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Deutschland & Welt

Mitnahme von Masken im Auto soll Pflicht werden

Corona-Inzidenz in Sachsen steigt weiter leicht, RKI meldet weniger Neuinfektionen bundesweit, Stiko für parallele Grippe-Impfung - der Newsblog.

Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll zur Pflicht werden.
Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll zur Pflicht werden. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

11.40 Uhr: Mitnahme von Masken im Auto wird zur Pflicht

Die Mitnahme von Masken im Auto wird künftig zur Pflicht. Das Bundesverkehrsministerium habe die vom Bundesverband Medizintechnologie unterstützte Aufnahme der zwei Gesichtsmasken in den Entwurf zur Änderung von Normblatt DIN 13164 zur Kenntnis genommen und begrüße eine schnelle geplante Umsetzung der Normenänderung, teilte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Das Bundesverkehrsministerium beabsichtige, die Normenänderung anschließend mit der nächsten Änderung in die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zu übernehmen, hieß es weiter. Zuerst hatte die "Rheinische Post" (Samstag) darüber berichtet.

Demnach sollen die Masken dem vorgeschriebenen Inhalt des Verbandkastens in Pkw, Lkw und Bussen hinzugefügt werden, schrieb die Zeitung. Wer den Verbandkasten dann nicht um zwei Masken ergänzt habe, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Bisher sind dem
Bußgeld-Katalog entsprechend fünf Euro fällig, wenn die Erste-Hilfe-Ausrüstung unvollständig ist.

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10.02 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt weiter leicht an

Wie in den vergangenen Tagen ist die Corona-Inzidenz in Sachsen leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Samstag mit 38,9 an. Am Vortag lag der Wert laut RKI bei 38,3. Trotz des Anstiegs bleibt Sachsen eines der Bundesländer mit der niedrigsten Infektionsrate. Niedriger war sie laut RKI nur in Mecklenburg-Vorpommern (30,6), Schleswig-Holstein (30,7) und Sachsen-Anhalt (35,9). Bundesweit lag die Inzidenz laut RKI am Samstag bei 60,6.

Innerhalb Sachsens verzeichnete Chemnitz das geringste Infektionsgeschehen (19,6). Am höchsten war die Inzidenz im Erzgebirgskreis (79,5).

Seit Beginn der Pandemie verzeichnete Sachsen nachweislich 295.440 Infektionen mit dem Coronavirus. 10.205 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

9.25 Uhr: Britischer Corona-Experte: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder schon angesteckt waren. "Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird", sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der "Financial Times" zu erkennen ist.

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. "Es wäre besser gewesen, damit früher zu beginnen", sagte Majeed. "Da waren wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät dran."

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keine zugelassenen Corona-Impfstoffe, allerdings erkranken sie auch seltener schwer. Das Risiko sei eher, dass Kinder das Virus an Erwachsene weitergäben, die nicht oder weniger wirksam durch Impfstoffe geschützt seien, sagte der Mediziner.

Majeed hat keine großen Hoffnungen, dass die noch immer sehr hohen Corona-Fallzahlen in Großbritannien vor dem nächsten Frühjahr deutlich sinken werden. Die Inzidenz hat sich seit längerem um die 300 eingependelt. Pro Woche sterben im Schnitt etwa 1.000 Menschen an oder mit Covid-19. "Die Regierung scheint das akzeptiert zu haben", sagte der Experte. Dabei handele es sich um einen der höchsten Werte in Europa.

Die Corona-Beschränkungen sind in England seit Mitte Juli fast vollständig aufgehoben. In den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs gelten ähnlich Regeln, allerdings setzt man dort zum Beispiel noch stärker auf die Maskenpflicht.

Samstag, 8.17 Uhr: RKI registriert 7.211 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 60,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 60,6 an. Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück. Am Vortag hatte der Wert bei 62,5 gelegen, vor einer Woche bei 72,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.211 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.08 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8.901 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 62 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 63 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.188.604 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,58 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.952.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.365.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.03 Uhr: Biden ruft Berechtigte in USA zu Corona-Auffrischungsimpfungen auf

Nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen in den USA hat Präsident Joe Biden dringend dazu aufgerufen, das Angebot zu nutzen. Biden appellierte am Freitag bei einer Ansprache im Weißen Haus an die Berechtigten, sich eine dritte Impfung geben zu lassen, sobald sie an der Reihe seien. Es sei eine Tragödie, dass noch immer Menschen sterben müssten, weil sie ungeimpft seien. "Bitte lassen Sie das nicht Ihre Tragödie werden", mahnte der Präsident.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen am Mittwochabend genehmigt. Am späten Donnerstag sprach sich schließlich auch ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC dafür aus, Auffrischungsimpfungen mit dem Präparat für Menschen ab 65 Jahren zu empfehlen. Zudem sprachen sich die Mitglieder des Gremiums mehrheitlich dafür aus, die Auffrischungsimpfungen mindestens sechs Monate nach den ersten beiden Impfungen für Menschen zwischen 50 und 64 Jahren, die Risikogruppen angehören, zu empfehlen. Für Personen ab 18 Jahren aus Risikogruppen solle dies ebenso möglich sein, nach vorheriger individueller Risiko- und Nutzenanalyse.

Der Präsident machte zudem erneut jenen schwere Vorhaltungen, die sich bewusst gegen eine Corona-Impfung entschieden. "Sie richten großen Schaden an", beklagte er. "Die Weigerung, sich impfen zu lassen, geht auf Kosten von uns allen." Ungeimpfte bevölkerten die Krankenhäuser und nähmen so Kapazitäten für Menschen mit anderen Erkrankungen weg. Sie brächten auch die wirtschaftliche Erholung im Land in Gefahr.

20.22 Uhr: Deutsche Forscher und Biontech-Biochemikerin mit US-Preisen geehrt

Zwei deutsche Hirnforscher und die Biontech-Biochemikerin Katalin Karikó sind in diesem Jahr unter den Trägern der renommierten Lasker-Preise. Karikó, die sich Biontech 2013 anschloss, werde gemeinsam mit Drew Weissman von der University of Pennsylvania für die Entdeckung einer neuen therapeutischen Technologie basierend auf der Modifikation von Boten-RNA ausgezeichnet, die eine schnelle Entwicklung der hochwirksamen Covid-19-Impfstoffe ermöglichte. Das teilte die Lasker-Stiftung am Freitag in New York mit. Auf der Methode basieren die mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus. Karikó und Weissman gelten in diesem Jahr auch als Anwärter auf einen Nobelpreis.

Die deutschen Hirnforscher Dieter Oesterhelt vom Max Planck Institut für Biochemie bei München und Peter Hegemann von der Berliner Humboldt Universität wurden gemeinsam mit ihrem US-Kollegen Karl Deisseroth von der Stanford University ausgezeichnet - für die "Entwicklung einer Technologie, die es Forschern ermöglicht, die Aktivität von Gehirnzellen zu kontrollieren, indem Lichtstrahlen verwendet werden, um den Ionenfluss in und aus Neuronen auszulösen".

Die seit 75 Jahren verliehenen und mit 250.000 Dollar dotierten Lasker-Preise gelten als bedeutendste biomedizinische Forschungsauszeichnungen. Dutzende Lasker-Preisträger gewannen im Anschluss auch einen Nobelpreis.

19.47 Uhr: Vor Europarats-Sitzung: Russen verärgert über Corona-Beschränkungen

Aus Ärger über Corona-Beschränkungen hat die russische Delegation ihre persönliche Teilnahme an einer anstehenden Sitzung eines Europarat-Gremiums im französischen Straßburg in Frage gestellt. "Unter dem Vorwand von Hygienemaßnahmen" seien die mit dem russischen Präparat Sputnik V geimpften Politiker in Straßburg in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, schrieb der Leiter der Delegation, Pjotr Tolstoj, am Freitag im sozialen Netzwerk Telegram. Sputnik V ist in der EU bislang nicht zugelassen.

Die Russen würden in eine "diskriminierte Position" gebracht, schrieb Tolstoj mit Blick auf die viertägige Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, die am kommenden Montag beginnen soll. "Unter den gegebenen Bedingungen wird die russische Delegation nicht nach Straßburg reisen, sondern die Arbeit aus der Ferne verfolgen."

In Frankreich sind beispielsweise Restaurant- und Barbesuche nur mit Test-, Impf- oder Genesungsnachweis möglich. Für den Impfnachweis gelten nur in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe. Ein Sprecher des Europarats bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass für die Teilnahme an der Sitzung selbst jedoch jedes Vakzin akzeptiert werde, das in einem der Mitgliedstaaten zugelassen sei - "was natürlich auch Sputnik einschließt".

19.06 Uhr: Wegen Corona-Maskenpflicht: Mann greift Busfahrer an

Ein Busfahrer ist am Freitagmorgen in Königs Wusterhausen von einem Mann angegriffen worden, den er zuvor zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgefordert hatte. Als der 30-Jährige das ablehnte, habe der Busfahrer ihn des Busses verwiesen, teilte die Polizeidirektion Süd mit. Der Fahrgast verweigerte auch das und schlug dem 41-jährigen Fahrer ins Gesicht. Polizeibeamte konnten den Angreifer vor Ort in Gewahrsam nehmen.

Eine Datenabfrage ergab, dass der Mann aus der Psychiatrie entflohen war und nach ihm gefahndet wurde. Er wurde zur stationären fachmedizinischen Behandlung in eine Klinik überstellt. Der Busfahrer musste nur ambulant versorgt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

18.34 Uhr: Stiko empfiehlt parallele Corona-und Grippeimpfung

Impfungen gegen Corona und Grippe können nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkomission (Stiko) nun an einem Termin erfolgen. Geraten wird dabei zu einem Zeitpunkt ab Oktober. Voraussetzung sei, dass es sich beim Influenza-Vakzin um einen Totimpfstoff handele, teilte die Stiko am Freitag mit.

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viren oder Bestandteile der Viren. Bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist um Totimpfstoffe. Zuvor hatten sich bereits der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und der Hausärzteverband für gleichzeitiges Impfen ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.

18.04 Uhr: Sachsens Handwerk fordert zeitnahe Lösung für Weihnachtsmärkte

Sachsens Handwerker haben von der Landesregierung eine zeitnahe Regelung für Weihnachtsmärkte gefordert. Gerade im Kunsthandwerk werde ein Großteil des Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit und auf den Märkten erzielt, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Handwerkskammern, Frank Wagner, am Freitag. Nach dem Ausfall im vergangenen Jahr bräuchten die Betriebe die Weihnachtsmärkte mehr denn je. "Umso größer sind die Unsicherheiten, ob und vor allem wie Weihnachtsmärkte in Sachsen 2021 stattfinden", so Wagner.

Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz verwies darauf, dass Wirtschaft und Kommunen für ihre Planungen entsprechend zeitlichen Vorlauf benötigen und nicht bis Ende Oktober oder November warten könnten. Solange die Regierung ihren vierwöchigen Rhythmus für die Corona-Schutzverordnungen beibehalte, sei aber diese "viel zu knappe und für alle Beteiligten kaum umsetzbare Zeitschiene zu befürchten", kritisierte Wagner.

Sachsens Kultur- und Tourismusministerium verwies darauf, dass es bereits Corona-Regeln für Großveranstaltungen gebe. Zudem sei man derzeit mit den Akteuren - also Kommunen und privaten Veranstaltern - im Gespräch. So muss bei Open-Air-Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen ein genehmigtes Hygienekonzept vorliegen. Die sogenannte 3G-Regel sowie die Erfassung von Kontakten ist demnach auf Weihnachtsmärkten aufgrund der "fließenden Besucherströme" nicht notwendig - allerdings nur wenn der Markt aufgeteilt ist in Flanier- und Verweilbereiche. In letzteren dürfen sich nicht mehr als 1.000 Besucher aufhalten - dabei zählen auch Geimpfte und Genesene mit.

16.09 Uhr: Masken-Störer in Wahllokalen erwartet

Der sächsische Städte- und Gemeindetag hat am Wahltag vor Störungen durch Maskenverweigerer gewarnt. Das gab der Zeithainer Bürgermeister Mirko Pollmer bekannt. Auch das Innenministerium hält Störungen für möglich, die Polizei bereitet sich dennoch nicht auf größere Einsätze vor. Konkrete Hinweise würden aktuell nicht vorliegen. Dennoch werden Polizeibeamte die Bereiche der Wahllokale im Rahmen ihrer Streifentätigkeit gesondert im Blick behalten, sagte ein Polizeisprecher. Was im Wahllokal gilt und wie konkret die Bedrohung ist, lesen Sie hier: Polizei behält Wahllokale im Auge.

15.10 Uhr: Stiko spricht keine generelle Booster-Empfehlung für Senioren aus

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus - obwohl ältere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff aber für Menschen mit Immunschwäche, heißt es in dem am Freitag vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Papier. Die Stiko arbeite derzeit die Studienlage für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Entscheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

14.00 Uhr: Oberbayern prüft Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen illegaler Schule

Wegen des Betriebs einer illegalen Schule mit mutmaßlichem Querdenker-Hintergrund im oberbayerischen Landkreis Rosenheim wird gegen die Betreiberin, eine Stiftung, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren geprüft. Das sagte der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Wolfgang Rupp, am Freitag. Die Regierung von Oberbayern ist die zuständige Schulaufsichtsbehörde. Ob auch gegen die Leiterin der Schule, eine Lehrerin, oder andere Personen wie etwa Eltern ein Verfahren eingeleitet werden soll, ließ Rupp unter Verweis auf den Datenschutz offen.

