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Deutschland & Welt

Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne endet

Verdienstausfälle werden ab November nicht mehr ersetzt, Spahn erwartet im Frühjahr Ende der Pandemie, Inzidenz in Sachsen sinkt - der Newsblog.

Ab 1. November ist Schluss: Die Politik erhöht den Druck auf ungeimpfte Beschäftigte. Die Entschädigung für Ungeimpfte im Quarantäne-Fall entfällt.
Ab 1. November ist Schluss: Die Politik erhöht den Druck auf ungeimpfte Beschäftigte. Die Entschädigung für Ungeimpfte im Quarantäne-Fall entfällt. © Zacharie Scheurer/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

15.49 Uhr: Fördergelder für Luftfilter bisher kaum abgeflossen

Die Fördergelder des Bundes für den Einbau von Luftfiltern in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas fließen bisher nur langsam. Das zeigen Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfragen der FDP und den Grünen im Bundestag. "Welt" und "Neue Osnabrücker Zeitung" hatten darüber zuerst berichtet.

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Demnach sind von dem seit Oktober 2020 laufenden und inzwischen auf eine Milliarde Euro angewachsenen Förderprogramm zum Umbau oder zur Aufrüstung bestehender fester Lüftungssysteme erst knapp 460.000 Euro ausgezahlt worden. Gelder in Höhe von 546 Millionen Euro sind immerhin "gebunden", also beantragt. Kein Geld wurde bisher vom in diesem Sommer eingerichteten 200-Millionen-Euro-Fördertopf des Bundes zur Anschaffung mobiler Luftfilter in Klassenzimmern und Kitas abgerufen. In den Ländern sind allerdings zum Teil auch über eigene Programme mobile Geräte angeschafft worden. So hatte etwa die Schulbehörde in Hamburg im August mehr als 21.000 solcher Geräte bestellt.

FDP und Grüne kritisierten die Bundesregierung. "Gebundene Mittel wirken nicht gegen die Pandemie, hierfür müssen die Mittel verausgabt werden." Lüftungsanlagen und mobile Luftfilter sollten Schulen und Kitas jetzt zur Verfügung stehen und nicht nur in Planung sein, sagte der FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein. "Die Bundesregierung hat es auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht zustande bekommen, die Schulen während der Sommerferien zu sichern", bemängelte die Grünen Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. Das Programm für mobile Filter sei viel zu spät gekommen.

15.11 Uhr: Deutschland hat bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen abgegeben

Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen an andere Ländern abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. "Insgesamt hat Deutschland 5.106.960 Dosen ans Ausland geliefert", sagte sie. Davon seien rund 3,5 Millionen über Covax und 1,5 Millionen bilateral abgegeben worden. Empfänger sein Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien und Sudan. "Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit", sagte die Sprecherin.

Aus den Zahlen lässt sich nicht ablesen, wo Deutschland damit im internationalen Vergleich steht. So ist Deutschland Gründungsmitglied der im April 2020 ins Leben gerufenen Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A und stellt auch erhebliche Geldbeträge bereit. Das meiste Geld fließt an die Impfstoffplattform Covax, kleinere Beträge an die Plattformen für Diagnostik und Medikamente gegen Covid-19. Covax fördert die Erforschung von Corona-Impfstoffen und beschafft Impfdosen direkt. Die Finanzierung für 92 der ärmsten Länder übernehmen reichere Staaten.

14.42 Uhr: Spahn: Entschädigungsregelung bei Quarantäne Frage der Fairness

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Ende von Entschädigungszahlungen bei Quarantäne für die meisten Ungeimpften erneut verteidigt. Der CDU-Politiker verwies am Mittwoch in Berlin darauf, dass dies bereits jetzt so durch das Infektionsschutzgesetz vorgesehen sei. Es gehe nicht um Druck, sondern es sei auch eine Frage von Fairness, sagte Spahn. Diejenigen, die sich und andere durch eine Impfung schützten, hätten die berechtigte Frage, warum sie für andere, die nicht geimpft seien und in Quarantäne müssten, mitzahlen. "Und dann ist es eben auch wichtig, wenn Menschen sagen, es ist ihre freie, persönliche Entscheidung - das bleibt es auch - ob sie sich impfen lassen oder nicht, dass mit dieser Entscheidung dann eben auch die Verantwortung kommt, finanzielle Folgen zu tragen."

Der 1. November wurde nach Spahns Angaben gewählt, damit auch Menschen, die sich jetzt noch für eine Impfung entscheiden, genug Zeit bleibt, so dass sie nicht von der Regelung betroffen sind. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf verständigt, dass Menschen, die sich gegen Corona impfen lassen können, dies aber nicht tun, bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen sollen.

14.09 Uhr: Polen genehmigt Impfauffrischung für über 50-Jährige

In Polen können über 50-Jährige sowie medizinische Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Regelung auch für Menschen jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem, deren Immunreaktion auf die zunächst verabreichten Impfungen nicht ausreichend sein könnte. Sie sollen 28 Tage nach der vollständigen Impfung die Auffrischung erhalten.

Über 50-Jährige und medizinisches Personal mit Patientenkontakt sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis bekommen. Ihnen soll das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Die Termine für die Auffrischungsimpfung sollen automatisch über das zentrale System vergeben werden, in dem die Geimpften registriert sind.

13.33 Uhr: Ab November keine Entschädigung mehr für Ungeimpfte bei Quarantäne

Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte "Business Insider" darüber berichtet.

13.02 Uhr: Bericht: Noch keine Bundesmittel für Lüftungsgeräte abgerufen

Die seit Juli bereitstehenden Bundesmitteln für mobile Luftreiniger zum Schutz vor Corona an Schulen und Kindertagesstätten sind von den Bundesländern offenbar noch nicht genutzt worden. "Mittel wurden bislang nicht abgerufen", heißt es in einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Die Bundesregierung hatte am 14. Juli beschlossen, die Länder bei der Beschaffung der Geräte mit bis zu 200 Millionen Euro zu unterstützen, um "dem Infektionsrisiko in Innenräumen im Herbst und Winter entgegenzuwirken und die Kinderbetreuung sowie den Präsenzunterricht an den Schulen aufrechtzuerhalten". Im August hätten sich Bund und Länder auf eine Verwaltungsvereinbarung dazu verständigt. Bis Mitte September hätten erst acht Bundesländer diese Vereinbarung unterschrieben. Eltern, Lehrkräfte, Experten und auch viele Politiker hatten im Sommer immer wieder den Einsatz von Lüftungsanlagen gefordert, um Schülerinnen und Schüler zu schützen.

12.43 Uhr: Sachsen beim Impfen weiter Schlusslicht

63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwochvormittag hervor. Demnach wurden am Dienstag 222.988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,2 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

12.09 Uhr: Dresden meldet mehr als 50 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 56 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.502 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.788 als wieder genesen - 60 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem zwei weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind bislang 1.116 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts an: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 42,8 gemeldet, sind es nun 47,1.

11.27 Uhr: Neue Version der Corona-Warn-App bereit für Booster-Impfung

Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Damit passt das Projektteam aus Robert Koch-Institut, SAP und Deutscher Telekom die App weiterhin an das aktuelle Pandemie-Geschehen an. Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Mit der neuen Version erleichtert die App auch das Teilen von gespeicherten Impfzertifikaten. So kann die Anwendung nun eine Druckversion der Zertifikate erstellen. Damit können die Anwenderinnen und Anwender diese als PDF-Dokument speichern oder ausdrucken. Künftig wird unter jedem Impfzertifikat eine Textbox angezeigt, die über den aktuellen Stand des Impfstatus informiert. Sollten Auffrischungsimpfungen notwendig werden, informiert die App die Betroffenen in dieser Box. Ein roter Punkt soll die Nutzer darauf hinweisen, wenn es Neuigkeiten bei den Zertifikaten gibt. Dazu gehören auch Hinweise auf mögliche Probleme, beispielsweise wenn ein Zertifikat abgelaufen oder eine Signatur ungültig ist.

Bislang wurden 33,8 Millionen Downloads verzeichnet. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt aber unter diesem Wert, etwa weil User die App wieder deinstalliert oder das Handy gewechselt haben.
Bislang wurden 33,8 Millionen Downloads verzeichnet. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt aber unter diesem Wert, etwa weil User die App wieder deinstalliert oder das Handy gewechselt haben. © Oliver Berg/dpa

10.58 Uhr: Corona-Schnelltests ab 11. Oktober meist nicht mehr kostenlos

Corona-Schnelltests müssen ab 11. Oktober meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren. Das legt eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest, die einen entsprechenden Bund-Länder-Beschluss umsetzt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose "Bürgertests" für alle enden soll. Da inzwischen kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Die im Bundesanzeiger verkündete Verordnung legt aber auch einige Übergangsregeln fest. So können Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Grund ist, dass für sie erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt - daher soll noch länger Zeit für eine Impfung bleiben.

Generell weiter gratis testen lassen können sich laut der Verordnung Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test 12 Jahre alt geworden sind. Gratis bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.

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10.26 Uhr: Antikörpertherapie könnte Corona schneller lindern

Gegen schwere Coronaverläufe gibt es noch immer keine zielgerichteten Medikamente, die eine nachhaltige Besserung bringt. Bereits seit Beginn der Pandemie wird an einer Behandlung mit Antikörpern geforscht, die aus dem Blutplasma von Genesenen gewonnen wird. Die Idee dazu geht auf Emil von Behring zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts Diphtherie- und Tetanuspatienten damit behandelte.

Doch im Gegensatz zu diesen Krankheiten zeigte die Behandlung von Covid 19 mit Antikörpern bislang nur mäßige Erfolge. Eine neue Studie gibt jetzt Hoffnung und könnte eine Trendwende in der Coronatherapie einleiten. Die Ergebnisse hat die Gesellschaft für Transfusionsmedizin jetzt in Ulm vorgestellt. Mehr zu der Studie, an der auch Dresdner Patienten teilnahmen

9.57 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weiter gesunken

Die Corona-Inzidenz ist in Sachsen erneut leicht gesunken. Am Mittwoch lag die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner bei 35,3, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Vortag hatte sie bei 36,8 gelegen, am Montag bei 39,9. Sachsen ist damit hinter Mecklenburg-Vorpommern (27,5) das Bundesland mit der zweitniedrigsten Ansteckungsrate. Bundesweit sank die Inzidenz von 68,5 auf 65,0.

Innerhalb der 13 Regionen Sachsens gibt es aber erhebliche Unterschiede. So hat laut RKI der Erzgebirgskreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 63,6, am zweithöchsten ist der Wert mit 47,1 in Dresden. Deutlich weniger Fälle gibt es derzeit im Kreis Görlitz mit 20,4.

9.21 Uhr: Deutlich weniger Krankenhausbehandlungen im Corona-Jahr 2020

Im letzten Jahr sind deutlich weniger Patienten in Krankenhäusern behandelt worden. Die Zahl der stationären Behandlungsfälle und Operationen sank im Vergleich zu 2019 um 13 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 16,4 Millionen Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt - 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. "Besonders stark war der Rückgang in der ersten Corona-Welle im April 2020 mit über einem Drittel weniger stationärer Behandlungsfälle als im Vorjahresmonat", berichteten die Statistiker. Der Rückgang betraf nahezu alle Bereiche. Besonders deutlich sanken die Zahlen in jenen Fachgebieten, in denen aufschiebbare Behandlungen ausgesetzt wurden, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei zu halten: in der Rheumatologie, Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde und Pädiatrie etwa jeweils um mehr als 20 Prozent. Minimal steigende Fallzahlen gab es lediglich in der Kardiologie und der Gastroenterologie.

Die Zahl der Operationen ging 2020 um 9,7 Prozent auf 6,4 Millionen zurück. Knapp 40 Prozent der stationär behandelten Patienten des Jahres wurden operiert. Zu den häufigsten Eingriffen bei über 60-Jährigen zählten Operationen am Darm, danach folgten Eingriffe an den Gallengängen und das Einsetzen von Hüftgelenk-Prothesen. Mit oder wegen einer Corona-Infektion wurden im gesamten vergangenen Jahr 176.100 Menschen behandelt. Ein Drittel waren über 80-Jährige, ein weiteres gutes Drittel war 60 bis 80 Jahre alt.

8.47 Uhr: Mehr Dresdner sind wegen Corona arbeitslos

Monatelange waren Geschäfte, Lokale und Friseursalons aufgrund der pandemiebedingten Lockdowns geschlossen – auch in Dresden. Die harten Maßnahmen haben auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur, spricht über die Folgen der Krise.

8.02 Uhr: Lauterbach: Volle Stadien auch unter 2G nicht sinnvoll

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich selbst unter Anwendung der 2G-Regel gegen volle Fußball-Arenen ausgesprochen, zu denen nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt hätten. "Leider ist es auch unter 2G-Bedingungen im Moment noch nicht sinnvoll, die Stadien ganz zu füllen", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, ergänzte der SPD-Politiker mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen. "Halb gefüllte Stadien sind kein Problem mit 2G", stellte er klar.

Fußball-Zweitligist Hamburger SV darf etwa nach der jüngsten Senatsentscheidung das Volksparkstadion unter 2G-Bedingungen wieder voll auslasten. An den meisten anderen Standorten der zwei höchsten Fußball-Ligen ist weiterhin eine Auslastung von maximal 50 Prozent der Stadionkapazität erlaubt. Viele Vereine setzen allerdings auch auf die 3G-Strategie und gewähren negativ getesteten Personen Zutritt.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD © dpa/Michael Kappeler

7.37 Uhr: Eingestellt oder nicht? Verwirrung um Stöcker-Verfahren

Gegen Winfried Stöcker liefen bisher wegen seiner umstrittenen Impfaktion zwei Verfahren. Eines davon wurde jetzt eingestellt. Das sagte sein Anwalt Wolfgang Kubicki der SZ. Demnach handelt es sich um das Verwaltungsverfahren des Landesamtes für Soziale Dienste in Lübeck. Das hatte ermittelt, weil Winfried Stöcker den vorgeschriebenen Weg zur Zulassung beziehungsweise Testung eines Impfstoffes nicht eingehalten hat. Allerdings will das Sozialministerium Schleswig-Holstein in Kiel die Einstellung nicht bestätigen. Mehr dazu im Artikel Verwirrung um Verfahren gegen Stöcker

7.00 Uhr: Spahn erwartet im Frühjahr Ende der Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", sagte Spahn.

"Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken", sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch das Risiko, sich anzustecken." Den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück.

Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der Gesundheitsminister. "Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten, würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl Ungeimpfter überlastet", sagte Spahn. Für einen "Freedom Day" wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug. Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

6.20 Uhr: Ende der Verdienstausfall-Entschädigung ab 11. Oktober im Gespräch

In der Corona-Krise wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute über ein einheitliches Vorgehen beim finanziellen Ausgleich für angeordnete Quarantäne beraten. Im Gespräch ist ein Ende der Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen angeordneter Quarantäne für Ungeimpfte spätestens ab 11. Oktober. Das geht aus einem Entwurf für die Beratungen hervor, über den mehrere Medien berichteten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der Entwurf zunächst noch nicht final zwischen Bund und Ländern abgestimmt.

Die Fachminister wollen am Mittwoch über eine bundesweit einheitliche Linie beraten. In ersten Ländern sollen Nicht-Geimpfte bald schon keinen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfälle mehr haben. Lesen Sie dazu auch:

5.53 Uhr: Weltweiter Rückgang der Zahl von Corona-Fällen

Die Zahl der der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken. Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, 9 Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor, wie die UN-Behörde in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge. Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um 7 Prozent auf knapp 60.000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.

