in Armut leben oder zwangsverheiratet werden, steigt, sinkt die Zahl der Kinder, die Zugang zu medizinischer Versorgung, Impfstoffen, ausreichender Nahrung und wichtigen Dienstleistungen haben", teilte Unicef-Chefin Henrietta Fore mit. Es werde im besten Fall sieben bis acht Jahre dauern, bis die Rückschläge in vielen Bereichen wieder wettgemacht seien.

Zeitweise seien in der Corona-Zeit wegen Lockdowns 1,6 Milliarden Kinder nicht zur Schule gegangen. Fast 80 Prozent des Präsenzunterrichts sei im vergangenen Jahr ausgefallen. Nach neuesten Schätzungen müssten 160 Millionen Minderjährige arbeiten, ein Anstieg von 8,4 Millionen innerhalb von vier Jahren. Bis Ende 2022 bestehe die Gefahr, dass weitere neun Millionen Minderjährige in die Kinderarbeit geraten, weil sie zum Lebensuntererhalt ihrer Familien beitragen müssen. Bis 2030 könnten wegen der Armut ihrer Familien zusätzlich zehn Millionen Mädchen früh verheiratet werden.

6.56 Uhr: Philologenverband: Lehrer vorrangig boostern - Mehr PCR-Pooltests

Vor der Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag fordert der Philologenverband mehr Sicherheit für Lehrer und Schüler in der Corona-Pandemie. "Die Länder müssen dafür sorgen, dass Lehrkräfte vorrangig Booster-Impfungen erhalten", sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Kultusminister müssten außerdem flächendeckende PCR-Pooltestungen an den Schulen durchsetzen. Rasche Auffrischungsimpfungen für die Lehrer und flächendeckende Pool-Testungen für die Schüler erhöhten für alle die Sicherheit vor Ansteckung, so Lin-Klitzing. Der Verband vertritt die Gymnasiallehrer.

Außerdem mahnte sie eine verlässliche Informationspolitik der Ministerinnen und Minister an. "Die Kultusminister müssen rechtzeitig und verlässlich an Eltern, Schüler und Lehrkräfte kommunizieren, wann die Weihnachtsferien in jedem Bundesland beginnen sollen." Auch für die Zeit im Januar brauche es einen verlässlichen Plan.

6.39 Uhr: Kretschmers Bildergalerie als Mahnung und Ansporn in der Pandemie

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat in seinem Büro zur Adventszeit nicht gänzlich auf Weihnachtsschmuck verzichtet. Doch neuerdings ziert eine kleine Fotogalerie ein Möbelstück des Raumes. Es sind beklemmende Bilder einer Katastrophe, die nicht nur Sachsen seit mehr als eineinhalb Jahren in Bann hält: ein Foto von übereinander gestapelten Särgen, Aufnahmen einer Intensivstation und vom Abtransport schwer erkrankter Corona-Patienten mit einer Maschine der Luftwaffe. Außerdem ein Bild der Frauenkirche mit verschlossenen Buden des Weihnachtsmarktes und ein Luftbild der Kirche mit einer Protestaktion von Gastronomen.

Ein Foto betrifft den Regierungschef ganz unmittelbar: Es zeigt ein Spruchband mit der Aufschrift "Kretschmer, Du willst Sachse sein? Verhältst Dich wie ein Wessischwein" und wurde am 7. November beim Heimspiel des Zweitligisten Erzgebirge Aue gegen den FC Heidenheim im Fanblock von Aue gezeigt. "Ich sehe in die Gesichter der jungen Leute dahinter und frage mich: Wo sind wir eigentlich hingekommen. Gern würde ich mal wissen, was diese Leute beruflich machen und was sie zu dem Spruch bewogen hat", sagte Kretschmer der Deutschen Presse- Agentur.

Die dramatischen Bilder der Pandemie sind für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer so etwas wie eine tägliche Mahnung, was Corona anrichten kann - aber auch Ansporn zum Handeln.
Die dramatischen Bilder der Pandemie sind für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer so etwas wie eine tägliche Mahnung, was Corona anrichten kann - aber auch Ansporn zum Handeln. ©  Robert Michael/dpa

6.12 Uhr: Intensivmediziner sehen Omikron als „große Unbekannte“

Die Zahl der freien Intensiv- und Beatmungsbetten in Deutschland ist laut dem Intensivmediziner Christian Karagiannidis auf den niedrigsten bisher erfassten Stand gesunken. Das mache ihm Sorgen insbesondere in Hinblick auf die Variante Omikron, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters der Deutschen Presse-Agentur zum Stand vom Mittwoch. Die neue Corona-Variante werde sich mit hoher Geschwindigkeit durchsetzen.

Im Divi-Intensivregister waren am Mittwochnachmittag rund 2250 Intensivbetten als frei ausgewiesen (1,8 pro Standort), davon 921 spezifisch für Covid-19. Auf einem solchen Level werde Omikron „wehtun, auch wenn es nicht ganz so schwer krank machen sollte“, sagte der Arzt von der Lungenklinik Köln-Merheim. Er sprach von der Variante als drohende „große Unbekannte“.

Die aktuelle Lage sei sehr dynamisch, sagte Karagiannidis. Die Delta-Welle scheine in eine Seitwärtsbewegung überzugehen, insbesondere wegen sinkender Infektionszahlen in Bayern. Auf den Intensivstationen sei es mit nun knapp 5.000 Covid-19-Patienten „ziemlich voll“. Hinzu kämen im Unterschied zu früheren Wellen weitere zu versorgende Notfälle, zum Beispiel Unfallopfer. In Phasen mit weitreichenden Kontaktbeschränkungen sei dies seltener gewesen.

Mit der jetzigen Infiziertenzahl auf Intensivstationen ist annähernd wieder ein Niveau wie zum Höhepunkt der dritten Corona-Welle erreicht. Der Maximalwert des Frühjahrs hatte gut 5.100 betragen, den Höchststand gibt das Register mit rund 5.700 Erkrankten gleichzeitig für Anfang Januar 2021 während der zweiten Welle an. Der Modellierer Andreas Schuppert hatte kürzlich gesagt, bis Weihnachten seien bis zu 6000 Covid-19-Kranke zu befürchten.

Im Unterschied zu früheren Wellen haben Kliniken laut Divi auch mit einem Mangel beim Pflegepersonal zu kämpfen. Allein von den wichtigen Beatmungsbetten seien daher 3.000 weniger betreibbar als vor einem Jahr. In der vierten Welle unterscheidet sich zudem die Belastung sehr stark nach Region, besonders hoch ist sie derzeit in Sachsen, Thüringen und Bayern. Die Gesamtzahl an Schwerkranken wegen Corona wäre Fachleuten zufolge noch weitaus höher, wenn vor allem der ältere Teil der Bevölkerung in Deutschland nicht mehrheitlich geimpft wäre.

6.05 Uhr: Lauterbach: Brauchen drei Impfungen für Schutz gegen Omikron

Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Wichtigkeit der Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron unterstrichen. "Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im "heute journal" des ZDF. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, "und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen".

Man müsse dafür sorgen, dass Omikron Deutschland so spät wie möglich erreiche. Wenn die Omikron-Variante Deutschland flächendeckend erreichen würde, könnte das nach Lauterbachs Worten Auswirkungen darauf haben, wer als vollständig geimpft gilt. "Wenn wir tatsächlich die Omikron-Welle hier in Deutschland hätten, dann wäre 2G dann erreicht, wenn man quasi die dritte Impfung hat", so Lauterbach. Man könne mit zwei Impfungen dann nicht davon ausgehen, vollständig geschützt zu sein. 2G bedeutet, dass genesene und vollständig geimpfte Menschen Zutritt zu Einrichtungen haben. "Aber wir werden diese Brücke dann überqueren, wenn wir sie erreicht haben", so Lauterbach.

Noch gehe es zunächst darum, die Infektion mit der Omikron-Variante in Deutschland zu verhindern. Dafür seien die Booster-Impfungen eine optimale Vorbereitung. Das sei die erste Säule im Gesundheitsschutz, "die wir in der Hand haben". Die zweite Säule umfasse eine allgemeine Impfpflicht.

5.32 Uhr: Ramelow erwartetet kaum Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow geht nicht davon aus, dass bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag grundlegende Beschlüsse zur Corona-Pandemie getroffen werden. "Wir haben uns verabredet, dass wir jetzt erst gucken wollen, ob die neuen Änderungen am Infektionsschutzgesetz reichen", sagte er der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger". Zu möglichen Kontaktbeschränkungen äußerte sich Ramelow skeptisch. Er sei für Testen und ein konsequentes Anwenden der 2G-plus-Regel.

Außerdem erneuerte Ramelow seine Aussage, dass man an einer allgemeinen Impfpflicht nicht vorbeikommen werde - "aber erst, wenn der dritte Impfstoff, der sogenannte Totimpfstoff Novavax, zugelassen ist, der beispielsweise auch bei Rheuma-Patienten eingesetzt werden kann". Mit einer berufsbezogenen Impfpflicht sei die vierte Welle nicht zu brechen.

Die Regierungschefs und -chefinnen der Länder beraten am Donnerstag in einer Videokonferenz über aktuelle bundes- und europapolitische Themen. Anders als beim außerordentlichen Bund-Länder-Gipfel vor einer Woche soll es bei dieser regulären Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nicht ausschließlich um die Corona-Pandemie gehen, sondern - wie normalerweise üblich - um eine breitere Themenpalette. Nach internen Beratungen wollen sich die Länderchefs auch mit dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) austauschen.

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5.09 Uhr: RKI mit Verzögerungen bei aktuellen Infektionszahlen

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen liegen noch nicht vor. Derzeit werden die Daten auf der Homepage aktualisiert, teilt das RKI mit.

Donnerstag, 5 Uhr: Thüringer Innenminister verurteilt Drohungen gegen Kretschmer

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat Drohungen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in dem Messengerdienst Telegram verurteilt. "Dieser Mordaufruf ist unerträglich und abscheulich", sagte Maier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Allerdings sei Telegram, das auch bei dem Mord an einem Tankstellen-Mitarbeiter in Idar-Oberstein eine Rolle gespielt habe, nicht in Deutschland angesiedelt, sondern mutmaßlich in Russland. Deshalb gebe es wenig Handhabe dagegen.

Maier betonte, dass Telegram kein reiner Messengerdienst sei, sondern eine soziale Plattform und damit unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz falle. Der Betreiber müsse deshalb entsprechende Posts selbst zur Anzeige bringen. Das Problem sei bisher, dass man keinen Ansprechpartner habe. Doch das Bundesamt für Justiz, das dem Bundesjustizministerium unterstellt ist, sei bereits mit dem Problem befasst.

Im Messenger-Dienst Telegram waren nach einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal" Äußerungen zu Mordplänen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten aufgetaucht. Dieser will sich davon aber nicht einschüchtern lassen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen prüfen Polizei und Generalstaatsanwaltschaft nun die Sach- und Rechtslage in dem Fall.

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

21.59 Uhr: Statistiker informieren über Corona-Pandemie

Das Statistische Bundesamt legt am späten Donnerstagvormittag eine umfangreiche Analyse zur Corona-Pandemie vor. Das Amt berichtet zum einen über die Sterbefallzahlen im November. Zum anderen soll die Statistik über Todesursachen und Krankenhausaufenthalte 2020 wichtige Erkenntnisse liefern. Die Statistiker wollen unter anderem darlegen, wie sich die Sterblichkeit in Deutschland durch die Pandemie verändert hat.

Dabei geht es auch um die Frage, wie viele Menschen 2020 "an" Covid-19 als Grundleiden starben und welche Vorerkrankungen sie hatten - und wie viele Menschen "mit" Covid-19 als Begleiterkrankung starben. Dazu kommen Zahlen über Krankenhausaufenthalte im Jahr 2020. Aus ihnen soll hervorgehen, wie viele Menschen mit oder wegen Covid-19 stationär behandelt wurden, wie viele auf eine Intensivstation mussten und wie viele im Krankenhaus verstarben.

21.43 Uhr: Dänemark schickt Schüler vor Weihnachten vorzeitig nach Hause

Aufgrund von besorgniserregend hohen Corona-Zahlen werden die Schulkinder in Dänemark vor Weihnachten vorzeitig nach Hause geschickt. Für die Schülerinnen und Schüler von der Vorschule bis zur zehnten Klasse bedeute das "verlängerte Weihnachtsferien" vom 15. Dezember bis zum 4. Januar, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge soll eine Notbetreuung angeboten werden; so weit wie möglich sollen die Kinder auch Online-Unterricht erhalten. Wie Frederiksen weiter sagte, müssen zudem Diskotheken und ähnliche Einrichtungen im Nachtleben ab Freitag schließen. Konzerte mit mehr als 50 stehenden Gästen in Innenräumen sind ab dann ebenfalls untersagt.

Auch wenn Beschränkungen eingeführt würden, handele es sich um keinen Lockdown, unterstrich Frederiksen. Man sei weiter der Ansicht, dass es möglich sei, große Teile der Gesellschaft geöffnet zu halten. Man fordere zur Arbeit aus dem Homeoffice und auch dazu auf, Weihnachtsfeiern abzusagen. In Dänemark waren im September die bis dahin letzten im Land verbliebenen Corona-Maßnahmen aufgehoben werden, im Herbst verzeichnete Deutschlands nördlichstes Nachbarland dann rapide steigende Neuinfektionszahlen.

21.22 Uhr: Kaufhauskette Woolworth klagt gegen 2G-Regel

Die Kaufhauskette Woolworth hat beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen Klage gegen die 2G-Regelung im Einzelhandel eingereicht. Ein Gerichtssprecher sagte am Mittwoch in Münster, das Unternehmen wolle im Eilverfahren die vorläufige Außervollzugsetzung der Regelung im bevölkerungsreichsten Bundesland erreichen. Nach der 2G-Regelung haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu vielen Läden. Ausgenommen von der Verschärfung der Corona-Regeln sind Läden des täglichen Bedarfs, also etwa Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Drogerien.

Das Unternehmen sehe in der 2G-Regel einen unangemessenen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Berufsfreiheit und die Eigentumsgarantie, sowie einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, sagte der Gerichtssprecher. Woolworth argumentiere, dass die Einführung der 2G-Regel unverhältnismäßig und unangemessen sei. Denn es sei zweifelhaft sei, ob vom Einzelhandel angesichts der vorhandenen Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht überhaupt signifikante Infektionsgefahren ausgingen.

Mit einer Entscheidung über den Eilantrag sei in dieser Woche nicht mehr zu rechnen sagte der Sprecher. Hätte die Kaufhauskette mit ihrer Normenkontrollklage Erfolg, würden davon nicht nur die Woolworth-Filialen profitieren, sondern auch alle anderen Einzelhändler in NRW.

21.11 Uhr: Nach negativem Test: Quarantäne von Kimmich endet

Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich steht dem FC Bayern München nach einem negativen Corona-Test ab diesem Donnerstag wieder zur Verfügung. Sportvorstand Hasan Salihamidzic sagte am Mittwochabend vor dem Champions-League-Spiel des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Barcelona: "Frei getestet ist er, heute Nacht endet seine Quarantäne." Nun werde es natürlich Untersuchungen geben.

"Ich kenne unseren Jo, der wird natürlich alles geben, um schnell wieder zurückzukommen", sagte Salihamidzic bei DAZN, "aber wir müssen vernünftig sein." Man werde sich mit Trainer Julian Nagelsmann und den Ärzten zusammensetzen und entscheiden, was das Beste sei. Nagelsmann hatte bereits darauf hingewiesen, Kimmich behutsam wieder in das Team zurückführen zu wollen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die rund vierwöchige Pause des 26-Jährigen als Kontaktperson und Corona-Infizierter hin.

Bayerns Joshua Kimmich kann seine Quarantäne beenden.
Bayerns Joshua Kimmich kann seine Quarantäne beenden. © Carmen Jaspersen/dpa (Symbolbild)

20.47 Uhr: EU-Gesundheitsbehörde ECDC wird gestärkt

Im Kampf gegen übertragbare Krankheiten bekommt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC eine größere Rolle. Die EU-Staaten bestätigten am Mittwoch eine entsprechende Einigung mit dem Europaparlament, wie die slowenische Ratspräsidentschaft auf Twitter mitteilte. Dies bedeute bei grenzüberschreitendenden Gesundheitsgefahren bessere Vorsorge und schnellere Reaktion. Die Behörde mit Sitz in Kopenhagen soll nun ein stärkeres Mandat etwa bei der Überwachung von Krankheitsausbrüchen bekommen. Zudem soll sie vermehrt ihr Wissen bei der Entwicklung von Vorsorgeplänen zur Verfügung stellen. Auch wurde sie mit der Entwicklung digitaler Plattformen für die epidemiologische Überwachung beauftragt und soll enger mit der Weltgesundheitsorganisation zusammenarbeiten.

Als Lehre aus der Corona-Krise hatte die EU-Kommission vor gut einem Jahr ein Paket für eine "Gesundheitsunion" vorgeschlagen. Dazu gehörten das verstärkte ECDC-Mandat, aber auch mehr Kompetenzen für die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam. Zudem soll eine neue Behörde namens Hera zur Vorsorge von Gesundheitskrisen geschaffen werden - hier ist eine Einigung allerdings noch nicht absehbar.

20.09 Uhr: Gericht: Weg vom Bett ins Homeoffice ist gesetzlich unfallversichert

Ein Beschäftigter, der auf dem morgendlichen erstmaligen Weg vom Bett ins Homeoffice stürzt, ist nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Das Beschreiten der Treppe ins Homeoffice habe allein der erstmaligen Arbeitsaufnahme gedient und sei deshalb als Verrichtung im Interesse des Arbeitgebers als Betriebsweg versichert, entschied der 2. Senat am Mittwoch. Im konkreten Fall hatte ein Gebietsverkaufsleiter im Außendienst geklagt, der auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme von seinem Schlafzimmer in das eine Etage tiefer gelegene häusliche Büro auf der Wendeltreppe ausgerutscht war und sich dabei einen Brustwirbel gebrochen hatte.

Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte Leistungen aus Anlass des Unfalls ab. Sie argumentierte, der Unfallversicherungsschutz beginne in einer Privatwohnung auf dem Weg zur erstmaligen Arbeitsaufnahme erst mit Erreichen des häuslichen Arbeitszimmers. Während das Sozialgericht Aachen den erstmaligen morgendlichen Weg vom Bett ins Homeoffice als versicherten Betriebsweg ansah, beurteilte das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen ihn als eine unversicherte Vorbereitungshandlung, die der eigentlichen versicherten Tätigkeit nur vorausgehe. Die Kasseler Richter bestätigten nun die Entscheidung des Sozialgerichts.

19.43 Uhr: Angebliche Weihnachtsparty: Johnsons Ex-Sprecherin tritt zurück

Wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um eine mutmaßliche Weihnachtsfeier im britischen Regierungssitz ist die ehemalige Sprecherin von Premierminister Boris Johnson zurückgetreten. Allegra Stratton, die als Vertraute von Johnsons Ehefrau Carrie Johnson gilt, war zuletzt Sprecherin der britischen Regierung für die UN-Klimakonferenzen. "Meine Bemerkungen schienen die Corona-Regeln auf die leichte Schulter zu nehmen - Regeln, an die sich Leute unter allen Umständen zu halten versuchten", sagte Stratton am Mittwoch unter Tränen. "Das war nie meine Absicht. Ich werde diese Bemerkungen bis an mein Lebensende bedauern und entschuldige mich aufrichtig bei Ihnen allen zu Hause dafür."

Die ehemalige Journalistin war Hauptfigur in einem am Dienstagabend veröffentlichten Video, das landesweit für Empörung sorgt. Darin scheinen Stratton und andere Mitarbeiter zu überlegen, wie sie eine Weihnachtsfeier in der Downing Street während des Corona-Lockdowns vor einem Jahr rechtfertigen könnten. Wie sich die Mitarbeiter verhalten haben, erfahren Sie hier im Artikel.

