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Deutschland & Welt

Corona: Fast jeder Fünfte in Deutschland geimpft

Impfquote bei 18,5 Prozent, Kanzlerin mit Astrazeneca geimpft, 1.746 Neuinfektionen in Sachsen, Dynamo Dresden in Quarantäne - unser Newsblog.

Auch Dank der Hausärzte haben inzwischen 18,5 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung bekommen.
Auch Dank der Hausärzte haben inzwischen 18,5 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung bekommen. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Impftermine für alle Lehrkräfte in Sachsen buchbar
  • Sachsen verlängert den Lockdown bis 9 Mai: Das sind die Corona-Regeln
  • Wo gibt es Corona-Schnelltests in Sachsen - ein Überblick
  • Impftermine in Sachsen: Alle wichtigen Infos
  • Covid-19-Patienten in Sachsen auf Normalstationen (Stand 16. April): 1.187 (73,6 % Auslastung, Vortag: 73,3 %); der wichtige Wert für Verschärfungen liegt bei 1.300
  • Corona in Sachsen (Stand 16. April): 244.089 laborbestätigte Infektionsfälle (+1.746 zum Vortag), 8.719 Todesfälle (+37 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 229,5 (Vortag: 235,3)
  • Corona in Deutschland (Stand 16. April): 3.099.273 Infizierte (+25.831 zum Vortag), 79.628 Tote (+247 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 160,1 (Vortag: 160,1)

15.10 Uhr: Kanzlerin Merkel mit Astrazeneca geimpft

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Sie habe an diesem Freitag den Impfstoff von Astrazeneca bekommen, teilte Merkel über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit.

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14.59 Uhr: Gläserne Manufaktur von Volkswagen öffnet wieder für Besucher

Nach coronabedingter mehrmonatiger Schließzeit öffnet die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden am Samstag für Besucher. Für die Wiedereröffnung gebe es ein "umfangreiches Hygienekonzept", teilte der Autobauer am Freitag in Dresden mit. Unter anderem müssten Besucher einen negativen Schnelltest oder eine Selbstauskunft vorlegen. Anstatt eines geführten Rundgangs gibt es für Gäste einen 25-minütigen Vortrag in der Erlebniswelt zum Thema E-Mobilität, die vorher und nachher erkundet werden kann.

Zu sehen ist zudem die neue Ausstellung "20 Jahre Gläserne Manufaktur" sowie ein Projekt von 14 Auszubildenden, die einen ID.3. nach eigenen Vorstellungen aufgebaut haben. Die futuristisch anmutende Fabrik im Herzen der sächsischen Landeshauptstadt wurde 2001 eröffnet. Seit Januar wird hier auch der ID.3 produziert - allerdings nur in geringer Zahl von 35 Stück pro Tag. Homepage der Gläsernen Manufaktur

14.44 Uhr: Seehofer hält Ausgangsbeschränkungen für verfassungsgemäß

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hält die geplanten Ausgangsbeschränkungen im Infektionsschutzgesetz für rechtens. "Ohne jeden Zweifel ist die jetzt gefundene Regelung verfassungsgemäß", sagte Seehofer dem Magazin "Spiegel". Das Urteil seiner Juristen sei eindeutig ausgefallen. Es gehe nicht darum, Menschen zu gängeln.

Laut der am Freitag erstmals im Bundestag beratenen Corona-Notbremse soll in Regionen mit vielen Infektionen der Aufenthalt von Personen außerhalb einer Wohnung oder einer Unterkunft und dem jeweils dazugehörigen Besitztum von 21 Uhr bis 5 Uhr untersagt sein. Nicht gelten soll das für die Versorgung von Tieren, in Notfällen, für die Berufsausübung, bei der Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts, der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen oder Minderjähriger, der Begleitung Sterbender oder aus ähnlich wichtigen Gründen. Mehr zur Bundes-Notbremse erfahren Sie im Artikel Merkel lehnt Änderungen an Notbremse ab

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.
Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. © Christoph Soeder/dpa (Archiv)

14.29 Uhr: 1.746 Neuinfektionen an einem Tag in Sachsen

Corona hat Sachsen weiter fest im Griff. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag meldete, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1.746. Am Freitag vor einer Woche waren es 2.200. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 244.089 von Laboren bestätigte Fälle. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 37 weitere Todesfälle gemeldet. 8.719 Menschen starben bisher an oder mit dem Coronavirus. Als genesen gelten 216.550 Menschen in Sachsen.

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist leicht gesunken: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 229,5, tags zuvor waren es noch 235,3. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 151, am 16. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 109,1. Nach Thüringen, wo der Wert bei 256 liegt, ist Sachsen das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Fast alle anderen Länder liegen teils deutlich über dem Schwellenwert von 100, lediglich für Schleswig-Holstein wird mit 76,4 noch eine zweistellige Zahl gemeldet.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat aktuell der Erzgebirgskreis mit 348,7. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen nach wie vor der Kreis Zwickau (344,4) und der Vogtlandkreis (332,7), die Stadt Chemnitz kommt mit 299.6 der 300er-Marke sehr nahe.

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14.18 Uhr: Sondersitzung des Sächsischen Landtages zum Infektionsschutzgesetz

Der Sächsische Landtag befasst sich am kommenden Dienstag mit den geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz des Bundes. Die Sondersitzung war von der AfD-Fraktion beantragt worden, teilte das Parlament am Freitag mit. Der Antrag hat den Titel "Föderalismus erhalten - Nein zum Verlust der Länderkompetenzen durch das Infektionsschutzgesetz" ist der einzige Tagesordnungspunkt. Nach der Geschäftsordnung des Landtages hat der Präsident auf Verlangen eines Viertels der Abgeordneten das Parlament unverzüglich zu einer Sitzung einzuladen. Die AfD hatte in der Corona-Krise wiederholt von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

14.03 Uhr: 18,5 Prozent der Deutschen gegen das Virus geimpft

18,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind nach Meldedaten mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 16. April hervor (Stand: 8.00 Uhr). Die zweite Spritze und damit vollständigen Impfschutz haben laut der Statistik bislang 6,4 Prozent der Menschen bekommen. Je nach Bundesland unterscheidet sich die Impfquote deutlich: In Bremen und im Saarland haben 21,6 Prozent beziehungsweise 20,9 Prozent die erste Dosis bekommen, in Hessen als Schlusslicht sind es 16,7 Prozent. Vier weitere Bundesländer - Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen - dürften bald die 20 Prozent-Marke erreichen. In Sachsen ist knapp 18,2 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Für den Donnerstag verzeichnet das RKI insgesamt 658.019 verabreichte Impfungen. Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

13.45 Uhr: Großbritannien nicht mehr auf Risikoliste, dafür nun Algarve und Azoren

Wegen der stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen in Großbritannien streicht die Bundesregierung das Land mit Ausnahme einzelner Überseegebiete am Sonntag von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mit. Damit entfällt für Einreisende aus Großbritannien die Quarantänepflicht.

Zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal werden wegen steigender Infektionszahlen dagegen wieder als Risikogebiete eingestuft: die Algarve im Süden des Landes und die Azoren im Atlantik. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss sich ab Sonntag wieder für zehn Tage selbst isolieren und kann sich erst nach fünf Tagen durch einen zweiten Test davon befreien. Ein erster negativer Test ist für alle Flugpassagiere bei Einreise nach Deutschland verpflichtend. Als Risikogebiete werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über 50 (Inzidenz) steigt. Das gilt für fast alle Länder in Europa ganz oder teilweise. Einzige Ausnahme war bisher Island.

13.23 Uhr: Einreiseverbote nach Usedom und an die Seenplatte

Zwei besonders beliebte Ausflugsgebiete in Mecklenburg-Vorpommern - die Mecklenburgische Seenplatte und die Insel Usedom (Vorpommern-Greifswald) - sind für Besucher aus anderen Regionen gesperrt. Betroffen sind Menschen aus anderen Bundesländern und auch aus anderen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns, die ohne "triftigen Grund" anreisen, darunter Besitzer von Zweitwohnungen. Darauf haben die Kreisverwaltungen in Greifswald und Neubrandenburg am Freitag hingewiesen.

Für das Wochenende hat die Polizei bereits Kontrollen angekündigt. Solche Kontrollen gab es bei Einreisesperren bisher bei Pasewalk an der Bundesstraße 109, an der B96 südlich von Neustrelitz und der Autobahn 19 Berlin-Rostock bei Leizen. Grund für die Sperren sind nach Ostern wieder gestiegene Corona-Infektionszahlen, auch wenn sie am Donnerstag wieder etwas zurückgegangen waren. Auf Usedom -Deutschlands zweitgrößter Insel - am Stettiner Haff und an der Seenplatte haben traditionell viele Berliner, Brandenburger und Sachsen noch Zweitwohnungen als Feriensitze.

Als "triftige Gründe" zählen vor allem berufliche Tätigkeiten oder ein Besuch der Kernfamilie, heißt es in den Verfügungen. Vom 19. April an soll es nach dem Willen der Schweriner Landesregierung ein landesweites Einreiseverbot für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper, die bisher einreisen durften, geben. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag an der Seenplatte bei 179, in Vorpommern-Greifswald bei 189,7 und in MV bei 149 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Ein Mann geht mit seinem Hund am ansonsten fast menschenleeren Ostseestrand in der Nähe der Seebrücke Koserow auf Usedom spazieren.
Ein Mann geht mit seinem Hund am ansonsten fast menschenleeren Ostseestrand in der Nähe der Seebrücke Koserow auf Usedom spazieren. © Jens Büttner/dpa

13 Uhr: FDP droht mit Verfassungsbeschwerde gegen "Bundes-Notbremse“

FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner hat der Bundesregierung mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die geplante "Bundes-Notbremse" gedroht. "Es ist richtig, dass nun bundeseinheitlich gehandelt wird", sagte er am Freitag bei der ersten Beratung der entsprechenden Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag. Die geplanten Regelungen zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nannte er aber verfassungsrechtlich "hochproblematisch".

Man werde Vorschläge machen, dieses Gesetz verfassungsfest zu machen und sagte an die Koalitionsfraktionen gerichtet, die FDP-Fraktion werde sich gezwungen sehen, "den Weg nach Karlsruhe im Wege von Verfassungsbeschwerden zu gehen", wenn auf die Bedenken nicht eingegangen werde.

12.35 Uhr: Vizekanzler Scholz mit Astrazeneca gegen Corona geimpft

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Freitag seine Schutzimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Er habe sich das Präparat von Astrazeneca spritzen lassen, berichtete der Finanzminister auf Twitter. Zugleich dankte er dem Ärzteteam der Bundeswehr, das ihn impfte.

Scholz ist 62 Jahre alt und durfte sich daher für eine Astrazeneca-Impfung anmelden. Auch andere Bundesminister sind bereits geimpft. "Jede Impfung bringt uns dem Zeitpunkt näher, an dem wir diese Pandemie überwunden haben werden", betonte Scholz bereits vor seinem Impftermin. Alle müssten ihren Beitrag leisten und Vorbild sein. Seinem Tweet hängt Scholz mehrere Fotos an, darunter eins, das ihn augenscheinlich im Moment der Impfung zeigt.

12.32 Uhr: Deutsche schauen auch in zweitem Corona-Jahr mehr TV

Auch im zweiten Corona-Jahr schauen die Deutschen deutlich mehr Fernsehen als vor der Pandemie. Das zeigen Messdaten der AGF Videoforschung, die die Quoten von Fernsehsendern und beim Streaming misst. "Wir haben nach wie vor eine extrem hohe Bewegtbild-Nutzung, also nicht nur TV-Nutzung, sondern auch die Streaming-Nutzung ist hoch", sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung, Kerstin Niederauer-Kopf.

Das Angebot von Bewegtbild im Jahr 2020 und 2021 sei so hoch wie nie zuvor. Sie nannte neben TV auch neu hinzugekommene Streaming-Plattformen und auch den Ausbau der Mediatheken von TV-Sendern. In den ersten drei Monaten lag der Anteil der Menschen ab 14 Jahren, die in dieser Zeit mindestens einmal am Tag TV konsumierten, bei 76,4 Prozent. 2020 lag der Wert für das erste Quartal bei 75,2, und 2019 bei 73,5 Prozent. Auch die Sehdauer ging auf durchschnittlich 264 Minuten pro Tag hoch (erste Quartale 2020: 254 Minuten, 2019: 249 Minuten).

12.23 Uhr: DFL verschiebt Hertha-Spiel gegen Mainz wegen Corona-Quarantäne

Die Deutsche Fußball Liga hat das kommende Bundesliga-Spiel von Hertha BSC wegen der Corona-Quarantäne des Hauptstadt-Clubs abgesagt. Die Partie der Berliner beim FSV Mainz 05 werde nicht wie geplant am Sonntag stattfinden, ein neuer Termin stehe noch nicht fest, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Freitag bei "Bild live".

11.57 Uhr: Polizei appelliert an Teilnehmer der Zittauer Corona-Proteste

Die Polizei hat an die Teilnehmer der regelmäßigen Corona-Proteste in Zittau appelliert, bestehende Regeln und Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die Bevölkerung könne ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, die Teilnahme an einer Versammlung gehe aber auch mit Pflichten einher, hieß es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Görlitz vom Freitag. Die aktuelle Schutzverordnung schreibe Teilnehmern eine Mund-Nasen-Bedeckung und einen Mindestabstand von 1,5 Metern vor. Zudem seien nur Versammlungen an einem Ort und keine Märsche gestattet.

Genau das hatten Corona-Kritiker in Zittau nach Angaben der Polizei in den vergangenen Wochen wiederholt missachtet. Die sogenannten «Ringspaziergänge» hätten schon sechs Mal als ein nicht angemeldeter Aufzug im Sinne des Versammlungsgesetzes stattgefunden, hieß es. Zuletzt zählte die Polizei am vergangenen Montag rund 500 Teilnehmer. Ein Großteil habe nicht die vorgeschriebene Schutzmaske getragen und nur zum Teil die Abstände eingehalten. Außerdem seien sie mehrere Runden auf dem Zittauer Stadtring gelaufen. Laut Polizei kam es zu zu mehreren Straftaten. Die Beamten wollen auch am kommenden Montag dort präsent sein.

11.36 Uhr: Aufruf der Länderchefs zur Gedenkfeier für Corona-Todesopfer

Die deutschen Länderchefs haben sich anlässlich der zentralen Gedenkfeier für die Todesopfer der Corona-Pandemie an diesem Sonntag mit einem gemeinsamen Aufruf an die Bevölkerung gewandt. Die Menschen wurden gebeten - wie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angeregt - von Freitag bis Sonntag jeweils am Abend eine Kerze ins Fenster zu stellen.

In dem Aufruf kommt jeder der 16 Länderchefs persönlich zu Wort. "Es ist richtig, uns immer wieder bewusst zu werden, dass jedes einzelne Menschenleben wertvoll ist und zählt. Die Gedenkaktion ist eine gute Möglichkeit, dies zeitgleich überall in unserem Land deutlich zu machen und auszudrücken", erklärte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und warb für ein solidarisches Miteinander.

Im Berliner Konzerthaus ist am Sonntag eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer der Pandemie geplant. Daran nehmen auch Hinterbliebene teil. Zuvor gibt es einen Ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die Veranstaltungen werden im Fernsehen übertragen.

11.21 Uhr: Rund 800.000 Corona-Kontrollen an tschechischer Grenze

Bei den coronabedingten Grenzkontrollen zur Tschechischen Republik hat die Bundespolizei seit Mitte Februar rund 800.000 Menschen bei der Einreise überprüft. Fast 60.000 von ihnen seien abgewiesen worden, weil sie nicht zur Einreise berechtigt gewesen seien, teilte das Bundespolizeipräsidium am Freitag in Potsdam mit. Die Bilanz umfasst den Angaben zufolge den Zeitraum vom 14. Februar bis zum 14. April. Die temporären Grenzkontrollen wurden auf Anordnung des Bundesinnenministeriums eingeführt, weil Tschechien als Virusvariantengebiet eingestuft wurde.

Rund 68.000 Reisende seien ohne oder mit unvollständiger Einreiseanmeldung angetroffen worden, hieß es. Mehr als 37.000 Personen hätten keinen gültigen negativen Corona-Testnachweis bei der Grenzkontrolle vorlegen können. In diesen Fällen habe die Bundespolizei die zuständigen Landesbehörden über die Verstöße gegen die Corona-Einreiseverordnung informiert, um Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten.

Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal
Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal © Ondøej Hájek/CTK/dpa

11.03 Uhr: Dynamo Dresden muss in Quarantäne

Corona hat Dynamo Dresden erneut eingeholt. Nach einem weiteren positiven Test muss das komplette Team in häusliche Quarantäne. Der Verein bestätigte auf Nachfrage zunächst lediglich den Fakt und wird nach Absprache mit dem Gesundheitsamt sowie dem Deutschen Fußball-Bund dazu kommunizieren. Die kommenden Spiele werden abgesagt. Mehr zur Quarantäne für Dynamo Dresden

10.40 Umfangreiche Lockerungen in Dänemark

In Dänemark dürfen bald Restaurants und Cafés komplett öffnen. Ab Mittwoch können die Dänen in den Lokalen essen und trinken, sofern sie vorher einen Tisch bestellt haben und per Corona-Pass auf ihrem Smartphone einen negativen Corona-Test, Impfungen gegen Covid-19 oder eine überstandene Infektion nachweisen können. Bislang war laut einer am 22. März getroffenen Vereinbarung angedacht gewesen, am 21. April nur die Außenbereiche der Gaststätten wieder zu öffnen. Dort können Gäste nun ab Mittwoch einkehren, ohne ihren Corona-Pass vorzuzeigen. Diesen Nachweis per App muss man dagegen in Museen, Bibliotheken und Kunsthallen dabei haben, die dann ebenfalls wieder öffnen.