Mittwoch, 5.04 Uhr: RKI registriert 10.454 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 65,0 an. Am Vortag hatte der Wert bei 68,5 gelegen, vor einer Woche bei 77,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.454 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.455 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 71 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 83 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.160.970 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,63 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.921.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.123.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.41 Uhr: Vor Corona-Gipfel: Erdogan verurteilt Impf-Nationalismus

Vor dem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie von US-Präsident Joe Biden hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die mangelnde Bereitschaft einiger Länder bei der Verteilung von Vakzinen verurteilt. Angesichts von Millionen Toten und Dutzenden Millionen Infizierten sei es "eine Schande für die Menschheit, dass der Impf-Nationalismus immer noch mit verschiedenen Methoden weitergeführt wird", sagte Erdogan am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

US-Präsident Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Ziel ist es, Staats- und Regierungschefs mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus. Zentrales Thema bei dem Treffen sei die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Bei der Verteilung vor allem des Zugangs zu Impfstoffen gibt es große Ungleichheiten in der Welt. In Afrika sind beispielsweise erst etwa drei Prozent der Menschen geimpft.

20.45 Uhr: Biden will bei Corona-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen

US-Präsident Joe Biden will im Kampf gegen die Corona-Pandemie bei einem Online-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen. „Ich werde weitere Verpflichtungen ankündigen, um den Kampf gegen Covid-19 voranzutreiben“, sagte Biden am Dienstag bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung als US-Präsident. Konkrete Angaben dazu, was das für Zusagen sein werden, machte Biden nicht. Die größten Herausforderungen seien es, Leben zu retten, beim Impfen weltweit voranzukommen und eine bessere Zukunft zu gestalten, so der US-Präsident.

Biden betonte außerdem, dass notwendige Maßnahmen ergriffen werden müssten, um sich auf die nächste Pandemie vorzubereiten. „Denn es wird eine weitere geben“, sagte er. Gleichzeitig mahnte er, dass die Entstehung noch weiterer gefährlicher Varianten des Coronavirus möglich seien. „Wir müssen jetzt handeln, um so schnell wie möglich die Impfung in die Arme zu bekommen und den Zugang zu Sauerstoffbehandlungen zu erweitern, um Leben auf der ganzen Welt zu retten“, sagte er.

Zentrales Thema beim Impfgipfel am Mittwoch soll die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt sein. Biden hatte zuletzt einen Rückschlag bei seiner Impfkampagne in den USA erlitten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl eine Auffrischungsimpfung nur für bestimmte Risikogruppen. Zuvor hatte Biden trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle ab 20. September angekündigt.

19.30 Uhr: EU-Kommission unterschreibt Vertrag für weiteres Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

18.31 Uhr: Macrons Impfzertifikat zirkuliert online

Das Corona-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in den sozialen Medien aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es am Dienstag aus dem Élyséepalast in Paris. Ob der Code ausgetauscht werde, sei noch unklar. Dem Élysée zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden.

Macron hatte Frankreich im Juli strikte Regeln im Kampf gegen eine vierte Corona-Welle auferlegt. Impfungen wollte er vorantreiben. Der Besuch von Restaurants, Bars und Museen sowie Fahrten etwa mit dem Fernzug sind mittlerweile nur mit dem sogenannten Gesundheitspass erlaubt. Als Gesundheitspass zählt neben einer Corona-Impfung ein Genesungsnachweis oder ein negativer Corona-Test. Nach seiner Corona-Infektion im Dezember war Macron im Mai geimpft worden.

Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Menschen in Frankreich vollständig gegen das Coronavirus immunisiert. Die Zahl der Neuansteckungen sinkt weiter und lag zuletzt landesweit auf sieben Tage gesehen bei etwa 76 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.´

18.10 Uhr: Britische Firmen zahlen 1,3 Milliarden Pfund Kurzarbeiterhilfe zurück

Britische Unternehmen haben der Regierung bislang rund 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Milliarden Euro) Corona-Kurzarbeitergeld zurückbezahlt. Es handle sich um Firmen, die zu viel Hilfe erhalten hätten oder das Geld wegen der verbesserten wirtschaftlichen Lage nicht mehr benötigten, teilte das Finanzministerium in London am Dienstag mit. Allein in den vergangenen drei Monaten seien 300 Millionen Pfund zurückgezahlt worden.

Insgesamt hat die Regierung bisher 68,5 Milliarden Pfund über das sogenannte Furlough-Programm ausgeschüttet, das sie im Frühling 2020 wegen der Pandemie aufgelegt hatte. Furlough ähnelt dem deutschen Kurzarbeitergeld. Dabei übernahm die Regierung bis zu 80 Prozent des Lohns. Aktuell sind noch etwa 1,6 Millionen Menschen über das Programm abgesichert, das Ende September ausläuft. Im Januar lag die Zahl noch bei mehr als fünf Millionen Arbeitnehmern.

17.34 Uhr: 328 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsämter haben am Dienstag 328 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 294.448 an. Im gleichen Zeitraum gab es einen Todesfall. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 36,8. Am stärksten betroffen ist nun nicht mehr die Landeshauptstadt Dresden, die wochenlang die höchsten Infektionszahlen im Freistaat hatte, doch die Inzidenz sank heute auf 42,8. Stattdessen ist der Erzgebirgskreis mit 64,2 nun Sachsen-Hotspot. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen im Kreis Görlitz (Inzidenz: 20), im Kreis Nordsachsen (24,8) und in Chemnitz (25).

16.23 Uhr: Wien führt 2G-Regel für Veranstaltungen ein

Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus. Die Regel diene dazu, Menschen zur Impfung zu bewegen und Engpässe in den Krankenhäusern zu verhindern, sagte Ludwig bei einer Pressekonferenz. "Wir sind jetzt schon in der Situation, dass wir Operationen verschieben müssen", sagte er.

Der Schritt hin zur 2G-Regel wäre laut dem Stufenplan der konservativ-grünen Regierung österreichweit erst dann vorgesehen, wenn mehr als 300 Betten in Intensivstationen mit Covid-Kranken belegt sind. Derzeit sind es 220. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ludwig hatte schon in den vergangenen Monaten auf striktere Maßnahmen gesetzt als der Rest des Landes. So haben in Wien etwa Testergebnisse eine kürzere Gültigkeit. Unterdessen führt die Regierung derzeit mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern Gespräche über die mögliche Einführung einer Testpflicht für Ungeimpfte am Arbeitsplatz.

In Wien gilt bald die 2G-Regel.
In Wien gilt bald die 2G-Regel. © Axel Heimken/dpa

15.10 Uhr: Sachsen gibt 500.000 Euro zum Zukunftsprogramm Kino

Der Freistaat Sachsen kofinanziert 2021 und 2022 das Zukunftsprogramm Kino des Bundes. Nach einem Beschluss des Kabinetts vom Dienstag stehen insgesamt eine halbe Million Euro zur Verfügung, um Investitionen zu unterstützen. Damit sollen Filmtheater gerade auch außerhalb von Ballungsgebieten angesichts wachsender Konkurrenz durch Streaming-Dienste und Medienplattformen ihre Stärken besser herausstellen können.

"Das Kino ist ein kultureller und sozialer Ort, der Menschen aller Bevölkerungsgruppen zusammenbringt und so einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog auch jenseits der großen Städte leistet", sagte Medienminister Oliver Schenk. Gefördert werden Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen, um die Corona-Ansteckungsgefahr zu reduzieren, die Technik zu erneuern und Filmtheater umweltfreundlicher zu machen. Anträge können den Angaben nach bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden.

14.32 Uhr: Wegen erhöhter Inzidenz: RB Leipzig gegen Hertha mit 23.500 Fans

RB Leipzig darf an diesem Samstag gegen Hertha BSC (15.30 Uhr/Sky) wegen der zuletzt gestiegenen Corona-Inzidenzzahlen in der Messestadt nur 23.500 Fans in die Red Bull-Arena lassen. Das teilte RB auf seiner Homepage mit. Beim Spitzenspiel gegen den FC Bayern München durften zuletzt alle Dauerkarten-Inhaber auf ihren Stammplatz zurückkehren. Der Vizemeister will zunächst weiter an der 3G-Regel festhalten. Das bedeutet, dass neben Geimpften und Genesenen auch Personen mit tagesaktuellem Corona-Test ins Stadion dürfen. Hertha als Gastverein erhält gemäß des Beschlusses der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu diesem Spiel 1.175 Tickets für seine Anhänger.

13.55 Uhr: In 15 der 16 Länder mindestens 60 Prozent der Einwohner geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Montag wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 147.145 Impfdosen verabreicht, darunter waren rund 48.500 Erstimpfungen bei zuvor noch nicht geimpften Menschen.

13.25 Uhr: Kabinett in Dresden beschließt neue Corona-Regeln

Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.

Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg, allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht.

13.02 Uhr: Wie Sachsen den Präsenzunterricht sichern will

In Schulen und Kitas wird in den kommenden Wochen unabhängig von der Inzidenz Regelbetrieb stattfinden, versicherte Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU) am Dienstag in Dresden. Selbst bei Erreichen der sogenannten "Überlastungsstufe" bei 1.300 Covid-Patienten auf Normalstationen und/oder 450 Patienten auf Intensivstationen werden die Schulen nicht flächendeckend geschlossen. Dann wird lediglich Wechselunterricht an weiterführenden Schulen eingeführt.

Regelmäßige Corona-Tests an Schulen und das Tragen von Masken in bestimmten Situationen bleiben dagegen notwendig. Für alle Schülerinnen und Schüler gilt weiterhin Schulbesuchspflicht, heißt es in der neuen Schul- und Kita-Coronaverordnung, die vom 23. September bis zum 10. Oktober gilt. Schülerinnen und Schüler müssen sich weiter zweimal pro Woche auf eine Covid-Infektion testen lassen, diese Tests bleiben kostenlos. Wird die Inzidenz von 35 in einer Region mehrere Tage in Folge überschritten, gilt außerdem die Maskenpflicht im Unterricht.

12.48 Uhr: BDI: Lockerung der US-Einreisebeschränkungen überfällig

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat die geplante Lockerung der Einreisebeschränkungen in die USA als überfällig bezeichnet. Deutsche Unternehmen und die Wirtschaft in den USA könnten aufatmen, erklärte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, am Dienstag. "Verzögerungen in der Produktion, Lieferung und Durchführung strategischer Projekte gehören ab November hoffentlich der Vergangenheit an." Ab November können Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder in die USA einreisen.

Für die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten seien persönliche Begegnungen im US-Geschäft wichtig, so Niedermark. Fachkräfte müssten zu Kunden und Standorten der in den USA aktiven deutschen Unternehmen gelangen können. "Die pandemiebedingten Einreisebeschränkungen waren mit Blick auf die hohen Impfquoten in der EU längst nicht mehr nachvollziehbar."

12.26 Uhr: Dresden meldet 65 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 65 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.446 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.728 als wieder genesen - 80 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem sechs weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind in der Stadt bislang 1.116 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts deutlich: Wurde am Montag noch ein Wert von 51,1 gemeldet, sind es nun 42,8. Alle Zahlen aus Dresden in Artikel Rauf und Runter bei Dresdner Corona-Inzidenz

12.10 Uhr: Beauftragter Westerfellhaus gegen Impfpflicht für Pflegekräfte

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Die Diskussion darüber halte er zum jetzigen Zeitpunkt "weder für sinnvoll noch für nötig", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es solle weiter auf Information und einen leichten Zugang zu den Impfungen gesetzt werden. Es wäre allerdings richtig, dass Arbeitgeber fragen dürften, ob jemand geimpft sei, damit ungeimpftes Personal keinen direkten Kontakt mehr zu Pflegebedürftigen hätte, betonte Westerfellhaus.

Derzeit sei die Corona-Situation auf den Pflegestationen beherrschbar, sagte der Beauftragte. Dennoch blickten Pflegekräfte mit Sorge auf den Herbst: "Die meisten Pflegenden haben wenig Verständnis dafür, dass Deutschland keine ausreichende Durchimpfung in der Bevölkerung hat." Er appelliere daher an alle, sich zeitnah impfen zu lassen, sagte Westerfellhaus.

11.23 Uhr: Politiker beklagen Radikalisierung von Maskengegnern

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat erschüttert auf den tödlichen Angriff reagiert, der durch einen Streit um die Maskenpflicht ausgelöst wurde. "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen", schrieb Baerbock auf Twitter. "Wir sind alle gefordert, uns gegen den zunehmenden Hass zu stellen."

Im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein war am Wochenende ein Tankstellen-Kassierer nach einem Streit mit einem Kunden um die Maskenpflicht erschossen worden. Ähnlich wie Baerbock reagierte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. "Ein junger Mensch wird nahezu hingerichtet, weil er auf die Maskenpflicht hinweist", schrieb Ziemiak auf Twitter und sprach von einem "unfassbaren Maß an Radikalisierung".

Während der mutmaßliche Mord deutschlandweit Bestürzung auslöste, finden sich auf dem Messengerdienst Telegram auch ganz andere Reaktionen. So bekommt der Täter dort Applaus. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Rechte jubeln über Mord von Idar-Oberstein

10.36 Uhr: Reiseverband: Deutsche zieht es im Herbst ans Mittelmeer

Badeziele rund um das Mittelmeer sind nach Angaben des Reiseverbandes DRV bei Urlaubern aus Deutschland in diesem Herbst besonders gefragt. Besonders groß ist vor allem die Nachfrage nach Pauschalreise-Zielen in Spanien, Griechenland und der Türkei, wie der DRV am Dienstag mitteilte. Viele Länder am Mittelmeer - darunter Griechenland, Italien und Türkei - haben demnach in diesem Jahr die Saison verlängert. Hotels und Ferienanlagen seien demnach länger als üblich geöffnet. Ägypten, die Malediven und Seychellen sind den Angaben zufolge bei Urlaubern in diesem Herbst ebenfalls sehr beliebt. Auch für Ziele, die mit Auto, Bus oder Bahn erreicht werden können, zeichne sich ein hohes Interesse ab. Gefragt seien dabei vor allem Deutschland, Österreich, Italien und die Niederlande.

Weil sich Reisebestimmungen wegen der Corona-Pandemie rasch ändern können, buchen viele Sonnenhungrige kurzfristig - im Durchschnitt vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Start in den Urlaub. "Damit zeigt sich, dass die Bundesbürger ihre aus dem ersten Halbjahr aufgestaute Reiselust mit fortschreitendem Impftempo verstärkt kurzfristig in konkrete Reisepläne umsetzten", erläuterte der DRV. Sobald eine Reise- oder Quarantänebeschränkung für ein Land falle, werde es auch gebucht.

Viele Deutsche wollen in den Herbstferien noch in den Süden verreisen.
Viele Deutsche wollen in den Herbstferien noch in den Süden verreisen. © Socrates Baltagiannis/dpa

10.01 Uhr: Fast ein Fünftel weniger Fahrgäste in Bussen und Bahnen

Die Corona-Pandemie sorgt weiter für ein Minus bei den Fahrgastzahlen von Bussen und Bahnen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden fast 3,5 Milliarden Fahrten registriert und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Eisenbahn-Fernverkehr lag das Minus bei 34 Prozent, im Fernbusverkehr sogar bei 92 Prozent. Der öffentliche Personennahverkehr mit Bussen und Straßenbahnen, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, lag 17 Prozent unter dem Vorjahreswert, es handele sich hier aber um vorläufige Ergebnisse. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019, dem Jahr vor Ausbruch des Coronavirus, beträgt der Rückgang insgesamt 42 Prozent.

