merken
Deutschland & Welt

Corona: Sachsens Polizei plant Großeinsätze

Inzidenz in Sachsen sinkt, "Querdenken" in Dresden bleibt verboten, Grenzverkehr nach Polen und Tschechien wieder möglich - unser Newsblog.

Die Polizei will am Wochenende wieder starke Präsenz in der Dresdner Innenstadt zeigen.
Die Polizei will am Wochenende wieder starke Präsenz in der Dresdner Innenstadt zeigen. © René Meinig

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Sachsens Hausärzte sollen selbst über Impfreihenfolge entscheiden
  • Außenminister Maas macht Hoffnung auf Sommerurlaub auch im Ausland
  • Lockerungen für Geimpfte und Genesene - was jetzt gilt.
  • Das sind die neuen Corona-Regeln für Sachsen
  • Impftermine in Sachsen: Alle wichtigen Infos
  • Covid-19-Patienten in Sachsen auf Normalstationen (Stand 13. Mai): 1.017 (66,9 % Auslastung, Vortag: 66,9 %)
  • Corona in Sachsen (Stand 14. Mai): 277.445 bestätigte Infektionsfälle (+625 zum Vortag), 9.367 Todesfälle (+5 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 133,9 (Donnerstag: 140,1)
  • Corona in Deutschland (Stand 14. Mai): 3.577.040 Infizierte (+11.336 zum Vortag), 85.848 Tote (+190 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 96,5 (Vortag: 103,6)

21.59 Uhr: "Querdenken" in Dresden bleibt verboten

Die für Samstag angemeldeten Demonstrationen des Aktionsbündnisses „Querdenken 351“ bleiben verboten. Nachdem die Stadtverwaltung die Aufzüge verboten hatte, bestätigte am Mittwoch zunächst das Dresdner Verwaltungsgericht das Verbot. Am Freitagabend legte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen nach und lehnte eine Beschwerde ab.

Technische Universität Dresden
TU Dresden News
TU Dresden News

Was passiert an der Exzellenzuniversität TU Dresden? Aktuelle News und Informationen finden Sie in unserer Unternehmenswelt.

Die Begründung des Gerichts ist, dass von den bis zu 5.000 angemeldeten Teilnehmern infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren für Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamte und Passanten ausgehe. Ein Verbot sei ein angemessenes und wirkungsvolles Mittel, den Gesundheitsschutz durchzusetzen. Zwar habe der Anmelder ein Hygienekonzept vorgelegt, die Behörden "gehen aber zutreffend davon aus, dass es bei den mit 5.000 Teilnehmern angemeldeten Versammlungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Antragsteller nicht gelingen wird, die Einhaltung seines Konzepts sicherzustellen." Bisherige Veranstaltungen hätten gezeigt, dass sich die Teilnehmenden schlicht nicht daran halten.

20.59 Uhr: Litauen will Corona-Impfstoff an EU-Ostpartner abgeben

Litauen wird den östlichen EU-Partnerländern 200.000 Dosen Corona-Impfstoff bereitstellen, damit sie in der Impfkampagne nicht abgehängt werden. Nach Angaben der Regierung in Vilnius will das baltische EU-Land bis zum Herbst der Ukraine 100.000 Dosen, Georgien 15 000 Dosen und der Republik Moldau 11.000 Dosen zuweisen. Über die Aufteilung der restlichen Dosen soll in Kürze entschieden werden. Bereitstellen werde Litauen den Impfstoff von Astrazeneca, sagte Außenminister Gabrielius Landsbergis der Agentur BNS zufolge.

"In den Ländern der EU verläuft der Impfprozess schnell und reibungslos, aber wir werden nicht sicher sein, bis unsere Nachbarn sicher sind. Wahre Solidarität ist Handeln", sagte Landsbergis. "Wir hoffen, dass andere EU-Mitglieder dem Beispiel Litauens folgen." Litauens Präsident Gitanas Nauseda lobte während eines Besuchs in der Republik Moldau die Entscheidung als "sehr gut" und "rechtzeitig". "Dies wird dazu beitragen, den Impfprozess durchzuführen, der hier bisher ziemlich chaotisch gewesen ist", sagte er in Chisinau.

20.13 Uhr: Auf Mallorca öffnen immer mehr Hotels

Gute Nachricht für Mallorca-Fans: Auf der spanischen Urlaubsinsel öffnen nach dem harten Winter mit einer neuen, heftigen Pandemiewelle und zahlreichen Einschränkungen immer mehr Hotels ihre Pforten. Besucher haben bereits die Wahl zwischen 188 Häusern, wie der mallorquinische Hotelierverband FEHM am Freitag mitteilte. Das seien 22,65 Prozent aller Hotels beziehungsweise knapp 19 Prozent aller Hotel-Betten auf der Insel, hieß es. Allein in den vergangenen sieben Tagen hätten 32 Beherbergungseinrichtungen in verschiedenen Teilen der Mittelmeerinsel den Betrieb wieder aufgenommen.

Wer angesichts der entspannten Lage das schöne Wetter und die Temperaturen von bereits deutlich über 20 Grad auf Mallorca genießen möchte, muss trotz der Lockerungen der vergangenen Wochen weiterhin einige Regeln beachten. Zwischen 23.00 und 06.00 Uhr gilt etwa auf allen Inseln eine nächtliche Ausgehsperre. Die Innenbereiche von Bars, Cafés und Restaurants bleiben vorerst - voraussichtlich bis zum 23. Mai - geschlossen. Im Freien dürfen Gastronomen seit einigen Tagen aber durchgängig zwischen sechs und 22.30 Uhr im Freien bewirten.

20 Uhr: Polen startet Corona-Impfkampagne mit Promis

Die polnische Regierung will mit Prominenten die Impfbereitschaft der Bevölkerung ankurbeln. Spitzensportler und Filmstars sollen in Medien und auf Plakaten für Corona-Impfungen werben. An der am Freitag begonnenen Kampagne nehmen nach Regierungsangaben unter anderem die Fußball- und Volleyball-Nationalmannschaften sowie der Formel-1-Rennfahrer Robert Kubica teil.

"Impfungen sind ein Weg, die Pandemie loszuwerden", erklärte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei der Ankündigung der Kampagne. Wenn die Polen nun Solidarität zeigten, sei ein normaler Sommer "in unserer Reichweite", ergänzte er. Gesundheitsminister Adam Niedzielski gab sich optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass Polen während der Sommerferien dank der Impfungen eine Immunisierung von 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 erreichen wird." In diese Schätzung bezog er auch die von der Erkrankung Genesenen ein.

19.30 Uhr: Sachsens Polizei plant Großeinsätze am Wochenende

Die sächsische Polizei bereitet sich wegen möglicher Menschenansammlungen am Wochenende vor allem in Dresden auf Großeinsätze vor. Dabei werde man von Kollegen der Bereitschaftspolizei, der Polizei aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei unterstützt, teilte die Polizeidirektion Dresden am Freitag mit. Es sei mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im Zentrum zu rechnen.

Für Samstag waren mehrere Kundgebungen der Initiative "Querdenken 351" gegen Corona-Maßnahmen angemeldet worden. Die Stadt hatte die Versammlungen untersagt, das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte das. Am Freitag reichte der Anmelder nach eigenen Angaben am Oberverwaltungsgericht Bautzen einen Eilantrag dagegen ein. Mit einer Entscheidung wird am Freitagabend gerechnet.

Unabhängig vom Ausgang der juristischen Auseinandersetzung will die Polizei wie schon bei früheren Gelegenheiten in der Stadt präsent sein. Die "Querdenker"-Proteste waren auch der Grund, weshalb die Polizei eine Verlegung des letzten Heimspiels von Fußball-Drittligist SG Dynamo Dresden am Samstag anregte. Dynamo Dresden steht kurz vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, vor allem im Falle eines Sieges sind Menschenansammlungen in der Nähe des Stadions wahrscheinlich. Der Deutsche Fußball-Bund kam dem nach und verlegte das Spiel auf Sonntag.

18.40 Uhr: Reisen nach Helgoland ab Montag wieder möglich

Urlauber und Tagestouristen können ab Montag wieder nach Helgoland reisen. Wer ein negatives Testergebnis vorlege, könne wieder auf die einzige Hochseeinsel Deutschlands kommen - unabhängig davon, ob für einen oder mehrere Tage, teilte der zuständige Kreis Pinneberg am Freitag mit.

Übernachtungsgäste müssen den Angaben zufolge bei der Anreise ein negatives Testergebnis besitzen, das nicht älter als 24 Stunden beim Antigen-Schnelltest oder 48 Stunden beim PCR-Test sein darf. Außerdem ist spätestens alle 72 Stunden eine erneute Testung notwendig. Testangebote gibt es demnach auf der Insel. Für einen Tagesausflug nach Helgoland reicht ein negatives Testergebnis aus, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Testpflicht entfällt für Geimpfte, Genesene sowie für Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wer ein negatives Corona-Testergebnis vorliegt, kann ab Montag wieder nach Helgoland reisen.
Wer ein negatives Corona-Testergebnis vorliegt, kann ab Montag wieder nach Helgoland reisen. © dpa-tmn

18.15 Uhr: Großbritannien wird wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft

Die Bundesregierung stuft Großbritannien trotz niedriger Infektionszahlen ab Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet ein. Grund ist das "zumindestens eingeschränkte Vorkommen" der zuerst in Indien festgestellten Virusvariante, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Die Variante B.1.617.2 hat in Indien zu dramatischen Infektionszahlen beigetragen. Die Nachbarländer Sri Lanka und Nepal werden von der Bundesregierung am Sonntag ebenfalls hochgestuft: Sri Lanka zum Risikogebiet und Nepal zum Virusvariantengebiet, der höchsten Risikostufe, für die weitgehende Reisebeschränkungen gelten.

Es gibt aber auch neun Länder und Regionen, die am Sonntag auf der Corona-Risikoskala zurückgestuft werden - vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Estland, Ukraine, Jordanien, Libanon und die Palästinensischen Autonomiegebiete. Wer von dort einreist, muss nicht mehr zwingend in Quarantäne, sondern kann stattdessen bei Einreise einen negativen Test vorweisen.

Mit den Kanarischen Inseln wird außerdem ein weiteres beliebtes Urlaubsziel der Deutschen ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Das hat für Touristen aber keine praktischen Auswirkungen mehr, da die Quarantänepflicht für von dort zurückkehrenden Urlauber mit Inkrafttreten einer neuen Einreiseverordnung bereits am Donnerstag gefallen ist. Die Testpflicht beim Rückflug nach Deutschland gilt weiter.

Mehr zur Einstufung Großbritanniens als Corona-Risikogebiet lesen Sie hier.

17.30 Uhr: DRK Sachsen schaltet 23.715 neue Impftermine frei

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen will etwa um 18 Uhr 23.715 neue Termine auf dem Online-Impfportal freischalten. Unter anderem sollen auch wieder Termine mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca für Personen über 60 Jahre freigegeben werden. Gebucht werden können Termine für den 26. bis 28. Mai in allen Impfzentren. Termine mit dem Vakzin von Astrazeneca sind zusätzlich für den 17. bis 20 Mai buchbar. Die meisten neuen Termine gibt es in den Impfzentren in Dresden und Löbau.

Das DRK hatte bei der Terminvergabe für die Erstimpfungen in Sachsen seine Strategie vor knapp einer Woche geändert. Tausende zusätzliche Impftermine können jetzt immer montags, mittwochs und freitags gebucht werden. Buchungen sind über das Online-Portal möglich, teilte das für die Impfungen im Freistaat zuständige DRK mit. Das DRK weist allerdings darauf hin, dass nicht genug Impfstoff für alle Impfwilligen zur Verfügung steht. Mehr Hintergründe finden Sie im Podcast „Wie das in Sachsen mit den Impfterminen läuft“.

16.50 Uhr: Gesundheitsminister Spahn gegen Corona geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Freitag von seinem Hausarzt im münsterländischen Legden gegen Corona impfen lassen. Der 40-Jährige erhielt den Impfstoff der Firma Astrazeneca. Er habe sich nach einem Gespräch mit dem Arzt bewusst dafür entschieden, erklärte er nach Angaben eines Sprechers. Für den kompletten Schutz brauche Spahn nur eine Impfung, da er bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht habe, sagte der Sprecher weiter.

"Nach diesen langen Monaten der Pandemie fühlt es sich gut an, geimpft und damit geschützt zu sein. Alle bei uns zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut und sind sicher", betonte Spahn. "Ich kann nur jedem empfehlen, der ein Impfangebot bekommt, sich auch impfen zu lassen." Der Weg raus aus der Pandemie führe nur über mehr Impfungen und geringere Inzidenzen.

Nach Angaben seines Ministeriums hätte Spahn auch in Berlin die Möglichkeit gehabt, sich als Mitglied der Bundesregierung in der Prioritätsgruppe 3 mit anderen Impfstoffen impfen zu lassen. Der Astrazeneca-Impfstoff kann seit dem 6. Mai unabhängig von Prioritätsgruppen verimpft werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird in einer Hausarztpraxis mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird in einer Hausarztpraxis mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft. © dpa

16.25 Uhr: Quarantäne-Pflicht bei Einreise fällt in Italien weg

Für Italien-Urlauber aus Deutschland und anderen europäischen Ländern entfällt am Sonntag die bisher notwendige Corona-Quarantäne nach der Ankunft. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Rom mit. Künftig sei für Einreisen aus den Ländern der Europäischen Union, dem Schengenraum sowie Großbritannien und Israel nur noch ein negativer Test erforderlich. Bisher musste man fünf Tage in Quarantäne und am Ende einen zweiten Test machen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte am Donnerstag in 24 Stunden rund 8.000 Corona-Neuinfektionen und etwa 200 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Von Montag an werden voraussichtlich fast alle Regionen Italiens zur Gelben Zone mit moderatem Corona-Risiko gehören.

15.52 Uhr: WHO-Chef fordert Impfstoff für ärmere Länder statt für Kinder

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an reiche Nationen appelliert, Corona-Impfstoff an ärmere Länder zu spenden statt jetzt damit Kinder zu impfen. Derzeit stünden nur 0,3 Prozent des globalen Angebots an Impfstoffen Ländern mit niedrigem Einkommen zur Verfügung, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. In vielen Ländern seien noch nicht einmal medizinisches Personal und Pflegerinnen gegen Covid-19 geschützt.