19.22 Uhr: DRK-Mitarbeiter an Impfstellen bedroht - Appell an Bevölkerung

Wegen der steigenden Zahl von Impfwilligen steigt nach Einschätzung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auch die Aggressivität von Bürgern wegen nicht erhaltener Termine. DRK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten berichtet, dass sie bei Impf-Aktionen auch schon bedroht worden seien, sagte eine Sprecherin Mittwoch. Eine Mitarbeiterin habe beispielsweise erzählt, dass ihr ein Wartender vor einer mobilen Impfstation gesagt habe: "Sie können froh sein, wenn Sie nicht erschossen werden!". Der Mann sei wütend gewesen, weil er nach stundenlangem Warten abgewiesen worden sei.

Viele Faktoren hätten zu einer Verschärfung der Stimmung geführt. Einerseits gebe es nun den Andrang bei den Impfstellen, andererseits werde die Kapazität gerade erst erhöht und es gebe nicht mehr die massive Infrastruktur an Impfzentren. "Wir hoffen, dass das mit den jetzt geschaffenen Impfstellen wie in der Schinkelhalle den Druck etwas rausnimmt." Wegen Diskussionen und teils aggressivem Verhalten gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern richtete das DRK einen Appell an die Bevölkerung und forderte einen respektvollen Umgang mit Mitarbeitenden in Test- und Impfstellen.

18.54 Uhr: WHO: Omikron-Virusvariante inzwischen in 57 Ländern

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist bereits in mindestens 57 Ländern nachgewiesen worden. Das berichtete der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Mittwoch in Genf. Die Zahl der Omikron-Infektionen steige in Südafrika stark, aber es sei zu früh zu sagen, ob sich das Virus in anderen Weltregionen ähnlich ausbreite. "In Südafrika steigen die Omikron-Fälle schnell, aber Omikron wurde dort entdeckt, als die Übertragung der Delta-Variante niedrig war, so hatte es wenig Konkurrenz", sagte Tedros.

Auch erste Meldungen, die darauf hindeuten, dass Omikron in Südafrika einen milderen Krankheitsverlauf verursacht, seien noch mit Vorsicht zu genießen. Es sei zu früh für konkrete Aussagen. Tedros rief Regierungen auf, Corona-Schutzmaßnahmen ernstzunehmen und umzusetzen. "Wenn Länder warten, bis sich die Krankenhäuser füllen, ist es zu spät", warnte er.

18.22 Uhr: Lauterbach: Beenden der Corona-Pandemie wichtigste Aufgabe

Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat einen entschiedenen Kampf gegen die Corona-Krise angekündigt. "Die wichtigste Aufgabe für das Haus ist, die Pandemie für Deutschland zu beenden", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei der Amtsübernahme in Berlin. Es solle alles daran gesetzt werden, mit der neuen Virusvariante Omikron fertig zu werden. Auffrischimpfungen sollten so schnell wie möglich in der Fläche fortgesetzt werden. "Wir werden so lange Boostern und Impfen, bis wir die Pandemie zu einem Ende gebracht haben", sagte Lauterbach. Dies sei gemeinsam zu schaffen.

Lauterbach dankte seinem ausgeschiedenen Vorgänger Jens Spahn (CDU). Es sei auch dessen Arbeit zu verdanken, dass Deutschland besser durch die ersten drei Corona-Wellen gekommen sei als fast alle anderen europäischen Länder. "Diese Arbeit möchten wir fortsetzen." Der neue Minister machte deutlich, dass er von seiner Herangehensweise her sehr stark wissenschaftlich geprägt sei. Gesundheitspolitik könne nur erfolgreich sein, wenn sie sich in der Wissenschaft verankert finde.

Karl Lauterbach (SPD, r), neuer Bundesminister für Gesundheit, redet bei einer Übergabezeremonie mit seinem Amtsvorgänger Jens Spahn (CDU).
Karl Lauterbach (SPD, r), neuer Bundesminister für Gesundheit, redet bei einer Übergabezeremonie mit seinem Amtsvorgänger Jens Spahn (CDU). © Reuters/Pool

17.45 Uhr: Sachsen will Tilgung der Corona-Schulden zeitlich strecken

Sachsen will die Tilgung seiner Schulden aus der Corona-Krise zeitlich strecken. Das teilte Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Mittwoch nach einer Eckwerte-Klausur der Regierung zum neuen Doppelhaushalt 2023/2024 mit. Der Minister nannte einen Zeitraum von zwölf Jahren. Laut Vize-Ministerpräsident Wolfram Günther (Grüne) gibt es in der Koalition noch keinen Konsens darüber. Es würden verschiedene Zeiträume diskutiert und durch das Finanzministerium berechnet: "Wir sind noch nicht durch mit Corona. Die Beträge werden auf keinen Fall kleiner werden." Mehr zum Haushalt lesen Sie hier.

17.08 Uhr: Bundeskanzler Scholz zu Corona-Pandemie: "Die Gesellschaft ist nicht gespalten"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie keine Spaltung der Gesellschaft. "Die Gesellschaft ist nicht gespalten", sagte Scholz am Mittwoch dem Fernsehsender "Welt". "Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger haben sich impfen lassen", erklärte er weiter. Es sei nun Aufgabe der neuen Bundesregierung, diejenigen zu überzeugen, die sich bislang gegen eine Impfung entschieden hätten. "In der Demokratie hilft nur Überzeugung und das Wort", erklärte der SPD-Politiker, der am Morgen im Bundestag zum neunten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden war.

Scholz warb noch einmal eindringlich für eine Impfung gegen das Coronavirus. Gerade für diejenigen, die noch nicht geimpft seien, seien nun "sehr weitreichende Einschränkungen" auf den Weg gebracht worden, die aber notwendig seien, um die gesamte Bevölkerung zu schützen, betonte Scholz.

Die neue Bundesregierung werde weiterhin intensiv daran arbeiten, dass sich möglichst viele impfen ließen und ihre Auffrischungsimpfungen erhielten, sagte Scholz. Das werde auch der frisch vereidigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) tun. "Es ist sehr gut, dass Karl Lauterbach vom Fach ist", sagte Scholz. Er kenne sich gut aus und stehe "auf der Höhe der wissenschaftlichen Debatte". Es gehe nun darum, die Krise zu bekämpfen und auch die bestehenden Schwachstellen im Gesundheitswesen anzupacken, erklärte er.

16.49 Uhr: Wiener Opernball wegen Corona erneut abgesagt

Der Wiener Opernball 2022 wird nicht stattfinden. Der Opernball mit seinen Tausenden Gästen wäre in der jetzigen Corona-Situation das falsche Signal, sagte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) am Mittwoch der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Statt weiter für das als gesellschaftlicher Höhepunkt geltende Ereignis zu planen, habe die Staatsoper nun die Möglichkeit in den durch die Absage freiwerdenden Tagen "ein schönes Programm für Jung und Alt zusammenzustellen". Der Ball sollte am 24. Februar stattfinden.

Zum stets ausverkauften Opernball kommen rund 5300 Gäste. Außerdem arbeiten etwa 2000 Menschen vor und hinter den Kulissen. Bereits 2021 war der Opernball wegen der Pandemie abgesagt worden.

Der Wiener Opernball wird 2022 nicht stattfinden. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation sei das Durchführen ein falsches Signal.
Der Wiener Opernball wird 2022 nicht stattfinden. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation sei das Durchführen ein falsches Signal. © Herbert Neubauer/APA/dpa

16.25 Uhr: Diebe stehlen 40.000 Corona-Schnelltests in Hamburg

Unbekannte Täter haben in Hamburg 40.000 Corona-Schnelltests gestohlen. Der Schaden beläuft sich auf knapp 80.000 Euro, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Diebe waren in der Nacht zum Montag zwischen 3 und 4 Uhr früh in das Gebäude einer Medizinfirma in Rothenburgsort eingestiegen, nachdem sie zunächst einen Zaun zum Gelände des Unternehmens aufgeschnitten hatten.

Dort entwendeten sie dreizehn Paletten mit Corona-Schnelltests, die sie vermutlich mit einem weißen Lieferwagen abtransportierten. Die Polizei sucht nun Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf den weißen Transporter geben können.

15.44 Uhr: Sachsen will fünf weitere Patienten in andere Bundesländer verlegen

Sachsen will fünf weitere Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegen lassen. Wegen der weiterhin hohen Auslastung bei der Corona-Intensivversorgung habe Sachsen eine Anfrage an das Bundeskleeblatt gestellt, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Betroffen sind Patienten aus dem Krankenhauscluster Dresden.

Aus Sachsen sind bislang 31 Intensivpatientinnen und -patienten nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen verlegt worden. Sachsen gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst.

Das Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Patienten wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Es soll sicherstellen, dass es in einzelnen Bundesländern keine Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung gibt.

15.35 Uhr: Sachsen: 75 weitere Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden

Von Dienstag auf Mittwoch meldet das Sächsische Sozialministerium 9.317 Corona-Neuinfektionen im Freistaat. Vor einer Woche waren für Sachsen 9.593 gemeldet worden. Zudem wurden am Mittwoch 75 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 566.187 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.372 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 453.000 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag nach einer Panne am Dienstag nun wieder höher bei 1.125. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Inzidenz-Spitzenreiter in Sachsen ist und bleibt der Landkreis Meißen mit einem Wert von 2.897,6 (Dienstag: 2.380,9).

15.20 Uhr: Landkreis Meißen nähert sich einer Inzidenz von 3.000

Mit klarem Vorsprung hält der Landkreis Meißen bei den Inzidenzzahlen bundesweit den ersten Platz in der Negativ-Top-Ten. Das Robert Koch-Institut meldet am Mittwoch einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 2.897,6 (Dienstag: 2.380,9).

Gegenüber Dienstag sind 803 weitere positiv auf das Coronavirus getestete Personen hinzugekommen. Mit im Vergleich zum Vortag sechs korrigierten Fällen gibt es im Landkreis Meißen seit Beginn der Pandemie 38.292 positiv getestete Fälle. Davon befinden sich gegenwärtig 9.577 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso sechs Kontaktpersonen. Weitere Zahlen im Überblick.

15.08 Uhr: 285 Betrugsverfahren wegen Corona-Hilfen in Sachsen

Anderthalb Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie ermittelt die sächsische Justiz in Hunderten Fällen, bei denen Betrügern vermutlich unberechtigterweise Sofort-Hilfen ausgezahlt worden sind. Das geht aus der Antwort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf eine entsprechende Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Carsten Hütter hervor.

Bei 285 Antragsstellern auf staatliche Corona-Hilfsgelder, die zum Teil mehrfach entsprechende Unterstützungsanträge gestellt hätten, habe sich auf Basis interner und externer Erkenntnisse der Betrugsverdacht erhärtet, teilte der Minister mit. Diese Fälle seien inzwischen an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergereicht worden. Gunnar Saft berichtet.

14.40 Uhr: Weiterer Omikron-Fall an der Grenze zu Sachsen bestätigt

Tschechien hat seinen zweiten Omikron-Fall. Das bestätigen Hygieniker aus Liberec (Reichenberg), unweit der sächsisch-tschechischen Grenze. Die betroffene Person stand im engen Kontakt mit der Frau, bei der die neue Corona-Virus-Variante erstmals auftrat.

"Somit stand diese die gesamte Zeit unter Quarantäne, sodass keine besonderen Maßnahmen erforderlich sind und es keine weiteren Kontakte geben wird", sagt die Sprecherin der Hygiene-Station, Zuzana Balašová. Der ganze Bericht von Petra Laurin.

14.20 Uhr: Mehr als 80 weitere Dresdner im Krankenhaus

Während das Gesundheitsamt auf das Ergebnis wartet, ob zwei Dresdner die neue Omikron-Variante des Coronavirus in sich tragen, steigt die Zahl der Neuinfektionen in Dresden wieder an. Mehr als 1.200 weitere Fälle hat das Gesundheitsamt am Mittwoch mitgeteilt. Die Zahl der Krankenhaus-Einweisung von Corona-Infizierten erreicht einen Rekordwert. Das sind die neuesten Zahlen zur Pandemie in Dresden.

13.30 Uhr: Biontech/Pfizer planen mit Omikron-Impfstoff im März 2022

Für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus sind nach Angaben der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer drei Dosen ihres Produktes nötig. Ersten Labordaten zufolge schützten zwei Dosen nicht ausreichend vor einer Infektion mit der kürzlich entdeckten Variante, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Sie gehen allerdings davon aus, dass der Schutz vor einer schweren Erkrankung weiterhin gegeben ist. Eine Booster-Dosis erhöhe den Antikörper-Spiegel ausreichend, um auch die Omikron-Variante zu neutralisieren. Bei Bedarf könne ab März ein angepasster Impfstoff bereitgestellt werden.

Biontech und Pfizer hatten in Laboruntersuchungen geprüft, wie gut Blutseren geimpfter Personen mit den darin enthaltenen Antikörpern die kürzlich entdeckten Omikron-Variante des Coronavirus neutralisieren können. Nach zwei Dosen des Impfstoffs war das Neutralisierungspotenzial demnach im Vergleich zum Wildtyp des Erregers um das 25-fache reduziert.

Die Booster-Dosis erhöhte den Antikörper-Spiegel den Angaben zufolge um das 25-Fache. Diese Antikörper-Spiegel würden mit einer hohen Wirksamkeit sowohl gegen das Wildtyp-Virus als auch gegen zuvor aufgetauchte Varianten in Verbindung gebracht. "Auch wenn zwei Dosen des Impfstoffs möglicherweise weiterhin Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bieten, zeigen diese ersten Daten sehr deutlich, dass der Schutz mit einer dritten Dosis unseres Impfstoffs verbessert wird", sagte Albert Bourla, Chef des Pharmakonzerns Pfizer.

Die Unternehmen haben bereits damit begonnen, ihren Impfstoff an die Omikron-Variante anzupassen. Diese Arbeiten würden fortgesetzt, erste Chargen könnten produziert und bei Genehmigung durch die Behörden innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden. Die erwarteten Produktionsmengen von vier Milliarden Dosen des Impfstoffs im Jahr 2022 würden sich auch bei einer nötigen Anpassung nicht ändern.

13.10 Uhr: Ermittlungen nach Berichten über Anschlagspläne gegen Kretschmer

Nach den Berichten über Anschlagspläne gegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) haben Polizei und Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt, die Sicherheitslage prüfen zu wollen. Gegen die Gruppierung "Dresden Offlinevernetzung" und deren einzelne Mitglieder ergebe sich ein Straftatverdacht. Mögliche Tatvorwürfe würden gegenwärtig geprüft sowie erste Ermittlungshandlungen initiiert, hieß es.

Dabei spielten auch Äußerungen einzelner Mitglieder zum angeblichen Besitz von scharfen Waffen und Armbrüsten eine Rolle. Die Ermittlungen übernimmt das Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum mit der Sonderkommission Rechtsextremismus im Landeskriminalamt Sachsen.

In dem Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ geht es um eine Gruppe radikaler Gegner der Corona-Maßnahmen, die sich über Mordpläne gegen Sachsens Ministerpräsidenten ausgetauscht haben soll.

12.50 Uhr: Trotz Corona erneut weniger Firmenpleiten in Sachsen

Die Zahl der Firmenpleiten ist in Sachsen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie erneut zurückgegangen. Das geht aus Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurden. Demnach lag die Insolvenzquote - also die Zahl der Pleiten pro 10.000 Unternehmen - im Freistaat in diesem Jahr bei 34, nachdem sie im Vorjahr mit 42 angegeben worden war. Insgesamt habe man 490 Fälle von Unternehmensinsolvenzen registriert, 15,5 Prozent weniger als im Jahr 2020.

Zwar habe der Mittelstand in diesem Jahr mit den Auswirkungen der Lockdowns im Jahr 2020, mit Engpässen in den Lieferketten und starken Preisanstiegen zu kämpfen, erklärte Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden. Durch die staatlichen Hilfsmaßnahmen hätten bisher Insolvenzen jedoch verhindert werden können.

Deutlich gestiegen ist dagegen die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Bei 3.680 Fällen habe der Zuwachs über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr betragen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war den Angaben nach ein neues Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens, das überschuldeten Verbrauchern einen schnelleren und leichteren Weg aus der Überschuldung ermögliche.

12.15 Uhr: Kultusministerium meldet knapp 50 neue teilweise oder vollständig geschlossene Schulen

Sachsens Schulen sind weiterhin im Griff der Corona-Pandemie. Aus Veröffentlichungen des Kultusministeriums geht hervor, dass für etwa 50 sächsische Schulen neue Allgemeinverfügungen erlassen worden, die eine befristete teilweise oder vollständige Schließung veranlassen. Insgesamt sind in Sachsen derzeit 36 Schulen vollständig und 235 Schulen teilweise geschlossen.

Erst am Dienstag hatte das Kultusministerium bekannt gegeben, dass der Schulbetrieb bis zu den regulären Ferien ab dem 22. Dezember aufrecht erhalten werden soll. "Es ist besser für Schülerinnen und Schüler und das Infektionsgeschehen insgesamt, wenn wir den Schulbetrieb unter strikten Hygieneregeln bis zu den regulären Weihnachtsferien aufrechterhalten", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

11.50 Uhr: Weltgrößter Corona-Impfstoffhersteller halbiert Produktion

Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute mit Sitz in Indien will seine Astrazeneca-Produktion um mindestens die Hälfte reduzieren. Grund sei, dass die Indiens Regierung keine neuen Bestellungen aufgegeben habe, sagte Firmenchef Adar Poonawalla dem indischen TV-Sender CNBC-TV18. Gleichzeitig kämen Bestellungen der internationalen Impfstoffinitiative Covax nur langsam herein. Derzeit produziere seine Firma pro Monat 250 Millionen Dosen Astrazeneca, das in Indien unter dem Namen Covishield vertrieben wird.

Das Serum Institute war Anfang Jahr als Hauptlieferant für die Impfstoffinitiative Covax vorgesehen, die dafür sorgen möchte, dass auch ärmere Länder an Impfstoff kommen. Poonawallas Firma lieferte dann zunächst auch Millionen Dosen ins Ausland - via Covax oder direkt an Länder. Aber als Indien im Frühjahr von einer heftigen Corona-Welle überrollt wurde, stoppte die indische Regierung den Export und ließ ihn erst kürzlich erst wieder zu. In der Zwischenzeit mussten viele ärmere Länder Alternativen finden.

11.05 Uhr: Impfgegner protestieren vor Lauterbachs Wohnung

Vier Impfgegner haben vor der Kölner Privatwohnung des SPD-Politikers Karl Lauterbach eine unangemeldete Demonstration veranstaltet. Die Polizei beendete die Versammlung am vergangenen Freitagabend, wie die Kölner Polizei auf dpa-Anfrage bestätigte. Am Montag wurde bekannt, dass Lauterbach neuer Gesundheitsminister wird. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Corona-Leugner Lauterbach ausgesucht hatten, weil er immer wieder in den Medien aufgetreten ist.

In einem Bericht an den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags warnt das Innenministerium in diesem Kontext vor einer zunehmenden "Emotionalisierung und Radikalisierung" durch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern, die vor allem Einschränkungen für nicht-immunisierte Menschen bedeuten. In Österreich, den Niederlanden und Belgien sei bereits eine "Verschärfung des Protestgeschehens bis hin zu gewalttätigen Ausschreitungen zu konstatieren."

10.15 Uhr: Kabinett berät zu Sicherheitslage in Sachsen

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat in einer Online-Pressekonferenz am Mittwochvormittag Solidarität für alle von Anfeindungen betroffenen Menschen bekundet.