Und Dänemark lockert noch mehr: Die maximale Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte wird am Mittwoch drinnen von fünf auf zehn, draußen von zehn auf 50 Personen angehoben. Gottesdienste dürfen ab dann auch länger als 30 Minuten dauern. Im Spitzenfußball sind unter bestimmten Bedingungen bis zu 500 sitzende Zuschauer pro Stadionabschnitt zugelassen. Zudem gibt es weitere Lockerungen in den Schulen sowie für organisiertes Training in Sporthallen und anderen überdachten Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren.

Die Neuinfektionszahlen in Dänemark sind seit einiger Zeit auf die Bevölkerung gerechnet so niedrig wie in kaum einem anderen Land in Europa. Die 14-Tages-Inzidenz von 129 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner war laut Gesundheitsinstitut SSI zuletzt nicht einmal halb so hoch wie in Deutschland.

10.18 Uhr: Lebenszufriedenheit: So geht es den Deutschen in Corona-Zeiten

Die Pandemie hat die Lebenszufriedenheit vieler Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge in einigen Bereichen sogar verbessert. So schätzen zahlreiche Erwachsene sowohl ihre Gesundheit als auch ihren Schlaf deutlich besser ein als früher, wie neueste Daten des "Sozio-oekonomischen Panels" (SOEP) zeigen. "Im Angesicht der Bedrohungen durch die Pandemie sind die Zipperlein, die man am Rücken spürt, wohl zu vernachlässigen", erklärte der Leiter der Befragung, Stefan Liebig.

Doch an den Befragungen gibt es auch Kritik. Psychologen rechnen mit einer Flut von Depressionen und Angststörungen, auch der deutsche Generationenvertrag sei in Gefahr. Mehr dazu im Artikel Corona: Warum der Optimismus überwiegt

9.47 Uhr: Merkel verteidigt geplante Ausgangsbeschränkungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die in der "Bundes-Notbremse" vorgesehen Ausgangsbeschränkungen verteidigt. Diese seien keine neue Erfindung, sondern im aktuell geltenden Infektionsschutzgesetz als Maßnahme bereits angelegt und würden in mehreren Bundesländern bereits seit Monaten angewandt, sagte sie am Freitag im Bundestag. "Es geht darum, abendliche Besuchsbewegungen von einem Ort zum anderen - im Übrigen auch unter Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs - zu reduzieren", sagte Merkel.

Der Bundestag debattierte am Freitag erstmals über den vom Kabinett am Dienstag verabschiedeten Entwurf für eine bundesweite "Corona-Notbremse", für die auch Merkel warb. Sie sieht schärfere Regelungen vor, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen. In Sachsen wären davon alle 13 Kreise und kreisfreien Städte betroffen. Mehr zur Notbremsen-Debatte im Bundestag

9.37 Uhr: Rossmann ruft FFP2-Masken zurück

Die Drogeriekette Rossmann ruft aktuell eine Charge ihrer FFP2-Masken zurück. Grund sind offenbar Qualitätsmängel bei dem Artikel „altapharma FFP2-Maske“. Wie das Unternehmen mitteilt, erfülle das Produkt bei der Charge LOT 2020F50 nicht alle Schutzanforderungen. Insbesondere böten die Masken keinen Schutz bei der Arbeit in ölhaltiger Umgebung - etwa bei Arbeiten an geölten Motoren, Getrieben oder Wartung von Geräten mit ölbasierten Kühlmitteln. Das Produkt kann nun gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden, hieß es.

FFP2-Masken gibt es nicht erst seit der Corona-Pandemie, zuvor wurden sie vor allem zum Arbeitsschutz verwendet, etwa beim Umgang mit gesundheitsschädlichem Staub oder Rauch, bei Schleifarbeiten oder beim Auftragen bestimmter Farben.

Eine Charge dieser Masken ruft Rossmann derzeit zurück.
Eine Charge dieser Masken ruft Rossmann derzeit zurück. © Rossmann

9.04 Uhr: Impf-Tempo in Dresden zieht deutlich an

In der aktuell dritten Corona-Welle wird die Impfung für viele Menschen zu spät kommen. Die Impfkampagne ist ein Wettlauf gegen die Zeit, den allerdings niemand aufgeben möchte. Im Gegenteil, das Tempo im Dresdner Impfzentrum, bei den mobilen Teams und in den Hausarztpraxen hat in den vergangenen Tagen deutlich angezogen. Das zeigen die neuesten Zahlen.

8.40 Uhr: Schülervertreter fordern Unterricht in Ferien

Zum Ausgleich des massiven Unterrichtsausfalls im Zuge der Corona-Pandemie fordern Schülervertreter zusätzliche Lernangebote für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. "Dieses Corona-Schuljahr ist so ungewöhnlich, dass jede Schülerin und jeder Schüler die Chance haben muss, in einer Sommerschule Lerndefizite aufzuarbeiten", sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Dazu solle aber niemand gezwungen werden. Schramm schlug vor, dass pensionierte Lehrer oder Lehramtsstudierende die zusätzlichen Stunden in den Sommerferien unterrichten könnten. Insbesondere die Studierenden hätten wegen der Pandemie auf praktische Erfahrungen verzichten müssen.

Mit Blick auf das kommende Schuljahr sollten ärmere Schulkinder außerdem Nachhilfe bezahlt bekommen, sagte Schramm. "Sonst wächst diese Bildungsungerechtigkeit in diesem Land immer weiter." Einige Kinder könnten sich zusätzliche Nachhilfe nicht leisten. In Deutschland ist aktuell etwa jedes fünfte Kind von Armut bedroht, wie eine Auswertung der Bertelsmann-Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergeben hatte.

8.11 Uhr: Bhutan impft fast all seine Erwachsenen - in 13 Tagen

Das kleine Königreich Bhutan im Himalaya hat binnen 13 Tagen rund 94 Prozent der Erwachsenen eine erste Dosis Corona-Impfstoff verabreichen lassen. Das entspreche rund 62 Prozent der etwa 770.000 Einwohner, sagte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Das buddhistisch geprägte Bhutan, das für sein auch die Gesundheit und persönliche Zufriedenheit erfassendes Bruttoglücksprodukt bekannt ist, hat damit einen ähnlich hohen Bevölkerungsanteil einfach Geimpfter wie Israel, das aber schon seit Dezember 2020 impft. Nur die Seychellen haben eine höhere Impfquote, impfen allerdings bereits seit Januar und haben nur rund 100.000 Einwohner.

Den verwendeten Astrazeneca-Impfstoff hatte das arme Königreich kostenlos von seinem großen Nachbarn Indien erhalten, der damit Ansehen und Einfluss zu mehren sucht. Nach dem Erhalt der 550.000 Dosen wartete Bhutan wochenlang - denn für den Beginn der Impfkampagne wurde nach astrologischen Kriterien der 27. März gewählt, das als besonders glücksbringend galt.

7.54 Uhr: Sachsen-Inzidenz etwas gesunken

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist leicht gesunken: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 229,5, tags zuvor waren es noch 235,3. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 151, am 16. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 109,1. Nach Thüringen, wo der Wert bei 256 liegt, ist Sachsen das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Fast alle anderen Länder liegen teils deutlich über dem Schwellenwert von 100, lediglich für Schleswig-Holstein wird mit 76,4 noch eine zweistellige Zahl gemeldet.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat aktuell der Erzgebirgskreis mit 348,7. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen nach wie vor der Kreis Zwickau (344,4) und der Vogtlandkreis (332,7), die Stadt Chemnitz kommt mit 299.6 der 300er-Marke sehr nahe. Die niedrigsten Zahlen weisen laut RKI die beiden kreisfreien Städte Dresden (146,9) und Leipzig (150,6) aus. Die RKI-Werte weichen allerdings oft von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Der Unterschied resultiert vor allem daraus, dass sich Meldungen aus den Kreisen erst mit Verzögerung in der RKI-Statistik widerspiegeln. Ein Beispiel: Im Landkreis Bautzen liegt die Inzidenz nach Angaben des Landratsamtes vom Donnerstag bei 333, das RKI gibt für das Gebiet einen Wert von 262,5 an.

7.19 Uhr: Weitere Museen in Dresden öffnen nach Corona-Zwangspause

Neben ersten Häusern der Staatlichen Kunstsammlungen öffnen heute in Dresden weitere Museen ihre Türen für Besucher. Die Freude darüber mischt sich jedoch mit dem Bewusstsein, "dass es ein kurzes Vergnügen sein könnte", wie ein Sprecher des Deutschen Hygiene-Museums (DHDM) sagt. Auch die Städtischen Museen und das Verkehrsmuseum sind besuchsbereit. Denn: Sollte die Bettenauslastung auf den Normalstationen der Kliniken in Sachsen die Zahl 1.300 überschreiten, müssen die Einrichtungen wieder schließen. Der Museumsbesuch ist nur mit vorher online gebuchten Zeitfenster-Tickets und tagesaktuellem negativen Corona-Test möglich. Abstand und das Tragen medizinischer Masken sind Pflicht, ebenso die Registrierung mit persönlichen Daten.

"Endlich, wir haben für Sie wieder geöffnet", frohlockt das Kunsthaus Dresden, das zu einem ganzen Eröffnungswochenende einlädt. Die Städtische Galerie bietet Kunst unter anderem von Hermann Glöckner, Gerhard Altenbourg oder Carlfriedrich Claus und Zeitgenössisches. Im Stadtmuseum ist die Ausstellung "Tabakrausch an der Elbe" zu sehen und die Technischen Sammlungen locken mit der Jahresausstellung und audiovisueller Kunst zum Thema Bewusstseinsforschung.

6.50 Uhr: In Sachsen gibt es jetzt Impftermine für Lehrer

Über das Impfportal des Freistaates Sachsen ist es jetzt für alle Lehrkräfte möglich, sich für einen Termin zur Corona-Impfung zu registrieren. Das Impfportal wurde entsprechend geändert, für die Registrierung gibt es nun einen Punkt für „alle Lehrkräfte in allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schulen“. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte dies am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts angekündigt. Für Lehrer an Grund- und Förderschulen bestand das Impfangebot bereits länger. Derzeit gibt es Tausende freie Impftermine.

6.06 Uhr: Bundestag berät über einheitliche Corona-"Notbremse"

Der Bundestag berät heute in erster Lesung über die geplante bundesweit einheitliche "Notbremse" zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die große Koalition will das Infektionsschutzgesetz ändern, um dem Bund die Befugnis zu geben, ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Kontaktbeschränkungen und Schließungen anzuordnen. Derzeit fällt dies allein in die Kompetenz der Länder. Abgestimmt werden soll über das Gesetz voraussichtlich am nächsten Mittwoch.

Im Parlament umstritten sind derzeit noch die Pläne, bei einem Inzidenzwert über 100 nächtliche Ausgangssperren zu verhängen. Auch dass Schulen erst ab einer Inzidenz von 200 den Präsenzbetrieb einstellen sollen, sorgt für Diskussionen. Mit dem Gesetz reagiert die Bundesregierung darauf, dass die Bundesländer eine Anfang März von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossene "Notbremse" nicht einheitlich und konsequent umgesetzt haben. Eine Mehrheit der Sachsen steht indes hinter einer einheitlichen "Corona-Notbremse", ergab eine Umfrage von sächsische.de

5.25 Uhr: RKI registriert 25.831 Corona-Neuinfektionen und 247 neue Todesfälle

Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden binnen eines Tages 25.831 Corona-Neuinfektionen und 247 neue Todesfälle gemeldet. In seinem aktuellen Lagebericht von Donnerstagabend schreibt das RKI: "Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort." Besonders stark seien sie in den jüngeren Altersgruppen gestiegen.

Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 25.464 Neuinfektionen und 296 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben, vor vier Wochen noch mit 95,6. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.099.273 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.752.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.628.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 1,18 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. "Der 7-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine deutliche Zunahme der Fallzahlen", hieß es im Lagebericht.

Freitag, 5.02 Uhr: Pfizer-Chef: Wahrscheinlich dritte und jährliche Impfdosis notwendig

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie könnte nach Einschätzung von Pfizer-Chef Albert Bourla eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung notwendig werden. "Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns dem US-Sender CNBC in einem am Donnerstag veröffentlichten, aber bereits Anfang April geführten Interview. Dabei spielten auch die Varianten von Sars-CoV-2 eine große Rolle.

Andere Wissenschaftler und Pharma-Vertreter hatten sich bereits ähnlich geäußert. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech sowie andere Hersteller untersuchen derzeit bereits die Wirkung von möglichen Auffrischungen ihrer Corona-Impfstoffe.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.53 Uhr: Gericht bestätigt Verbot von "Querdenken"-Versammlung in Dresden

Das Verwaltungsgericht hat das von der Stadt Dresden verhängte Verbot der geplanten "Querdenken"-Versammlungen am kommenden Samstag in der Landeshauptstadt bestätigt. Der Eilantrag der "Querdenken"-Bewegung gegen das Verbot habe keinen Erfolg, teilte das Gericht am Donnerstagabend mit (Az.: 6 L 283/21). Auch sämtliche geplanten Ersatzveranstaltungen bleiben demnach untersagt. Gegen den Beschluss kann nun noch Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingereicht werden.

Das Gericht hielt das Verbot trotz der festgestellten massiven Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit für gerechtfertigt. Es sei nötig zum Schutz des gleichwertigen Grundrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Nach den Erfahrungen bei früheren "Querdenken"-Demonstrationen wie etwa am 13. März 2021 in Dresden sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Teilnehmer an die von der Stadt gemachten Auflagen halten würden. Dazu zählten etwa die Beschränkung auf maximal 1.000 Teilnehmer sowie das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Weiter sei auch nicht damit zu rechnen, dass der Antragsteller in diesem Sinne auf die Teilnehmenden einwirken werde.

Die Stadt Dresden hatte eine für diesen Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration gegen Corona-Auflagen im Zentrum untersagt. Den Angaben zufolge hatte die Initiative eine Großveranstaltung am Königsufer und alternativ Versammlungen auf drei großen innerstädtischen Plätzen in Dresden angemeldet. Das Verbot betrifft auch alle Ersatzveranstaltungen an diesem Tag.

21.27 Uhr: Brandenburg will Geimpften mehr Freiheiten gewähren

Nach Berlin will auch Brandenburg Bürgern, die zweimal gegen Corona geimpft wurden, mehr Freiheiten gewähren. Das Gesundheitsministerium bereite nach einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung vor, teilte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Donnerstag auf Anfrage mit.

Danach könnten vollständig Geimpfte ab dem 15. Tag nach der letzten Impfung ohne negativen Schnelltest jene Angebote in Anspruch nehmen, die bisher nur mit einem negativen Testergebnis genutzt werden können. Das betrifft etwa den Einkauf in Geschäften oder körpernahe Dienstleistungen. Wann das Kabinett dazu einen Beschluss fassen werde, sei noch nicht bekannt, erklärte Hesse.

21.01 Uhr: Israel hebt am Sonntag an die Maskenpflicht im Freien auf

Angesichts der niedrigen Corona-Infektionszahlen in Israel will das Land die Maskenpflicht im Freien von Sonntag an aufheben. Gesundheitsminister Juli Edelstein traf am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung, wie sein Sprecher bestätigte. Er folge damit den Empfehlungen von Gesundheitsexperten. In Innenräumen bleiben die bisherigen Anweisungen und die Maskenpflicht jedoch bestehen.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland immer weniger Neuinfektionen registriert - trotz weitreichender Lockerungen der Maßnahmen. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 196 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,4 Prozent von 55.470 Tests fielen demnach positiv aus.

Auch die Zahl der Schwerkranken fiel - auf 209. Zuletzt war die Zahl am 14. Juli mit 190 Schwerkranken niedriger gewesen. Ende Januar gab es noch rund 1200 schwerkranke Corona-Patienten in Israel. Bisher haben mehr als 5,3 Millionen der rund 9 Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast fünf Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene genießen wieder viele Freiheiten.

20.34 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Tote in Frankreich

Frankreich hat die Schwelle von 100.000 registrierten Corona-Toten überschritten. Damit ist Frankreich das erste Nachbarland Deutschlands, das diesen symbolischen Wert übersteigt. Die Behörden meldeten am Donnerstag 296 zusätzliche Tote - damit liegt die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 100.073. Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, man werde kein Gesicht und keinen Namen der Gestorbenen vergessen.

Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte am Mittwoch ein Gedenken an die Toten angekündigt - aber keine Details und keinen Zeitpunkt genannt. Er warnte außerdem, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter Frankreich liege - es gebe aber ermutigende Signale.

In ganz Frankreich gelten derzeit verschärfte Corona-Maßnahmen. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen im Land ist eingeschränkt.
In ganz Frankreich gelten derzeit verschärfte Corona-Maßnahmen. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen im Land ist eingeschränkt. © Gao Jing/XinHua/dpa

20.13 Uhr: 40 Prozent der Ungeimpften beneiden Geimpfte

Mehr als ein Drittel der ungeimpften Deutschen sind nach einer Umfrage neidisch auf Mitbürger, die schon eine Spritze gegen das Corona-Virus erhalten haben. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa für das Magazin "stern" bejahten 40 Prozent diese Frage. Im Westen waren es 42 Prozent, im Osten 29 Prozent. Von den Frauen äußerten sich 37 Prozent neidisch, von den Männern 43 Prozent. Für eine Aufhebung der Impfreihenfolge sprachen sich in der Umfrage 62 Prozent aller Befragten aus.

19.44 Uhr: Dresdner Gastronomen machen Restaurants zu Corona-Testzentren

Testen statt schlemmen: Dresdner Gastronomen verwandeln ihre Restaurants in Testzentren für das Coronavirus. "Früher kümmerten wir uns um Gaumenfreuden, heute um die Gesundheit", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Ankündigung. Details der Aktion, die auf eine Idee der Initiative "Leere Stühle" zurückgeht, sollen am Freitag mitgeteilt werden. "Leere Stühle" war vor einem Jahr ins Leben gerufen worden, um auf die schwierige Lage und Existenzängste des Gastgewerbes aufmerksam zu machen.