Ausschlaggebend für den Rückgang ist das erste Quartal 2021: Während zwischen Januar und März mit 39 Prozent deutlich weniger Menschen den öffentlichen Verkehr nutzten als im Vorjahreszeitraum, war von April bis Juni ein Anstieg von 20 Prozent im Nahverkehr und 51 Prozent im Fernverkehr zu verzeichnen. Das gesamte erste Quartal 2021 war von der Pandemie geprägt, während sich das Virus ein Jahr zuvor erst ab März deutlich auf den öffentlichen Verkehr auswirkte. Im zweiten Quartal 2021 fuhren dann wieder mehr Menschen mit Bussen und Bahnen als ein Jahr zuvor.

9.28 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen wieder leicht gesunken

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Sachsen am Dienstag wieder leicht gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 36,8 nach 39,9 am Montag. Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit betrug die Inzidenz am Dienstag 68,5 - den geringsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 30,1.

Für Sachsen meldete das RKI 75 neue Corona-Fälle. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, stieg um 2. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Sachsen nachweislich 294.123 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert - 10.197 sind im Zusammenhang mit Corona gestorben. Aktuelle Zahlen aus dem Sozialministerium Sachsens werden immer nachmittags veröffentlicht.

8.42 Uhr: Corona beflügelt den Trend zum E-Bike-Kauf

Der E-Bike-Boom in Deutschland hat in der Corona-Krise weiter Fahrt aufgenommen: Etwa 7,1 Millionen Elektrofahrräder standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Jahresbeginn 2021 in den privaten Haushalten. Das waren 1,2 Millionen oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Behörde am Dienstag mitteilte.

Die E-Räder verteilen sich auf knapp 5,1 Millionen Haushalte, so dass rechnerisch rund jeder achte Privathaushalt (13 Prozent) in Deutschland mindestens ein Elektrofahrrad besitzt. Anfang 2020 war es noch jeder neunte Haushalt (11 Prozent). Vor allem bei Besserverdienern sind die vergleichsweise teuren Gefährte zu finden: In Haushalten mit monatlich mehr als 3.500 Euro Einkommen gab es in jedem fünften Haushalt (20 Prozent) mindestens ein Elektrofahrrad. Insgesamt besaßen nach Angaben des Bundesamtes Anfang 2021 rund 30 Millionen Haushalte und damit 79 Prozent aller Haushalte in Deutschland Fahrräder oder Elektrofahrräder.

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8.04 Uhr: Bangkok will voraussichtlich im November wieder Touristen empfangen

Thailands beliebte Hauptstadt Bangkok wird sich voraussichtlich im November wieder für internationalen Tourismus öffnen. Um wieder Besucher zu empfangen, müssten mindestens 70 Prozent der Einwohner der Mega-Metropole vollständigen Impfschutz haben, zitierte die Zeitung "Bangkok Post" den örtlichen Gouverneur Aswin Kwanmuang. Derzeit seien erst 42 Prozent der Bürger doppelt geimpft. Schätzungen zufolge hat die Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner.

Wenn die Impfkampagne fortschreite wie bisher, dann könnte Bangkok in der ersten oder zweiten Novemberwoche geöffnet werden, so die Stadtverwaltung. Weitere Bedingungen seien aber, dass die Infektionszahlen weiter sinken und die Krankenhäuser nicht überfüllt sind. Zuletzt wurden in der Großstadt etwa 2.700 bis 2.800 neue Fälle pro Tag gemeldet. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, solle über die Leitlinien und Regeln für eine Öffnung entschieden werden.

Die Inseln Phuket und Ko Samui versuchen bereits seit Juli dank spezieller Projekte einen Neustart des wichtigen Tourismuszweiges. Vollständig geimpfte Urlauber aus Dutzenden Ländern dürfen unter strengen Auflagen wieder quarantänefrei anreisen. Viele weitere Regionen des Urlaubslandes, darunter die Provinz Chon Buri mit dem Badeort Pattaya oder das kulturelle Zentrum Chiang Mai im Norden, hoffen auf einen baldigen Neustart des Sektors.

7.20 Uhr: Quarantäne-Lohnersatz: Was Ungeimpfte Arbeitnehmer wissen sollten

Bei einem Verdienstausfall im Falle einer Corona-Quarantäne ist bislang erstmal der Staat eingesprungen. Nun wollen erste Bundesländer eine schon bestehende gesetzliche Regelung ziehen und den Anspruch für Ungeimpfte beenden. An diesem Mittwoch wollen die Gesundheitsministerinnen und -minister über eine möglichst einheitliche Linie beraten. Was gilt bislang, und was soll sich ändern? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

In Deutschland gibt es keine Corona-Impfpflicht, wohl aber Einschränkungen für Menschen, die sich zwar impfen lassen können, dies aber nicht wollen.
In Deutschland gibt es keine Corona-Impfpflicht, wohl aber Einschränkungen für Menschen, die sich zwar impfen lassen können, dies aber nicht wollen. © dpa/Sebastian Kahnert

6.57 Uhr: Schwimm-Olympiasiegerin Wilson mit Corona-Infektion im Krankenhaus

Die australische Schwimm-Olympiasiegerin Madison Wilson befindet sich wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus. Das teilte die 27-Jährige, die komplett gegen das Virus geimpft ist, auf ihrem Instagram-Account mit. Ursprünglich wollte sie an der International Swimming League in Neapel teilnehmen. Sie sei zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden, so Wilson: "Ich nehme mir etwas Zeit zum Ausruhen und bin sicher, dass ich in kürzester Zeit wieder fit sein werde."
Wilson gehörte bei den Sommerspielen in Tokio der australischen 4x100-Meter-Freistil-Staffel an, die Gold gewann. Auch in Rio hatte sie mit dem Team Gold geholt.

6.08 Uhr: Sachsens Landesregierung beschließt heute neue Corona-Regeln

Die sächsische Landesregierung will an diesem Dienstag (13 Uhr) die neue Corona-Schutzverordnung beschließen und vorstellen. Im Mittelpunkt steht ein sogenanntes 2G-System als Optionsmodell für verschiedene Bereiche. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen (2G) Zutritt zu gewähren, soll demnach für Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events bis zu 5.000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Veranstalter sollen sich freiwillig für dieses Modell entscheiden können. Tun sie dies, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen.

Im Vorfeld wurde über dieses Modell kontrovers diskutiert, zudem liefen verschiedene Anhörungsverfahren. Unklar ist bisher etwa, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen auch einen Test benötigen. Mehr zur geplanten Verordnung

5.32 Uhr: Weiter Kritik an "Freedom Day"

Der Vorschlag eines "Freedom Days" am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). "Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben."

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel ergänzte gegenüber dem RND: "Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle." Er rechne allerdings mit vollständiger Normalität ab März 2022. Kassenärztechef Andreas Gassen hatte den Vorschlag kürzlich gemacht - und war dafür bereits deutlich kritisiert worden.

Dienstag, 5.05 Uhr: RKI registriert 4.664 Corona-Neuinfektionen

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Deutschland erneut leicht rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 68,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 71,0 gelegen, vor einer Woche bei 81,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4.664 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6.325 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.150.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 1,65 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.909.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.052.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

21.30 Uhr: Nach Wirbel um #Nichtselbstverständlich: Pflegerin trifft Minister

Die durch die Aktion #Nichtselbstverständlich bekanntgewordene Krankenpflegerin Meike Ista spürt bisher wenig von den Anstrengungen der Bundesregierung in der Pflege. In einer TV-Runde mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ging Ista unter anderem auf dessen Argument ein, er habe als erster Minister Personal-Untergrenzen eingeführt. Spahn: "Auf eine bestimmte Zahl von Patienten muss mindestens eine bestimmte Zahl von Pflegekräften kommen." Ista erwiderte darauf am Montagabend in der ProSieben-Sendung "Zervakis & Opdenhövel. Live": "Das ist definitiv nicht die Realität. Die Personal-Untergrenzen werden nicht eingehalten, werden unterschritten. Woran auch immer das liegen mag - ich weiß nicht, ob das genauer kontrolliert werden muss. Das ist nicht die Realität. Wir haben nicht genug Personal. Es fehlen trotz dieser Personal-Untergrenze Leute."

Am Montag trafen in der Sendung von Prosieben-Moderatoren Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel die Pflegerin Meike Ista und Gesundheitsminister Jens Spahn aufeinander.
Am Montag trafen in der Sendung von Prosieben-Moderatoren Linda Zervakis und Matthias Opdenhövel die Pflegerin Meike Ista und Gesundheitsminister Jens Spahn aufeinander. © ProSieben/Benedikt Müller/dpa

Auf die Frage von Moderatorin Linda Zervakis, ob manche Kliniken mauschelten und Stellen aufspalteten, sagte Ista: "Ich bin sicher, dass es diese Grauzonen irgendwo gibt und irgendwo dafür gesorgt wird, dass es so ein bisschen umgangen werden kann." Der CDU-Politiker Spahn sprach bei der Begegnung immer wieder von einem "Henne-Ei-Problem". Die positiven Errungenschaften müssten stärker kommuniziert werden, um den nötigen Nachwuchs zu gewinnen. "Der Weg ist noch nicht zu Ende gegangen, aber ist schon begonnen." Es brauche Vertrauen, so Spahn. "Dieses Vertrauen kann ich nicht allein aufbauen. Dies geht nur gemeinsam mit den Pflegekräften." Bisher könnten die Stellen nicht so schnell besetzt wie geschaffen werden.

20.10 Uhr: Autorin Liebmann beklagt Umgang mit Kultur in Corona-Zeiten

Die Schriftstellerin Irina Liebmann hat den Umgang mit der Kultur in Deutschland in Corona-Zeiten beklagt. Der sofortige Verzicht auf die gesamte Kultur 2020 wäre nicht nötig gewesen, sagte sie am Montagabend bei der Eröffnung der Uwe-Johnson-Literaturtage 2021 in Neubrandenburg. Sie nehme Deutschland als äußerst gespaltenes Land wahr: Es werde gesund oder krank, in geimpft oder ungeimpft eingeteilt. In solchen Zeiten zu schreiben oder zu malen, sei sehr schwierig. "Der Tod ist so in das Bewusstsein geschoben worden wie sonst nur in Kriegszeiten." Liebmann kritisierte außerdem, dass die russische Kultur seit langem aus dem Kreis der Kultur Europas ausgeschlossen sei. Dabei stelle diese hier auch eine tragende Säule dar.

Die 78-Jährige las zur Eröffnung aus ihrem Roman "Die Große Hamburger Straße", in dem sie tief in die Geschichte der Straße im alten Zentrum von Berlin eintaucht. Für den Roman hatte sie 2020 den Uwe-Johnson-Hauptpreis erhalten, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Den Roman hatte Liebmann unmittelbar zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 in Berlin vorgestellt. In Neubrandenburg fand erst die zweite Lesung statt.

18.38 Uhr: Tankstellen-Kassierer wegen Corona-Maske erschossen

Im Streit um das Tragen einer Corona-Maske soll ein 49-Jähriger einen Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erschossen haben. Der Mann habe sich geärgert, weil der Mitarbeiter ihm kein Bier verkaufen wollte, da er keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Montag in Idar-Oberstein.

Gegen den deutschen Tatverdächtigen aus dem Kreis Birkenfeld erging Haftbefehl wegen Mordes vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach. Der mutmaßliche Täter habe gestanden, den 20 Jahre alten Studenten mit einem gezielten Schuss in den Kopf getötet zu haben, sagte Fuhrmann. Mehr zum Thema lesen Sie hier: Mann erschießt Kassierer nach Maskenstreit.

17.48 Uhr: : Lockdown hat Sprachprobleme von Kindern verschärft

Der Corona-Lockdown hat nach Einschätzung von Experten für viele Kinder und Jugendliche Sprachprobleme verschärft. Einerseits sei es durch die zeitweise Schließung von Schulen und Kindergärten erschwert gewesen, Störungen der Sprach- und Sprechentwicklung zu erkennen, sagte die Direktorin der Klinik für Phoniatrie am Universitätsklinikum Münster, Katrin Neumann, am Montag bei einem Symposium in Thalheim (Erzgebirgskreis). Andererseits hätten Lockdown und Quarantänen Therapien beim Logopäden behindert und hinausgezögert. Dabei sei gerade das häufige Training und die Wiederholung wichtig, um Sprachmuster zu verändern.

"Je länger so eine Störung besteht und je später sie behandelt wird, desto größer ist die Gefahr einer Fixierung und umso ineffektiver werden die Therapien", betonte die Expertin. Für die Entwicklung sprachlicher Kompetenzen müssten Kinder zudem viel mit Gleichaltrigen sprechen. Hierbei hätten sich das Homeschooling und die Einschränkung sozialer Kontakte negativ ausgewirkt. Insgesamt liege der Anteil der Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, die vor allem genetisch bedingt seien, bei sieben bis acht Prozent. Verfestigten sich solche Störungen, könnten mehr stationäre Therapien notwendig werden, so Neumann.

"Der Bedarf ist da und steigt", konstatierte Julia Hauschild, Chefärztin der Reha-Fachklinik für Kinder und Jugendliche mit Sprach- und Sprechstörungen in Thalheim. Ihr Haus habe vor 20 Jahren mit 36 Kindern angefangen, aktuell gebe es 90 Therapieplätze. Anfang 2022 werde die Zahl auf 110 steigen. Dennoch betrage die Wartezeit derzeit zwischen neun und elf Monate. Auch Hauschild beklagte, dass infolge der Corona-Pandemie ambulante Sprechtherapien oftmals stagniert hätten und Fortschritte wieder zunichte gemacht worden seien.

Störungen in der Sprachentwicklung sind nach Angaben der Fachleute oft weitreichend für die Betroffenen. Das reiche vom sozialen Miteinander bis hin zum Erfolg in der Schule. Hauschild: "Kinder, die eine Sprachstörung haben, haben häufig auch ganz große Probleme beim Schriftspracherwerb."

16.51 Uhr: Tschechien startet Corona-Auffrischimpfungen

Tschechien hat mit Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Menschen erhielten am Montag ihre dritte Spritze. Voraussetzung ist, dass die letzte Impfung mehr als acht Monate zurückliegt. Das Gesundheitsministerium in Prag empfiehlt die sogenannte Booster-Impfung ausdrücklich für Senioren ab 60, Angehörige von Risikogruppen sowie das Gesundheits- und Pflegepersonal. "Bei allen anderen liegt es an ihrem eigenen Willen", sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech.

Wer infrage kommt, erhält eine SMS-Benachrichtigung - am ersten Tag waren das knapp 8.000 Krankenversicherte, bis Jahresende dürften es eine Million sein. Manche Impfzentren verlangen keine vorherige Anmeldung. Für die Auffrischung werden ausschließlich die Impfstoffe von Biontech und Moderna verwendet. In Tschechien sind inzwischen knapp 5,9 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft - und damit mehr als die Hälfte der 10,7 Millionen Einwohner des EU-Mitgliedstaats.

16.33 Uhr: USA heben Reisestopp für geimpfte Briten und EU-Bürger auf

Die USA werden die Einreisebeschränkungen für Menschen aufheben, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Das gab die US-Regierung am Montag bekannt. Der weitgehende Einreisestopp war Anfang 2020 zu Beginn der Pandemie vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump verhängt worden.

Der weitgehende Einreisestopp war zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump verhängt und bisher von seinem Nachfolger Joe Biden aufrechterhalten worden. Unter anderem aus der Reisebranche wurde schon lange eine Lockerung zumindest für gegen das Coronavirus geimpfte Reisende gefordert. Die bisherigen Reisebeschränkungen besagen, dass nur US-Bürger und Besitzer einer Green Card sowie deren Familienmitglieder in die USA einreisen dürfen, wenn sie sich in den vergangenen 14 Tagen in der EU oder Großbritannien aufgehalten haben. Alle anderen brauchen eine spezielle Erlaubnis.