Zu ihnen zählte er nicht nur den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der von Morddrohungen einer Dresdner Gruppierung betroffen war, und Sozialministerin Petra Köpping (SPD), vor deren Haus am Freitag mit Fackeln protestiert wurde, sondern auch die "vielen nicht bekannten, aber vorhanden Menschen in den Impfzentren und im Gesundheitswesen, die sich bedroht fühlen oder bedroht werden".

In diesem Zusammenhang habe sich Martin Dulig nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen mit der designierten Bundesinnenminister Nancy Faeser (SPD) unterhalten, um noch einmal auf ein "gesellschaftliches und innenpolitisches Stopp-Zeichen" zu drängen und der "Radikalisierung Einhaltung zu gebieten". Es sei "kein regionales Phänomen", so der stellvertretende Ministerpräsident.

Dulig stellte in seinem Statement noch einmal klar: "Es ist kein Kampf die gegen uns, der Gegner heißt immer noch Corona." Das sächsische Kabinett hatte nach Angaben von Dulig am Dienstagabend auch über die Sicherheitslage im Freistaat gesprochen. Zu konkreten Gegenmaßnahmen gegen die Radikalisierung der Corona-Proteste äußerte der Wirtschaftsminister nicht.

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) bezeichnete in einem Statement zum persönlichen Sicherheitsgefühl, Bedrohungen und Mordaufrufe als "Terror" und "unter aller Würde". Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnet die Vorfälle als "sehr beunruhigend" und unterstrich: "Wir haben ein demokratisches Amt inne und müssen in dieser Funktion auch Entscheidungen treffen, die nun notwendig sind."

Alle drei Sprecher des Kabinetts am Mittwoch fühlen sich nach eigenen Aussagen jedoch durch immer wieder angepasste Sicherheitsmaßnahmen weitestgehend sicher. Laut Regierungssprecher Ralph Schreiber seien nach den Mordaufrufen gegen den Ministerpräsidenten auch die Sicherheitsvorkehrungen bei Michael Kretschmer (CDU) und seiner Familie verstärkt worden.

Am Dienstag habe sich das Kabinett Schreiber zufolge für verstärkte Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in Chatgruppen wie bei Telegram ausgesprochen. Kretschmer sprach das Thema schon einmal im Talk mit dem designierten Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) im ZDF an.

10.10 Uhr: Labortests: Impfstoffe erzeugen schwächere Immunantwort gegen Omikron

Erste Labor-Untersuchungen zur Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte am Mittwoch erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen.

"Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist", schrieb Ciesek dazu. Bereits am Vortag hatten südafrikanische Experten ähnliche Daten vorgelegt, wonach die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfällt.

Ciesek wies aber auch daraufhin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

10.05 Uhr: Bund organisiert zusätzliche Biontech-Impfdosen

Der Bund hat zur Beschleunigung der Corona-Impfungen drei Millionen zusätzliche Impfdosen von Biontech organisiert, die andere EU-Staaten aktuell nicht benötigen. Sie sollen in dieser und zu Beginn der kommenden Woche den Ländern für die Impfzentren zur Verfügung gestellt werden, wie aus einem Bericht des scheidenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) von Mittwoch an seine Länderkollegen hervorgeht.

Auch über den Großhandel sollen demnach mehr Biontech-Dosen an Praxen gehen. Insgesamt soll der Bund damit in der Woche vom 13. Dezember acht Millionen Dosen Biontech und mehr als zehn Millionen Dosen von Moderna für Auffrischungsimpfungen ausliefern.

Bei vielen Ärzten und anderen Impfstellen hat es Proteste ausgelöst, dass der Bund für den meistgenutzten Impfstoff von Biontech kürzlich Bestell-Obergrenzen eingeführt hatte - da sich die Lager sonst zu schnell zu leeren drohten. Bund, Länder und Wissenschaftler betonen, dass Biontech wie Moderna für Verstärkungen («Booster») schon länger zurückliegender Impfungen gleichermaßen verwendet werden können.

9.50 Uhr: Wegen Corona-Krise weiter Steuer-Stundungen möglich

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie können Firmen und andere Steuerzahler weiterhin eine Stundung beantragen, ihre Steuern also später zahlen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung sei verlängert worden, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit.

Steuern, die eigentlich zum 31. Januar fällig wären, könnten damit bis zum 31. März gestundet werden, wenn man "unmittelbar und nicht unerheblich" wirtschaftlich von der Krise betroffen sei. Auch Ratenzahlungen bis zum 30. Juni sind dem Schreiben zufolge möglich.

Begründet wird die Verlängerung mit weiterhin beträchtlichen wirtschaftlichen Schäden durch das Coronavirus. Die Stundungen sollten "unbillige Härten" vermeiden helfen. Nachweise, wie stark man von der Krise betroffen ist, sollten nicht allzu streng kontrolliert werden. Auch Vollstreckungen sollen bis Ende März ausgesetzt werden, außerdem können Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftsteuer nach unten angepasst werden.

9.40 Uhr: Fast eine Million Impfungen am Dienstag - 15,6 Millionen geboostert

In Deutschland haben mittlerweile 15,6 Millionen Menschen eine zusätzliche Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Demnach sind allein am Dienstag 833.000 Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Insgesamt gab es am Dienstag 973.000 Impfungen gegen das Virus.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben 57,5 Millionen Menschen (69,2 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mindestens eine erste Impfung haben 60,0 Millionen Menschen (72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) bekommen.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 84,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. In dem Bundesland sind mittlerweile 80,8 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht: Die Quote bei den Erstimpfungen liegt hier bei 61,3 Prozent, vollständig geimpft sind laut RKI 58,6 Prozent.

9.30 Uhr: Fußball und Bundestagswahl verdrängen Corona in den Google-Charts

Die Themen rund um die großen Sportereignisse haben in diesem Jahr die Anwenderinnen und Anwender der Suchmaschine Google besonders stark interessiert. In den Jahrescharts des Internet-Konzerns für Deutschland lag der Begriff "EM 2021" auf Platz 1. In dem Jahresrückblick von Google landete die Bundestagswahl bei den allgemeinen Suchbegriffen auf dem zweiten Platz. Erst danach folgen allgemeine Suchabfragen zu Corona.

Für den großen Themenbereich Corona veröffentliche Google gesonderte Auswertungen. In diesem Jahr war die Impfung dagegen ein Top-Thema. Die Menschen wollten wissen: "Wie lange hält die Corona-Impfung?", "Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?", "Darf man nach der Corona-Impfung Alkohol trinken?" Erst auf Platz 11 der Fragen zu den Impfungen steht "Was spricht gegen die Corona-Impfung?".

8.51 Uhr: Mehrere Omikron-Verdachtsfälle bei Dresdnern

Erstmals seit Auftauchen der Omikron-Mutante sind nun Verdachtsfälle für Dresden bestätigt worden. Es handelt sich um mehrere Dresdner, die in der Landeshauptstadt ihren Wohnsitz haben, aus Südafrika zurückgereist waren und sich nun in Quarantäne befinden, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Frank Bauer. Ein sicheres Testergebnis steht jedoch noch aus. ". Es handelt sich also um Verdachtsfälle, noch keine bestätigten Fälle für Personen mit Wohnsitz in Dresden." Mehr dazu lesen Sie im Artikel Omikron-Verdachtsfälle bei Dresdnern

8.20 Uhr: Versammlungen gegen Corona-Maßnahmen in Chemnitz und Taucha

In Chemnitz und Taucha ist am Dienstagabend erneut gegen die Corona-Maßnahmen protestiert worden. In beiden Fällen seien die Versammlungen jedoch schon vor Eintreffen der verständigten Beamten aufgelöst worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch. In Chemnitz hatten sich bereits am Montagabend mehrere Hundert Menschen für eine Kundgebung versammelt. Auch in vielen anderen sächsischen Städten war es zu Protesten gegen die Infektionsschutz-Maßnahmen gekommen. Durch die Corona-Notfallverordnung sind in Sachsen derzeit nur Kundgebungen mit bis zu zehn Teilnehmern gestattet.

7.58 Uhr: Impfstoff von Biontech schützt wohl nur teilweise vor Omikron-Variante

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer bietet einer Studie zufolge offenbar lediglich einen teilweisen Schutz gegen die Coronavirus-Variante Omikron. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm "sehr stark abgenommen", erklärte Alex Sigal, Professor am Africa Health Research Institute in Südafrika auf Basis vorläufiger Ergebnisse am Dienstag.

Sigal erklärte aber auch: "Die Resultate sind besser als ich erwartet habe. Je mehr Antikörper man hat, desto besser sind die Chancen, gegen Omikron geschützt zu sein." Die Wirkung eines Boosters hat Sigal nicht untersucht, denn die Auffrischimpfung ist in Südafrika noch nicht offiziell verfügbar. Sigal zeigte sich auf Twitter optimistisch: "Omikron ist ein Problem, dass wir mit den Werkzeugen, die wir haben, lösen können." Aussagen anderer Experten sprechen wiederum dafür, dass die Impfstoffe doch eine Wirkung gegen Omikron zeigen.

7.29 Uhr: Hunderte Freiwillige wollen in Sachsens Krankenhäusern helfen

Die Krankenhäuser in Sachsen sind seit Wochen überlastet. Nun haben sich zahlreiche Helfer gemeldet, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Über das Beteiligungsportal „Ärzte- und Pflegepool Sachsen“ haben sich bisher 1.730 Freiwillige zur Unterstützung der sächsischen Krankenhäuser gemeldet, teilte das Sozialministerium Sachsen jetzt mit. Sachsen schaltete das Online-Portal in der vergangenen Woche frei. Seitdem können sich Bürger dort anmelden, um in den sächsischen Kliniken auszuhelfen.

7.02 Uhr: Ärzteverbände fordern verlässliche Impfstofflieferungen

Ärzteverbände beklagen einen Mangel an Verlässlichkeit bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen. "Inzwischen sind 14 Millionen Menschen in Deutschland geboostert, davon 10 Millionen in den Praxen. Bei diesem Tempo ist das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten nicht völlig unrealistisch", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Impffortschritt werde aber durch die Politik ausgebremst. Für die Impfungen in dieser Woche hätten Vertrags- und Betriebsärzte sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst zusammen rund 6,5 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff bestellt. "Geliefert werden wohl aber nur 2,9 Millionen Dosen und damit weniger als die Hälfte", sagte Gassen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband kritisierte die aktuelle Lage. "In den letzten Wochen hinkte die Impfkampagne leider deutlich hinterher, weil es versäumt wurde, für die große Nachfrage an Impfungen genügend Impfstoff zu bestellen", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt dem RND. Grundvoraussetzung für den Erfolg der Impfkampagne sei aber gerade, dass die Hausarztpraxen die bestellte Menge an Impfstoff vom jeweiligen Hersteller zu dem festgelegten Zeitpunkt auch zuverlässig erhielten.

6.28 Uhr: 28 Corona-Tote in Pflegeheim - Patientenschützer fordert Klärung

Nach dem Tod von 28 größtenteils ungeimpften Bewohnern eines Pflegeheims in Rudolstadt in Thüringen fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine Debatte über den Umgang mit Corona-Impfentscheidungen von Menschen, die unter Betreuung stehen. Eigentlich seien in solchen Fällen die behandelnden Ärzte in der Verantwortung, ein Betreuungsgericht anzurufen, um den Willen der Bewohner zu klären, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Das sei grundsätzlich nötig, wenn sich die Meinung von Arzt und Bevollmächtigten in Betreuungsfragen unterschieden. "Alles andere ist fahrlässig."

In Rudolstadt hatte der Landkreis berichtet, dass Angehörige der Bewohner teils von einer Corona-Impfung abgeraten hatten. Rund ein Drittel der über 140 Bewohner war demnach nicht geimpft. Nach Angaben des Heimbetreibers hatten alle 28 Gestorbenen einen Bevollmächtigten oder Betreuer. 22 von ihnen seien nicht vollständig geimpft gewesen. "Das ist die schwärzeste Zahl, die wir 2021 haben", sagte Brysch.

In anderen Fällen sei es gelebte Praxis, dass in Betreuungsfragen, in denen sich die Meinungen von Ärzten und Vormunden unterscheiden, ein Gericht angerufen werde, das binnen 24 Stunden entscheiden könne, sagte Brysch weiter. Nach Angaben des zuständigen Betreuungsgerichts in Rudolstadt waren weder von Bewohnern, Ärzten oder der Heimleitung selbst entsprechende Anträge eingegangen. Grundsätzlich sei das aber auch bei Impffragen möglich, erläuterte ein Sprecher.

Der Heimbetreiber teilte mit, dass es aus seiner Sicht keine Anhaltspunkte für eine nicht ordnungsgemäße Wahrnehmung der Betreuung gegeben habe. Warum eine Impfung abgelehnt werde, sei nicht nachprüfbar.
Der Heimbetreiber teilte mit, dass es aus seiner Sicht keine Anhaltspunkte für eine nicht ordnungsgemäße Wahrnehmung der Betreuung gegeben habe. Warum eine Impfung abgelehnt werde, sei nicht nachprüfbar. © Christopher Koch/tba/dpa

6.08 Uhr: Dehoga-Chefin: Pandemie hat Gastgewerbe 100.000 Mitarbeiter gekostet

Die Corona-Krise könnte den Personalmangel im Gastgewerbe nach Ansicht des Dehoga abermals deutlich verschärfen. "Rund 100.000 Beschäftigte hat das Gastgewerbe durch die Pandemie bis September 2021 verloren", sagte die Chefin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, am Mittwoch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe habe im September bei knapp 1.026.000 gelegen, 8,4 Prozent unter der im September 2019.

"Wenn die Covid-19-Pandemie nicht schnellstmöglich erfolgreich bekämpft wird, befürchte ich Schlimmeres", sagte Hartges. "Ein maximal professionelles Impfmanagement ist jetzt endlich geboten!"

5.49 Uhr: Pandemie verschärft wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Sachsen

Die Bewältigung der Corona-Pandemie bringt sächsische Krankenhäuser und Kliniken in wirtschaftliche Not. Die Lage sei "dramatisch und prekär, das hat Konsequenzen für die Versorgung von Corona - aber auch anderer Patienten", sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), Stephan Helm, der Deutschen Presse-Agentur. Momenten seien allein 650 der insgesamt 1.500 vorhandenen Intensivbetten mit Covid-19-Erkrankten belegt. "Das ist fast drei Mal so viel wie der Bundesdurchschnitt."

Laut Helm sind alle üblichen Betriebsabläufe in Kliniken "im Prinzip" außer Kraft gesetzt und die Kapazitäten auf die Versorgung von Corona-Patienten konzentriert - verbunden mit Mehraufwand, besonderem Stress, bei limitiertem Personal und mit der Aufforderung, die Regelversorgung so weit es geht zurückzustellen. Belegungsrückgänge, Erlösungsausfälle wegen abgesagter Operationen, überdurchschnittliche Aufwendungen für Corona belasteten die Etats. Dazu kämen Kostensteigerungen, "weil die gesamte Maschinerie Krankenhaus momentan in einem ganz anderen Modus" ist. "Wir arbeiten momentan am Limit."

Schon vor der Pandemie kämpften Kliniken mit Defiziten - teils in Millionenhöhe. Vor allem wegen Personalmangels, fehlender Finanzierung von Investitionen, hoher Qualitätsanforderungen und gesetzlicher Vorgaben. "Corona hat die Situation extrem verschärft", sagte Helm. Die Krankenhäuser seien auf Notfall- und Corona-Bekämpfung konzentriert. Dabei mangele es in erster Linie an Fachpersonal, das inzwischen selbst durch Infektionen und vor allem Quarantäne dezimiert werde. Ärzte und Pfleger stünden "vor Leuten, die in der Regel nicht geimpft sind; das ist der größte Frust".

5.29 Uhr Deutsche Bahn verschärft 3G-Kontrollen im Nahverkehr

Ab diesem Mittwoch verschärft die Deutsche Bahn die sogenannten 3G-Kontrollen im Regionalverkehr. Fortan sollen auch die sogenannten Kundenbetreuer, also Schaffnerinnen und Schaffner, bei der Ticketkontrolle überprüfen, ob die Fahrgäste geimpft, genesen oder getestet (3G) sind. Bislang hatten das im Nahverkehr vor allem die Sicherheits-Mitarbeiter übernommen. Allerdings bleibe es bei stichprobenhaften Überprüfungen, sagte die Bahn. Es werde nur dann nach dem 3G-Nachweis gefragt, wenn die Kontrolleure von Sicherheitspersonal begleitet werden. Es würden stets zwei Mitarbeitende bei der Kontrolle eingesetzt, um größtmögliche Sicherheit für die Kundenbetreuer im Nahverkehr zu gewährleisten, hieß es.

Bereits seit dem 24. November gilt die 3G-Pflicht im Regional- und im Fernverkehr. Wer keinen entsprechenden Nachweis vorweisen kann, wird dazu aufgefordert, den Zug an der nächsten Station zu verlassen. Es droht ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro.

Der Bahn zufolge war stets geplant, dass auch die Schaffnerinnen und Schaffner im Nahverkehr kontrollieren sollen. Vor ihrem erweiterten Einsatz mussten sie demnach noch speziell geschult werden.

5.15 Uhr: Terrorismusforscher warnt vor Gewaltbereitschaft bei "Querdenkern"

Unter Corona-Leugnern und sogenannten Querdenkern steigt nach Einschätzung des Terrorismusforschers Peter Neumann aktuell die Gewaltbereitschaft. "Wenn eine solche Bewegung damit beginnt, sich Argumente zurechtzulegen, um Gewalt zu rechtfertigen, ist das ein deutliches Warnsignal - und genau das erleben wir seit einigen Monaten", sagte Neumann der "Augsburger Allgemeinen".

"Wir erleben eine generelle Enthemmung, die Normen des Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft werden von vielen Leuten nicht mehr respektiert", erläuterte der am Londoner King's College tätige Professor dem Blatt. In der "Querdenker"-Szene werde seit eineinhalb Jahren propagiert, dass man Politikern nicht glauben dürfe und die Impfpflicht entgegen aller Versprechen kommen werde. "Wenn diese Impfpflicht nun tatsächlich eingeführt wird, könnte die Situation weiter eskalieren."

"Gleichzeitig versuchen Rechtsextreme diese Bewegung zu kapern, das haben wir gerade in Sachsen erlebt und es ist hochgefährlich", warnte der Extremismusexperte. Die Politik dürfe dennoch die Anhänger der Bewegung nicht aufgeben. "Denn viele von ihnen ringen noch mit ihren Überzeugungen, sie haben noch Kontakt zu Menschen außerhalb der radikalisierten Gruppe. Mit denen müssen wir im Gespräch bleiben."

Mittwoch, 5 Uhr: RKI registriert 69.601 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 427

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Toten hat den höchsten Stand seit Februar erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 527 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Zahlen von Mittwochmorgen hervorgeht. Momentan ist die Zahl der täglich übermittelten Corona-Toten noch deutlich kleiner als zum Höhepunkt der zweiten Corona-Welle Ende vergangenen Jahres - und das, obwohl es momentan wesentlich mehr Ansteckungen gibt als damals. Experten führen das auf den positiven Effekt der Impfung zurück, die wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützt.

Die 7-Tage Inzidenz gab das RKI mit 427 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 432,2 gelegen – allerdings gab es dabei technische Schwierigkeiten bei der Übermittlung der Zahlen aus Sachsen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 442,9 (Vormonat: 201,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 69.601 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 67.186 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.291.621 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,45 an (Montag: 5,32). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 5.225.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 104.047.

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

22.05 Uhr: Spahn hält Debatte über Corona-Impfpflicht für wichtig

Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht eine allgemeine Corona-Impfpflicht weiterhin skeptisch. Trotzdem hält er die Debatte darüber für wichtig: "Denn die hat ja einen Grund. Wir haben gut zwölf Millionen ungeimpfte Erwachsene in Deutschland, und diese Zahl ist zu groß", sagte Spahn am Dienstagabend im "heute journal" des ZDF. Er wies darauf hin, dass es vor allem Ungeimpfte seien, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssten.