19.16 Uhr: Mannheim führt Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein

Mannheim führt eine Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein. Sie können ihre Einrichtungen ab kommenden Montag nur besuchen, wenn für sie zwei Mal pro Woche ein negatives Covid19-Testergebnis vorgelegt wird, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Ausnahmen gelten unter anderem für Kinder, bei denen aus medizinischen Gründen und durch ein Attest belegt weder ein Nasal- noch ein Spucktest möglich ist, sowie für geimpfte oder genesene Kinder. Auch für die Beschäftigten sind die Tests nun obligatorisch. Krippenkinder können, müssen aber nicht getestet werden.

In den vergangenen Wochen sind im Stadtgebiet Mannheim mehrfach Infektionsausbrüche in Kindertagesstätten aufgetreten, bei denen eine beträchtliche Zahl an Menschen positiv getestet wurde. Kinder sind in deutlich stärkerem Umfang betroffen und tragen aktiv zur Weitergabe der Infektion bei. Die Verfügung ist zunächst bis zum 9. Mai befristet.

18.50 Uhr: Impfzentrum Löbau setzt Erstimpfungen mit Astrazeneca aus

Seit Donnerstag wird im Impfzentrum Löbau bei Erstimpfungen nicht mehr das Vakzin von Astrazeneca verwendet. Das hat jedoch keine medizinischen Gründe. Vielmehr ist für den Impfstopp der Mietvertrag des DRK verantwortlich, dass das Impfzentrum betreibt. Der Vertrag läuft derzeit nur bis 30. Juni, eine Zweitimpfung wird bei Astrazeneca nach elf Wochen verabreicht. Das heißt, dass das dann nach jetzigem Stand nicht mehr in Löbau möglich wäre. Wie es nun weitergehen soll, lesen Sie im Artikel: In Löbau wird kein Astrazeneca mehr verimpft

18.44 Uhr: Royals müssen bei Trauerfeier Masken tragen und Abstand halten

Großbritanniens königliche Familie muss bei der Trauerfeier für Prinz Philip Schutzmasken tragen und Abstand halten. Das geht aus den Details zur Zeremonie am Samstag auf Schloss Windsor hervor, die am Donnerstag bekanntgegeben wurden.

Statt den Gästen selbst soll wegen der Corona-Ansteckungsgefahr nur ein kleiner Chor aus vier Personen bei der Zeremonie singen. Außerdem wird die musikalische Untermalung durch die Vertreter der Royal Navy und der Marine eine zentrale Rolle spielen. Zu den 30 Gästen gehören neben dem engsten Familienkreis auch drei Vertreter von Philips adeliger deutscher Verwandtschaft. Der Herzog von Edinburgh und Ehemann von Queen Elizabeth II. war am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Fast über sein gesamtes Leben hinweg galt er als wichtige Stütze der Queen - und damit auch der britischen Krone. Am vergangenen Freitag ist Prinz Philip gestorben.
Fast über sein gesamtes Leben hinweg galt er als wichtige Stütze der Queen - und damit auch der britischen Krone. Am vergangenen Freitag ist Prinz Philip gestorben. © Jane Mingay/PA Wire/dpa

18.04 Uhr: Sachsens Grüne kritisieren geplante Bundes-Notbremse

Die Fraktion der Grünen im sächsischen Landtag hat Nachbesserungen bei der geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes gefordert. Das Ziel sei es, die dritte Welle zu brechen. „Doch das jetzt vorgelegte Mittel in Form der Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist kein Wellenbrecher – es ist ein Notbehelf, der unbedingt nachzubessern ist“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert in einem Kommentar. Kritikpunkte sind unter anderem die Konzentration auf Inzidenzzahlen, die „lebensfremden“ Kontaktbeschränkungen, rechtliche Bedenken wegen der Zulässigkeit der Ausgangssperre und des Eingriffs in Länderkompetenzen.

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht.
Damit sollen bundesweit einheitliche Regeln durchgesetzt werden, wenn in Regionen der Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird. Vorgesehen sind dann unter anderem strenge Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Geschäften, Freizeiteinrichtungen und Dienstleistungsbetrieben. In Sachsen würde das derzeit alle Regionen betreffen.

Die sächsischen Grünen fordern außerdem eine Aufhebung der Impfpriorisierung. Allen, die mobil sind und die viele Kontakte haben - beispielsweise Eltern, sollte endlich ein Impfangebot gemacht werden“, so Schubert. „Ein Festhalten an der Priorisierung ist angesichts der Lage nicht mehr angemessen.“

17.38 Uhr: Kommission will an Impf-Reihenfolge festhalten

Entgegen der Forderungen nach einem Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen hält die Ständige Impfkommission an der Impf-Reihenfolge zum Schutz von Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko fest. "Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem", sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) der "Rheinischen Post". "Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen", erklärte er. Die sogenannte dritte Welle könne durch eine Aufhebung der Reihenfolge auch nicht wesentlich beeinflusst werden, sagte Mertens. "Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen."

Zuvor hatte der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, das Ende der Impfpriorisierung gefordert. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", sagte Albrecht.

17.11 Uhr: "Wunder-Pille" gegen Covid-19 wird es nicht geben

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat Hoffnungen auf schnelle Erfolge bei der Medikamentenforschung zur Behandlung von Covid-19 erneut gedämpft. Aus vielen Gesprächen mit Forschern sei immer wieder deutlich geworden, dass man keine Wunder erwarten dürfe, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Arzneimittelentwicklung dauere in der Regel Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. "Es wird nicht die eine Wunder-Pille gegen Covid-19 geben können", sagte Karliczek. Patienten benötigten stattdessen je nach Schwere oder auch Stadium der Erkrankung unterschiedliche Therapien. Hier wolle man ansetzen.

Das Bundesforschungsministerium fördert die Medikamentenforschung mit 50 Millionen Euro. Ein Expertengremium hat inzwischen für mehrere Projekte Empfehlungen im Rahmen dieses Förderprogramms ausgesprochen. Als Gutachter beteiligt waren Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt am Main, und Christoph Spinner, Oberarzt für Infektiologie und Pandemiebeauftragter des Klinikums rechts der Isar in München.

16.53 Uhr: Seehofer rechnet mit bundesweiter Beobachtung von "Querdenkern"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) rechnet mit einer bundesweiten Beobachtung der "Querdenker"-Bewegung durch die Verfassungsschutzbehörden. "Wir haben diese Szene von Anfang an stark im Blick. Wir schauen uns genau an, wer da teilnimmt und wie das Verhalten ist", sagte der Minister am Donnerstag in Berlin. Die Probleme und die Gewaltbereitschaft in dieser Szene hätten zugenommen, "deshalb geht die Tendenz bei uns, auch im Verfassungsschutzverbund, eher in die Richtung, diese Szene zu einem Beobachtungsobjekt zu erklären".

Er würde - Stand heute - auch vermuten, "dass es dazu kommt". Es mache ja keinen Sinn, "wenn wir nach jeder solchen Entgleisung feststellen, es darf sich nicht wiederholen und es wiederholt sich dann doch", sagte Seehofer mit Blick auf die Zustände bei einigen der zurückliegenden Protestkundgebungen der Bewegung. Er sei hier für massive Polizeipräsenz und die Anwendung des Prinzips Wehret den Anfängen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

16.39 Uhr: Jauch fällt wegen Quarantäne erneut für TV-Show aus

Der mit Corona infizierte Fernsehmoderator Günther Jauch fällt an diesem Samstag ein zweites Mal bei der RTL-Liveshow "Denn sie wissen nicht, was passiert" aus. Er befinde sich wegen des positiven Corona-Tests bis Sonntag in häuslicher Quarantäne, sagte er am Mittwochabend bei "Stern TV". Am Freitag werde er sich erneut testen lassen und dürfe dann laut Gesundheitsamt erst am Sonntag wieder raus, so der in Potsdam lebende Jauch. Mehr zu Jauchs Infektion lesen Sie hier.

Nach einem positiven Corona-Test befindet sich TV-Moderator Günther Jauch weiterhin in Quarantäne.
Nach einem positiven Corona-Test befindet sich TV-Moderator Günther Jauch weiterhin in Quarantäne. © Henning Kaiser/dpa (Archiv)

16.17 Uhr: Sachsens CDU will Impfpriorisierung aufheben - Impfrekord gemeldet

Sachsens CDU-Fraktion hat sich dafür ausgesprochen, die bisherige Impfpriorisierung bis spätestens Mai komplett auszusetzen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Verfügbarkeit von Impfstoffen stelle sich die Frage, ob die bisherige Priorisierung der Impfreihenfolge noch sinnvoll ist. „Wenn kein Mangel mehr besteht, wirkt sie zulasten des notwendigen Impffortschritts“, sagte der sozialpolitische Sprecher Alexander Dierks.

Bund und Länder müssten nun zügig die rechtlichen Voraussetzungen schaffen.„Es ist ein positives Zeichen, dass sich immer mehr Sachsen impfen lassen und auch dass die Bereitschaft dazu deutlich zunimmt“, so Dierks. Jetzt müsse es darum gehen, dass jeder mögliche Impftermin in Sachsen wahrgenommen werde. „So können wir die Impfgeschwindigkeit deutlich steigern und in naher Zukunft auch die Einschränkungen verringern.“

In Sachsen sind unterdessen an einem Tag knapp 39.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, ein neuer Tagesrekord. "Wir kommen gut mit dem Impfen voran. Die Impfzentren erweisen sich als extrem leistungsfähig und auch die Impfungen bei den Hausärzten nehmen Fahrt auf", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag. Am Mittwoch hatten 19.967 Menschen in einem Impfzentrum und 19.030 in Arztpraxen die Impfung erhalten. Damit sind in Sachsen seit Ende Dezember 996.158 Impfungen verabreicht worden – 707.756 Erst- und 288.402 Zweitimpfungen.

16.03 Uhr: Dresden untersagt weitere Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen

Nach der "Querdenken"-Demonstration hat die Stadt Dresden nun auch eine für Samstag (17. April) geplante Kundgebung der AfD verboten. Das Dresdner Ordnungsamt als Versammlungsbehörde begründete dies am Donnerstag damit, dass Gegner der Corona-Maßnahmen, insbesondere aber die "Querdenken"-Bewegung, keinen "legalen Anlaufpunkt im Stadtgebiet finden" sollen. Die Behörde hatte eine für Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmenden bereits am Dienstag untersagt. Sie begründete dies mit dem jüngsten Versammlungsgeschehen in anderen deutschen Großstädten wie Stuttgart und Kassel sowie mit dem Corona-Infektionsgeschehen.

Die AfD hatte für Samstag eine Kundgebung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung mit 500 Teilnehmenden auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche angemeldet. Trotz der Verbote werde die Polizei am Wochenende im Einsatz sein. Im März war in Dresden eine Demonstration der Protest-Bewegung "Querdenken" zum Teil aus dem Ruder gelaufen. Mehrere Polizisten wurden verletzt.

15.52 Uhr: Verbote der Stuttgarter "Querdenker"-Proteste bestätigt

Das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat die Verbote zweier Demonstrationen gegen die Corona-Politik am kommenden Samstag bestätigt. Die Stadt hatte unter anderem argumentiert, die Versammlungen bedrohten angesichts der steigenden Infektionszahlen Leib und Leben der Demonstranten und weiterer Menschen. Diese Auffassung teile die Kammer, wie es hieß. Die Verhängung von Auflagen sei zudem wohl nicht ausreichend, um das Risiko zu reduzieren.

"Es wäre zu erwarten, dass diese Auflagen von einer großen Zahl der zu erwartenden Teilnehmer nicht eingehalten würden", gab eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts den Tenor der Entscheidung wieder. Auch gebe es zurecht Zweifel an der Zuverlässigkeit der Versammlungsleiter. Nach den Verboten durch die Stadt hatten die Veranstalter Eilanträge gegen die Entscheidungen gestellt. Mit dem Verbot wollte die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der "Querdenker"-Bewegung bis zu 15 000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren.

Solche Szenen wie am Karsamstag mit 15.000 Demoteilnehmern, fast alle ohne Mundschutz, will Stuttgart diesmal verhindern.
Solche Szenen wie am Karsamstag mit 15.000 Demoteilnehmern, fast alle ohne Mundschutz, will Stuttgart diesmal verhindern. © Christoph Schmidt/dpa

15.42 Uhr: FDP-Politiker wirft Sachsen Schneckentempo bei Härtefallfonds vor

Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst hat Sachsen mangelndes Engagement beim Härtefallfonds in der Corona-Pandemie vorgeworfen. Er ist für Firmen vorgesehen, die bei Förderprogrammen bisher durchs Raster fielen. Der Fonds mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro soll zu gleichen Teilen vom Bund und den Ländern getragen werden. Herbst kritisierte am Donnerstag, dass Sachsen die Bund-Länder-Vereinbarung bislang noch nicht unterzeichnet hat. Während andere Länder das schon Ende März getan hätten, liege die Vereinbarung hier noch immer auf dem Schreibtisch von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

"Diesmal trifft das sächsische Schneckentempo ausgerechnet die Unternehmen, die am allerschwersten unter der Krise leiden, weil sie seit einem Jahr keine Corona-Hilfen bekommen konnten. Ich erwarte endlich deutlich mehr Engagement des sächsischen Wirtschaftsministers bei der Unterstützung unserer einheimischen Unternehmen, die wegen Corona um ihre Existenz fürchten", sagte Herbst. Der FDP-Politiker hatte am Mittwoch in einer Fragestunde des Bundestages wissen wollen, welche Bundesländer die Vereinbarung bereits unterzeichnet haben. Bis dahin hatten das zwölf Länder getan. Sachsen war nicht darunter. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums befasst sich das Kabinett am kommenden Dienstag mit der Vereinbarung.

15.26 Uhr: Gericht weist Sonderrechte für genesene Corona-Patienten zurück

Für Patienten, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben, gibt es keine Extrawurst bei Treffen mit anderen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach dem Eilantrag eines Mannes beschlossen. Er fand, dass die verordneten Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen des Landes Berlin im Freien auf ihn vorläufig keine Anwendung finden sollten. Sie seien im Hinblick auf Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, insgesamt nicht geeignet. Das Gericht widersprach dieser Auffassung und wies den Eilantrag zurück. Eine dauerhafte Immunität für Genesene sei wissenschaftlich nicht belegt. Neue Infektionen seien damit möglich. Die allgemeine Handlungsfreiheit des Antragstellers werde auch nicht unverhältnismäßig eingeschränkt.

Die Berliner Verordnung enthält aktuell auch Kontaktbeschränkungen für den öffentlichen Raum im Freien. Erlaubt sind Treffen mit einem weiteren Haushalt - maximal fünf Erwachsenen. In der Zeit von 21 Uhr abends bis 5 Uhr sind Treffen nur zu zweit gestattet. Die in der Verordnung geregelten Beschränkungen seien voraussichtlich rechtmäßig, teilte das Gericht mit. Sie verfolgten den legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit als möglich vorzubeugen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 zu verringern und damit Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

15.11 Uhr: EU-Kommissionschefin von der Leyen mit Biontech geimpft

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist am Donnerstag gegen das Coronavirus geimpft worden. "Nachdem wir die 100 Millionen Impfungen in der EU überschritten haben, bin ich sehr froh, dass ich heute meine erste Spritze mit Covid-19-Impfstoff bekommen habe", schrieb die 62-Jährige auf Twitter.

Nach Angaben eines Sprechers war von der Leyen nach den Regeln des EU-Gastlandes Belgien an der Reihe und erhielt den von Belgien gelieferten Impfstoff von Biontech/Pfizer. Es seien inzwischen sieben der 27 Kommissare geimpft, fügte er hinzu. Ein Foto zeigte von der Leyen mit einem Pflaster in EU-Farben auf dem linken Oberarm. Von der Leyen schrieb, die Impfungen würden nun weiter Fahrt aufnehmen, da auch die Lieferungen an die EU zunähmen. "Je schneller wir impfen, desto schneller können wir die Pandemie unter Kontrolle bringen."

14.57 Uhr: Impfrekord: Fast 740.000 Dosen an einem Tag verabreicht

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert Koch-Institut waren es rund 739.000 Impfungen nach 564.000 am Vortag. "Das ist ein neuer Tagesrekord", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Vor einer Woche waren es schon einmal 725.000 an einem Tag. 17,8 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - in Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern weniger als 17 Prozent.

In der Altersgruppe 60+, die im Infektionsfall besonders von schweren Verläufen betroffen ist, liegen die Impfquoten je nach Land zwischen 33 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und knapp 50 Prozent in Bremen. Spahn hatte zuvor betont, dass die Impffortschritte derzeit nicht groß genug seien, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

14.44 Uhr: Curevac erwartet Zulassung im zweiten Quartal - hohe Verluste

Das Biotech-Unternehmen Curevac geht weiter davon aus, noch im zweiten Quartal des Jahres eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff zu erhalten. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, gab das Unternehmen am Donnerstag in Tübingen bekannt. Zugleich habe eine zusätzliche Studie einen vollständigen Schutz vor der zuerst in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 durch den Corona-Impfstoff CnCoV nachgewiesen, hieß es.

Das Unternehmen hat für das Geschäftsjahr 2020 erneut hohe Verluste verzeichnet. Vor Steuern lag das Minus bei 129,8 Millionen Euro nach 100,1 Millionen Euro 2019, wie Curevac mitteilte. Zum Ergebnis nach Steuern wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Verluste seien vor allem durch die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet.

14.30 Uhr: 1.935 Neuinfektionen an einem Tag in Sachsen

Die Zahlen der Corona-Pandemie sind in Sachsen weiter sehr hoch. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag meldete, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1.935. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 2.074. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 242.343 von Laboren bestätigte Fälle. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 36 weitere Todesfälle gemeldet. 8.682 Menschen starben bisher an oder mit dem Coronavirus. Als genesen gelten 215.550 Menschen in Sachsen.

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen stieg ebenfalls an: Das Robert Koch-Institut vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 235,3, tags zuvor waren es noch 227,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz 143, am 15. März - also vor einem Monat - 110,9. Nach Thüringen (259,2) ist Sachsen weiterhin das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Deutschlandweit beträgt der Inzidenzwert am Donnerstag rund 160.