"Ich verstehe, warum manche Länder ihre Kinder und Jugendlichen impfen wollen. Aber zu diesen Zeitpunkt bitte ich sie dringend, dies zu überdenken," sagte Tedros. Die Dosen sollten besser der Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt, an dem die WHO führend beteiligt ist, hat eine gerechte globale Verteilung von Impfstoffen zum Ziel. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sprach sich am Freitag dafür aus, Kindern und Jugendlichen vorrangig ein Impfangebot zu machen, sobald der Impfstoff für diese Gruppe zugelassen ist. In den USA und in Kanada ist das Produkt von Pfizer/Biontech bereits ab zwölf Jahren zugelassen.

14.57 Uhr: 625 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium meldet am Freitag 625 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden. Das sind deutlich weniger als in der Vorwoche, wo 1.188 Neuinfektionen gezählt wurden, allerdings kann der Feiertag am Donnerstag zu weniger gemeldeten Fällen geführt haben. Dazu gibt es nur fünf gemeldete Todesfälle in ganz Sachsen. Am schwersten von der Pandemie betroffen sind weiterhin der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 241 und der Kreis Mittelsachsen (236). Der Vogtlandkreis, der lange Zeit ebenfalls viele Infektionsfälle hatte steht nur noch bei 100,9 und damit knapp über der Schwelle, an der die Bundesnotbremse greift. Am wenigsten betroffen sind die Städte Leipzig (68,3) und Dresden (87,3), sowie der Kreis Nordsachsen (91).

14.37 Uhr: Kleiner Grenzverkehr auch nach Polen wieder erlaubt

Nach dem Öffnen des sogenannten "kleinen Grenzverkehres" nach Tschechien ist das Fahren über die Grenze beispielsweise zum Einkaufen oder zum Tanken auch nach Polen wieder möglich. Das teilte das sächsische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Demnach ist der Aufenthalt in Ländern, die nur als "Risikogebiete" gelten, ohne Auflagen bis zu 24 Stunden möglich, als solche Gebiete sind Tschechien und Polen vom Bund eingestuft worden. Diese Regeln wurden vom Bund erlassen und heben die Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung auf.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Kleiner Grenzverkehr nach Polen wieder möglich.

Gute Nachricht für Wechselstuben und Zigarettenläden: Der kleine Grenzverkehr zwischen Deutschland und Polen ist wieder möglich.
Gute Nachricht für Wechselstuben und Zigarettenläden: Der kleine Grenzverkehr zwischen Deutschland und Polen ist wieder möglich. © Matthias Wehnert

14.06 Uhr: Köpping: "Nicht notwendige Arzttermine verschieben"

Nach Aufhebung der Impfreihenfolge in sächsischen Arztpraxen ab dem 24. Mai sollen niedergelassene Ärzte selbst entscheiden, wen sie mit Impfstoff zuerst versorgen. Das kündigte das Sozialministerium am Freitag nach Beratungen mit der Sächsischen Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen an. Für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson war die Priorisierung in Praxen bereits aufgehoben worden. In den sächsischen Impfzentren und bei den mobilen Teams wird sie dagegen beibehalten.

"Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und können sehr gut einschätzen, wer am meisten gefährdet ist und daher bevorzugt geimpft werden sollte", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Viele Ärzte würden Patienten gezielt ansprechen, um ihnen eine Impfung anzubieten. "Mit unserer Entscheidung wollen wir die Arztpraxen so weit wie möglich bei Organisation und Terminvergabe entlasten, damit sie mit größtmöglicher Flexibilität Impfungen vornehmen können."

Um Hausärzte zu entlasten, sollten bis zu den Sommerferien nicht unbedingt notwendige Arztbesuche vermieden oder verschoben werden, hieß es. Das gelte etwa für Routinekontrollen und die Besprechung von Laborbefunden. Köpping: "Ich möchte alle Patienten um Verständnis bitten. Aber in der derzeitigen Situation hat die schnellstmögliche Immunisierung der Bevölkerung oberste Priorität. Daher bitte ich alle, nicht unbedingt notwendige Arzttermine zu verschieben. Klar ist aber auch: Wer ärztliche Hilfe benötigt, bekommt sie natürlich weiterhin in seiner Hausarztpraxis. Da gibt es keine Abstriche."

13.39 Uhr: Dresdner Grundschulen beenden Wechselunterricht

Grundschulen in Dresden können am kommenden Dienstag wieder in den sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Wie Sachsens Kultusministerium mitteilt, wird der Wechselunterricht ab 18. Mai aufgehoben. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt unter 100 gesunken ist, gelte demnach nicht mehr die Bundesnotbremse, sondern die Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates. Es gelte das Prinzip der festen Gruppen und Klassen.

Keine Veränderungen ergeben sich für Kitas und Horte, da diese sich ohnehin bereits im eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen und Bezugspersonen befänden, so das Ministerium. In Kindertagespflegestellen könne demnach wieder Regelbetrieb stattfinden.

13.27 Uhr: Umsatzverluste im Handwerk für viele Betriebe 2021 kaum aufholbar

Fortschritte beim Impfen und sinkende Corona-Infektionszahlen lassen die Handwerksbetriebe in Deutschland wieder etwas positiver in die Zukunft blicken. Wie aus dem Konjunkturbericht des Branchenverbands ZDH hervorgeht, erwarten sie, dass die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte wieder deutlich anziehen. Zugleich wirkten die Corona-Einschränkungen aber nach, betonte Generalsekretär Holger Schwannecke. "Die daraus resultierenden Umsatzverluste werden in vielen Gewerken auch dann kaum auszugleichen sein, wenn die betroffenen Betriebe im weiteren Jahresverlauf wieder voll umfänglich tätig werden könnten."

Der Branchenverband rechnet für das laufende Jahr insgesamt mit einem Umsatzwachstum von einem Prozent. Doch selbst dieses verglichen mit Vor-Pandemiejahren geringe Wachstum lasse sich nur erreichen, wenn das Impfen weiter beschleunigt werde und nachhaltige, länger anhaltende Öffnungsschritte möglich mache. Vor allem Zulieferer der Hotellerie und Gastronomie, also Wäschereien und Gebäudereiniger, aber auch Bäcker, Konditoren, Metzger und Bierbrauer hätten häufig Liquiditätsprobleme, sagte Schwannecke. Gleiches gelte für Messebauer und Veranstaltungstechniker. Deshalb müssten bestehende Hilfsprogramme verlängert werden.

13.05 Uhr: Rund 13.000 Corona-Infektionen bei vollständig Geimpften

In Deutschland wurden bisher rund 13.000 vollständig Geimpfte noch positiv auf das Coronavirus getestet. Das entspricht bei insgesamt mehr als acht Millionen Zweitimpfungen etwa 0,16 Prozent. Es sei aber nicht klar, ob die Erkrankung bei vollem Impfschutz, also mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung, auftrat oder in den Tagen davor, erklärte das Gesundheitsministerium am Freitag. Impfungen können Corona-Infektionen zwar in den meisten Fällen verhindern, allerdings nicht zu hundert Prozent. Man geht außerdem davon aus, dass der Körper nach der zweiten Impfung rund zwei Wochen braucht, um den vollen Impfschutz aufzubauen.

Nach der ersten Impfung wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums rund 44.000 Covid-19-Fälle gemeldet. Das entspricht bei mehr als 28,5 Millionen Erstgeimpften etwa 0,15 Prozent. 662 zweifach Geimpfte und rund 2.000 einfach Geimpfte starben.

12.54 Uhr: Beratungsstelle informiert im Internet über Verschwörungserzählungen

Die Beratungsstelle Veritas informiert auf einer neuen Webseite über Verschwörungserzählungen. Sie seien kein neues Phänomen, in Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie aber noch häufiger zu beobachten, teilte die Senatsverwaltung für Inneres zum Start der Website unter https://veritas-beratung.de/ am Freitag mit. Die von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt geförderte Beratungsstelle ist im Januar gestartet und unterstützt Menschen, die in ihrem beruflichen oder persönlichen Umfeld mit Verschwörungserzählungen konfrontiert sind.

Das können zum Beispiel Familienangehörige sein, aber auch Lehrer oder Fachkräfte der Jugendarbeit. Veritas soll für sie eine direkte Anlaufstelle ausschließlich zu Verschwörungserzählungen sein. Das Angebot richtet sich laut Innenverwaltung auch an Personen, die sich selber in Verschwörungserzählungen gefangen fühlen und Hilfe benötigen. Die kostenlose vertrauliche Beratung sei online, telefonisch, per E-Mail, oder in der Beratungsstelle möglich.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

12.36 Uhr: Neuer Impfrekord: 1,35 Millionen Menschen an einem Tag geimpft

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden wie noch nie. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 09.35 Uhr) wurden an dem Tag 1.353.453 Impfspritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, wurden damit an beiden Tagen zusammen fast 2 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft. Damit seien 35,9 Prozent (29,8 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft und 10,6 Prozent (8,8 Millionen) voll geschützt.

Laut RKI hatte es vor dem neuen Tagesrekord in den vergangenen Wochen bereits drei Tage gegeben, an denen über eine Million Impfspritzen gesetzt wurden. Insgesamt wurden demnach bis einschließlich Donnerstag etwa 38,6 Millionen Impfdosen verabreicht. Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 40,4 Prozent. Sachsen liegt auf dem hintersten Platz mit 31,1 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Allerdings sind im Freistaat bereits 14,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, der zweithöchste Wert in Deutschland.

12.20 Uhr: 42 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 42 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 29.718 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen veränderte sich nicht - seit Pandemiebeginn sind 1.060 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Weitere Patienten mussten nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 27.399 Dresdner - 113 mehr als am Donnerstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag von 99,5 auf 89,1. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 87,3, tags zuvor waren es 92. Die RKI-Werte weichen aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Alle Zahlen aus Dresden (SZ+)

12.08 Uhr: Berliner Cafés und Restaurants dürfen Pfingsten draußen wieder öffnen

Viele Berlinerinnen und Berliner haben schon lange darauf gewartet, dass Cafés und Restaurants zumindest im Freien wieder Gäste bedienen dürfen. Am Dienstag hatte der Senat entsprechende Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht gestellt, am Freitag hat er sie nun nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen - für die Zeit ab Freitag vor Pfingsten. Voraussetzung ist neben einem vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie obligatorischen Hygienekonzept, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt. Dann greift die Bundes-Notbremse nicht mehr, die solche Lockerungen bisher verbietet.

11.53 Uhr: Sachsenring bleibt bis 2026 Grand-Prix-Ausrichter - 2021 ohne Fans

Der Sachsenring bleibt bis 2026 Ausrichtungsort des Motorrad-Grand-Prix in Deutschland. Der ADAC und MotoGP-Rechteinhaber Dorna Sports einigten sich auf eine weitere Zusammenarbeit, teilte der ADAC am Freitag mit. Die Motorrad-WM-Läufe auf dem Traditionskurs nahe Hohenstein-Ernstthal zählen seit 1998 zu den Highlights im deutschen Sportjahr. Jährlich kommen rund 200.000 Fans an die Strecke, außer im vergangenen und diesen Jahr wegen der Corona-Pandemie.

"Gerade in diesen schwierigen Zeiten war es uns wichtig, rechtzeitig die Weichen dafür zu stellen und dem Sachsenring als Motorrad-Mekka eine langfristige Perspektive zu geben", sagte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte: "Das ist eine wunderbare Nachricht für alle, die den Motorsport lieben, für Sachsen und die gesamte Region. Der Motorrad Grand Prix und Sachsenring - das ist schon lange eine Erfolgsgeschichte. Es ist gut, dass zu der Geschichte jetzt viele weitere spannende Kapitel hinzukommen."

Allerdings müssen sich die Fans noch gedulden. Aufgrund der Pandemielage findet der Auftritt der Weltklasse-Piloten vom 18. bis 20. Juni 2021 ohne Zuschauer statt. Bereits erworbene Tickets behalten für 2022 ihre Gültigkeit.

11.18 Uhr: Sachsens Musikrat sammelt über 88.000 Euro Spenden für freie Künstler

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat der sächsische Musikrat mehr als 88.000 Euro an Spendengeldern für freischaffende Musiker und Musikerinnen gesammelt. Durch den Lockdown hatten viele von ihnen jede Auftrittsmöglichkeit verloren. Mit den Spenden wurden Auftritte in und vor karitativen Einrichtungen organisiert, für die die teilnehmenden Künstler eine kleine Gage erhalten konnten, wie der Musikrat am Freitag mitteilte. Bei der letzten Aktion, einem musikalischen Osterspaziergang, traten 85 Künstler in mehr als 35 karitativen Einrichtungen auf, so zum Beispiel in Seniorenheimen, Kinderhospizen und Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung. Der Hilfsfonds des Musikrates hat den Angaben nach vier derartige Aktionen finanziert.

Der Musikrat hat Geld für freie Musiker gesammelt, die derzeit kein Engagement haben, nicht auftreten können.
Der Musikrat hat Geld für freie Musiker gesammelt, die derzeit kein Engagement haben, nicht auftreten können. © Sebastian Gollnow/dpa (Symbolbild)

11.02 Uhr: Mann ergaunert Corona-Gelder und kauft Luxusauto - Haftstrafe

In den USA ist ein Mann zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er etwa 3,9 Millionen Dollar (etwa 3,2 Millionen Euro) an Corona-Darlehen ergaunert und davon unter anderem einen Luxuswagen gekauft hat. Der 29-Jährige aus dem Bundesstaat Florida habe gleich mehrere falsche Anträge eingereicht und darüber hinaus auch anderen Menschen beim Betrug geholfen, teilte das US-Justizministerium mit. Von den erhaltenen Geldern kaufte er sich unter anderem einen Lamborghini für rund 318.000 Dollar.

Die Darlehen im Rahmen eines Hilfsprogramms waren eigentlich für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen vorgesehen. Der Mann habe fälschlicherweise angegeben, Dutzende Angestellte zu haben, denen er die Gehälter fortzahlen müsse. Geld und Luxuswagen seien von den US-Behörden beschlagnahmt worden.

10.37 Uhr: Kinoöffnungen lohnen vielerorts noch nicht

Trotz Lockerungen der Corona-Einschränkungen lohnt sich die Öffnung von Kinos nach Ansicht des Branchenverbands HDF vielerorts noch nicht. Die Vorstandsvorsitzende des Hauptverbands Deutscher Filmtheater, Christine Berg, sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Die Auflagen sind immer noch so schlecht für uns, dass eine wirtschaftliche Öffnung überhaupt nicht möglich ist. Und dann haben wir auch noch gar kein attraktives Filmangebot."