Spahn bekräftigte, er sei konsequent für 2G-Regeln, also Zugang zu vielen Bereichen nur für Geimpfte und Genesene - "meinetwegen auch für das ganze Jahr 2022". Eine allgemeine Impfpflicht habe aber nicht nur rechtliche Aspekte, sondern auch gesellschaftliche, ethische, medizinische und ganz praktische, darunter die Frage, wie eine Impfpflicht eigentlich durchgesetzt und kontrolliert werden solle. In Österreich, wo im nächsten Jahr eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werden soll, gebe es anders als in Deutschland ein Register aller Geimpften.

Auf die Frage nach fehlendem Impfstoff in den Arztpraxen sagte Spahn, er verstehe, dass es im Alltag Frust und Wut gebe. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen." Aber man habe genügend Impfstoff, dass in den nächsten Wochen das Ziel von 30 Millionen Impfungen erreicht werden könne. Er könne seinem Nachfolger Karl Lauterbach (SPD) "ein bestelltes Feld übergeben".

Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht eine allgemeine Corona-Impfpflicht weiterhin skeptisch.
Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht eine allgemeine Corona-Impfpflicht weiterhin skeptisch. © dpa

21.14 Uhr: Schweden legt Plan für erneute Corona-Maßnahmen vor

Trotz verhältnismäßig niedriger Corona-Zahlen rüstet sich Schweden mit einem neuen Maßnahmenplan für eine Zeit mit angespannterer Lage im Gesundheitswesen. Bereits ab Mittwoch sollten Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Arbeitgeber sollten ihren Angestellten zudem ermöglichen, aus dem Homeoffice zu arbeiten, Erwachsene im öffentlichen Raum Abstand zueinander halten und Gaststätten Gedränge vermeiden.

Der Einsatz des vor einer Woche eingeführten Corona-Impfnachweises soll zeitnah etwa auf Restaurants und Fitnessstudios ausgeweitet werden, wie Hallengren ankündigte. Wenn sich die Infektionslage und die Belastung des Gesundheitswesens dennoch weiter verschlechterten, könnten in zwei Schritten weitere Maßnahmen folgen. Am wichtigsten sei aber nach wie vor, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, unterstrich die Ministerin ebenso wie die neue Regierungschefin Magdalena Andersson an ihrer Seite.

Schweden hat seit Beginn der Pandemie auf einen Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Corona-Maßnahmen gesetzt. In dem Zuge hatte das Land im Vergleich zum Rest Skandinaviens und auch zu Deutschland lange Zeit mit sehr hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Derzeit sind diese Zahlen in dem skandinavischen Land jedoch niedriger als in den meisten anderen Ländern der EU. Die Zahl der Neuinfektionen steige zwar auch in Schweden, liege aber nach wie vor auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau, sagte Andersson.

20.11 Uhr: Drosten befürchtet Omikron-Problem in Deutschland im neuen Jahr

Der Virologe Christian Drosten befürchtet ab Anfang kommenden Jahres Schwierigkeiten mit der Omikron-Variante des Coronavirus auch hierzulande. "Das Virus wird auch in Deutschland zuwachsen", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. "Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben."

Dieses Problem könne bis in den Sommer andauern, warnte er. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. "Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt." Bisher seien ihm hierzulande aus dem Austausch mit Kollegen ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt, berichtete Drosten. Die Zahl sei nicht vollständig und werde "in ganz kurzer Zeit" zunehmen.

Der Virologe betonte jedoch, dass es rund um die Variante noch viele offene Fragen gebe und mehr Daten abgewartet werden müssten. Mehrfach sprach Drosten von einer "Ratestunde". Die Ausgangslagen in Südafrika und England, wo Omikron sich in besorgniserregender Geschwindigkeit ausbreite, seien zudem anders als in Deutschland. Er wolle auch nicht den Teufel an die Wand malen, halte aber Vorsicht angesichts der Veränderungen des Virus für geboten, sagte der Charité-Forscher.

Bei Omikron sei die "blödeste Kombination" an Eigenschaften zu befürchten: Immunflucht und und Fitnessgewinn - also eine Variante, die den Antikörpern von Geimpften und Genesenen besser entkommt und zudem ansteckender ist. Die Impflücken in Deutschland müssten geschlossen werden, das sei die erste Priorität, sagte Drosten. Auch angesichts schwerer Verläufe, die nun bei Kindern in Südafrika beobachtet würden, sei zu befürchten, dass Omikron für Ungeimpfte "nicht harmlos" sei. Man dürfe wegen Berichten über milde Verläufe bei Genesenen und Geimpften nicht in Euphorie verfallen.

20.00 Uhr: Norwegen zieht Corona-Schrauben über Weihnachten an

Angesichts einer besorgniserregenden Corona-Lage mit dem Auftreten der Omikron-Variante verschärft Norwegen die im Land geltenden Maßnahmen. Die Infektionslage sei jetzt so ernst, dass man neue Maßnahmen ergreifen müsse, um die Kontrolle über die Pandemie zu behalten, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Oslo. Das bedeute auch, dass es in diesem Jahr andere Weihnachtstage würden als normal.

Zu den neuen Maßnahmen zählen ein paar alte bekannte, darunter die Regel, einen Meter Abstand zu halten. Wo das zum Beispiel in Geschäften oder Restaurants nicht möglich ist, muss man Maske tragen. Alkohol darf nur an sitzende Gäste serviert werden, und zwar nur bis maximal 24.00 Uhr. Bei Sport- und Kulturangeboten für Erwachsene wird die maximal zulässige Gruppengröße auf 20 reduziert.

Das hat auch Auswirkungen auf die Festtage, wie Støre sagte: Für Weihnachten und Silvester empfehle man, sich maximal mit 20 Personen zu treffen. Generell sollte man sich sonst nicht mit mehr als zehn Gästen außerhalb des eigenen Haushalts versammeln. Bei bestimmten Veranstaltungen wie Beerdigungen werden wieder Teilnehmerobergrenzen eingeführt. Gelten soll all das ab Donnerstag und vorläufig für vier Wochen.

Das norwegische Gesundheitsinstitut FHI geht davon aus, dass Omikron spätestens im Januar die dominierende Variante im Land sein wird. Bereits seit dem Herbst sind die Corona-Zahlen in Norwegen deutlich gestiegen. Die Inzidenz lag zuletzt etwas höher als in Deutschland.

19.42 Uhr: Fauci sieht Hinweise für mildere Krankheitsverläufe bei Omikron

Nach Angaben des US-Immunologen Anthony Fauci könnte die Omikron-Variante des Coronavirus weniger schwere Krankheitsverläufe hervorrufen. Fauci mahnte allerdings am Dienstag, dass es noch zu früh für eine abschließende Bewertung sei.

Bei den Fällen, die man aktuell auswerte, beobachte man verhältnismäßig milde Krankheitsverläufe. Dies könne aber beispielsweise auch daran liegen, dass bei diesen Fällen vor allem jüngere Leute betroffen seien. Dennoch beobachte man, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte geringer sei als bei der Delta-Variante. Eine endgültige Schlussfolgerung sei jedoch noch nicht möglich.

Gerade bei der Frage nach der Schwere des Krankheitsverlaufs gebe es datentechnisch immer Verzögerungen. "Ich könnte mir vorstellen, dass es noch mindestens ein paar Wochen dauern wird, bis wir einen guten Überblick haben - und dann erst ein paar Wochen später einen wirklich guten Überblick", sagte der Präsidentenberater. Schaue man auf die Übertragbarkeit, gebe es Beweise dafür, dass die Omikron-Variante hochansteckend und gegenüber anderen Varianten wie Delta dominant sei.

Der Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, zufolge sind in den USA bisher in 19 Bundesstaaten Omikron-Fälle bestätigt worden. Aktuell sei die Delta-Variante aber noch die vorherrschende Variante im Land. Generell steigen auch in den USA die Corona-Zahlen wieder. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die Behörden gut 104.000 Neuinfektionen pro Tag. Bislang sind in den USA 60 Prozent der Bevölkerung abschließend geimpft. Auch die US-Regierung hat wegen Omikron Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas beschränkt.

Anthony Fauci spricht spricht während des täglichen Pressebriefings im Weißen Haus.
Anthony Fauci spricht spricht während des täglichen Pressebriefings im Weißen Haus. © AP

19.06 Uhr: Drei Omikron-Fälle in Potsdam

In Brandenburg sind die ersten Fälle von Infektionen mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Betroffen sind drei Menschen aus Potsdam, teilte die Stadt am Dienstagabend mit. Die positiven Corona-Tests stammten den Angaben zufolge aus der vergangenen Woche - anschließend wurde sequenziert. Die Untersuchungen seien abgeschlossen, am Dienstag habe das Ergebnis vorgelegen, erklärte ein Sprecher.

Laut Stadt handelt es sich bei einem der Infizierten um einen Reiserückkehrer aus Südafrika, bei dem zweiten um eine direkte Kontaktperson. Die dritte Person sei offenbar nicht im Ausland gewesen und habe sich in der Region angesteckt, erklärte die Bereichsleiterin Öffentlicher Gesundheitsdienst, Kristina Böhm. Im Umfeld seien weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Ob es sich dabei auch um die Omikron-Variante handelt, muss nun ermittelt werden", so Böhm.

Auch bei einer weiteren gebürtigen Potsdamerin sei mittlerweile eine Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden, sie befinde sich aber außerhalb Brandenburgs in Quarantäne und sei nach einem positiven Test am Flughafen gar nicht erst nach Potsdam zurückgekehrt.

In Brandenburg sind erste Fälle von Infektionen mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden.
In Brandenburg sind erste Fälle von Infektionen mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. © dpa-Zentralbidl

18.22 Uhr: Heil will verlängertes Kurzarbeitergeld erhöhen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will eine Aufstockung des bis Ende März verlängerten Kurzarbeitergelds in der Corona-Pandemie ermöglichen. Einen entsprechenden Änderungsantrag wollen die Ampel-Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP mit dem Gesetz zur Corona-Impfprävention auf den Weg bringen, wie es am Dienstag aus dem Arbeitsministerium hieß. Die "Rheinische Post" berichtete zuerst darüber.

Demnach sollen ab dem vierten Bezugsmonat 70 Prozent der Nettoentgeltdifferenz gezahlt werden. Wenn ein Kind im Haushalt lebt, soll der Satz 77 Prozent betragen. Ab dem siebten Bezugsmonat sind 80 Prozent und mit Kind 87 Prozent geplant. Dies soll für Beschäftigte gelten, die bis zum 31. März 2021 während der Pandemie einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld hatten. Außerdem sollen die Beschäftigten, die seit April 2021 erstmals in Kurzarbeit gegangen sind, für die Zeit von Januar bis März 2022 einen Anspruch auf die erhöhten Leistungssätze erhalten.

Der erleichterte Zugang zu Kurzarbeit in der Corona-Krise war bereits per Verordnung verlängert worden. Die maximale Bezugsdauer von 24 Monaten wurde für weitere drei Monate bis zum 31. März 2022 verlängert. Die Verlängerung bezog sich allerdings nicht auf das erhöhte Kurzarbeitergeld. Diese Regelung blieb bis Ende Dezember befristet. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte davor gewarnt, dass ein Verlust von 100.000 Beschäftigten drohe, wenn das aufgestockte Kurzarbeitergeld nicht verlängert werde.

17.45 Uhr: Corona-Impfung für jüngere Kinder in Spanien und Portugal zugelassen

In Spanien und Portugal haben die zuständigen Behörden die Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gegen Covid-19 genehmigt. Das teilten am Dienstag die Gesundheitsministerien in Madrid und Lissabon mit. Damit können beide Länder ihre im europäischen Vergleich sehr guten Impfquoten weiter erhöhen. Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte Ende November grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren in Europa gegeben.

Spanien hat derzeit eine Impfquote von circa 80 Prozent. Knapp 90 Prozent aller Bürger, die älter als zwölf sind, sind in dem Land bereits vollständig geimpft. Nach Medienschätzungen können dort nun nach der jüngsten Entscheidung auch rund drei Millionen Kinder geimpft werden. Portugal hat sogar eine Impfquote von circa 88 Prozent. Die Behörden teilten in Lissabon mit, nun dürfe man auch knapp 638.000 Kindern die Corona-Impfung verabreichen.

Ungeachtet der hohen Impfquoten wird auch in Spanien und Portugal schon sei einigen Wochen ein Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz verzeichnet. Vom 2021er-Tiefstwert von etwa 18 Mitte Oktober kletterte der Wert in Spanien zuletzt auf 139. In Portugal stieg die Inzidenz derweil von circa 100 Mitte November auf nun 228. Damit stehen beide aber immer noch deutlich besser da als viele andere Länder Europas. In Deutschland lag die Inzidenz am Dienstag bei 432.

17.05 Uhr: 31 Intensivpatienten aus Sachsen verlegt - derzeit keine Nachmeldungen

Aus Sachsen sind bislang 31 Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt worden. Die Transporte gingen nach Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Die Anmeldungen einiger Patienten, die ursprünglich auf der Warteliste standen, wurden demnach von den Kliniken in der Zwischenzeit zurückgezogen.

Weitere Patienten seien derzeit noch nicht über das Kleeblatt-System angemeldet worden. Es werde abgewartet, wie sich die Belegungssituation in den Kliniken in den kommenden Tagen entwickele, hieß es.

Die Lage auf sächsischen Intensivstationen ist derzeit weiter angespannt: 94,3 Prozent der verfügbaren Betten waren am Dienstag belegt, wie aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervorging. Besonders betroffen war das Krankenhauscluster Chemnitz (96,2 Prozent).

17.00 Uhr: Eckpunkte für neue Corona-Notfall-Verordnung in Sachsen vorgestellt

Die sächsische Regierung hat am Dienstag Eckpunkte für eine neue Corona-Notfall-Verordnung beschlossen. Sie soll am 13. Dezember in Kraft treten und bis einschließlich 9. Januar gelten. Alle Regelungen stehen dem Sozialministerium zufolge unter Vorbehalt des Beschlusses des neuen Infektionsschutzgesetzes durch den Bund.

Folgende Punkte sind in der neuen Verordnung laut Sozialministerium vorgesehen:

  • Einrichtungen und Angebote der Freizeitgestaltung, Großveranstaltungen, Kultur- und Sportveranstaltungen, landestypische Veranstaltungen (auch Weihnachtsmärkte) und Messen bleiben weiterhin untersagt.
  • Clubs, Bars und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen.
  • Ausgangsbeschränkungen sollen beibehalten werden, ebenso die Altersgrenze von 16 Jahren bei Ausnahmen von 2G.
  • Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen soll es eine Teilnehmerbegrenzung auf 50 Personen geben.
  • An Silvester und Neujahr ist ein Feuerwerksverbot auf von Kommunen bestimmten Plätzen sowie ein Ansammlungsverbot vorgesehen. Diese Regelungen sollen bundesweit umgesetzt werden.
  • Für die Gastronomie soll eine Hotspot-Regelung eingeführt werden: Ab einer Inzidenz über 1.500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt sollen die Gastronomie-Betriebe schließen müssen. Betroffen wären aktuell die Landkreise Meißen und Mittelsachsen. Auf die Option, in allen Restaurants 2G-plus einzuführen, wurde verzichtet.

16.51 Uhr: Rennrodlerin Julia Taubitz berichtet von eklatanten Bedingungen in chinesischer Quarantäne

Deutschlands aktuell stärkste Rennrodlerin Julia Taubitz sieht rund zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking Nachbesserungsbedarf bei den Corona-Abläufen im Gastgeberland. Im Podcast Dreierbob bei Sächsische.de berichtet die 25-Jährige von Erfahrungen, die sie gemeinsam mit der Nationalmannschaft kürzlich bei einem Aufenthalt an der Olympiabahn gemacht hat.

Aufgrund von drei Coronafällen bei Passagieren eines Flugzeugs, in dem auch Taubitz gesessen hatte, sei sie und andere Teammitglieder als Kontaktpersonen identifiziert worden. Für 14 Tage habe sie sich am Olympiastandort in einem Hotel in Isolation begeben müssen.

Im Fall ihres Mannschaftskollegen Tobias Arlt, der positiv getestet worden war, spricht sie im Nachhinein von "menschenunwürdigen" Bedingungen. Dessen Zimmer sei sehr klein gewesen. "Noch schlimmer aber war, dass da tote Tiere waren." Arlt habe sich sehr unwohl gefühlt. Taubitz meint schließlich: "Wenn man schon in Quarantäne geht, macht man eh eine schwere Zeit durch. Dann sollte wenigstens die Unterkunft in Ordnung sein."

Außerdem berichtet die aus Annaberg-Buchholz stammende Taubitz von ihrem Erleben in der Corona-Pandemie in Sachsen und wie Ansichten aufeinanderprallen. "Ich frage mich schon, wie können manche Menschen ihre Augen verschließen und einfach so hinnehmen, dass alles irgendwie den Bach runter geht."

Sie selbst sei anfangs auch skeptisch gegenüber der Impfung gewesen. "Ich glaube aber, die Impfung ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass sich die Menschen wenigstens mal darauf einlassen."

Die ganze Folge hören Sie über den hier eingebetteten Player. Mehr Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: Olympia in Peking: Traumhaft - außer in Corona-Quarantäne

16.10 Uhr: Reisebüros dürfen in Sachsen auch weiterhin nicht öffnen

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat am Montag in einem Eilrechtsschutzverfahren entschieden, dass Reisebüros in Sachsen auch weiterhin nicht öffnen dürfen. Der Betreiber eines Reisebüros klagte gegen den entsprechenden Passus in der aktuell gültigen Corona-Schutz-Verordnung.

"Die dabei angeordnete Schließung von Reisebüros sei voraussichtlich nicht unverhältnismäßig. Der Verordnungsgeber habe Hygieneschutzmaßnahmen und die Anwendung der 2G-Regel nicht als milderes Mittel vorsehen müssen", so die Richter. "Diese mit der Corona-Notfall-Verordnung bezweckte Kontaktreduzierung könnte weder in Reisebüros noch während der An- und Abreise ebenso effektiv realisieren werden."

15.50 Uhr: Sachsen meldet knapp 8.000 neue Corona-Fälle

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich in Sachsen 7.974 Menschen neu mit Corona infiziert. Vor einer Woche waren für den Freistaat 9.162 Neuinfektionen gemeldet worden. Zudem wurden am Dienstag 38 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 556.870 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.297 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 441.950 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 1.082,1 deutlich niedriger als am Vortag (Montag: 1.234,4). In den Wert seien jedoch dem Sozialministerium zufolge nicht alle Daten aus Sachsen eingeflossen, weshalb er fehlerhaft ist. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf.

15.45 Uhr: Dobrindt: AfD ist "Brandbeschleuniger" in Corona-Protestbewegung

Die AfD ist nach Einschätzung von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ein "erheblicher Brandbeschleuniger" in der Corona-Protestbewegung. "Deswegen will ich, dass der Verfassungsschutz da deutlicher hinschaut", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin.

Es mischten sich "klar verfassungsfeindliche Tendenzen" in diese Bewegung hinein. "Ich erwarte, dass es verstärkte Aufklärungsmaßnahmen darüber gibt, inwieweit die AfD mit als Urheber für diese verfassungsfeindlichen Tendenzen auch gerade in diesen Anti-Corona-Demonstrationen eine Rolle spielt."

15.30 Uhr: DRK meldet doppelt so viele Impfungen pro Woche in Sachsen

Mit dem Ausbau der Infrastruktur hat sich die Zahl der wöchentlichen Impfungen in Regie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen mehr als verdoppelt. Sie erhöhte sich nach Angaben vom Dienstag im November von etwa 22.000 auf fast 51.000.