Mittlerweile haben drei der 13 Regionen in Sachsen eine Inzidenz von über 300: Neben dem Landkreis Zwickau (378,4) sind das der Erzgebirgskreis (376,8) und der Vogtlandkreis (347,3). Vergleichsweise niedrige Zahlen weisen laut RKI die zwei kreisfreien Städte Dresden (147,6) und Leipzig (148) aus.

14.09 Uhr: Corona-Impfstoff in Leipzig gestohlen

In einem Pflegeheim in Leipzig hat ein Unbekannter Corona-Impfstoff gestohlen. Mindestens sechs Impfdosen seien am Mittwochvormittag aus der Impfstation des Heimes entwendet worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der Dieb habe dabei ausgenutzt, dass das Biontech-Vakzin kurze Zeit unbeaufsichtigt gewesen sei. Ermittelt wird nun wegen Diebstahls.

In Leipzig ist Biontech-Impfstoff gestohlen worden.
In Leipzig ist Biontech-Impfstoff gestohlen worden. © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

13.57 Uhr: Thüringer Covid-19-Patienten vor Verlegung in andere Bundesländer

Fünf nach einer Corona-Infektion schwer an Covid-19 erkrankte Menschen aus Thüringen sollen von Donnerstag an auf Intensivstationen anderer Bundesländer verlegt werden. Die Patienten aus dem Uniklinikum Jena und dem Krankenhaus Greiz sollten in Kliniken in Bayern und in Norddeutschland gebracht werden, sagte Professor Michael Bauer, Chefarzt der Jenaer Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Gespräche zwischen den Kliniken liefen, die Angehörigen der Patienten würden informiert.

Die Lage auf den Thüringer Intensivstationen ist ebenso angespannt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle um den Jahreswechsel. Nach dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIV) lagen am Donnerstag 220 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von Thüringer Krankenhäusern. Davon wurden 128 invasiv beatmet. 638 von 701 im Freistaat betreibbaren Intensivbetten sind demnach belegt. 63 Betten sind frei, davon sind 29 spezifisch für die Behandlung Covid-19-Kranker ausgestattet. Bereits zum Jahresende 2020 waren einzelne Covid-19-Patienten aus Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden.

13.42 Uhr: Dreyer: Corona-Notbremse ist bereits vereinbart

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der Lage auf den Intensivstationen an die von den Ministerpräsidenten bereits beschlossene Notbremse erinnert. "Rheinland-Pfalz handelt, wir warten nicht auf die Bundes-Notbremse", sagte Dreyer am Donnerstag in Mainz. "Die Infektionszahlen steigen in ganz Deutschland signifikant an. Nur noch ein Bundesland liegt unterhalb des kritischen Wertes von 100.

Die Alarmrufe aus den Intensivstationen sind nicht zu überhören", mahnte die SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin. "Wir handeln in Rheinland-Pfalz. Wir haben ein verabredetes Verfahren dafür seit Anfang März, es ist die Notbremse im Perspektivplan", sagte Dreyer mit Blick auf die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Notbremse wird in Rheinland-Pfalz ab einer Inzidenz von 100 umgesetzt - inklusive Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz, Malu Dreyer (SPD)
Die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz, Malu Dreyer (SPD) © dpa/Arne Dedert

13.25 Uhr: WHO: Mehr als eine Million Corona-Todesfälle in Region Europa

Europa hat nach Angaben des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation WHO eine traurige Marke überschritten: Mittlerweile sind in den Ländern der europäischen WHO-Region mehr als eine Million Todesfälle in Verbindung mit Corona-Infektionen registriert worden. Jede Woche kommen derzeit 1,6 Millionen Neuinfektionen hinzu, wie WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag während seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz sagte, die er diesmal bei einem Besuch in Athen abhielt. "Das sind 9.500 jede Stunde, 160 Menschen jede Minute."

"Die Situation in der europäischen Region sei damit weiter ernsthaft, sagte Kluge. Lediglich unter den Ältesten in der Gesellschaft sehe man vermutlich dank der Fortschritte bei den Impfungen eine sinkende Inzidenz. Es gebe zwar frühe Anzeichen, dass sich die Übertragung des Coronavirus in mehreren Ländern der Region verlangsame. Diese Anzeichen seien jedoch nicht gleichbedeutend mit niedrigen Übertragungsraten.

Die in Kopenhagen ansässige WHO Europa zählt insgesamt mehr als 50 Länder zur europäischen Region, darunter neben der Europäischen Union auch die Türkei sowie Russland und die Ukraine. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) - dazu gehören die EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein - hat die EU-Gesundheitsbehörde ECDC bislang knapp 630.000 mit Corona in Verbindung stehende Todesfälle verzeichnet.

13.10 Uhr: Merkel lässt sich mit Astrazeneca impfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll am morgigen Freitag ihre Corona-Impfung bekommen. Nach Informationen der "Welt" wird sie sich mit dem Impfstoff Astrazeneca impfen lassen. Merkel ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland jetzt für die Impfungen infrage kommen. Vor einigen Tagen hatte Regierungssprecher Steffen Seibert bereits angekündigt, dass die Kanzlerin bald die Impfung vornehmen lassen will.

12.53 Uhr: Trotz Corona: Frachtumschlag am Airport Leipzig legt weiter zu

Das Frachtaufkommen am Flughafen Leipzig/Halle ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter gestiegen. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG am Donnerstag mitteilte, wurden im ersten Quartal 359.000 Tonnen Fracht umgeschlagen - ein Plus von 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Flughafen ist Deutschlands zweitgrößter Cargo-Airport hinter Frankfurt/Main. Im vorigen Corona-Jahr hatte Leipzig/Halle mit 1,38 Millionen Tonnen Fracht ein Rekordergebnis erzielt. In Frankfurt waren es 2020 gut 1,9 Millionen Tonnen.

Der Flughafen dient eigenen Angaben zufolge immer mehr als Umschlagplatz für medizinische Hilfsgüter und Schutzausrüstung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So sind in den vergangenen Wochen - neben dem regulären Verkehr - regelmäßig Frachtcharterflüge abgefertigt worden, die Millionen von Corona-Tests transportierten. Darunter waren auch rund 690.000 Antigen-Schnelltests für Schulen in Sachsen

Viele Frachtflüge werden derzeit auch mit Passagierflugzeugen durchgeführt.
Viele Frachtflüge werden derzeit auch mit Passagierflugzeugen durchgeführt. © Mitteldeutsche Flughafen AG

12.36 Uhr: Wieder maskenloser „Spaziergang“ in Zittau

Nach Montag und Dienstag haben sich am Mittwochabend erneut Kritiker der Corona-Maßnahmen auf dem Zittauer Stadtring zum "Spazierengehen" getroffen. Die Polizei spricht von über 50 Personen, die sich versammelt hatten. Die Teilnehmer hätten keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Die Polizei wertet diese als "Ringspaziergang" bekannt gewordene Protestaktion gegen die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen als "unangemeldeten Aufzug". Mehr dazu im Artikel Auch Mittwoch Protestspaziergang in Zittau

12.10 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Dresden stagniert

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Donnerstagmittag 137 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 26.645 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen veränderte sich nicht - seit Pandemiebeginn sind 1.006 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Binnen eines Tages wurden weitere zehn Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 23.976 Dresdner - 132 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank seit dem Vortag von 171,5 auf 167,4. Für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 147,6. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

11.56 Uhr: Dresdner Klinikchef für Aufhebung der Impfpriorisierung

Angesichts des Infektionsgeschehens und der sich mit Corona-Patienten füllenden Krankenhäuser hat der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, die Aufhebung der Impfpriorisierung gefordert. "Jetzt geht es um Geschwindigkeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse verstärkt die impfen, die viel unterwegs sind, Kontakte haben und gefährdeter sind, sich anzustecken. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", so Albrecht. Was Albrecht noch sagte, lesen Sie im Artikel Klinik-Chef gegen weitere Impfreihenfolge

Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden
Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden © dpa/Sebastian Kahnert

11.35 Uhr: Kanzleramtsexperten halten Bundes-Bremse offenbar für angreifbar

Experten des Kanzleramts sehen nach einem Zeitungsbericht bei einem per Bundesgesetz geregelten Corona-Lockdown rechtliche Risiken. In einem internen Vermerk aus dem Gesundheitsreferat werde darauf hingewiesen, dass das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen eine nächtliche Ausgangssperre aufgehoben hatte, berichtet "Bild". Die "grundsätzliche Geltung einer nächtlichen Ausgangssperre" sei mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit und die "derzeit nicht belegte Wirksamkeit" problematisch, heißt es demnach darin.

Für angreifbar wird auch gehalten, dass der Gesetzentwurf einen "rein inzidenzbasierten Maßstab" und keine anderen Faktoren - "z.B. R-Faktor, Zahl der Intensivpatienten" - vorsieht, um bundesweite Verbote auszulösen. Als "besonders problematisch" werden dem Bericht zufolge in Anbetracht des Rechts auf Bildung auch "automatische Schließungen von Kitas und Schulen" erachtet. Hingewiesen wird zudem darauf, dass im Einzelhandel die Beschränkung der Anzahl zulässiger Kunden für eine bestimmte Quadratmeterzahl bereits "mehrfach gerichtlich beanstandet" wurde. Ein Regierungssprecher teilte auf Anfrage mit, dass man derzeit zu diesem Bericht nicht Stellung nehmen werde.

11.23 Uhr: Hertha-Trainer Dardai und Stürmer Lukebakio positiv getestet

Hertha-Trainer Pal Dardai, sein Assistent Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle drei seien symptomfrei, teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit. Da sich Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson ersten Grades ebenfalls in Quarantäne befinde, werde das Team von Sportdirektor Arne Friedrich auf das nächste Spiel am Sonntag in Mainz vorbereitet.

11.21 Uhr: Macher der Luca-App stellen Programmcode komplett online

Die Entwickler der Luca-App haben den Quellcode ihres Systems zur Corona-Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Seit Mittwochabend ist der Code der beiden App-Versionen (Android und iOS) sowie des Backend-Systems auf der Plattform GitLab einsehbar. Er kann damit nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem Luca-System. Mehr zur Offenlegung des Luca-Quellcodes

11.00 Uhr: Kritik an Regeln für Präsenzunterricht in Schulen

RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert. "Aus meiner Sicht ist die 200er-Grenze zu hoch", sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Je höher man die Schwelle setze, desto mehr Kinder werde man wegen Infektionen aus den Klassen nehmen und desto mehr ganze Klassen werde man zuhause lassen müssen. Spahn sagte mit Blick auf die vorherrschende, als britische Mutation bekannte Virusvariante: "Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit dieser Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen - unbedingt."

Bund und Länder wollen mit der geplanten Bundes-Notbremse in den Schulen ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen vorschreiben, dass bei Präsenzunterricht zwei Corona-Tests pro Woche gemacht werden. Ab 200 soll auf Homeschooling umgestellt werden. In einigen Ländern gibt es bereits geltende Regeln, wonach Schulen ab einer Inzidenz von 100 zu Distanzunterricht wechseln. Sachsen wehrt sich indes gegen das Vorhaben des Bundes. Mehr dazu im Artikel Piwarz: "Wir wollen keine Schulschließungen"

10.21 Uhr: Wirtschaftsinstitute wegen Corona-Krise für höheres Rentenalter

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich angesichts der in der Krise steigenden Staatsschulden für ein höheres Rentenalter ausgesprochen. Es werde eine Herausforderung, die Staatsfinanzen nach der Pandemie wieder auf eine solide Basis zu stellen, heißt es in der am Donnerstag vorgelegten Frühjahrsprognose. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung spiele dabei vor allem die Rentenversicherung eine Rolle. Ein höheres Rentenalter könne die Staatsfinanzen stützen.

Corona hinterlässt laut der Prognose deutliche Spuren in der Wirtschaft und trifft diese wegen der dritten Infektionswelle härter als noch im Herbst angenommen. Die Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass die wirtschaftliche Lage noch bis zum Ende des Lockdowns vor allem im Dienstleistungssektor schwierig bleibt. Eine Lockerung der Maßnahmen sei erst gegen Mitte des Jahres zu erwarten. Dann aber werde sich das wirtschaftliche Geschehen in vielen Bereichen rasch normalisieren.

10.05 Uhr: Francesco Friedrich und sein Team waren Corona-positiv

Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich hat eine Covid-Erkrankung öffentlich gemacht. Der Rekordweltmeister sagte gegenüber sächsische.de, er und sein Team hätten sich nach der Saison Mitte März vermutlich im Trainingslager im französischen La Plagne infiziert. "Das hat mich erstmal umgehauen, doch gleichzeitig war ich froh, dass es erst nach der Saison passiert ist", so Friedrich. Am Mittwoch folgte eine komplexe Nachuntersuchung am Uniklinikum Dresden. Mehr dazu im Artikel Friedrichs Erkenntnis: Wenn Corona, dann jetzt

Sportmedizinerin Heidrun Beck untersucht in Dresden den 30 Jahre alten Francesco Friedrich.
Sportmedizinerin Heidrun Beck untersucht in Dresden den 30 Jahre alten Francesco Friedrich. © Arvid Müller

9.53 Uhr: Spahn: Länder müssen auf "Bundes-Notbremse" nicht warten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter steigender Corona-Zahlen zusätzliche Maßnahmen angemahnt und die Länder aufgefordert, nicht auf die geplante "Bundes-Notbremse" zu warten. "Jeder Tag zählt gerade in dieser schwierigen Lage", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Spahn rief dazu auf, Warnungen der Intensivmediziner - siehr Blogeintrag von 9.41 Uhr - ernst zu nehmen. Hauptziel bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. "Das was wir jetzt möglicherweise versäumen, rächt sich in zwei, drei Wochen. Genauso wie sich jetzt rächt, was vor zwei, drei Wochen nicht entschieden wurde."

Impfen und Testen reichten nicht, um die dritte Welle zu brechen, sagte Spahn. Es brauche entschiedenes Handeln und weitere Einschränkungen. Der Gesundheitsminister appellierte "auch an die Länder": "Es ist gut, dass wir mit der Notbremse per Bundesgesetz bald eine einheitliche und nachvollziehbare Regelung haben, aber wir sollten nicht darauf warten, bis der Bundestag dieses Gesetz nächste Woche beschlossen hat." Bereits jetzt hätten alle die Möglichkeit, zu handeln.

9.41 Uhr: Intensivmediziner fordern sofort harte Corona-Schutzmaßnahmen

Angesichts weiter steigender Infektionszahlen haben Intensivmediziner die Politik aufgerufen, schnell strengere Corona-Maßnahmen zu beschließen. "Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", sagte der medizinisch-wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters Christian Karagiannidis dem Berliner "Tagesspiegel". So eine Situation habe er in 20 Jahren als Arzt noch nicht erlebt: "Wir sind den Tod gewohnt, aber so etwas hat es noch nicht gegeben."

Der frühere Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, verwies auf überfüllte Intensivstationen und eine Zunahme von Sterbefällen. "Das sollte den Politikern sagen: Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt. ", sagte Janssens im TV-Sender Phoenix. Notwendig sei ein durchgehender, harter Lockdown. Der Intensivmediziner sieht nach eigenen Worten im Gegensatz zu Berufskollegen jedoch keinen Hinweis dafür, dass die Lage auf den deutschen Intensivstationen zeitnah außer Kontrolle geraten und eine Triage notwendig werden könnte.

9.12 Uhr: Griechenland will Quarantänepflicht für Touristen aufheben

Für Touristen aus EU-Ländern soll von Montag an die einwöchige Quarantänepflicht bei der Einreise nach Griechenland wegfallen. Dem Vorhaben der Regierung müsse am Freitag noch der Corona-Expertenstab zustimmen, berichtet die Tageszeitung "Kathimerini". Voraussetzung sei, dass die Einreisenden entweder vollständig geimpft sind oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorweisen können. Ein Teil der Ankommenden soll per Zufallsprinzip nochmal getestet werden.

Im Land selbst müssen sich die Touristen dann an die geltenden Corona-Regeln halten, etwa die derzeit noch überall geltende Maskenpflicht. Ursprünglich hatte Athen geplant, den Beginn der Tourismus-Saison zum 14. Mai auszurufen und dann die Quarantäne abzuschaffen. Nun würde jedoch einfach die entsprechende Regelung nicht verlängert, die bis zum 18. April gilt. Neben Besuchern aus der EU soll die Quarantänepflicht auch für Reisende aus Israel, den USA, Großbritannien, Serbien, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wegfallen

Sonnenbaden auf Rhodos: Griechenland dürfte im Sommer ein gefragtestes Reiseziel im Ausland sein.
Sonnenbaden auf Rhodos: Griechenland dürfte im Sommer ein gefragtestes Reiseziel im Ausland sein. © dpa/Tobias Schormann

8.41 Uhr: Keine Kontrollen an der tschechischen Grenze

Am Mittwoch hat die Bundespolizei schrittweise ihre stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien eingestellt. Die Nachricht sorgte offenbar für Verwirrung auf beiden Seiten. Zumindest an den Grenzübergängen in Sebnitz, Schmilka und Zinnwald versuchten sowohl deutsche als auch tschechische Kraftfahrer wie sonst über die Grenze zu fahren. Keine Chance. Ab heute will die Bundespolizei die Schleierfahndung verstärken. Denn offen sind die Grenzen trotzdem nicht. Denn noch ist Tschechien als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Wieder Chaos im kleinen Grenzverkehr?

8.17 Uhr: Island lockert Corona-Beschränkungen

Island lockert heute die Corona-Regeln. Die Menschen können nun wieder in Fitnessstudios und Schwimmbäder gehen. Allerdings dürfen nur halb so viele Besucher hineingelassen werden wie normal, die Studios und Bäder müssen zudem spätestens um 22 Uhr schließen. Dieselbe Schließzeit gilt nun auch für Kneipen, die nun auch wieder Kunden empfangen dürfen. Bei künstlerischen Veranstaltungen dürfen jetzt bis zu 50 Teilnehmer auf der Bühne sowie 100 sitzende Menschen im Publikum dabei sein. Die Obergrenze für Teilnehmer an öffentlichen Zusammenkünften wird von zehn auf 20 angehoben.