Die Leiterin der illegalen Schule sei verbeamtete Lehrerin einer Grund- und Mittelschule im Raum Oberbayern gewesen, sagte Rupp weiter. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. Sie habe sich seit Längerem im Krankenstand befunden. Rupp äußerte sich ebenfalls unter Verweis auf Datenschutz auch nicht dazu, ob nun disziplinarisch gegen die Frau vorgegangen werde. Die Schule war von den Behörden am Mittwoch geschlossen worden.

Die Frau berufe sich darauf, dass die Schule auf einem alten Bauernhof in Schechen von einer Stiftung nach russischem Recht getragen werde und deshalb russischem Recht unterliege, sagte der Sprecher weiter. Es sei ein "reichsbürgertypisches Denkmuster" erkennbar - auch wenn Rupp die Schule nicht direkt Reichsbürgern zuordnete. Immerhin hielten sich die Betreiber nach dem Einschreiten der Behörden an die deutschen Gesetze: Seit Mittwoch sei niemand mehr zum Unterricht gekommen, auch nicht am Freitag, sagte Rupp.

13.00 Uhr: Bundesregierung streicht Côte d'Azur von Corona-Risikoliste

Frankreich wird ab Sonntag mit Ausnahme einiger Überseegebiete von der Bundesregierung nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet geführt. Als letzte französische Region in Europa wird dann das bei Touristen beliebte Gebiet Provence-Alpes-Côte d'Azur von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Damit entfallen alle Quarantäneregeln für Einreisende aus dieser Region.

Das EU-Land Slowenien wird dagegen neu als Hochrisikogebiet eingestuft. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss ab Sonntag für zehn Tage in Quarantäne. Eine Befreiung ist erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test möglich. Slowenien hat derzeit die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union und richtet Anfang Oktober einen Westbalkangipfel aus, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen soll. Das kleine Balkanland wird ab Sonntag das einzige EU-Mitglied sein, das ganz als Hochrisikogebiet eingestuft ist.

Weitere neue Hochrisikogebiete sind Äthiopien und Burundi in Afrika sowie St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik. Von der Risikoliste gestrichen werden auch Japan und das westafrikanische Senegal. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

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12.40 Uhr: Dresden meldet mehr als 50 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 55 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.607 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.875 als wieder genesen - 44 mehr als am Donnerstag. Die Behörden meldeten zudem drei weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind bislang 1.117 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts leicht an: Wurde am Donnerstag noch ein Wert von 51,6 gemeldet, sind es nun 52,3.

12.20 Uhr: Festnahmen wegen Fälschung von Impfausweisen

Wegen des Verdachts auf Fälschung von Impfpässen sind in Berlin zwei Männer vorübergehend festgenommen worden. Die 43 und 41 Jahre alten Männer seien am Donnerstagabend im Stadtteil Prenzlauer Berg von Polizeifahndern beim Hantieren mit Stempeln und anderen Gegenständen beobachtet und überprüft worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Bei der Durchsuchung seien mehrere Impfausweise gefunden worden, einige schon mit Daten befüllt, andere noch blanko. Außerdem wurden Aufkleber mit Chargennummern für Impfstoffe sowie verschiedene Stempel eines Krankenhauses gefunden. Die Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung.

11.32 Uhr: Ab Sonntag gilt auch im Kreis Bautzen die 3G-Regel

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen liegt den fünften Tag über 35. Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag einen Wert von 48,7. Das ist die dritthöchste Inzidenz in Sachsen.

Durch die erneute Überschreitung des Sieben-Tage-Wertes von 35 gilt ab Sonntag die sogenannte 3G-Regel. 3G steht für genesen, getestet oder geimpft. Es muss also nachgewiesen werden, dass man genesen, geimpft oder negativ auf Corona getestet worden ist. Weitere Hinweise zu 3G im Kreis Bautzen

11.29 Uhr: Rund 53 Millionen Bürger vollständig geimpft

In Deutschland sind nun rund 53 Millionen Bürger vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 63,7 Prozent aller Einwohner. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 56,2 Millionen Menschen oder 67,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Sechs der 16 Bundesländer haben inzwischen die Schwelle von 70 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern erreicht: Bremen mit 78,4 Prozent, das Saarland mit 73,8 Prozent, Schleswig-Holstein mit 72,4 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 72,1 Prozent, Hamburg mit 71,1 Prozent und Niedersachsen mit 70,3 Prozent. Als einziges Land unter der Schwelle von 60 Prozent liegt weiterhin Sachsen mit nun 57,4 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. Nach 1,5 Millionen Erstimpfungen in den vergangenen drei Wochen würden nun noch mindestens gut drei Millionen Impfungen für einen sicheren Winter gebraucht, schrieb er bei Twitter.

10.56 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt weiter leicht

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Sachsen weiter leicht gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 38,3. Am Vortag waren es 37,5. Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit betrug die Inzidenz am Freitag 62,5 (Vortag 63,1).

Niedriger als im Freistaat ist die Sieben-Tage-Inzidenz nur in Mecklenburg-Vorpommern (27,4), Schleswig-Holstein (31,3) sowie Sachsen-Anhalt (36,8) und Brandenburg (38,1). Innerhalb der 13 Regionen Sachsens gibt es aber erhebliche Unterschiede, wir die nachstehende Grafik zeigt.

10.09 Uhr: Servus TV zeigt Doku über Covid-Kinderimpfungen mit Til Schweiger

Ein im Vorfeld viel diskutierter Dokumentarfilm über mögliche Risiken von Corona-Impfungen für Kinder ist erstmals im Fernsehen gezeigt worden. Der Salzburger Sender Servus TV, der zum Red-Bull-Konzern gehört, strahlte "Eine andere Freiheit" am Donnerstagabend in Österreich aus. Im Film kommt auch Schauspieler Til Schweiger zu Wort, dessen Tochter nach einer Schweinegrippe-Impfung an Narkolepsie erkrankte und der deshalb Bedenken gegen Covid-Impfstoffe hat.

In der österreichischen Produktion von Patricia Marchart und Georg Sabransky treten fast ausschließlich Mediziner und Künstler auf, die Zweifel an der Sicherheit von Corona-Impfungen für Kinder äußern. Der Film stellt die Frage, ob das Risiko von Nebenwirkungen in dieser Altersgruppe größer ist als das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung. Außerdem werden die psychischen Auswirkungen von Corona-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche thematisiert.

Servus TV ist dafür bekannt, Kritikern von Corona-Maßnahmen und Impfungen größeren Raum zu geben als andere österreichische Sender. Der deutsche Ableger von Servus TV wollte die Impf-Doku am Freitagabend (21.55 Uhr) zeigen. Der Film ist auch auf Youtube zu sehen.

Til Schweiger in einer Szene des Trailers für den Dokumentarfilm "Eine andere Freiheit"
Til Schweiger in einer Szene des Trailers für den Dokumentarfilm "Eine andere Freiheit" © Schutzfilm/dpa

9.24 Uhr: WHO empfiehlt erstmals vorbeugende Therapie bei Covid-Risikopatienten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche deren Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung im "British Medical Journal". In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt. Viele Länder, die selbst keine Risikobewertungen machen können, warten aber auf solche WHO-Empfehlungen. Auch Hilfsorganisationen setzen in der Regel nur von der WHO empfohlene Mittel ein.

Die WHO empfiehlt nun die Gabe der Mittel bei Corona-Patienten mit Vorerkrankungen, die deshalb Gefahr laufen, schwer an Covid-19 zu erkranken und dann auf Intensivstationen behandelt werden müssten. Ebenso sollen bereits schwer Erkrankte damit behandelt werden, die keine Antikörper gegen Covid-19 haben. Herausforderung seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die WHO. Deshalb werde mit Roche über niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die WHO setzte sich dafür ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

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8.42 Uhr: Letzter Tag im Impfzentrum in Dresden

Das Impfzentrum in der Messe Dresden schließt heute um 17 Uhr seine Pforten. An Spitzentagen wurden dort 2.500 Menschen gegen das Corona geimpft. Auch gestern noch stehen die Impfwilligen Schlange, um sich gegen das Virus zu schützen. Noch 1.000 Menschen sollen am Freitag als letzte ihre Impfung in der Messe Dresden bekommen. Welche Impfangebote gibt es nun in Dresden?

So voll wie im Frühjahr war es zuletzt nicht mehr im Dresdner Impfzentrum. Jetzt wird es geschlossen.
So voll wie im Frühjahr war es zuletzt nicht mehr im Dresdner Impfzentrum. Jetzt wird es geschlossen. © dpa/Sebastian Kahnert

8.01 Uhr: Spahn erwartet Einhalten von Quarantäne auch ohne Lohnfortzahlung

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das Auslaufen der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Corona-Quarantäne erneut verteidigt: "Impfen schützt Gesundheit. Und jetzt spart es auch noch Geld. Das dürfte viele überzeugen", sagte Spahn der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es sei nicht davon auszugehen, dass die Quarantäneauflagen nun vielfach gebrochen würden, wovor neben anderen der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gewarnt hat: "Wer Quarantäneauflagen nicht befolgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und das wird kontrolliert und mit empfindlichen Strafen geahndet", sagte Spahn.

Die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, dass Ungeimpfte in Quarantäne spätestens ab dem 1. November keine Entschädigung für den Verdienstausfall mehr erhalten sollen. Ausnahmen soll es für diejenigen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und dafür ein Attest haben. Auch für Bürgerinnen und Bürger, für die noch keine öffentliche Impfempfehlung vorliegt, soll weiter gezahlten werden.

Personen, denen wegen einer amtlich angeordneten Quarantäne ein Verdienstausfall entsteht, haben nach dem Infektionsschutzgesetz einen Anspruch auf eine Entschädigung. Dort ist aber auch eine Ausnahme vorgesehen für etwa den Fall, dass durch eine Impfung die Quarantäne hätte verhindert werden können. Zahlen müssen die Entschädigung die Bundesländer. Seit Beginn der Pandemie haben sie einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes zufolge mehr als 600 Millionen Euro an Gehaltsentschädigungen in solchen Fällen gezahlt.

7.10 Uhr: Mehrheit gegen Ende aller Corona-Auflagen

Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür.

Dänemark hatte vor kurzem bei einer Impfquote von 83 Prozent alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. "In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollständig geimpft", lautete die Frage. "Sollten in Deutschland jetzt alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?" 33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit "eher nein". 19 Prozent sind entschieden für eine Aufhebung, 14 Prozent wählten "eher ja". Die stärkste Ablehnung eines sofortigen Endes aller Beschränkungen gab es bei alten Menschen.

Mittlerweile sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland knapp 64 Prozent der Menschen komplett gegen das Coronavirus geimpft. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, hat ein Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. Die Bundesregierung erteilte dem aber eine Absage.

6.26 Uhr: Tankstellen-Interessenverband übt nach Tat von Idar-Oberstein Kritik

Der Tankstellen-Interessenverband hat der Politik nach den tödlichen Schüssen in Idar-Oberstein vorgeworfen, Mitarbeiter an Tankstellen mit der Durchsetzung von Corona-Maßnahmen allein zu lassen. "Mit den Corona-Regeln wälzt die Politik polizeiliche Aufgaben auf Unternehmen ab. Der Tankstellenbedienstete wird zum Polizisten", kritisierte Sprecher Herbert Rabl im Gespräch mit der "Welt". Die Mitglieder des Verbands berichteten von Bußgelddrohungen durch Ordnungsämter. "Es gibt also auch einen hohen Druck, Regeln durchzusetzen, selbst wenn dies womöglich gefährlich sein könnte."

Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen, sieht das größte Problem darin, dass die Tankstellen kaum durchgreifen könnten. "Wenn ein Kunde den Shop betritt, hat er schon getankt. Sie müssen ihn dann also auch abkassieren", sagte er. "Es ist eine sehr schwierige Situation, weil Polizei und Ordnungsamt nicht sofort greifbar sind. Aber das ist auch der Preis für eine offene Gesellschaft." Die meisten Kunden seien freundlich, wenn man sie auf die Maskenpflicht hinweise. "Aber es gibt eben auch Menschen, die sich durch Beschimpfungen auszeichnen. Die Aggressivität einiger Kunden erstaunt uns immer wieder."

5.54 Uhr: Leipziger Polizei veranstaltet Selbstbehauptungskurse für Senioren

Die Polizei in Leipzig veranstaltet seit dieser Woche wieder Selbstbehauptungskurse für Seniorinnen und Senioren in der Messestadt. Die Teilnehmenden lernen bei acht Einheiten, wie sie im Alltag sicher auftreten, sich gegen Trickbetrug oder Gewaltdelikte wehren. Die Kurse finden seit 2008 statt - wegen der Corona-Pandemie musste die Polizei aber eine Pause einlegen. Sie bestehen jeweils aus theoretischen und praktischen Anteilen.

