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Corona: Inzidenz in Deutschland steigt an

Mehr als 132.000 Neuinfektionen bundesweit, Leopoldina-Präsident drängt auf Long-Covid-Forschung - unser Newsblog zur Pandemie.

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In Deutschland werden wiederholt mehr als 130.000 Neuinfektionen nachgewiesen.
In Deutschland werden wiederholt mehr als 130.000 Neuinfektionen nachgewiesen. © Symbolfoto: dpa/Uwe Anspach

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

Donnerstag, 5.35 Uhr: RKI registriert 132.494 Neuinfektionen - Inzidenz bei 462,4

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 462,4 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 414,0 gelegen (Vorwoche: 409,9; Vormonat: 219,1). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 132.494 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 78.863) und 97 Todesfälle (Vorwoche: 94) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 33.652.255 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

15.12 Uhr: 6.055 neue Corona-Fälle in Sachsen gemeldet

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums vom Mittwoch haben sich in den vergangenen 24 Stunden 6.055 Menschen neu mit Corona infiziert. Vor einer Woche wurden noch 5.772 Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich damit in Sachsen nachweislich 1.783.693 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 16.040 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 1.731.750 angegeben.

12.35 Uhr: Streich vor Freiburger Europa-League-Spiel mit Corona infiziert

Trainer Christian Streich ist einen Tag vor dem Heimspiel des SC Freiburg in der Fußball-Europa-League gegen den FC Nantes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 57-Jährige wird daher nach derzeitigem Stand am Donnerstag nicht auf der Bank der Freiburger sitzen, sagte ein SC-Sprecher am Mittwoch.

Für die Pressekonferenz vor der Partie werde Streich am Nachmittag von zu Hause aus zugeschaltet. Zunächst hatte der SWR über Streichs Corona-Infektion berichtet. Nach zwei Siegen aus bisher zwei Spielen steht der badische Bundesligist mit sechs Punkten an der Spitze der Gruppe G.

Auch Trainer Urs Fischer vom Bundesliga-Spitzenreiter 1. FC Union Berlin wird wegen einer Corona-Infektion beim Europapokal-Spiel seines Clubs am Donnerstag fehlen. Der 56 Jahre alte Schweizer wird von seinem Assistenten Markus Hoffmann im Spiel bei Malmö FF vertreten.

SC Freiburgs Trainer Christian Streich hat sich mit Corona finanziert und fehlt beim nächsten Europa-League-Spiel seiner Mannschaft.
SC Freiburgs Trainer Christian Streich hat sich mit Corona finanziert und fehlt beim nächsten Europa-League-Spiel seiner Mannschaft. © Tom Weller/dpa

11.04 Uhr: Kreis Görlitz: Deutlich mehr Corona-Patienten in Kliniken

Die Omikron-Variante des Coronavirus zirkuliert wieder verstärkt unter den Einwohnern im Landkreis Görlitz. Wie das Kreis-Gesundheitsamt am Dienstagabend mitteilte, wurden in der vergangenen Woche 1.239 neue Corona-Infektionen mit einem PCR-Test nachgewiesen. Das waren deutlich mehr als in den vorangegangenen Wochen. Da es aber keine PCR-Pflicht mehr gibt, gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus, die das Dreifache ausmachen kann. Nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, dass sich zwar wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, schwere Fälle aber kaum darunter sind, gibt es jetzt Anzeichen für eine Trendwende. Wie sich die niederschlägt, lesen Sie hier im Artikel.

9.11 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen sinkt ganz leicht

Ganz leicht gefallen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen. Lag die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Dienstag bei 352,9, wurde sie heute mit 351,2 angegeben. Am Freitag lag der Wert noch bei 419,5. Im Vergleich der Bundesländer liegt Sachsen im Mittelfeld - und immer noch unter dem bundesweiten Durchschnitt von 414,0. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind deutlich: Während die Inzidenz im Saarland mit 787,5 vergleichsweise hoch ist, liegt der Wert in Hamburg bei 226,9.

Auch innerhalb der 13 sächsischen Regionen in Sachsen gibt es Schwankungen. Der Vogtlandkreis hat mit 477,5 die höchste Ansteckungsrate, die niedrigste Inzidenz weist das RKI aktuell für den Kreis Mittelsachsen (269,9) aus. Unter 300 liegen auch die Landkreise Görlitz und Meißen. Dresden rangiert mit 308,5 gleich dahinter.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

7.55 Uhr: Depeche-Mode-Musiker Martin Gore: Die Pandemie hat mich verändert

Unter Menschen zu sein fällt Depeche-Mode-Musiker Martin Gore (61) seit der Corona-Pandemie schwerer. "Ich denke, dass die Pandemie mich definitiv verändert hat, wie viele andere Menschen auch. Man war so daran gewöhnt, zu Hause zu sein und nirgendwo hinzugehen. Es ist ein bisschen wie ein Kampf, wieder in die Welt hinauszugehen, und sich wieder Menschen zu stellen", sagte er in Berlin. Sänger Dave Gahan und er kündigten dort das neue Depeche-Mode-Album "Memento Mori" und eine Tournee für nächstes Jahr an. Es war der erste öffentliche Auftritt nach dem Tod von Band-Mitgründer Andrew Fletcher. Dieser war im Mai überraschend im Alter von 60 Jahren gestorben.