Island mit seinen gerade einmal 360.000 Einwohnern hat seit langem die auf die Bevölkerung gerechnet niedrigsten Neuinfektionszahlen des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums. Eine Reihe von Neuinfektionen hatte Ende März jedoch dazu geführt, dass die Regierung verschärfte Beschränkungen eingeführt hatte.

7.48 Uhr: Sachsen-Inzidenz steigt weiter

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist erneut angestiegen: Das Robert Koch-Institut vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 235,3, tags zuvor waren es noch 227,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 143, am 15. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 110,9. Nach Thüringen (259,2) ist Sachsen weiterhin das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Deutschlandweit beträgt der Inzidenzwert am Donnerstag rund 160.

Mittlerweile haben drei der 13 Regionen in Sachsen eine Inzidenz von über 300: Neben dem Landkreis Zwickau (378,4) sind das der Erzgebirgskreis (376,8) und der Vogtlandkreis (347,3). Vergleichsweise niedrige Zahlen weisen laut RKI die zwei kreisfreien Städte Dresden (147,6) und Leipzig (148) aus. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

7.10 Uhr: Ansturm auf die Pubs: Umsätze in England verdoppelt

Der erste Öffnungstag nach Monaten im Lockdown hat englischen Pubs und Gaststätten Rekordeinnahmen beschert. Getränke waren dabei am Montag besonders begehrt, wie der Branchenanalyst CGA ermittelte. Der Verkauf von Bier, Wein und Sekt in den Pubs sei 113 Prozent höher gewesen als am selben Tag 2019. Bemerkenswert ist dabei nach Ansicht der Experten, dass nur die Außengastronomie geöffnet hat und vor allem am Vormittag in London und weiten Teilen Englands winterliche Temperaturen herrschten. Mehr zum Start der britischen Pubs

6.38 Uhr: So oft wird in Dresden gegen die Quarantäne verstoßen

Mit jeder neuen Corona-Schutzverordnung ändern sich die Regeln für Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Quarantänen. Mal soll fast immer und überall eine Maske getragen werden, mal nur in Fußgängerzonen. Wie viele Leute aus wie vielen Haushalten sich gerade treffen dürfen, ist auch so eine Frage, die viele Menschen wohl erst nach einem Blick ins Regelwerk beantworten können. Beim Erinnern helfen die Mitarbeiter des Dresdner Ordnungsamtes, die sowohl in Uniform als auch in zivil in der Stadt unterwegs sind und die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren. Nicht selten ist Mutwilligkeit im Spiel. Wogegen besonders häufig verstoßen wird - und was das kostet

Das Dresdner Ordnungsamt hat derzeit jede Menge zu tun.
Das Dresdner Ordnungsamt hat derzeit jede Menge zu tun. © Archivbild: Sven Ellger

6.04 Uhr: In England sollen flächendeckend "Long-Covid"-Zentren entstehen

In England sollen flächendeckend Zentren zur Behandlung von Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung (Long Covid) geschaffen werden. Das kündigte der Chef des englischen Gesundheitsdiensts NHS, Simon Stevens, an. Bis Ende des Monats solle es bereits 83 solcher Zentren in ganz England geben.

Unter Long Covid oder Post Covid werden Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung verstanden, die auch Menschen mit zunächst nur leichten Symptomen betreffen können. Unter anderem gehören dazu Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust und Konzentrationsprobleme. Daten der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge haben mindestens 600.000 Menschen in England länger als zwölf Wochen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gelitten.

Auch in unserem CoronaCast ging es kürzlich um Long Covid: Ein Betroffener und ein Lungenfacharzt sprechen darin über die Spätfolgen einer Infektion. Den Podcast können Sie sich hier anhören:

5.24 Uhr: RKI registriert 29.426 Corona-Neuinfektionen und 293 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: "Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort." Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20.407 Neuinfektionen und 306 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4. Der Sieben-Tage-R-Wert lag bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken.

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 3.073.442 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.736.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.381.

Donnerstag, 5.03 Uhr: Deutsche trotzen Pandemie mit positiver Einstellung

Die Deutschen bleiben einer Umfrage zufolge trotz mehr als einjähriger Corona-Pandemie zuversichtlich und blicken optimistisch in die Zukunft. Das Opaschowski Institut für Zukunftsfragen hatte hierfür zu drei Zeitpunkten der Pandemie jeweils 1.000 Personen ab 14 Jahren befragt. "Bei einem Großteil der Bevölkerung überwiegt nach wie vor die positive Einstellung zum Leben", sagte Horst Opaschowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Männer und Ostdeutsche sind demnach bei der letzten Befragung im Februar/März mit jeweils 88 Prozent etwas optimistischer als Frauen und Westdeutsche (jeweils 86). Junge Leute im Alter von 14 bis 24 Jahren sind mit 91 Prozent gegenüber den über 80-Jährigen (74) besonders zukunftsfreudig. "Die Sehnsucht der Bevölkerung nach einem guten und besseren Leben wird immer stärker." Subjektiv wachse die Hoffnung, obwohl es den Menschen objektiv nicht wesentlich besser ginge, sagte der Zukunftsforscher. "Die mentale Stärke überrascht. Mit der Dauer der Pandemie werden eher neue Kräfte freigesetzt: Statt Angst und Pessimismus herrschen Ausdauer, Zuversicht und Hoffnung vor."

Corona-Pandemie: Das passierte am Mittwoch

21.58 Uhr: Abgelegenste britische Insel meldet: Alle Erwachsenen geimpft

Die Insel Fair Isle im äußersten Norden Schottlands gilt als der abgelegenste Flecken des britischen Archipels, auf dem Menschen zuhause sind. Nun hat das Eiland zwischen den Orkney- und den Shetland-Inseln noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Alle Erwachsenen sind dort inzwischen gegen das Coronavirus vollständig geimpft - insgesamt 48 Frauen und Männer. Wie die BBC am Mittwoch berichtete, erreichte die Insel in dieser Woche eine Lieferung mit Astrazeneca-Impfstoff per Kleinflugzeug. Damit habe allen erwachsenen Bewohnern eine zweite Impfdosis verabreicht werden können.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech sei nicht infrage gekommen, weil zur Lagerung extrem niedrige Temperaturen erforderlich sind. Großbritanniens noch weiter entfernte Überseegebiete im Südatlantik - wie zum Beispiel die Falklandinseln - gehören nicht zum Vereinigten Königreich, sondern stehen nur unter dessen Souveränität. In dem 67-Millionen-Einwohner-Land wurden bereits mehr als 32 Millionen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Das sind mehr als die Hälfte aller Erwachsenen. Knapp acht Millionen sind vollständig geimpft.

21.43 Uhr: Essener Uni nähert sich Covid-Höchststand auf Intensivstationen

Die Essener Universitätskliniken nähern sich bei der Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten wieder dem bisherigen Höchstwert aus dem vergangenen Jahr. Im Dezember 2020 sei mit 41 Corona-Patienten auf Intensivstationen die bisher höchste Zahl erreicht worden, aktuell seien es 38, sagte ein Kliniksprecher am Mittwoch. Bundesweit liegen die Essener Universitätskliniken im Millionen-Ballungsraum Ruhrgebiet nach der Charité Berlin bei der Corona-Patientenzahl in der Spitzengruppe.

Die Essener Universitätsmedizin habe ihre planbaren Operationen etwa der Hüfte, des Knies oder mancher Krebs-OPs um ein Drittel reduziert, um Intensivbetten für Corona-Patienten zu sparen, sagte der Sprecher. Dennoch seien von den insgesamt 180 Intensivbetten der Häuser Stand Mittwochmorgen nur sieben frei. Hinzu kämen allerdings 15 sogenannte Überwachungsbetten, auf die etwa Unfallopfer verlegt werden könnten, um Raum für Corona-Patienten zu gewinnen.

21.30 Uhr: Freie Wähler kündigen Verfassungsbeschwerde gegen Bundes-Notbremse an

Die Freien Wähler geben im Streit um die Bundes-Notbremse nicht auf: Die Bundesvereinigung kündigte am Mittwochabend an, per Verfassungsbeschwerde am Bundesverfassungsgericht gegen die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes vorgehen zu wollen. "Mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die schwarz-rote Bundesregierung die Länder in ihren Kompetenzen beschneiden", sagte Parteichef Hubert Aiwanger, der in Bayern Wirtschaftsminister im Kabinett von Markus Söder (CSU) ist. Der Bund sei nicht die richtige Ebene, pragmatische und sinnvolle Entscheidungen anstelle der Länder zu treffen.

Aus Sicht der Freien Wähler werde mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes das Subsidiaritätsprinzip ausgehebelt. Die Gesetzesnovelle, die derzeit in der parlamentarischen Beratung im Bundestag ist und anschließend auch noch durch den Bundesrat muss, sieht unter anderem bundeseinheitliche Vorgaben wie Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit einer hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen vor. Zudem soll es ab einer Inzidenz von 100 auch Restriktionen für den Handel geben. Mehr lesen Sie im Artikel Was im Corona-Gesetz stehen könnte

Passanten gehen durch die Fußgängerzone in München. Die Stadt hat die sogenannte Notbremse im Kampf gegen die Corona-Pandemie gezogen.
Passanten gehen durch die Fußgängerzone in München. Die Stadt hat die sogenannte Notbremse im Kampf gegen die Corona-Pandemie gezogen. © Sven Hoppe/dpa

20.50 Uhr: Arbeitsminister verspricht Werkstätten Hilfen des Bundes

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen Hilfen des Bundes in Aussicht gestellt. Sollten die Werkstätten auch im zweiten Jahr der Pandemie wegen Umsatzeinbußen Probleme haben, Entgelte der Werkstattbeschäftigten zu zahlen, werde der Bund "wieder parat stehen", sagte Heil bei der Eröffnung der virtuellen "Werkstättenmesse" am Mittwoch. Die Bundesregierung hatte im Juni 2020 beschlossen, 70 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe den Ländern und deren Integrationsämtern zu überlassen, um Lohneinbußen der Werkstattmitarbeiter zumindest teilweise zu kompensieren.

Die Infrastruktur für die Inklusion dürfe in der Corona-Pandemie "nicht weggespült werden", warnte Heil. Menschen mit Behinderung seien in diesen Zeiten zusätzlich eingeschränkt. Der Minister erklärte, Werkstätten werde es trotz aller Bemühungen um Inklusion weiterhin geben, weil sie für einen Teil der betroffenen Menschen ein "Lebensraum" seien. Er appellierte aber auch an die Wirtschaft, in Zeiten von Fachkräftemangel "klug das Potenzial der Inklusion zu nutzen".

20.28 Uhr: Trotz Pandemie: Hunderte Russen feiern Ski-Karneval in Badekleidung

Trotz Corona-Pandemie haben Hunderte Fans in Badekleidung den russischen Ski-Karneval BoogelWoogel in den Bergen unweit des Schwarzmeer-Kurorts Sotschi gefeiert. 738 Menschen hätten sich diesmal im Feriengebiet Rosa Chutor halbnackt und in Kostümen an den Abfahrtsrennen auf Skiern und Snowboards beteiligt, hieß es. "Alles ist glatt gelaufen. Es gab keine Verletzten", sagte die Sprecherin des seit 2016 organisierten Festivals, Tatjana Kossatschjowa, am Mittwoch. Ärger mit der Polizei habe es nicht gegeben.

BoogelWoogel werde kommendes Jahr - wie stets in der ersten Aprilhälfte - eine Neuauflage erleben. Der Startpunkt lag auf einem Berg in 1.170 Metern Höhe, von wo aus es nach Rosa Chutor (auch Rosa Khutor) ging. Diesmal machte eine Ski-Band, angeführt von der Megapolis Brass Band, den Anfang bei der Abfahrt. Dem Orchester folgten Männer in Badehosen sowie Frauen in Bikinis und Badekostümen teils in karnevalistischer Aufmachung auf Skiern und Snowboards. Auf einer digitalen Plattform im Internet hätten dieses Jahr auch viele Wintersportfreunde im Ausland das Ereignis verfolgt, hieß es. Das Wetter bei dem Festival am vergangenen Wochenende zeigte sich wechselhaft mit Nebel, Regen und Temperaturen bei bis zu plus acht Grad Celsius. Das Skigebiet um Sotschi wurde vor allem durch die Olympischen Winterspiele 2014 bekannt und gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Russland.

Trotz Corona-Pandemie haben Hunderte Fans in Badekleidung den russischen Ski-Karneval BoogelWoogel in den Bergen unweit des Schwarzmeer-Kurorts Sotschi gefeiert. 738 Menschen hätten sich diesmal im Feriengebiet Rosa Chutor halbnackt und in Kostümen an den
Trotz Corona-Pandemie haben Hunderte Fans in Badekleidung den russischen Ski-Karneval BoogelWoogel in den Bergen unweit des Schwarzmeer-Kurorts Sotschi gefeiert. 738 Menschen hätten sich diesmal im Feriengebiet Rosa Chutor halbnackt und in Kostümen an den © -/BoogelWoogel/dpa

20.04 Uhr: Italien lagert Johnson & Johnson-Vakzin erst einmal ein

Italien hat die Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson vorerst eingelagert und will mit der Verteilung auf die Entscheidung der Arzneimittelbehörden EMA und Aifa warten. Das bestätigte das Büro des Außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall am Mittwochabend. "Ich glaube, dass sie sich in den kommenden zwei bis drei Tagen äußern werden, und wir werden die Vorschriften respektieren", erklärte Kommissar Francesco Figliuolo nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Turin.

Italien hatte Medienberichten zufolge am Dienstag etwas weniger als 200.000 Dosen des Präparats von Johnson & Johnson erhalten. Hintergrund für den Auslieferungsstopp in Italien sind Berichte über Sinusvenenthrombosen. Der US-Hersteller untersucht die Fälle, auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft sie. Wann die Lieferungen in Europa wieder aufgenommen werden, ist unklar.

19.40 Uhr: Neuer Rekord - Zahl der täglichen Corona-Fälle in Türkei über 60.000

In der Türkei hat die Anzahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ein neues Hoch erreicht. Das türkische Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 62 797 neue Fälle. Damit stieg die Zahl erstmals seit Beginn der Pandemie über 60.000. Auch die Zahl der für den Tag gemeldeten Todesfälle erreichte mit 279 den höchsten offiziell gemeldeten Wert bisher. Angesichts der rasant zunehmenden Corona-Neuansteckungen hatte die Regierung die Beschränkungen zum Infektionsschutz diese Woche weiter verschärft. So beginnt die abendliche Ausgangssperre zwei Stunden früher, also schon um 19 Uhr. Zudem wurden Beschränkungen für Reisen zwischen Provinzen erlassen.

In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern ist vor allem die Metropole Istanbul stark betroffen. Dort wurden in der vergangenen Woche rund 800 Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitgeteilt hatte. Die Türkische Ärztevereinigung TTB warnte zudem vor einem Kollaps des Gesundheitssystems. Krankenhäuser seien mit COVID-19-Patienten überfüllt. Selbst die zusätzlich eingerichteten Stationen reichten nicht aus, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die Bundesregierung stuft die Türkei seit Sonntag als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten zuletzt binnen eines Tages 21.693 Corona-Neuinfektionen, wie aus Daten des RKI vom Mittwochmorgen hervorging.

19.09 Uhr: EMA macht Risiko-Analyse zu Astrazenca-Impfstoff

Im Zusammenhang mit seltenen Fällen von Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung plant die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nun eine Analyse zu Risiken und Nutzen des Corona-Impfstoffs. Dies teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister mit. Überprüft werden sollen die allgemeinen Daten zu Impfungen und zum Verlauf der Pandemie wie Infektionsraten, Aufnahmen in Krankenhäuser, Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit. Die Analyse soll dann Entscheidungshilfe für nationale Gesundheitsbehörden sein. Auf diese Weise könnten sie die Risiken des Präparats im Vergleich zu den Vorzügen für das Impfprogramm einschätzen, hieß es.

Trotz einiger seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen gibt die EMA bisher uneingeschränkt grünes Licht für den Wirkstoff. Die Vorteile des Schutzes vor Covid-19 seien höher zu bewerten als die möglichen Risiken.

18.52 Uhr: 55.000 Termine für Erstimpfungen bis Ende April in Sachsens Impfzentren

Sachsen macht beim Impfen weiter Druck. In den Impfzentren und über die mobilen Impfteams sei mit mehr als 18.000 Impfdosen pro Tag ein "Spitzenwert" erreicht worden, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Mittwoch in Dresden mit. Damit habe die Kapazität der täglichen Impfungen erhöht werden können. Geplant waren bei Eröffnung der Impfzentren rund 13.000 Impfungen pro Tag. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind in Sachsen in den Impfzentren und Krankenhäusern bisher rund 603.000 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft worden, davon sind 286.393 bereits zum zweiten Mal und damit vollständig geimpft.

Das DRK verwies darauf, dass alle Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine Impfung mit Astrazeneca erhalten haben, einen anderen Impfstoff erhalten. "Sie werden zu ihrem regulär gebuchten Termin mit einem mRNA Impfstoff geimpft", hieß es. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte am Dienstag erklärt, dass auf eigenen Wunsch auch eine Impfung mit Astrazeneca möglich sei. Dies müsse aber mit einem Arzt besprochen und abgewogen werden, betonte sie. Alle, die älter als 60 Jahre sind können sich - unabhängig von der Priorisierung - mit Astrazeneca impfen lassen. In den Impfzentren in Dresden, Leipzig und Chemnitz stehen dafür vorerst jeweils täglich 200 Termine für Erstimpfungen zur Verfügung. Abgesehen davon wird in den 13 Impfzentren für Erstimpfungen vorerst kein Impfstoff von Astrazeneca mehr verwendet. Bis Ende April gibt es laut DRK nach derzeitiger Planung rund 55.000 neue Termine für Erstimpfungen.