In der Theorie besprechen die Teilnehmenden mit den Beamten etwa, wie sie ihre Häuser vor Einbrüchen schützen können oder wie man Betrüger am Telefon erkennt. In den praktischen Einheiten geht es dann darum, in bedrohlichen Situationen laut und gezielt Hilfe zu suchen oder sich aus Klammergriffen zu befreien.

Die Polizisten Stephan Weinhold und Ramona Mertens demonstrieren Seniorinnen und Senioren in Leipzig, wie man sich aus einem Würgegriff befreit.
Die Polizisten Stephan Weinhold und Ramona Mertens demonstrieren Seniorinnen und Senioren in Leipzig, wie man sich aus einem Würgegriff befreit. © dpa/Hendrick Schmidt

Freitag, 5.05 Uhr: Inzidenz in Deutschland weiter rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 62,5 an. Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück. Am Vortag hatte der Wert bei 63,1 gelegen, vor einer Woche bei 74,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 9.727 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.022 Ansteckungen gelegen.

Angesichts der Entwicklung hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich gemahnt, trotz sinkender Infektionszahlen die Ansteckungsgefahren nicht zu unterschätzen: "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch."

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 65 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 20 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.181.393 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,57 an. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.943.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.303.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

20.58 Uhr: Idar-Oberstein: Polizei betont "keine Toleranz bei Nachahmungstaten"

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Kassierer in einer Tankstelle in Idar-Oberstein hat die Polizei in Rheinland-Pfalz betont, "keine Toleranz bei Nachahmungstaten" walten zu lassen. Wie die Polizei in Trier am Donnerstag mitteilte, hatte ein Mann in Schweich - rund 50 Kilometer westlich von Idar-Oberstein - am Mittwoch eine Angestellte eines Supermarktes bedroht. Nachdem die Kassiererin den Mann auf das korrekte Tragen der Mund-Nasen-Maske hingewiesen habe, habe dieser gesagt, er könne sie auch erschießen und habe den Markt verlassen.

Die Polizei ermittelte als Verdächtigen einen 56-Jährigen aus Trier. Das Amtsgericht der Stadt erließ einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnräume des Beschuldigten. "Zum einen wird wegen Bedrohung ermittelt, und auch Ankündigung von Straftaten steht im Raum", sagte ein Polizeisprecher.

"Wir gehen mit aller Entschiedenheit gegen solche Bedrohungen und Ankündigungen von Nachahmungstaten des schrecklichen Tötungsdeliktes in Idar-Oberstein vor", betonte der Trierer Polizeipräsident Friedel Durben. "Solche Straftaten verunsichern die Bevölkerung und sind nicht zu tolerieren." Die Polizeipräsenz in Idar-Oberstein bleibe erhöht.

20.33 Uhr: Bundesregierung finanziert „Long Covid“-Forschung mit 6,5 Millionen Euro

Die Bundesregierung lässt die Spätfolgen von Corona-Infektionen erforschen. Wie Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag ankündigte, werden zehn Forschungsprojekte mit insgesamt 6,5 Millionen Euro gefördert. So sei bislang etwa unklar, durch welche Faktoren eine „Long Covid“-Erkrankung begünstigt werde. Zudem fehle es an spezifischen Therapien und Behandlungsansätzen.Schätzungen zufolge leidet jeder zehnte der bundesweit rund vier Millionen Covid-19-Patienten an Langzeitfolgen wie Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Atemnot.

Deshalb hatte Karliczek Ende Mai fünf Millionen Euro Forschungsförderung in Aussicht gestellt, die in den vergangenen Monaten noch einmal um 1,5 Millionen Euro aufgestockt wurden. Das Geld fließt in nahezu alle Teilen Deutschlands: Gefördert werden unter anderem Projekte in Hamburg, Köln, Jena und Regensburg.

19.13 Uhr: Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikopatienten

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Corona-Auffrischungsimpfungen für einige Risikopatienten empfohlen. "Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen nach Altersgruppen gebe die Stiko derzeit noch nicht. Mertens bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Angaben.

Vor rund drei Wochen waren die Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen bereits ohne Stiko-Empfehlung bundesweit gestartet. Dabei erhalten Menschen eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs. Damit soll das Immunsystem nochmals gegen Coronaviren gestärkt werden.

18.55 Uhr: Betreiber von nicht genehmigter Schule in Bayern wohl aus „Querdenker“-Szene

Vertreter der sogenannten „Querdenker“- und „Reichsbürger“-Szene haben möglicherweise versucht, in Oberbayern eine eigene Schule aufzubauen. In den Unterlagen zu der im Landkreis Rosenheim illegal betriebenen Schule gebe es Hinweise auf das Gedankengut der „Querdenker“ und „Reichsbürger“, sagte der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Wolfgang Rupp, am Donnerstag. Ob die Eltern der rund 50 an der Schule unterrichteten Kinder auch diesen Szenen zuzuordnen seien, könne aber noch nicht gesagt werden.Die Behörden hatten die Schule am Mittwoch geschlossen. Am Montag habe es erste Hinweise gegeben, dass dort eine schulische Einrichtung in einem alten Bauernhof betrieben werde, erklärte der Sprecher. Die Einrichtung in Schechen soll Jungen und Mädchen aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus aufgenommen haben. Wie lange dort schon Unterricht angeboten wurden, sei unklar.

Bei den Schülern soll es sich um Kinder handeln, die wegen der verpflichtenden Coronatests und der Maskenpflicht von den Eltern vom Präsenzunterricht an verschiedenen Schulen abgemeldet wurden. Am Distanzunterricht sollen die Kinder normal teilgenommen haben.

Eine angebliche Stiftung wollte den Angaben zufolge sogar Verträge mit den Eltern schließen, um deren Kinder gegen Bezahlung auf dem Bauernhof zu unterrichten. In einem Fall habe ein Elternteil das Kind daraufhin sogar offiziell von einer staatlichen Schule abgemeldet und an der nicht zugelassenen Privatschule angemeldet. „Das war strategisch etwas blöd“, sagte Rupp.

18.14 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft dritte Dosis von Pfizer-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft zur Zeit einen Antrag der Impfhersteller Pfizer und Biontech für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Amsterdam mit. Dieser sogenannter Booster zum Schutz vor einer Corona-Infektion könnte vollgeimpften Personen ab 16 Jahre und frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden. Nach Bewertung der vom Hersteller vorgelegten Daten will die EMA Anfang Oktober über den Antrag entscheiden.

Verschiedene Länder bieten bereits die dritte Impfdosis an, allerdings vorerst nur für Patienten mit einem besonders geschwächten Immunsystem.

Hersteller haben nach Angaben der EMA bisher noch keinen Antrag auf Zulassung von Impfstoffen für Kinder unter elf Jahre gestellt. Die Behörde erwartet jedoch, dass Pfizer erste Daten zur Prüfung Anfang Oktober übermittelt. Das Unternehmen Moderna wolle diese im November vorlegen. Die Impfstoffe beider Hersteller sind bisher als einzige auch für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

17.45 Uhr: Astrazeneca-Entwicklerin: Gefährlichere Virusvariante unwahrscheinlich

Eine der Entwicklerinnen des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona hält die Entstehung einer noch gefährlicheren Variante des Virus als Delta aktuell für eher unwahrscheinlich. „Normalerweise werden Viren harmloser, während sie zirkulieren, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es noch eine bösartigere Version von Sars-CoV-2 geben wird“, sagte die Immunologin Sarah Gilbert von der Universität Oxford am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung der Royal Society of Medicine.

Sie gehe auch nicht davon aus, dass das Virus so mutiere, dass es sich etwa der Wirkung der Impfstoffe entziehe. Vielmehr vermutet Gilbert, dass das Virus sich angesichts der wachsenden Immunität in der Bevölkerung ähnlich wie andere saisonale Coronaviren entwickeln werde.

Seit Beginn der Pandemie hat sich Sars-CoV-2 durch Mutationen so verändert, dass es deutlich ansteckender wurde. Zunächst breitete sich im vergangenen Winter die sogenannte Alpha-Variante um die Welt aus, die zunächst in England registriert wurde. Im Frühjahr folgte die als erstes in Indien nachgewiesene Delta-Variante.

17.11 Uhr: Spahn mahnt mehr Kontrollen von 3G-Nachweisen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat stärkere Kontrollen von Nachweisen angemahnt, wenn Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. "Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal Watson. "Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen."

Bund und Länder haben mit Blick auf Herbst und Winter vereinbart, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll: Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete. Dies ist jeweils auch durch Nachweise zu belegen.

Spahn warb erneut für mehr Impfungen - auch aus Rücksicht auf die Belastung von Pflegekräften. "Auf den Intensivstationen sind fast nur Covid-19-Patienten ohne Impfung", sagte er. "Darüber sind natürlich Pflegekräfte, die jetzt drei Wellen mit vollen Intensivstationen und viel Stress hinter sich haben, enorm frustriert. Ich verstehe das gut."

15.42 Uhr: Sachsen registriert 280 Neuinfektionen in 24 Stunden

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Donnerstag 280 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 295.130. Vor genau einer Woche, am 16. September, waren es mit 277 fast genauso viele Fälle gewesen.

Außerdem wurden ein an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene gezählt. Insgesamt sind damit 10.195 an oder mit der Infektion in Sachsen gestorben.

14.49 Uhr: Griechenland: Justiz soll Anzeigen von Corona-Leugnern ablehnen

Die Justiz in Griechenland will künftig bei Strafanzeigen von Impfgegnern und Corona-Leugnern keine Verfahren mehr einleiten, wenn sich die Beschwerden gegen die Einhaltung von Corona-Maßnahmen richten. Das teilte der Staatsanwalt des obersten griechischen Gerichtshofes, Vassilis Pliotas, am Donnerstag in einem Rundschreiben an die Staatsanwälte im ganzen Land mit. Die Juristen sollen die Fälle sofort prüfen. Sie sollen die Anzeige aber als unzulässig ablehnen, wenn es dem Anzeigeerstatter offensichtlich darum geht, die vom Staat erlassenen Corona-Maßnahmen auszuhebeln, hieß es in dem Schreiben, dass der Tageszeitung "Kathimerini" vorlag.

Vorausgegangen war eine Anzeigenwelle von Impfgegnern und Corona-Leugnern in den vergangenen Wochen, die sich vor allem gegen Lehrer und Ärzte richtete. So hatten wiederholt Eltern die Schulleitung oder einzelne Lehrer angezeigt, weil diese ihnen nicht erlaubten, ihre Kinder ohne Maske und Corona-Test zur Schule zu schicken. Beide Schutzmaßnahmen sind in Griechenland Pflicht.

Auch Ärzte gerieten zuletzt immer wieder ins Visier. So gab es Fälle, bei denen Covid-Patienten im Krankenhaus nicht beatmet werden wollten, weil sie die Existenz des Virus bestritten. Mehrere Ärzte, die die Kranken pflichtgemäß dennoch beatmeten, wurden angezeigt und mussten sich erklären. Sogar Exhumierungen wurden bereits verfügt, weil Hinterbliebene an der Todesursache Covid-19 zweifelten.

13.59 Uhr: Haseloff fordert wegen Corona "Flexibilität" bei CO2-Bepreisung

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die geplante Erhöhung der CO2-Abgabe wegen der Belastungen durch die Pandemie infrage gestellt. "Wir brauchen angesichts der Corona-Krise Flexibilität", sagte das Mitglied des CDU-Präsidiums der in Magdeburg erscheinenden "Volksstimme". Die Belastung von Privathaushalten wie auch der Unternehmen müssten bei politischen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen.

"Klar, Preise sind verbrauchsregulierend und sollen Menschen bewegen, auf klimafreundlichere Heizungen oder Autos umzusteigen", sagte Haseloff. "Aber: Wenn zugleich die Marktpreise so nach oben schießen, müssen wir staatliche Abgaben begrenzen." Die Erholung der Weltwirtschaft habe die Nachfrage nach Energie wachsen und die Energiepreise dadurch ohnehin stark steigen lassen, erklärte der Regierungschef.

"Klimaschutz darf nicht in Arbeitslosigkeit führen, und die Kosten müssen fairer verteilt werden." Haseloff forderte andere Regionen indirekt auf, mehr CO2 einzusparen. "Wir im Osten zahlen ohnehin schon höhere Strompreise, weil wir mehr Windräder mit dezentralen Einspeisungspunkten haben und mehr für den Klimaschutz tun als andere."

Die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Steuer beträgt bei Kraftstoffen derzeit 25 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO2. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 55 Euro pro Tonne steigen. Haseloff bezeichnete es als "sinnvolle Überlegung", die Einnahmen aus der Abgabe komplett an die Bürger zurückzugeben. "Die Abgabe sollte jedenfalls nicht im Staatshaushalt verschwinden."