Die EU hatte die Mitgliedsstaaten bereits im Sommer aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA "zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschließlich Tourismus" wieder erlaubt.

Die US-Regierung hielt jedoch im Juli unter Verweis auf die ansteckendere Delta-Variante an den Einschränkungen fest. Ende August empfahl die EU dann wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus den USA. Deutschland hatte die USA zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiet eingestuft, mit entsprechenden Einschränkungen für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind.

15.55 Uhr: Sachsen registriert 493 Neuinfektionen in drei Tagen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Montag 493 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 294.120. Vor genau einer Woche, am 13. September, waren es 50 Fälle gewesen.

Außerdem wurden vier an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene gezählt. Insgesamt sind damit 10.192 an oder mit der Infektion in Sachsen gestorben.

15.30 Uhr: Johnson: Auffrischungsimpfungen haben Vorrang vor Exporten

Der britische Premierminister Boris Johnson will Auffrischungsimpfungen im eigenen Land klaren Vorrang vor dem Spenden von Impfstoffdosen an ärmere Staaten einräumen. Das sagte der konservative Politiker am Montag vor Journalisten. Bereits in dieser Woche sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen in England eine Einladung zur dritten Impfung erhalten. Insgesamt sollen alle über 50-Jährigen, besonders gefährdete Menschen sowie Gesundheits- und Pflegepersonal eine Auffrischungsimpfung erhalten.

"Ich habe mir die Fakten angeschaut, was Auffrischungsimpfungen bewirken können und ich muss sagen, dass dies unsere Priorität sein muss, und wir werden damit fortfahren", so Johnson auf dem Weg zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Trotzdem werde die Regierung in London ein "riesiges Bekenntnis" zur Unterstützung der restlichen Welt machen, betonte Johnson. "Wir stimmen grundsätzlich zu, dass niemand sicher ist, bevor nicht alle sicher sind", so Johnson.

14.42 Uhr: Haltbarkeit von mehr als 100 Millionen Coronaimpfdosen läuft bald ab

Ende des Jahres läuft die Haltbarkeit von mehr als 100 Millionen Corona-Impfdosen weltweit ab. Wenn sie nicht dringend umverteilt würden, werde der Impfstoff vergeudet, warnte das Datenanalyse-Unternehmen Airfinity. Mehr als 40 Prozent dieser Impfdosen seien in der EU, wie Airfinity am Montag berichtete.

Bedenke man, dass die meisten Empfängerländer mindestens zwei Monate Haltbarkeit ab Einfuhr brauchen, um die Impfkampagnen durchzuführen, drohten 241 Millionen Impfdosen ungenutzt abzulaufen. Wenn diese Impfdosen umgehend verteilt würden, würde das zusammen mit dem bereits gekauften und zur Verfügung gestellten Dosen reichen, um 70 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen gegen das Coronavirus zu impfen, so Airfinity. Das britische Institut wertet unter anderem Unternehmens- und Wissenschaftsdaten aus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf dringt seit Monaten auf eine fairere Verteilung der Impfstoffe. Je länger das Virus in Ländern mit niedriger Impfquote zirkuliere, desto größer sei die Gefahr neuer Varianten, gegen die die Impfstoffe weniger oder nicht wirkten.

13.56 Uhr: Regierung vorerst gegen festes Datum für Ende von Corona-Auflagen

Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt. Über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den vergangenen Tagen könne man durchaus froh sein, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Aber es gibt aus heutiger Sicht nicht die Grundlage, um zu sagen, der Tag X ist der Tag, an dem alle Beschränkungen fallen." Vielmehr gebe es guten Grund, grundsätzliche Maßnahmen wie Abstand und Maskenpflicht weiter gelten zu lassen.

Seibert sprach etwa mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen und die Belegung der Krankenhäuser von einer "ganz guten Entwicklung", die zeige, dass ergriffene Maßnahmen wirkten. Die 3G-Regel - also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete - habe zu diesem Erfolg beigetragen. Dies sei aber keine Entwicklung, von der aus man sagen könne, jetzt sei es sicher, dass Herbst und Winter gut würden.

Der Regierungssprecher verwies unter anderem auf noch "deutlich zu viele" Ungeimpfte und große regionale Unterschiede bei der Impfquote in den Bundesländern. Zudem hätten Genesene, Geimpfte und Getestete schon jetzt vielfältige Möglichkeiten, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte die Aufhebung aller Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. "Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day!", sagte er am Wochenende.

13.13 Uhr: Biontech-Impfung wirksam und sicher bei jüngeren Kindern

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Die Daten der klinischen Studie sollen so bald wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden, wie die beiden Impfstoffhersteller am Montag mitteilten. „Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin laut Mitteilung.

Anders als in der Altersgruppe über zwölf wurde den Kindern von fünf bis elf Jahren für die klinische Studie der Phase 2/3 nur ein Drittel der Dosis verabreicht. Die beiden Impfungen lagen drei Wochen auseinander.

„Die Antikörper-Reaktionen bei den Teilnehmern, denen eine Dosis von zehn Mikrogramm verabreicht wurde, war vergleichbar mit denjenigen aus einer früheren Studie von Pfizer/Biontech-Studie bei Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren, die eine 30 Mikrogramm-Dosis erhalten hatten“, teilten die Unternehmen mit. Auch die Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen der älteren Gruppe gewesen. Ergebnisse von zwei weiteren Teilnehmergruppen im Alter von zwei bis fünf Jahren sowie von sechs Monaten bis zwei Jahren würden für das vierte Quartel erwartet.

An der Studie nehmen den Angaben zufolge insgesamt 4.500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die vorgestellten Daten zu den 5- bis 11-Jährigen gehen auf 2.268 Teilnehmer zurück. Beteiligt sind über 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.

12.54 Uhr: Österreich geht mit 3G-Regel für Skipisten in die Wintersportsaison

In Österreich gilt in der kommenden Wintersportsaison auf den Skipisten die sogenannte 3G-Regel. Seilbahnbetreiber dürfen nur gegen Covid-19 Geimpfte, Getestete oder Genesene befördern, wie die Regierung am Montag in Wien bekanntgab. Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen wird es für die Skilifte nicht geben, eine FFP2-Maskenpflicht jedoch schon. Sollte die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Kranken steigen, werden die Regeln für ungeimpfte Wintersportler verschärft.

Derzeit sind rund 200 Intensivbetten in Österreich mit Covid-19-Patienten belegt. Wenn die Zahl auf 300 steigt, dürfen Ungeimpfte keine Après-Ski-Lokale mehr besuchen - auch nicht mit negativem Testergebnis, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Ab dieser Stufe dürfen Seilbahnen, Gastronomie und Hotels außerdem keine Selbsttests mehr akzeptieren. Ab einer Intensivauslastung von 400 Betten müssen Ungeimpfte negative PCR-Tests vorweisen. Die weniger genauen Antigentests sind dann nicht mehr ausreichend.

12.21 Uhr: Dresden meldet nur wenige Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag nur acht weitere Corona-Fälle gemeldet. Allerdings liegen die Zahlen am Wochenanfang meist niedriger, weil an Samstagen und Sonntagen weniger getestet wird und weniger Menschen einen Arzt aufsuchen. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.381 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.648 als wieder genesen - 52 mehr als am Sonntag. Die Behörden meldeten aber vier weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es demnach nicht. Seit Pandemiebeginn sind bislang 1.116 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die zuletzt abgesunkene Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder deutlich an: Wurde am Sonntag noch ein Wert von 42,2 gemeldet, sind es nun bereits 51,1.

12.02 Uhr: 63,1 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze erhielten 52,5 Millionen Menschen, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben fast 55,9 Millionen Menschen oder 67,2 Prozent aller Einwohner.

Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass damit nun 78 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft sind - voll geimpft sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 73,8 Prozent der über 18-Jährigen. Unter den Kindern zwischen 12 und 17 Jahren sind demnach mittlerweile 39 Prozent mindestens einmal geimpft und 29,1 Prozent vollständig geimpft. "Jede einzelne Impfung hilft allen für einen sicheren Winter", schrieb Spahn auf Twitter.

11.21 Uhr: Impfstoff für Unter-12-Jährige wohl erst 2022

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten. "Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen." Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen. "Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen", sagte Spahn.

Biontech zum Beispiel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen. Studienergebnisse liegen demnach bereits vor und müssen nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet. Mehr dazu im Artikel Impfstoff für unter 12-Jährige wohl ab Anfang 2022

11.10 Uhr: Frankfurts Alte Oper ab November wieder mit voller Saalbelegung

Endlich wieder "volles Haus": Von November an kehrt die Alte Oper Frankfurt zum Konzertbetrieb mit voller Saalbelegung zurück. Dabei werde für Besucherinnen und Besucher die 3G-Regel gelten, wonach ausschließlich Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten, hieß es am Montag.

"Wir freuen uns, mit der erhöhten Zahl der Tickets nun den Menschen die Möglichkeit zu bieten, auch Karten für jene Veranstaltungen zu erwerben, die durch die limitierte Schachbrett-Belegung bereits ausverkauft waren", sagte Intendant Markus Fein. Künstlern und Orchestern könne mit der vollen Öffnung wieder eine "echte Perspektive" geboten werden. Die ersten Konzerte der Saison hätten gezeigt, dass die Impfquote der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen in der Alten Oper mit rund 90 Prozent deutlich höher sei als die der Gesamtbevölkerung.

10.23 Uhr: Die Ärzte sagen Tour für 2021 ab

Die Berliner Punkrock-Band Die Ärzte hat die noch in diesem Jahr geplanten Konzerte der "In The Ä Tonight Tour" komplett abgesagt. "Heute ist ein schwarzer Tag", hieß es dazu am Montag auf der Homepage der Band von Bela B (58), Farin Urlaub (57) und Rodrigo Gonzalez (53).

Die Tour war bereits coronabedingt verschoben worden. Der Auftakt für die ausverkauften Konzerte war zuletzt für den 30. Oktober in Berlin vorgesehen. Bei der Konzertreise durch 15 Städte waren 26 Auftritte in Deutschland, der Schweiz und Österreich geplant, darunter auch Konzerte in Leipzig und Chemnitz. Mehr zur Tourabsage der Ärzte

10.02 Uhr: Baerbock fordert Ausweitung niedrigschwelliger Impfangebote

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, auf eine Ausweitung niedrigschwelliger Impfangebote. Diese sollten länger als eine Woche verfügbar sein, etwa in Supermärkten oder Sporteinrichtungen, sagte Baerbock am Sonntagabend im dritten TV-Triell der Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen mit Blick auf die zu Ende gegangene Impfaktionswoche. Der Schlagabtausch wurde dieses Mal von den Sendern ProSieben, Sat.1 und Kabeleins ausgestrahlt.

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet (CDU), sagte, er sei überrascht gewesen, wie viele Menschen sich im Rahmen der Impfaktionswoche "plötzlich" impfen ließen. "Es gibt noch viele, die wollen, wenn man sie erreicht. Und das muss die Kraftanstrengung sein." SPD-Bewerber Olaf Scholz mahnte, Ungeimpfte seien dem höchsten Risiko ausgesetzt, im Krankenhaus zu landen. "Und ich hoffe, dass wir bald regelmäßig Zahlen haben, die die Unterschiede ausmachen von den Infektionen bei den Geimpften und bei den Ungeimpften, damit man das vergleichen kann", sagte der SPD-Politiker.

9.30 Uhr: Gastgewerbe trotz Umsatzsprungs noch weit hinter Vorkrisenniveau

Das Gastgewerbe in Deutschland hat die Rückschläge der Pandemie trotz eines erneuten Umsatzsprungs im Juli noch bei Weitem nicht wettgemacht. Zwar verbuchten Gastwirte und Hoteliers im Juli 2021 sowohl preisbereinigt (plus 20,8 Prozent) als auch nominal (plus 21,3 Prozent) mehr Erlöse als im Juni des laufenden Jahres, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Auch im Vergleich zum stärker von Corona-Einschränkungen betroffenen Juli 2020 gab es nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Montag ein Umsatzplus von real 3,5 Prozent beziehungsweise nominal 3,8 Prozent.

Auf Jahressicht jedoch hinkt die Branche insgesamt noch deutlich hinterher: Von Januar bis einschließlich Juli 2021 lagen die Umsätze preisbereinigt (real) um 28,7 Prozent unter dem Niveau der ersten sieben Monate 2020, nominal beträgt das Minus 26,4 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass zu Jahresbeginn 2020 vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland Hotels und Gaststätten noch fast drei Monate lang uneingeschränkt geöffnet waren. Im Juli 2021 lagen die Umsätze in der Gastronomie- und Beherbergungsbranche real noch um 23,5 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland.

8.55 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt wieder

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Sachsen am Montag wieder gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 39,9. Am Sonntag waren es 31,7. Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit betrug die Inzidenz am Montag 71,0 - den geringsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 31,8.

Innerhalb Sachsens stellt sich das Infektionsgeschehen aber recht unterschiedlich dar. Die höchsten Inzidenzen haben derzeit der Erzgebirgskreis (67,2) und die Stadt Dresden (51,1). Den geringsten Wert verzeichnete am Montag der Landkreis Görlitz mit 21,6.

8.33 Uhr: Corona-Folge: Deutlich weniger Verkehrsunfälle mit Kindern

Positive Corona-Folge: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern stark gesunken. Auf den Straßen seien so wenige Mädchen und Jungen verunglückt wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Rund 22.500 Kinder seien bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden gekommen, fast 20 Prozent weniger als 2019.

Im Schnitt sei 2020 alle 23 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet worden. Damit sank die Zahl der Unfallopfer unter 15 Jahren stärker als die der Unfallopfer insgesamt, die im Corona-Jahr um 15 Prozent zurückging. Auch die Zahl der getöteten Kinder sank: von 55 im Jahr 2019 auf 48 im vergangenen Jahr. Ein Grund für den Tiefstand dürfte laut Bundesamt die zeitweilige Schließung der Schulen sowie vieler Freizeiteinrichtungen sein.

8.18 Uhr: Mehr Freiheiten dank 3G-Regel in Schleswig-Holstein

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Schleswig-Holstein kehrt für Geimpfte, Genesene und Getestete in der Corona-Pandemie wieder ein Stück Normalität ein. Überall dort, wo die sogenannte 3G-Regelung in Innenbereichen gilt, sind am Montag bisherige Vorschriften weggefallen. Dazu zählen die Maskenpflicht und auch Kapazitätsbeschränkungen für Veranstaltungen drinnen. Hintergrund ist der Paradigmenwechsel, den die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP in der vergangenen Woche mit der neuen Corona-Verordnung beschlossen hat. Die Jamaika-Koalition begründete dies mit der seit Wochen relativ konstanten Corona-Inzidenz und einer geringen Hospitalisierungsrate.

Die Maskenpflicht gilt nur noch beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder im Einzelhandel. Kino- oder Konzertsäle können bei Einhaltung der 3G-Regel wieder voll ausgelastet werden. Bei Sportveranstaltungen gibt es keine Zuschauer-Obergrenzen mehr. Auch in Diskotheken darf wieder ohne Maske getanzt werden. Wer nicht vollständig geimpft ist, braucht aber ein höchstens sechs Stunden altes Testergebnis.

