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Corona: Institut für Long-Covid-Patienten eröffnet

Deutschlandweit einzigartiges Institut soll über mögliche Behandlungen informieren, Intensivmediziner warnen vor Personalengpässen, neue Corona-Regeln seit Samstag in Kraft - unser Newsblog zur Pandemie.

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Jördis Frommhold Jördis Frommhold, Expertin für Long-Covid-Erkranungen, in ihrem neu gegründeten Institut für Long Covid Patienten.
Jördis Frommhold Jördis Frommhold, Expertin für Long-Covid-Erkranungen, in ihrem neu gegründeten Institut für Long Covid Patienten. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

17.33 Uhr: Intensivmediziner warnen vor Personalengpässen

Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, hat vor Engpässen auf den Intensivstationen gewarnt. Die größte Sorge gelte, wie auch schon in diesem Sommer, den vielen Ausfällen von Mitarbeitern durch Corona-Erkrankungen oder Quarantäne, sagte Marx. "Ohne Mitarbeiter kann der reguläre Betrieb auf den Intensivstationen nicht aufrechterhalten werden."

Trotz steigender Inzidenzen erwartet Marx keinen dramatischen Aufwuchs an Patienten auf den Intensivstationen. "Wir werden auch in den nächsten Wochen wieder mehr und mehr Patienten im Krankenhaus sehen", sagte er. Die meisten Patienten würden aber eher auf den Normalstationen erwartet. "Wir erwarten also anteilig viel weniger schwerkranke Patienten."

14.34 Uhr: Neues Institut in Rostock will Pionierarbeit zu Long Covid leisten

Ein nach eigenen Angaben deutschlandweit einzigartiges Institut in Rostock will künftig zu einem besseren Umgang mit Corona-Spätfolgen beitragen. Gerade bei Long Covid sei es besonders wichtig, dass es eine Stelle gebe, an der die Informationen zusammenliefen, sagte die Initiatorin und Lungenfachärztin Jördis Frommhold anlässlich des am Samstag stattfindenden Eröffnungssymposiums. Das "Institut Long Covid" soll Patientinnen und Patienten über den Umgang mit der Erkrankung und über mögliche Behandlungen informieren. Die Einrichtung sei mit dieser Zielsetzung bundesweit einmalig, hieß es.

"Wir haben es ja mit einem sehr diffusen Krankheitsbild zu tun, mit unterschiedlichsten Symptomen, bis zu 200 verschiedene." Das private Institut will Betroffene und Kliniken bei der Behandlung beraten, aber auch Unternehmen mit Blick auf Gesundheitsmanagemet. Von Long Covid seien nach Schätzungen in Europa 17 Millionen und in Deutschland 3 Millionen Menschen betroffen, sagte Frommhold. Long Covid könne unbehandelt zur Erwerbsunfähigkeit führen. "Das können wir uns als Gesellschaft schlicht und einfach nicht leisten", betonte Frommhold.

10.15 Uhr: Heil stellt Verlängerung des Corona-Kurzarbeitergeldes in Aussicht

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hält eine weitere Verlängerung des Corona-Kurzarbeitergeldes für möglich. Die vereinfachten Regeln zur Kurzarbeit würden laut Verordnung erst einmal bis zum Ende des Jahres gelten, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online/Samstag). "Aber die Kurzarbeit wird so lange zur Verfügung stehen, wie sie gebraucht wird", kündigte Heil an. "Wir werden die Bundesagentur für Arbeit mithilfe des Bundeshaushalts in der gesamten Krisenzeit handlungsfähig halten."

Die Kurzarbeit sei in der Corona-Krise die "stabilste Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal" gewesen und habe Millionen von Arbeitsplätzen gesichert, sagte der Arbeitsminister. "Unternehmen konnten Fachkräfte an Bord halten, mit denen sie nach der Krise wieder durchstarten können."

Ziel der in der Corona-Pandemie geltenden Erleichterungen bei der Kurzarbeit ist es, für stabile Beschäftigungsverhältnisse zu sorgen und Insolvenzen zu vermeiden. Beschäftigte erhalten etwas mehr Geld, wenn sie monatelang in Kurzarbeit sind. Betriebe können bereits dann Kurzarbeit anmelden, wenn zehn Prozent der Beschäftigten Arbeitsausfall haben. In normalen Zeiten muss es mindestens ein Drittel der Belegschaft sein.

8.20 Uhr: RKI registriert 73.856 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 497,0 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 466,0 gelegen (Vorwoche: 308,9; Vormonat: 237,0). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 73.856 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 46.964) und 116 Todesfälle (Vorwoche: 90) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Samstag, 1. Oktober, 7.30 Uhr: Neue Corona-Regeln in Kraft

In Fernzügen und auch Fernbussen wie etwa Flixbus müssen Fahrgäste seit diesem Samstag FFP2-Masken tragen. Mit dem Monatswechsel sind die entsprechenden neuen Corona-Vorgaben in Kraft getreten. In den Fernzügen der Bahn reichte bisher auch eine OP-Maske, eine FFP2-Maske wurde nur empfohlen. Auch bei Flixbus genügte nach Angaben einer Sprecherin bisher eine medizinische Maske.

Im Regionalverkehr entscheiden die Bundesländer selbst. Deren Gesundheitsminister hatten sich aber dafür ausgesprochen, an der geltenden Maskenpflicht in Bussen und Bahnen festzuhalten. In Flugzeugen fällt die Maske dagegen ab jetzt weg.

Bundesweit müssen außerdem FFP2-Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen getragen werden. Beim Zutritt zu Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern wird außerdem ein negativer Test verlangt. Beschäftigte müssen sich mehrmals pro Woche testen lassen.

Die Neuregelungen hatten Bund und Länder über eine weitere Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, ansonsten wären die restlichen Corona-Regeln im September ausgelaufen. Festgelegt ist darin außerdem, dass die Bundesländer in Eigenregie noch schärfere Maßnahmen verordnen können, wie etwa Maskenpflichten in Geschäften und Restaurants oder Tests in Schulen und Kitas. Möglich sind auch Maskenpflichten in Schulen - aber nur ab Klasse fünf und soweit es zur Aufrechterhaltung "eines geregelten Präsenz-Unterrichtsbetriebs erforderlich" ist.

Corona-Pandemie - das geschah am Freitag:

21.21 Uhr: Erstes Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit nach Corona

Die Deutsche Einheit soll nach den Einschränkungen während der Corona-Pandemie in diesem Jahr wieder groß gefeiert werden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der derzeit auch Präsident des Bundesrates ist, eröffnet am Samstag ein dreitägiges Bürgerfest in der Landeshauptstadt Erfurt. Traditionell richtet das Bundesland die zentrale Feier rund um den 3. Oktober aus, das den Präsident der Länderkammer stellt. Bis zu 120.000 Besucher werden nach Angaben der Staatskanzlei täglich in Erfurt erwartet.

An den drei Tagen warten Bundeseinrichtungen sowie die 16 Bundesländer mit einer Vielzahl von Informations-, Kultur- und Unterhaltungsangeboten auf. Gebäude im historischen Stadtzentrum sollen abends von Künstlern illuminiert werden. Auf insgesamt 16 Bühnen treten Musiker und Künstler auf. Vorgesehen sei auch ein Konzert des Kyiv Symphony Orchestra aus der Ukraine. Am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, werden Hunderte Gäste zu einem ökumenischen Gottesdienst und einem Festakt erwartet.