Dabei nahmen vor allem Auffrischungsimpfungen zu, die sich fast verdreifachten. "Aber auch die Erstimpfungen sind angestiegen, wenn auch moderat", sagte ein DRK-Sprecher. Seit der letzten Novemberwoche seien es deutlich mehr als zuvor - nach einem plötzlichen Sprung von knapp 5700 auf fast 11.000.

"Die Impfkampagne hat deutlich angezogen mit einem massiven Ausbau der Kapazitäten", sagte der DRK-Sprecher. Seit dem 3. Dezember steht auch das Online-Buchungsportal für die Termine in Impfpunkten und reaktivierten Impfzentren zur Verfügung. "Terminfrei sind nur Sonderimpfaktionen." Das DRK steuert nach eigenen Angaben nur etwa ein Drittel der Kapazität zur Impfkampagne im Freistaat bei, den Großteil trägt die niedergelassene Ärzteschaft.

Sachsen ist weiterhin Schlusslicht der Immunisierung in Deutschland. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) sind aktuell 58,5 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren vollständig geimpft und 13,9 Prozent "geboostert" - bei steigender Tendenz. Die niedrige Impfquote gilt als eine der Hauptursachen für die hohen Inzidenzwerte.

15.05 Uhr: Landkreis Meißen weiter bundesweit an der Inzidenz-Spitze

Das Virus lässt sich nicht bremsen. Mit deutlichem Vorsprung bleibt der Landkreis Meißen bundesweit an der Spitze der Regionen mit der höchsten Corona-Inzidenz. Das Robert Koch-Institut meldet am Dienstag einen Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis Meißen von 2.380,9 (Vortag: 2.328). Zweiter ist der Kreis Hildburghausen mit 2.006,2.

14.56 Uhr: Arzneimittel Roactemra von Roche erhält EU-Zulassung bei Covid-19

Einen Tag nach der Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat das Pharmaunternehmen Roche die EU-Zulassung für sein Medikament Roactemra bei Covid-19 erhalten.

Eingesetzt werden darf das Tocilizumab-haltige Mittel künftig auch zur Behandlung von Covid-19-Patienten, wie Roche am Dienstag mitteilte. Roactemra ist das vierte in der EU zugelassene Covid-Medikament. Konkret geht es um Patienten mit einem schweren Verlauf, die eine systemische Behandlung mit bestimmten Hormonen (Kortikosteroiden) erhalten und zusätzlichen Sauerstoff oder mechanische Beatmung benötigen.

Bislang ist das Mittel zur Behandlung von Entzündungskrankheiten wie der rheumatoiden Arthritis, der Riesenzellarteriitis oder des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) zugelassen.

14.44 Uhr: Trotz Corona gibt es Wintersport im Osterzgebirge

Der Bürgermeister spurt die Loipen selbst, die Eisfläche in Geising steht unter Einschränkungen zu Verfügung. Mit der Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher in den Ortschaften soll sich das Osterzgebirge auch in diesem Jahr wieder in ein großes Loipengebiet verwandeln – unabhängig von den Touristenzahlen. Siiri Klose berichtet.

14.23 Uhr: Polen verschärft Corona-Restriktionen

Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen verschärft Polen erneut seine Corona-Restriktionen. Ab dem 15. Dezember werde in Hotels, Restaurants, Kinos und Theatern eine Höchstgrenze von 30 Prozent Auslastung gelten, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Dienstag in Warschau. Bisher lag das Limit bei 50 Prozent.

Auch künftig sollen Geimpfte bei dieser Höchstgrenze nicht mitgezählt werden - anders als bisher soll der Betreiber aber verpflichtet werden, bei der Überschreitung der Höchstgrenze die Impfnachweise der zusätzlichen Gäste zu kontrollieren.

Ein von der Regierung lange angekündigtes Gesetz, das es Arbeitgebern ermöglichen soll, den Impfstatus ihrer Beschäftigten abzufragen, soll nun abgewandelt werden. Nach Angaben des Gesundheitsministers sieht der Gesetzentwurf vor, dass der Arbeitgeber ein Corona-Testergebnis einfordern darf - nicht aber einen Impfnachweis. Ab dem 1. März will Polen eine Impfpflicht für medizinisches Personal, Lehrer und Uniformierte einführen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus über die anstehenden Feiertage einzudämmen, sollen die Schulen landesweit in der Zeit vor und nach den Weihnachtsferien, vom 20. Dezember bis zum 9. Januar, zu Fernunterricht übergehen.

14.04 Uhr: Omikron-Verdacht bei Reiserückkehrerin aus Plauen

In Sachsen gibt es erneut einen Verdachtsfall der neuen, als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Variante Omikron. Erste Meldungen aus einem Labor wiesen darauf hin, teilte das Landratsamt des Vogtlandkreises am Dienstag mit. Eine endgültige Bestätigung erfolge durch ein Referenzlabor. Das Ergebnis werde im Laufe der Woche erwartet.

Betroffen ist demnach eine 34 Jahre alte Frau, die Ende der vergangenen Woche aus Südafrika zurückgekehrt war. Ein Schnelltest, den die Frau vorsorglich zu Hause durchführte, fiel positiv aus. Der anschließend angeordnete PCR-Test ergab dann erste Hinweise auf die Virusvariante.

Die Frau hat nach Angaben des Landratsamtes bislang keine Symptome und ist vollständig geimpft. Ihre Kontaktpersonen wurden ermittelt. Sie müssen sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben.

13.53 Uhr: AfD steht zu Corona-Protesten und distanziert sich von "Freien Sachsen"

Die AfD hat das Recht zu friedlichem Protest gegen staatliche Corona-Maßnahmen auch in Zeiten der Pandemie betont. Die in der aktuellen Notfall-Verordnung Sachsens formulierte Beschränkung von Versammlungen auf zehn Personen bezeichnete er als "willkürliche Einschränkung des Demonstrationsrechts".

Die Partei solidarisiere sich mit friedlichen Demonstranten. Unter ihnen seien auch viele AfD-Anhänger. Zugleich ging die AfD auf Distanz zu den rechtsextremen "Freien Sachsen", die nach Einschätzung von Polizei und Verfassungsschutz immer wieder für die Corona-Proteste in Sachsen mobilisieren. Die "Freien Sachsen" stünden wegen ihrer führenden Köpfe auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, hieß es.

13.22 Uhr: Weihnachtsferien werden in Sachsen nicht verlängert

Sachsen wird die Weihnachtsferien nicht verlängern. Der Schul- und Kitabetrieb soll unter den bekannten Hygieneregeln bis zum 22. Dezember weiterlaufen, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. Darauf hat sich die Staatsregierung in den Eckpunkten zur neuen Schul- und Kita-Coronaverordnung verständigt. Sie soll nach einer Anhörung in den Ausschüssen des Landtags Ende der Woche beschlossen werden.

„Es ist besser für Schülerinnen und Schüler und das Infektionsgeschehen insgesamt, wenn wir den Schulbetrieb unter strikten Hygieneregeln bis zu den regulären Weihnachtsferien aufrechterhalten“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Unter anderem Brandenburg hatte entschieden, die Ferien zu verlängern, um Kontakte zu reduzieren. Piwarz verwies darauf, dass Infektionen in den Schulen eher erkannt werden, weil die Kinder dreimal wöchentlich getestet werden. Die Weihnachtsferien in Sachsen beginnen am 23. Dezember und enden am 2. Januar.

13.13 Uhr: Spahn rechnet nicht mit neuen Corona-Reisebeschränkungen in der EU

Neue Reisebeschränkungen innerhalb der EU sind nach Einschätzung des scheidenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn angesichts der vierten Corona-Welle nicht zu erwarten. "Dass es innerhalb der Europäischen Union zu Reisebeschränkungen kommt, das sehe ich heute nicht", sagte der CDU-Politiker am Dienstag am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Brüssel. Dies halte er auch nicht für notwendig.

Spahn verwies darauf, dass die EU-Staaten die Einreise aus Ländern im südlichen Afrika, in denen die womöglich ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus "entdeckt wurde und eine stärkere Rolle spielt", bereits drastisch eingeschränkt haben. "Das war wichtig, dass wir schnell gemeinsam agiert haben."

13.07 Uhr: Zugbegleiter sollen ab Mittwoch 3G-Nachweis kontrollieren

Ab Mittwoch sollen auch Zugbegleiter der Deutschen Bahn stichprobenartig 3G-Nachweise kontrollieren. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine interne Dienstanweisung der DB Regio. Sicherheitsmitarbeiter sollen die Bahnangestellten unterstützen.

Fahrgäste ohne einen negativen Corona-Test, einer Impf- oder Genesenen-Bestätigung sollen "diskret und höflich" gebeten werden, am nächsten Knotenbahnhof auszusteigen. Bei Weigerungen solle die Bundespolizei hinzugezogen werden. Flächendeckende Kontrollen seien jedoch nicht möglich. Im täglichen Fernverkehr seien insgesamt 250.000 Bürger unterwegs.

Zugbegleiter sollen zukünftig die 3G-Regeln in Zügen der Deutschen Bahn kontrollieren.
Zugbegleiter sollen zukünftig die 3G-Regeln in Zügen der Deutschen Bahn kontrollieren. © Oliver Berg/dpa

12.55 Uhr: Wo bleiben neue Termine im Impfzentrum Dresden?

Das Dresdner Impfzentrum ist wieder offen. Doch Termine findet man aktuell kaum. Schlangen bilden sich dennoch täglich vor der Messe. Interessierte ohne Termin werden nicht hereingelassen.

Für einen Termin muss man im Onlineportal schauen, auch Ältere sind gezwungen, das Internet zu nutzen. Ein Bericht von Kay Haufe und Sandro Rahrisch.

12.45 Uhr: WHO Europa: Kampf gegen Delta nützt auch gegen Omikron

Jeder zehnte Europäer wird nach Angaben des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation WHO bis Ende dieser Woche eine nachgewiesene Corona-Infektion hinter sich haben. Das sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag auf einer aus Kopenhagen übertragenen Online-Pressekonferenz. Die Neuinfektions- und Todesfallzahlen hätten sich in den vergangenen zwei Monaten mehr als verdoppelt. Zugleich bleibe die Zahl der Todesfälle deutlich unter vorherigen Höchstständen, unterstrich Kluge. Ohne die Impfungen gegen Covid-19 wäre die Sterblichkeit erheblich schlimmer gewesen.

Die WHO zählt 53 Länder zur Region Europa, darunter neben der EU auch weiter östlich gelegene Staaten wie Russland, die Ukraine und Türkei. Den jüngsten WHO-Zahlen zufolge sind fast 90 Millionen Infektionen in dieser Region nachgewiesen worden, es gab fast 1,6 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt laut Kluge in allen Altersgruppen, während die höchsten Zahlen derzeit in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen beobachtet werden.

Kluge berichtete, dass es bis Montag 432 bestätigte Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in insgesamt 21 Mitgliedstaaten der Region gegeben habe. "Omikron ist in Sicht und auf dem Vormarsch, und wir sind zurecht besorgt und vorsichtig", sagte der Belgier. Das jetzige Problem sei jedoch die weiterhin dominierende Delta-Variante. "Wie wir heute gegen Delta erfolgreich sind, ist ein Sieg über Omikron morgen", sagte Kluge. Es gehe jetzt vor allem darum, die Lage in der Pandemie zu stabilisieren - und dies bedeute, nicht nur gegen eine Variante, sondern gegen alle Varianten auf einmal vorzugehen.

Impfraten müssten gesteigert, Auffrischdosen verabreicht werden. Mehr Masken müssten in Innenräumen getragen, Räume gelüftet werden. Kluge wies zugleich darauf hin, dass Pflichtimpfungen nur "ein absoluter letzter Ausweg" seien, wenn alle machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfzahlen ausgeschöpft seien.

12.29 Uhr: Bundestag gibt sich erweiterte Maskenpflicht

Wegen der verschärften Corona-Lage hat sich der Bundestag eine erweiterte Maskenpflicht im Plenarsaal gegeben. Die Schutzmasken sollen damit nicht mehr am Sitzplatz der Abgeordneten abgenommen werden.

Das beschloss das Parlament am Dienstag mit den Stimmen aller Fraktionen außer der AfD, die dagegen stimmte. Bisher hatten die Abgeordneten die Masken am Platz abnehmen dürfen.

12.12 Uhr: Köditz: Zaudern bei Corona-Demo gibt radikaler Minderheit Auftrieb

Zaudern an der Spitze des sächsischen Innenministeriums hat nach Ansicht von Linke-Politikerin Kerstin Köditz einer radikalen Minderheit bei den Corona-Protesten Auftrieb gegeben.

Allerdings sah die Innen-Expertin ihrer Partei die Polizei am Dienstag nach den jüngsten Demonstrationen auf dem richtigen Weg: "Es geht also doch! Anders als in den Vorwochen sind am Montagabend mehrere illegale Corona-Proteste in Sachsen gestoppt worden. Unter anderem in Chemnitz, Freiberg, Mittweida und Bautzen gelang es der Polizei, Aufzüge zu verhindern oder zu zerstreuen, die weder angemeldet waren, noch die aktuellen Schutzmaßnahmen einhielten."

Köditz vermutet, dass der Vorfall am Haus von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) einen Sinneswandel bei Innenminister Roland Wöller (CDU) ausgelöst habe. Am Freitagabend hatten etwa 30 Menschen vor Köppings privatem Wohnhaus in Grimma mit Fackeln, Rufen und Plakaten demonstriert. Der Fall hatte bundesweit für Empörung gesorgt.

"Aus meiner Sicht muss es in nächster Zeit darum gehen, keine weiteren Katz-und-Maus-Spiele mit unverantwortlichen Pandemietreibern auf Kosten der Polizei und zum Schaden der vernünftigen Mehrheit mehr zuzulassen", erklärte Köditz abschließend. Dazu gehörten auch präventive Maßnahmen gegen die Organisatoren illegaler Aktionen, zum Beispiel Gefährderansprachen. Zudem sei konsequente Strafverfolgung wichtig: "Landfriedensbrüche sind keine Ordnungswidrigkeiten."

11.49 Uhr: Nun 27 Todesfälle nach Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Rudolstadt

Die Zahl der Todesopfer nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Rudolstadt in Thüringen hat sich auf 27 erhöht. In dem Heim mit ehemals 141 Bewohnern gebe es aktuell zudem noch bei sechs Bewohnern positive Corona-Tests, teilte das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Dienstag mit. In den letzten Tagen gabe es immer wieder Nachmeldungen: So hatte das Landratsamt am Freitag erst 18 Todesfälle gemeldet.

Insgesamt sei rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner nicht geimpft, hatte die Behörde vergangene Woche mitgeteilt. Von den 18 gemeldeten Todesopfern vom Freitag habe bei 14 kein vollständiger Impfschutz bestanden. Bei den neu dazugekommenen Fällen konnte ein Sprecher am Dienstag keine Aussagen über den Impfstatus treffen.

Der Fall hatte am Wochenende bundesweit für Reaktionen gesorgt. Der designierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte entsetzt reagiert und von "völliger Unvernunft" gesprochen.

Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums hatte es ausreichend Impfangebote in dem Heim gegeben. Die tragischen Ereignisse hätten ihren Ursprung in der bewussten Ablehnung der Impfung durch Bewohner und deren Angehörigen, hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

11.25 Uhr: Österreich wird laut neuem Kanzler Lockdown wie geplant beenden

Der Lockdown in Österreich wird nach den Worten von Neu-Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) wie geplant beendet. Es gehe nur noch um die Umstände, unter denen Lokale und Handel wieder öffnen dürften, sagte Nehammer am Dienstag in Wien.

Die Details zu Vorsichtsmaßnahmen, Restriktionen und etwaigen regional schärferen Maßnahmen sollen am Mittwoch bei einem Bund-Länder-Gipfel beraten werden, so der Regierungschef weiter. Zu Beginn des Lockdowns am 22. November war das Ende für den 13. Dezember angekündigt worden. Für Ungeimpfte würden die aktuellen Ausgangsbeschränkungen aber weiter gelten, bekräftigte Nehammer.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist jüngst deutlich zurückgegangen. Die Sieben-Tage-Inzidenz halbierte sich im Lockdown fast von mehr als 1000 auf nun rund 600 Fälle pro 100 000 Einwohner. Die Lage in den Kliniken ist angespannt, aber stabil.

11.20 Uhr: 68 Ärzte und Pfleger in Spanien nach Weihnachtsessen corona-positiv

68 Ärzte, Pfleger und Sanitäter eines Krankenhauses in Spanien sind nach einem großen gemeinsamen Weihnachtsessen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Noch werde allerdings untersucht, ob und wie viele Ansteckungen bei diesem Treffen passiert seien, erklärte ein Sprecher des betroffenen Regionalen Universitätskrankenhauses von Málaga im Süden des Landes am Dienstag auf Anfrage. Ob es unter den Betroffenen möglicherweise auch Ungeimpfte gibt, wurde zunächst nicht bekannt.

An dem Weihnachtsessen hatten vor einer Woche mehr als 170 medizinische Beschäftigte teilgenommen. Wie Medien unter Berufung auf das Krankenhaus berichteten, hatten sich alle Teilnehmer vor dem Treffen am 1. Dezember Antigentests unterzogen, die alle negativ ausgefallen seien.

Deshalb werde untersucht, ob sich die Betroffenen vielleicht nicht während des Essens, sondern kurz vor oder nach dem Test infiziert haben können. Mehrere von ihnen hätten zuletzt gemeinsam an anderen größeren beruflichen Veranstaltungen teilgenommen, berichtete die Regionalzeitung "Diario Sur".

Den Angaben zufolge hat bisher keiner der Infizierten Symptome der Krankheit Covid-19 entwickelt. Sie mussten sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Obwohl viele von ihnen unter anderem auf der Intensivstation arbeiteten, seien dem Krankenhaus durch den Ausfall bisher keine größeren Probleme entstanden, hieß es.

11.15 Uhr: 14,6 Millionen Menschen gegen Coronavirus "geboostert"

In Deutschland haben mittlerweile 14,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 17,5 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Demnach sind allein am Montag 523.000 Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden.

"Kein Land der Welt hat in den letzten Tagen mehr Menschen geimpft als Deutschland. 523 000 Booster sind zudem ein neuer Montagsrekord", twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Zum Vergleich: Am Montag vor einer Woche (29.11.) waren laut RKI 482.000 Dosen zur Auffrischung geimpft worden, in der Woche zuvor (22.11.) waren es noch 311.000. Insgesamt wurden am Montag 614.000 Impfdosen gegen Corona gespritzt. 57,4 Millionen Menschen (69,1 Prozent der Gesamtbevölkerung) sind damit vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Sachsen ist bei den Impfungen dennoch weiter Schlusslicht: Die Quote bei den Erstimpfungen liegt hier bei 61,2 Prozent, vollständig geimpft sind laut RKI 58,5 Prozent.

11.10 Uhr: So stopfen Kommunen ihre Corona-Löcher im Haushalt

Angesichts der Corona-Krise wollen zahlreiche Kommunen laut einer Umfrage stärker sparen und sich zusätzliche Einnahmequellen sichern. Der Anteil der Städte und Gemeinden, die Steuern und Abgaben erhöhen wollten, sei im Vorjahresvergleich um sechs Punkte auf 70 Prozent gestiegen.

Das berichtete das Stuttgarter Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) am Dienstag unter Berufung auf eine eigene repräsentative Umfrage unter gut 300 Kommunen in Deutschland mit mindestens 20.000 Einwohnern.