Das Abstandsgebot von 1,5 Metern ist in Schleswig-Holstein nur noch eine Empfehlung (Ausnahme sind Wahlgebäude). Die Regelungen zur Erfassung der Kontaktdaten in Innenbereichen sind nahezu aufgehoben worden. Dies betrifft insbesondere Veranstaltungen, Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sporteinrichtungen und touristische Busfahrten. Auch beim Einchecken im Hotel gilt in Schleswig-Holstein die 3G-Regel, Vorgaben zu wiederholten Tests sind entfallen.

Touristen auf einer Seebrücke in der Lübecker Bucht: In Schleswig-Holstein gelten neue Corona-Regeln.
Touristen auf einer Seebrücke in der Lübecker Bucht: In Schleswig-Holstein gelten neue Corona-Regeln. © dpa/Thomas Müller

7.30 Uhr: Flug- und Militärschau in Tschechien nur mit 3G

Rund 60.000 Menschen haben am Wochenende die zweitägigen "Nato-Tage" im tschechischen Ostrava besucht. Die Flug- und Militärschau war die bisher größte Veranstaltung in Tschechien seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Alle Besucher über sechs Jahren mussten getestet, geimpft oder genesen sein. Zu sehen waren unter anderem die Drohne MQ-9 Reaper des US-Herstellers General Atomics und das US-Tarnkappenflugzeug F-35. Zu den Höhepunkten zählten zudem Fallschirmabsprünge und Kunstflugdemonstrationen.

Die deutsche Bundeswehr präsentierte in Ostrava unter anderem das Transportflugzeug A400M, den Hubschrauber Bell 206 und den Kampfpanzer Leopard 2. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 18 Staaten an der militärischen Leistungsschau. Im vorigen Jahr hatte das Event wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattgefunden, war aber im Fernsehen und im Internet übertragen worden. Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern ist seit März 1999 Mitglied des Nato-Verteidigungsbündnisses.

6.43 Uhr: Long-Covid: Forscher bemängeln Datenlage bei Kindern

Die Problematik von Long-Covid bei Kindern und Jugendlichen lässt sich anhand der aktuellen Studienlage kaum beurteilen. Das schreiben australische Forscher in einem Übersichtsartikel in "The Pediatric Infectious Disease Journal". Die Frage nach Long-Covid - als dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen - ist brisant, weil das Syndrom ein Argument für Kinder-Impfungen sein könnte, sollte es weit verbreitet sein.

"Das geringe Risiko der akuten Erkrankung bedeutet, dass einer der Hauptvorteile einer Impfung von Kindern darin liegen könnte, sie vor Long-Covid zu schützen", sagt Nigel Curtis von der Universität Melbourne, einer der Autoren des Übersichtsartikels. Er und sein Team fassten vierzehn Einzelstudien zu Long-Covid zusammen, die rund 19.426 Kinder einbezogen. Mehr dazu im Artikel Kinder impfen als Schutz vor Long-Covid?

5.37 Uhr: Corona-Spürhunde im Einsatz

Corona-Spürhunde sollen Konzerte sicherer machen: Beim bundesweit ersten Praxiseinsatz der Tiere hat die Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover gespielt. Zugelassen waren am Sonntag 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

Ziel des Forschungsprojekts "Back to Culture" von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option bei Großveranstaltungen sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Die vierteilige Konzertreihe wird fortgesetzt mit Bosse (27. September), Alle Farben (2. Oktober)und Sido (9. Oktober). Bei diesen Konzerten steigen die Besucherzahlen nach und nach auf bis zu 1.500 - und immer mehr Corona-Regeln entfallen. Beim letzten Konzert müssen nicht einmal mehr Masken getragen werden. Das Projekt wird vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Corona-Spürhündin Bea ist eines der Tiere, die zum Einsatz kamen.
Corona-Spürhündin Bea ist eines der Tiere, die zum Einsatz kamen. © dpa/Michael Matthey

Montag, 4.59 Uhr: RKI registriert 3.736 Corona-Neuinfektionen

Der Abwärtstrend bei den Infektionszahlen ist vorerst gestoppt. Nachdem die 7-Tage-Inzidenz an sechs Tagen hintereinander gefallen war, stieg sie nun wieder leicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 71,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 70,5 gelegen, vor einer Woche bei 81,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3.736 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 5.511 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 13 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 12 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.145.852 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,89 an (Vortag: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.897.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.971.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

17.44 Uhr: Komiker Chris Rock mit Corona infiziert

Komiker Chris Rock hat sich eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus angesteckt. "Hey Leute, ich habe gerade rausgefunden, dass ich Covid habe, vertraut mir, das wollt Ihr nicht. Lasst Euch impfen", schrieb der 56-Jährige am Sonntag auf Twitter. Es blieb dabei zunächst unklar, ob Rock sich mit der Delta-Variante angesteckt hat, die sich in den USA stark ausbreitet. Der "Saturday Night Live"-Star hatte in den vergangenen Monaten mehrmals öffentlich gesagt, dass er geimpft sei. Im vergangenen Jahr hatte er noch zusammen mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo für das Tragen von Masken geworben.

17.14 Uhr: Spahn kritisiert Impfquote im Südosten

Zum Abschluss der "Impf-Aktionswoche" hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfquote im "Südosten" der Republik kritisiert. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind deutlich. Im Nordwesten sind wir fast am Ziel, im Südosten sollten wir noch deutlich höhere Quoten erreichen, schrieb Spahn auf Twitter. In Bremen sind laut Robert Koch-Institut schon 73,3 Prozent vollständig geimpft – im Gegensatz zu Sachsen mit nur 53,6 Prozent. Der Freistaat bleibt damit das Bundesland mit der niedrigsten Impfquote. Der Minister dürfte mit der Kritik also explizit Sachsen gemeint haben.

12.50 Uhr: Spahn zufrieden mit Impfaktionswoche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine positive Bilanz der Aktionswoche zum Impfen gegen das Coronavirus gezogen. "Wir haben in der Aktionswoche insgesamt rund 500.000 der wichtigen Erstimpfungen geschafft, etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und Freiwillige hätten bundesweit rund 1.500 Impfaktionen auf die Beine gestellt. Möglicherweise habe es noch deutlich mehr gegeben. Mit kreativen Aktionen vor Ort sollten Ungeimpfte von einer Corona-Impfung überzeugt werden.

Dennoch zeigte sich Spahn besorgt über die große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", sagte der Minister. "Würde sich mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ein Großteil dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen infizieren, dann würden unsere Intensivstationen sehr unter Stress kommen", warnte Spahn.

10.16 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen geht weiter zurück

Die Corona-Ansteckungsrate geht in Sachsen weiter zurück. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 31,7. Am Samstag hatte der Wert bei 36,6 gelegen und am Freitag bei 37,9. Er gibt an, wie viele Ansteckungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit sank die Inzidenz auf 70,5 (Samstag: 72,0). Die höchsten Werte haben derzeit in Sachsen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 48,6 und das Erzgebirge mit 45,5. Die Landeshauptstadt Dresden hatte am Sonntag eine Inzidenz von 42,4. Die niedrigsten Inzidenzen weisen weiterhin die Landkreise Nordsachsen (17,7) und Görlitz (17,6) aus.

8.45 Uhr: RKI registriert 7.337 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 70,5

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.337 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7.345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.142.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Donnerstag: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

8.10 Uhr: Fast jeder Dritte meidet seit Beginn der Pandemie Bus und Bahn

Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der erwachsenen Deutschen dazu geführt, dass sie entweder seltener oder gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Danach nutzen elf Prozent der Erwachsenen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten während der Pandemie im Home Office arbeitet.

Für 28 Prozent der Deutschen hat sich in Sachen Mobilität durch Corona nichts geändert. Sie nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel genauso häufig wie vor der Pandemie. Lediglich zwei Prozent der Befragten sagten den Meinungsforschern, sie seien seit Beginn der Corona-Krise noch häufiger mit Bus und Bahn unterwegs als zuvor. Immerhin 36 Prozent der Erwachsenen gaben an, sie nutzten - unabhängig von Corona - grundsätzlich keine öffentlichen Verkehrsmittel. Drei Prozent der Befragten konnten zu ihrem Mobilitätsverhalten keine konkreten Aussagen treffen.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

17.49 Uhr: 25.000 bei Riesenparty in Madrid und 8.000 in Barcelona

In der spanischen Hauptstadt Madrid haben nach Angaben der Polizei rund 25.000 junge Leute trotz Verbots eine riesige Open-Air-Party gefeiert. In sozialen Netzwerken war zu sehen, wie die Teilnehmer in der Nacht zum Samstag auf Freiflächen zwischen Universitätsgebäuden in Madrids Stadtteil Ciudad Universitaria tanzten und Alkohol tranken, wie die Zeitung "El País" berichtete. Auch aus Barcelona wurde vom Campus der Autonomen Universität eine ähnliche Massenfete mit 8.000 Teilnehmern gemeldet, wie die Zeitung "La Vanguardia" schrieb. In Spanien hat gerade das Wintersemester begonnen.

Partys im Freien oft mit viel Alkohol sind verboten und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit kann hohe Bußgelder nach sich ziehen. Das offizielle Nachtleben in Spanien unterliegt wegen Corona aber immer noch einigen Einschränkungen und ist gerade für junge Leute auch oft zu teuer.

Die Polizei in Madrid betonte, sie habe für die Auflösung einer solchen Massenansammlung nicht genügend Kräfte zur Verfügung gehabt und sich deshalb zurückgehalten. Die letzten Partygänger seien in Madrid erst am Samstagmorgen gegen 7 Uhr abgezogen. Elf Jugendliche kamen wegen Alkoholvergiftung in ärztliche Behandlung.

16.49 Uhr: Kassenärzte-Chef Gassen fordert „Freedom Day“ am 30. Oktober

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat“, sagt er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Weiter erklärt Gassen: „Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!“ Demnach gebe dieses Datum allen genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.

Gassen beruft sich bei seinem Vorstoß auf die Erfahrungen in Großbritannien, wo Premier Boris Johnson schon Mitte Juli die Pandemie-Eindämmung weitestgehend beendet hatte. „Dort ist das Gesundheitssystem nicht kollabiert“. Das müsse Mut machen, „zumal das deutsche Gesundheitssystem deutlich leistungsfähiger als das britische ist und deutlich mehr Schwerkranke, die wir hoffentlich auch nicht haben werden, behandeln könnte“, erläutert der KBV-Chef.

In Großbritannien seien wissentlich mehr Infektionen zugelassen worden. Das sei durchaus „forsch“ gewesen, räumt Gassen ein. Im Augenblick gebe die Situation in England den Befürwortern des „Freedom Day“ recht. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass durch eine „Freedom Day“-Ankündigung rasch eine Impfquote von 70 Prozent zu erreichen sei, so Gassen. „Das wäre aber wohl auch ausreichend, da die Risikogruppen schon jetzt weitgehend durchgeimpft sind.“

15.33 Uhr: Gespräche und Vorbilder helfen Kindern gegen Corona-Stress

Rad fahren, ruhige Vorbilder, Gespräche in der Familie - Eltern haben in der Corona-Pandemie verschiedene Wege gewählt, um den Stress für ihre Kinder zu reduzieren. In einer Forsa-Umfrage gaben viele von ihnen an, es helfe dem eigenen Kind, wenn die Eltern als Vorbild ruhig blieben (89 Prozent) oder man etwas unternehme, zum Beispiel Rad fahre oder Gesellschaftsspiele spiele (89 Prozent). Viel miteinander zu reden (84 Prozent), die coronabedingten Einschränkungen verständlich zu erklären (75 Prozent) und mit den Großeltern eine Videokonferenz zu haben statt sie persönlich zu treffen (57 Prozent) helfe ebenfalls.

Forsa befragte im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse bereits im Frühjahr 1.002 Eltern, die Ergebnisse wurden nun zum Weltkindertag am 20. September veröffentlicht. KKH-Psychologin Franziska Klemm erklärt dazu: "Regelmäßige Gespräche über Ängste, Wünsche und Sorgen können helfen, jedes Familienmitglied wahrzunehmen und Verständnis füreinander zu schaffen." In mehr als jeder zweiten Familie (57 Prozent) habe es zudem geholfen, die Kinder in die Arbeit im Haushalt einzubeziehen.

Mehr als drei Viertel der Eltern (77 Prozent) gaben bei der Umfrage an, die Schulschließungen und die anderen coronabedingten Einschränkungen hätten beim eigenen Kind Stress verursacht. Besonders oft wurden als Stressfaktoren genannt, dass sich Kinder nicht mit Freunden treffen konnten (85 Prozent) und Freizeitaktivitäten wie Vereine fehlten (81 Prozent). Auch das digitale Lernen zu Hause im Homeschooling (56 Prozent) und das Alleinsein, weil die Eltern arbeiten mussten und Schulen geschlossen waren (32 Prozent), machten Eltern oft als Grund für zusätzliche Belastung aus.

14.56 Uhr: Australien: Festnahmen und Verletzte bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

Bei Anti-Lockdown Protesten in der australischen Millionenstadt Melbourne sind Medienberichten zufolge 235 Menschen festgenommen worden. Zehn Polizisten wurden demnach bei den Protesten am Samstag verletzt, sechs von ihnen mussten wegen Brüchen und anderer Verletzungen vorübergehend in Kliniken behandelt werden.

Rund 700 Menschen hatten den Berichten zufolge an den Protesten teilgenommen, viele von ihnen ohne Masken. Etwa 2.000 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Die Beamten setzten laut Berichten Pfefferspray ein. Busse und Bahnen seien vorübergehend nicht in die Innenstadt gefahren, wichtige Straßen seien zeitweise gesperrt worden. Auch in anderen Städten, darunter in Sydney und Brisbane, sei am Samstag gegen strikte Corona-Maßnahmen demonstriert worden.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern hat viele Monate lang eine Null-Covid-Strategie verfolgt und versucht, das Virus mit geschlossenen Außengrenzen und strikten Lockdowns auszumerzen. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante mussten aber mehrere Regionalregierungen bereits einräumen, dass die Strategie nicht mehr aufgeht. Die Lockdowns häufen sich landesweit.

14.22 Uhr: Leichte Entspannung der Corona-Lage im Iran

Im Iran zeichnet sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine leichte Entspannung der Corona-Lage ab. Die Fallzahlen seien wegen der Delta-Variante des Coronavirus zwar immer noch relativ hoch, aber weitaus niedriger als in den letzten vier Wochen, erklärte das Ministerium am Samstag auf seinem Webportal. Die Zahl der täglichen Corona-Toten sei von über 700 auf fast 350, die der Neuinfektionen von mehr als 50.000 auf weniger als 13.000 gesunken.

Als Grund für die Wende nennen Gesundheitsexperten die Einfuhr ausländischer und Fertigstellung heimischer Impfstoffe in den vergangenen Wochen. Der bis dahin schleppende Fortgang der Impfungen sei kräftig beschleunigt worden. Geimpft wurde unter anderem auch in öffentlichen Parks und Militäranlagen. Laut Gesundheitsministerium wurden mittlerweile über ein Drittel der mehr als 83 Millionen Iraner mindestens einmal und 16 Prozent doppelt geimpft. Im Iran wurden in den vergangenen 19 Monaten mehr als 116.000 Corona-Todesfälle und fast 5,5 Millionen Infektionen registriert.