In Sachsen soll es bis Ende April 55.000 Corona-Erstimpfungen geben.
In Sachsen soll es bis Ende April 55.000 Corona-Erstimpfungen geben. © Sebastian Kahnert/dpa

18.24 Uhr: Sachsen will kommende Woche Impfung in Prioritätengruppe 3 starten

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die Öffnung der nächsten Prioritätengruppe für die Corona-Impfung in Aussicht gestellt. "Ich bin froh darüber, dass wir uns in Abstimmung mit Bundesgesundheitsminsiter Jens Spahn dazu durchgerungen haben, nächste Woche die Prioritätengruppe 3 öffnen zu wollen", sagte die Ministerin am Mittwoch in einem Livestream der Staatsregierung auf Facebook.

In der Videoschalte unter dem Titel "Runder Tisch zur Corona-Situation im Freistaat Sachsen" fiel dieser Satz eher nebenbei, er könnte aber große Tragweite haben. Denn mit der Öffnung der "Gruppe mit erhöhter Priorität", wie es in der sächsischen Impfreihenfolge festgelegt ist, könnten neben über 60-Jährigen auch zahlreiche Menschen mit unterschiedlichen Vorerkrankungen eine Impfung erhalten, die bisher noch warten mussten. Auch würden dann Angestellte aus Bereichen der kritischen Infrastruktur zum Zug kommen, Mitarbeiter im Lebensmittelhandel oder Bedienstete bei Polizei, Feuerwehr oder Bundeswehr.

Die genaue Auflistung, für wen genau in der kommenden Woche Impfungen möglich sein könnten, finden Sie in der offiziellen Prioritätenliste des Freistaats.

Eine offizielle Bestätigung vom Sozialministerium neben der Aussage Köppings in dem Livestream liegt gegenwärtig noch nicht vor. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel Mehr Sachsen können sich impfen lassen

17.53 Uhr: Sachsens Impftermin-Portal geht am Donnerstag für Stunden vom Netz

Impfwillige in Sachsen können am Donnerstag zeitweise keine Termine über das Online-Portal des Freistaats buchen. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht geht das Terminportal vom Netz. Hintergrund ist unter anderem die Freischaltung der Termine für alle Lehrer, die ab Freitag möglich sein soll. Darüber berichtet die Freie Presse.

Das Tempo der Impfkampagne in Sachsen steigt unterdessen weiter an. Das spüren auch die vom DRK im Freistaat betriebenen Impfzentren. Wie der sächsische Landesverband der Hilfsorganisation mitteilt, ist am 13. April mit 18.370 Impfungen ein neuer Spitzenwert erreicht worden. Mit Start der Impfzentren im Januar war ursprünglich geplant, über die Zentren und die dazu gehörigen mobilen Teams täglich 13.000 Impfungen durchzuführen.

17.22 Uhr: Runder Tisch zur Corona-Situation im Freistaat Sachsen mit MP Kretschmer

17.12 Uhr: Aus Corona-Krise lernen: Sachsen will krisenfester werden

Nach den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie will Sachsen krisenfester werden. "Die Pandemie zeigt uns, wo wir Stärken haben, aber auch, was es zu verbessern gilt", sagte CDU- Generalsekretär Alexander Dierks am Mittwoch in Dresden. So müsse der Wirtschaftsstandort Sachsen weniger abhängig von Lieferketten werden. Gemeinsam habe man sich mit den Koalitionspartnern von Grünen und SPD darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema einzusetzen. Sie soll bis zum nächsten Koalitionsausschuss erste Vorschläge erarbeiten und bis zum Herbst weitere vorlegen.

"Für uns Bündnisgrüne ist dabei wichtig: Nach der Corona-Krise ist immer noch mitten in der Klima-Krise. Sachsen ist ein bedeutender Technologie- und Produktionsstandort im Bereich erneuerbare Energien", betonte Grünen-Chef Norman Volger. Man brauche Impulse, um diese Position weiter auszubauen und die sächsische Wirtschaft zukunftsfest zu machen. SPD-Generalsekretär Henning Homann sieht die Wirtschaft im Freistaat vor einer doppelten Herausforderung: "Die Folgen der Pandemie müssen bewältigt, die massiven Veränderungen durch Energiewende, Automatisierung, Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz gemeistert werden. Gleichzeitig gibt es Chancen für völlig neue Branchen."

16.51 Uhr: Tschechien will Dänemark Astrazeneca-Dosen abkaufen

Nach der Abkehr Dänemarks vom Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat Tschechien Interesse an den übrig bleibenden Dosen bekundet. "Wir sind bereit, Astrazeneca von Dänemark abzukaufen", schrieb Innenminister Jan Hamacek am Mittwoch bei Twitter. Unklar war indes, ob ein solcher Handel nach den EU-Beschaffungsregeln überhaupt möglich ist.

Hamacek leitet kommissarisch auch das Außenministerium in Prag. Man versuche, in der ganzen Welt Impfstoff zu beschaffen, betonte der Sozialdemokrat. Zu diesem Zweck werde er am Montag nach Moskau reisen, um über eventuelle Lieferungen des russischen Impfstoffs Sputnik V zu verhandeln.

Die dänische Gesundheitsverwaltung hatte ihren Verzicht auf den Astrazeneca-Wirkstoff mit sehr seltenen Fällen ungewöhnlicher Blutgerinnsel, Blutungen und niedriger Blutplättchenzahlen begründet. Anders als andere EU-Staaten setzt Tschechien den Astrazeneca-Impfstoff weiter ohne Altersbeschränkungen ein.

Die Minderheitsregierung in Prag war wegen der zunächst schleppenden Impfkampagne unter Druck geraten. Bisher haben 768.250 Menschen beide Impfstoffdosen erhalten und sind damit vollständig geimpft. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

16.29 Uhr: Bremen erreicht als erstes Bundesland Impfquote von 20 Prozent

Bremen hat als erstes Bundesland eine Impfquote von 20 Prozent erreicht. Dort wurde bis Dienstag jeder fünfte Einwohner mindestens einmal gegen Corona geimpft, wie die Bremer Gesundheitsbehörde und das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch berichteten. Genau lag die Quote bei 20,1 Prozent, was 137.000 Bürgern entsprach. Bundesweit lag die Impfquote laut Meldedaten im Schnitt bei 15,9 Prozent, 14 Millionen Menschen waren geimpft. Sachsen liegt 670.716 Erstimpfungen im Bundesvergleich auf Platz 12.

Bremen habe "deutlich mehr als 90 Prozent des uns gelieferten Impfstoffs verimpft", erklärte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Die Kontingente würden "maximal" ausgereizt. Allerdings sei es auch weiterhin so, dass es insgesamt zu wenig Impfstoff gebe. Außerdem wisse Bremen noch nicht, wie viele Dosen ab Mai zu erwarten seien, erklärte sie.

16.11 Uhr: Frankreich hält am Impfstoff von Johnson & Johnson fest

Frankreich hält an der Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson fest. Es würden, wie geplant, Menschen im Alter von über 55 Jahren geimpft, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Paris. Eine erste Lieferung mit rund 200.000 Impfdosen sei im Land bereits eingetroffen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert. Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich für die Verzögerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle.

Wie Attal sagte, hält die Regierung auch am Impfstoff von Astrazeneca fest. Der Sprecher räumte aber ein, dass es Zweifel in der Bevölkerung an diesem Impfstoff gebe. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen - es starben annähernd 100.000 Menschen.

15.47 Uhr: Sachsen: Zahl junger Menschen in Psychotherapie stark gestiegen

Die Barmer-Krankenkasse in Sachsen hat über die vergangenen Jahre einen kräftigen Anstieg psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen registriert. Die Zahl der in Therapie Behandelten stieg von 2009 bis 2019 um mehr als 20.000 auf gut 36.000, wie aus dem am Mittwoch in Dresden veröffentlichten aktuellen Arztreport der Barmer in Sachsen hervorgeht. Das entspricht einem Anstieg um 143 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Therapeuten, die sich um junge Menschen kümmern, von 2013 bis 2019 um 330 auf rund 1.270. Die Ursachen für psychische Störungen sind bei jungen Menschen laut Bericht ebenso vielfältig wie bei Erwachsenen.

2019 zählten zu den häufigsten Diagnosen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen, ausgelöst etwa durch Trauererlebnisse oder Mobbing. Zweithäufigster Anlass, eine Therapie zu beginnen, seien Depressionen gewesen, gefolgt von emotionalen Störungen. "Sozialer Stress und wachsende Leistungsanforderungen können Gründe sein, weshalb sich junge Menschen häufiger unter Druck gesetzt fühlen, was ihnen buchstäblich auf die Seele schlägt", erklärte Barmer-Landesgeschäftsführer Fabian Magerl. Die Corona-Krise mit Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen verstärkt das Problem nach Einschätzung der Krankenkasse zusätzlich. So habe die Zahl der unter 24-Jährigen in Sachsen, die eine Psychotherapie machten, im ersten Halbjahr 2020 um knapp sechs Prozent höher gelegen als noch im Vorjahr.

15.35 Uhr: Zoo-Verband: Löwe kann nicht ins Homeoffice

Der Verband der Zoologischen Gärten hat von Bundesregierung und Ländern Unterstützung für die pandemiebedingten Einnahmenverluste angemahnt. In einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Brief an das Bundeskanzleramt heißt es, anders als in anderen Bereichen könnten Zoos nicht einfach dicht gemacht werden: "Wir lassen unsere Tiere nicht im Stich und pflegen und versorgen sie natürlich weiter im vollen Umfang. Der Löwe geht eben nicht ins Homeoffice, also bleiben unsere Kosten unverändert hoch", schreibt der Leipziger Zoodirektor und Verbandspräsident Jörg Junhold. In dem Verband sind nach eigenen Angaben rund 250 Zoologische Gärten und Tierparks mit mehr als 200.000 "zumeist nichtheimischen Wildtieren" organisiert.

"Wir tragen angesichts der momentanen Pandemieentwicklung die angedachten Maßnahmen zum verschärften Infektionsschutzgesetz ausdrücklich mit", erklärte Junhold weiter. Allerdings könnten weitere, länger anhaltende Schließungen "ohne Zweifel den Konkurs für etliche Mitglieder bedeuten". Die bisher zur Verfügung stehenden Überbrückungshilfen der Bundesregierung nützen den meisten Zoos nichts, da sie sich oft in kommunaler Trägerschaft befänden oder Rechtsformen hätten, "für die die zugesagten Mittel nicht nutzbar sind".

Zoos bekommen wegen der andauernden Schließungen zunehmend Probleme, die Tiere versorgen zu können.
Zoos bekommen wegen der andauernden Schließungen zunehmend Probleme, die Tiere versorgen zu können. © Abed Rahim Khatib/dpa (Symbolfoto)

15.16 Uhr: Kurz: In Österreich bald jeder dritte Impfwillige mit Impfung

In Österreich soll bis Ende der Woche jeder dritte Impfwillige zumindest einmal gegen das Coronavirus immunisiert sein. "Wir sind auf den letzten Metern, was den Sieg über die Pandemie betrifft", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in Wien. Die Impfung von Menschen über 65 Jahren werde in einigen Bundesländern bald abgeschlossen sein. Bisher haben nach Angaben des Sozialministeriums in Österreich 1,6 Millionen Bürger eine erste Impfung erhalten. Als impfwillig gelten rund fünf Millionen von insgesamt 7,5 Millionen Menschen über 16 Jahren. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - liegt in Österreich bei rund 210 (Aktuelle Zahlen finden Sie hier).

Aktuell sei die Lage bei den Neuinfektionen stabil, so der österreichische Regierungschef. Spätestens im Mai solle es möglich sein, weitere Öffnungsschritte auch landesweit anzugehen. Angestrebt wird ein Neustart der Gastronomie, des Sports und der Kultur. Die Bundesländer Wien und Niederösterreich sind seit 1. April bis voraussichtlich 2. Mai wegen der angespannten Situation in den Kliniken im Lockdown. Das Burgenland an der Grenze zu Ungarn will den Handel und Dienstleistungsbetriebe nächste Woche wieder öffnen. In den anderen sechs Bundesländern sind alle Geschäfte seit 8. Februar offen.

15.01 Uhr: Steinmeier will Toten und Angehörigen in Pandemie ein Gesicht geben

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will mit der nationalen Gedenkveranstaltung zur Corona-Pandemie am kommenden Sonntag den Toten und ihren Angehörigen Gesicht und Stimme verleihen. Es gehe darum, gemeinsam der Opfer zu gedenken, von denen viele aufgrund der Kontaktbeschränkungen einen einsamen Tod gestorben seien, hieß es am Mittwoch aus dem Bundespräsidialamt. Den Trauernden solle Mitgefühl ausgesprochen werden. Steinmeier wolle auch Anteilnahme zeigen am Leid, das das Virus und die damit verbundenen Einschränkungen ausgelöst haben. Es gehe um besonders hart betroffene Menschen, die beispielsweise an den Spätfolgen einer Infektion litten, an Einsamkeit krank geworden seien oder in der Pandemie Gewalt und Missbrauch erlebt hätten.

Erinnert werden solle auch an Ärzte und Pfleger, die Tag und Nacht um das Leben von Patienten gekämpft hätten. Steinmeier hat für den Sonntag eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen in der Pandemie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin angesetzt. Dieser soll pandemiebedingt in einem sehr kleinen Kreis stattfinden.

Teilnehmen werden die Spitzen der fünf Verfassungsorgane. Neben dem Bundespräsidenten sind dies: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth. Fünf Hinterbliebene, die in der Pandemie Angehörige verloren haben, sollen den Gedenkakt mitgestalten. Bis zum Mittwoch sind in Deutschland laut Robert Koch-Institut 79 088 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2-Infektion gestorben.

14.47 Uhr: Sachsen meldet 2.427 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Das Coronavirus hat Sachsen weiter fest im Griff. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekanntgab, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 2.427. Am Dienstag waren es 1.447, am Mittwoch vor einer Woche 1.362. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 240.408 von Laboren bestätigte Fälle. In den verganenen 24 Stunden wurden 39 weitere Todesfälle gemeldet. 8.646 Menschen starben zudem an oder mit dem Coronavirus, von Montag auf Dienstag kamen 39 Todesfälle dazu. Als genesen gelten 214.100 Menschen in Sachsen.

Auch deutlich gestiegen ist die 7-Tage-Inzidenz im Freistaat. In den vergangenen sieben Tagen haben sich nach Angaben vom Robert Koch Institut (RKI) 227,8 von 100.000 Menschen mit Corona angesteckt, am Dienstag lag die Inzidenz bei 212,1. Die höchste Inzidenz der 13 sächsischen Regionen hat mit 370,8 nach wie vor der Vogtlandkreis. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen der Kreis Zwickau (349,2) und der Erzgebirgskreis (338,3). Die niedrigsten Zahlen der Verwaltungsgebiete im Freistaat weisen die zwei kreisfreien Städte Leipzig (143,6) und Dresden (147,6) auf. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.31 Uhr: "Corona-Effekt" an Sachsens Ausbildungsmarkt - Mehr Abbrecher

Die Corona-Pandemie samt Lockdown hinterlässt deutliche Spuren am Ausbildungsmarkt in Sachsen. Rein rechnerisch gebe es zwar für jeden gemeldeten Bewerber einen Ausbildungsplatz, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Klaus-Peter Hansen, am Mittwoch. Bei den freien Lehrstellen zeige sich aber ein erheblicher "Corona-Effekt". So gebe es bei Berufen der Körperpflege einen Rückgang von 60 Prozent, im Bereich Tourismus und Sport liege das Minus bei 50 Prozent, in der Veranstaltungstechnik bei rund 30 Prozent, bei Hotels und Gastronomie bei 25 Prozent. Zuwächse würden dagegen in Gesundheitswesen und IT verzeichnet.

Angesichts monatelanger Schließungen einzelner Branchen befürchtet Hansen auch negative Folgen bei bestehenden Ausbildungsverhältnissen. Dort sei mit einem Anstieg der Abbrecherquote zu rechnen, sagte er. Nach jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Bewerber ebenso wie die der gemeldeten Ausbildungsstellen in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Demnach stehen rund 14.500 Bewerbern fast 15.600 Ausbildungsplätze gegenüber - ein Minus von 9,8 beziehungsweise 3,3 Prozent. Davon haben fast 4.700 junge Menschen ihren Ausbildungsplatz schon sicher. Das sind rund 21 Prozent weniger als vor einem Jahr.

14.19 Uhr: Sachsen will Lehrpläne in der Corona-Krise ausdünnen

Sachsen will in der Corona-Krise die Lehrpläne anpassen und Inhalte streichen. Dazu gebe es derzeit Gespräche mit Schulleitern, Lehrerverbänden, Schüler- und Elternvertretern sowie Gewerkschaften, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Dresden auf Anfrage am Mittwoch. Eine erste Runde ist für Mittwoch angesetzt, eine zweite für Donnerstag. Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. Zunächst gehe es vor allem um das Verfahren, betonte der Ministeriumssprecher. Inhalte aus den Lehrplänen zu streichen, sei ein «langer und komplexer Prozess.» Zuvor müssten die Erfahrungen aus dem Schuljahr unter Corona-Bedingungen einfließen.

Laut Ministerium soll im Juli eine Entscheidung getroffen werden, wo Abstriche in den Lehrplänen gemacht werden. Streichungen soll es den Angaben zufolge in allen Fächern geben - wegfallen sollen aber keine. Nötig wird die Anpassung der Lehrpläne, weil in der Corona-Krise durch Schulschließungen, Quarantäne, Home-Schooling oder Wechselunterricht der Unterricht an den Schulen nicht wie gewohnt stattfinden konnte. Lehrpläne auszudünnen, sei auch deshalb schwierig, weil die Situation von Schule zu Schule sehr unterschiedlich sei, hieß es. So waren etwa die Schulen im Vogtland deutlich länger geschlossen als beispielsweise in Dresden oder Leipzig.