Die HDF-Chefin beklagte die Maskenpflicht am Platz in den Kinos. Damit könnten keine Getränke und Knabbereien verkauft werden. "Wir müssen immer noch einen Riesen-Abstand wahren, obwohl wir super Belüftungsanlagen haben", fügte sie hinzu. Die Auflagen machten einen normalen Betrieb unmöglich. Hinzu komme ein mangelndes Filmangebot: "Da sind wir in der Abhängigkeit von den Verleihern. Und ein Verleiher kommt natürlich mit einem ganz großen Film nur dann, wenn er ihn in Deutschland flächendeckend auch wirklich einsetzen kann." Berg geht aber davon aus, dass die großen Filme im Herbst starten werden.

10.15 Uhr: Museumsbund befürchtet Sparmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat den über 6.600 Museen in Deutschland ein tiefes Loch in die Finanzen gerissen. "Egal, ob ein Museum kommunal, staatlich oder über das Land finanziert wird - Einnahmeausfälle haben wir alle über lange Zeit gehabt", sagte Christina Haak, Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbundes, in Berlin. Der tatsächliche Verlust könne bundesweit zu diesem Zeitpunkt nicht benannt werden, hieß es. Zahlen werden demnach individuell pro Haus erhoben.

Trotz Pandemie sind zum Internationalen Museumstag am 16. Mai den Angaben zufolge deutschlandweit gut 1.500 Aktionen in den Einrichtungen geplant, die schon wieder öffnen dürfen. "Das sind immerhin knapp über 600", sagte Haak, die stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin ist. Ziel des Museumstages ist es, auf die thematische Vielfalt der Museen hinzuweisen. Die bundesweite Auftaktveranstaltung wird im Livestream aus dem Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur in Halberstadt übertragen.

Angesichts sinkender Infektionszahlen und Impffortschritten macht sich bei deutschen Museen aber auch allmählich Unruhe bemerkbar. Warum das so ist, lesen Sie im Artikel Corona: Museen befürchten Schließung

9.53 Uhr: Irischer Gesundheitsdienst von Cyberangriff teils lahmgelegt

Der irische Gesundheitsdienst ist zur Zielscheibe eines Cyberangriffs geworden. Man habe die eigenen IT-Systeme nach einem "signifikanten Ransomware-Angriff" vorsorglich heruntergefahren, teilte der Gesundheitsdienst am Freitag auf Twitter mit. Corona-Impfungen seien jedoch nicht von dem Ausfall betroffen, sie sollten wie geplant stattfinden. Man werde die Situation weiter prüfen, hieß es. Wer hinter dem Angriff steckte, war zunächst unklar. Ein Krankenhaus in Dublin musste der Nachrichtenagentur PA zufolge wegen des Angriffs die meisten Routinetermine zunächst absagen. Bei sogenannten Ransomware-Attacken werden Daten auf Computern verschlüsselt - und die Angreifer verlangen meist Lösegeld für die Freigabe.

Impfungen wie hier im Impfzentrum im Helix, einem Mehrzweckort auf dem Campus der Uni Dublin, sind vom Cyberangriff nicht direkt betroffen.
Impfungen wie hier im Impfzentrum im Helix, einem Mehrzweckort auf dem Campus der Uni Dublin, sind vom Cyberangriff nicht direkt betroffen. © Brian Lawless/PA Wire/dpa

9.32 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz fällt in Sachsen weiter

Den vierten Tag in Folge sinkt die Infektionszahl nun in Sachsen. Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldete am Freitagmorgen 133,9 Neuinfektionen unter 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen an. Am Dienstag war der Wert auf 167,6 gesunken, am Mittwoch auf 144,4 und am Donnerstag auf 140,1. Heute vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 184,3, am 14. April - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 227,8. Sachsen ist nach Thüringen (Inzidenz von 148,5) aber weiterhin das am meisten von Corona betroffene Bundesland. Neun Länder liegen mittlerweile unter dem Grenzwert von 100. Schleswig-Holstein weist mit einer Inzidenz von 42,8 sogar einen Wert knapp unter der nächsten Grenze für die Lockerung der Corona-Beschränkungen von 50 auf. Bundesweit sank die Inzidenz mit 96,5 erstmals seit 20. März wieder unter 100.

Hotspots in Sachsen sind die beiden Regionen mit Werten über 200. Für den Erzgebirgskreis gibt das RKI die Inzidenz mit 240,9 an und für Mittelsachsen 235,8. Eine Inzidenz von unter 100 neuen Infektionen von 100.000 Menschen in sieben Tagen wurden für die zwei Großstädte Leipzig mit 68,3 und Dresden mit 87,3 sowie für den Landkreis Nordsachsen mit 91 gemeldet. Alle anderen sieben Landkreise und die Stadt Chemnitz liegen zwischen 100 und 200.

Für weitere Lockerungen ist entscheidend, dass die Inzidenz an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt. Passiert das, wird die Bundes-Notbremse am übernächsten Tag außer Kraft gesetzt. Dann gilt, was die Landesregierung für Sachsen regelt. Dazu zählt zum Beispiel, dass wieder Biergärten genutzt werden dürfen. Der Wechselunterricht an Grundschulen wird dann ausgesetzt, an Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen wird aber weiter im Wechselmodell unterrichtet. Seit dem heutigen Freitag ist das im Freistaat in Leipzig als erster Region der Fall.

9.17 Uhr: Erste Flüge und Kreuzfahrten: Tui fährt Betrieb in Griechenland hoch

Zum Start der griechischen Tourismussaison 2021 hat Tui sein Geschäft in dem Land wieder aufgenommen. Am Freitagvormittag sollten die ersten Maschinen mit Inselurlaubern aus Deutschland auf Kreta ankommen. Schon am Donnerstag waren Tui-Kunden dort gelandet, um nun mit der "Mein Schiff 5" zu einer Kreuzfahrt aufzubrechen - der ersten von acht durch griechische Gewässer. Am Samstag machen die Griechen den offiziellen Auftakt in der Touristik.

Tui hatte als weltgrößter Reiseanbieter in dem wichtigen Zielland mehr als ein halbes Jahr pausieren müssen. Grund war - wie in vielen anderen Urlaubsgebieten - die schwierige Corona-Lage. Zuletzt besserte sich die Situation auch in Griechenland aber spürbar. Finanzchef Sebastian Ebel sprach von einem "weiteren Meilenstein", nachdem die Hannoveraner bereits für die Balearen und die Algarve wieder schrittweise Flüge angeboten und Hotels geöffnet hatten. Ab dem Wochenende sollen unter anderem auch Verbindungen auf griechische Inseln wie Kos, Korfu und Rhodos bedient werden. Nötig für die Einreise nach Griechenland ist für Urlauber laut Tui ein negativer PCR-Test, der nicht älter als drei Tage ist, oder der Nachweis der vollständigen Impfung. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Griechenland öffnet wieder für Touristen

8.56 Uhr: Balearen-Präsidentin: Nachtleben eher erst nach dem Sommer

Kein Bierkönig, keine Schinkenstraße: Sommer-Touristen auf Mallorca und den übrigen Balearen müssen sich wohl auf Urlaub ohne Clubbesuche einstellen. "Erst mit einer höheren Impfrate können wir das Nachtleben wieder öffnen", sagte die Regierungschefin der Inseln, Francina Armengol, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Durch zu schnelle Öffnungsschritte würden wir die großen Opfer, die unsere Bevölkerung bei der Bekämpfung der Pandemie erbracht hat, gefährden." Priorität habe nun der "verantwortungsvolle Tourismus", man wünsche sich viele Familien, Sport-, Kultur- und Gastronomieurlauber. "Das Nachtleben folgt später, wahrscheinlich nicht mehr in diesem Sommer."

Armengol bezeichnete die Corona-Pandemie zudem als Chance, "den Exzesstourismus hinter uns zu lassen". Auf den Balearen haben man angefangen, einen Qualitätstourismus zu entwickeln, mit mehr Respekt vor der Natur und den Eigenheiten der Regionen. "Corona hat uns noch einmal die Notwendigkeit von verantwortungs- und respektvollem Tourismus gezeigt." Die Erfahrungen mit der Öffnung für deutsche Touristen seit Ostern seien "sehr positiv" gewesen. Seit mehreren Tagen liegt die Inzidenz auf den Balearen laut Armengol unter 25.

Mallorca wurde in Deutschland am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen wurde. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde aufgehoben, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit wurde der Urlaub auf Balearen wieder ohne Quarantäne bei der Rückkehr möglich.

Die deutsche Sängerin Mia Julia tritt im Juli 2019 im Bierkönig in Palma de Mallorca auf. Wann sowas wieder möglich ist, ist noch unklar.
Die deutsche Sängerin Mia Julia tritt im Juli 2019 im Bierkönig in Palma de Mallorca auf. Wann sowas wieder möglich ist, ist noch unklar. © Clara Margais/dpa

8.30 Uhr: Maas hält Sommerurlaub für möglich

Angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie wird nach den Worten von Außenminister Heiko Maas (SPD) im Sommer wieder Urlaub möglich sein. "Wir dürfen uns Hoffnung machen, dass sich das Leben bald wieder normalisiert, wenn die Infektionszahlen weiter sinken und die Impfkampagne Fortschritte macht", sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgabe) wie dem Handelsblatt. Er erwarte dann wieder ein Leben "in normaleren Verhältnissen", so Maas. "Und das schließt Sommerurlaub ein." Dies könne auch für Nicht-Geimpfte gelten. Eine abermalige Rückholaktion für Bundesbürger, die wegen der Pandemie im Ausland stranden, lehnte der Minister ab.

8.03 Uhr: Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen bleibt niedrig

Die Corona-Pandemie hat den Frankfurter Flughafen weiter fest im Griff. Trotz der Osterferien blieb die Zahl der abgefertigten Passagiere am größten deutschen Flughafen wie schon in den Vormonaten unter der Millionen-Marke. Im Vergleich zum April 2019, also bevor die Pandemie den Flugverkehr weltweit massiv beeinträchtigt hatte, sank die Zahl der Passagiere um fast 84 Prozent auf knapp 984.000, wie der im MDax notierte Flughafenbetreiber Fraport am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat zog die Zahl der Passagiere allerdings um 423 Prozent an. Der April 2020 war der erste Monat, in dem Fraport die Corona-Folgen voll zu spüren bekommen hatte. Über die ersten vier Monate des laufenden Jahres gesehen ging die Zahl der Passagiere um 69 Prozent auf mehr als 3,4 Millionen zurück - im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 sei dies ein Rückgang um 83 Prozent.

7.45 Uhr: Neue "Querdenken"-Demos zu Pfingsten in Berlin

Am Pfingstwochenende stehen Berlin erneut Demonstrationen von Kritikern der Corona-Einschränkungen und sogenannten Querdenkern bevor. Bei der Polizei sind für den 22./23. Mai mehrere Kundgebungen und Demonstrationszüge mit teilweise bis zu 16.000 Teilnehmern angemeldet. Zudem soll am Pfingstsonntag eine Demonstration gegen hohe Mieten mit 10.000 Teilnehmern durch die Hauptstadt ziehen.

Die "Querdenken"-Demonstrationen sind sowohl für den Samstag vor Pfingsten als auch für Sonntag angemeldet. Auf der Internetseite des Bündnisses Querdenken711 findet sich ein Aufruf für Samstag unter dem Titel: "Für Frieden Freiheit und Grundrechte". Dazu sollen vier Demonstrationszüge aus verschiedenen Richtungen jeweils etwa über acht Kilometer zum Großen Stern im Bezirk Tiergarten ziehen. Dort ist dann eine Kundgebung geplant.

7.22 Uhr: Diakonie dringt auf Corona-Hilfen für Prostituierte

Angesichts des wegen der Corona-Pandemie geltenden Prostitutionsverbots verlangt die Diakonie schnelle staatliche Hilfe, um die Not der Frauen zu lindern. "Viele von ihnen sind regelrecht in ein schwarzes Loch gefallen. Sie sind völlig mittellos, prostituieren sich im Verborgenen weiter und müssen sich auf Vieles einlassen", sagte Diakonie-Vorständin Maria Loheide der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Prostituierten müsse jetzt der Zugang zu Sozialhilfe und der gesetzlichen Krankenversicherung geöffnet werden. "Corona hat das Leben vieler Prostituierter drastisch verschlechtert", sagte Loheide weiter.

Sie schlug die Einberufung eines Runden Tisches vor. Daran teilnehmen sollten aus ihrer Sicht unter anderem Bund, Länder, Kommunen, Sozialverbände und die Polizei. "Die Beratungsarbeit vor Ort muss grundsätzlich verstärkt werden, vor allem auch mobile Teams, die Prostituierte aufsuchen", erklärte die Diakonie-Vorständin. Die Diakonie sprach sich dagegen aus, Prostitution nach dem Ende der Pandemie grundsätzlich zu verbieten. "Prostitution hört nicht einfach auf, wenn man sie verbietet", sagte Loheide, die im dreiköpfigen Vorstand der Diakonie Deutschland den Bereich Sozialpolitik verantwortet.

Die Diakonie fordert Corona-Hilfen auch für Prostituierte.
Die Diakonie fordert Corona-Hilfen auch für Prostituierte. © Andreas Arnold/dpa (Symbolbild)

7.07 Uhr: Hausärzte-Chef zweifelt an Startdatum für Impfpass

Der Deutsche Hausärzteverband zweifelt an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni. Es deute wenig darauf hin, dass der Ausweis bis zum Beginn der Reisesaison im Sommer flächendeckend verfügbar sein werde, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). "Da darf man mit Blick auf bürokratische Vorgaben und weitere leidvolle Verkomplizierungen schon Zweifel haben, ob den vollmundigen Ankündigungen dann auch zeitnah Taten folgen werden."

Unabhängig davon dürfe Hausarztpraxen "keinesfalls noch mehr Bürokratie aufgebürdet werden", sagte der Ärztefunktionär. Die Mediziner bräuchten Zeit für Patienten, aber "ganz gewiss nicht, um uns als Passamt der Republik zu verdingen". Umso wichtiger sei, dass der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte gelbe Impfausweis als Nachweis gültig bleibe. Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf.

6.45 Uhr: Köpping lobt Arbeit der mobilen Impfteams in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die Arbeit der 30 mobilen Impfteams im Land gelobt und als unerlässlich für einen Erfolg der Impfkampagne bezeichnet. "Wir haben hervorragende Erfahrungen mit den Impfteams gemacht. Sie können zum Beispiel in enger Zusammenarbeit und auf Initiative von Kommunen temporäre Impfzentren in Gemeindehallen betreiben oder in Einrichtungen impfen", sagte die Ministerin in Dresden. Mit den Teams könne man auch schnell auf regionale Besonderheiten regieren. "Sie genießen hohe Anerkennung bei den Bürgern, die sich sehr über ein wohnortnahes Angebot freuen und dies auch sehr gut annehmen", sagte Köpping.