13.46 Uhr: Ginter: Impfung hat Schlimmeres verhindert

Sein Impfschutz hat Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter bei seiner Corona-Infektion nach eigener Aussage vor einem noch heftigeren Verlauf geschützt. Dennoch gab der 27 Jahre alte Abwehrspieler zu, von der Infektion heftig getroffen worden zu sein. „Ich hatte Fieber, Geschmacksverlust, war völlig fertig, allein der Weg vom Bett bis ins Badezimmer erwies sich als wahre Kraftanstrengung“, erzählte Ginter im Interview des „Express“ . „Der Sonntag und Montag nach dem Leverkusen-Spiel hatten es in sich. Das war schon krass.“

Der doppelt geimpfte Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach war vor einem Monat im Spiel bei Bayer Leverkusen vorzeitig ausgewechselt worden. Er ging zu dem Zeitpunkt noch von einem einfachen Infekt aus. Ein anschließender Coronatest war dann aber positiv. „Als ich die Diagnose bekommen habe, ist das schon sehr überraschend für mich gewesen. Ich bin doppelt geimpft und hatte mich schon in gewisser Weise sicherer gefühlt“, sagte Ginter. „Die Impfung dürfte eine längere Leidenszeit verhindert haben. Fünf Tage später sind die Coronatests dann auch wieder negativ gewesen.“

13.11 Uhr: Koa-Wiesn-Auftakt: "Ozapft is" in Münchner Gaststätten

Die Wiesn ist abgesagt - trotzdem hieß es am Samstag in München wieder: "Ozapft is". In gut 50 Gaststätten laden die Wirte zur Wirtshauswiesn, auch in anderen Kneipen wurde traditionsgerecht ein Fass Bier angezapft. Auch auf der Theresienwiese prosteten sich bei traumhaftem Wetter Wiesn-Fans zu, viele waren in Tracht unter die Bavaria gekommen.

Mit dem Anzapf-Ritual eröffnet gemeinhin der amtierende Münchner Oberbürgermeister das Oktoberfest. Dieses Jahr schwang in den Gaststätten mal traditionell der Wirt selbst, mal ein Playmate und mal ein Pfarrer den Schlegel.

Der Münchner Alt-Oberbürgermeister und ehemalige Anzapfkönig Christian Ude (SPD) brauchte im Schiller Bräu im Bahnhofsviertel zwei Schläge - wie in alten Zeiten. Er hatte als erster OB 2005 das 200-Liter-Fass auf dem Oktoberfest mit nur zwei Schlägen angezapft.

Eine Gruppe von Freunden feiert auf der leeren Theresienwiese.
Eine Gruppe von Freunden feiert auf der leeren Theresienwiese. © Angelika Warmuth/dpa

12.22 Uhr: Leichte Entspannung in Party-Hotspots in Leipzig und Dresden

In den Szenevierteln der Großstädte Dresden und Leipzig ist nach wochenlangen Problemen mit Partylärm wieder etwas Ruhe eingekehrt. Dafür haben neben Polizeipräsenz auch Pilotprojekte wie etwa die "Nachtschlichter" in der Landeshauptstadt beigetragen. "Man kann ein positives Fazit ziehen", sagte Ortsamtsleiter André Barth. Der Ansatz, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, sei aufgegangen.

Auch an der Sachsenbrücke in Leipzig ist die Polizei zwar noch vor Ort - aber längst nicht mehr mit einem Großaufgebot wie noch im Frühsommer. Wochenlang war die Polizei dort mit einer Hundertschaft im Einsatz, um die Situation an den Wochenenden unter Kontrolle zu bringen.

11.37 Uhr: Spahn: Sollten im Südosten noch deutlich höhere Impfquoten erreichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Samstag auf die Unterschiede beim Fortschritt der Corona-Impfungen zwischen den Bundesländern hingewiesen. "Im Nordwesten sind wir fast am Ziel, im Südosten sollten wir noch deutlich höhere Quoten erreichen", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Nach seinen Angaben haben 62,9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland (52,3 Millionen Menschen) vollen Impfschutz, 67,1 Prozent (55,8 Millionen) erhielten mindestens eine Impfung.

Tatsächlich sind im Nordwesten deutlich mehr Menschen gegen Corona geimpft als im Südosten, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Bremen ist Spitzenreiter: Hier wurden 77,7 Prozent der Bürger einmal geimpft und 73,3 Prozent haben einen vollständigen Schutz (Stand: Samstag, 10.31 Uhr). Auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen erhielten mehr als 70 Prozent der Einwohner mindestens eine Corona-Impfung.

In Ostdeutschland liegen die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen. In Sachsen beispielsweise haben bisher nur 56,9 Prozent einen ersten und 53,6 einen zweiten Pieks erhalten. Auch in Thüringen liegt die Impfquote noch unter 60 Prozent. Doch auch Bayern (63,8 Prozent Erstimpfungen) und Baden-Württemberg (64,3 Prozent) liegen noch weit hinter den Impf-Vorreiter-Bundesländern.

11.01 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen geht leicht zurück

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Sachsen leicht zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte die Sieben-Tages-Inzidenz am Samstag auf 36,6. Am Freitag hatte der Wert bei 37,9 gelegen. Er gibt an, wie viele Ansteckungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit sank die Inzidenz auf 72,0 (Freitag: 74,7).

Die höchsten Werte haben derzeit in Sachsen die Landeshauptstadt Dresden mit 51,4 und das Erzgebirge mit 53,6. Die niedrigsten Inzidenzen weisen die Landkreise Nordsachsen (19,8) und Görlitz (18,4) aus.

10.43 Uhr: Bei steigenden Corona-Zahlen Après-Ski in Österreich nur für Geimpfte

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verspricht eine sichere Skisaison. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe an. Sowohl 70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich als auch die überwiegende Masse der Touristen seien geimpft. "Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege."

Der österreichische Party- und Skiort Ischgl war voriges Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Am Freitag wurde in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Die Kläger sind Hinterbliebene eines Corona-Toten, der in Ischgl geurlaubt hatte. Ihr Anwalt argumentierte, dass Kurz mit seiner unvorbereiteten Ankündigung der Quarantäne für Ischgl für ein Ausreise-Chaos mit weiteren Infektionen verantwortlich war. Die Republik weist die Vorwürfe von sich.

Kurz sagte im Interview, dass auch die sogenannte 3G-Regel für einen sicheren Winter sorgen werde - also der Zutritt zu Gastronomie und Hotels nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Der konservative Kanzler räumte ein, dass die Kampagne der rechten FPÖ mit ein Grund für Österreichs niedrigere Impfrate im Vergleich zu Deutschland ist.

10.09 Uhr: Corona-Ausbruch trotz 2G: Experten betonen dennoch Impfschutz

Nach dem Corona-Ausbruch in Münster bei einer 2G-Party mit über 80 Infizierten unterstreichen Experten dennoch die Bedeutung der Schutzimpfung. Unter Extrembedingungen eines Clubs mit Hunderten Besuchern, Enge und dicht geführten Gesprächen bei lauter Musik seien Infektionen auch für Geimpfte und Genesene nicht völlig auszuschließen, sagte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfung schütze in diesen Fällen aber offensichtlich trotzdem: Die Betroffenen in Münster hätten durchweg keine schweren Verläufe.

"Spricht das gegen 2G? Nein, klar dafür. Ohne 2G wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt", kommentierte kürzlich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

An der Party hatten am 3. September in Münster rund 380 Frauen und Männer teilgenommen. Die meisten von ihnen sind Anfang oder Mitte 20. Zugang hatten nur doppelt gegen Corona Geimpfte oder Genesene (2G). Nach der Party hatte die Stadt dennoch zahlreiche Neuinfektionen gemeldet. Nach dem letzten Stand waren es 85 und ein Mitarbeiter des Clubs (Stand 17.9.) - mehr als jeder fünfte Party-Teilnehmer. Falsche Angaben der Gäste zu ihrem Impfstatus als Erklärung schließt die Stadt nach bisherigem Stand aus.

9.24 Uhr: Wieder mehr studentisches Leben an Sachsens Hochschulen und Unis

Mit dem Wintersemester planen die Universitäten und Hochschulen in Sachsen nach den Corona-Lockdowns wieder mit mehr Angeboten in ihren Hörsälen. Wie eine dpa-Umfrage ergab, sollen wieder mehr Präsenzveranstaltungen stattfinden. Dabei muss der Infektionsschutz eingehalten werden. Die Teilnehmer müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Sachsens Studenten kehren in Unis zurück

8.41 Uhr: US-Experten gegen generelle Corona-Auffrischungsimpfungen - nur ab 65

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer nur für ältere Menschen und Risikogruppen. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern kam am Freitag nach stundenlanger Diskussion zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Für Senioren über 65 und Angehörige von Risikogruppen würde eine dritte Dosis aber Sinn machen, hieß es.

US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

Zuletzt hatten aber auch Forscher im Fachmagazin "The Lancet" Zweifel an Corona-Auffrischungsimpfungen für alle geäußert: "Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen", hieß es dort. Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zugute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind.

Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern über Auffrischungsimpfungen für alle nachgedacht wird, während anderswo noch kaum jemand geimpft ist. Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.

8.02 Uhr: Goldene Henne in Leipzig wieder mit Publikum vergeben

Für Wincent Weiss war es schon der zweite Preis, Jamal Musiala machte dagegen zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Goldenen Henne: Der Sänger und der Fußballer gehörten zu denjenigen, die bei der Verleihung der Goldenen Henne am Freitagabend in Leipzig eine Trophäe abräumten. Nachdem der Publikumspreis im vorigen Jahr wegen der Corona-Pandemie praktisch ohne Live-Zuschauer verliehen wurde, waren diesmal wieder Gäste bei der TV-Gala dabei. Kai Pflaume moderierte den Abend in der Kongresshalle in Leipzig.

In diesem Jahr wurden Goldene Hennen in zwölf Kategorien vergeben. Wincent Weiss wurde wie schon vor zwei Jahren in der Kategorie Musik geehrt, Fußballer Musiala wurde als Aufsteiger des Jahres ausgezeichnet. In der Kategorie Schauspiel gewann die aus Dresden stammende Claudia Michelsen eine Goldene Henne, im Sport setzte sich die U21-Fußballnationalmannschaft durch.

Vergeben wird der Preis gemeinsam von der Zeitschrift "Super Illu" und dem MDR Fernsehen. Die Goldene Henne wurde einst ins Leben gerufen, um ostdeutsche Künstler zu würdigen. Inzwischen sehen die Veranstalter sie als gesamtdeutschen Publikumspreis an. Die Gewinner erhalten eine Skulptur in Vogelform. Der Name des Preises erinnert an die 1991 gestorbene DDR-Entertainerin Helga "Henne" Hahnemann.

Die Band "Silly" tritt mit ihren neuen Sängerinnen Julia Neigel (3.v.l) und AnNa R. (3.v.r) während der Verleihung der "Goldenen Henne" in der Kongresshalle Leipzig auf.
Die Band "Silly" tritt mit ihren neuen Sängerinnen Julia Neigel (3.v.l) und AnNa R. (3.v.r) während der Verleihung der "Goldenen Henne" in der Kongresshalle Leipzig auf. © Hendrik Schmidt/dpa

Sonnabend, 7.30 Uhr: RKI registriert 8.901 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 72,0

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,4 gelegen, vor einer Woche bei 82,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8.901 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.214 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.134.779 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.882.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.920.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.25 Uhr: Spahn: Mit Antikörpertest genügt Corona-Infizierten eine Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Bürgern nach einer unbemerkten Corona-Infektion ermöglichen, dass ein Antikörpertest und eine Impfung bereits als Nachweis für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen." Die Impfverordnungen müssten dafür nicht angepasst werden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Die neue Regel solle in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben werden. Bezahlt werden muss der Antikörpertest (circa 20 bis 25 Euro) allerdings selbst. Für den Status "Genesen", für den keine Impfung erforderlich ist, sei nach wie vor ein positiver PCR-Test als Nachweis erforderlich. Der Status gilt für sechs Monate nach der Infektion - danach ist auch für diese Menschen eine Impfung nötig, um als geschützt zu gelten.

20.11 Uhr: Corona-Regeln bei Reisen nach England werden für Geimpfte vereinfacht

Die britische Regierung hat die Corona-Regeln für Geimpfte bei Reisen nach England gelockert. Wer vollständig geimpft ist, muss demnach vom 4. Oktober an bei der Einreise in den größten britischen Landesteil keinen Nachweis über einen negativen Test mehr vorlegen. Auch der bislang notwendige PCR-Test am zweiten Tag nach der Ankunft soll ab Ende Oktober durch einen Antigen-Test ersetzt werden können, teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag mit.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Reisen aus Ländern, die im bisherigen Ampelsystem der britischen Regierung nicht unter die Kategorie Rot fallen. Die Kategorien Grün und Orange, unter denen bislang alle EU-Länder geführt werden, sollen zudem zu einer einzigen zusammengefasst werden. Als geimpft gilt, wer in Großbritannien, der EU, den USA und einer Reihe von anderen Ländern eines der im Vereinigten Königreich zugelassenen Präparate gespritzt bekommen hat. Reisende auf der roten Liste müssen weiterhin auf eigene Kosten in Hotelquarantäne. Shapps sprach von einem "Schub für die Reiseindustrie".

London: Soldaten der Grenadier Guards der Nijmegen Company bei der von vielen Touristen beobachteten Wachablösung auf dem Vorplatz des Buckingham Palace.
London: Soldaten der Grenadier Guards der Nijmegen Company bei der von vielen Touristen beobachteten Wachablösung auf dem Vorplatz des Buckingham Palace. © Yui Mok/PA Wire/dpa

19.33 Uhr: Bayern-Basketballer verzichten auf Turnier

Die Basketballer des FC Bayern verzichten wegen positiver Corona-Tests im Team und im Umfeld der Mannschaft auf die Teilnahme an einem Turnier in Bayreuth. Bei engmaschigen internen Tests hatte es positive Ergebnisse gegeben, wie die Münchner am Freitagabend mitteilten. Als Vorsichtsmaßnahme und um weitere Tests durchführen zu können, nehme der Pokalsieger nicht wie geplant an dem Turnier am Wochenende teil. Der "expert Jakob Cup" mit ursprünglich vier Teams findet am Samstag und Sonntag in Bayreuth statt. Die Bayern hatten vor ihrer Absage die Veranstalter und das Gesundheitsamt München über die positiven Test-Ergebnisse informiert. Der Titel-Mitfavorit startet am übernächsten Sonntag (26. September) gegen ratiopharm Ulm in die neue Saison in der Basketball-Bundesliga.

18.57 Uhr: Nena sagt 2022-Tour wegen Corona-Auflagen ab

Popsängerin Nena hat ihre für das kommende Jahr geplante Konzert-Tour abgesagt. "Ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben", postete die 61-Jährige am Freitag bei Instagram. Als Grund nannte sie die coronabedingten Einschränkungen: «Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind ALLE MENSCHEN WILLKOMMEN. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit.» Tickets könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

Die in Hamburg lebende Sängerin hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel «Danke Kassel», nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste sie mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle.

17.49 Uhr: Köpping zum Anschlag auf Impfzentrum: "Schockiert nach der Tat"

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat den Anschlag auf das Impfzentrum in Treuen (Vogtland) bei einem Besuch vor Ort erneut verurteilt. Man könne von Glück reden, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien und die Einrichtung nicht abgebrannt sei, sagte die SPD-Politikerin am Freitagnachmittag in Treuen. Eine solche Tat sei nicht «akzeptabel». Menschen, die hätten helfen wollen, seien in Gefahr gebracht worden. Als sie von dem Anschlag erfahren habe, sei sie schockiert gewesen, so Köpping. "Impfteams und Impfzentren leisten seit Wochen eine tolle Arbeit." Auch andere Teams würden von Beschimpfungen und verbalen Drohungen erzählen.