13.18 Uhr: Podcast: Die gesellschaftlichen Folgen des Falls Idar-Oberstein

Das Mitglied des Deutschen Ethikrates Andreas Lob-Hüdepohl sieht in dem Fall des 20-jährigen Studenten, der in einer Tankstelle im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein erschossen wurde, "die Grenzen des zivilen Zusammenlebens weit überschritten". Im CoronaCast bei Sächsische.de bezeichnet Lob-Hüdepohl die Tat zudem als "kaltblütigen Mord", weil die bisher bekannten Informationen zum Ablauf darauf hindeuteten.

In dem Podcast beschreibt der Ethiker auch, wieso die teilweise Radikalisierung von Menschen, die Coronaregeln ablehnen, ein gesamtgesellschaftliches Problem sind. Teile der Szene seien inzwischen so weit radikalisiert, dass sie mit dem eigentlichen Begriff des "Querdenkens" nur noch wenig gemein hätten. Diskussionen und verschiedene Ansichten seien Wesen einer Demokratie, aber: "Hier wird die Coronasekepsis als Vehikel genutzt, um sich an Grundsätzen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens zu vergreifen", so Hüdepohl.

Außerdem Thema in der Podcastfolge: Die Auswirkungen von Maßnahmenverschärfungen wie der 2G-Regel oder dem Stopp der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte. Die Folge hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: Der Fall Idar-Oberstein und die Folgen für die Gesellschaft

13.06 Uhr: Voßkuhle: Rechtsstaat hat in der Corona-Pandemie funktioniert

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, sieht keine Versäumnisse der Justiz in der Corona-Pandemie. "Über den Inhalt der Entscheidungen kann man natürlich streiten, aber der Rechtsstaat hat funktioniert und weiter gearbeitet", sagte Voßkuhle, dessen Amtszeit im Juni 2020 zu Ende gegangen war, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). Die Karlsruher Richterinnen und Richter schauten sich "jeden Fall genau an". "Allen Beteiligten ist klar, wie zentral die Fragen sind und dass es dazu gute Urteile braucht."

Dem Bundesverfassungsgericht war teilweise vorgeworfen worden, angesichts der Klagewelle gegen die Grundrechtseinschränkungen zu viel Zeit verstreichen zu lassen und immer nur Eil- und keine Grundsatzentscheidungen zu treffen. Dieter Grimm, der bis 1999 in Karlsruhe Verfassungsrichter war, sagte dazu in dem Doppelinterview, er habe "Verständnis für ein gewisses Zögern". "Was wäre wohl schlimmer gewesen: Das Gericht zögert ein bisschen und überlässt der Politik das unklare Feld, oder es entscheidet sehr schnell und hält die Politik von besseren Einsichten ab?"

Viele anhängige Verfassungsbeschwerden richten sich gegen die sogenannte Corona-Notbremse, die bundeseinheitlich verschärfte Regeln ermöglichte. Dazu hat das Gericht eine Hauptsache-Entscheidung im Oktober oder November in Aussicht gestellt.

12.47 Uhr: Dresden meldet weiteren Todesfall

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 50 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.552 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.831 als wieder genesen - 43 mehr als am Mittwoch. Die Behörden meldeten zudem eine weitere Krankenhauseinweisung und einen weiteren Todesfall. Seit Pandemiebeginn sind bislang 1.117 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts an: Wurde am Mittwoch noch ein Wert von 47,1 gemeldet, sind es nun 51,6.

12.33 Uhr: Erleichterte Einreise nach England erst in Wochen

Die angekündigten Erleichterungen bei der Einreise nach England könnten wegen eines Mangels an Schnelltests noch einige Wochen auf sich warten lassen. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps erklärte Abgeordneten, dass private Testanbieter derzeit noch nicht in ausreichendem Maße Schnelltests anbieten könnten, wie die BBC am Donnerstag berichtete. Bislang ist nach der Einreise selbst für vollständig Geimpfte ein PCR-Test notwendig, den zahlreiche zertifizierte Anbieter zu hohen Preisen (mindestens rund 50 Pfund, umgerechnet rund 58 Euro) anbieten. Schnelltests werden hingegen bislang nicht in ähnlich großem Maßstab angeboten.

Die britische Regierung hatte für England vor kurzem angekündigt, die PCR-Test-Pflicht für Geimpfte im Oktober abzuschaffen und künftig Schnelltests zu akzeptieren. Ein konkretes Datum wurde jedoch nicht genannt. Reiseunternehmen dringen darauf, die Regelung bis zu den Ferien im Oktober einzuführen. Der Wirtschaftsstaatssekretär Paul Scully sagte am Donnerstag im Sky-News-Interview, es sei das Ziel der Regierung, diese Frist zu erreichen.

11.59 Uhr: So klappt der Herbsturlaub mit ungeimpften Kindern

Der Sommer ist endgültig vorbei, schon stehen die Herbstferien vor der Tür. Und damit für viele die vorerst letzte Chance, noch einmal Wärme zu tanken. Viele Urlauber zieht es in den Süden, ans Mittelmeer. Wer nicht geimpft ist, hat jedoch in vielen Ländern handfeste Nachteile. Für Kinder unter zwölf Jahren gilt das aber nicht unbedingt - eine gute Nachricht für Familien. Was Sie jetzt wissen sollten

11.08 Uhr: 63,6 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

63,6 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagvormittag. Demnach wurden am Mittwoch 260.500 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56,1 Millionen Menschen (67,5 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,9 Millionen sind vollständig geimpft.

Bei den Erwachsenen seien 78,3 Prozent mindestens einmal geimpft, bei den 12- bis 17-Jährigen knapp 40 Prozent, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter. Er hob hervor: "Die Impfung schützt und bringt Freiheit und Normalität zurück!"

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,3 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,3 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

10.53 Uhr: Zeugen sahen Tötung von Kassierer in Tankstelle

Der tödliche Schuss in einer Tankstelle in Idar-Oberstein ist von Augenzeugen beobachtet worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Ermittlungen zu der Tat vom Samstagabend dauern an.

Einem 49-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, dem 20 Jahre alten Kassierer in der Tankstelle in den Kopf geschossen zu haben. Der junge Mann hatte ihn zuvor auf die Maskenpflicht hingewiesen. Nach seiner Festnahme sagte der Täter den Ermittlern zufolge, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne. Der zuvor nicht polizeibekannte Deutsche sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Tat löste bundesweit großes Entsetzen und Anteilnahme aus, auf Netzwerken wie Telegram bekam hingegen der Täter auch Applaus von Rechten, Coronaleugnern und Verschwörungsideologen.

Polizisten sichern nach der Tat die Tankstelle in Idar-Oberstein
Polizisten sichern nach der Tat die Tankstelle in Idar-Oberstein © Christian Schulz/Foto Hosser/dpa

10.14 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen wieder leicht gestiegen

Die Corona-Inzidenz ist in Sachsen wieder leicht gestiegen. Am Donnerstag lag die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner bei 37,5 wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Vortag hatte sie bei 35,3 gelegen.

Sachsen ist hat damit den Rang als Bundesland mit der zweitniedrigsten Inzidenz eingebüßt, den das Land bislang hinter Mecklenburg-Vorpommern inne hatte. Jetzt haben Mecklenburg-Vorpommern mit 27,4, Schleswig-Holstein mit 32,8, Sachsen-Anhalt mit 33,2 und Brandenburg mit 37,4 eine geringere Inzidenz als Sachsen. Bundesweit lag der Wert am Donnerstag bei 63,1 (Vortag: 65,0).

9.33 Uhr: Corona sorgt für weniger Jobs in Sachsens Tourismusbranche

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr in Sachsen zu einem deutlichen Rückgang der Zahl der Beschäftigten in der Tourismusbranche geführt. Im Durchschnitt waren 2020 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 93.400 Menschen in der Branche tätig. Gegenüber 2019 habe dies einen Rückgang um rund 3.600 Personen beziehungsweise 3,7 Prozent bedeutet, teilten die Statistiker am Donnerstag in Kamenz mit.

Im touristischen Kernbereich Beherbergungsgewerbe und Gastronomie sowie bei Dienstleistungen für Zweitwohnsitze sank die Zahl der Erwerbstätigen den Angaben zufolge auf 41.100 Personen. Dahinter stand den Statistikern zufolge ein überdurchschnittliches Minus um 5,5 Prozent. Erheblich geringer fiel der Rückgang im tourismusrelevanten Einzelhandel mit 0,5 Prozent auf 17.200 Erwerbstätige aus.

9.00 Uhr: Wo gilt in Dresden jetzt 2G, wo 3G?

Ungeimpfte Dresdner sollen nicht von vornherein aus Gaststätten, Kinos und Fitnessstudios ausgesperrt werden. Viel mehr überlässt es die sächsische Landesregierung den Betreibern, zu entscheiden, ob bei ihnen die 3-G-Regel oder doch die strengere 2-G-Regel zur Anwendung kommt. Die Regierung spricht von einem „optionalen Modell“, das heute in Kraft tritt. Was die Dresdner Unternehmer davon halten und für welche Regelung sie sich entschieden haben – das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

8.23 Uhr: Experten: Corona-Maßnahmen an Schulen noch über Monate

Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den "Freedom Day" für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE, die hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr, das nun überall in Deutschland läuft, noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. An einen Schulalltag wie vor der Pandemie sei weiter nicht zu denken, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann der dpa. "Dafür nimmt das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein."

Dario Schramm, der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, sieht zwar inzwischen deutlich mehr Normalität an den Schulen als noch vor den Sommerferien. "Es ist trotzdem ein Corona-Schuljahr bis jetzt." Er äußerte zudem die Befürchtung, dass Schülerinnen und Schüler wegen der Lüftungsvorgaben und fehlender Lüftungsanlagen auch in diesem Herbst und Winter wieder frierend mit Mütze, Schal und Winterjacke im Klassenzimmer sitzen werden.

Schüler machen derzeit regelmäßig Covid-19-Schnelltests. Und das könnte vorerst auch so bleiben.
Schüler machen derzeit regelmäßig Covid-19-Schnelltests. Und das könnte vorerst auch so bleiben. © dpa/Peter Kneffel

7.57 Uhr: Bericht: Sächsischer Arzt weist offenbar ungeimpfte Patientin ab

Ein Arzt im Erzgebirge soll einer Patientin den Zutritt zu seiner Praxis verweigert haben, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lasse. Das berichtet die „Freie Presse“ (FP) und zitiert aus einem Schreiben, das der Arzt an die Frau geschickt haben soll. Darin heißt es unter anderem: „Solange Sie nicht geimpft sind, sind sie eine Gefährdung für Ihre Mitmenschen und insbesondere auch für uns als Therapeuten.“ Eine zur Behandlung der Frau geeignete Therapie in seiner Praxis schließt er anschließend aus, es sei denn, es handele sich um die Untersuchung bei einem „medizinischen Notfall“.

Nach FP-Angaben sei das Schreiben vielfach in Sozialen Medien geteilt worden, vorrangig in Kreisen der Gegner der aktuellen Corona-Politik. Auf Kritik stößt das Vorgehen des Arztes dem Bericht zufolge allerdings auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens. Diese sehe darin, dass ein Patient nicht geimpft ist, keinen Grund zur Abweisung.

7.11 Uhr: Geteiltes Echo auf Ende der Quarantäne-Entschädigung für Ungeimpfte

Das Ende der Entschädigungszahlungen für ungeimpfte Arbeitnehmer in Corona-Quarantäne ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Sozialverband VdK sich gegen den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern stellten, lobten ihn die Kommunen. Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach von einer richtigen Maßnahme.

Die Gesundheitsminister hatten am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass es für Verdienstausfälle, die wegen einer angeordneten Quarantäne entstehen, für die meisten ungeimpften Arbeitnehmer spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr geben soll. Greifen soll dies für alle, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können. Mehr zu den Reaktionen auf den Beschluss

6.36 Uhr: In Sachsen gelten jetzt neue Corona-Regeln

In Sachsen gibt es für Geimpfte und Genesene nun mehr Freiheiten. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung, die ab diesem Donnerstag gilt, greift erstmals ein sogenanntes 2G-Optionsmodell. Wer als Veranstalter oder Clubbetreiber nur geimpften oder genesenen Menschen Zugang gewährt, kann dann auf die Einhaltung von Mindestabstand, Maskenpflicht oder Kapazitätsbeschränkungen verzichten. Niemand sei verpflichtet, jeder könne das Modell für sich selbst abwägen, hatte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärt.

Das Optionsmodell gilt unter anderem für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5.000 Personen, Hallenbäder, Saunen, Diskotheken oder bei touristischen Busreisen. Für den Einzelhandel bleibt es bei den Regeln wie Hygienekonzept und der Maskenpflicht. Für unter 16-Jährige gilt das 2G-Modell außerdem nicht. Sie brauchen auch keinen Test, weil sie ohnehin in der Schule regelmäßig getestet werden. Da die Nutzung des 2G-Modells dem Gesundheitsamt drei Werktage vorher gemeldet werden muss, kann von der Regelung frühestens am Sonntag Gebrauch gemacht werden.

Bei den Gastwirten stoßen die Pläne nach Angaben des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) auf gemischte Reaktionen. Rund 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder lehnten das Modell ab, die anderen zögen es in Erwägung, erläuterte Hauptgeschäftsführer Axel Klein das Stimmungsbild der Branche.