11.05 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen sackt ab - starke Zweifel an Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist nach einer am Dienstag vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Statistik deutlich gesunken. Demnach betrug die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner am Dienstag 1082,1, nachdem sie am Montag bei 1234,4 gelegen hatte. Allerdings gibt es starke Zweifel an den Zahlen, weil offensichtlich nicht alle Daten aus dem Freistaat an das RKI übermittelt werden konnten.

Das sächsische Sozialministerium gab die Zahl der festgestellten Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Dienstagnachmittag mit 7.974 an. Beim RKI waren es am Morgen lediglich 949. Auch die Zahl der Todesfälle lag mit 33 beziehungsweise 12 weit auseinander. Bei der Inzidenz wurden allerdings die gleichen Werte ausgewiesen.

Das Sozialministerium räumte auf Nachfrage ein technisches Problem ein. Allerdings blieb unklar, warum das RKI die Daten nicht hochladen konnte. Bei der Datenlieferung sei keine Fehlermeldung erfolgt, hieß es im Ministerium. Man habe dem RKI die Daten am Morgen noch einmal nachträglich per E-Mail gesendet.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hatte wiederholt klargestellt, dass wegen Überlastung der Ämter womöglich nicht alle Infektionszahlen pünktlich gemeldet werden können. Das Landratsamt Zwickau räumte am Dienstag auf Anfrage ein, dass es einen "Erfassungsrückstand" im Gesundheitsamt gebe. Auch in der Behörde falle Personal aus, wegen Infektionen und Quarantäneanordnungen.

Sachsen hat seit längerem die höchste Inzidenz in Deutschland. Am Dienstag folgten die Nachbarländer Thüringen (1023,1) und Sachsen-Anhalt (907,7) auf den Plätzen. Bundesweit lag die Inzidenz am Dienstag laut RKI bei 432,2.

10.50 Uhr: Protestbrief: Zwickauer Landrat soll Katastrophenfall für Kreis Zwickau ausrufen

Lehrkräfte, Personalräte und Schüler fordern in einem offenen Brief den Landrat Christoph Scheuer (CDU) dazu auf, für den Landkreis Zwickau den Katastrophenfall auszurufen. Wie die Freie Presse berichtet, wurde der Brandbrief von 14 Personalräten an 13 Schulen sowie vom Kreisschülerrat unterschrieben.

"Die Aufrechterhaltung eines regulären Schulbetriebes erscheint angesichts der dramatischen Zunahme an täglichen Infektionsfällen immer fraglicher", so einer der Initiatoren gegenüber der Zeitung. Die Unterstützer befürchten, dass der reguläre Unterricht an den Schulen im Kreis angesichts der dramatischen Infektionslage in naher Zukunft nicht mehr möglich sein werde.

Zudem sei das Gesundheitsamt bereits "an der Grenze seiner Arbeitsfähigkeit" angekommen. "Von einer adäquaten personellen Ausstattung zur Bewältigung dieser Notlage kann keine Rede mehr sein", heißt es in dem Brief. Der Landrat hat sich bislang zu dem auf den 2. Dezember datierten Brief nicht geäußert.

9.49 Uhr: Experte: Omikron in Großbritannien wird binnen Wochen dominant werden

Die Omikron-Variante des Coronavirus wird nach Ansicht eines Experten in Großbritannien innerhalb von Wochen dominant werden. Das sagte Jeffrey Barrett vom Wellcome-Sanger-Institut im BBC-Radio am Dienstag.

"Ich denke, wir können jetzt sagen, dass die Variante sich im Vereinigten Königreich schneller ausbreitet als die Delta-Variante und das war bis vor sehr kurzer Zeit nicht klar", sagte Barrett und fügte hinzu: "Ich bin ziemlich sicher, dass sie wahrscheinlich innerhalb von Wochen dominant werden wird."

Der britischen Regierung zufolge wurden bislang in dem Land 336 Omikron-Fälle registriert. Keiner der Betroffenen müsse bislang im Krankenhaus behandelt werden, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Montagabend im Parlament. Die Zahl der Infektionen in Großbritannien nahm zuletzt wieder zu. Sie liegt ohnehin seit Juli auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

9.04 Uhr: Luca-Anwender können Impfstatus mit Gesundheitsämtern teilen

Die Nutzerinnen und Nutzer der Luca-App können künftig freiwillig ihren eigenen Impfstatus mit ihrem zuständigen Gesundheitsamt teilen. Mit einer neuen Version wird die Anwendung gleichzeitig um eine verschlüsselte Chat-Funktion erweitert, über die personalisierte Direkt-Nachrichten zwischen Gesundheitsämtern und den Anwendern ausgetauscht werden können.

Diese Funktion "Luca Connect" soll noch im Dezember aktiviert werden, kündigte Patrick Hennig, Geschäftsführer der Culture4Life GmbH, am Dienstag in Berlin an. Bei der Chat-Funktion setzen die Luca-Macher auf die Verschlüsselungstechnik, die auch beim Messengerdienst Signal verwendet wird.

Die Luca-App will die Zettelwirtschaft ersetzen, die bei einer analogen Erfassung der Besuche von Restaurants, Ausstellungen und anderen Events entsteht. Die Anwendung wird allerdings seit Monaten von Datenschutz-Aktivisten und etlichen Sicherheitsforschern scharf kritisiert. Sie stören sich unter anderen an der zentralen Datenspeicherung und halten die App für unwirksam. Zu den Luca-Skeptikern gehören auch einzelne Vertreter von Gesundheitsämtern, etwa in Berlin-Neukölln.

8.58 Uhr: Innenminister befürchten weitere Radikalisierung der Corona-Proteste

Die Innenminister von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Michael Stübgen und Tamara Zieschang (beide CDU), halten im Zusammenhang mit der Einführung einer Impfpflicht eine weitere Radikalisierung der Proteste gegen Corona-Maßnahmen für wahrscheinlich. "Ich befürchte in der Tat, dass die Impfpflicht die Proteste weiter anheizen könnte", sagte Stübgen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Darauf sind die Sicherheitsbehörden in meinem Land aber vorbereitet."

Zieschang sagte dem RND: "Seit Beginn der Corona-Pandemie lässt sich beobachten, dass eine Verschärfung von Corona-Eindämmungsmaßnahmen mehr Proteste und Demonstrationen nach sich zieht." Dies zeige sich im Zuge der Debatte über eine allgemeine Impfpflicht aktuell wieder. "Das merken wir auch hier in Sachsen-Anhalt."

Nach Einschätzung Stübgens dominieren in Brandenburg vor allem die AfD und ihr Umfeld die Proteste - darunter der nach seinen Worten rechtsextremistische Verein "Zukunft Heimat". "Dabei hat die AfD keine Scheu, sich mit weiteren Rechtsextremisten gemein zu machen - zu nennen sind hier etwa die NPD, die rechtsextremistische Bruderschaft "Brigade 8" sowie die neonationalsozialistische Partei "Der III. Weg"." Zusätzlich sei zunehmend festzustellen, dass sich Einzelakteure ohne feste Organisationsstruktur radikalisierten und versuchten, den Diskurs zu bestimmen.

Zieschang sagte: An den Demonstrationen beteiligen sich auch Reichsbürger, Rechtsextremisten und die sogenannte Querdenker-Szene, deren Vertreter wiederholt mit radikal-aggressiver Sprache und Anfeindungen in den sozialen Medien auffallen. Die Entwicklungen beobachteten die Sicherheitsbehörden im Land genau.

8.39 Uhr: Erste Impfstelle für Kinder in Sachsen geht an den Start

Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt seit dem 1. Dezember die Corona-Schutz-Impfung nun auch für Kinder ab 5 Jahren. Sachsen setzt auf Kinderärzte, um die unter Zwölfjährigen zu impfen. Zusätzlich will man aber auch Impfmöglichkeiten an zentralen Orten ermöglichen, heißt es aus dem Sozialministerium. Und die erste Impfstelle für Kinder ist inzwischen auch bekannt: Ab sofort können für Kinder am Herzzentrum Leipzig gebucht werden. Wo es in Sachsen jetzt Impftermine gibt und wer sich impfen lassen darf - hier finden Sie einen Überblick.

8.01 Uhr: Dresden neu unter den staureichsten Städten Deutschlands

Pendler in Dresden haben 2021 deutlich mehr Zeit im Stau verloren als im vergangenen Jahr, Pendler in Leipzig hingegen weniger. Die Landeshauptstadt kletterte von Platz 28 auf Platz 9 der staureichsten Städte in Deutschland und taucht damit neu in der Top-Ten-Liste auf, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervorgeht. Leipzig war im Corona-Jahr 2020 noch auf dem 5. Platz und taucht in diesem Jahr nicht mehr in dem Ranking auf.

Der Studie zufolge brauchte ein Pendler in Dresden durchschnittlich 41 Stunden mehr, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen - 25 Stunden mehr als 2020 und 10 Stunden mehr im Vergleich zum Nicht-Corona-Jahr 2019. Als Grund für die Zunahme des Verkehrs nennt Inrix neben der Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen seit Juni 2021 große Baustellen und Vollsperrungen - etwa in der Bautzner Straße. Sie ist auch die sechstplatzierte unter den 10 staureichsten Straßen in Deutschland. Deutschlands Stau-Hauptstadt bleibt München. Dort verloren Pendlerinnen und Pendler im Schnitt 79 Stunden.

7.34 Uhr: Bundestag berät über Impfpflicht in Kliniken und Heimen

Der Bundestag berät an diesem Dienstag erstmals über die geplante Corona-Impfpflicht für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen. Die Pläne der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sehen außerdem vor, dass Impfungen künftig auch von Zahnärzten oder Apothekern durchgeführt werden können. Die Länder sollen darüber hinaus die Möglichkeit bekommen, in Hotspots auch schärfere Corona-Maßnahmen wie Restaurantschließungen zu ergreifen.

Für die Neuregelungen soll erneut das Infektionsschutzgesetz geändert werden, das erst im November reformiert worden war. Ziel ist ein Beschluss noch in dieser Woche. Der Bundesrat kommt deshalb am Freitag zu einer Sondersitzung zusammen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warb angesichts der Corona-Lage für ein gemeinsames Vorgehen über Parteigrenzen hinweg. „Es darf da keine Farbspiele geben. Sondern es muss überparteilich ein Bündnis geben, das den Schutz der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt“, sagte er am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Angesprochen darauf, dass die Ampel-Parteien gegenüber ihren ursprünglichen Plänen zum Infektionsschutzgesetz nachschärfen mussten, sagte er: „Ja, aber da sage ich Ihnen auch: Da darf es keinen falschen Stolz geben, und da darf es kein parteipolitisches Denken geben. Sondern wir müssen das tun, was notwendig ist, um schwierige Wochen, die jetzt vor uns liegen, um die zu meistern.“

Der vorab bekanntgewordene Gesetzentwurf sieht vor, dass zum 15. März 2022 eine sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht eingeführt wird: Betroffen sind Beschäftigte etwa in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen, bei Rettungsdiensten oder Entbindungseinrichtungen.

7.01 Uhr: RKI registriert 36.059 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 432,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 432,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 441,9, gelegen, vor einer Woche bei 452,2 (Vormonat: 191,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 36.059 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 06.51 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.753 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 399 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 388 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.222.020 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,45 an (Montag: 5,32). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 5.170.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 103.520.

6.33 Uhr: Sozialverband fordert bessere Organisation von Booster-Impfungen

Der Sozialverband VdK hat vom designierten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine bessere Organisation der Auffrischungsimpfungen in Deutschland gefordert. "Wir brauchen endlich ein bundeseinheitliches Verfahren", sagte die VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "In einigen Bundesländern warten ältere Menschen und Risikopatienten vergeblich auf Termine und kommen telefonisch bei Ärzten oder Zentren nicht durch." Vielerorts hake es bei der Impfstofflieferung, kritisierte sie weiter. "Es ist erschreckend, dass es nach fast zwei Jahren Pandemie noch immer keine zentrale Information, Koordination und Steuerung gibt. Das muss nun schleunigst geändert werden."

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes äußerte den Wunsch, "dass der neue Minister jetzt sehr schnell alle nötigen Maßnahmen für eine Ausweitung der Impfungen voranbringt". "Das ist im Moment das Wichtigste", sagte die Vorsitzende Ute Teichert den Funke-Zeitungen. "Ansonsten läuft uns die Pandemie davon." Man könne gern über eine Impfpflicht reden. "Aber davor muss sichergestellt sein, dass wir dieses Vorhaben logistisch überhaupt stemmen können."

6.10 Uhr: Vorländer: Corona-Protest für manche Menschen gemeinschaftsbilden

Der Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer sieht einen Beweggrund von Teilnehmern an Corona-Protesten darin, in einer Gemeinschaft aufzugehen. "Die Demonstrationen dienen der Gemeinschaftsbildung. Sie locken Menschen aus ihren Häusern, die sich dort stundenlang in sozialen Netzen gewappnet und mit selektiven Informationen aufmunitioniert haben", sagte der Professor auf Anfrage. "Indem sie an einem Adventssonntag oder an einem Montag durch ihr Dorf oder ihre Stadt laufen, teilen sie gemeinsam Sorgen und Eindrücke und bestärken sich wechselseitig in ihrem selbsterklärten Widerstand. Diesen Faktor der Vergemeinschaftung sollte man nicht unterschätzen."

Der Protest werde so zu einem identitätsstiftenden Moment, der sich zu einer Gruppenloyalität, einem Zwang, der Gruppe zu Folge zu leisten, auswächst, sagte Vorländer: "Da wieder herauszukommen, ist schwierig. Eine Impfpflicht könnte ein gesichtswahrender Ausgang sein."

Dabei sei es für Betroffene zweitrangig, wer zur Demonstration aufrufe. "Menschen, die man als normale Bürger aus der gesellschaftlichen Mitte kennzeichnen würde, lassen sich von Rechtsextremen zu einem Spaziergang einladen. Das ist schwer nachvollziehbar", sagte Vorländer. Dieses Phänomen habe man auch bei Pegida gesehen.

Prof. Hans Vorländer ist Politikwissenschaftler an der TU Dresden.
Prof. Hans Vorländer ist Politikwissenschaftler an der TU Dresden. © Arno Burgi / dpa (Archiv)

5.51 Uhr: Wegen Omikron-Variante: Großbritannien verschärft Einreiseregeln

Reisende nach Großbritannien müssen von diesem Dienstag an einen negativen Corona-Test vorweisen, bevor sie ins Land kommen. Die Regelung gilt für alle Erwachsenen sowie Kinder und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren. Der PCR- oder Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Mit der Maßnahme soll die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus verlangsamt werden, wie das britische Gesundheitsministerium mitteilte.

Zuvor hatte die Regierung bereits einen PCR-Test nach Ankunft für alle Reisenden zur Pflicht gemacht. Bis zum Erhalt eines negativen Ergebnisses gilt eine Quarantänepflicht. Die Regierung in London hat zudem für Ankommende aus mehreren afrikanischen Ländern, darunter Südafrika und Nigeria, eine Pflicht zur zehntägigen Hotelquarantäne auf eigene Kosten verhängt.

5.24 Uhr: Ungeimpfte eher bereit zum Corona-Regelbruch an Weihnachten

Besonders Ungeimpfte sind einer Umfrage zufolge bereit, sich am bevorstehenden Weihnachtsfest über eventuelle Kontaktbeschränkungen hinwegzusetzen. Bei der jährlichen Weihnachtsstudie der Universität der Bundeswehr München gaben zwei Drittel (66 Prozent) der nicht geimpften Befragten an, dass sie sich über coronabedingte Verbote, zumindest teilweise, hinwegsetzen würden. Von den vollständig geimpften Personen zeigten nur 43 Prozent eine Offenheit für Regelbrüche, sagte Studienleiter Professor Philipp Rauschnabel der Deutschen Presse-Agentur.

Im Durchschnitt hatten 47 Prozent der Männer und Frauen eine Bereitschaft zu Regelverstößen erklärt. "Die Offenheit zum Regelbruch ist weiterhin erschreckend hoch", meinte Rauschnabel. "Diese Zahlen sollten uns zu denken geben."

Bei der Online-Umfrage hatten die Teilnehmer verschiedene Antwortoptionen. Sie konnten beispielsweise angeben, dass sie Verbote nicht beachten würden, weil diese mit einer wichtigen Tradition brechen würden. Eine andere Antwortmöglichkeit zielte darauf ab, dass die Befragten Verbote übertrieben fänden - hier stimmten 39 Prozent der Ungeimpften und 18 Prozent der Geimpften zu.

80 Prozent der Befragten waren den Informationen zufolge vollständig geimpft, 16 Prozent nicht. Die 4 Prozent Teilnehmer, die sich als noch nicht vollständig geimpft bezeichneten, wurden bei den Vergleichen nicht berücksichtigt.

5.12 Uhr: Prorektor der Polizei-Hochschule Sachsen: Umgang mit Demos ist Abwägungssache

Das Eingreifen der Polizei bei Demonstrationen ist nach Einschätzung des Prorektors der Hochschule der Sächsischen Polizei, Mirko Göhler, das Ergebnis verschiedener Abwägungen. "Nur weil die Corona-Schutzverordnung vorsieht, dass Versammlungen nur stationär und mit nur zehn Menschen stattfinden dürfen, heißt das nicht, dass das per se und sofort durchzusetzen ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Göhler äußerte sich im Gespräch allgemein zum Vorgehen der Polizei und nicht speziell zu den Corona-Spaziergängen, die zuletzt etwa in Freiberg stattfanden.

Es bestehe immer noch als höherrangiges Grundrecht die Versammlungsfreiheit, betonte der Prorektor. Für die Polizei gehe es darum, die Meinungsfreiheit unabhängig von politischen Positionen und der Zumutbarkeit für andere zu schützen. Jede Versammlung sei anders und es müsse immer beachtet werden, welche Gruppen wie aufträten. "Außerdem muss es immer eine polizeiliche Folgeneinschätzung geben: Was passiert, wenn ich eingreife? Wie handele ich unter besonderer Betrachtung der Verhältnismäßigkeit?"

Im Vorfeld von Versammlungen bündele die Polizei Erkenntnisse darüber, was zu erwarten sei. "Aufgrund der Vorinformationen prüft die Polizei, mit welchem Kräfteeinsatz an die Lage ranzugehen sein könnte." Wenn die Polizei montags mit 30, 40 unterschiedlichen Versammlungslagen konfrontiert sei, habe man schon einen Konflikt, was die Ressourcen der Polizei angehe, so Göhler. In Sachsen hatten zuletzt öfter Gegner der Corona-Politik demonstriert und hatten teils zu Hunderten in Städten wie Freiberg und Chemnitz protestiert und damit gegen die derzeit geltenden Corona-Regeln verstoßen.

5.05 Uhr: RKI mit Verzögerungen bei aktuellen Infektionszahlen

Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen liegen noch nicht vor. Derzeit werden die Daten auf der Homepage aktualisiert, teilt das RKI mit.

Dienstag, 5 Uhr: WHO gegen Genesenen-Plasma als Covid-Therapie

Corona-Patienten sollten laut der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mit Immunplasma von Genesenen behandelt werden. Eine Expertengruppe der WHO rät von solchen Transfusionen ab, wie sie in der Fachzeitschrift "BMJ" schreibt. Nach derzeitiger Studienlage hätten Covid-19-Patientinnen und -Patienten weder eine bessere Überlebenschance noch senke eine Transfusion mit Plasma das Risiko, dass sie beatmet werden müssen, heißt es in dem Artikel. Die Experten hätten 16 Studien mit insgesamt mehr als 16.000 Patienten begutachtet. In besonders schweren Fällen sei die Studienlage noch unsicher, deshalb sprechen sich die Experten nicht gegen weitere Studien bei solchen Patienten mit Plasma aus.