14.08 Uhr: EU-Kommission: Weitere 50 Millionen Biontech-Impfdosen bis Ende Juni

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel mit. Es handele sich um eine Lieferung, die aus dem vierten Quartal vorgezogen werde. Im zweiten Quartal von April bis Juni kämen somit insgesamt 250 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer, sagte von der Leyen.

Die Lieferung werde nach Bevölkerungsanteil auf die 27 EU-Staaten verteilt, fügte sie hinzu. Dieser liegt für Deutschland bei 18,6 Prozent. Von der zusätzlichen Lieferung kann die Bundesrepublik also rechnerisch gut neun Millionen Dosen erwarten. Dies könnte mögliche Ausfälle beim Impfstoff von Johnson & Johnson zum Teil wettmachen. Der US-Hersteller hatte seine Auslieferung an die EU-Staaten am Dienstag verschoben. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenenthrombosen. Mehr dazu lesen Sie hier.

14 Uhr: Dänemark streicht Astrazeneca ganz aus Impfkampagne

Das EU-Land Dänemark verzichtet nun dauerhaft auf den Einsatz des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Die Impfkampagne werde ohne das Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fortgesetzt, gab der Direktor der dänischen Gesundheitsverwaltung, Søren Brostrøm, am Mittwoch in Kopenhagen bekannt. Wie die Zeitung "Politiken", der Sender TV2 und weitere dänische Medien am Mittwoch berichteten, wird das den Impfkalender demnach um einige Wochen zurückwerfen.

Dänemark hatte die Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers am 11. März vorsorglich ausgesetzt und sie seitdem auch nicht wie andere Länder zumindest eingeschränkt wiederaufgenommen. Grund für den Impfstopp waren vereinzelte schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die zuvor mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden waren, darunter auch Todesfälle.

13.46 Uhr: Entscheidung über Sachsenring-Grand-Prix Ende April

Am 20. Juni sollen auf dem Sachsenring Rennen im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft gestartet werden. Der ADAC will als Veranstalter an den WM-Läufen festhalten, auch wenn der diesjährige Grand Prix coronabedingt voraussichtlich ohne Fans ausgetragen werden muss. "Als Veranstalter sind wir auf verschiedene Szenarien gut vorbereitet", teilte ein Sprecher des ADAC am Mittwoch mit. "Eine Entscheidung, ob Zuschauer in diesem Jahr zugelassen werden oder nicht, wird bis Ende des Monats getroffen."

Bislang war spekuliert worden, dass Rennen ohne Zuschauer keine Option sind. Damit bliebe genug Zeit für die nötigen Vorbereitungen. Im Gegensatz zu den anderen Kursen in der Motorrad-WM ist der Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal als Fahrsicherheitszentrum keine permanente Rennstrecke. Das hat zur Folge, dass Jahr für Jahr zusätzliche Kosten anfallen, beispielsweise für den Auf- und Abbau der Tribünen und die Errichtung der notwendigen Infrastruktur.

Für den ADAC sind WM-Rennen ohne Zuschauer ein Minusgeschäft. Haupteinnahmequelle ist der Ticketverkauf. Aus diesem Grund gab es im vergangenen Jahr keinen Deutschland-Grand-Prix.

In Hohenstein-Ernstthal wurde der Grand Prix von Deutschland der MotoGP letztmalig am 7. Juli 2019 auf dem Sachsenring ausgetragen.
In Hohenstein-Ernstthal wurde der Grand Prix von Deutschland der MotoGP letztmalig am 7. Juli 2019 auf dem Sachsenring ausgetragen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

13.25 Uhr: Dynamo Dresden meldet Coronafall

Wieder ein Coronafall bei Dynamo: Ransford-Yeboah Königsdörffer wurde am Dienstag positiv auf Covid-19 getestet. Nach einem Schnelltest am Vormittag war auch der nachfolgende PCR-Test positiv. Der 19-Jährige hat derzeit leichte Symptome und ist ab sofort in 14-tägiger häuslicher Quarantäne. Dort wird er von Dynamos Mannschaftsärzten intensiv begleitet. Mehr dazu im Artikel Dynamos Königsdörffer positiv getestet

13.04 Uhr: Digitaler Impfpass soll noch vor den Sommerferien kommen

Die Menschen in Deutschland sollen noch vor den Sommerferien in die Lage versetzt werden, einen vollständigen Impfschutz unkompliziert durch eine Smartphone-App nachzuweisen. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen. Die digitale Bescheinigung soll den Betroffenen die Möglichkeit geben, schnell und fälschungssicher nachzuweisen, dass sie vollständig geimpft sind und deshalb wieder bestimmte Grundrechte in Anspruch nehmen zu können, etwa bei Urlaubsreisen. Alle Details zu den Planungen

In diesem gelben Impfpass sind bereits Aufkleber vom Biontech/Pfizer-Impfstoff "Comirnaty"
In diesem gelben Impfpass sind bereits Aufkleber vom Biontech/Pfizer-Impfstoff "Comirnaty" © Andreas Arnold/dpa

12.38 Uhr: EU-Kommission setzt künftig vor allem auf mRNA-Impfstoffe

Die EU-Kommission will bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie setzen, die zum Beispiel Biontech/Pfizer und Moderna nutzen. Im Sommer könnte das Mittel von Curevac hinzukommen. Dies bestätigten Kommissionskreise am Mittwoch in Brüssel. Dies bedeute aber nicht, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden. Entsprechende Berichte seien falsch, sagte ein EU-Beamter. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

Astrazeneca und Johnson & Johnson nutzen für ihre Corona-Impfstoffe eine andere Wirkweise mit Hilfe sogenannter Adenoviren. Zuletzt waren beide Vakzine mit Blutgerinnseln im Gehirn in Verbindung gebracht worden. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt den Impfstoff von Astrazeneca dennoch weiter. Beim Vakzin von Johnson & Johnson läuft eine weitere Prüfung. Der Konzern hat die Auslieferung in Europa vorerst ausgesetzt.

12.20 Uhr: Wieder mehr als 200 Corona-Fälle in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 220 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 26.508 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen blieb konstant, seit Pandemiebeginn sind insgesamt 1.006 Opfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion zu beklagen. Zudem wurden binnen eines Tages 20 weitere Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 23.844 Dresdner - 109 mehr als am Dienstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank seit dem Vortag von 154,8 auf 171,5. Für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 147,6, tags zuvor waren es noch 136,6. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Alle Zahlen aus Dresden

12.05 Uhr: Brandenburg fährt Erstimpfungen wegen Engpasses herunter

Wegen Engpässen bei der Lieferung von Impfstoffen könnten Erstimpfungen für Biontech und Moderna in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung in den nächsten Wochen auf Null gefahren werden. "Wir werden keine Erstimpfungstermine mehr herausgeben, um wenigstens - soweit es irgend geht - mit den vorhandenen Biontech- und Moderna-Dosen die Kompensation der Zweitimpfungen zu Astrazeneca durchhalten zu können", sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch in einer Sitzung von Gesundheits- und Innenausschuss des Landtags. "Das wird so eng werden, dass wir nach Stand jetzt nicht unbedingt in der Lage sind, das zu erreichen."

Das Ziel sei, die notwendigen Zweitimpfungen abzusichern, sagte der Minister. Nötig seien in den nächsten vier Wochen 62.000 Impfdosen von Biontech und Moderna. "Diesen Impfstoff haben wir derzeit leider nicht."

11.31 Uhr: Gesundheitsministerium weist Kritik an Impfstoffverteilung zurück

Das Bundesgesundheitsministerium hat Kritik der Kassenärzte an der Verteilung von Corona-Impfstoffen zurückgewiesen. "Anders als von manchem behauptet, werden die Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen nicht halbiert", teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Die Impfstoffmenge steigere sich vielmehr stetig. "Außerdem war immer klar, dass nach zwei Wochen die Praxen Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller bekommen."

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt, den Praxen würden in den kommenden Wochen viel weniger Biontech-Dosen zugewiesen als versprochen, weil der Impfstoff offensichtlich vorrangig an die Impfzentren gehe – siehe Blogeintrag von 10.12 Uhr.

Einer Übersicht des Ministeriums vom Montag zufolge gehen in der laufenden Woche rund eine Million Biontech-Dosen an die Arztpraxen, in der kommenden Woche sollen es rund 462.000 Dosen Biontech und gut 554.000 Dosen Astrazeneca sein, in der letzten Aprilwoche dann 1,16 Million Dosen Biontech und 343.000 Dosen Astrazeneca. Daten für Mai liegen bisher öffentlich nicht vor.

11.15 Uhr: Griechenland setzt auf Selbsttests - und auf gutes Wetter

Um Corona-Auflagen lockern zu können, setzt die griechische Regierung auf Selbsttests und das immer bessere Frühlingswetter. So könnte die Gastronomie bereits in der letzten Aprilwoche ihre Außenbereiche öffnen, berichteten griechische Medien. Ziel sei es zudem, den Menschen ein normales Osterfest zu ermöglichen - das griechisch-orthodoxe Osterfest fällt 2021 auf das erste Maiwochenende.

Untersuchungen des Abwassers hätten ergeben, dass die Fallzahlen im Sinken begriffen seien, sagte Chemiker Nikolaos Thomaidis am Mittwoch dem TV-Sender Skai. Man sei optimistisch, dass die Zahlen weiter zurückgehen. Am Dienstag hatten die Behörden 4.033 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Regierung geht davon aus, dass sich die Menschen vor allem in Innenräumen anstecken, und will deshalb vor allem Lockerungen erlauben, bei denen man wieder im Freien zusammenkommen kann.

Bisher ist den Griechen zudem das Reisen innerhalb des Landes bis auf wenige Ausnahmen verboten, damit die Menschen das Virus nicht von stärker betroffenen Großstädten wie Athen und Thessaloniki in die ländlichen Regionen tragen. Traditionell tun die Griechen an Ostern jedoch genau das: Sie fahren auf die Dörfer. Das soll nun pünktlich zum Fest mit Selbsttests möglich sein, die an den Mautstationen des Landes kontrolliert werden.

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens nimmt an einer Teststelle in Athen einen Abstrich vor.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens nimmt an einer Teststelle in Athen einen Abstrich vor. © dpa/Socrates Baltagiannis

10.50 Uhr: Bundestag will kommenden Mittwoch über "Notbremse" entscheiden

Der Bundestag will über die bundesweit einheitliche Corona-"Notbremse" am Mittwoch kommender Woche entscheiden. Das teilte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, am Mittwoch in Berlin mit. Es werde aber noch deutlich länger als acht Tage dauern, bis die Änderungen am Infektionsschutzgesetz wirksam würden, sagte sie. Die Bundesländer seien weiter in der Verantwortung, auf die steigende Zahl an Neuinfektionen zu reagieren. Der Entwurf der Koalition reiche nicht aus, um die dritte Welle der Corona-Pandemie zu brechen, sagte Haßelmann und verlangte weitergehende Regelungen insbesondere für die Arbeitswelt und die Schulen. Eine Testpflicht in Unternehmen sei bereits zu einer Testangebotspflicht für Unternehmen verwässert worden, kritisierte sie.

Das Parlament beschäftigt sich an diesem Freitag in erster Lesung mit dem Entwurf der Koalition. Er sieht bundeseinheitliche Regeln und strenge Kontaktbeschränkungen vor, sobald in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen registriert werden. Dazu zählen auch nächtliche Ausgangssperren. Die von Bund und Ländern bereits im März vereinbarte Corona-"Notbremse", die bisher kaum gezogen wurde, wird damit verpflichtend. Das Regelwerk muss auch den Bundesrat passieren. Dazu soll eine Sondersitzung der Länderkammer einberufen werden.

10.12 Uhr: Kassenärzte: "Impfkampagne gerät massiv ins Stocken"

Die niedergelassenen Ärzte kritisieren eine Benachteiligung gegenüber Impfzentren in der Corona-Impfkampagne. "Den Praxen werden in den kommenden Wochen viel weniger Biontech-Dosen zugewiesen als versprochen, weil der Impfstoff offensichtlich vorrangig an die Impfzentren geht", sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Die Zuteilung für die Hausärzte wurde halbiert." Zwar erhalten die Arztpraxen den Angaben zufolge als Ausgleich für Biontech-Kürzungen mehr Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs. "Aber das wird so nicht aufgehen", warnte Gassen. "Wenn die Impfzentren komplett den vergleichsweise unproblematischen Impfstoff erhalten, die Praxen aber den umstrittenen, der zumal den unter 60-Jährigen nicht gespritzt werden darf, wird die Impfkampagne massiv ins Stocken geraten"

Wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Zuteilungsstrategie nicht wieder ändere, gerate die Herdenimmunität in weite Ferne, so der KBV-Chef. Die Lieferreduzierungen in dieser und der kommenden Woche ließen "das Schlimmste befürchten". Dabei könnten die Praxen bis zu fünf Millionen Menschen pro Woche impfen. "Rund 75.000 Arztpraxen stehen dafür bereit. Erhalten die Praxen genug Impfstoff, könnten wir schon im Juni die Herdenimmunität erreicht haben."

9.50 Uhr: Chaos Computer Club kritisiert Luca-App

Die europäische Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) hat gefordert, keine Steuermittel mehr für die Luca-App zur Corona-Kontaktnachverfolgung auszugeben. Club-Sprecher Linus Neumann verwies am Mittwoch auf eine "nicht abreißende Serie von Sicherheitsproblemen" bei dem Luca-System. Zuvor hatten Datenschutz-Aktivisten auf Schwachstellen bei den Luca-Schlüsselanhängern verwiesen, die für Menschen ohne Smartphone gedacht sind. Mehr zu Kritik und Schwachstellen bei Luca

9.19 Uhr: Lauterbach: Johnson & Johnson-Stopp kein "permanenter Rückschlag"

Trotz des Impfstopps in den USA und des verzögerten Marktstarts in Europa geht SPD-Gesundheitssexperte Karl Lauterbach davon aus, dass das Johnson & Johnson-Präparat gegen das Coronavirus bald in Deutschland eingesetzt wird. "Ich glaube nicht, dass es ein permanenter Rückschlag ist, die Sinusvenenthrombosen waren auch bei Johnson & Johnson zu erwarten", sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk.

Die Komplikationen seien aber so rar, "dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder verimpft wird, in den Vereinigten Staaten, und der Impfstart in Europa dann auch beginnen wird", sagte Lauterbach. "Man wird wahrscheinlich auch hier wieder darüber nachdenken müssen, ob man den Impfstoff bei den über 60-Jährigen spezifisch einsetzt".

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte wegen Berichten über Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben.
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte wegen Berichten über Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben. © Rogelio V. Solis/AP/dpa

8.56 Uhr: Usedom für Besucher wieder gesperrt

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen gilt seit Mittwoch wieder ein Einreiseverbot für den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Damit sind auch Ausflüge von Tagestouristen und Besuche von Zweitwohnungsbesitzern - ohne "triftigen Grund" - untersagt, wie ein Kreissprecher am Mittwoch erklärte. Betroffen sind Deutschlands zweitgrößte Insel Usedom sowie das Stettiner Haff, wo traditionell viele Berliner, Brandenburger und Sachsen Feriensitze haben. Ein individuelles Interesse an freier Einreise müsse hinter dem öffentlichen Interesse, das regionale Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten und die Neuinfektionen zu reduzieren, zurückstehen. Mehr zur Besucher-Sperre auf Usedom

8.39 Uhr: Video der "Augsburger Puppenkiste" sorgt für Diskussionen

Ein Video der „Augsburger Puppenkiste“ sorgt derzeit für Diskussionen im Netz. In dem Clip, der in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Bayerns entstanden ist, erklären die Puppenkiste-Figuren Dr. Kasperle und Erdmännchen Erwin humorvoll und kindgerecht, wie Schüler einen Corona-Test machen. Anlass der Veröffentlichung war die Einführung von Tests an Schulen, die wie in Sachsen auch in Bayern für den Präsenzunterricht vorgeschrieben sind.

Gegner dieser Maßnahme machten ihrem Unmut Luft, auf Youtube etwa kam der Clip zunächst überhaupt nicht gut an, es gab viele Hass-Kommentare. Das drehte sich später allerdings: Immer mehr Nutzer lobten die Arbeit der Macher und bedankten sich für die Videoanleitung. Zuvor hatten Twitter-Nutzer an die Menschen appelliert, unter dem Video ein „Daumen hoch“ zu hinterlassen. Zeitweise trendete der Hashtag #AugsburgerPuppenkiste.

8.11 Uhr: Mit Astrazeneca-Geimpfte sollen anderen Impfstoff bekommen

Klarheit für mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben: Sie sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Auf diese Empfehlung haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einstimmig geeinigt. Sie folgen damit dem Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. Mehr dazu im Artikel Astrazeneca-Geimpfte sollen umsteigen

7.47 Uhr: Online-Petition für Stöckers Impfstoff scheitert

Rückschlag für den Lübecker Mediziner Winfried Stöcker und seine Anhänger, seinen Impfstoff doch noch ins Spiel zu bringen. Wegen falscher Tatsachenbehauptungen ist eine Online-Petition gestoppt worden, mit der die Behörden in der EU und Deutschland aufgefordert werden sollten, das beschleunigte Zulassungsverfahren für den Impfstoff des Lübecker Mediziners Winfried Stöcker anzustoßen. Notwendig wären 50.000 Menschen gewesen, die die Petition unterstützen. Mehr dazu im Artikel Online-Petition für Stöcker scheitert

7.15 Uhr: Sachsen-Inzidenz steigt weiter

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist am Mittwoch erneut angestiegen: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz von 227,8 für den Freistaat, tags zuvor waren es noch 212,1. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz noch 149,6, am 14. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 112,9. Nach Thüringen, wo der Wert innerhalb eines Tages von 234,5 auf 254 kletterte, ist Sachsen weiterhin das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Fast alle anderen Länder liegen über dem Schwellenwert von 100, lediglich Schleswig-Holstein ist mit 77,7 noch zweistellig.