5.40 Uhr: Deutlich mehr psychische Probleme bei Kindern in England

Die Pandemie hat bei der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in England deutliche Spuren hinterlassen. Im zweiten Quartal 2021 waren mit 190.271 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren fast doppelt so viele in psychischer Behandlung wie im gleichen Zeitraum zwei Jahre zuvor, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS hervorgeht. Damals waren es 97.342. Auch die Zahl sehr dringender Fälle nahm deutlich zu.

"Die Pandemie hatte einen zerstörerischen Einfluss auf die mentale Gesundheit unserer Nation, aber es wird immer klarer, dass besonders Kinder und junge Menschen leiden", sagte Elaine Lockhart vom Royal College of Psychiatrists, die die Daten mit ihrem Verband analysierte. Lockhart rief den neu ernannten britischen Bildungsminister Nadhim Zahawi dazu auf, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zur Priorität zu erklären und entsprechende finanzielle Mittel bereitzustellen.

Donnerstag, 5.04 Uhr: RKI registriert 10.696 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 63,1 an. Am Vortag hatte der Wert bei 65 gelegen, vor einer Woche bei 76,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.696 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.925 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 115 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.171.666 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,65 an. .Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.932.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.238.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.36 Uhr: US-Notenbank senkt Wachstumsprognose für dieses Jahr

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr abgesenkt. Im Juni war die Zentralbank noch von einem Plus von 7 Prozent ausgegangen, nun erwartet sie ein Wachstum von 5,9 Prozent, wie die am Mittwoch veröffentlichten Prognosen zeigen. Die rasante Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise hatte sich zuletzt wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante etwas verlangsamt. Für 2022 rechnet die Notenbank nun mit einem Wachstum von 3,8 Prozent nach der Juni-Prognose von 3,3 Prozent.

Die Wachstumsprognosen der Zentralbank spiegelten zuletzt meist die Entwicklung der Pandemie wider. Im vergangenen Dezember, bevor die Impfungen zum Einsatz gekommen waren, hatte die Notenbank für 2021 mit einem Plus von 4,2 Prozent gerechnet. Im März waren es bereits 6,5 Prozent, im Juni dann - auch dank niedriger Infektionszahlen und steigender Impfquote - schon 7 Prozent. Seit Juni sind die Infektions- und auch Todeszahlen aber wegen der Delta-Variante wieder gestiegen.

20.48 Uhr: Macrons Impfzertifikat geleakt: Verantwortlichen drohen Konsequenzen

Nach dem Auftauchen des Impfzertifikats des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in sozialen Netzwerken haben die Behörden die Verantwortlichen gefunden. Man habe diejenigen Gesundheitskräfte identifiziert, die irregulär auf die Daten zugegriffen und dabei gegen die Berufsethik verstoßen hätten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Paris am Mittwoch von der staatlichen französischen Krankenkasse. Der nationale Rat der Ärztekammer teilte mit, dass nun auf lokaler Ebene über die Folgen für die Betroffenen entschieden werde. Dabei war von einem schweren Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht die Rede.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Macrons Impfzertifikat im Netz zirkuliert. Auf Bildern waren ein QR-Code sowie Name, Geburtsdatum und Impfinformationen des Präsidenten zu sehen. Der Präsidentenpalast bestätigte die Echtheit des verbreiteten Codes. Dem Élyséepalast zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden. Regierungssprecher Gabriel Attal erklärte, ein neuer Code könne eingerichtet und der alte deaktiviert werden.

20.23 Uhr: Griechische Lehrer unter Beschuss von Corona-Leugnern

Seit dem Schulbeginn vergangene Woche in Griechenland kriegen griechische Lehrer immer wieder Ärger mit Corona-kritischen Eltern und Corona-Leugnern. Die Pädagogen wurden zum Teil angezeigt, weil sie bei Schülern die für Schulen verbindliche Masken- und Testpflicht durchsetzten, berichteten griechische Medien. Am Mittwoch verfügte das griechische Bürgerschutzministerium deshalb, dass die Polizei im Falle solcher Klagen gegen Lehrer nicht eingreifen soll und die Betreffenden auch nicht auf dem Revier erscheinen müssen.

Als ersten Vorfall nannte die griechische Tageszeitung „Kathimerini“ in einem Bericht vom Mittwoch ein Elternpaar in der Stadt Katerini, das darauf bestand, die Tochter ohne Test und Maske in die Grundschule zu schicken. Es folgten weitere Fälle; in der Stadt Kaminia verklagten Eltern die Schulleitung, auf der Insel Syros klagte eine Mutter gegen eine Lehrerin - jeweils weil das Kind nicht ohne Maske und Test in die Schule gelassen werden sollte.

Die griechische Regierung will die Pädagogen nun per Gesetz aus der Schusslinie nehmen. Auch Ärzte sind von den Aktionen der Impfgegner und Corona-Leugner betroffen. So gab es in den vergangenen Wochen in Griechenland Fälle, bei denen Covid-Patienten nicht beatmet werden wollten, weil sie die Existenz des Virus bestritten. Mehrere Ärzte, die die Kranken pflichtgemäß dennoch beatmeten, wurden angeklagt. Sogar drei Exhumierungen wurden bereits verfügt, weil Hinterbliebene an der Todesursache Covid-19 zweifelten. „Es ist mittlerweile ein Irrenhaus“, kommentierte am Dienstag der griechische Virologe Marios Lazanas im Fernsehsender Skai und forderte die Regierung auf, die Ärzte bei ihrer Arbeit zu unterstützen und vor Klagen von Corona-Leugnern zu schützen.

20.02 Uhr: Impfpflicht für Personal zwingt französische Klinik in Notbetrieb

Nach Einführung einer Impfpflicht für Klinikpersonal in Frankreich hat der Krankenhausverbund der elsässischen Grenzstadt Mühlhausen auf Notbetrieb umstellen müssen. Von den rund 6.000 Beschäftigten seien mehr als 170 noch nicht geimpft und deswegen vom Dienst suspendiert worden, berichtete der Sender RTL am Mittwoch. Die Beschäftigten hätten gegen die Maßnahme vor dem Krankenhaus demonstriert und sich unter weiße Laken auf den Boden gelegt. Die Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen greift seit dem 15. September. Ähnlich gravierende Probleme wie in Mühlhausen wurden aus anderen Regionen bisher nicht bekannt. Mühlhausen war während der ersten Corona-Welle eines der Epizentren der Pandemie in Frankreich.

19.45 Uhr: Brasilianische Gesundheitsbehörde empfiehlt Quarantäne für Bolsonaro

Nach dem positiven Corona-Test des brasilianischen Gesundheitsministers während einer Dienstreise in New York hat die Gesundheitsüberwachungsbehörde in Brasília 14 Tage Quarantäne für die brasilianische Delegation um Präsident Jair Bolsonaro empfohlen. Die Anvisa habe in den frühen Morgenstunden ein entsprechendes Schreiben an die "Casa Civil", vergleichbar mit dem Kanzleramt, übermittelt, hieß es in einer Mitteilung der Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Demnach habe die Anvisa die bestehenden Regelungen und zu erwartenden Hygiene-Empfehlungen zum Schutz der Reisenden und der brasilianischen Bevölkerung dargelegt.

Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hatte den Rechtspopulisten Bolsonaro zur UN-Generaldebatte nach New York begleitet. Am Dienstag wurde er positiv auf das Coronavirus getestet und blieb in den USA in Quarantäne. In den vergangenen Tagen twitterte Queiroga Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michelle, Vertretern von Investmentfonds und einem Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, der wiederum US-Präsident Joe Biden traf.

Johnson, der vollständig geimpft ist, zog keinerlei direkte Konsequenzen. "Es gelten Covid-Maßnahmen, an die sich der Premierminister gehalten hat", hieß es am Mittwoch knapp aus der Downing Street. Die Frage, ob der Regierungschef nach dem Treffen einen Corona-Test gemacht habe, beantworte eine Sprecherin nicht.

19.05 Uhr: Biden ruft andere Staaten zu großzügigen Corona-Impfspenden auf

Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hat US-Präsident Joe Biden andere Industrienationen zu großzügigen Impfspenden an ärmere Länder aufgerufen. "Dies ist eine globale Tragödie", sagte Biden am Mittwoch in Washington bei einem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie. Es sei eine internationale Kraftanstrengung nötig, um das Virus zurückzudrängen. "Um die Pandemie hier zu besiegen, müssen wir sie überall besiegen." Das Weiße Haus hatte bereits zuvor angekündigt, die USA wollten weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf Spenden im Umfang von 1,1 Milliarden Impfdosen.

"Die USA sind bei Impfspenden weltweit führend", sagte Biden. Er rief andere Staaten auf, ebenfalls im großen Stil Impfdosen abzugeben und Zusagen einzuhalten. Der Präsident kündigte an, US-Außenminister Antony Blinken wolle noch im Laufe des Jahres Kollegen aus anderen Ländern zu Beratungen zusammenholen, um über den Fortschritt bei den Impfspenden zu sprechen. Im ersten Quartal 2022 solle dann ein weiterer Online-Gipfel mit Staats- und Regierungschefs zur Corona-Pandemie stattfinden.

18.35 Uhr: Ministerin Klepsch optimistisch für Skisaison in Sachsen

Der Freistaat unterstützt die Vorbereitungen auf den Wintersport im Erzgebirge. "Ich blicke mit voller Zuversicht auf die kommende Skisaison in Oberwiesenthal", sagte Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) am Mittwoch in Oberwiesenthal. Sie erwarte, dass kein neuer Lockdown verhängt wird. "Die kommende Saison sollte bei hoffentlich reichlich Schnee wieder einen erfolgreichen Skibetrieb ermöglichen."

Klepsch übergab laut Mitteilung rund 200.000 Euro aus dem Landesprogramm Neustart Tourismus an die Fichtelberg Schwebebahn Kurort Oberwiesenthal GmbH, um die durch pandemiebedingte Einnahmenausfälle 2020/2021 entstandene finanzielle Lücke zu füllen. "Normalerweise werden die erforderlichen Mittel in der Vorsaison erwirtschaftet, was im vergangenen Winter aufgrund der coronabedingten Schließungen der Seilbahnen und Skilifte jedoch nicht möglich war."

18.04 Uhr: Spahn für einheitliche Linie bei 3G-Regeln auch für Beschäftigte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, dass Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete etwa in Restaurants und bei Veranstaltungen auch für die dort Beschäftigten gelten. Im Moment seien in den Ländern dort teilweise auch Beschäftigte mit Publikumsverkehr dieser 3G-Regel verpflichtet, teilweise nicht, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Deswegen sollten wir da zu einer einheitlichen Regelung kommen."

Wenn diejenigen, die ein, zwei Stunden in einem Restaurant oder Café sitzen, geimpft, genesen oder getestet sein müssten, gelte dies aus seiner Sicht folgerichtig auch für diejenigen, die sie bedienen und mit ihnen in einem Raum sind, sagte Spahn. Mit seinen Länderkollegen sei vereinbart worden, in den nächsten ein bis zwei Wochen über eine einheitliche Regelung dafür zu beraten.

17.38 Uhr: FDP-Chef Lindner hinterfragt Motive hinter Söders Corona-Kurs

FDP-Parteichef Christian Lindner hat die Motive hinter der strengen Corona-Politik von Politikern wie CSU-Chef Markus Söder hinterfragt. "Ich habe manchmal in dunklen Stunden den Gedanken, ob vielleicht bei Politikern wie Markus Söder eine Gewöhnung an den Ausnahmezustand begonnen hat", sagte Lindner bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch in Stuttgart. "Und dass vielleicht manche Regel gar nicht dem Gesundheitsschutz allein dient, sondern dass dahinter auch das Gefühl steckt, dass man es ja kann. Dass man ja die Macht habe. Und dass das Auftreten als gestrenger Landesvater doch über viele Monate zur Popularität beigetragen hat."

Das aber sei nicht mehr der Staat des Grundgesetzes, sagte Lindner. Nicht die Markus Söders und Winfried Kretschmanns, nicht die Regierung gewähre den Bürgern gnädigerweise die Freiheit, sondern die Bürger gestatteten der Regierung fallweise, in ihre Rechte einzugreifen, solange dies erforderlich sei. "Es darf nicht zu einer Beweislastumkehr kommen." Die Regierung müsse alles tun, dass es im Herbst nicht zu weiteren Lockdown komme, sagte Lindner.

17.12 Uhr: Kubicki: Kneipenbesuch trotz Corona-Lockdowns

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat sich offen dazu bekannt, Corona-Regeln während des Lockdowns missachtet zu haben. In seinem Wohnort Strande in Schleswig-Holstein seien - "wie in jedem Ort, den ich kenne" - Kneipen trotz Verbots geöffnet gewesen. Und "selbstverständlich" sei auch er in diesen Kneipen gewesen, räumte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Video-Interview mit der "Bild"-Zeitung ein. Die Leute hätten sich an ihren Stammtischen getroffen, "weil sie gesagt haben: Hier ist nichts", erklärte Kubicki.

Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen nicht: "Ich habe von meinem Recht auf autonomes Handeln Gebrauch gemacht", sagte der FDP-Vize und beklagte, "unsinnige Maßnahmen" hätten in der Pandemie zu viel Verdruss bei der Bevölkerung geführt. Vor diesem Hintergrund nahm er auch den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ins Visier. Trotz unterschiedlicher Auffassungen schätze er Lauterbach persönlich sehr, doch am Stammtisch in Strande reagierten die Menschen "nicht positiv" auf den Sozialdemokraten: "Man würde im Norden so sagen "Spacken" oder Dumpfbacke."

Lauterbach reagierte verärgert auf Kubickis Aussage. Für einen Bundestags-Vize sei dies "eine unwürdige Einlassung", schrieb der SPD-Abgeordnete auf Twitter. "Ich wüsste auch, was über Herrn Kubicki gesagt wird. Aber ich erreiche noch mediale Präsenz ohne dass ich Kollegen beleidige."

16.27 Uhr: 402 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsämter haben am Mittwoch 402 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Am Mittwoch vor einer Wochen wurden 350 neue Fälle registriert. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 294.850 an. Im gleichen Zeitraum gab es einen Todesfall. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 35,3. Innerhalb der 13 Regionen Sachsens gibt es aber erhebliche Unterschiede. So hat laut RKI der Erzgebirgskreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 63,6, am zweithöchsten ist der Wert mit 47,1 in Dresden. Deutlich weniger Fälle gibt es derzeit im Kreis Görlitz mit 20,4.

15.49 Uhr: Fördergelder für Luftfilter bisher kaum abgeflossen

Die Fördergelder des Bundes für den Einbau von Luftfiltern in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas fließen bisher nur langsam. Das zeigen Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfragen der FDP und den Grünen im Bundestag. "Welt" und "Neue Osnabrücker Zeitung" hatten darüber zuerst berichtet.

Demnach sind von dem seit Oktober 2020 laufenden und inzwischen auf eine Milliarde Euro angewachsenen Förderprogramm zum Umbau oder zur Aufrüstung bestehender fester Lüftungssysteme erst knapp 460.000 Euro ausgezahlt worden. Gelder in Höhe von 546 Millionen Euro sind immerhin "gebunden", also beantragt. Kein Geld wurde bisher vom in diesem Sommer eingerichteten 200-Millionen-Euro-Fördertopf des Bundes zur Anschaffung mobiler Luftfilter in Klassenzimmern und Kitas abgerufen. In den Ländern sind allerdings zum Teil auch über eigene Programme mobile Geräte angeschafft worden. So hatte etwa die Schulbehörde in Hamburg im August mehr als 21.000 solcher Geräte bestellt.

FDP und Grüne kritisierten die Bundesregierung. "Gebundene Mittel wirken nicht gegen die Pandemie, hierfür müssen die Mittel verausgabt werden." Lüftungsanlagen und mobile Luftfilter sollten Schulen und Kitas jetzt zur Verfügung stehen und nicht nur in Planung sein, sagte der FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein. "Die Bundesregierung hat es auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht zustande bekommen, die Schulen während der Sommerferien zu sichern", bemängelte die Grünen Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. Das Programm für mobile Filter sei viel zu spät gekommen.

15.11 Uhr: Deutschland hat bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen abgegeben

Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen an andere Ländern abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. "Insgesamt hat Deutschland 5.106.960 Dosen ans Ausland geliefert", sagte sie. Davon seien rund 3,5 Millionen über Covax und 1,5 Millionen bilateral abgegeben worden. Empfänger sein Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien und Sudan. "Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit", sagte die Sprecherin.

Aus den Zahlen lässt sich nicht ablesen, wo Deutschland damit im internationalen Vergleich steht. So ist Deutschland Gründungsmitglied der im April 2020 ins Leben gerufenen Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A und stellt auch erhebliche Geldbeträge bereit. Das meiste Geld fließt an die Impfstoffplattform Covax, kleinere Beträge an die Plattformen für Diagnostik und Medikamente gegen Covid-19. Covax fördert die Erforschung von Corona-Impfstoffen und beschafft Impfdosen direkt. Die Finanzierung für 92 der ärmsten Länder übernehmen reichere Staaten.

14.42 Uhr: Spahn: Entschädigungsregelung bei Quarantäne Frage der Fairness

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Ende von Entschädigungszahlungen bei Quarantäne für die meisten Ungeimpften erneut verteidigt. Der CDU-Politiker verwies am Mittwoch in Berlin darauf, dass dies bereits jetzt so durch das Infektionsschutzgesetz vorgesehen sei. Es gehe nicht um Druck, sondern es sei auch eine Frage von Fairness, sagte Spahn. Diejenigen, die sich und andere durch eine Impfung schützten, hätten die berechtigte Frage, warum sie für andere, die nicht geimpft seien und in Quarantäne müssten, mitzahlen. "Und dann ist es eben auch wichtig, wenn Menschen sagen, es ist ihre freie, persönliche Entscheidung - das bleibt es auch - ob sie sich impfen lassen oder nicht, dass mit dieser Entscheidung dann eben auch die Verantwortung kommt, finanzielle Folgen zu tragen."

Der 1. November wurde nach Spahns Angaben gewählt, damit auch Menschen, die sich jetzt noch für eine Impfung entscheiden, genug Zeit bleibt, so dass sie nicht von der Regelung betroffen sind. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf verständigt, dass Menschen, die sich gegen Corona impfen lassen können, dies aber nicht tun, bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen sollen.

14.09 Uhr: Polen genehmigt Impfauffrischung für über 50-Jährige

In Polen können über 50-Jährige sowie medizinische Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Regelung auch für Menschen jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem, deren Immunreaktion auf die zunächst verabreichten Impfungen nicht ausreichend sein könnte. Sie sollen 28 Tage nach der vollständigen Impfung die Auffrischung erhalten.

Über 50-Jährige und medizinisches Personal mit Patientenkontakt sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis bekommen. Ihnen soll das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Die Termine für die Auffrischungsimpfung sollen automatisch über das zentrale System vergeben werden, in dem die Geimpften registriert sind.

13.33 Uhr: Ab November keine Entschädigung mehr für Ungeimpfte bei Quarantäne

Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte "Business Insider" darüber berichtet.

13.02 Uhr: Bericht: Noch keine Bundesmittel für Lüftungsgeräte abgerufen

Die seit Juli bereitstehenden Bundesmitteln für mobile Luftreiniger zum Schutz vor Corona an Schulen und Kindertagesstätten sind von den Bundesländern offenbar noch nicht genutzt worden. "Mittel wurden bislang nicht abgerufen", heißt es in einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Die Bundesregierung hatte am 14. Juli beschlossen, die Länder bei der Beschaffung der Geräte mit bis zu 200 Millionen Euro zu unterstützen, um "dem Infektionsrisiko in Innenräumen im Herbst und Winter entgegenzuwirken und die Kinderbetreuung sowie den Präsenzunterricht an den Schulen aufrechtzuerhalten". Im August hätten sich Bund und Länder auf eine Verwaltungsvereinbarung dazu verständigt. Bis Mitte September hätten erst acht Bundesländer diese Vereinbarung unterschrieben. Eltern, Lehrkräfte, Experten und auch viele Politiker hatten im Sommer immer wieder den Einsatz von Lüftungsanlagen gefordert, um Schülerinnen und Schüler zu schützen.

12.43 Uhr: Sachsen beim Impfen weiter Schlusslicht

63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwochvormittag hervor. Demnach wurden am Dienstag 222.988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,2 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

12.09 Uhr: Dresden meldet mehr als 50 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 56 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.502 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.788 als wieder genesen - 60 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem zwei weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind bislang 1.116 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts an: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 42,8 gemeldet, sind es nun 47,1.

11.27 Uhr: Neue Version der Corona-Warn-App bereit für Booster-Impfung

Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Damit passt das Projektteam aus Robert Koch-Institut, SAP und Deutscher Telekom die App weiterhin an das aktuelle Pandemie-Geschehen an. Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Mit der neuen Version erleichtert die App auch das Teilen von gespeicherten Impfzertifikaten. So kann die Anwendung nun eine Druckversion der Zertifikate erstellen. Damit können die Anwenderinnen und Anwender diese als PDF-Dokument speichern oder ausdrucken. Künftig wird unter jedem Impfzertifikat eine Textbox angezeigt, die über den aktuellen Stand des Impfstatus informiert. Sollten Auffrischungsimpfungen notwendig werden, informiert die App die Betroffenen in dieser Box. Ein roter Punkt soll die Nutzer darauf hinweisen, wenn es Neuigkeiten bei den Zertifikaten gibt. Dazu gehören auch Hinweise auf mögliche Probleme, beispielsweise wenn ein Zertifikat abgelaufen oder eine Signatur ungültig ist.

Bislang wurden 33,8 Millionen Downloads verzeichnet. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt aber unter diesem Wert, etwa weil User die App wieder deinstalliert oder das Handy gewechselt haben.
Bislang wurden 33,8 Millionen Downloads verzeichnet. Die Zahl der aktiven Nutzer liegt aber unter diesem Wert, etwa weil User die App wieder deinstalliert oder das Handy gewechselt haben. © Oliver Berg/dpa

10.58 Uhr: Corona-Schnelltests ab 11. Oktober meist nicht mehr kostenlos

Corona-Schnelltests müssen ab 11. Oktober meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren. Das legt eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest, die einen entsprechenden Bund-Länder-Beschluss umsetzt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose "Bürgertests" für alle enden soll. Da inzwischen kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Test-Kosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung.

Die im Bundesanzeiger verkündete Verordnung legt aber auch einige Übergangsregeln fest. So können Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Grund ist, dass für sie erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt - daher soll noch länger Zeit für eine Impfung bleiben.

Generell weiter gratis testen lassen können sich laut der Verordnung Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test 12 Jahre alt geworden sind. Gratis bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.

10.26 Uhr: Antikörpertherapie könnte Corona schneller lindern

Gegen schwere Coronaverläufe gibt es noch immer keine zielgerichteten Medikamente, die eine nachhaltige Besserung bringt. Bereits seit Beginn der Pandemie wird an einer Behandlung mit Antikörpern geforscht, die aus dem Blutplasma von Genesenen gewonnen wird. Die Idee dazu geht auf Emil von Behring zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts Diphtherie- und Tetanuspatienten damit behandelte.

Doch im Gegensatz zu diesen Krankheiten zeigte die Behandlung von Covid 19 mit Antikörpern bislang nur mäßige Erfolge. Eine neue Studie gibt jetzt Hoffnung und könnte eine Trendwende in der Coronatherapie einleiten. Die Ergebnisse hat die Gesellschaft für Transfusionsmedizin jetzt in Ulm vorgestellt. Mehr zu der Studie, an der auch Dresdner Patienten teilnahmen

9.57 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weiter gesunken

Die Corona-Inzidenz ist in Sachsen erneut leicht gesunken. Am Mittwoch lag die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Einwohner bei 35,3, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Am Vortag hatte sie bei 36,8 gelegen, am Montag bei 39,9. Sachsen ist damit hinter Mecklenburg-Vorpommern (27,5) das Bundesland mit der zweitniedrigsten Ansteckungsrate. Bundesweit sank die Inzidenz von 68,5 auf 65,0.

Innerhalb der 13 Regionen Sachsens gibt es aber erhebliche Unterschiede. So hat laut RKI der Erzgebirgskreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 63,6, am zweithöchsten ist der Wert mit 47,1 in Dresden. Deutlich weniger Fälle gibt es derzeit im Kreis Görlitz mit 20,4.

9.21 Uhr: Deutlich weniger Krankenhausbehandlungen im Corona-Jahr 2020

Im letzten Jahr sind deutlich weniger Patienten in Krankenhäusern behandelt worden. Die Zahl der stationären Behandlungsfälle und Operationen sank im Vergleich zu 2019 um 13 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 16,4 Millionen Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt - 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. "Besonders stark war der Rückgang in der ersten Corona-Welle im April 2020 mit über einem Drittel weniger stationärer Behandlungsfälle als im Vorjahresmonat", berichteten die Statistiker. Der Rückgang betraf nahezu alle Bereiche. Besonders deutlich sanken die Zahlen in jenen Fachgebieten, in denen aufschiebbare Behandlungen ausgesetzt wurden, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei zu halten: in der Rheumatologie, Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde und Pädiatrie etwa jeweils um mehr als 20 Prozent. Minimal steigende Fallzahlen gab es lediglich in der Kardiologie und der Gastroenterologie.

Die Zahl der Operationen ging 2020 um 9,7 Prozent auf 6,4 Millionen zurück. Knapp 40 Prozent der stationär behandelten Patienten des Jahres wurden operiert. Zu den häufigsten Eingriffen bei über 60-Jährigen zählten Operationen am Darm, danach folgten Eingriffe an den Gallengängen und das Einsetzen von Hüftgelenk-Prothesen. Mit oder wegen einer Corona-Infektion wurden im gesamten vergangenen Jahr 176.100 Menschen behandelt. Ein Drittel waren über 80-Jährige, ein weiteres gutes Drittel war 60 bis 80 Jahre alt.