Im Herbst 2020 galt eine passive Immunisierung mit Hilfe von Blutplasma von Menschen, die Covid-19 überstanden und Antikörper gegen Coronaviren gebildet haben, noch als vielversprechende Therapie. So etwas sei auch bei anderen Erkrankungen schon eingesetzt worden, etwa Sars, Mers oder Influenza, hieß es damals beispielsweise bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI). Die Wirkung war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht belegt, weil es noch keine randomisierten Studien mit Kontrollgruppen gab.

Corona-Pandemie - das geschah am Montag:

22.02 Uhr: Pfarrer nach Auftritt bei Corona-Protesten in der Kritik

Ein Auftritt des evangelischen Pfarrers Martin Michaelis bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen im südthüringischen Sonneberg hat in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) scharfe Kritik hervorgerufen. Er sehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Beschluss der Landessynode "Impfen ist Nächstenliebe" und diesem Auftritt , sagte EKM-Personaldezernent Michael Lehmann am Montag in Erfurt. "Wir werden prüfen, wie groß die Diskrepanz ist und daraufhin die Konsequenzen überlegen", kündigte er an.

Deutlich distanzierte sich auch der Sonneberger Superintendent Thomas Rau von der Protest-Aktion. Sein Kollege aus Quedlinburg habe im Vorfeld nicht um Erlaubnis angefragt. Etwa 1.000 Menschen hatten sich an der "Lichterketten-Aktion" am Sonntagabend beteiligt. Laut Robert Koch-Institut liegt die Inzidenz im Landkreis Sonneberg bei 965,9. Der Nachbarkreis Hildburghausen weist mit 1.892,9 den vierthöchsten Wert bundesweit aus.

21.47 Uhr: Sprachforscher: Feierbiest und Zweitimpfling sind neu im Wortschatz

Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache Mannheim (IDS) hat aktuelle Ergänzungen im Wortschatz vorgestellt. Allerdings habe auch in diesem Jahr die Corona-Pandemie den Wortschatz stark geprägt, teilte das Institut am Montag in Mannheim mit. So gebe es inzwischen mehr als 2.000 Einträge rund um das Coronavirus, wie etwa Spuckschutzhaube oder Zweitimpfling. Während etwa im ersten Halbjahr Begriffe wie Impfneid dazu geführt hätten, dass manche zu Impfdränglern wurden, habe sich im zweiten Halbjahr der Wortschatz eher mit Impfschwänzern, Impfbotschaftern und Boosterimpfungen befasst, hieß es. Die Hoffnung auf ein Medikament zur Behandlung von Covid-19-Infektionen werde umgangssprachlich als Covid-Pille bezeichnet.

Aber auch neue Trends, zentrale gesellschaftliche Debatten und technische Innovationen prägten den Wortschatz, wie das Institut weiter mitteilte. So hätten sich auch neue Begriffe im Verkehrswesen verbreitet wie Radschnellwege und Leihradsysteme. Auf negative Entwicklungen im Straßenverkehr verwiesen Bildungen wie Gafferwand und Rettungsgassensünder.

21.33 Uhr: Wissenschaft ruft Journalismus zu Sachlichkeit in Krisen auf

Eine Allianz von Wissenschaftsorganisationen hat zu mehr Sachlichkeit in der Berichterstattung über die Corona-Pandemie aufgerufen. "Gerade in Krisensituationen und einem ohnehin schon emotionalisierten Themenfeld ist Sachlichkeit in Diskussion und Berichterstattung in besonderer Weise geboten und weitaus zielführender", hieß es in dem am Montag veröffentlichten Appell. Zu den Organisationen zählen unter anderen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz. Die Organisationen gingen in ihrem Appell konkret auf einen Bericht der Boulevardzeitung "Bild" mit der Überschrift "Die Lockdown-Macher" ein, der vor wenigen Tagen erschien.

Die Allianz kritisierte, dass darin einzelne Forscherinnen und Forscher "zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden". Das könne zu einem Meinungsklima beitragen, das an anderer Stelle bereits dazu geführt habe, dass Wissenschaftler sich demnach physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sahen oder bedroht wurden. Ein Sprecher der zum Axel Springer Konzern gehörenden "Bild"-Zeitung teilte auf Anfrage in einem Statement mit: "Wir können die Kritik verstehen und nehmen sie ernst. Wissenschaftler verdienen unseren Respekt." Kritik an Wissenschaftlern und ihren Vorschlägen müsse möglich sein, "aber immer angemessen geübt werden".

21.16 Uhr: Deutsche Bahn will ab 8. Dezember 3G-Nachweise im Nahverkehr kontrollieren

Schaffnerinnen und Schaffner im Nahverkehr der Deutsche Bahn (DB) sollen ab Mittwoch stichprobenartig 3G-Nachweise bei den Fahrgästen kontrollieren. Das geht aus einer internen Dienstanweisung von DB Regio an die Kundenbetreuerinnen und -betreuer im Nahverkehr hervor (so die offizielle Bezeichnung), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Ab 8. Dezember gilt danach die "Stufe 2" bei der Umsetzung der 3G-Regel. Bisher sollten nur Durchsagen im Zug gemacht werden. Der Konzern rechnet anscheinend mit Widerspruch und gefährlichen Situationen bei den Kontrollen. "Ihr Eigenschutz hat immer Vorrang!" steht fett gedruckt in der Dienstanweisung.

Kontrollen sollen daher nur zu zweit oder in Anwesenheit von DB-Sicherheitspersonal durchgeführt werden. Fahrgäste ohne 3G-Nachweis sollen "diskret und höflich" gebeten werden, am nächsten Knotenbahnhof auszusteigen. Bei Weigerung soll die Bundespolizei hinzugezogen werden. "Sofern sich Reisende bei Aufforderung zur 3G-Kontrolle aggressiv und unkooperativ verhalten, ziehen Sie sich zurück und fordern polizeiliche Hilfe zur Durchsetzung der 3G-Pflicht beziehungsweise eines Beförderungsausschlusses an", heißt es in der Anweisung weiter. "Sie dürfen auf die 3G-Kontrolle verzichten, sofern Sie bereits im Vorfeld aggressives Verhalten bei Gruppen oder Personen vermuten, die sich beispielsweise auch nicht an die MNB-Tragepflicht [Maskenpflicht] halten."

Schaffner der Deutschen Bahn sollen jetzt auch die 3G-Regeln in den Nahverkehrszügen kontrollieren.
Schaffner der Deutschen Bahn sollen jetzt auch die 3G-Regeln in den Nahverkehrszügen kontrollieren. © Carsten Koall/dpa (Symbolbild)

21.00 Uhr: Sachsen prüft 2GPlus für Gastronomie

Sachsens Regierung prüft eine weitere Verschärfung der Regeln für die Gastronomie. Das geht aus dem Eckpunktepapier zur neuen Notfallverordnung hervor, über die das Kabinett an diesem Dienstag beraten will. Als eine Option für weitere Verschärfungen prüft der Freistaat die generelle Ausweitung des 2GPlus-Modells auf die Gastronomie. Was künftig noch alles in der Verordnung stehen könnte, erfahren Sie hier im Artikel.

20.42 Uhr: Testpflicht-Befreiung nach Booster-Impfung könnte Schule machen

Die Befreiung von verpflichtenden Corona-Tests für Menschen mit Booster-Impfung soll möglicherweise von bislang drei Bundesländern auf andere ausgeweitet werden. Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) kündigte nach einer Konferenz der Gesundheitsminister am Montag an, dass der Freistaat diese Möglichkeit prüfen werde. Auch der designierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe bei der Konferenz einen entsprechenden Hinweis gegeben. In Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gilt eine entsprechende Regelung bereits seit Samstag. Mecklenburg-Vorpommern prüft ebenfalls.

Lauterbach nahm erstmals an der Sitzung teil, der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum letzten Mal. Lauterbach soll zusammen mit den anderen Mitgliedern des künftigen Bundeskabinetts aus SPD, Grünen und FDP an diesem Mittwoch vereidigt werden. An den Online-Beratungen der Minister nahm auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission teil, Thomas Mertens. Dessen Äußerung, wenn er Vater eines sieben Jahre alten Kindes wäre, würde er dieses derzeit nicht gegen Corona impfen lassen, sei missverstanden worden, sagte Holetschek. Mertens habe deutlich gemacht, er habe so verstanden werden wollen, dass er einem Kind keinen Impfstoff geben würde, für den es noch keine Empfehlung gebe.

Wer eine Boosterimpfung bekommen hat, ist in einigen Bundesländern von der Testpflicht befreit.
Wer eine Boosterimpfung bekommen hat, ist in einigen Bundesländern von der Testpflicht befreit. © Hauke-Christian Dittrich/dpa (Symbolbild)

19.57 Uhr: Frankreich schließt wegen Corona für vier Wochen alle Discos

Im Kampf gegen die in Frankreich grassierende fünfte Corona-Welle hat die Regierung die Schließung der Diskotheken angeordnet. Die Maßnahme solle von Freitag an vier Wochen lang gelten, sagte Premierminister Jean Castex am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Betroffen sind laut Wirtschaftsministerium 1.200 Discos. Sie sollen vom Staat Unterstützung erhalten. Castex kündigte weitere Schutzmaßnahmen an, die aber weit weniger streng ausfielen als zu früheren Zeitpunkten der Pandemie - trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz im Land von über 400.

"Es ist nicht die Zeit für Besucherobergrenzen, Ausgangssperren oder Lockdown. Das wäre unverhältnismäßig", sagte der Premierminister. An Grundschulen soll den Beschlüssen zufolge die Maskenpflicht ausgeweitet werden. Unternehmen sind aufgerufen, ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Auf Zusammenkünfte, bei denen keine Maske getragen wird, sollten die Franzosen verzichten, sagte Castex.

19.22 Uhr: Ermittlungen: Polizistin soll Impfausweise gefälscht haben

Eine Polizistin aus dem Saarland steht im Verdacht, Impfausweise gefälscht und zusammen mit ihrem Lebensgefährten verkauft zu haben. Die Wohnung und die Diensträume der in Neunkirchen beschäftigt gewesenen 32-jährigen Beamtin seien durchsucht worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Montag mit. Es seien Blanko-Impfpässe, ein gefälschter Impfpass sowie elektronische Geräte sichergestellt worden. Gefälschte Pässe soll das Paar zu einem Einzelpreis von 100 Euro verkauft haben.

Die Dienststelle "Besondere Ermittlungen und Korruption" des Landespolizeipräsidiums führe nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken die Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Nach Angaben der Polizei würden beamten- und disziplinarrechtliche Schritte geprüft. Die 32-Jährige sei seit Freitag nicht mehr im Dienst. Zunächst hatte die "Saarbrücker Zeitung" berichtet.

Auch gegen einen 52 Jahre alten Polizisten würden wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln beamten- und disziplinarrechtliche Schritte geprüft. Der Beamte der Polizei in Merzig sei Ende November in Uniform ohne Maske in eine Bäckerei gegangen. Auf Nachfrage von Verkäuferinnen und Kunden soll er geantwortet haben, er brauche keine Maske, weil er ja getestet sei. Er sei für die Dauer der Prüfung in eine andere Dienststelle in den Innendienst versetzt worden.

19.05 Uhr: Polizei stoppt Corona-Protest in Bautzen

Die Polizei hat am Montagabend in Bautzen einen größeren Corona-Protest unterbunden. Es seien rund 350 Menschen in Richtung der Bautzener Innenstadt unterwegs gewesen, teilte die Polizei mit. Sie seien gestoppt worden und von 30 Beteiligten seien die Personalien aufgenommen worden. Zudem habe es eine Versammlung auf dem Kornmarkt in Bautzen gegeben, bei der die Polizei ebenfalls eingeschritten sei. Der Platz sei zu voll gewesen, die Anwesenden seien aufgefordert worden, sich zu entfernen.

Die Polizei hatte angekündigt, die Corona-Notfallverordnung konsequent durchzusetzen. Sie gestattet derzeit nur Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern. In Sachsen waren am Abend in zahlreichen Städten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen erwartet worden. Dass die Polizei in den vergangenen Wochen gegen solche Demonstrationen nicht oder kaum vorgegangen war, hatte heftige Kritik ausgelöst.

18.51 Uhr: Korrektur: Schulleiter in Sachsen dürfen nicht eigenverantwortlich Schulen schließen

Update, 7. Dezember, 10 Uhr: Das Kultusministerium hat sich am Dienstag zu eigenverantwortlichen Schulschließungen in Sachsen geäußert. Demnach dürfen Schulleiter künftig lediglich eigenverantwortlich nur betroffene Kinder und Jugendliche in häusliche Lernzeit schicken, nicht hingegen die ganze Schule schließen.

Schulleiter in Sachsen dürfen künftig nach eigenem Ermessen entscheiden, ob betroffene Kinder und Jugendliche in die häusliche Lernzeit geschickt werden. Es muss nicht mehr auf eine Entscheidung des Gesundheitsamts gewartet werden. Das geht aus einer neuen Anweisung des Kultusministeriums (SMK) von Christian Piwarz (CDU) hervor, die am Montag an alle Bildungseinrichtungen im Freistaat versandt wurde. Darüber hatte die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Konkret heißt es in dem Dokument demnach: „Somit kann die Schule in eigener Regie sofort nach Auftreten eines positiven Falls Maßnahmen gemäß Paragraf 2 Absatz 3 der Schul- und Kita-Coronaverordnung ergreifen“. Bisher waren die in dem Absatz genannten Anordnungen zu häuslicher Lernzeit erst nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern und dem Kultusministerium möglich. Auf der Grundlage wurden dann die Entscheidungen individuell gefällt.

Bei der aktuellen Änderung beruft sich das Kultusministerium auf einen neuen neuer Leitfaden aus dem Sozialministerium von Petra Köpping (SPD) : „Ab sofort werden sich die Gesundheitsämter auf die Infektionsfälle und vulnerablen Settings (zu denen Kinder und Jugendliche nicht gehören) konzentrieren. Es erfolgt in der Regel keine Nachverfolgung und Absonderung von Kontaktpersonen mehr.“

18.22 Uhr: Mögliche Fälscherwerkstatt mit mehr als 800 Impfausweisen ausgehoben

Die Polizei hat in einer mutmaßlichen Fälscherwerkstatt in Kassel mehr als 800 Impfausweise beschlagnahmt. Stromableser hätten in dem gastronomisch genutzten Gebäude in der vergangenen Woche große Mengen an Impfpässen entdeckt, teilten die Staatsanwaltschaft Kassel und das Polizeipräsidium Nordhessen am Montag mit. Bei der Durchsuchung habe die Polizei neben den echten Blanko-Impfpässen auch Aufkleber von verschiedenen Corona-Impfstoffen, jeweils mit Chargennummern, in fast gleicher Zahl sichergestellt. Darüber hinaus fanden die Ermittler den Angaben zufolge acht Stempel unterschiedlicher Behörden.

In rund 250 der Impfpässe waren bereits Aufkleber von Impfungen eingeklebt. In etwa 40 der Ausweise waren zudem bereits behördliche Stempel sowie Unterschriften zu finden, sodass diese als Nachweis eines vollständigen Impfschutzes gegen das Coronavirus hätten dienen können. Gegen einen 47 Jahre alten Mieter der Räume im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe wird laut Polizei unter anderem wegen Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt. Weitere Ermittlungen zu möglichen Abnehmern und Bezugsquellen dauerten an, hieß es.

Impfausweise werden immer wieder gefälscht.
Impfausweise werden immer wieder gefälscht. © Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)

18.08 Uhr: EU-Behörde lässt weiteres Covid-Medikament zu

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt die Zulassung des Medikaments Roactemra (Tocilizumab) für die Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe bei Erwachsenen. Das gab die EMA am Montag bekannt. Das Mittel kann bei Patienten eingesetzt werden, die unter anderem zusätzlichen Sauerstoff oder Beatmung benötigen. Bisher ist das Medikament nur für die Behandlung von Rheuma-Erkrankungen vorgesehen. In einer Studie hatte das Medikament unter anderem das Sterberisiko bei schweren Covid-Erkrankungen gesenkt sowie die Genesungszeit verkürzt.

17.40 Uhr: Unternehmen werben gemeinsam für die Impfung

Mehr als 150 Unternehmen und Marken in Deutschland wollen ab Dienstag gemeinsam für die Corona-Impfung werben. Mit dabei sind nach Angaben der Berliner Werbeagentur Antoni, die sich die Kampagne ausgedacht hat, unter anderem BMW, Mercedes-Benz, Edeka, Lidl, die Sparkasse und die Volksbanken ebenso wie Burger King und McDonald's.

Überschrift der Kampagne ist das auch von der Bundesregierung genutzte "#ZusammenGegenCorona", die Unternehmen sollen unter diesem Hashtag auf ihren Social-Media-Kanälen aber jeweils mit eigenen Slogans für die Impfung werben. Teilweise handelt es sich dabei um Abwandlungen bekannter Werbeslogans der jeweiligen Marken, die so jeweils in einen Aufruf zum Impfen verwandelt werden. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete die Kampagne laut Mitteilung als "ein herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative".

16.47 Uhr: Mittlerweile mehr als 260 registrierte Omikron-Fälle in Dänemark

Die Zahl der in Dänemark registrierten Omikron-Fälle steigt stark. Wie das staatliche Gesundheitsinstitut SSI am Montagnachmittag mitteilte, wurden mittlerweile insgesamt 261 Infektionen mit der Variante des Coronavirus entdeckt. Darunter waren 73 Fälle, die per Gesamtgenomsequenzierung nachgewiesen wurden, sowie 188 per Varianten-PCR-Test bestätigte Infektionen. Man finde eine stetig steigende Zahl an Omikron-Fällen in Dänemark, schrieb das Institut dazu. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Gesamtwert in der täglich aktualisierten Aufstellung bei 183 gelegen.

Die ersten Omikron-Fälle in Dänemark waren am 28. November bestätigt worden. Sie waren bei zwei Personen entdeckt worden, die mit dem Flugzeug aus Südafrika eingereist waren. Im südlichen Afrika war die Variante zuvor erstmals aufgetreten. Mehrere der dänischen Omikron-Fälle werden mittlerweile auf ein DJ-Konzert am 27. November in Aalborg zurückgeführt: Wie der Sender TV2 Nord am Sonntag unter Berufung auf Behördenangaben berichtet hatte, sind unter den knapp 1.500 Besuchern des Konzerts bislang zehn Omikron-Fälle aufgetaucht.

16.34 Uhr: Impfen in der Dresdner Semperoper

Die Semperoper Dresden wird für zunächst einen Tag zum Impfzentrum. Am 3. Adventswochenende laden die Staatstheater, zu denen Schauspielhaus und Semperoper gehört, in ihren Häusern zur Corona-Schutzimpfung ein. Die Aktion im Rahmen der Kulturinitiative „Impfen schützt auch die Kultur“ wird begleitet Kurzauftritten von Sängern und Musikern. Wann das Angebot am Wochenende in der Oper und wann es im Schauspielhaus gilt, erfahren Sie im Artikel Semperoper wird zum Impfzentrum

16.20 Uhr: Forscher warnt vor "Gewährenlassen" der Proteste gegen Corona-Schutz

Der Leipziger Protestforscher Alexander Leistner hält ein striktes Vorgehen der Polizei gegen nicht genehmigte Corona-Demonstrationen für dringend geboten. "Das fortgesetzte Gewährenlassen der Proteste durch die Polizei hat gefährliche Signale gesendet", erklärte Leistner am Montag in Leipzig. Dadurch seien "temporär staatlich geduldete Räume eigenen Rechts entstanden, die sich verbinden mit dem Selbstbewusstsein, sich von niemanden regieren zu lassen". Das jüngste Vorgehen der Polizei hatte Leistner zufolge "Einladungs- und Ermunterungscharakter".