Nach Fletchers Tod und der Pandemie habe es ihm geholfen, wieder zu arbeiten, sagte Gore. Nach der langen Zeit des Rumsitzens zu Hause hätten er und Dave einfach wieder etwas tun wollen: "Es fühlte sich gut an, tatsächlich wieder etwas zu machen." Er habe allerdings auch manche Vorteile während der Zeit der Corona-Pandemie genossen, sagte Gore. "Es war erstaunlich, die ganze Zeit zu Hause mit meiner Familie, meiner Frau und meinen zwei kleinen Kindern zu verbringen. Sie haben mir geholfen, da durchzukommen."

Die Musiker Martin Gore (l) und Dave Gahan der britischen Band Depeche Mode.
Die Musiker Martin Gore (l) und Dave Gahan der britischen Band Depeche Mode. © Britta Pedersen/dpa

6.42 Uhr: Leopoldina-Präsident sieht großen Forschungsbedarf bei Long Covid

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, sieht bei Long Covid noch erheblichen Forschungsbedarf. "Long Covid ist ein stark unterschätztes Problem mit bisher nur begrenzten Therapiemöglichkeiten", sagte Haug der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Er selbst kenne betroffene "junge sportliche Menschen, die nicht mal mehr eine Stunde Energie am Tag haben". "Die Ursachen und die unterschiedliche Symptomatik sind noch nicht vollständig verstanden."

Geschätzt mindestens 17 Millionen Menschen in Europa waren einer für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführten Analyse zufolge in den ersten beiden Jahren der Pandemie von Long-Covid-Symptomen betroffen. Die Untersuchung deute darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, an Long Covid zu erkranken, bei Frauen doppelt so hoch ist wie bei Männern. Außerdem steige das Long-Covid-Risiko nach einer schweren Corona-Infektion, zu deren Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich war, drastisch.

Ein nach eigenen Angaben deutschlandweit einzigartiges Institut in Rostock will künftig zu einem besseren Umgang mit Corona-Spätfolgen beitragen. Initiatorin ist die Lungenfachärztin Jördis Frommhold, die deutschlandweit als Expertin für die Long-Covid-Erkrankung gilt und Präsidentin des neuen Ärzteverbandes Long Covid ist.

Gerald Haug, der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle/Saale.
Gerald Haug, der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle/Saale. © Hendrik Schmidt/dpa (Archiv)

Mittwoch, 5.15 Uhr: RKI registriert 133.532 Neuinfektionen - Inzidenz bei 414,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 414,0 angegeben. In der Vorwoche hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 379,6 (Vormonat: 215,0) gelegen. Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 133.532 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 95.811) und 128 Todesfälle (Vorwoche: 138) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 33.519.761 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

17.45 Uhr: Scheuer und Baumüller-Söder müssen in Masken-Ausschuss aussagen

Prominente Zeugen im Masken-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags: Am Mittwoch soll dort zunächst Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) als Zeuge aussagen. Für den Abend (18.30 Uhr) ist Karin Baumüller-Söder, die Ehefrau von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), geladen.

Bei beiden geht es jeweils um deren Rolle bei tatsächlichen oder potenziellen Masken-Geschäften nach Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang 2020. Scheuer hatte damals eine Firma aus Niederbayern an die Staatsregierung vermittelt. Er betonte aber wiederholt, keine Provisionen dafür bekommen zu haben. "Ich war erleichtert und froh, als in dieser Notlage die Lieferung in München ankam, um das besonders von Corona betroffene Bayern, vor allem die Kliniken und Einrichtungen, mit der damals globalen Mangelware Masken zu versorgen", so sagte Scheuer vor einiger Zeit im Rückblick.

Bei der Befragung Baumüller-Söders und ihres Bruders geht es um ein damaliges Angebot von deren Firma, rund 16 Millionen Schutzmasken beschaffen zu wollen. Am Ende kam das Geschäft nicht zustande, weil das zuständige Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelkontrolle (LGL) sich aus "fachlicher Sicht" dagegen ausgesprochen hatte. Es fehlten unter anderem Zertifikate zur Eignung der Masken.

Die Baumüller Gruppe ist ein international agierendes Unternehmen, das auch in China Antriebs- und Automatisierungssysteme herstellen lässt. Das Unternehmen erklärte laut "Nürnberger Nachrichten" sein Hilfsangebot mit dem Aufruf an Unternehmen in Deutschland von Anfang 2020, "insbesondere Schutzmasken zu erwerben und zu liefern".

Ziel des Ausschusses ist es insbesondere, Masken-Geschäfte der bayerischen Staatsregierung in der Corona-Pandemie, mögliche Beteiligungen von Politikern und teils hohe Provisionszahlungen auch an Abgeordnete aufzuklären. Das Gesundheitsministerium betonte wiederholt, in keinem Fall habe das Ministerium Provisionen an Mandatsträger gezahlt.