Unbekannte hatten am Dienstagabend gegen ein Rolltor des Impfzentrums in Treuen drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit geworfen. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Es gebe keine Impflicht in Sachsen, betonte die Gesundheitsministerin. Gleichwohl appelliere die Regierung an die Menschen, sich impfen zu lassen. Die bisherige Impfquote sei nicht ausreichend für eine weitgehende Aufhebung der Corona-Beschränkungen. In Sachsen sind derzeit 53,6 Prozent der Menschen vollständig geimpft - damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz.

Köpping sprach den Mitarbeitern in Treuen ihren Dank für das Engagement in den vergangenen Monaten aus. Ende September schließen die 13 Impfzentren in Sachsen. Seit Wochen liege die Auslastung in den Impfzentren zwischen 18 bis 20 Prozent, deswegen könnten sie nicht länger betrieben werden, begründete Köpping die Schließung. Künftig sollen die Aufgabe vor allem niedergelassene Ärzte und Impfteams übernehmen.

17.25 Uhr: Gemeinde in Nordrhein-Westfalen hat Inzidenz über 1.000

Nach einer rechnerischen Sieben-Tage-Inzidenz in Augustdorf von über 1.000 haben der Kreis Lippe und die Gemeinde Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen der Infektionszahlen angekündigt. Infizierten und Kontaktpersonen sollen umfangreicher informiert werden, welche Schritte erforderlich sind, teilte der Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen am Freitag mit. Auch sollen mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in Quarantäne informieren. Daneben würden auch Schwerpunkttestungen erwogen.

Es gebe in der Gemeinde Augustdorf ein diffuses Infektionsgeschehen gerade in Familienverbünden, erläuterte ein Sprecher des Kreises. Das Gesundheitsamt bewerte das Infektionslage noch detaillierter. Zudem solle noch stärker auf Impfangebote hingewiesen werden. Der Kreis Lippe habe darüber hinaus nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe, um erweiterte Schutzmaßnahmen anzuordnen, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Lippe am Freitag weiter.

16.30 Uhr: Viele Kinder in Österreich wegen Corona von Schule abgemeldet

In Österreich hat sich die Zahl der Schulabmeldungen angesichts der Corona-Pandemie verdreifacht. Insgesamt 7.515 Kinder bis zum neunten Schuljahr sind im neuen Schuljahr in häuslichem Unterricht, wie aus Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht. Im Vorjahr waren es rund 2.600. In Österreich gilt keine Schul-, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Ein Hausunterricht kann nur untersagt werden, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist. Am Ende des Schuljahrs ist an einer Schule eine sogenannte Externistenprüfung über den Unterrichtsstoff zu absolvieren. Das Bildungsministerium will künftig die Regeln für häuslichen Unterricht verschärfen. Obendrein hatte es die Eltern mehrfach darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur Phase des generellen Fernunterrichts nun das Lernen zu Hause nicht mehr durch die Lehrer unterstützt wird.

15.18 Uhr: Sechs weitere Corona-Tote in Sachsen

Sachsens Gesundheitsamt hat am Freitag 213 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 293.627. Vor genau einer Woche, am 10. September, waren es 265 Fälle gewesen. Außerdem wurden sechs an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene gezählt, vier davon in der Landeshauptstadt Dresden. Das Dresdner Gesundheitsamt meldet in einem etwas anderes Zählzeitraum sogar auf fünf Tote. Alles zur Corona-Lage in der Landeshauptstadt lesen Sie hier.

14.55 Uhr: Stiko rät Schwangeren und Stillenden zur Corona-Impfung

Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Ständigen Impfkommission (Stiko) zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen. Nach einem sogenannten Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut am Freitag die endgültige Empfehlung veröffentlicht. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Bislang war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen. Auch ungeimpften Stillenden empfiehlt die Stiko eine Impfung, zudem rät sie "allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen Corona, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht".

Die Ständige Impfkommission empfiehlt nun endgültig die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt nun endgültig die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

14.05 Uhr: Wales führt Nachweispflicht über Test oder Impfung für Nachtclubs ein

Nachtschwärmer im britischen Landesteil Wales müssen künftig vor Betreten von Nachtclubs und größeren Events einen Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen. Das teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am Freitag mit. Angesichts hoher Fallzahlen in dem Landesteil mit rund 3,1 Millionen Einwohnern rief der Labour-Politiker die Menschen auch dazu auf, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Regel tritt vom 11. Oktober an in Kraft und gilt für alle Erwachsenen. "Das letzte was wir wollen, sind weitere Lockdowns, und dass Geschäfte ihre Türen wieder schließen müssen", sagte Drakeford der Mitteilung zufolge. Deswegen müssten nun kleine, aber bedeutungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Für Corona-Maßnahmen sind in Großbritannien die einzelnen Landesteile zuständig. Für England entscheidet die Zentralregierung in London. Premierminister Boris Johnson hatte sich in dieser Woche weitere Maßnahmen wie Impfpässe für Nachtclubs und Großveranstaltungen zunächst nur als "Plan B" vorbehalten.

12.51 Uhr: Rund 1.400 Aktionen bei bundesweiter Corona-Impfwoche

Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1.400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden. Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer."

Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert. Er bekräftigte erneut: "Die Bundesregierung hat eine allgemeine Impfpflicht immer abgelehnt, und da gibt es auch keine veränderte Position." Für die am Montag gestartete Aktionswoche hatten Bund und Länder alle Akteure vor Ort dazu aufgerufen, unkomplizierte Impfangebote zu organisieren - etwa bei Vereinen, Feuerwehren, Kulturveranstaltern oder Unternehmen.

12.32 Uhr: Ischgl-Prozess um Covid-Opfer: Staat Österreich lehnt Vergleich ab

Beim ersten Prozess um den folgenschweren Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl hat der österreichische Staat eine einvernehmliche Lösung und Vergleichsverhandlungen abgelehnt. Die Republik vertritt die Auffassung, dass Regierung und Behörden mit dem damaligem Wissen über das Virus richtig handelten und die Klage deshalb grundlos ist - dies wurde zum Auftakt des Verfahrens am Freitag deutlich. Vor dem Wiener Landgericht fordern die Witwe und der Sohn eines an Covid-19 gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, rund 100.000 Euro Schadenersatz vom Staat.

Der auch bei Deutschen beliebte Ski- und Partyort wurde im März 2020 wegen steigender Fallzahlen plötzlich geschlossen. Reiserückkehrer trugen das Virus in viele Heimatländer weiter. Laut Klägeranwalt Alexander Klauser reagierten Behörden aber zu spät auf die ersten Infektionen und setzten Gesundheitsmaßnahmen nicht ausreichend um. Außerdem habe Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am 13. März eine Quarantäne für Ischgl ohne Vorbereitungen verkündet. Tausende Urlauber seien dadurch unkontrolliert und dicht an dicht gedrängt geflohen.

Bei dem Gericht sind bislang 15 Klagen zu Ischgl eingegangen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV), der die Klagen unterstützt, rechnet jedoch damit, dass insgesamt bis zu 3.000 Ansprüche an den Staat gestellt werden.

12.11 Uhr: Ausnahmslose Impfpflicht auf einigen Kreuzfahrtrouten von Aida

Die Rostocker Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises bietet einige Reisen ihres Winterfahrplans nur ausnahmslos Menschen mit Corona-Impfung an. Auf Reisen in die Karibik, den Orient oder nach Norwegen gibt es laut Aida keine Ausnahmen etwa für ungeimpfte Kinder, so dass diese nicht mitreisen können. Das Unternehmen habe die Gäste am Donnerstag informiert, sagte eine Sprecherin am Freitag. Zuerst hatte die "Ostsee-Zeitung" berichtet. Auch für Reisen etwa zu den Kanaren, im Mittelmeer sowie Städtetouren ab Hamburg gilt laut Unternehmen eine Impfpflicht. Für Kinder bis zwölf Jahren ist hier allerdings ein negativer Corona-Test ausreichend.

Maßgeblich für die Regelungen seien im Wesentlichen die Vorgaben der Zielländer, sagte die Sprecherin. Von Corona Genesene und Geimpfte werden den Vorgaben entsprechend nicht gleichgesetzt. Auch Genesene müssen demnach vor oder nach der Genesung eine Impfdosis erhalten haben. Unabhängig von Impfungen sind weiterhin Corona-Tests vor Reiseantritt vorgesehen und je nach Route auch während der Reise. Masken sollen in Innenbereichen des Schiffes getragen werden, außer etwa beim Essen oder beim Sport.

11.50 Uhr: Zypern und ganz Portugal keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht Zypern und die Algarve ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Damit verschwindet das auch bei Urlaubern beliebte Portugal nun ganz aus dieser Kategorie, wie am Freitag aus einer Mitteilung des Robert Koch-Institutes hervorging.

Nach Aufenthalten in Hochrisikogebieten gilt: Rückkehrer nach Deutschland, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Welche Länder noch von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden, lesen Sie im Artikel Weitere Länder verschwinden von Corona-Risiko-Liste.

11.31 Uhr: Zusehends mehr Corona-Auffrischungsimpfungen

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland gibt es mehr und mehr Auffrischungsimpfungen für ältere und besonders gefährdete Menschen. Am Mittwoch und Donnerstag waren es erstmals jeweils mehr als 40.000 am Tag, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervorgeht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten kürzlich vereinbart, das Angebot zu Impf-Auffrischungen zu erweitern: Neben Pflegeheimbewohnern können sich unter anderem auch Menschen ab 60 Jahre mit ärztlicher Beratung dafür entscheiden, wenn die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

Insgesamt sind nun 52,2 Millionen Menschen oder 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 55,7 Millionen Menschen oder 67,0 Prozent aller Einwohner.

11.12 Uhr: Bundesrat stimmt schärferen Transparenzregeln für Abgeordnete zu

Der Bundesrat hat den verschärften Transparenzregeln für Bundestagsabgeordnete zugestimmt. Damit hatte das Parlament die Konsequenzen aus der sogenannten Maskenaffäre gezogen. Der bereits im Juni vom Bundestag beschlossene gemeinsame Gesetzentwurf von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken sieht höhere Strafen bei Bestechung vor, er verbietet die Annahme von Geldern und weitet die Pflichten zur Offenlegung von Nebeneinkünften aus.

Mit der Reform wird im Strafgesetzbuch das Strafmaß für Abgeordnete, die sich bestechen lassen und umgekehrt für Personen, die Abgeordnete bestechen, deutlich hochgesetzt. Künftig wird dies mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und bis zu zehn Jahren geahndet. Bislang drohte in solchen Fällen eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Im Frühjahr hatten mehrere Unionsabgeordnete ihr Bundestagsmandat niedergelegt. Es ging um Provisionen für die Vermittlung von Corona-Schutzmasken und den Verdacht bezahlter Einflussnahme zugunsten der Kaukasus-Republik Aserbaidschan.

10.40 Uhr: Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hervor. "Der Anstieg der Homeoffice-Option in Stellenausschreibungen zeigt sich über alle Wirtschaftssektoren hinweg", sagte ifo-Forscher Jean-Victor Alipour am Freitag. Auch ländliche Regionen holten beim Homeoffice deutlich auf.

Computerkenntnisse würden in Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option doppelt so oft gefordert wie in Stellenanzeigen, die kein Homeoffice erwähnen. Auch Anpassungsfähigkeit an Veränderung und Teamfähigkeit würden häufiger verlangt.

10.14 Uhr: Offenbar gehäufte Impfdurchbrüche bei Impfstoff von Johnson-&-Johnson

Experten und Behörden fallen vermehrte Impfdurchbrüche beim Impfstoff von Johnson-&-Johnson auf. Bislang erkrankten in 6.106 Fällen Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Laut RKI haben bislang gut drei Millionen Menschen eine Johnson-&-Johnson-Impfung bekommen. Auf eine Million Geimpfte kämen demnach grob überschlagen 2.000 Impfdurchbrüche. Zum Vergleich: Beim am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff - Biontech/Pfizer - sind es diesen Zahlen zufolge rund 640 Durchbrüche pro eine Million vollständig Geimpfte.

Das Vakzin von Johnson-&-Johnson ist der einzige bisher in der EU zugelassene Corona-Impfstoff, bei dem es laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Dosis braucht.

Nach dieser Impfung dauere es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet hätten, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur. Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Impfung also deutlich schlechter, sagte Watzl. Vor einer schweren Corona-Erkrankung schütze das Vakzin aber sehr wohl, betonte er. Mehr dazu lesen Sie hier.

9.37 Uhr: Kindeswohlgefährdung: Halb so viele Meldungen an Schulen im Lockdown

Während des Corona-Lockdowns haben Schulen und Kitas deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Im Frühjahr 2020 - als viele Einrichtungen geschlossen waren - meldeten Schulen halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück.

Im gesamten Corona-Jahr 2020 stellten die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung fest. Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe- oder Unterstützung nötig war. In 15 Prozent der Fälle kam der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte.

Fachleute hatten vor dem ersten Corona-Lockdown im Jahr 2020 davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Die Aufschlüsselung nach Monaten zeigt nach Einschätzung der Statistiker nun, dass die Meldungen tatsächlich stark zurückgingen.

8.58 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen kaum verändert

Die Corona-Inzidenz in Sachsen stagniert. Am Freitag gab das Robert Koch-Institut die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit 37,9 an (Vortag: 38,0). Bundesweit lag die Inzidenz am Freitag bei 74,7 (Mittwoch: 76,3.)

Die höchste Ansteckungsrate hat in Sachsen derzeit der Erzgebirgskreis (53,3), gefolgt von Dresden (52,1). Die niedrigste meldete das RKI für den Landkreis Nordsachsen (18,2). Für den gesamten Freistaat registrierte das RKI am Freitag 277 neue Infektionen und zwei weitere Todesfälle.

8.29 Uhr: Boom in Bootsbranche hält auch im zweiten Pandemie-Jahr an

Der Corona-Boom bei deutschen Bootsbauern hält auch im zweiten Pandemie-Jahr an. "Im Moment sind die Verkäufe so gut, dass es eine Weile dauert, bis man sein Wunschboot bekommt", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbau-Verbands mit Sitz in Hamburg, Claus-Ehlert Meyer. Die große Nachfrage ziehe sich durch fast alle Bereiche: "Was an gängigen Booten zur Verfügung steht, wird gehandelt."

Wie lange der Boom anhalte, sei schwer zu sagen, sagte Meyer. "Wir haben jetzt noch die Interboot, dann muss man mal sehen. Aber auf absehbare Zeit sieht es gut aus." Bei der Messe Interboot in Friedrichshafen am Bodensee präsentieren von Samstag bis 26. September nach Angaben der Veranstalter rund 280 Aussteller aus 13 Ländern Neuheiten und Trends zu Booten, Zubehör und Wassersport.

7.47 Uhr: Nach möglichen Kochsalz-Injektionen Entschädigung für Betroffene

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt. Dafür müsse ein Antrag gestellt und die Nachholimpfung nachgewiesen werden. Die Kosten übernehme das Land. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

7.11 Uhr: Erster Prozess um Coronaausbruch in Ischgl beginnt

Mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern haben sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Ischgl und anderen Tiroler Urlaubsorten mit dem Coronavirus angesteckt - am Freitag (10.00 Uhr) startet in Wien der erste Zivilprozess gegen die österreichischen Behörden. Dabei geht es um das Schicksal eines 72-jährigen ehemaligen Journalisten und leidenschaftlichen Skifahrers, der nach dem Ischgl-Urlaub an Covid-19 starb. Seine Witwe fordert 100.000 Euro Schadensersatz von Österreich.

Es ist die erste von 15 Klagen von Österreichern und Deutschen, die den Behörden schwere Fehler im Umgang mit der Pandemie vorwerfen. Diese hätten dazu geführt, dass Ischgl und Umgebung gleich zu Beginn der Pandemie Anfang März 2020 zu einem Corona-Hotspot wurden. Die österreichischen Behörden weisen die Vorwürfe zurück.