Das mobile Impfen sei ein wichtiger Bestandteil der sächsischen Impfstrategie: "Die Teams gehen in die Fläche, in die Alten- und Pflegeheime - sie bringen dabei Hoffnung mit. Hoffnung auf ein Leben ohne die Angst vor einer schweren Corona-Erkrankung und ein Stück Normalität." Dabei würden die Teams mitunter auch an die Grenzen ihrer eigenen körperlichen und seelischen Belastbarkeit gehen. Allen Beteiligten gebühre Dank.

Im DRK-Impfbus am 8. April in Altenberg arbeitet das Impfteam bestehend aus Marco Möller, Juliane Pohl, Stephanie Boden und Cornelia Rotter.
Im DRK-Impfbus am 8. April in Altenberg arbeitet das Impfteam bestehend aus Marco Möller, Juliane Pohl, Stephanie Boden und Cornelia Rotter. © Karl-Ludwig Oberthür

6.27 Uhr: Bayerns Innenminister fordert harte Strafen für Impfpass-Fälscher

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die Fälschung von Impfausweisen hart bestrafen. "Das ist kein Bagatelldelikt, sondern Urkundenfälschung", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgabe). Gleichzeitig sieht er den Bund und die Europäische Union in der Pflicht. "Es ist höchste Zeit, dass bald ein elektronischer Impfausweis zur Verfügung steht, der fälschungssicher ist", sagte der CSU-Politiker. "Ich hoffe, dass das sehr schnell auf Bundes- oder EU-Ebene realisiert wird."

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat schon davor gewarnt, gefälschte Impfausweise herzustellen oder zu nutzen. Dies sei eine Straftat, die mit einer empfindlichen Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe geahndet werden könne. Menschen, die eine vollständige Impfung nachweisen können, kommen in den Genuss zahlreicher Lockerungen, etwa bei der nächtlichen Ausgangssperre. In Thüringen gibt es bereits so einen elektronischen Nachweis. Die Behörden dort berichteten am Donnerstag von einem regelrechten Ansturm.

6.11 Uhr: Japan weitet vor Olympia Corona-Notstand aus

Angesichts weiter steigender Infektionszahlen weitet Japan den Corona-Notstand weniger als drei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen nochmals aus. In den Präfekturen Hokkaido, Okyama und Hiroshima müssten bis 31. Mai ebenfalls strengere Restriktionen umgesetzt werden, gab der zuständige Minister Yasutoshi Nishimura am Freitag bekannt. Die Regierung hatte erst kürzlich den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio abermals verlängert und auf insgesamt sechs Regionen ausgeweitet.

Für Hokkaido, Okayama und Hiroshima war eigentlich nur ein Quasi-Notstand vorgesehen gewesen, doch Experten drängten darauf, auch dort strengere Maßnahmen zu ergreifen. Die Olympischen Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. In Umfragen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine erneute Verschiebung oder Absage der Spiele aus.

5.48 Uhr: Immunisierung hinter Gittern läuft in Sachsen

Auch in Sachsens Justizvollzugsanstalten läuft die Immunisierung auf Hochtouren. Nach Angaben des Justizministeriums in Dresden sind bisher rund 900 Bedienstete und 500 Gefangene vollständig gegen Corona geimpft. Neben den inhaftierten Senioren in Waldheim, den Bediensteten des Haftkrankenhauses Leipzig und der medizinischen Dienste aller zehn Gefängnisse im Freistaat haben auch einige der Gefangenen dort mit Priorität 2 bereits die nötigen Dosen erhalten. Inzwischen gibt es auch Termine für alle anderen Impfwilligen dieser Gruppe - und schon einige Erstimpfungen, sagte der Ministeriumssprecher.

Bis Mitte Februar wurden nach Ministeriumsangaben knapp 200 Corona-Infektionen hinter Gittern nachgewiesen. Betroffen waren 119 Bedienstete und 78 Inhaftierte. Aktuell (Stand: 11. Mai) sind noch zwei Gefangene und 21 Bedienstete infiziert. Einige Gefangene steckten sich im Vollzug an, andere schon vor dem Haftantritt, sagte der Ministeriumssprecher. Derzeit sind rund 2780 Menschen im Freistaat inhaftiert, mit Stand Anfang März arbeiteten etwa 1875 Bedienstete in den Justizvollzugsanstalten.

5.33 Uhr: Landkreise fordern normalen Unterricht im Juni

Der Deutsche Landkreistag hat sich für eine bundesweite Rückkehr zu normalem Schulunterricht in den Klassenzimmern im Juni ausgesprochen. Angesichts der Entwicklung in der Corona-Pandemie seien solche Öffnungen jetzt zu verantworten, sagte dessen Präsident Reinhard Sager dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie sollten im Mai beschlossen und spätestens zum Juni umgesetzt werden - ganz und nicht nur im Wechselunterricht. "Bis dahin dürften noch mehr, wenn nicht alle Bundesländer die Inzidenz von 100 unterschreiten." Die Sommerferien beginnen in den ersten Bundesländern in diesem Jahr am 21. Juni.

Aktuell gilt, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 - also 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - in einem Kreis, an den Schulen Wechselunterricht stattfinden muss. Die Werte gehen inzwischen in den meisten Regionen deutlich zurück. In vielen Bundesländern werden die Corona-Beschränkungen nun nach und nach gelockert. CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus mahnte die Länder zu einem verantwortungsvollen Vorgehen. Bei einer Inzidenz unter 100 liege die Verantwortung bei den Ministerpräsidenten, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (Freitag). "Ich vertraue darauf, dass sie auch gewissenhaft mit der Lage umgehen." Für einen unbeschwerten Sommer müsse man sich "an 10er- oder 20er-Werten orientieren". Parallel zum Impfen müssten die Zahlen weiter nach unten getrieben werden.

In einem Klassenzimmer der Diesterwegschule in Rauschwalde wird die Technik für den Hybridunterricht eingerichtet, bei dem einige Schüler vor Ort sind, die anderen zu Hause am Rechner.
In einem Klassenzimmer der Diesterwegschule in Rauschwalde wird die Technik für den Hybridunterricht eingerichtet, bei dem einige Schüler vor Ort sind, die anderen zu Hause am Rechner. © Martin Schneider

5.18 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit 20. März unter 100

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit dem 20. März wieder die Schwelle von 100 unterschritten. Nach Stand des RKI-Dashboards von 04.56 Uhr lag der Wert am Freitag bei 96,5 (20. März: 99,9). Am Donnerstag hatte das RKI die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 103,6 angegeben, am Freitag vor einer Woche mit 125,7. Einen Höchststand hatte die bundesweite Inzidenz während der dritten Welle am 26. April mit 169,3 erreicht. Der bisher höchste Inzidenz-Wert hatte bei 197,6 am 22. Dezember vergangenen Jahres gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.336 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.485 Neuansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 190 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 284 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.577.040 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.259.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.848.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Freitag: 4.58 Uhr: Leipzig lockert Corona-Regeln ab Freitag

Als erste Region in Sachsen kann Leipzig ab heute dank geringer Infektionszahlen die Corona-Regeln deutlich entschärfen. So dürfen Biergärten und Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen fallen weg. In Baumärkten kann wieder ohne Termin und Negativtest eingekauft werden. Erleichterungen gibt es auch beim Kinder- und Jugendsport. Kinos dürfen ab Montag wieder öffnen - mit Termin, Test und Kontaktnachverfolgung. Die Kulturhäuser wollen in den nächsten Tagen verkünden, wann und mit welchem Programm sie wieder aufmachen.

Von Montag an kehren zudem die Grundschulen zum Präsenzunterricht zurück - laut Kultusministerium ohne Wechselmodell, aber im eingeschränkten Regelbetrieb. Es gelte das Prinzip der festen Klassen und Gruppen, hieß es. Für Kitas und Horteinrichtungen ergeben sich keine Änderungen. Die Maskenpflicht in Fußgängerzonen entfällt. Auf dem Wochenmarkt sowie in Schulen bleibt sie aber bestehen. Die Stadt Leipzig hat schon seit längerem in Sachsen die wenigsten Corona-Neuinfektionen. Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Bundesweit betrug die Inzidenz 103,6, in Sachsen waren es 140,1.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

18.02 Uhr: Kuba setzt eigenen Corona-Impfstoff ein

Die kubanische Regierung hat Impfungen mit einem selbst entwickelten Mittel gegen das Coronavirus gestartet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden würden seit Mittwoch (Ortszeit) Menschen aus vier Stadtteilen Havannas mit dem Vakzin Abdala gespritzt, berichtete der Nachrichtensender Telesur. In der letzten Maiwoche sollen demnach weitere Gemeinden eingebunden werden. Obwohl die Ergebnisse des dritten und damit letzten Testlaufs für Abdala noch nicht vorliegen, habe man sich zu diesem Schritt entschieden, hieß es. Gesundheitsminister José Angel Portal erklärte, diese Maßnahme sei zeitlich begrenzt. Die Regierung habe sich dazu entschieden, um bei der Immunisierung der Bevölkerung voranzukommen.

Man warte zugleich darauf, dass die staatliche Kontrollstelle für Medikamente und medizinisches Gerät (Cedmed) grünes Licht für die Massenanwendung von Abdala sowie Soberana 02 gebe, einen weiteren im Land entwickelten Impfstoff. Portal erwartet, dass bis August 70 Prozent der Bevölkerung Kubas geimpft sein werden. Sollten die kubanischen Impfstoffe erfolgreich sein, wäre das auch ein Fortschritt für andere Staaten Lateinamerikas. Bolivien, Mexiko, Argentinien und Jamaika haben bereits Interesse angekündigt, das Vakzin zu kaufen oder auch selbst zu produzieren. In Kuba haben sich offiziellen Angaben zufolge knapp 120.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 768 sind gestorben.

Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz geht auf einer Straße durch Havanna. Kuba setzt einen eigenen Impfstoff gegen Corona ein.
Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz geht auf einer Straße durch Havanna. Kuba setzt einen eigenen Impfstoff gegen Corona ein. © Joaquin Hernandez/XinHua/dp

17.19 Uhr: Dutzende japanische Olympia-Gastgeberstädte sagen ab

In Japan haben Dutzende Städte ihre Gastgeberrolle für die Olympischen Spiele und die Paralympics in gut zwei Monaten aus Sorge vor dem Coronavirus aufgegeben. Wie die Zeitung "Nikkei" und andere japanische Medien am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichteten, haben sich zwischen 30 und 40 Gemeinden zurückgezogen, die sich im Rahmen des "Host Town"-Programms als Trainingslager für ausländische Athleten und zum kulturellen Austausch angeboten hatten.

Tokios Nachbarprovinz Chiba gab unterdessen bekannt, vom US-Leichtathletikverband im April informiert worden zu sein, dass er aus Sorge um die Sicherheit der Athleten auf das dort geplante Trainingslager verzichten werde. Auch das britische Rollstuhl-Basketballteam sowie die russischen Fechter werden nach Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo nicht wie geplant in Chiba trainieren.

Zwar wolle die japanische Regierung die zusätzlichen Kosten der Gastgeberstädte für Corona-Maßnahmen decken und habe Richtlinien erarbeitet, doch kleinere Gemeinden hätten nicht genug Personal für die zusätzlichen Aufgaben. Außerdem habe eine zunehmende Zahl an ausländischen Delegationen von sich aus einen Rückzieher gemacht. Zum Ende April hätten sich 528 Gemeinden in Japan angemeldet, um Athleten aus 184 Ländern und Regionen willkommen zu heißen, berichtete die Agentur Kyodo. Die Regierung habe die Gemeinden aufgerufen, den kulturellen Austausch unter anderem online fortzusetzen, hieß es.

16.55 Uhr: Impfanreize in den USA: Ohio verlost eine Million Dollar an Geimpfte

Im US-Bundesstaat Ohio kann eine Corona-Impfung künftig mit einer Million US-Dollar (830.000 Euro) belohnt werden - man muss dafür allerdings bei einer Impflotterie gewinnen. Alle Bürger, die mindestens ihre erste Impfung erhalten haben, können gewinnen, wie der Gouverneur des Bundesstaats, Mike DeWine, über Twitter erklärte. Die erste Auslosung solle am Mittwoch 26. Mai stattfinden, genauso in den vier Folgewochen. "Der Gewinner an jedem Mittwoch wird eine Million Dollar bekommen", schrieb er.

Viele Bundesstaaten und Kommunen in den USA haben bereits Anreize ausgelobt, damit sich möglichst viele Bürger gegen Corona impfen lassen. Zu den Anreizen gehören zum Beispiel Anleihen über 100 US-Dollar für bestimmte Altersgruppen, freier Eintritt in Museen sowie Freigetränke oder Snacks. Auch viele Arbeitgeber bieten Mitarbeitern Anreize, um sich impfen zu lassen. Der am Mittwoch (Ortszeit) von Ohio ausgelobte Lotteriegewinn für eine Impfung wäre aber wohl mit Abstand die bislang größte Belohnung.

Der Gouverneur sagte, er rechne damit, dass ihn manche für "verrückt" erklären würden oder ihm Verschwendung von Staatsgeldern vorwerfen würden. "Aber wirklich, die einzige Verschwendung in diesem Stadium der Pandemie - in dem die Impfungen einfach erhältlich sind für alle, die wollen - ist ein Tod wegen Covid-19", schrieb DeWine. Ohio hat knapp 12 Millionen Einwohner. Rund 42 Prozent der Bevölkerung, oder 4,9 Millionen Menschen, haben bislang mindestens die erste Impfung erhalten, wie aus Daten der Behörden hervorgeht. Damit liegt der Staat nur knapp unter der landesweiten Quote von gut 46 Prozent.

16.34 Uhr: Corona-Pandemie erschwert weiter die Vermittlung von Lehrstellen in Sachsen

Die Corona-Krise erschwert nach Angaben der Arbeitsagentur jungen Leuten die Suche nach einer passenden Lehrstelle. "Corona und die damit verbundenen Unsicherheiten gestalten die Situation auf dem Ausbildungsmarkt schwierig", sagte Klaus-Peter Hansen, Chef der Arbeitsagentur in Sachsen, am Donnerstag in Chemnitz. Umso erfreulicher sei es, dass viele sächsische Unternehmen trotz der aktuellen Bedingungen auf Ausbildung setzen.