Die höchste Inzidenz der 13 sächsischen Regionen hat mit 370,8 nach wie vor der Vogtlandkreis. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen der Kreis Zwickau (349,2) und der Erzgebirgskreis (338,3). Die niedrigsten Zahlen der Verwaltungsgebiete im Freistaat weisen die zwei kreisfreien Städte Leipzig (143,6) und Dresden (147,6) auf. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

6.39 Uhr: Sachsens Flughäfen-Aufsichtsrat drängelt beim Impfen

Darf ein Impfvordrängler das Kontrollorgan eines öffentlich-rechtlichen Konzerns führen? Diese Frage kocht derzeit bei der Besetzung des Chefpostens im Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Flughafen AG hoch – Mutter der Airports Leipzig-Halle und Dresden. Im Mittelpunkt: Erich Staake, der das Aufsichtsgremium leitet. Der 67-Jährige hatte sich Mitte Januar mit fünfköpfigem Gefolge im Pflegeheim eines befreundeten Bauunternehmers gegen Corona impfen lassen – obwohl damals nur über 80-Jährige und Pfleger dran waren. Mehr dazu im Artikel Flughäfen-Aufsichtsrat drängelt beim Impfen

6.06 Uhr: Sachsen sieht sich bei Testangebot in Betrieben als Vorreiter

Nach der vom Bund angekündigten Pflicht zum Angebot von Corona-Tests in Unternehmen ändert sich für Sachsens Firmen nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums nichts. In Sachsen sind die Arbeitgeber bereits seit Mitte März verpflichtet, regelmäßig Tests für Mitarbeiter mit Kundenkontakt oder diejenigen, die im Büro arbeiten, anzubieten. Mittlerweile müssen sich Beschäftigte und Selbstständige mit direktem Kundenkontakt zweimal pro Woche testen lassen. "Wir sind bundesweit Vorreiter gewesen", so Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Man habe im Freistaat gute Erfahrung gemacht, die meisten Firmen hielten sich daran, betonte Köpping. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden haben sich die Tests in Betrieben nach Startschwierigkeiten gut eingespielt - vor allem seitdem Selbsttests zugelassen sind.

Corona-Testangebote für Beschäftigte sollen künftig für Unternehmen in ganz Deutschland verpflichtend sein. Das Bundeskabinett beschloss am Dienstag eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsschutz. Demnach müssen Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Testangebot machen, in Ausnahmefällen sind zwei Tests pro Woche vorgesehen. Für die Kosten müssen die Firmen selbst aufkommen.

5.26 Uhr: RKI registriert 21.693 Corona-Neuinfektionen und 342 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.693 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 342 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.677 Neuinfektionen und 298 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag nach Angaben des RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 153,2. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 140,9 an, vor einer Woche lag sie bei 110,1.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.044.016 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.718.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.088. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag bei 1,08 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken.

Mittwoch, 5.04 Uhr: Amtsgericht in Bayern befreit Kind von Maskenpflicht an Schule

Ein Familiengericht im oberbayerischen Weilheim hat ein Kind von der Maskenpflicht in seiner Schule befreit. In dem Beschluss ordnete das Gericht am Dienstag an, dass die Schulleitung dem Kind nicht mehr das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Schulgelände vorschreiben darf. Wie eine Sprecherin des Gerichtes mitteilte, gelte die Entscheidung allerdings nur für diesen Einzelfall (Az. 2 F 192/21).

Geklagt hatten in Weilheim die Eltern des Kindes. Das Verfahren wurde vor einer Familienrichterin geführt, die über eine mögliche Kindeswohlgefährdung durch die Masken zu entscheiden hatte. Dies sah das Gericht durch die an der Realschule geltenden Corona-Vorschriften als gegeben an.

Auch im thüringischen Weimar hatte das Familiengericht bereits gegen die Maskenpflicht an zwei Schulen entschieden. Das Thüringer Bildungsministerium hatte daraufhin "gravierende verfahrensrechtliche Zweifel" an der Entscheidung angemeldet. Die AfD im bayerischen Landtag forderte hingegen die Staatsregierung in München auf, die Verordnungen zu ändern, weil sich diese "längst als unsinnig und schädlich erwiesen" hätten.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.40 Uhr: Gemischte Corona-Impfung jetzt möglich

Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag einstimmig geeinigt. "Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, bietet einen guten Schutz für die Menschen", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Minister folgen damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. Bei den Beratungen, an denen auch Stiko-Chef Thomas Mertens teilgenommen hatte, sei klar geworden, dass die Zweitimpfung durch einen mRNA-Imfpstoff, also das Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte Holetschek. "Gerade in der dritten Welle."

Konkret empfiehlt der Beschluss für Personen unter 60 Jahren eine Zweitimpfung zwölf Wochen nach der Erstimpfung. "Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung können übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden", heißt es weiter. Nur in Einzelfällen und nach einer individuellen Risikoanalyse mit einem Arzt könne auch Astrazeneca bei der Zweitimpfung verwendet werden. In der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister die Entscheidung über den Wechsel der Impfstoffe noch verschoben.

21.10 Uhr: Tirol verlängert Ausreisetests

Das österreichischen Bundesland Tirol verlängert die Pflicht zu Corona-Ausreisetests vorerst bis 24. April. Dies sei zur Eindämmung der sogenannten britischen Variante des Coronavirus sowie weiterer Varianten nötig, gab die Landesregierung am Dienstag in Innsbruck bekannt. Die Regel, wonach man Tirol nur mit einem negativen Testergebnis verlassen darf, war Ende März in Kraft getreten. Sie hätte am Mittwoch auslaufen sollen.Zusätzlich gilt eine Testpflicht für Menschen, die aus Osttirol in andere Teile Tirols fahren wollen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Osttirol betrage rund 430 und sei damit höher als irgendwo sonst in Österreich, sagte ein Gesundheitsbeamter in Innsbruck. Der landesweite Schnitt lag zuletzt bei rund 209.

19.54 Uhr: Drosten empfiehlt Maßnahmen neben Notbremse

Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden. "Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss", sagte der Corona-Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Dies müsse sicherlich in "allernächster Zeit" geschehen. "Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann", sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung.

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren - trotz deutlicher Kritik einiger Länder und der Opposition im Bundestag.

19.45 Uhr: Dresden verbietet "Querdenken" am Samstag

Die Stadt Dresden hat eine für diesen Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration gegen Corona-Auflagen im Zentrum untersagt. Das Verbot erging auch unter Verweis auf die jüngsten Veranstaltungen der Bewegung in Stuttgart und Kassel mit Tausenden Anhängern, wie das Rathaus am Dienstagabend mitteilte. Dort waren Corona-Schutzvorschriften, Auflagen der Behörden und Anweisungen der Polizei missachtet worden. Als weiteren Grund führte die Stadtverwaltung das aktuelle Infektionsgeschehen in der sächsischen Landeshauptstadt an.

Welche Aktionen die Stadt dennoch erwartet, lesen Sie hier: Dresden verbietet "Querdenken"-Demo.

18.54 Uhr: Mick Jagger singt Lockdown-Lied - mit Überraschungsgast Dave Grohl

Gipfeltreffen von Rock-Helden zweier Generationen: Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger (77) hat für seinen neuen Song "Eazy Sleazy" gemeinsame Sache mit Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl (52) gemacht. Das mitreißende Stück präsentiert den Rock-Veteranen an Mikro und Gitarre, den ehemaligen Nirvana-Drummer an Schlagzeug, Bass und Gitarre.

Inhaltlich geht es satirisch-kritisch um das Leben in der Pandemie - und um schrille Verschwörungstheorien. Jagger habe den Song "während des Lockdowns geschrieben", teilte sein Label Universal am Dienstagabend mit und fügte hinzu: "Just for fun." Diesen Spaß merkt man dem immer noch vor Energie strotzenden Sänger und dem ein Vierteljahrhundert jüngeren Partner auch im gemeinsamen Video an.

18.38 Uhr: Zweites Corona-Ostern: Mehr Menschen unterwegs als 2020

Sind die Ängste geringer geworden oder der Lockdown-Frust größer? Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie waren an den Ostertagen die Menschen in Deutschland mehr unterwegs als 2020. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes zur Mobilität hervor. So war an diesem Karfreitag die Mobilität um ein Fünftel geringer als 2019, am Ostermontag wurden ein Drittel weniger Bewegungen als 2019 beobachtet, wie es am Dienstag hieß. Am Osterwochenende selbst war die Mobilität 14 Prozent geringer als 2019. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor hatte der Mobilitätsrückgang am Osterwochenende noch 28 Prozent betragen, am Ostermontag 43 Prozent und am Karfreitag 34 Prozent.

Bei den Ergebnissen ist dem Amt zufolge zu beachten, dass die Mobilität im Frühjahr 2020 während der ersten Corona-Welle und des ersten Lockdowns auch insgesamt auf einem niedrigeren Niveau gelegen habe als in diesem Jahr. So lag die Mobilität in der letzten Märzwoche 2020 beispielsweise 39 Prozent unter dem Niveau von 2019, während sie in der letzten Märzwoche 2021 nur zehn Prozent darunter gelegen habe.

Der Mobilitätsrückgang am diesjährigen Osterwochenende 2021 war nicht nur schwächer als im Jahr zuvor, sondern auch weniger deutlich als an den anderen Märzwochenenden, an denen durchschnittlich 18 Prozent weniger Bewegungen als 2019 verzeichnet worden waren. Allerdings zeigen die nach Distanzen aufgeschlüsselten Daten, dass zu Ostern überdurchschnittlich häufig auf längere Reisen verzichtet wurde.

18.09 Uhr: Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Bundeswehrapotheke

Mehr als 230.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson sind am Dienstag nach dpa-Informationen in der Bundeswehrapotheke im niedersächsischen Quakenbrück angekommen. Alle Corona-Impfdosen für Deutschland werden zunächst dorthin gebracht. Von dort wird der Impfstoff dann an die Bundesländer verteilt.

Wann der Impfstoff von Johnson & Johnson weitertransportiert wird, war zunächst unklar. Am Dienstag hatte der Pharmakonzern mitgeteilt, den Marktstart seines Impfstoffs in Europa zu verschieben. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenenthrombosen nach Impfungen. Der Konzern will die Fälle mit Experten und den Gesundheitsbehörden untersuchen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangene Woche mitgeteilt, Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu prüfen. Die Behörde hatte betont, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei. Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im März zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Präparats; gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

17.38 Uhr: Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen

Der Freistaat Bayern will sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen. Dann soll möglichst schnell allen in Frage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist. Insgesamt habe Bayern bereits mehr als 2,1 Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz. Insgesamt wurden über drei Millionen Impfdosen verabreicht. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

17.14 Uhr: Zahl der belegten Betten steigt rapide

Die Zahl der belegten Normalbetten in Sachsen ist innerhalb eines Tages stark angestiegen. Hatte das sächsische Gesundheitsministerium am Montag noch 1.101 belegte Normalbetten vermeldet, waren es am Dienstag schon 1.205. Das ist ein überdurchschnittlich starker Anstieg. Sachsen nähert sich damit immer mehr der selbst gesetzten Grenze von 1.300 belegten Betten. Ist diese Grenze überschritten, will Sachsen ermöglichte Lockerungen landesweit wieder zurücknehmen.In welchen Regionen Sachsens die Auslastung der Krankenhäuser besonders hoch ist, lesen Sie hier: Sachsen: Deutlich mehr belegte Betten.

16.54 Uhr: Kein Schnellverfahren zur Corona-Notbremse

Die geplante bundesweite Corona-Notbremse soll nicht im Schnellverfahren beschlossen werden. Im Bundestag wollen die Fraktionen einen grundsätzlich möglichen Verzicht auf bestimmte Beratungsfristen nicht erteilen, der einen Parlamentsbeschluss noch in der laufenden Woche ermöglicht hätte. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Fraktionskreisen.

Am Morgen hatte das Bundeskabinett die Bundes-Notbremse auf den Weg gebracht. In allen Kreisen und Städten mit hohen Infektionswerten soll es Einschränkungen geben. Dafür soll das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Mediziner, Epidemiologen, aber auch Politiker hatten in den vergangenen Tagen betont, angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Virus sei hierbei Tempo gefragt.

Wie es in den Parlamentskreisen weiter hieß, wurde in den Koalitionsfraktionen von Union und SPD ausreichend Beratungszeit als nötig angesehen. Ansonsten waren demnach vor allem die Fraktionen von AfD und FDP gegen einen Fristverzicht. Nötig wäre dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit auch mit Stimmen der Opposition. Nun ist die erste Beratung im Plenum an diesem Freitag und der Bundestagsbeschluss für Mittwoch kommender Woche geplant. Der Bundesrat würde sich nach Angaben von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), derzeit auch Bundesratspräsident, «mit großer Wahrscheinlichkeit am Donnerstagmorgen» nächster Woche mit den Neuerungen befassen.

16.36 Uhr: Köpping: Diskussion über Vorteile für Geimpfte zu früh

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hält die Debatte über Vorteile für Geimpfte in der Corona-Pandemie für verfrüht. "Der Zeitpunkt ist noch zu früh, um zu solchen Möglichkeiten zu greifen", sagte sie am Dienstag in Dresden nach einer Sitzung des Kabinetts. Sie verwies darauf, dass in Sachsen knapp 16 Prozent der Bevölkerung geimpft seien. Es brauche aber einen gewissen Immunitätsschutz für die gesamte Bevölkerung.

Zudem verwies Köpping auf eine Gleichbehandlung. Man arbeite aber daran, sich in dieser Frage zu positionieren und halte sich an die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI). Der Berliner Senat hatte am Dienstag etwas mehr Freiheiten für geimpfte Menschen beschlossen.

In Sachsen wurden bisher laut Gesundheitsministerin rund 930.900 Impfungen verabreicht, darunter 645.610 Erstimpfungen. Damit liegt Sachsen bei einer Impfquote von 15,9 Prozent und etwas unter dem Bundesdurchschnitt von (16,3 Prozent).

16.07 Uhr: Johnson&Johnson verschiebt Impfstoff-Lieferungen nach Europa

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) zieht nach Thrombosefällen Konsequenzen. J&J habe sich die Auslieferungen des Impfstoffs in Europa „proaktiv“ zu verzögern, teilt der Konzern mit. Zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörden nach mehreren Fällen seltener Thrombosen zu einer sofortigen Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Mittel in den USA geraten.

Ursprünglich sollte der vierte in der EU zugelassene Impfstoff aber der kommenden Woche in Europa verimpft werden. Nach Sachsen sollten nach Aussagen von Gesundheitsministerin Petra Köpping insgesamt 12.000 Dosen geliefert werden. Mehr dazu lesen Sie im Artikel: Johnson & Johnson verschiebt EU-Lieferung

15.32 Uhr: Sachsen meldet 1.477 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Das Coronavirus hat Sachsen weiter fest im Griff. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag bekanntgab, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1.477. Am Vortag waren es noch 774, am Dienstag vor einer Woche 474. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 237.981 von Laboren bestätigte Fälle. 8.607Menschen starben zudem an oder mit dem Coronavirus, von Montag auf Dienstag kamen 39 Todesfälle dazu. Als genesen gelten 212.350 Menschen in Sachsen.

15.16 Uhr: Grenzkontrollen zu Tschechien laufen aus

Die in der Corona-Krise eingeführten stationären Grenzkontrollen zu Tschechien enden. Die Kontrollen sollten mit Ablauf des Mittwochs (14.4) auslaufen und nicht verlängert werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag in Berlin. Tschechien gilt seit dem 28. März als so genanntes Hochinzidenzgebiet. Damit galt eine Testpflicht bei der Einreise. Zuvor war das Land in die höhere Kategorie Virusvariantengebiet eingestuft, was mit einer verschärften 14-tägigen Quarantäne verbunden war.

Die Infektionen in Tschechien seien zuletzt deutlich gesunken, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe Grenzkontrollen im Herzen Europas immer nur als letztes Mittel betrachtet. "Die derzeitige Situation ermöglicht es uns, im Rahmen einer intensiven Schleierfahndung, die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Grenzraum sicherzustellen."

14.56 Uhr: Sachsen gibt neun Millionen Euro für Kultur und Tourismus

Sachsen will seinen Kultur- und Tourismussektor mit weiteren rund 9 Millionen Euro fördern. Das kündigte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) am Dienstag in der Kabinetts-Pressekonferenz an. Das Geld soll aus dem Corona-Bewältigungsfonds Sachsen bereitgestellt werden. Die Zustimmung des Landtages steht noch aus.

Je zwei Millionen soll demnach die Tourismusbranche vor allem für Modellprojekte erhalten, weitere zwei Millionen fließen an Anbieter von Tanz- und Musikunterricht. Den größten Anteil bekommen mit fünf Millionen Sachsens Zoos und Tierparks, die trotz fehlender Besucher weiter hohe Betriebskosten haben. Wofür das Geld konkret gedacht ist, lesen Sie hier: Neun Millionen für Tourismus und Kultur

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Wer gegen das Coronavirus geimpft ist, sollte nach Auffassung von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auch bald wieder zu mehr Normalität zurückkehren können. "Es geht nicht um Privilegien", betonte der Minister am Freitag beim Treffen mit den Außenministern der deutschsprachigen Länder in Lugano in der Schweiz. "Es geht um die Einräumung von Grundrechten, darauf haben Menschen Anspruch."Für Menschen, die keine Intensivbetten oder Beatmungsgeräte brauchten, müssten die bestehenden Beschränkungen, auch Quarantänevorschriften, Stück für Stück aufgehoben werden, sagte Maas.

Er zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass im Sommer touristische Reisen wieder möglich sind. Mit Prognosen müsse man vorsichtig sein, aber er wünsche sich, "dass Menschen im Sommer wieder Urlaub machen können." Das Treffen fand in der Heimat des Schweizer Außenministers Ignazio Cassis statt, im italienischsprachigen Kanton Tessin. Neben Cassis und Maas nahmen daran Alexander Schallenberg aus Österreich, Jean Asselborn aus Luxemburg und Dominique Hasler aus Liechtenstein teil.

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