8.47 Uhr: Mehr Dresdner sind wegen Corona arbeitslos

Monatelange waren Geschäfte, Lokale und Friseursalons aufgrund der pandemiebedingten Lockdowns geschlossen – auch in Dresden. Die harten Maßnahmen haben auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur, spricht über die Folgen der Krise.

8.02 Uhr: Lauterbach: Volle Stadien auch unter 2G nicht sinnvoll

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich selbst unter Anwendung der 2G-Regel gegen volle Fußball-Arenen ausgesprochen, zu denen nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt hätten. "Leider ist es auch unter 2G-Bedingungen im Moment noch nicht sinnvoll, die Stadien ganz zu füllen", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, ergänzte der SPD-Politiker mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen. "Halb gefüllte Stadien sind kein Problem mit 2G", stellte er klar.

Fußball-Zweitligist Hamburger SV darf etwa nach der jüngsten Senatsentscheidung das Volksparkstadion unter 2G-Bedingungen wieder voll auslasten. An den meisten anderen Standorten der zwei höchsten Fußball-Ligen ist weiterhin eine Auslastung von maximal 50 Prozent der Stadionkapazität erlaubt. Viele Vereine setzen allerdings auch auf die 3G-Strategie und gewähren negativ getesteten Personen Zutritt.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD © dpa/Michael Kappeler

7.37 Uhr: Eingestellt oder nicht? Verwirrung um Stöcker-Verfahren

Gegen Winfried Stöcker liefen bisher wegen seiner umstrittenen Impfaktion zwei Verfahren. Eines davon wurde jetzt eingestellt. Das sagte sein Anwalt Wolfgang Kubicki der SZ. Demnach handelt es sich um das Verwaltungsverfahren des Landesamtes für Soziale Dienste in Lübeck. Das hatte ermittelt, weil Winfried Stöcker den vorgeschriebenen Weg zur Zulassung beziehungsweise Testung eines Impfstoffes nicht eingehalten hat. Allerdings will das Sozialministerium Schleswig-Holstein in Kiel die Einstellung nicht bestätigen. Mehr dazu im Artikel Verwirrung um Verfahren gegen Stöcker

7.00 Uhr: Spahn erwartet im Frühjahr Ende der Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", sagte Spahn.

"Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken", sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. "Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch das Risiko, sich anzustecken." Den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück.

Es sei noch zu früh, die Corona-Maßnahmen aufzuheben, betonte der Gesundheitsminister. "Wenn wir gar keine Schutzmaßnahmen mehr hätten, würden unsere Intensivstationen durch die noch zu große Zahl Ungeimpfter überlastet", sagte Spahn. Für einen "Freedom Day" wie in anderen Ländern sei in Deutschland die Impfquote noch nicht hoch genug. Gut 67 Prozent aller Einwohner in Deutschland haben bisher mindestens eine Impfung erhalten, über 63 Prozent sind vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft.

6.20 Uhr: Ende der Verdienstausfall-Entschädigung ab 11. Oktober im Gespräch

In der Corona-Krise wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute über ein einheitliches Vorgehen beim finanziellen Ausgleich für angeordnete Quarantäne beraten. Im Gespräch ist ein Ende der Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen angeordneter Quarantäne für Ungeimpfte spätestens ab 11. Oktober. Das geht aus einem Entwurf für die Beratungen hervor, über den mehrere Medien berichteten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der Entwurf zunächst noch nicht final zwischen Bund und Ländern abgestimmt.

Die Fachminister wollen am Mittwoch über eine bundesweit einheitliche Linie beraten. In ersten Ländern sollen Nicht-Geimpfte bald schon keinen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfälle mehr haben. Lesen Sie dazu auch:

5.53 Uhr: Weltweiter Rückgang der Zahl von Corona-Fällen

Die Zahl der der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken. Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, 9 Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor, wie die UN-Behörde in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge. Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um 7 Prozent auf knapp 60.000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.

Mittwoch, 5.04 Uhr: RKI registriert 10.454 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 65,0 an. Am Vortag hatte der Wert bei 68,5 gelegen, vor einer Woche bei 77,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.454 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.455 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 71 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 83 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.160.970 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,63 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.921.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.123.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.41 Uhr: Vor Corona-Gipfel: Erdogan verurteilt Impf-Nationalismus

Vor dem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie von US-Präsident Joe Biden hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die mangelnde Bereitschaft einiger Länder bei der Verteilung von Vakzinen verurteilt. Angesichts von Millionen Toten und Dutzenden Millionen Infizierten sei es "eine Schande für die Menschheit, dass der Impf-Nationalismus immer noch mit verschiedenen Methoden weitergeführt wird", sagte Erdogan am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.

US-Präsident Biden hat für diesen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Pandemie einberufen. Ziel ist es, Staats- und Regierungschefs mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzubringen, um sich auf eine "gemeinsame Vision zur Bekämpfung" von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus. Zentrales Thema bei dem Treffen sei die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Bei der Verteilung vor allem des Zugangs zu Impfstoffen gibt es große Ungleichheiten in der Welt. In Afrika sind beispielsweise erst etwa drei Prozent der Menschen geimpft.

20.45 Uhr: Biden will bei Corona-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen

US-Präsident Joe Biden will im Kampf gegen die Corona-Pandemie bei einem Online-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen. „Ich werde weitere Verpflichtungen ankündigen, um den Kampf gegen Covid-19 voranzutreiben“, sagte Biden am Dienstag bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung als US-Präsident. Konkrete Angaben dazu, was das für Zusagen sein werden, machte Biden nicht. Die größten Herausforderungen seien es, Leben zu retten, beim Impfen weltweit voranzukommen und eine bessere Zukunft zu gestalten, so der US-Präsident.

Biden betonte außerdem, dass notwendige Maßnahmen ergriffen werden müssten, um sich auf die nächste Pandemie vorzubereiten. „Denn es wird eine weitere geben“, sagte er. Gleichzeitig mahnte er, dass die Entstehung noch weiterer gefährlicher Varianten des Coronavirus möglich seien. „Wir müssen jetzt handeln, um so schnell wie möglich die Impfung in die Arme zu bekommen und den Zugang zu Sauerstoffbehandlungen zu erweitern, um Leben auf der ganzen Welt zu retten“, sagte er.

Zentrales Thema beim Impfgipfel am Mittwoch soll die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt sein. Biden hatte zuletzt einen Rückschlag bei seiner Impfkampagne in den USA erlitten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl eine Auffrischungsimpfung nur für bestimmte Risikogruppen. Zuvor hatte Biden trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle ab 20. September angekündigt.

19.30 Uhr: EU-Kommission unterschreibt Vertrag für weiteres Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

18.31 Uhr: Macrons Impfzertifikat zirkuliert online

Das Corona-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in den sozialen Medien aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es am Dienstag aus dem Élyséepalast in Paris. Ob der Code ausgetauscht werde, sei noch unklar. Dem Élysée zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden.

Macron hatte Frankreich im Juli strikte Regeln im Kampf gegen eine vierte Corona-Welle auferlegt. Impfungen wollte er vorantreiben. Der Besuch von Restaurants, Bars und Museen sowie Fahrten etwa mit dem Fernzug sind mittlerweile nur mit dem sogenannten Gesundheitspass erlaubt. Als Gesundheitspass zählt neben einer Corona-Impfung ein Genesungsnachweis oder ein negativer Corona-Test. Nach seiner Corona-Infektion im Dezember war Macron im Mai geimpft worden.

Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Menschen in Frankreich vollständig gegen das Coronavirus immunisiert. Die Zahl der Neuansteckungen sinkt weiter und lag zuletzt landesweit auf sieben Tage gesehen bei etwa 76 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.´

18.10 Uhr: Britische Firmen zahlen 1,3 Milliarden Pfund Kurzarbeiterhilfe zurück

Britische Unternehmen haben der Regierung bislang rund 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Milliarden Euro) Corona-Kurzarbeitergeld zurückbezahlt. Es handle sich um Firmen, die zu viel Hilfe erhalten hätten oder das Geld wegen der verbesserten wirtschaftlichen Lage nicht mehr benötigten, teilte das Finanzministerium in London am Dienstag mit. Allein in den vergangenen drei Monaten seien 300 Millionen Pfund zurückgezahlt worden.

Insgesamt hat die Regierung bisher 68,5 Milliarden Pfund über das sogenannte Furlough-Programm ausgeschüttet, das sie im Frühling 2020 wegen der Pandemie aufgelegt hatte. Furlough ähnelt dem deutschen Kurzarbeitergeld. Dabei übernahm die Regierung bis zu 80 Prozent des Lohns. Aktuell sind noch etwa 1,6 Millionen Menschen über das Programm abgesichert, das Ende September ausläuft. Im Januar lag die Zahl noch bei mehr als fünf Millionen Arbeitnehmern.

16.23 Uhr: Wien führt 2G-Regel für Veranstaltungen ein

Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus. Die Regel diene dazu, Menschen zur Impfung zu bewegen und Engpässe in den Krankenhäusern zu verhindern, sagte Ludwig bei einer Pressekonferenz. "Wir sind jetzt schon in der Situation, dass wir Operationen verschieben müssen", sagte er.

Der Schritt hin zur 2G-Regel wäre laut dem Stufenplan der konservativ-grünen Regierung österreichweit erst dann vorgesehen, wenn mehr als 300 Betten in Intensivstationen mit Covid-Kranken belegt sind. Derzeit sind es 220. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ludwig hatte schon in den vergangenen Monaten auf striktere Maßnahmen gesetzt als der Rest des Landes. So haben in Wien etwa Testergebnisse eine kürzere Gültigkeit. Unterdessen führt die Regierung derzeit mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern Gespräche über die mögliche Einführung einer Testpflicht für Ungeimpfte am Arbeitsplatz.

In Wien gilt bald die 2G-Regel.
In Wien gilt bald die 2G-Regel. © Axel Heimken/dpa

15.10 Uhr: Sachsen gibt 500.000 Euro zum Zukunftsprogramm Kino

Der Freistaat Sachsen kofinanziert 2021 und 2022 das Zukunftsprogramm Kino des Bundes. Nach einem Beschluss des Kabinetts vom Dienstag stehen insgesamt eine halbe Million Euro zur Verfügung, um Investitionen zu unterstützen. Damit sollen Filmtheater gerade auch außerhalb von Ballungsgebieten angesichts wachsender Konkurrenz durch Streaming-Dienste und Medienplattformen ihre Stärken besser herausstellen können.

"Das Kino ist ein kultureller und sozialer Ort, der Menschen aller Bevölkerungsgruppen zusammenbringt und so einen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog auch jenseits der großen Städte leistet", sagte Medienminister Oliver Schenk. Gefördert werden Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen, um die Corona-Ansteckungsgefahr zu reduzieren, die Technik zu erneuern und Filmtheater umweltfreundlicher zu machen. Anträge können den Angaben nach bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden.

14.32 Uhr: Wegen erhöhter Inzidenz: RB Leipzig gegen Hertha mit 23.500 Fans

RB Leipzig darf an diesem Samstag gegen Hertha BSC (15.30 Uhr/Sky) wegen der zuletzt gestiegenen Corona-Inzidenzzahlen in der Messestadt nur 23.500 Fans in die Red Bull-Arena lassen. Das teilte RB auf seiner Homepage mit. Beim Spitzenspiel gegen den FC Bayern München durften zuletzt alle Dauerkarten-Inhaber auf ihren Stammplatz zurückkehren. Der Vizemeister will zunächst weiter an der 3G-Regel festhalten. Das bedeutet, dass neben Geimpften und Genesenen auch Personen mit tagesaktuellem Corona-Test ins Stadion dürfen. Hertha als Gastverein erhält gemäß des Beschlusses der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu diesem Spiel 1.175 Tickets für seine Anhänger.

13.55 Uhr: In 15 der 16 Länder mindestens 60 Prozent der Einwohner geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Montag wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 147.145 Impfdosen verabreicht, darunter waren rund 48.500 Erstimpfungen bei zuvor noch nicht geimpften Menschen.

13.25 Uhr: Kabinett in Dresden beschließt neue Corona-Regeln

Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.

Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg, allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht.

13.02 Uhr: Wie Sachsen den Präsenzunterricht sichern will

In Schulen und Kitas wird in den kommenden Wochen unabhängig von der Inzidenz Regelbetrieb stattfinden, versicherte Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU) am Dienstag in Dresden. Selbst bei Erreichen der sogenannten "Überlastungsstufe" bei 1.300 Covid-Patienten auf Normalstationen und/oder 450 Patienten auf Intensivstationen werden die Schulen nicht flächendeckend geschlossen. Dann wird lediglich Wechselunterricht an weiterführenden Schulen eingeführt.

Regelmäßige Corona-Tests an Schulen und das Tragen von Masken in bestimmten Situationen bleiben dagegen notwendig. Für alle Schülerinnen und Schüler gilt weiterhin Schulbesuchspflicht, heißt es in der neuen Schul- und Kita-Coronaverordnung, die vom 23. September bis zum 10. Oktober gilt. Schülerinnen und Schüler müssen sich weiter zweimal pro Woche auf eine Covid-Infektion testen lassen, diese Tests bleiben kostenlos. Wird die Inzidenz von 35 in einer Region mehrere Tage in Folge überschritten, gilt außerdem die Maskenpflicht im Unterricht.