Laut Agentur sind derzeit noch 9.420 Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem stünden 10.274 freie Lehrstellen gegenüber. Man sei aber mit dem Informations- und Beratungsangebot gut aufgestellt, so dass Betriebe und Jugendliche ohne Vertrag auch in unsicheren Zeiten zueinander finden könnten. Der Zugang zu ihnen sei jedoch in der Pandemie schwieriger. Sie seien derzeit mit ihrem Schulabschluss beschäftigt, zudem schränke der Lockdown persönliche Beratung ein.

16.11 Uhr: 959 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Donnerstag 959 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es 1.560 gewesen. Im gleichen Zeitraum gab es 31 weitere Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen 9.362 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle in Sachsen erhöht sich auf 276.820.

Dabei sinkt die Inzidenz leicht auf 140,1, am Mittwoch waren es 144.4. Die Hotspots im Freistaat sind der Erzgebirgskreis und der Landkreis Mittelsachsen mit Werten von 241,8 beziehungsweise 235,8. Die geringsten Inzidenzen gibt es in Leipzig (72,5) und Dresden (92,0). Alle anderen Regionen liegen zwischen 100 und 200.

15.38 Uhr: Nächtliches Hotel-Essen: Strafe für Inter-Star Lukaku am Geburtstag

In der Nacht zu seinem 28. Geburtstag hat Fußballprofi Romelu Lukaku in Mailand eine Strafe wegen Verletzung der Corona-Vorschriften bekommen. Die italienischen Carabinieri bestätigten am Donnerstag Medienberichte, wonach der Mittelstürmer von Inter Mailand mit Mannschaftskollegen gestoppt wurde und eine Buße erhielt. Nach dem 3:1-Sieg des Meisters über AS Rom habe Lukaku mit einer größeren Gruppe - darunter andere Spieler - in einem Hotel zu Abend gegessen, hieß es in den Berichten. Quellen aus dem Vereinsumfeld wiesen aber laut der Nachrichtenagentur Ansa Angaben zurück, dass es sich um ein Geburtstagsfest gehandelt habe, das zu groß für Pandemie-Regeln gewesen sei. Vielmehr habe die Gruppe nach dem späten Spiel im Hotel gegessen, was erlaubt ist.

Einige hätten sich dann jedoch entschlossen, nicht auch dort zu schlafen, sondern zu Hause. Sie seien angezeigt und von den Carabinieri wegen Verstoßes gegen die nächtliche Ausgangsbeschränkung angehalten worden, hieß es. Allerdings erwähnte auch Ansa ein "kleines Geschenk" für das Geburtstagskind. In den Medienberichten war zuvor von einem "Fest" mit über 20 Leuten die Rede gewesen. Die Zeitung "Gazzetta dello Sport" berichtete, dass außer Lukaku noch drei andere Inter-Spieler Strafen erhielten, als sie gegen 3.00 Uhr das Hotel verlassen hätten. Auf der Inter-Seite im Netz war am Donnerstag ein Glückwunsch für den Belgier zu lesen: "Happy birthday, Romelu!"

12.05.2021, Italien, Mailand: Fußball: Serie A, Italien, 36. Spieltag Inter Mailand - im Giuseppe Meazza Stadion. Romelu Lukaku von Inter Mailand jubelt über ein Tor gegen den AS Rom am Mittwoch.
12.05.2021, Italien, Mailand: Fußball: Serie A, Italien, 36. Spieltag Inter Mailand - im Giuseppe Meazza Stadion. Romelu Lukaku von Inter Mailand jubelt über ein Tor gegen den AS Rom am Mittwoch. © Fabrizio Carabelli/LPS via ZUMA Wire/dpa

15.11 Uhr: Große Nachfrage nach elektronischem Corona-Impfnachweis in Thüringen

In Thüringen gibt es einen regelrechten Ansturm auf den elektronischen Nachweis für Corona-Impfungen. Seit dem Start der Abrufmöglichkeit habe es rund 60.000 Anfragen danach gegeben, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), am Donnerstag. Der Nachweis in Gestalt eines PDF-Dokuments mit QR-Code kann seit Mittwochvormittag auf dem Terminvergabeportal "www.impfen-thueringen.de" auf das Smartphone oder den PC heruntergeladen werden. Er enthält den Namen des Geimpften, den verabreichten Impfstoff und das Datum der beiden Einzelimpfungen. Auch der Papierausdruck ist möglich.

Den elektronischen Impfnachweis als Ergänzung zum Eintrag im gelben Impfausweis können all jene anfordern, die sich in den regionalen Impfstellen und den großen Impfzentren Thüringens gegen Covid-19 haben immunisieren lassen. Für in Arztpraxen Geimpfte ist dies noch nicht möglich. Zur Vorbereitung auf die in den nächsten Wochen erwartete bundesweite Impf-App testet Thüringen den elektronischen Nachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist. Das Zertifikat soll fälschungssicher sein. Es gilt nur in Verbindung mit dem Personalausweis.

14.48 Uhr: Kassenärzte: Falsche Erwartungen durch Aufhebung der Priorisierung

Berlins Kassenärzte haben überrascht und mit scharfer Kritik auf die von der Gesundheitsverwaltung angekündigte Aufhebung der Priorisierung beim Impfen gegen Corona in den Praxen reagiert. Dadurch würden falsche Erwartungen bei den Berlinerinnen und Berlinern geweckt, Chaos in den Praxen sei programmiert, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) der Hauptstadt am Donnerstag mit. Es habe vorab keine Absprachen zu dem Thema gegeben. Noch immer mangele es den Ärzten an Impfstoff, so dass selbst Menschen aus den Vorranggruppen bislang nicht umfassend geimpft werden könnten, erklärte die KV. Auch sei die Priorisierungsgruppe 3, zu der etwa Menschen über 60 gehören, gerade erst geöffnet worden.

Man rate den Praxen daher, auch weiter an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen festzuhalten. Ob dies noch vermittelbar ist, sei die große Frage. "Die Frage der Impfpriorisierung darf nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden, sondern hat wohlüberlegte sachliche Hintergründe." Laut Ankündigung der Senatsverwaltung für Gesundheit wird die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe ab Montag bei Haus- und Betriebsärzten aufgehoben.

14.19 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen leicht gesunken - Wert nun bei 140,1

Die Zahl der Corona-Neuansteckungen geht in Sachsen weiter allmählich zurück. Nach Angaben des Robert Koch- Institutes (RKI) lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag bei 140,1. Am Mittwoch betrug diese Sieben-Tage-Inzidenz noch 144,4, vor einer Woche waren es 179,9 und am 13. April, also vor einem Monat, lag die Inzidenz noch bei 212,1. Sachsen ist hinter Thüringen (162,5) noch immer das am stärksten betroffene Bundesland. Bundesweit näherte sich der Wert am Donnerstag der Schwelle von 100, exakt waren es 103,6.

In Sachsen gibt es beim Infektionsgeschehen große Unterschiede. Der Erzgebirgskreis und der Landkreis Mittelsachsen liegen mit Werten von 241,8 beziehungsweise 235,8 weiter an der Spitze. Die geringsten Inzidenzen gibt es in Leipzig (72,5) und Dresden (92,0). Alle anderen Regionen liegen zwischen 100 und 200.

13.48 Uhr: Lauterbach: Vierte Corona-Welle vermeiden - Strenge Tests an Airports

Die dritte Corona-Welle scheint in Deutschland gebrochen, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt aber schon, einer vierten Welle vorzubeugen. "Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen", fügte er hinzu.

Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. "Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen", forderte der SPD-Politiker.

Auch für die Gastronomie riet Lauterbach zur Vorsorge. "Und klar ist auch: Sollten im Sommer und Herbst die Restaurants ihre Innenräume wieder öffnen dürfen, werden sich dort die ungeimpften Menschen unweigerlich anstecken. Daher braucht es noch für eine sehr lange Dauer digitale Unterstützung durch die Corona-Warn-App oder die Luca-App, um die Infektionsketten nachzuverfolgen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte.

Ein Zettel weist den Weg zum Testzentrum auf dem Flughafen Leipzig/Halle.
Ein Zettel weist den Weg zum Testzentrum auf dem Flughafen Leipzig/Halle. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild

13.21 Uhr: Champions-League-Finale von Istanbul nach Porto verlegt

Das Finale der Champions League ist wegen der Corona-Pandemie von Istanbul nach Porto verlegt worden. Das gab die Europäische Fußball-Union am Donnerstag bekannt. Am 29. Mai treffen die englischen Clubs Manchester City und FC Chelsea im Estádio do Dragão aufeinander.

13 Uhr: Einreiseerleichterungen für Urlauber in Dänemark

Dänemark erleichtert seine Einreisebestimmungen für Touristen. Der bislang notwendige triftige Einreisegrund - also etwa der Besuch von nahen Verwandten oder Partnern - fällt für Menschen aus Ländern der EU und des Schengenraums ab Freitag weg, sofern die Corona-Lage in ihren Staaten nicht als allzu schlecht eingestuft wird. Wie das dänische Außenministerium in der Nacht zum Donnerstag mitteilte, müssen sich Urlauber und andere Einreisende nach der Ankunft in Dänemark aber nach wie vor testen lassen und in Quarantäne begeben, wenn sie nicht gegen Covid-19 geimpft worden oder von einer Infektion genesen sind.

Touristen und andere aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet sowie den Grenzregionen zu Schweden werden von der Quarantäneregelung ausgenommen. Für sie gilt nun einheitlich, dass die Vorlage eines maximal 72 Stunden alten negativen Tests bei der Einreise reicht. Die Lockerungen waren bereits in einer Mitte April geschlossenen Vereinbarung zwischen Regierung und den meisten Parlamentsparteien zum 14. Mai anvisiert worden. Die Quarantäneanforderung für Länder mit passablen Corona-Zahlen soll nach Ministeriumsangaben zum 26. Juni wegfallen. Vollständig geimpfte Menschen aus vielen EU- und Schengen-Ländern dürfen bereits seit Anfang Mai wieder einreisen.

12.34 Uhr: Pfarrerin erhält Hassmails nach Impf-Plädoyer beim "Wort zum Sonntag"

Weil sie sich in der ARD-Sendung "Wort zum Sonntag" für das Impfen aussprach, hat die Mannheimer Pfarrerin Ilka Sobottke hunderte Hassmails erhalten. Allein in den ersten drei Tagen nach der Ausstrahlung des Beitrags am 1. Mai habe sie rund 600 Mails bekommen, sagte Sobottke. Davon seien zwei Drittel negativ gewesen. Zwar habe sie mit Widerspruch und Ablehnung gerechnet, aber nicht in dieser Vehemenz.

Im Internet bei Facebook und Twitter, aber auch per Mail und am Telefon sei ihr nicht nur ein unkritischer Umgang mit dem Impfen oder Propaganda unterstellt worden. Man habe ihr etwa auch vorgeworfen, dass sie Gläubige verspotte und "für den Teufel" arbeite. Auch als Lobbyistin für Pharma-Unternehmen sei sie beschimpft worden. Ein Twitternutzer kündigte seinen Kirchenaustritt an. Sobottke betonte, dass sie mit ihrem Beitrag niemanden habe diskreditieren wollen. Bedenken von Impfgegnern

12.11 Uhr: Sicherheitsbehörden besorgt wegen gefälschter Impfpässe

Die Sicherheitsbehörden sorgen sich angesichts der Lockerungen für Geimpfte und Genesene in der Corona-Pandemie um gefälschte Impfpässe. "Das Problem besteht schon heute und wird noch eine ganze Weile aktuell bleiben, da mit einer vollständigen Impfung entweder eine Befreiung von Grundrechtseinschränkungen oder perspektivisch zunehmend auch Ein- oder Ausreisevorteile verbunden sein werden", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Abnehmer gefälschter Pässe könnten inländische Impfverweigerer sein, ebenso Ein- oder Ausreisewillige, die sich Quarantänepflichten entziehen möchten.

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält Impfpässe für alles andere als fälschungssicher. "Für die Polizei ist eine Fälschung auf dem Papier aber äußerst schwer zu erkennen, wenn sie nicht allzu plump ist", sagte Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Polizisten, Grenzbeamte und kommunale Ordnungskräfte müssten deshalb Zugriff auf die digitalen Informationen des Robert Koch-Instituts bekommen. Bislang werden diese nur anonymisiert von den Impfstellen gemeldet. "Die Daten müssten dem RKI komplett, also mit Namen, Personaldaten und Impfdatum übermittelt und dort auch abrufbar gespeichert werden. Dann können sie den Kontrollbehörden für einen Übergangszeitraum online zugänglich gemacht werden, damit die Einsatzkräfte vor Ort direkt abfragen können, ob tatsächlich der erforderliche Impfstatus vorliegt", forderte Wendt.

11.42 Uhr: Kleiner Grenzverkehr nach Tschechien seit heute wieder erlaubt

Nun ging es doch schneller. Mit der seit heute geltenden Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundes sind für einen Aufenthalt bis zu 24 Stunden in einem Risikogebiet keine Nachweis-, Quarantäne- und Meldepflichten mehr nötig. Tschechien ist laut Robert-Koch-Institut Risikogebiet. Der Aufenthalt muss auch nicht wie bisher aus einem triftigen Grund erfolgen. Die Einreiseverordnung des Bundes gilt einheitlich für alle Bundesländer und ersetzt deren eigene Einreiseverordnungen. Weitere Ausnahmen gelten unter anderem für Grenzpendler und Grenzgänger sowie Durchreisen ohne Zwischenaufenthalt. Mehr zur aktuelle Situation für Ein- und Ausreisende nach/aus Tschechien und den Öffnungen von Hotels und Geschäften erfahren Sie hier.

11.10 Uhr: Auch Berlin hebt Priorisierung für Corona-Impfstoffe bei Ärzten auf

Berlin hebt ab Montag die Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten auf. Das kündigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf dpa-Anfrage an. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet. Am Mittwoch hatten bereits die Bundesländer Bayern und Bade-Württemberg die Priorisierung beim Impfen aufgehoben. Dort können sich alle Menschen bei Hausärzten von Montag an mit alle Mitteln impfen lassen.

10.53 Uhr: Polizei beendet Anti-Israel-Demo wegen Corona-Verstößen

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen hat die Polizei in Hannover eine Anti-Israel-Demonstration mit rund 550 Teilnehmenden aufgelöst. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, zogen die Menschen am Mittwochabend durch die Innenstadt. Demnach hielten sich zahlreiche Teilnehmende nicht an die Abstandsregeln und trugen keine Mund-Nasen-Bedeckungen. Zwei Personen versuchten, Israel-Flaggen zu verbrennen. Sie wurden allerdings von den Einsatzkräften daran gehindert. Gegen einen Verdächtigen und einen unbekannten zweiten Täter wurde ein Strafverfahren wegen der Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten eingeleitet.