Nach seiner Beobachtung stiegen in der Folge die Teilnehmerzahlen an, und die Proteste strahlten auf benachbarte Regionen in Thüringen und Brandenburg aus. Mit den bevorstehenden und notwendigen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen werden sich Leistner zufolge die Proteste weiter radikalisieren. Der Staat müsse in der Lage sein, sein Gewaltmonopol und seine eigenen Verordnungen auf der Straße durchzusetzen, sagte Leistner, der am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig tätig ist. Sonst verbreite sich das Gefühl, dass die politischen Verhältnisse nicht mehr stabil sind.

Daraus ziehe eine laute Minderheit ihr Selbstbewusstsein. Die darüber besorgte Mehrheit aber könne dies dauerhaft entmutigen: "Wir erleben aktuell eine Entwicklung, in der sich zwei Prozesse gegenseitig aufschaukeln und verstärken. Die Radikalisierung der Proteste trifft auf die Erosion demokratischer, ordnungsdurchsetzender Institutionen."

16.08 Uhr: Impfungen legen in Sachsen deutlich zu - aber weniger Erstimpfungen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen hat auf seinem Twitter-Account die Verdreifachung der Impfkapazität bei Impfpunkten und mobilen Teams verkündet. Damit seien täglich 9.000 Corona-Impfungen über dieses staatliche Zusatzangebot möglich. Mit insgesamt knapp über 50.000 Impfungen in der vergangenen Woche (Kalenderwoche 48) wurden insgesamt etwa 10.000 Impfungen mehr gegen Covid-19 verabreicht als in der Woche davor. Allerdings nahm die Zahl der Erstimpfungen im Wochenvergleich mit knapp unter 10.000 wieder etwas ab. Die weitaus meisten Impfungen in der vergangenen Woche waren mit etwa 35.000 Auffrischungen (Boostern).

15.38 Uhr: An Corona erkrankter Omega-Frontmann Janos Kobor gestorben

Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf das Management der Band. Medienberichten zufolge war der Musiker Anfang November mit einer Corona-Infektion in ein Budapester Krankenhaus aufgenommen worden. Sein Zustand wurde seitdem als kritisch beschrieben.

Omega war wohl die erfolgreichste Band der ungarischen Pop-Geschichte. Das 1962 gegründete Ensemble gab 17 Alben heraus, die weltweit 50 Millionen Mal verkauft wurden. Im damaligen Ostblock maß man den Rockern aus Budapest den gleichen Status zu wie den Rolling Stones. Legendär sind die Konzerte von 1982 im Berliner Plänterwald, wo Omega im strömenden Regen ohne Bühnenüberdachung vor 35.000 Fans spielte. Wegen Konflikten mit der DDR-Bürokratie trat die Band danach kaum noch in der DDR auf. Der Omega-Song "Das Mädchen mit dem Perlenhaar" wurde unter anderem von Frank Schöbels ("Schreib es mir in den Sand") und den Scorpions ("White Dove") gecovert.

Kobor diplomierte an der TU Budapest als Bauingenieur, übte aber den Beruf wegen der Musik nie aus. Als charismatischer Lead-Sänger von Omega begeisterte er mit seiner blonden Mähne die Massen. Das lange blonde Haar als Markenzeichen legte er selbst im gesetzteren Alter nicht ab. Auch der für ihn kennzeichnende Elan und sein Tatendrang verließen ihn bis zuletzt nicht.

Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Corona-Krankheit gestorben.
Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Corona-Krankheit gestorben. © Tobias Felber/dpa

15.20 Uhr: Sachsens Landtag stellt epidemische Corona-Lage fest

Sachsens Landtag hat am Montag in Dresden in einer Sondersitzung die epidemische Lage im Freistaat festgestellt. Damit schafft das Parlament die Voraussetzung für weitere und schärfere rechtssichere Corona-Maßnahmen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitwirkung des Bundes.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) räumte ein, dass man erst noch die neue Gesetzeslage auf Bundesebene abwarten müsse, die neue Koalition in Berlin arbeite jedoch mit Hochdruck daran. Er habe in dieser Frage ein großes Zutrauen zum neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die aktuelle Notfallverordnung gilt bis 12. Dezember. Sie schreibt bereits stärkere Einschränkungen als in vielen anderen Bundesländern vor. Sachsen hat derzeit mit 1.234,4 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Bundesgebiet.

Auf Antrag der AfD fand die Abstimmung namentlich statt. Die AfD-Fraktion hatte allerdings bereits im Vorfeld angekündigt, den Antrag der Landesregierung abzulehnen. Alle anderen Fraktionen stimmten dem Antrag zu. Der Antrag wurde vom Parlament mit 78 Ja-Stimmen und 32 Nein-Stimmen angenommen.

15.03 Uhr: Erste Omikron-Fälle in Russland nachgewiesen

In Russland haben die Behörden die ersten beiden Fälle der neuartigen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Insgesamt seien zehn Rückkehrer aus Südafrika positiv getestet worden, teilte die nationale Behörde für Verbraucherschutz am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Durch Genomsequenzierung seien bei zwei von ihnen Infektionen mit der Omikron-Variante festgestellt worden.
Präsident Wladimir Putin hatte die Regierung am Freitag angewiesen, eine Strategie zu entwickeln, um eine Ausbreitung der neuen Variante in Russland zu verhindern.

Im flächenmäßig größten Land der Erde, das über fünf eigene Impfstoffe verfügt, ist vor allem die verhältnismäßig niedrige Impfquote ein Problem: Bislang sind erst knapp 44 Prozent der 146 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Viele Russen sind skeptisch gegenüber dem Präparat Sputnik V, das bislang weder von der EU-Arzneimittelbehörde noch der Weltgesundheitsorganisation zugelassen ist. Im Gegenzug sind in Russland keine westlichen Präparate erlaubt. Zuletzt wurden dort mehr als 32.100 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Im selben Zeitraum zählten die Behörden 1.184 Corona-Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen.

14.38 Uhr: Sachsens Autozulieferer rechnen nicht mit rascher Erholung

Automobilzulieferer in Sachsen ächzen unter Materialmangel, steigenden Kosten und häufigen Produktionspausen bei Fahrzeugherstellern. Die Lage bleibe angespannt, und der erhoffte Neustart nach der Corona-Krise 2020 sei dieses Jahr immer wieder ins Stocken geraten, teilte das Netzwerk der Automobilzulieferer AMZ am Montag mit und verwies auf eine Firmenbefragung. Fast zwei von fünf Unternehmen (39 Prozent) verbuchen demnach noch geringere Umsätze als 2020, und fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) meldete eine rückläufige Mitarbeiterzahl. "Im Vergleich zu 2019 sind die Vor-Corona-Werte noch lange nicht erreicht", hieß es.

Der Wandel zur Elektromobilität in der Auto-Industrie bedeutet auch für deren Zulieferer einen Umbruch. Dabei sorgen die Probleme durch die Corona-Krise den Angaben nach für zusätzliche Belastungen. So gaben 80 Prozent der befragten Unternehmen an, von Lieferengpässen und steigenden Kosten bei Vormaterialien betroffen zu sein. Während der Chipmangel die Autohersteller immer wieder zwingt, die Produktion zu stoppen, plagen die Zulieferer Engpässe bei Teilen und Materialien wie Elektronikkomponenten, Metallen, Kunststoffen, Granulaten und Baustoffen.

Sachsens Autozulieferer wie SAS Autosystemtechnik Zwickau kämpfen mit pandemiebedngt unterbrochenen Lieferketten und mit steigenden Kosten.
Sachsens Autozulieferer wie SAS Autosystemtechnik Zwickau kämpfen mit pandemiebedngt unterbrochenen Lieferketten und mit steigenden Kosten. © Wolfgang Schmidt (Archiv)

14.17 Uhr: Sachsen meldet 4.242 neue Corona-Fälle


Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich in Sachsen 4.242 Menschen neu mit Corona infiziert. Vor einer Woche waren für den Freistaat 5.822 Neuinfektionen gemeldet worden. Zudem wurden am Montag 33 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 548.896 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.259 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 430.500 angegeben.


Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 1.234,4 erneut höher als am Vortag (Sonntag: 1.227,2). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf.

14.09 Uhr: Omikron-Verdacht in Sachsen nicht bestätigt

Der erste Verdachtsfall der neuen Coronavirus-Variante Omikron in Sachsen hat sich nicht bestätigt. Die Stadt und das Universitätsklinikum Leipzig teilten am Montag mit, dass die Variante bei einem 37-jährigen Mann aus Leipzig nicht nachgewiesen werden konnte. Die Chefin des Gesundheitsamtes hatte vor einer Woche von dem Verdachtsfalls berichtet. Zu dem Zeitpunkt stand allerdings das Ergebnis der Gesamtgenomsequenzierung noch aus. Die Virus-Variante ist inzwischen in zahlreichen Länder aufgetaucht, auch in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im südlichen Afrika entdeckte Corona-Variante als "besorgniserregend" eingestuft.

14.04 Uhr: Bundesregierung: Fackelaufmarsch ist "Angriff auf Demokratie"

Die geschäftsführende Bundesregierung hat den Fackelaufmarsch von Gegnern der Corona-Politik vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping auf das Schärfste verurteilt. "Dazu muss man sehr klar sein: Was da geschehen ist vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin, dieser Aufmarsch, ist zutiefst empörend", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Das ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre von Frau Köpping, der Ministerin, es ist auch ein Angriff auf die Demokratie."

Rund 30 Gegner der Corona-Politik hatten am vergangenen Freitag laut rufend vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Sie trugen dabei Fackeln und Plakate. Über Parteigrenzen hinweg äußerten Politiker am Wochenende Entsetzen über die Aktion. "Das erinnert mich an die dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte", sagte etwa der noch amtierende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Es handele sich um die "organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin", erklärte er.

Auch Regierungssprecher Seibert stufte die Proteste gegen Köpping als Versuche der "Einschüchterung" ein. Die Demonstranten wollten "nichts anderes als Angst machen", sagte er. Dafür dürfe es "in der demokratischen Auseinandersetzung um den richtigen Weg in dieser Pandemie keinen Platz geben".

13.51 Uhr: Afrika will bis 2040 rund 60 Prozent seiner Impfstoffe selbst produzieren

Afrika will seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent schleunigst ausbauen. "Omikron ist da ein Weckruf", mahnte John Nkengasong vom Afrikanischen Zentrum für Infektionskrankheiten (Africa CDC) am Montag auf einer Fachkonferenz in Ruandas Hauptstadt Kigali. Bis 2040 peile die Afrikanische Union die Produktion von 60 Prozent auf dem Kontinent an. Der Aufbau einer kontinentalen Impfstoffproduktion sei nicht nur im Kampf gegen die Corona-Pandemie notwendig, sondern auch gegen andere Krankheiten wie Malaria oder Ebola.

Seit dem Aufbau einer entsprechenden Plattform vor acht Monaten durch die Afrikanische Union (AU) habe es erste Fortschritte gegeben, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Dazu zähle die Gründung der Afrikanischen Medizin-Agentur (AMA). In Afrika sind gerade mal 7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. "Wir können nicht mehr warten, wir müssen diese Abhängigkeit durchbrechen und unser Gesundheitssystem stärken", forderte der AMA-Beauftragte der AU, Michel Sidibe. Afrika, das laut AU-Angaben 2019 für seine Pharma-Produkte 16 Milliarden Dollar ausgab, stärke nun seine Position und biete Investitionsmöglichkeiten. Die Europäische Union (EU) sagte Unterstützung zu.

13.38 Uhr: SPD-Politikerin Köpping erhält im Landtag demonstrativ Beifall

Die von Anfeindungen betroffene sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat am Montag bei einer Sondersitzung im Landtag demonstrativ Beifall von den meisten Abgeordneten erhalten. Am Freitagabend hatten rund 30 Gegner der Corona-Politik laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete das im Landtag als Grenzüberschreitung. Es sei der Versuch einer Einschüchterung. "Das lassen wir uns nicht gefallen. Petra Köpping, Sie haben unsere hundertprozentige Solidarität", sagte er und löste eine Beifallswelle aus.

Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen, hat im Landtag demonstrativ Beifall von den abgeordneten erhalten.
Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen, hat im Landtag demonstrativ Beifall von den abgeordneten erhalten. © Matthias Rietschel/dpa (Archiv)

13.22 Uhr: Sachsens Innenminister: "Immer mehr Hass wird auf die Straße gespült"

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat sich im ZDF-„Mittagsmagazin“ zu den Corona-Protesten in Sachsen geäußert. „Wir sehen, dass der Protest immer heftiger wird, dass immer mehr Hass und Gewalt auf die Straße gespült wird.“ Man beobachte einen erheblichen Anteil an Rechtsextremisten, die sich die Corona-Proteste zu eigen machten. Den Fackel-Auflauf vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte er in diesem Zusammenhang scharf. „Es kann nicht sein, dass Amtsträger im privaten Umfeld angegriffen werden.“ Allein am letzten Wochenende habe es Versammlungen mit 3.000 Teilnehmern in Sachsen gegeben. Die Polizei sei „konsequent, aber verhältnismäßig“ unterwegs. Klar sei, dass der Pandemie nicht alleine mit polizeilichen Maßnahmen und schon gar nicht mit Gewalt begegnet werden könne.

12.50 Uhr: Endgültiges Aus für Feuerwerkproduktion in Freiberg

Die traditionsreiche Herstellung von Feuerwerk in Freiberg steht endgültig vor dem Aus. Das Unternehmen habe sich mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan für die rund 100 Beschäftigten verständigt, sagte ein Sprecher des Pyrotechnik-Unternehmens Weco am Montag. Im Laufe des Monats würden die Kündigungen ausgesprochen. Für die Mitarbeiter solle eine Transfergesellschaft geschaffen werden. Nicht betroffen seien die Beschäftigten der Automotive-Tochter am Standort, die im Bereich Airbags tätig ist.

Im Sommer waren die Schließungsabsichten von Weco mit Sitz im nordrhein-westfälischen Eitorf bekannt geworden. Begründet wurde der Plan mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verkaufsverbot von Feuerwerk Ende vorigen Jahres. Weil daher die Lager mit Böllern und Raketen voll waren, sei schon das ganze Jahr über kein Feuerwerk mehr in Freiberg produziert worden, hieß es nun. Daher galt Kurzarbeit für die Beschäftigten. Auch dieses Jahr gilt ein Verkaufsverbot für Feuerwerk und Böller zu Silvester, wie die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder jüngst beschlossen haben. Pläne für die Nachnutzung des Weco-Betriebsgeländes gibt es den Angaben zufolge noch nicht.

12.20 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn gratuliert Nachfolger Lauterbach

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinem designierten Nachfolger Karl Lauterbach zum künftigen Posten gratuliert. "Lieber Karl Lauterbach, herzlichen Glückwunsch zu dieser wichtigen und schwierigen, doch auch sehr schönen Aufgabe", schrieb der CDU-Politiker am Montag bei Twitter. "Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und eine glückliche Hand. Denn es geht um unser Land. Die Bewältigung dieser Pandemie bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe."

11.20 Uhr: Sachsens Werteunion wertet Aussagen des Bundesverbands als "Verschwörungstheorien"

Die konservative Werteunion in der sächsischen CDU hat Äußerungen der Bundesspitze zu Corona als Verschwörungstheorien gebrandmarkt und "aufs Schärfste" verurteilt. "Wer solche verbreitet, arbeitet auf die noch tiefere Spaltung der Gesellschaft hin. Dies steht in krassem Widerspruch zu den satzungsgemäßen Zielen der Werteunion, der Stärkung von freiheitlich-konservativen Positionen in der Gesellschaft", erklärte Ulrich Link, Chef der Basisbewegung am Montag in Dresden. Mit seinen Forderungen und Verschwörungstheorien isoliere sich der Werteunion-Bundesverband immer weiter. "Dass er innerhalb der Unionsparteien nicht mehr ernstgenommen wird, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar."

Link bezog sich auf eine Pressemitteilung des Bundesverbandes vom vergangenen Donnerstag. Darin hatte das Gremium um den umstrittenen Vorsitzenden Max Otte unter anderem die Aufhebung aller staatlichen "Corona-Zwangsmaßnahmen" gefordert - inklusive Maskenpflicht und Abstandsregeln. Seit Beginn der Impfkampagne hätten Herzmuskelentzündungen und Blutgerinnungsstörungen stark zugenommen, hieß es. Als Beleg wurden "FIFA-Fußballer" angeführt, die auf dem Spielfeld kollabierten.

10.35 Uhr: Künftiger Kanzler Olaf Scholz äußert sich zu Köpping

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zum Fackelaufmarsch vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping geäußert: "Das ist als Bedrohung gemeint und wir sollten nicht so tun, als ob es nicht genau das gewesen ist. Eine Bedrohung einer demokratischen, fleißigen und ganz tollen Politikerin in Sachsen. Und es ist unser Geschäft als Demokraten, dass wir das zurückweisen"

10.24 Uhr: Fast 14 Millionen Menschen mit Corona-Booster

Bei den Corona-Impfungen haben inzwischen 13,9 Millionen Geimpfte eine zusätzliche Auffrischungsdosis bekommen. Das entspricht 16,7 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Insgesamt wurden am Wochenende rund 942 000 Impfungen vorgenommen, 738.000 am Samstag und 204.000 am Sonntag.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun mindestens 57,4 Millionen Menschen oder 69,0 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben 59,9 Millionen Menschen oder 72,0 Prozent aller Einwohner erhalten.

9.52 Uhr: Lauterbach soll Gesundheitsminister werden

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) soll neuer Bundesgesundheitsminister werden. Das teilte die SPD am Montag in Berlin mit. Die SPD benannte als letzte der drei Parteien der geplanten Ampel-Koalition ihre Ministerinnen und Minister. Der 58-jährige Gesundheitsexperte Lauterbach soll mitten in der Hochphase der vierten Corona-Welle das Amt vom scheidenden Amtsinhaber Jens Spahn (CDU) übernehmen.

Das Ressort für Arbeit und Soziales soll erneut Amtsinhaber Hubertus Heil übernehmen. Das neue Bauministerium soll die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz leiten. Innenministerin soll die hessische Politikerin Nancy Faeser werden. Das Verteidigungsressort soll Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht übernehmen. Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll Svenja Schulze werden. Kanzleramtsminister soll Wolfgang Schmidt werden.

Die SPD benennt zur Stunde ihre Minister.

Karl Lauterbach ist Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte der SPD
Karl Lauterbach ist Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte der SPD © Michael Kappeler/dpa

9.25 Uhr: Dresdner Arzt kritisiert Ständige Impfkommission

Der frühere Chef der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Gerhard Ehninger, hält Bewertungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Sicherheit von Impfstoffen für überflüssig. "Die nochmalige Prüfung einer professionellen Entscheidung durch ein ehrenamtlich arbeitendes Gremium ist unnötig, vor allem in einer neuen Pandemiewelle mit neuen Mutanten und steigenden Todeszahlen", sagte der Internist der Deutschen Presse-Agentur dpa mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Die Corona-Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna, funktionieren auf Grundlage der mRNA-Technologie. Ehninger sagte, die mRNA-Technologie befinde sich seit über einem Jahrzehnt in klinischen Prüfungen. Amerikanische und europäische Zulassungsbehörden hätten die Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Dieses Infragestellen wie aktuell auch beim Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige verzögert nach Ehningers Meinung die Immunisierung der Bevölkerung.

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8.27 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Montag mit 1.234,4 an, nachdem sie am Sonntag bei 1.227,1 gelegen hatte. Sachsen hat damit bundesweit mit weitem Abstand die höchste Inzidenz vor den Nachbarländern Thüringen (1.040,5) und Sachsen-Anhalt (861). Bundesweit lag die Inzidenz am Montag laut RKI bei 441,9.

Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2328,1 beziehungsweise 2099,4 die bundesweit höchsten Inzidenzen auf. Der niedrigste Wert in Sachsen wurde mit 686,5 in der Stadt Leipzig registriert.

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