12.48 Uhr: BDI: Lockerung der US-Einreisebeschränkungen überfällig

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat die geplante Lockerung der Einreisebeschränkungen in die USA als überfällig bezeichnet. Deutsche Unternehmen und die Wirtschaft in den USA könnten aufatmen, erklärte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, am Dienstag. "Verzögerungen in der Produktion, Lieferung und Durchführung strategischer Projekte gehören ab November hoffentlich der Vergangenheit an." Ab November können Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder in die USA einreisen.

Für die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten seien persönliche Begegnungen im US-Geschäft wichtig, so Niedermark. Fachkräfte müssten zu Kunden und Standorten der in den USA aktiven deutschen Unternehmen gelangen können. "Die pandemiebedingten Einreisebeschränkungen waren mit Blick auf die hohen Impfquoten in der EU längst nicht mehr nachvollziehbar."

12.26 Uhr: Dresden meldet 65 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 65 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.446 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.728 als wieder genesen - 80 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem sechs weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind in der Stadt bislang 1.116 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts deutlich: Wurde am Montag noch ein Wert von 51,1 gemeldet, sind es nun 42,8. Alle Zahlen aus Dresden in Artikel Rauf und Runter bei Dresdner Corona-Inzidenz

12.10 Uhr: Beauftragter Westerfellhaus gegen Impfpflicht für Pflegekräfte

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Die Diskussion darüber halte er zum jetzigen Zeitpunkt "weder für sinnvoll noch für nötig", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es solle weiter auf Information und einen leichten Zugang zu den Impfungen gesetzt werden. Es wäre allerdings richtig, dass Arbeitgeber fragen dürften, ob jemand geimpft sei, damit ungeimpftes Personal keinen direkten Kontakt mehr zu Pflegebedürftigen hätte, betonte Westerfellhaus.

Derzeit sei die Corona-Situation auf den Pflegestationen beherrschbar, sagte der Beauftragte. Dennoch blickten Pflegekräfte mit Sorge auf den Herbst: "Die meisten Pflegenden haben wenig Verständnis dafür, dass Deutschland keine ausreichende Durchimpfung in der Bevölkerung hat." Er appelliere daher an alle, sich zeitnah impfen zu lassen, sagte Westerfellhaus.

11.23 Uhr: Politiker beklagen Radikalisierung von Maskengegnern

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat erschüttert auf den tödlichen Angriff reagiert, der durch einen Streit um die Maskenpflicht ausgelöst wurde. "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen", schrieb Baerbock auf Twitter. "Wir sind alle gefordert, uns gegen den zunehmenden Hass zu stellen."

Im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein war am Wochenende ein Tankstellen-Kassierer nach einem Streit mit einem Kunden um die Maskenpflicht erschossen worden. Ähnlich wie Baerbock reagierte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. "Ein junger Mensch wird nahezu hingerichtet, weil er auf die Maskenpflicht hinweist", schrieb Ziemiak auf Twitter und sprach von einem "unfassbaren Maß an Radikalisierung".

Während der mutmaßliche Mord deutschlandweit Bestürzung auslöste, finden sich auf dem Messengerdienst Telegram auch ganz andere Reaktionen. So bekommt der Täter dort Applaus. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Rechte jubeln über Mord von Idar-Oberstein

10.36 Uhr: Reiseverband: Deutsche zieht es im Herbst ans Mittelmeer

Badeziele rund um das Mittelmeer sind nach Angaben des Reiseverbandes DRV bei Urlaubern aus Deutschland in diesem Herbst besonders gefragt. Besonders groß ist vor allem die Nachfrage nach Pauschalreise-Zielen in Spanien, Griechenland und der Türkei, wie der DRV am Dienstag mitteilte. Viele Länder am Mittelmeer - darunter Griechenland, Italien und Türkei - haben demnach in diesem Jahr die Saison verlängert. Hotels und Ferienanlagen seien demnach länger als üblich geöffnet. Ägypten, die Malediven und Seychellen sind den Angaben zufolge bei Urlaubern in diesem Herbst ebenfalls sehr beliebt. Auch für Ziele, die mit Auto, Bus oder Bahn erreicht werden können, zeichne sich ein hohes Interesse ab. Gefragt seien dabei vor allem Deutschland, Österreich, Italien und die Niederlande.

Weil sich Reisebestimmungen wegen der Corona-Pandemie rasch ändern können, buchen viele Sonnenhungrige kurzfristig - im Durchschnitt vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Start in den Urlaub. "Damit zeigt sich, dass die Bundesbürger ihre aus dem ersten Halbjahr aufgestaute Reiselust mit fortschreitendem Impftempo verstärkt kurzfristig in konkrete Reisepläne umsetzten", erläuterte der DRV. Sobald eine Reise- oder Quarantänebeschränkung für ein Land falle, werde es auch gebucht.

Viele Deutsche wollen in den Herbstferien noch in den Süden verreisen.
Viele Deutsche wollen in den Herbstferien noch in den Süden verreisen. © Socrates Baltagiannis/dpa

10.01 Uhr: Fast ein Fünftel weniger Fahrgäste in Bussen und Bahnen

Die Corona-Pandemie sorgt weiter für ein Minus bei den Fahrgastzahlen von Bussen und Bahnen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden fast 3,5 Milliarden Fahrten registriert und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Eisenbahn-Fernverkehr lag das Minus bei 34 Prozent, im Fernbusverkehr sogar bei 92 Prozent. Der öffentliche Personennahverkehr mit Bussen und Straßenbahnen, der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, lag 17 Prozent unter dem Vorjahreswert, es handele sich hier aber um vorläufige Ergebnisse. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019, dem Jahr vor Ausbruch des Coronavirus, beträgt der Rückgang insgesamt 42 Prozent.

Ausschlaggebend für den Rückgang ist das erste Quartal 2021: Während zwischen Januar und März mit 39 Prozent deutlich weniger Menschen den öffentlichen Verkehr nutzten als im Vorjahreszeitraum, war von April bis Juni ein Anstieg von 20 Prozent im Nahverkehr und 51 Prozent im Fernverkehr zu verzeichnen. Das gesamte erste Quartal 2021 war von der Pandemie geprägt, während sich das Virus ein Jahr zuvor erst ab März deutlich auf den öffentlichen Verkehr auswirkte. Im zweiten Quartal 2021 fuhren dann wieder mehr Menschen mit Bussen und Bahnen als ein Jahr zuvor.

9.28 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen wieder leicht gesunken

Die Corona-Ansteckungsrate ist in Sachsen am Dienstag wieder leicht gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 36,8 nach 39,9 am Montag. Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Bundesweit betrug die Inzidenz am Dienstag 68,5 - den geringsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 30,1.

Für Sachsen meldete das RKI 75 neue Corona-Fälle. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, stieg um 2. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Sachsen nachweislich 294.123 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert - 10.197 sind im Zusammenhang mit Corona gestorben. Aktuelle Zahlen aus dem Sozialministerium Sachsens werden immer nachmittags veröffentlicht.

8.42 Uhr: Corona beflügelt den Trend zum E-Bike-Kauf

Der E-Bike-Boom in Deutschland hat in der Corona-Krise weiter Fahrt aufgenommen: Etwa 7,1 Millionen Elektrofahrräder standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Jahresbeginn 2021 in den privaten Haushalten. Das waren 1,2 Millionen oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Behörde am Dienstag mitteilte.

Die E-Räder verteilen sich auf knapp 5,1 Millionen Haushalte, so dass rechnerisch rund jeder achte Privathaushalt (13 Prozent) in Deutschland mindestens ein Elektrofahrrad besitzt. Anfang 2020 war es noch jeder neunte Haushalt (11 Prozent). Vor allem bei Besserverdienern sind die vergleichsweise teuren Gefährte zu finden: In Haushalten mit monatlich mehr als 3.500 Euro Einkommen gab es in jedem fünften Haushalt (20 Prozent) mindestens ein Elektrofahrrad. Insgesamt besaßen nach Angaben des Bundesamtes Anfang 2021 rund 30 Millionen Haushalte und damit 79 Prozent aller Haushalte in Deutschland Fahrräder oder Elektrofahrräder.

8.04 Uhr: Bangkok will voraussichtlich im November wieder Touristen empfangen

Thailands beliebte Hauptstadt Bangkok wird sich voraussichtlich im November wieder für internationalen Tourismus öffnen. Um wieder Besucher zu empfangen, müssten mindestens 70 Prozent der Einwohner der Mega-Metropole vollständigen Impfschutz haben, zitierte die Zeitung "Bangkok Post" den örtlichen Gouverneur Aswin Kwanmuang. Derzeit seien erst 42 Prozent der Bürger doppelt geimpft. Schätzungen zufolge hat die Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner.

Wenn die Impfkampagne fortschreite wie bisher, dann könnte Bangkok in der ersten oder zweiten Novemberwoche geöffnet werden, so die Stadtverwaltung. Weitere Bedingungen seien aber, dass die Infektionszahlen weiter sinken und die Krankenhäuser nicht überfüllt sind. Zuletzt wurden in der Großstadt etwa 2.700 bis 2.800 neue Fälle pro Tag gemeldet. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, solle über die Leitlinien und Regeln für eine Öffnung entschieden werden.

Die Inseln Phuket und Ko Samui versuchen bereits seit Juli dank spezieller Projekte einen Neustart des wichtigen Tourismuszweiges. Vollständig geimpfte Urlauber aus Dutzenden Ländern dürfen unter strengen Auflagen wieder quarantänefrei anreisen. Viele weitere Regionen des Urlaubslandes, darunter die Provinz Chon Buri mit dem Badeort Pattaya oder das kulturelle Zentrum Chiang Mai im Norden, hoffen auf einen baldigen Neustart des Sektors.

7.20 Uhr: Quarantäne-Lohnersatz: Was Ungeimpfte Arbeitnehmer wissen sollten

Bei einem Verdienstausfall im Falle einer Corona-Quarantäne ist bislang erstmal der Staat eingesprungen. Nun wollen erste Bundesländer eine schon bestehende gesetzliche Regelung ziehen und den Anspruch für Ungeimpfte beenden. An diesem Mittwoch wollen die Gesundheitsministerinnen und -minister über eine möglichst einheitliche Linie beraten. Was gilt bislang, und was soll sich ändern? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

In Deutschland gibt es keine Corona-Impfpflicht, wohl aber Einschränkungen für Menschen, die sich zwar impfen lassen können, dies aber nicht wollen.
In Deutschland gibt es keine Corona-Impfpflicht, wohl aber Einschränkungen für Menschen, die sich zwar impfen lassen können, dies aber nicht wollen. © dpa/Sebastian Kahnert

6.57 Uhr: Schwimm-Olympiasiegerin Wilson mit Corona-Infektion im Krankenhaus

Die australische Schwimm-Olympiasiegerin Madison Wilson befindet sich wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus. Das teilte die 27-Jährige, die komplett gegen das Virus geimpft ist, auf ihrem Instagram-Account mit. Ursprünglich wollte sie an der International Swimming League in Neapel teilnehmen. Sie sei zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden, so Wilson: "Ich nehme mir etwas Zeit zum Ausruhen und bin sicher, dass ich in kürzester Zeit wieder fit sein werde."
Wilson gehörte bei den Sommerspielen in Tokio der australischen 4x100-Meter-Freistil-Staffel an, die Gold gewann. Auch in Rio hatte sie mit dem Team Gold geholt.

6.08 Uhr: Sachsens Landesregierung beschließt heute neue Corona-Regeln

Die sächsische Landesregierung will an diesem Dienstag (13 Uhr) die neue Corona-Schutzverordnung beschließen und vorstellen. Im Mittelpunkt steht ein sogenanntes 2G-System als Optionsmodell für verschiedene Bereiche. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen (2G) Zutritt zu gewähren, soll demnach für Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events bis zu 5.000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Veranstalter sollen sich freiwillig für dieses Modell entscheiden können. Tun sie dies, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen.

Im Vorfeld wurde über dieses Modell kontrovers diskutiert, zudem liefen verschiedene Anhörungsverfahren. Unklar ist bisher etwa, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen auch einen Test benötigen. Mehr zur geplanten Verordnung

5.32 Uhr: Weiter Kritik an "Freedom Day"

Der Vorschlag eines "Freedom Days" am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). "Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben."

Der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel ergänzte gegenüber dem RND: "Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle." Er rechne allerdings mit vollständiger Normalität ab März 2022. Kassenärztechef Andreas Gassen hatte den Vorschlag kürzlich gemacht - und war dafür bereits deutlich kritisiert worden.

Dienstag, 5.05 Uhr: RKI registriert 4.664 Corona-Neuinfektionen

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Deutschland erneut leicht rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 68,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 71,0 gelegen, vor einer Woche bei 81,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4.664 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6.325 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 68 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.150.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 1,65 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.909.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.052.

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