Eine Privatperson hatte die Eilversammlung zuvor angemeldet, war jedoch nicht als Bindeglied zwischen Polizei und Versammlung verfügbar. Da auch keine Ordner eingesetzt waren und die Teilnehmenden den Aufforderungen zum Einhalten der Corona-Regeln nicht folgten, löste die Polizei die Versammlung nach etwas mehr als einer Stunde auf.

10.22 Uhr: Apothekerverband verzeichnet gestiegene Nachfrage nach Astrazeneca

Der Apothekerverband Nordrhein stellt nach der Aufhebung der Priorisierung von Astrazeneca eine erhöhte Nachfrage fest. "Der Impfstoff von Astrazeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen", sagte Verbandschefs Thomas Preis der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag). Der Großhandel habe zum Teil die Bestellungen, die Ärzte über die Apotheken eingereicht hätten, um 80 Prozent reduzieren müssen. "Viele Ärzte sind sehr verärgert, denn bereits bestehende Impftermine müssen nun storniert werden", betonte er.

Neben der Aufhebung der Priorisierung trage auch die mögliche Verkürzung der Zweitimpfung auf vier statt zwölf Wochen zur Nachfrage bei. Junge Menschen wollten etwa bei den anstehenden Lockerungen durch einen kompletten Impfschutz gut vorbereitet sein, sagte Preis. "Medizinisch gesehen wäre es besser, sich erst nach zwölf Wochen die Zweitimpfung geben zu lassen." Denn dann sei die Wirksamkeit höher.

Der Impfstoff der Firma Astrazeneca lagert in einem Kühlschrank. Das Präparat wird wieder stärker nachgefragt.
Der Impfstoff der Firma Astrazeneca lagert in einem Kühlschrank. Das Präparat wird wieder stärker nachgefragt. © dpa/Fabian Strauch

10 Uhr: Corona: Sommergala des SemperOpernballs abgesagt

Die für den 25. Juni 2021 geplante große Sommergala des SemperOpernballs muss abgesagt werden. Dies teilte der Semper Opernball-Verein in Dresden am Donnerstag mit. Die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie stellten keine sichere Perspektive für die Durchführung der Veranstaltung dar, hieß es in einer Mitteilung. Über viele Monate habe der Ballverein unter dem Titel „Der SemperOpernball – die Gala“ an Konzept und Programm gefeilt. Jetzt sei aufgrund der weiterhin nicht planbaren Öffnungsperspektiven für Kulturveranstaltungen, Hotels und Gastronomie eine Absage leider unausweichlich geworden.

Die als Benefiz-Veranstaltung konzipierte Gala war als Ersatz für den coronabedingt ausgefallenen SemperOpernball Ende Februar gedacht. Um eine Brücke zum nächsten Opernball im Jahr 2022 zu schlagen, sollten Künstler wie Rolando Villazón, der die Gala auch präsentiert hätte, Diana Damrau, René Pape, Roland Kaiser, die Staatskapelle Dresden und der Staatsopernchor auf der Bühne der Semperoper stehen. Als Co-Moderatorin war Barbara Meier vorgesehen. Die Nachfrage war enorm. Die Veranstaltung wäre inklusive des anschließenden Balls mit etwa 400 Besuchern ausverkauft gewesen.

9.37 Uhr: RKI: Rund zwei Prozent Corona-Variante aus Indien - Tendenz steigend

Auf sehr niedrigem Niveau beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante. Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, "aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an", heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend. Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30.

Bislang sei keine Abschwächung des hohen Anteils der in Großbritannien entdeckten, deutlich ansteckenderen Variante B.1.1.7 zu beobachten, schreibt das Institut weiter. Diese macht wie schon in den Vorwochen mehr als 90 Prozent der untersuchten Proben aus. Die ebenfalls als besorgniserregend eingestuften Varianten B.1.351 (Südafrika) und P.1 (Brasilien) spielen weiter eine untergeordnete Rolle: Laut RKI lag ihr Anteil in den vergangenen Wochen konstant bei 0 bis 1 Prozent beziehungsweise bei 0 bis 0,3 Prozent. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der Proben auf Varianten untersucht.

Die indische Variante wird seit kurzem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt: Die Einstufung solcher Varianten erlaube eine verstärkte Überwachung, "beispielsweise durch gezielte PCR-Untersuchung und Gesamtgenomsequenzierung im Rahmen der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)".

Auf dieser vom US-Forschungszentrum "National Institute of Allergy and Infectious Diseases" (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme ist eine Zelle (rot) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, gelb) infiziert.
Auf dieser vom US-Forschungszentrum "National Institute of Allergy and Infectious Diseases" (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme ist eine Zelle (rot) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, gelb) infiziert. © Niaid/Europa Press/dpa (Symbolbild)

9.06 Uhr: Studie: Nebenwirkungen bei gemischter Corona-Impfung etwas häufiger

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten einer Studie der Universität Oxford hervor, die am Donnerstag im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, könne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu würden aber in den kommenden Monaten erwartet.

Untersucht wurden Fälle, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Präparat von Astrazeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden Fällen war die Häufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erhöht. "Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt", sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren, die in vier Gruppen jeweils zwei Impfdosen gleicher Art und in unterschiedlicher Reihenfolge je zuerst das eine und dann das andere Präparat erhielten.

8.43 Uhr: RKI registriert 17.419 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 21.953 Neuansteckungen gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 103,6 (Vortag: 107,8; Vorwoche: 125,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 278 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 284 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.565.704 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.240.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.658.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,82 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Donnerstag, 8.02 Uhr: Biden ruft zur Impfung von Kindern ab zwölf auf

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech in den USA für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren hat US-Präsident Joe Biden zur Impfung dieser Altersgruppe aufgerufen. "Ich ermutige die Eltern, sicherzustellen, dass sie die Impfung bekommen", sagte Biden am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus. Auch diese Altersgruppe könne sich mit dem Coronavirus infizieren und Freunde, Geschwister, Eltern und Großeltern anstecken. Biden versprach, dass Impfmöglichkeiten für die 12- bis 15-Jährigen schnell bereitgestellt würden. Schon von diesem Donnerstag an könnten sie sich in 15.000 Apotheken im ganzen Jahr impfen lassen. "Dies ist ein weiterer großer Schritt in unserem Kampf gegen die Pandemie", sagte Biden. Bislang konnten sich in den USA Jugendliche erst im Alter ab 16 Jahren impfen lassen.

Der US-Präsident kündigte zugleich an, dass an diesem Donnerstag die Marke von 250 Millionen verabreichten Corona-Impfdosen seit seinem Amtsantritt am 20. Januar überschritten werde. Insgesamt sind in den USA nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Mittwoch inzwischen mehr als 117 Millionen der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Ein CDC-Expertengremium hatte sich am Mittwoch für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren ausgesprochen. Bereits am Montag hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.53 Uhr Immer noch mehr Todesfälle in der EU als vor der Pandemie

In der dritten Corona-Welle zu Jahresbeginn hat es in der Europäischen Union weiter mehr Todesfälle gegeben als in normalen Jahren. Die sogenannte Übersterblichkeit lag im Januar 2021 bei 16 Prozent, im Februar bei 5 Prozent und im März bei 9 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Verglichen wurde mit der durchschnittlichen Zahl von Todesfällen in den Jahren 2016 bis 2019.

In der EU ergibt sich für die ersten drei Monate des Jahres ein sehr unterschiedliches Bild. Im März verzeichnete die Tschechische Republik mit rund 16.000 Toten die höchste Zahl an Todesfällen in einem Monat seit 1947 - rund 63 Prozent mehr als zu erwarten gewesen wäre. Dänemark hingegen meldete 12,2 Prozent weniger Todesfälle als in einem normalen Jahr - trotz Corona. Die Zahlen geben keine Auskunft über die Todesursache, aber sie geben laut Eurostat Einblick, wie viele Menschen während einer Krise mehr gestorben sind.

Ende 2020 hatte die Behörde einen drastischen Anstieg der Todesfälle registriert: Im November dokumentierte Eurostat einen Sprung von 40,6 Prozent im Vergleich zu den durchschnittlichen Todesfällen in dem Monat der Jahre 2016 bis 2019. Im Dezember waren es 30 Prozent.

21.28 Uhr: Baden-Württemberg lockert Auflagen: Innengastronomie möglich

Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten.

Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Baden-Württemberg sei bei der Öffnung der Innengastronomie bundesweiter Vorreiter, hieß es. In Schleswig-Holstein sollen ab Montag Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit.

In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen - außen und innen. Die Neufassung der Corona-Verordnung in Baden-Württemberg soll an diesem Donnerstagabend verkündet werden. Der Plan der Regierung sieht weiter vor, in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen - auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden.

21.04 Uhr: Bahn verdoppelt aktuell Zahl der Sicherheitskräfte in Zügen

Die Deutsche Bahn rechnet nach einem Medienbericht am Himmelfahrts-Wochenende mit deutlich mehr Fahrgästen und will zur Durchsetzung der Corona-Regeln die Zahl der Sicherheitskräfte in Fernverkehrszügen verdoppeln. "Die zusätzlichen Mitarbeiter werden vor allem rund um die Ballungsräume und auf besonders nachgefragten Verbindungen Präsenz zeigen", sagte ein Bahn-Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Maßnahme solle für die Wochenenden Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam gelten. Am Freitag vor Pfingsten würden auf stark nachgefragten Strecken zusätzliche Verbindungen im Fernverkehr angeboten.

20.40 Uhr: Corona-Modellprojekt in Oberwiesenthal genehmigt

Die Oberwiesenthaler können wieder Gäste empfangen - sobald die Inzidenz im Erzgebirgskreis unter 100 liegt. Wie die Freie Presse berichtet, macht das ein Modellprojekt möglich, für dass das Landratsamt nun grünes Licht gegeben hat. Dabei sollen nicht nur Öffnungsstrategien getestet werden. Das Projekt werde ebenfalls wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob die Hotel- und Gaststättenbranche ein Treiber der Pandemie ist.

Bis es soweit ist, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Zwar sinkt die Zahl der Corona-Infizierten je 100.000 Einwohner in der Region allmählich. Dennoch gehört der Landkreis zu den am meisten von Corona betroffenen Regionen in Deutschland. Aktuell liegt der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von rund 238 bundesweit auf Platz 8.

20.18 Uhr: Brüssel fordert striktere Einreisesperre für Indien

Wegen der dramatischen Corona-Lage in Indien fordert die EU-Kommission noch striktere Beschränkungen für Reisende aus dem südasiatischen Land. Die Brüsseler Behörde appellierte am Mittwochabend an alle 27 Mitgliedsstaaten, mit koordiniertem Handeln die Ausbreitung der in Indien entdeckten Virusvariante B.1.617.2 zu bremsen.

Nur noch Menschen mit zwingendem Reisegrund solle die Einreise erlaubt werden. Dazu gehören wichtige Familienangelegenheiten sowie humanitäre Gründe. EU-Bürger und hier ansässige Menschen sowie deren Familie dürften weiter nach Europa einreisen. Allerdings sollten für sie zusätzliche Gesundheitsvorkehrungen gelten, darunter Test- und Quarantänepflichten unabhängig davon, ob die Menschen geimpft sind.

Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden. Am Montag hatte die UN-Behörde die Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Es gebe Hinweise auf höhere Übertragungsraten. Ob die Wirksamkeit von Impfstoffen oder Medikamenten bei der Mutante eingeschränkt sei, sei noch unklar.

19.59 Uhr: Norwegen nimmt Astrazeneca vollständig aus Impfkampagne

Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Covid-19 gänzlich auf den Impfstoff von Astrazeneca. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Oslo bekannt. Damit folgt ihre Regierung den Empfehlungen eines Expertenausschusses und des nationalen Gesundheitsinstituts FHI, die beide zuletzt geraten hatten, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca sowie das Präparat von Johnson & Johnson aufgrund des Risikos von seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Impfprogramm zu streichen.

Das Präparat von Johnson & Johnson werde vorläufig nicht aus dem Programm gestrichen, der Einsatz aber weiter pausiert, sagte Solberg. Die Regierung prüfe, inwieweit dieser Impfstoff denjenigen angeboten werden könne, die sich damit freiwillig impfen lassen wollten.

19.34 Uhr: Kabinett bringt weitere Corona-Hilfe für ÖPNV auf den Weg

Busse und Bahnen in ganz Deutschland sollen wegen der Einnahmeausfälle in der Corona-Krise eine weitere Milliardenhilfe bekommen. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch einen Entwurf auf den Weg, der für dieses Jahr nochmals eine Milliarde Euro vorsieht. Verkehrsminister Andreas Scheuer sagte, der umweltfreundliche öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) könne damit leistungsfähig und zuverlässig am Laufen gehalten werden. Der Gesetzentwurf kann nun von den Koalitionsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden.

Im vergangenen Jahr hatte der Bund bereits 2,5 Milliarden Euro zusätzlich für den Nahverkehr bereitgestellt – über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Damit können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen. Die Länder haben zugesagt, in gleicher Höhe wie der Bund Finanzhilfen für den ÖPNV bereitzustellen.Den Verkehrsbetrieben machen stark gesunkene Fahrgastzahlen zu schaffen, denn viele Arbeitnehmer arbeiten im Homeoffice. Manche Fahrgäste meiden gerade auch lieber Busse und Bahnen zu Stoßzeiten.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hatte gewarnt, dass Einnahmeverluste zunehmend zu Liquiditätsengpässen führten. Die Anbieter hielten die Mobilität aber in praktisch unverändertem Maße aufrecht – für systemrelevante Arbeitskräfte und alle Bürger, die auf öffentliche Mobilität angewiesen seien. Wegen fehlender Einnahmen drohten der Branche in diesem Jahr Verluste von 3,6 Milliarden Euro.

19.14 Uhr: Christi Himmelfahrt in Sachsen - Gottesdienste unter freiem Himmel

Zahlreiche Kirchgemeinden in Sachsen laden am Himmelfahrtstag an diesem Donnerstag zu Gottesdiensten unter freiem Himmel. Wenn das Wetter mitspielt, soll es nach Angaben der evangelischen Landeskirche Gottesdienste an besonderen Orten geben - etwa in Kirchhöfen, Pfarrgärten, auf der Wiese, im Wald oder auf einem Berg. "Dies ist in vielen Kirchgemeinden bereits eine langjährige Tradition", hieß es. Allerdings: Für Donnerstag prognostizieren die Meteorologen für Sachsen viel Regen.