6.39 Uhr: Neuseeland setzt Reisekorridor mit Australien weitere zwei Monate aus

Wegen der noch immer hohen Corona-Zahlen in Australien setzt Neuseeland den Reisekorridor mit dem Nachbarland um weitere zwei Monate aus. Die beiden Inselstaaten hatten sich im April auf eine Regelung zum quarantänefreien Reisen der Bürger zwischen den Ländern geeinigt. Die so genannte "Trans-Tasman bubble" wurde aber im Juli wieder gestoppt, nachdem Australien wegen der Ausbreitung der Delta-Variante steigende Fallzahlen meldete.

Auch Neuseeland kämpfte zuletzt mit einem Ausbruch in der Metropole Auckland, hat diesen aber wieder weitgehend unter Kontrolle gebracht. "Neuseeland vor einer möglichen weiteren Verbreitung der Delta-Variante zu schützen, hat für uns absolute Priorität", sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Freitag. "Das quarantänefreie Reisen mit Australien zu diesem Zeitpunkt wieder einzuführen, könnte unsere Fortschritte gefährden."

Im November will die Regierung in Wellington die Lage neu bewerten. Bis dahin seien voraussichtlich bei den Impfkampagnen Fortschritte gemacht worden, hieß es. Beide Länder hatten lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt und ihre Außengrenzen für internationalen Reiseverkehr weitgehend geschlossen. Die Impfungen schritten aber lange nur schleppend voran.

6.09 Uhr: Arbeitgeberpräsident kann sich Impfprämie vorstellen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen. Im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: "Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren."

Die Corona-Impfkampagne stockt bereits seit einiger Zeit, Grund ist die mangelnde Nachfrage in der Bevölkerung. Niedrigschwellige Angebote wie Impfungen auf Supermarktparkplätzen sollen die Impfquote erhöhen, zum Teil wird zum Beispiel auch mit Freifahrten oder Bratwürsten geworben. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hatte sich zuletzt für eine Impfprämie von 50 Euro ausgesprochen.

5.21 Uhr: "Mutter Beimer" ruft zum Impfen auf: "Das ist umsonst!"

Schauspielerin Marie-Luise Marjan, berühmt geworden als "Mutter Beimer" aus der Fernsehserie "Lindenstraße" (1985-2020), hat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Corona habe viele Pläne durcheinander gebracht, erklärte die 81-Jährige am Rande der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln. "Man kann nur bitten, dass die Leute sich impfen lassen. Damit wir nicht schon wieder irgendeine große Beschränkung bekommen", sagte sie.

Sie verstehe nicht, warum man "das Angebot einer Regierung oder auch der Wissenschaftler und Ärzte, die sich Gedanken darüber" gemacht hätten, nicht annehme. "Das ist umsonst! Meine Damen, meine Herren, liebe Kinder. Nun nehmt es doch an." Sie selbst sei schon seit mehreren Monaten geimpft.

Freitag, 5 Uhr: RKI registriert 11.022 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 74,7

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am vierten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagtagmorgen mit 74,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 76,3 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12´.969 Ansteckungen gelegen.

Aus Sicht des Saarbrücker Experten für Corona-Prognosen, Thorsten Lehr, beruhen die seit einiger Zeit stagnierenden oder leicht sinkenden Zahlen auf mehreren Effekten: Zum einen ebbe die Zahl der Reiserückkehrer langsam ab – und damit auch die eingeschleppter Infektionen, sagte er kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Zum anderen seien in vielen Bundesländern nach den Sommerferien die gemeldeten Infektionszahlen bei Schülern unter anderem aufgrund der Tests in Schulen zunächst explosionsartig angestiegen. Durch das kontinuierliche Testen und Quarantänemaßnahmen komme es vielerorts nun zu einer Stagnation oder sogar Abnahme der Zahlen in dieser Altersgruppe. Auch 2020 sei die Inzidenz um diese Zeit leicht abgesunken beziehungsweise auf konstantem Niveau verharrt, bevor sie Ende September stark angestiegen sei.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 20 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 55 gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 125 878 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,87 an (Mittwoch: 1,88). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.873.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.857.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: 3.000 Gesundheitskräfte wegen Impfpflicht in Frankreich suspendiert

Mit Start der Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Frankreich sind rund 3.000 Angestellte vorläufig suspendiert worden. Sie hätten am Mittwoch noch keine erste Impfung gegen das Coronavirus vorweisen können, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag. Er gehe aber davon aus, dass die Angestellten, die etwa in Bereichen wie Küche oder Wäscherei arbeiteten, die Impfung schnell nachholten. "Alle, die mit kranken und schwachen Menschen in Kliniken oder Heimen arbeiten, sind jetzt geimpft", betonte der Minister in einem TV-Interview. Es habe nur wenige Dutzend Kündigungen von Beschäftigten gegeben, die mit der Impfpflicht gar nicht einverstanden seien.

Betroffen von der Impfpflicht in Frankreich sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte, überwiegend im Gesundheitssektor, auch aber Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie Gendarmen. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern. Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht gehört, führen seit Wochen zu Demonstrationen, die Teilnehmerzahl sinkt aber beständig.

Eine Frau mit einem Aufkleber gegen den Gesundheitspass auf dem Arm demonstriert in Paris gegen die Corona-Regeln.
Eine Frau mit einem Aufkleber gegen den Gesundheitspass auf dem Arm demonstriert in Paris gegen die Corona-Regeln. © Adrienne Surprenant/AP/dpa

21.42 Uhr: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

Das Salzburger Land ist in Österreich als Gebiet mit sehr hohem Corona-Risiko eingestuft worden. Die nationale Corona-Kommission setzte Salzburg am Donnerstag als einziges Bundesland auf die höchste Stufe der fünfstufigen nationalen Corona-Skala. Im Rest Österreichs besteht hohes oder mittleres Risiko. Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten. Die österreichweite Inzidenz lag zuletzt bei 164. Die Salzburger Behörden kündigten keine unmittelbaren Maßnahmen als Reaktion auf die Einstufung an.

21.34 Uhr: WHO kritisiert Horten von Impfdosen in reichen Ländern

Die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, wirft reichen Staaten das Horten von Impfdosen vor. Dadurch würden viele Menschen in armen afrikanischen Ländern vom Zugang zu den lebensrettenden Wirkstoffen ausgeschlossen, kritisierte Moeti am Donnerstag in Brazzaville. Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika verlangte von den reichen Ländern, ihre Überschüsse dem internationalen Programm Covax zu übergeben. Nach ihren Angaben sind bislang nur 50 Millionen oder 3,6 Prozent der Bevölkerung Afrikas gegen den Erreger von Covid-19 vollständig geimpft. In vielen reichen Ländern sind bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung immunisiert. Moetis Angaben zufolge sind inzwischen acht Millionen Covid-19-Fälle in Afrika erfasst worden.

In der neunten aufeinanderfolgenden Woche seien die Covid-19-Fallzahlen zurückgegangen. Die WHO weist jedoch regelmäßig daraufhin, dass die Dunkelziffern in Afrika weitaus höher seien. Das liege vor allem an den mangelnden Testkapazitäten und der Weigerung vieler Menschen, sich untersuchen zu lassen. Im Covax-Programm haben sich mehrere internationale Organisationen wie die WHO, das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi zusammengeschlossen, um eine gleichmäßigere Verteilung von Corona-Impfstoffen zu gewährleisten.

21.17 Uhr: Pandemie: Ost-West-Schere bei Inzidenzen

In der Corona-Pandemie zeigt sich in Deutschland ein weiteres deutliches Ost-West-Gefälle: Die 7-Tages-Inzidenz, die im Labor bestätigte Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche anzeigt, ist in mehreren östlichen Bundesländern rasant gestiegen. Im Westen der Republik blieb sie dagegen entweder ähnlich hoch oder nahm ab, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. Im Osten Deutschlands liegen auch die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen.

Der Vergleich der 7-Tage-Inzidenz des RKI bezieht sich auf die erste und zweite Septemberwoche. Danach stiegen die Werte für Sachsen und Thüringen von der 35. auf die 36. Meldewoche um jeweils 40 Prozent an, gefolgt von Brandenburg (plus 19 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 17 Prozent). Allein in Mecklenburg-Vorpommern verlief der Anstieg mit sieben Prozent eher moderat. Am deutlichsten fielen die Inzidenzen dagegen im Saarland (minus 26 Prozent), Schleswig-Holstein (minus 15 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (minus 14 Prozent). Bundesweit gingen die 7-Tages-Inzidenzen damit sogar leicht um fünf Prozent zurück. Diese Entwicklung könnte auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der diagnostizierten Infektionen beim Schulanfang sowie auf die breite Einführung der 2G- oder 3G-Regeln zurückzuführen sein, heißt es im Wochenbericht.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen die Sommerferien erst Anfang September zu Ende. Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind aber auch bundesweit die Schlusslichter beim Impfen. Die 7-Tages-Inzidenz gilt als ein Frühwarnindikator für den weiteren Verlauf der Pandemie. Stark steigende Werte können insbesondere in ungeimpfen Risikogruppen zwei bis drei Wochen später zu mehr Klinikeinweisungen und auch zu mehr Todesfällen führen.

20.52 Uhr: Infektionsmediziner: Schulen "uneingeschränkt" offen halten

Experten für Infektionskrankheiten bei Kindern und Krankenhaushygiene-Fachleute haben dazu aufgerufen, Schulen und Kitas für Kinder unter zwölf Jahren "uneingeschränkt und unabhängig von der regionalen Inzidenz im Regelbetrieb" offen zu halten. Das gelte auch für alle anderen Bereiche des sozialen Lebens, wie Jugendarbeit, Sportvereine, Musikschulen oder Schwimmkurse, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

"Gemeinschaftseinrichtungen tragen in der jetzigen Situation (keine Lockdown-Maßnahmen mehr im öffentlichen und privaten Bereich) nicht wesentlich zur Gesamtausbreitung des Erregers in der Gruppe der nicht geimpften Kinder und Jugendlichen bei", heißt es in dem Papier. Die weit überwiegende Zahl infizierter Kinder sei asymptomatisch oder erkranke mild.

Die Fachgesellschaften sprechen sich auch dafür aus, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren im Regelbetrieb offen zu halten und lehnen regelmäßige Tests asymptomatischer Kinder und Jugendlicher ab. Kinder, die sich solchen Tests unterziehen müssten, würden dadurch auch psychologisch grundsätzlich als "potenzielle Gefährder" eingestuft, heißt es zur Begründung. "Falsch positive Antigen-Testergebnisse lösten eine Kaskade schwerwiegender Interventionen aus, die sich im Nachhinein als nutzlos erweisen."

20.30 Uhr: Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Corona-Tests vor

Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den "Grünen Pass" umfangreich auszuweiten. Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft. Das neue Dekret setzte Draghi trotz der Proteste der Gewerkschaften und Teile der rechten Parteien durch.

Diese hatten in den Beratungen mit dem Regierungschef erfolglos gefordert, dass Covid-Tests als Alternativen zu Impfungen kostenlos bleiben müssten. Es dürfe nicht sein, dass man bezahlen müsse, um arbeiten zu gehen, hieß es. Draghis Kabinett aber beschloss lediglich Preisdeckelungen: Erwachsene dürfen pro Test höchstens 15 Euro zahlen, Kinder 8 Euro. Verstöße gegen die Regeln sollen scharf geahndet werden: Wer keinen Grünen Pass - dazu zählt auch der EU-Corona-Zertifikat - hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, darf ohne Bezahlung freigestellt werden - in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort.

20.11 Uhr: Facebook löscht "Querdenken"-Kanäle als "schädliches Netzwerk"

Facebook hat knapp 150 Konten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Internetkonzern der umstrittenen "Querdenker"-Bewegung zuordnet. Es sei weltweit die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die einen "koordinierten sozialen Schaden" (Coordinated Social Harm) hervorrufe, teilte Facebook am Donnerstag mit. Betroffen seien auch die Accounts von "Querdenker"-Gründer Michael Ballweg. Mehr zum Facebook-Vorgehen erfahren Sie hier.

19.55 Uhr: Weidel: Lage für Covid-Maßnahmen-Gegner und Putin-Gegner vergleichbar

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat die Drangsalierung der Kreml-Gegner vor der Parlamentswahl in Russland mit dem Umgang von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Deutschland verglichen. "Schauen Sie mal auf unsere eigenen Straßen. Gegner der Corona-Maßnahmen werden hier massiv bedrängt. Demonstrationen von Regierungskritikern werden verboten. Wir sollten tunlichst vermeiden, mit dem Finger auf andere Staaten zu zeigen bei den Grundrechtseinschränkungen, die hier durchgesetzt werden", sagte Weidel dem Badischen Tagblatt (Freitag).

Auf Nachfrage ergänzte sie: "Vom Prinzip her, von der Verächtlichmachung und Drangsalierung der Kritiker her, lässt sich das durchaus vergleichen, aber natürlich." Rund 110 Millionen Russen sind von Freitag an zur Wahl ihres neuen Parlaments aufgerufen. Ein Sieg der Kremlpartei Geeintes Russland gilt als sicher. Echte Oppositionsparteien haben kaum Chancen auf einen oder mehrere der insgesamt 450 Sitze in der Staatsduma. Unterstützer des im Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny wurden nicht als Kandidaten zugelassen. Sie warnen vor massiven Stimmenfälschungen.

19.26 Uhr: OECD: Unterricht an zwei von drei Schultagen während Corona gestört

Der Unterricht für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland war nach einer OECD-Erhebung seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum Auslaufen der Schulschließungen im Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen gestört. Das sind zwei Drittel der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021. Demnach waren etwa Grundschulen im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet, also beispielsweise im sogenannten Wechselbetrieb. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Kitas waren im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 61 Tage vollständig geschlossen. Zahlen zum Teilbetrieb bei Kitas liegen nicht vor.

Die OECD legte die Daten am Donnerstag im Rahmen ihrer jährlich veröffentlichten Erhebung "Bildung auf einen Blick" vor. In der mehr als 500-seitigen Studie werden die Bildungssysteme der 38 OECD- und weiterer Länder miteinander verglichen. Unter anderem wird untersucht, wie viel Geld die Länder für Bildung ausgeben oder wie Schulen und Kitas personell aufgestellt sind. Hervorgehoben wird für Deutschland, dass sowohl in der Altersgruppe unter drei Jahren als auch im vorschulischen Bereich mehr Kinder an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung teilnähmen als im OECD-Durchschnitt.

Schulunterricht gab es in der Lockdown-Zeit sehr oft nicht in der Schule.
Schulunterricht gab es in der Lockdown-Zeit sehr oft nicht in der Schule. © Annette Riedl/dpa

18.52 Uhr: 83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. "Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden." Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

13.27 Uhr: USA wollen weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden

US-Präsident Joe Biden will bei dem virtuellen Corona-Gipfel an diesem Mittwoch eine Spende von weiteren 500 Millionen Impfdosen ankündigen. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten an ärmere Länder gehen, sagte eine hohe Regierungsbeamtin vor dem Online-Gipfel. Die Spende der USA sei an keine Bedingungen geknüpft. "Wir beweisen, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch anderen helfen kann", sagte sie weiter. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen angekündigt.

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Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Er sollte am späten Nachmittag deutscher Zeit beginnen. Ziel sei es, Staats- und Regierungschefs, Vertreter internationaler Organisation mit Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus. Anlass ist die parallel laufende UN-Generaldebatte in New York.

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