Auch bei den Freiluft-Gottesdiensten müssten aber die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Im Leipziger Land soll es etwa einen Wald-Gottesdienst auf der Dögnitzer Waldwiese geben sowie einen ökumenischen Gottesdienst am Kulkwitzer See. Auch in Rabenau (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und an der Babisnauer Pappel sind Open-Air-Gottesdienste geplant.

Die Polizei hat unterdessen Kontrollen mit Augenmaß angekündigt - will aber den bekannten Orten präsent sein. Am Himmelfahrtstag greifen in Sachsen noch keine Corona-Lockerungen. Als erste Stadt im Freistaat lockert Leipzig ab Freitag die Corona-Regeln und öffnet etwa die Außengastronomie.

18.59 Uhr: Gericht bestätigt Verbot von "Querdenken" in Dresden

Für diesen Samstag hat der Dresdner Ableger "Querdenken 351" erneut Proteste gegen die Corona-Politik angekündigt. Wie bereits im Dezember, März und April dürfen diese jedoch erneut nicht in Dresden stattfinden. Es ist der vierte Versuch, gegen die Lockdown-Politik mit vielen Menschen zu demonstrieren. Doch Versammlungsleiter Marcus Fuchs hat erneut ein Verbot kassiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

18.36 Uhr: Lauterbach kritisiert Aufhebung der Impfpriosierung in Arztpraxen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert Bundesländer, in denen die Impfpriorisierung in Arztpraxen ab Montag aufgehoben werden soll. „Ich kann den Vorstoß von Bayern und Baden-Württemberg nicht verstehen. Die Impfpriorisierung in Arztpraxen sollte beibehalten werden, so wie es NRW jetzt auch gesagt hat", sagt Lauterbach am Mittwoch. "Sie ist ja schon für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson aufgehoben, das genügt. Mit der Priorisierung können wir die vulnerablen Gruppen am besten schützen.“

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD © Michael Kappeler/dpa

18.13 Uhr: San Marino bietet Sputnik-Impfung für Touristen an

Der Ministaat San Marino bietet Touristen künftig eine Corona-Impfung mit dem russischen Mittel Sputnik V an. Die Pläne für den Impftourismus bestätigte das Außenministerium der kleinen Republik am Mittwoch. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, soll die Buchung eines Hotels plus Immunisierung vom kommenden Montag an möglich sein. Der Preis für die erforderlichen zwei Dosen des Impfstoffs liege bei 50 Euro, schrieb die Zeitung "Corriere della Sera" aus Mailand. Nach Angaben einer Sprecherin des Außenministeriums sollen die Details zu dem Angebot in Kürze publiziert werden.

Für die Impfreisen ist es laut Ansa nötig, in San Marino mindestens zwei Mal jeweils drei Hotel-Übernachtungen im Abstand von 21 Tagen zu buchen. Die erste Impfung ist frühestens sieben Tage nach der Buchung möglich. Die zwei Impfungen würden von staatlichen Stellen beaufsichtigt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam hat Sputnik V bisher nicht für die Europäische Union zugelassen. Nach Angaben der Behörde laufen die Inspektionen der Produktionsstätten.

17.36 Uhr: Neue Einreise-Regeln auch für Geimpfte und Genesene

Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland sollen von diesem Donnerstag an bundesweit einheitliche Corona-Regeln greifen. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen damit Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg - außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin sagte.

Laut einer vom Bundeskabinett beschlossenen Verordnung sollen auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise mit einem negativen Test vermeiden können - wenn sie aus einem so genannten "Risikogebiet" mit höheren Infektionszahlen kommen. Dafür muss man aktiv belegen, dass man negativ getestet ist. Gehen soll das auch durch Hochladen eines Nachweises bei der digitalen Einreiseanmeldung. Möglich sind Schnelltests, die nicht älter als 48 Stunden sind, oder maximal 72 Stunden alte PCR-Tests.

Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, wie das Ministerium erläuterte - etwa, wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht-geimpften Kindern reisen.

17.10 Uhr: Slowakei will Sputnik V ab Juni ohne EU-Zulassung einsetzen

Der von der EU nicht zugelassene Corona-Impfstoff Sputnik V soll in der Slowakei ab Anfang Juni zum Einsatz kommen. Dafür seien nur noch einige organisatorische Vorbereitungen notwendig, erklärte der slowakische Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky am Mittwoch in Bratislava. Schon Anfang März hatte die Slowakei aus Russland 200.000 Dosen des Impfstoffs erhalten, setzte ihn aber wegen der fehlenden Zulassung bisher nicht ein.

16.50 Uhr: Über ein Drittel der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht (Stand: 16.15 Uhr), haben 34,3 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

So verabreichten alle Stellen laut RKI bislang insgesamt etwa 36,8 Millionen Impfungen. Davon seien knapp 29 Millionen bei Erstimpfungen und weitere etwa 8,3 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften auf 10 Prozent. Am Dienstag wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfspritzen gesetzt. An bereits zwei anderen Tagen in den vergangenen Wochen hatte die Zahl der beim RKI gemeldeten verabreichten Impfdosen binnen eines Tages bei mehr als einer Million gelegen.

16.20 Uhr: "Fusion"-Festival wird coronabedingt erneut abgesagt

Das "Fusion"-Musikfestival in Lärz an der Mecklenburgischen Seenplatte ist wegen der Corona-Pandemie auch für dieses Jahr abgesagt worden. Das teilte der Veranstalterverein Kulturkosmos am Mittwoch mit. Das Festival sollte in diesem Jahr ursprünglich vom 24. Juni bis 4. Juli an zwei Wochenenden mit je 35.000 Gästen stattfinden. Das Festival mit zuletzt rund 70.000 Besuchern war auch 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

Ursprünglich wollte der Verein mit einer Teststrategie und einem Festival-Hygienekonzept die Veranstaltung möglich machen. Dazu sollten unter anderem an mehreren Stellen, darunter in Berlin, Hamburg und Lärz, Teststellen mit PCR-Tests eingerichtet werden. Die Genehmigungsunterlagen hatte der Verein den Behörden vorgelegt, eine Entscheidung hatte zuletzt noch ausgestanden.

15.57 Uhr: 1.499 Corona-Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Mittwoch 1.499 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es 2.034 gewesen. Im gleichen Zeitraum gab es 20 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen 9.9.331 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle in Sachsen erhöht sich auf 275.861. Dabei sinkt die Inzidenz leicht auf 144,4. Der Hotspot im Bundesland ist jetzt der Kreis Mittelsachsen mit einer Inzidenzvon 238, 1, dicht gefolgt vom Erzgebirgskreis (237,9). Am wenigsten betroffen sind die Großstädte Leipzig (74) und Dresden (92,9).

15.38 Uhr: Steuereinnahmen 2021 niedriger als gedacht

Die Corona-Krise hat ein riesiges Loch in die Staatskassen gerissen - die Bundesregierung ist aber optimistisch, dass das Schlimmste auch finanziell bald überstanden ist. Wegen der erst langsam abflauenden dritten Corona-Welle müssen Bund, Länder und Kommunen in diesem Jahr zwar mit rund 2,7 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als noch im November erwartet. Auch für 2022 korrigierten die Steuerschätzer ihre Vorhersage nach unten, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin bekanntgab. Für die Jahre bis 2025 sind die Experten inzwischen aber positiver gestimmt: Sie hoben ihre 5-Jahres-Prognosen um 10 Milliarden Euro an.

Wegen der Pandemie schwingt bei den Steuerschätzungen seit dem vergangenen Jahr mehr Unsicherheit mit als früher. Es ist kaum vorhersehbar, ob eine weitere Infektionswelle Wirtschaft und Konsum noch einmal ausbremst, wie das Virus mutiert und ob die Impfungen vorankommen, wie geplant.

15.10 Uhr: Jetzt reinhören: So funktioniert das Impfportal in Sachsen

Wer schon impfberechtigt ist, kennt das Terminbuchungsportal der sächsischen Impfzentren - und was es bedeutet, sich in einer digitalen Warteschlange anzustellen. Je länger man darin hängt, desto größer wird die Anspannung. Klappt es mit dem Termin, bekomme ich einen? An diesem Mittwoch hatten in Sachsen wieder 15.600 Menschen die Chance. "Doch wir sehen anhand der Zugriffe, dass die Nachfrage um ein Vielfaches größer ist", sagt Kai Kranich, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes Sachsen, im CoronaCast bei Sächsische.de.

Gemeinsam mit Björn Händler, dem IT-Beauftragten für die Impfzentren, erklärt er in dieser Podcastfolge detailliert, wie die Terminbuchung abläuft. Welche Fehler können Nutzer vermeiden? Was gibt es für Tücken, Tipps und Tricks? Das DRK gewährt einen "Blick unter die Haube" eines komplexen Logistikapparats, in dem das Buchungsportal nur ein Baustein von vielen ist.

Weitere Hintergründe und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: So läuft das in Sachsen mit den Impfterminen wirklich

14.40 Uhr: Schwerin: Kinder dürfen nun doch mit Eltern in eigene Ferienwohnung

Das Unverständnis über Mecklenburg-Vorpommern war bundesweit groß, als dort vollständig geimpfte Ferienwohnungsbesitzer aus anderen Bundesländern ihr Eigentum ab 1. Mai nutzen konnten - aber ohne ihre minderjährigen Kinder, die noch gar nicht geimpft werden können. Pünktlich zum Himmelfahrtswochenende macht Schwerin einen Rückzieher: Die Kinder können nun doch mit in den familieneigenen Zweitwohnsitz kommen. Ab einem Alter von sechs Jahren ist dafür jedoch ein negativer Schnelltest nötig, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung mitteilte. Am Donnerstag soll die neue Regelung in Kraft treten.

Neu ist zudem, dass nicht nur vollständige geimpfte Menschen als Tagestouristen einreisen oder ihre Ferienwohnung aufsuchen dürfen, sondern auch Genesene in den ersten sechs Monaten nach ihrer Gesundung. In dieser Zeit ist keine Impfung möglich. Danach genügt den Angaben zufolge eine Spritze, um als vollständig geimpft zu gelten. Am 7. Juni fallen die Beschränkungen für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern ganz weg, wie die Landesregierung bereits am Dienstag beschloss.

14.15 Uhr: Verbraucherzentrale begrüßt Warn-App für Kontaktnachverfolgung

Die Verbraucherzentrale Sachsen sieht in der Corona-Warn-App eine verbraucherfreundlichere Lösung zur Nachverfolgung von Kontakten. Sachsen gehe mit seiner Verordnung einen anderen Weg als andere Bundesländer und nutze vorrangig die Corona-Warn-App zur digitalisierten Kontaktnachverfolgung, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

"Die Koalition hat sich für mehr Datenschutz und -sparsamkeit entschieden", sagte der Referent Digitales der Verbraucherzentrale, Lorenz Bücklein. Er empfahl den Download und Einsatz der Corona-Warn-App. So werde mit der neuen Funktion einer pseudonymisierten Kontaktnachverfolgung die Privatsphäre der Verbraucher besser geschützt als etwa bei der Luca-App der kommerziellen Anbieter.

13.44 Uhr: Care warnt vor Corona-Katastrophe in Nepal

Die Corona-Pandemie in Nepal spitzt sich laut der Hilfsorganisation Care zu. Das Land sei für den schnellen Anstieg der Infektionszahlen nicht gewappnet und benötige dringend Unterstützung, erklärte Care Deutschland am Mittwoch in Bonn. In Nepal seien weder genügend Quarantäneeinrichtungen noch Krankenhausbetten und Sauerstoffflaschen vorhanden. Aktuell seien über 400.000 Corona-Infizierte unter den knapp 30 Millionen Einwohnern registriert. Wegen der niedrigen Testraten sei die Zahl der Infizierten aber vermutlich weitaus höher.

"Wir sind sehr besorgt über die eskalierende Corona-Lage in Nepal und die Auswirkungen auf besonders schutzbedürftige Menschen, wie Frauen und Mädchen", sagte Mona Sherpa, stellvertretende Care-Länderdirektorin in Nepal. Die zweite Corona-Welle sei "deutlich schlimmer" als die erste. Der nun drohende Monsunregen könnte die Situation den Angaben zufolge weiter verschlechtern. "Denn die Corona-Hotspots liegen in Gebieten, die regelmäßig von schweren Regenfällen betroffen sind", sagte Sherpa. Nur mit internationaler Hilfe könne eine Katastrophe abgewendet werden.

13.27 Uhr: RKI warnt vor Ungeduld und zu frühen Öffnungen

Trotz bundesweit sinkender Inzidenz-Zahlen in der Pandemie hat das Robert Koch-Institut zur Geduld gemahnt und vor zu frühen Öffnungen gewarnt. "Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei", sagt RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Es erkrankten nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund .1000 Todesfälle pro Woche. "Die Situation ist weiter ernst."

Doch auch erfreuliche Fortschritte seien zu erkennen. "Die Inzidenzen sinken in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern", sagte Wieler. Sie nähern sich der Schwelle von 100. Ein Drittel der Bundesbürger habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. Einer von zehn sei bereits vollständig geimpft - darunter vor allem die Älteren. "Die Impfquote allein reicht aber noch nicht aus", betonte Wieler. Um die Pandemie zu beenden, müssten 80 Prozent der Bevölkerung die Infektion entweder durchgemacht haben oder geimpft sein. "Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten".

13 Uhr: Semmelrogge wegen Corona-Witz sauer auf Beisenherz

Der Schauspieler Martin Semmelrogge (65) ist wegen eines Corona-Witzes sauer auf den Autor und Moderator Micky Beisenherz (43). Weil der aktuell infizierte Beisenherz in seiner Kolumne für die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter dem Titel "Danke, Martin Semmelrogge" humorvoll mutmaßt, er könne sich bei dem Schauspieler angesteckt haben, hat Semmelrogge einen Anwalt eingeschaltet. "Ich finde es geschmacklos", sagte er. "Da bleibt bei den Leuten was hängen: Semmelrogge: Corona! Und das ist Scheiße", sagte der Schauspieler. Er sei Corona-negativ, werde wegen aktueller Produktionen regelmäßig getestet - "und ich bin mit Biontech geimpft". Ihm drohe wegen der Kolumne ein finanzieller Schaden: "Das sind Hunderttausende im Jahr, wenn ich nicht gebucht werde."

Beisenherz sagte, die Mutmaßung über Semmelrogge als Infektionsquelle sei erkennbar ein Scherz gewesen. "Es ist ja völlig klar, dass es nicht so war", sagte er. "Hätte ich ernsthaft in Erwägung gezogen, dass ich es von ihm haben könnte, wäre er ja in Quarantäne." Der SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach sagte der "Bild"-Zeitung: "Die wechselnden Gastautoren dieser Feuilleton-Kolumne sind literarisch frei. Micky Beisenherz hat sich, wie aus dem Vorspann erkenntlich, "Gedanken über die Kunst und das Leben" gemacht und nicht einen nachrichtlichen Text verfasst."

Dass das alles nicht ganz ernst gemeint gewesen sei, habe er auch schon in seinen Podcast "Apokalypse und Filterkaffee" deutlich gemacht, sagte Beisenherz. Und auf den habe er durchaus positive Reaktionen von Semmelrogge selbst bekommen: "Eine etwas kryptische, aber freundliche Nachricht".

Der Journalist und Autor Micky Beisenherz (Archivfoto, links) und Schauspieler Martin Semmelrogge (Archivfoto). Semmelrogge ist wegen eines Corona-Witzes sauer auf Beisenherz.
Der Journalist und Autor Micky Beisenherz (Archivfoto, links) und Schauspieler Martin Semmelrogge (Archivfoto). Semmelrogge ist wegen eines Corona-Witzes sauer auf Beisenherz. © Markus Scholz/Swen Pförtner/dpa

12.46 Uhr: In welchen Stadtteilen es wie viele Corona-Fälle gibt

Im Kölner Problemviertel Chorweiler kommt der Impfarzt nicht nur vor die Haustür. Dort werden auch Menschen geimpft, die eigentlich noch gar nicht an der Reihe wären. Die Rhein-Metropole geht damit einen Sonderweg, um sozial Benachteiligte zu erreichen, deren Impfbereitschaft niedrig ist und die obendrein in einem Corona-Brennpunkt leben. Kommt das auch für Dresden in Frage?

Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) hat darauf eine klare Antwort. In der sächsischen Landeshauptstadt sei aktuell kein Zusammenhang zwischen hohen Infektionszahlen und sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen erkennbar. Wie die Bürgermeisterin das begründet und wo es in der Stadt die meisten Fälle gibt, lesen Sie im Artikel So viele Corona-Fälle gibt es in Dresdens Stadtteilen mit aktueller Karte.

12.23 Uhr: 125 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 125 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 29.620 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen veränderte sich nicht - seit Pandemiebeginn sind 1.058 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Allerdings mussten 15 weitere Patienten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 27.176 Dresdner - 152 mehr als am Dienstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel seit dem Vortag von 116,4 auf 104. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute mit 92,9 den zweiten Tag in Folge unter der 100er-Grenze. Bleiben die Werte auch weiterhin zweistellig, wären in der Landeshauptstadt Lockerungen ab nächsten Mittwoch möglich. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

In Dresden sind die Außenbereich von Restaurants weiterhin geschlossen. Die Inzidenz muss noch weitere drei Werktage unter 100 bleiben, damit sich das ändern kann.
In Dresden sind die Außenbereich von Restaurants weiterhin geschlossen. Die Inzidenz muss noch weitere drei Werktage unter 100 bleiben, damit sich das ändern kann. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

12.02 Uhr: Bayern und Baden-Württemberg geben alle Corona-Impfstoffe frei

Bayern und Baden-Württemberg wollen ab dem kommenden Montag die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. Für Bayern kündigte das Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern in einer Rede bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in München an. In den Impfzentren soll es demnach aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben. Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben. Für die anderen Impfstoffe hatte dies der Bund für Juni in Aussicht gestellt. Warum Bayern schon jetzt handelt, erfahren Sie hier.

Arztpraxen in Baden-Württemberg müssen sich ab Montag (17. Mai) bei der Corona-Impfung ebenfalls an keine Priorisierung mehr halten. Sie können selbst entscheiden, welche Patienten sie zuerst drannehmen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Das gelte für alle Impfstoffe. Anders die Regelung in den Impfzentren: Dort sind ab Montag Menschen aus der dritten Priorität an der Reihe. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) wies allerdings auf die Knappheit der verfügbaren Impfdosen hin. Es sei weiterhin Geduld und Solidarität gefragt, betonte er.

11.33 Uhr: Patientenschützer fordert Gefängnis für Impfbetrüger

Bis zu fünf Jahre Gefängnis für Impfbetrüger: Das fordert Deutschlands oberster Patientenschützer Eugen Brysch am Mittwoch im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. "Wenn es wiederholt organisiert und kriminell ist, dann muss es bis dorthin gehen", sagte er dem Radiosender Bayern 2 in München. Es könne nicht sein, "dass das Falschparken vor dem Impfzentrum als Ordnungswidrigkeit gilt, aber das bewusste Täuschen im Impfzentrum keine Konsequenz hat", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz.

Zahlreiche Praxen und Impfzentren berichteten ihm, dass manche Leute teilweise "sehr robust mit Nachdruck, auch mit körperlicher Präsenz" ihr Impfangebot einforderten. "Da ist eindeutig die Grenze überschritten", sagte Brysch. Wenn etwa jemand bewusst falsche Geburts- und Berufsangaben mache oder sich als dritte oder gar fünfte Kontaktperson von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgebe - was der Gesetzgeber nicht vorsieht -, müsse konsequent gehandelt werden: "Sonst überlassen wir den Arztpraxen und den Impfzentren vor Ort zu sehr den Druck des Starken."

Arzthelfer und Ärzte berichteten ihm, dass sie "massiv unter Druck gesetzt" würden, sagte Brysch. Sie dürften nicht im Stich gelassen werden. Bislang prallten Forderungen am Bundesgesundheitsminister ab. "Wenn wir wirklich für Solidarität sorgen wollen, dann muss es auch darum gehen, dass es gerecht zugeht," fordert der Patientenschützer.

11.14 Uhr: Biergärten dürfen öffnen - Leipzig lockert Corona-Regeln ab Freitag

Als erste Region in Sachsen kann Leipzig von Freitag (14. Mai) an die Corona-Regeln deutlich lockern. So dürfen Biergärten und Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen fallen weg. In Baumärkten kann ab Freitag ohne Termin und Negativtest eingekauft werden, zudem gelten Erleichterungen beim Kinder- und Jugendsport. Kinos dürfen ab Montag ebenfalls wieder öffnen - mit Termin, Test und Kontaktnachverfolgung. Die städtischen Kulturhäuser entscheiden dann in den nächsten Tagen, ab wann und mit welchem Programm sie öffnen, wie es hieß.

Von Montag an kehren zudem die Grundschulen zum Präsenzunterricht zurück - ohne Wechselmodell. Im so genannten eingeschränkten Regelbetrieb gilt das Prinzip der festen Gruppen und Klassen, teilte das Kultusministerium mit. Änderungen gibt es auch bei der Maskenpflicht. Mehr zu den Lockerungen in Leipzig erfahren Sie hier.

10.51 Uhr: Dynamos Aufstiegsspiel erst am Sonntag

Nun ist es amtlich: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat das das eigentlich für Samstag angesetzte Drittliga-Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Türkgücü München auf Sonntag, 14 Uhr, verschoben. In der Mitteilung des Vereins heißt es wörtlich: "Damit folgt die spielleitende Stelle des DFB einer aktuellen und verbindlichen Vorgabe der zuständigen Sicherheitsbehörden." Da an diesem Tag auch eine von der Stadt inzwischen verbotene Demonstration der Initiative "Querdenken" angemeldet wurde, befürchtete die Polizei ein mögliches Zusammentreffen von Fußballfans und Corona-Demonstranten und plädierte für eine Verlegung.

10.35 Uhr: Sachsens Linke fordern solidarischen Ausgleichsfonds für Corona-Lasten

Die Linken wollen sich bei der anstehenden Haushaltsdebatte im Landtag unter anderem für einen Fonds zum Ausgleich der Corona-Lasten einsetzen. Er soll bis 2024 mit insgesamt einer Milliarde Euro ausgestattet sein und soziale Kosten abpuffern. "Die Verwerfungen infolge der Corona-Pandemie und der notwendigen Eindämmungsmaßnahmen werden uns noch lange beschäftigen. Viele Menschen brauchen auch weiterhin Hilfe - das darf nicht am Budget scheitern", erklärte Linke-Finanzexperte Nico Brünler am Mittwoch. Der Fonds solle denjenigen gezielt helfen, die am meisten unter der Krise leiden. Brünler erinnerte daran, dass der sechs Milliarden Euro umfassende "Corona-Bewältigungsfonds" des Freistaates fast aufgebraucht ist.

Der Abgeordnete hatte dazu eine Kleine Anfrage im Parlament gestellt. In seiner Antwort teilte das Finanzministerium mit, dass mit Stand 31. März knapp 4,3 Milliarden Euro bereits gebunden seien. Die weiteren Folgekosten der Krise müssten dennoch aufgefangen werden, betonte Brünler: "Wer jetzt die Lasten der Pandemie tragen muss, soll nicht auch noch die Zeche dafür zahlen müssen. Kürzt der Staat bei seiner Aufgabenerfüllung, leiden darunter in aller Regel jene Menschen, die ohnehin wenig Geld haben." Die Linken schlagen nun vor, den zur Finanzierung späterer Pensionslasten gedachten Generationenfonds des Landes vorübergehend nicht mehr in vollem Umfang zu bedienen. Die Altersversorgung der Beamtinnen und Beamten wäre keineswegs gefährdet, wenn in den kommenden Jahren etwas geringere Beträge eingezahlt würden.

Nico Brünler sitzt für die Linken im sächsischen Landtag.
Nico Brünler sitzt für die Linken im sächsischen Landtag. © Eric Weser

10.13 Uhr: Deutlich weniger Gasthörer an Hochschulen als vor Corona

Angesichts überwiegender Online-Veranstaltungen bleiben den Hochschulen vor allem ältere Gasthörer weg. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, haben im laufenden Wintersemester 26 300 Menschen als Gast Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen besucht. Das waren 29 Prozent weniger als im Wintersemester 2019/2020. Sogenannte Gasthörer können auch ohne Hochschulreife an einzelnen Lehrveranstaltungen teilnehmen, aber nicht an Abschlussprüfungen. Besonders ältere Menschen verzichteten: Bei den Gasthörern ab 65 Jahren ging die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zurück.

"Viele Universitäten erklären den Rückgang mit der Umstellung von Präsenzlehre auf Online-Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen", berichtet das Bundesamt. "Der Wegfall des Campusbesuchs sowie die zusätzlichen technischen Hürden machen das Gaststudium für viele weniger attraktiv." Entgegen diesem Trend stieg die Zahl der Gaststudierenden unter 50 Jahren leicht an. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen Studierenden im Wintersemester 2020/2021 machten Gasthörer weniger als ein Prozent aus.

9.54 Uhr: Airbus rüstet sich für Erholung der Luftfahrt

Airbus setzt auf ein Ende der Corona-Krise: Der Flugzeugbauer nimmt den Bau einer neuen Endmontage-Linie für die A320-Familie wieder auf. In dem bisherigen A380-Werk in Toulouse soll ab Ende 2022 auch die Langversion Airbus A321 gefertigt werden, wie der europäische Boeing-Rivale am Mittwoch mitteilte. Bisher baut Airbus die A321 und deren Neuauflage A321neo nur in Hamburg und im US-amerikanischen Werk in Mobile (Alabama). Mit knapp 3.000 Bestellungen macht die A321 nach Angaben eines Airbus-Sprechers über die Hälfte des Auftragsbestands der A320-Familie aus. Insgesamt habe der Konzern in dem Segment über 5.650 Bestellungen in den Büchern.

Die neue Fertigungslinie in Toulouse soll eine der beiden alten Linien dort ersetzen und dank digitaler Unterstützung deutlich moderner und effizienter sein. Der Platz wird frei, weil Airbus den Bau des weltgrößten Passagierjets A380 mangels Nachfrage eingestellt hat. Airbus hatte den Bau der neuen Montagelinie wegen der Corona-Krise im vergangenen Jahr zunächst auf Eis gelegt und die Flugzeugproduktion deutlich zurückgefahren.

Weiterführende Artikel

Großbritannien wieder Corona-Risikogebiet

Großbritannien wieder Corona-Risikogebiet

Großbritannien zählt zu den europäischen Ländern mit den niedrigsten Infektionszahlen. Doch Deutschland spricht nun wieder eine Reisewarnung aus.

So erlebt Leipzig den ersten Tag nach dem Lockdown

So erlebt Leipzig den ersten Tag nach dem Lockdown

In der ersten Stadt in Sachsen öffnet dank gesunkener Inzidenzen die Außengastronomie wieder. Die Gäste kommen selbst im Regen.

Die aktuelle Corona-Lage in Dresden

Die aktuelle Corona-Lage in Dresden

Die Inzidenz liegt am vierten Tag in Folge unter 100 und ist weiter gefallen. Die Polizei plant Großeinsätze. Alles Wichtige kompakt.

Corona: Dresden-Inzidenz dritten Werktag unter 100

Corona: Dresden-Inzidenz dritten Werktag unter 100

Dresden liegt am Freitag den vierten Tag in Folge unter der Notbremse-Schwelle, aber erst den dritten Werktag. Wann könnte es Lockerungen geben? Alle Zahlen.

9.33 Uhr: Corona-Lage im Vogtland: Erst Hotspot, dann stärkster Rückgang

Endlich gibt es Erleichterung: Seit Mittwoch gehört das Vogtland zu den Kreisen in Sachsen, in denen die Schulen wieder geöffnet sind. Betroffen sind 95 Einrichtungen in öffentlicher oder freier Trägerschaft, sagt Arndt Schubert vom Landesamt für Schule und Bildung in Zwickau. "Die Schulen des Vogtlandkreises waren ungewöhnlich lange von der Schließung betroffen." Denn bereits ab Februar entwickelte sich die Region zu einem Corona-Hotspot - und machte selbst den Wechselunterricht für die über 18.000 Schüler unmöglich. Im März hatte das Vogtland bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Lange lag der Wert über 400.

Inzwischen gehen nirgends in Sachsen die Infektionszahlen derart zurück wie im Vogtland, bestätigt Thomas Grünewald vom Klinikum Chemnitz. Am Dienstag lag die Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Institutes bei rund 130. Die Gründe für diesen starken Rückgang erfahren Sie hier.

Blick in die Innenstadt von Plauen. Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen ist in Kindertageseinrichtungen im Vogtland wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb mit festen Gruppen möglich, Schulen dürfen im Wechselmodell öffnen.
Blick in die Innenstadt von Plauen. Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen ist in Kindertageseinrichtungen im Vogtland wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb mit festen Gruppen möglich, Schulen dürfen im Wechselmodell öffnen. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt