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Deutschland & Welt

Nächste Woche wieder Impfzertifikate in Apotheken

Nach Problemen Ausstellung von Zertifikaten bald wieder möglich, Spanien jetzt Hochrisikogebiet, EMA empfiehlt Moderna für Jugendliche - unser Newsblog.

Seit Mittwoch können Apotheken keine Impfzertifikate mehr ausstellen.
Seit Mittwoch können Apotheken keine Impfzertifikate mehr ausstellen. © Paul Glaser

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

20.30 Uhr: Winfried Stöckers heimliche Impfaktion - die Fakten, die Folgen

Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, berichtet die Reporterin Anja Beutler von ihren Beobachtungen bei einer heimlichen Impfaktion in Kiesdorf in der Oberlausitz. Am 15. Juli waren schätzungsweise bis zu 200 Menschen in den Ort gekommen, um sich mit einem von Winfried Stöcker entwickelten Antigen gegen Corona impfen zu lassen. Für das verabreichte Mittel gibt es keine Zulassung. Schon seit längerem wird es aber in Ostsachsen von Ärzten verimpft. Warum vertrauen viele Menschen in das Präparat? Und welche Rolle spielt der Mediziner und Unternehmer Winfried Stöcker in der Region?

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Die neue Folge CoronaCast hören Sie über den eingebetteten Player.

Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: So lief Stöckers heimliche Impfaktion ab

19.40 Uhr: Wissler lehnt Impfpflicht ab

Die Co-Vorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl, Janine Wissler, lehnt eine verpflichtende Corona-Impfung ab. "Ich finde, wir müssen versuchen, die Menschen zu überzeugen", sagte sie im Sommerinterview des Hessischen Rundfunks. "Es gibt ja auch die Beispiele, wo Menschen skeptisch waren gegenüber Impfungen und dann durch Aufklärungsgespräche, wo sie alle ihre Fragen stellen konnten, auch überzeugt werden konnten", sagte Wissler. Deshalb sei sie nicht für eine Impfpflicht, sondern für ein niedrigschwelliges Impfangebot.

Janine Wissler (Die Linke)
Janine Wissler (Die Linke) © dpa

19.08 Uhr: Verlängerte Corona-Überbrückungshilfe gestartet

Die verlängerten staatlichen Hilfen für besonders belastete Firmen in der Corona-Krise können seit Freitag beantragt werden. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die Bundesregierung hatte entschieden, dass die bisher bis Ende Juni befristete Überbrückungshilfe III als "Überbrückungshilfe III Plus" bis September fortgeführt wird. Neu ist eine "Restart-Prämie", mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu Personalkosten erhalten können - falls sie etwa Personal aus der Kurzarbeit zurückholen oder neu einstellen.

Auch in der Überbrückungshilfe III Plus sind laut Ministerium alle Unternehmen mit einem coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Eine "Neustarthilfe Plus" richte sich an Soloselbstständige, die coronabedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von der Überbrückungshilfe III Plus profitierten.

18.03 Uhr: Lehrerverband dringt auf große Corona-Vorsicht zum neuen Schuljahr

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, mahnt zu Beginn des neuen Schuljahres große Corona-Vorsicht an. Zum Start des Schuljahres brauche es "eine Phase mit besonderen erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen", sagte Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). In den ersten ein bis zwei Monaten des neuen Schuljahrs solle etwa "eine vollständige Maskenpflicht auch während des Unterrichts für alle Altersstufen gelten". Zudem sollten seiner Meinung nach die regelmäßigen Schnelltests fortgeführt werden, und zwar "am besten dreimal pro Woche".

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, machte in den Funke-Zeitungen sogar noch mehr Druck. Ziel müsse es sein, "tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn zu ermöglichen", sagte er. Anfang August beginnt in den ersten Bundesländern das neue Schuljahr. Die Infektionszahlen hatten in Deutschland zuletzt zugenommen.

17.10 Uhr: Apotheken können ab nächster Woche wieder Impfzertifikate ausstellen

Ab nächster Woche sollen Apotheken in Deutschland schrittweise wieder Corona-Impfzertifikate ausstellen können. Das Bundesgesundheitsministerium teilte der Deutschen-Presse Agentur am Freitag mit, Apotheken würden in der nächsten Woche nach und nach wieder Zugang zum Portal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) bekommen und somit wieder Impfzertifikate aushändigen können. Der DAV hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Ministerium gestoppt, da es am Donnerstag Berichte über eine Sicherheitslücke gab.

16.30 Uhr: Erster Coronafall im deutschen Olympia-Team: Radsportler positiv

Im deutschen Olympia-Team in Tokio gibt es einen ersten Coronafall. Der Radsportler Simon Geschke sei positiv auf das Virus getestet worden und werde daher nicht am Straßenrennen am Samstag teilnehmen können, teilte der Deutsche Olympische Sportbund am Eröffnungstag der Spiele mit.

15.59 Uhr: Spanien und Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft

Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande wegen hoher Infektionszahlen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

15.30 Uhr: Kroatien verschärft Corona-Maßnahmen an Adria-Küste

Angesichts steigender Corona-Inzidenzzahlen an der Adriaküste hat Kroatien die Vorsichtsmaßnahmen in diesem Urlaubsgebiet verstärkt. Versammlungen von mehr als 1.000 Menschen sind ab kommendem Montag verboten - unabhängig davon, ob die Anwesenden gegen Corona geimpft sind oder eine Covid-Erkrankung überstanden haben. Das beschloss der Corona-Krisenstab der Regierung in Zagreb am Freitag. Die neuen Beschränkungen betreffen auch die Gastronomie sowie private Zusammenkünfte, an denen nur noch bis zu 15 Personen ohne Covid-Immunitätszertifikat teilnehmen dürfen.

EU-Bürger dürfen weiterhin nach Kroatien einreisen, wenn sie das EU-weit gültige Corona-Zertifikat vorlegen. An der Adria wurden zum Teil um ein Vielfaches höhere Corona Inzidenzzahlen gemeldet als im Landesinneren. Die landesweite 14-Tage-Inzident betrug zuletzt 33,69 pro 100.000 Einwohner.

15.10 Uhr: EU-Behörde empfiehlt Impfstoff von Moderna für Kinder und Jugendliche

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna kann nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gespritzt werden. Die Experten der EMA bewerteten am Freitag in Amsterdam die entsprechenden Daten von Studien positiv und machten den Weg frei für die Zulassung des Impfstoffes für 12- bis 17-Jährige. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Das Präparat von Moderna "Spikevax" wäre damit der zweite Corona-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war der Impfstoff von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden. Grundlage des Antrags von Moderna war eine Studie bei 2.500 Jugendlichen in den USA. Die Wirksamkeit lag nach Angaben des Unternehmens bei 100 Prozent.

14.30 Uhr: Bars und Kneipen in Bayern dürfen auch innen öffnen

Reine Kneipen und Bars im Freistaat dürfen ab sofort auch innen wieder öffnen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof kippte die Regelung zur Schließung von Innenräumen reiner Schankwirtschaften, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Für Bars und Kneipen ohne Essensangebot gelten damit ab sofort die gleichen Regeln wie für Restaurants. Discos und Clubs sind von der Entscheidung nicht betroffen.

13.59 Uhr: Schweden lässt Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff auslaufen

Schweden verabschiedet sich allmählich vom Einsatz des Corona-Impfstoffes des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Wie die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Freitag mitteilte, sind 89 Prozent der Menschen über 65 Jahre - die Bevölkerungsgruppe, die in Schweden hauptsächlich Astrazeneca erhalten hat - mittlerweile vollständig geimpft. Aus diesem Grund hat sich die Behörde nun dazu entschlossen, die Verteilung des Präparats an die einzelnen Regionen des skandinavischen EU-Landes zu beenden und die Verwendung des Mittels somit nach und nach einzustellen.

Die Regionen, die noch Astrazeneca-Impfstoff vorrätig haben, können demnach entweder diesen oder die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna verwenden. Ein Teil der verbliebenen Astrazeneca-Dosen soll gespendet werden.

13.18 Uhr: Ethikratsvorsitzende Woopen kritisiert Impfpflicht-Debatte

Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen, hat die Debatte über eine Corona-Impfpflicht in Deutschland kritisiert. "Derzeit ist eine solche Diskussion ganz unangemessen", sagte Woopen der "Rheinischen Post" (Freitag). "Eine Herdenimmunität ist ohnehin nicht erreichbar, weil auch doppelt Geimpfte das Virus weitergeben, erkranken und sterben können, wenn auch mit erheblich niedrigerem Risiko. Eine Impfpflicht wäre nur im alleräußersten Notfall gerechtfertigt, wenn die gesundheitliche Situation völlig aus dem Ruder läuft. Und dann auch nur für bestimmte Berufsgruppen."

Woopen prangerte zugleich die Lockerungen in England an. "Was in England passiert, ist völlig unverantwortlich." Es könnten sich neue Mutanten bilden, und in vielen Teilen der Erde seien bisher kaum Menschen geimpft. "Die Pandemie ist weltweit noch lange nicht vorbei. Und so lange ist sie auch in Deutschland nicht vorbei. Bis wir wieder ohne Tests und Vorsichtsmaßnahmen leben können, wird es noch lange dauern."
Im größten britischen Landesteil England wurden am Montag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Die Regierung setzt dort auf den Schutz der Impfungen und auf Eigenverantwortung.

13.00 Uhr: 71 von 100 Teilnehmern bei Ferienfreizeit corona-positiv


71 von rund 100 Teilnehmern einer von einem Hamburger Träger organisierten Ferienfreizeit haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Die Betroffenen - Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene - stammten größtenteils aus Hamburg, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, am Freitag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur fand die Freizeit in Dänemark statt. "Nachdem die Ferienmaßnahme vor Ort unter Quarantäne gestellt worden war, wird diese nun beendet", sagte Helfrich. "Die Teilnehmenden kehren nun an ihre Heimatorte zurück, wo sie sich in der eigenen Häuslichkeit isolieren."

Auch für negativ getestete Kontaktpersonen und die mit den positiven Rückkehrern in einem Haushalt lebenden Personen werde Quarantäne angeordnet. "Die nach Wohnort örtlich zuständigen Gesundheitsämter in den Hamburger Bezirken und umliegenden Kommunen übernehmen die weitere Betreuung", hieß es.

12.42 Uhr: Tourismusforscher: Urlaub im eigenen Land bleibt auch nach Corona im Trend

Der Lüneburger Tourismusforscher Edgar Kreilkamp sieht im Urlaub im eigenen Land auch unabhängig von der Corona-Pandemie einen langfristigen Trend. "Immer mehr Menschen machen Urlaub in Deutschland, auch weil sich die Angebote verbessert haben", sagte er. Aktuell werde dieser Trend wie bereits im vergangenen Jahr durch die Pandemie noch deutlich verstärkt. Nach Angaben der "Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen" in Kiel ist Deutschland schon lange das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen. Schon 2019 führten 26 Prozent der längeren Ferienfahrten ins Inland. 2020 stieg der Anteil auf 45 Prozent. Allerdings sank gleichzeitig die Gesamtzahl der Urlaubsreisen im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie deutlich, wie die Forschungsgemeinschaft erhoben hat.

Kreilkamp erläuterte, dieser Trend werde sich fortschreiben. Nach wie vor herrsche bei vielen Menschen mit Blick auf den Auslandsurlaub große Unsicherheit, sagte er: "In Spanien oder den Niederlanden gehen beispielsweise die Corona-Zahlen wieder hoch." Auch innerhalb Deutschlands rechne die Tourismus-Branche weiter mit Einbußen. "Es machen insgesamt weniger Leute Urlaub. Der alte Stand wird noch nicht erreicht", sagte der Tourismusforscher. Mit Blick auf die Anreise sei der Urlaub im eigenen Land deutlich ökologischer und sozialverträglicher als die Fernreise vor allem per Flugzeug, erläuterte Kreilkamp.

"Die Anreise ist für ein nachhaltiges Reisen der wichtigste Punkt, aber keineswegs der einzige", betonte der Wissenschaftler, der an einer Studie zum nachhaltigen Tourismus arbeitet: "Wir haben insgesamt 120 Punkte ausgemacht, die einen nachhaltigen Urlaub ausmachen." Wenn es darum gehe, ökologisch und sozialverträglich zu reisen, spielten auch Aspekte wie die Arbeitsbedingungen oder die Energiebilanz einer Unterkunft eine Rolle oder die Frage, wie viele Plastik-Verpackungen in einem Hotel zum Einsatz kommen.

Brandenburg, Krewelin: Ein Sportboot ist auf der künstlichen Wasserstraße Voßkanal im Naturschutzgebiet Schnelle Havel unterwegs. Der Voßkanal liegt in unmittelbarer Nähe zur Havel. Der Urlaub im eigenen Land liegt bei den Deutschen auch langfristig im Tr
Brandenburg, Krewelin: Ein Sportboot ist auf der künstlichen Wasserstraße Voßkanal im Naturschutzgebiet Schnelle Havel unterwegs. Der Voßkanal liegt in unmittelbarer Nähe zur Havel. Der Urlaub im eigenen Land liegt bei den Deutschen auch langfristig im Tr © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

12.29 Uhr: 48,5 Prozent der Deutschen voll geimpft - Sachsen Schlusslicht

In Deutschland sind inzwischen 48,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 9.45 Uhr) wurden am Donnerstag 565.235 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 40,3 Millionen Menschen vollständig geimpft. Rund 50,4 Millionen (60,6 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,5 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 55,5 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,4 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (44,9 Prozent).

12.15 Apotheken stellen weiterhin keine Corona-Impfzertifikate aus

Apotheken in ganz Deutschland können nach wie vor keine Corona-Impfzertifikate ausstellen. Es stehe noch nicht fest, wann die Zertifikate in Apotheken wieder erhältlich seien, teilte eine Sprecherin des Deutsche Apothekerverbands (DAV) am Freitag mit. Der DAV hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt, da es am Donnerstag Berichte über eine Sicherheitslücke gab. Dem "Handelsblatt" war es demnach gelungen, "mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt worden seien.

Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge, hieß es am Donnerstag. Es werde daran gearbeitet, dass Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen könnten, sagte die Sprecherin. Ein Datum stehe aber noch nicht fest. Laut DAV sei davon auszugehen, dass die mehr als 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

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11.58 Uhr: Mehr Zahlungen ohne Bargeld im Euroraum im Corona-Krisenjahr

Der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen hat in der Corona-Krise im Euroraum einen weiteren Schub erhalten. Im vergangenen Jahr wurden fast 102 Milliarden Zahlungen (Vorjahr: 98 Mrd) im gemeinsamen Währungsraum bargeldlos abgewickelt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf gut 167 Billionen Euro. Fast die Hälfte (47 Prozent) der bargeldlosen Transaktionen waren Kartenzahlungen, jeweils fast ein Viertel machten Überweisungen (23 Prozent) und Lastschriften (22 Prozent) aus. Der Rest waren nach EZB-Angaben unter anderem elektronische Zahlungsmittel wie zum Beispiel Apple Pay oder Google Pay.

In Zeiten der Corona-Pandemie gilt etwa das kontaktlose Bezahlen an der Ladenkasse als besonders hygienisch. Denn Kunden müssen dabei ihre Kreditkarte oder Girocard nicht in ein Gerät einschieben. Die Daten werden stattdessen verschlüsselt übermittelt, wenn die Karte vor das Lesegerät gehalten wird. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

Innerhalb des Euroraumes gibt es allerdings weiterhin große Unterschiede bei der Nutzung der wichtigsten Zahlungsdienste. So weist Portugal den Angaben zufolge mit rund 70 Prozent den höchsten nationalen Prozentsatz für Kartenzahlungen aus. Bei den Überweisungen war der Anteil der Slowakei mit etwa 38 Prozent am höchsten, in Deutschland ist der Anteil von Lastschriften mit gut 44 Prozent besonders hoch.

11.27 Uhr: Virologe Drosten: Besorgt über geringen Impffortschritt gegen Corona

Das Impfen gegen das Coronavirus in Deutschland geht dem Virologen Christian Drosten derzeit nicht rasch genug. Er sei "zunehmend besorgt über den Impffortschritt", sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité in einem schriftlich geführten Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Hier kommen wir nicht schnell genug voran, obwohl genug Impfstoff zur Verfügung steht." Viele Menschen wähnten sich angesichts einer niedrigen Inzidenz in Deutschland in einem falschen Sicherheitsgefühl.

"Es ist wichtig, jetzt sehr viel mehr Informationsarbeit zu leisten - auch im privaten Umfeld, damit die Impfquote schneller ansteigt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von erneuten schmerzhaften Eingriffen im Winter", erklärte Drosten. Auch er wünsche sich, dass nicht noch einmal Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens notwendig werden.

11.00 Uhr: DRK Sachsen bietet am Wochenende Sonder-Impfaktionen an

Am Sonnabend sind mehrere mobile Impfteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen unterwegs. "Die Impfung zu den Menschen bringen" ist das Ziel und zugleich das Motto der Initiative. In Dresden wird die Impfaktion zur "Langen Nacht der Museen vor dem Hygienemuseum durchgeführt. Von 11.30 bis 13.30 Uhr sowie von 16.30 bis 22 Uhr können sich dort aber auch Fußballfans impfen lassen. Vor und nach dem Saison-Eröffnungsspiel von Dynamo Dresden gegen den FC Ingolstadt sind Impfungen spontan möglich, teilte das DRK mit.

Sonderimpfungen gibt es am Sonnabend auch in Freiberg während des Bergstadtfestes. Von 9 bis 16 Uhr sind spontane Impfungen auf dem Obermarkt (Erbische Straße 19) möglich. Ebenfalls kann man sich auf dem Marienplatz in Görlitz eine Impfung geben lassen, am Sonnabend und Sonntag jeweils 9 bis 13 Uhr.

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10.42 Uhr: Mehr Corona-Fälle in den USA - niedrige Impfquote beunruhigt

In den USA nimmt die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zu. Die Behörden meldeten am Donnerstag 56.069 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MESZ) hervorging. Das sind etwa 27.600 mehr als vor genau einer Woche. Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion stieg im Wochenvergleich von 283 auf 330. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4.461 Toten verzeichnet. Wie der Corona-Koordinator der Regierung, Jeff Zients, am Donnerstag in einer Pressekonferenz mitteilte, steigt die Zahl der Neuinfektionen in Landesteilen mit niedrigerer Impfquote besonders stark an. Derzeit machten die Bundesstaaten Florida, Texas und Missouri, die im landesweiten Vergleich weniger Impfungen verzeichneten, rund 40 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus.

Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC ist die besonders ansteckende Delta-Variante inzwischen für rund 83 Prozent aller erfassten Infektionen im Land verantwortlich. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang fast 34,3 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 610.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen - aber nicht relativ zur Bevölkerung - sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt. Bislang haben in den USA nach CDC-Daten mehr als 56 Prozent der Menschen mindestens die erste Impfung erhalten, knapp 49 Prozent sind vollständig geimpft.

New York: Junge Leute feiern im kühlen Nass des Brunnens am Washington Square Park in Manhattan während der Pride Parade.
New York: Junge Leute feiern im kühlen Nass des Brunnens am Washington Square Park in Manhattan während der Pride Parade. © Mathias Wasik/dpa

10.18 Uhr: Niedersachsen: Minister will Grenzen für Corona-Maßnahmen verschieben

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann will durch Änderungen am Corona-Stufenplan des Landes ein rasches Inkrafttreten neuer Beschränkungen vermeiden. Das sollte geschehen, bevor die steigenden Infektionszahlen in einzelnen Regionen "wieder eine Marke erreichen, die mit spürbaren Einschränkungen oder gar Schließungen verbunden ist", sagte der CDU-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Freitag. "Gerade mit Blick auf unsere Tourismus- und Beherbergungsbranche, das Messegeschäft, die Gastronomie oder den Einzelhandel hätte so ein Szenario nach den zurückliegenden Pandemiemonaten verheerende Auswirkungen."

Nach Althusmanns Vorstellungen könnten die Grenzen im Stufenplan verschoben werden, damit Einschränkungen erst bei einer höheren Inzidenz greifen. Das könnte bedeuten, dass die bisherigen Regeln der Inzidenz-Stufe von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen in sieben Tagen erst ab 50 gelten, die Regeln der bisherigen Stufe 50 erst ab 100.

9.53 Uhr: London nimmt Lebensmittelhandel von Isolationspflicht aus

Die britische Regierung hat kurzfristig Ausnahmeregelungen für Mitarbeiter im Lebensmittelhandel eingeführt, die Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Hintergrund sind Personalengpässe und mancherorts leere Supermarktregale. Die Regierung teilte am späten Donnerstagabend mit, dass Mitarbeiter in Lebensmittel-Verteilzentren nun von der Pflicht zur Selbstisolation ausgenommen seien und stattdessen regelmäßige Coronatests durchführen. Zuvor waren immer mehr Menschen per Corona-Warnapp oder von Mitarbeitern des Gesundheitsdiensts "gepingt" worden, das bedeutet als Kontaktpersonen identifiziert und zur häuslichen Quarantäne aufgefordert worden.

Das führt in vielen Bereichen zu Personalengpässen. Beispielsweise wurden Tankstellen geschlossen und Schüler vorzeitig in die Sommerferien geschickt. Britische Medien sprechen daher von einer "Pingdemic". In Großbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder an. Das wird vor allem auf die starke Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurückgeführt. Hinzu kommt, dass die britische Regierung für den größten Landesteil England inzwischen fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben hat. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 488 angegeben (Stand: 17. Juli).

9.29 Uhr: Infektionsgeschehen in Sachsen weiter unter Bundesdurchschnitt

Sachsen hat im Vergleich der Bundesländer die drittniedrigste Corona-Ansteckungsrate. Das Robert Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag mit 3,8 und damit etwas höher als am Vortag (3,4) an. Niedriger war der Wert am Freitag laut RKI nur in Sachsen-Anhalt (2,9) und Mecklenburg-Vorpommern (3,0). Daneben liegt noch Thüringen mit 4,8 unter der Marke von 5. Im Bundesdurchschnitt infizierten sich innerhalb von sieben Tagen 13,2 Menschen pro 100.000 Einwohner. Die meisten Infektion weist Berlin mit einer Inzidenz von 21,8 auf.

Am niedrigsten im Freistaat ist das Infektionsgeschehen in den Landkreisen Görlitz und Meißen sowie in Chemnitz (alle 0,8). Den höchsten Wert hat zurzeit Dresden mit einer Inzidenz von 10,2. Damit liegt die Landeshauptstadt wieder über der für Lockerungen wichtigen Marke von 10.

8.58 Uhr: Olympia trotz Corona: Fast jeder Zweite interessieret sich für Tokio-Spiele

Olympia in Tokio interessiert laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap fast jeden zweiten Bundesbürger. Angesichts der Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen in Japan finden die Sommerspiele ohne Publikum statt. Trotz der Kritik an der Durchführung des sportlichen Großereignisses sind nach dem vom Institut erhobenen ARD-"Deutschlandtrend" zwölf Prozent sehr, 36 Prozent zumindest etwas interessiert. 64 Prozent der über 65-Jährigen interessieren sich sehr oder etwas für die Sommerspiele. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es dagegen nur 34 Prozent. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent interessiert sich dagegen überhaupt nicht für das noch bis zum 8. August dauernde Sportereignis in Asien.

Tokio: Olympische Ringe aus Origamisternen hängen an einer Plexiglaswand.
Tokio: Olympische Ringe aus Origamisternen hängen an einer Plexiglaswand. © Sebastian Gollnow/dpa

8.31 Uhr: Kripo ermittelt nach Stöcker-Impfung

Bei der Staatsanwaltschaft Görlitz ist im Zusammenhang mit der Stöcker-Impfaktion in Kiesdorf vom 15. Juli nun ein Verfahren anhängig. Das bestätigte die Polizeidirektion Görlitz nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nun auf SZ-Nachfrage. "Derzeit ist noch nicht bekannt, ob mit der Impfung ein Straftatbestand verwirklicht wurde. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sollen hierüber Klarheit schaffen", erklärt Pressesprecher Kai Siebenäuger. Um sich mit dem sogenannten Stöcker-Antigen gegen Covid-19 immunisieren zu lassen, hatten sich 150 bis 200 Menschen zu einem Impftermin im Kulti in Kiesdorf, einem Ortsteil von Schönau-Berzdorf, eingefunden. Winfried Stöcker, Arzt, Gründer der Firma Euroimmun und im Landkreis Görlitz bekannter Investor, hat dieses Antigen entwickelt. Wo die Probleme mit dem Impfstoff und der Impfaktion liegen, lesen Sie hier im Artikel von Sächsische.de.

Winfried Stöcker - hier ein Archivbild - ist wegen seiner nicht zugelassenen "Impfung" derzeit im Fokus der Öffentlichkeit.
Winfried Stöcker - hier ein Archivbild - ist wegen seiner nicht zugelassenen "Impfung" derzeit im Fokus der Öffentlichkeit. © Bernd Gärtner (Archiv)

8.13 Uhr: BVG: Mehr als 10.000 Mal Bußgeld wegen Verstößen gegen Maskenpflicht

Verstöße gegen die seit Juli 2020 geltende Maskenpflicht in Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben seitdem in 10.455 Fällen ein Bußgeld von 50 Euro zur Folge gehabt. Fast 170.000 Mal seien BVG-Kunden darauf hingewiesen worden, eine Maske aufzusetzen, berichtete der "Tagesspiegel" (Freitag) mit Berufung auf einen BVG-Sprecher. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Bußgelder nicht gestiegen. Im April kam es 533 Mal dazu, im Mai 1156, im Juni 554 und im Juli bisher 225 Mal. Ein Grund für den Ausreißer nach oben im Mai könnte die Einführung der FFP2-Maskenpflicht im Monat davor gewesen sein.

Ein Nachlassen der Disziplin bei den Passagieren hat die BVG nicht beobachtet: Nach deren Angaben tragen weiterhin zwischen 97 und 99 Prozent der Passagiere wie vorgeschrieben eine Maske. Für die Kontrollen seien rund 200 Mitarbeiter im Einsatz.

7.49 Uhr: Experten empfehlen beim Impfen Überzeugen statt Strafen

Mobile Angebote und eine überzeugende Kommunikation sind aus Expertensicht am besten dazu geeignet, die stockende Corona-Impfkampagne in Deutschland wieder in Fahrt zu bringen. Sanktionen für Nicht-Geimpfte oder gar eine Impfpflicht stoßen hingegen auf Skepsis. "Eine Impfpflicht wäre nur im alleräußersten Notfall gerechtfertigt, wenn die gesundheitliche Situation völlig aus dem Ruder läuft. Und dann auch nur für bestimmte Berufsgruppen", sagte die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag).

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag): "Aktuell sollte sich der Diskurs weniger um Strafen für Ungeimpfte als vielmehr um Freiheiten für vollständig Geimpfte drehen." Die deutsche Impfkampagne bräuchte aus Weigeldts Sicht eine "deutlich bessere PR". "Wenn ein Katastrophenszenario nach dem anderen entworfen wird, trotz steigender Zahl Geimpfter, dann ist es doch kein Wunder, wenn die Unsicherheit zunimmt", sagte er. Die beste Motivation für eine Impfung sei die eigene Überzeugung. Für alle, die zunächst auf eine Impfung verzichten, rechnet Weigeldt mit Einschränkungen im Alltag: "Wer sich impfen lassen kann, aber nicht will, wird sicherlich mit gewissen Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa einer Testpflicht in bestimmten Bereichen, umgehen müssen."

Der Bremer Versorgungsforscher Ansgar Gerhardus sieht zuvorderst den Staat in der Verantwortung. "Die Politik sollte sich das Ziel setzen, dass so viele Menschen wie möglich in Deutschland geimpft werden", sagte der Experte für öffentliche Gesundheit: "Dieses Ziel kann sie nicht delegieren an die Kassenärztliche Vereinigung oder die Hausärzte." Dabei müsse der Staat "jede Schiene nutzen, die zur Verfügung steht". Der Professor leitet die Abteilung Versorgungsforschung am Institut für "Public Health" der Universität Bremen. Ein hervorragendes Mittel seien Impfmobile, die etwa an sozialen Brennpunkten unterwegs seien. Eine weitere Möglichkeit sei es, Impfteams an die Schulen zu schicken. Das müsse aber sorgfältig abgewogen werden, betonte Gerhardus: "Wenn klar ist, dass die Eltern rechtzeitig informiert werden und ihr Einverständnis geben, ist das in Ordnung. Es sollte aber nicht der Eindruck entstehen, dass dort Kinder quasi überfallen werden."

Mit Überzeugung statt Zwang sollen die noch nicht geimpften Menschen von einer Corona-Impfung überzeugt werden.
Mit Überzeugung statt Zwang sollen die noch nicht geimpften Menschen von einer Corona-Impfung überzeugt werden. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

7.15 Uhr: RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei Jüngeren

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen laut Bericht die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. In diesen Gruppen sind weniger als 5 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Mehr zu diesen und den anderen Corona-Zahlen des RKI lesen Sie hier.

6.28 Uhr: Piwarz: Corona als Innovationsschub für Schulen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz sieht in der Corona-Krise die Chance auf einen Innovationsschub an den Schulen. "Die Impulse, die Corona liefert, dürfen wir nicht hinten anstellen und nach der Krise einfach so weitermachen wie vorher", betonte der CDU-Politiker gegenüber DPA. Piwarz geht davon aus, dass Corona auch "Schwung in die Diskussion" bringt, welche Inhalte ein modernes Bildungssystem heutzutage haben muss. Zum einen gehe es um Lehrpläne, aber auch um die Frage, wie das Wissen generell vermittelt wird.

"Wir haben Fortschritte gemacht beim digitalen Lehren und Lernen, wenngleich wir auch die Probleme deutlich aufgezeigt bekommen haben", erklärte der Minister. Bei Lehrern gebe es unterschiedliche Stufen der Erfahrung mit der Wissensvermittlung via Internet. Im Sommer 2020 habe man ein umfangreiches Fortbildungsprogramm erarbeitet und in diesem Jahr erweitert. "Das wurde auch gut angenommen." Die Digitalisierung bietet noch mehr als bisher die Möglichkeit, außerschulische Lernorte zu entdecken. Mit entsprechender Ausstattung und pädagogischer Vorbereitung sei auch begleitetes Lernen zu Hause möglich. "Etwas, das vorher kaum denkbar war - und eine Möglichkeit, die künftig gerade bei größeren Klassen stärker genutzt werden kann."

Eine Bilanz zur Pandemie lasse sich bisher nicht ziehen. "Wir sind immer noch mittendrin." Für den Herbst gibt sich der Kultusminister zuversichtlich. "Wir haben im Umgang mit der Pandemie mehr Sicherheit gewonnen im Vergleich zum vergangenen Jahr." Sachsen sei das erste Bundesland gewesen, dass Lehrer auf freiwilliger Basis testete und auch bei Schülertests vorn lag. Mittlerweile gebe es einen "Instrumentenkasten", auf den man im neuen Schuljahr zurückgreifen könne. Im vergangenen Jahr hatten die Opposition im Landtag und der Landeselternrat der Regierung vorgeworfen, im Sommer die Vorbereitung auf eine neue Corona-Welle verschlafen zu haben.

In unserem Podcast "Politik in Sachsen" hat sich Piwarz kürzlich ausführlich zu den Plänen für das neue Schuljahr in Sachsen geäußert. Hier können Sie den Podcast hören:

5.47 Uhr: US-Immunologe Fauci wird von New Yorker Museum geehrt

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci (80) wird von der New Yorker Historical Society für seine Verdienste um das amerikanische Gesundheitswesen ausgezeichnet. Fauci solle bei einer Gala im Oktober mit dem "History Maker Award" ausgezeichnet werden, teilte das Museum in Manhattan am Donnerstag mit.

"Es ist uns eine große Ehre, Dr. Fauci für seine jahrzehntelange Arbeit auszuzeichnen und unsere Dankbarkeit für einen Mann auszudrücken, der unserer Nation in einigen ihrer dunkelsten Stunden Hoffnung gegeben hat", sagte die Vorsitzende des Museumskuratoriums, Pam Schafler. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören unter anderem die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton und der frühere New Yorker Polizeichef William Bratton.

Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci, lächelt bei einer Anhörung des Senate Health, Education, Labor, and Pensions Committee.
Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci, lächelt bei einer Anhörung des Senate Health, Education, Labor, and Pensions Committee. © Michael Brochstein/ZUMA Press Wire/dpa

5.27 Uhr: Inzidenz steigt deutlich - 2.089 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 13,2 - am Vortag betrug der Wert 12,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.089 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1.456 Ansteckungen gelegen. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.752.592 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.643.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.492.

Freitag, 5.00 Uhr: Höchstwert seit Erfassung: 19 neue Corona-Fälle bei Olympia

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee in dem am Freitag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer werden vom Organisationskomitee nicht genannt.

Corona-Pandemie - Das geschah am Donnerstag

21.58 Uhr: WHO-Europachef warnt vor nachlassendem Impftempo

Im Hinblick auf steigende Corona-Infektionszahlen warnt der Europachef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem nachlassenden Tempo bei den Impfungen. Angesichts des noch nicht ausreichenden Impffortschritts lege die Delta-Variante die Achillesferse Europas frei, sagte Hans Kluge dem "Handelsblatt". "Je langsamer wir impfen, umso mehr Varianten werden entstehen."
Das Impftempo nehme in vielen Ländern ab einer Impfquote von 40 bis 50 Prozent deutlich ab, so Kluge. Das reiche aber noch nicht annähernd aus. Die Maskenpflicht müsse daher beibehalten werden. Einer Impfpflicht steht Kluge demnach skeptisch gegenüber, sie müsse ein Mittel der letzten Wahl sein. "Wir können aber an einen Punkt gelangen, an dem die WHO eine Impfpflicht empfehlen wird."

21.15 Uhr: Israel will Grünen Pass wegen Corona-Neuanstiegs wieder einführen

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden. Das Corona-Kabinett beschloss am Donnerstag, für Versammlungen von mehr als 100 Menschen erneut Beschränkungen zu verhängen. Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, müssen demnach am Eingang eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies soll unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser gelten.

Außerdem beschloss das Corona-Kabinett neue Beschränkungen für Flugreisende. Die Liste "roter" Länder, die nur mit Sondergenehmigung besucht werden dürfen, wurde um Großbritannien, Georgien, Zypern und die Türkei erweitert. Auch geimpfte Reisende müssen bei der Einreise nach Israel in Quarantäne, bis sie ein negatives Testergebnis haben. Nicht geimpfte Reisende müssen für eine Woche in Quarantäne.

20.45 Uhr: RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

20.02 Uhr: Karneval der Kulturen nun ganz abgesagt

Der Berliner Karneval der Kulturen fällt in diesem Jahr nun ganz aus. Das große Straßenfest und die Parade waren bereits im Januar abgesagt worden - als Ersatz sollte es am 15. August mehrere kleine Veranstaltungen geben. Auch die finden nun nicht statt, wie die Organisatoren am Donnerstag mitteilten. "Die Gründe liegen in den steigenden Inzidenzen und der zunehmenden Infektionsrate mit der Virusmutante Delta. Vor diesem Hintergrund ist unser Konzept nicht durchführbar." Normalerweise feiern jährlich Hunderttausende Menschen mit prächtigen Kostümen den Karneval, den es seit 1996 gibt. Bereits vergangenes Jahr war das Fest wegen der Pandemie ausgefallen.

19.32 Uhr: Medienbericht: Spanien soll Corona-Hochinzidenzgebiet werden

Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht Spanien als Corona-Hochinzidenzgebiet einstufen. Wie die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise weiter berichtete, soll zudem die Niederlande zum Hochinzidenzgebiet erklärt werden.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jeden Freitag die neuen Corona-Einstufungen der Bundesregierung für das Ausland. Die endgültige Entscheidung der zuständigen Ministerien für Gesundheit, Inneres und Auswärtiges fällt in der Regel kurz vorher.
Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

In Spanien und den Niederlanden waren die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stark gestiegen.

18.58 Uhr: Sachsen fördert Forschungsprojekt zu Long-Covid

Der Freistaat Sachsen fördert eine Studie der Universitätsmedizin Leipzig zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung. Dafür werde rund eine halbe Million Euro bereitgestellt, teilte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) am Donnerstag mit.

300 Menschen werden in der Studie nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Von ihnen lägen auch schon Gesundheitsdaten aus der Zeit vor ihrer Erkrankung vor, weil sie bereits Teilnehmer einer anderen Leipziger Studie waren. Das sei ein großer Vorteil dieses Forschungsvorhabens.

Zu den Long-Covid genannten Langzeitfolgen einer Erkrankung gehören Erschöpfung, Müdigkeit, verminderte Gedächtnisleistungen und Herzschäden.

18.24 Uhr: EU will 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden

Die EU-Länder wollen an Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres mindestens 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden. Dies kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag an. Damit werde der bereits im Mai zugesagte Betrag von 100 Millionen Dosen übertroffen. Beim G7-Gipfel vergangenen Monat hatte Merkel bereits die Zahl 2,3 Milliarden Impfdosen bis Ende 2022 für ärmere Länder in Aussicht gestellt. Im Abschlusskommuniqué heißt es, mit den direkten Spenden und den Finanzzusagen kämen seit Beginn der Pandemie mehr als zwei Milliarden Impfdosen der G7 für die Verteilung zusammen. Zu den G7-Ländern zählen neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

18.06 Uhr: Studentenwerke: Verstärkte Nachfrage nach psychosozialer Beratung

Infolge der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach psychosozialer Beratung für Studenten und Studentinnen in Sachsen gestiegen. Die Beratungsstellen erlebten einen verstärkten Andrang, der nicht mehr mit den üblichen Kapazitäten abgedeckt werden könne, warnten die vier Studentenwerke am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. Die Folge seien lange Wartezeiten für die Betroffenen. Um Abhilfe zu schaffen, forderten die Einrichtungen für diese Angebote mehr staatliche Hilfe in Höhe von 300.000 Euro pro Jahr.

Ähnlich wie Schüler litten Studenten teils massiv unter den Folgen der digitalen Lehre. So fehle es an sozialem und fachlichem Austausch, der für das Studium prägend sei, hieß es. "Dies führt oftmals zu erheblichen psychosozialen Belastungen, merklichen Verzögerungen der Studienabläufe oder gar zu Studienabbrüchen." Den Angaben zufolge sind gerade in der ersten Phase des Studiums Identitätskrisen nicht selten. Die Experten warnten, dass sich Krisen ohne Bewältigungsstrategien verfestigen und verstärken könnten.

17.35 Uhr: Wegen Corona: Drittliga-Start Osnabrück gegen Duisburg abgesagt

Das Eröffnungsspiel der 3. Liga zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg fällt aus. Der Deutsche Fußball-Bund sagte die für diesen Freitag (19 Uhr) geplante Begegnung ab. Die spielleitende Stelle des Verbandes stimmte damit einem entsprechenden Antrag der Duisburger zu, nachdem das zuständige Gesundheitsamt eine Quarantäne für die Mannschaft und das Trainerteam des MSV verhängt hatte. Ausgenommen davon sind genesene und vollständig geimpfte Spieler, wie der DFB am Donnerstag mitteilte.

Bei den vorgeschriebenen Covid-19-Testungen waren in der vergangenen Woche bei drei Duisburger Spielern positive Befunde aufgetreten. Alle drei Profis befinden sich seitdem in Quarantäne. Die PCR-Testungen im Spieler- und Betreuerstab am Mittwoch ergaben ein weiteres positives Ergebnis, woraufhin das Gesundheitsamt Duisburg eine Quarantäne für das Team aussprach. Ein Nachholtermin für die Begegnung steht noch nicht fest. Der MSV Duisburg hat zudem bereits einen Antrag gestellt, auch die für den 30. Juli angesetzte Partie gegen den TSV Havelse zu verlegen. Der DFB will darüber in den nächsten Tagen entscheiden.

17.04 Uhr: Bundesregierung will Skeptiker mit Schlager von Impfung überzeugen

Die Bundesregierung hat den Schlagerhit "Hello again" von Howard Carpendale in einem Fernsehspot neu aufgelegt, um mehr Menschen von einer Corona-Impfung zu überzeugen. Der Clip mit einem Cover des Songs wurde am Donnerstag online veröffentlicht, ab Freitag soll er im Fernsehen und auf Streamingdiensten ausgestrahlt werden. Der kurze Spot zeigt eine Frau, die nach einer Impfung die Straßen betritt, welche gerade wieder zum Leben erwachen. Etwa bei Sekunde 20 ist auch ein Blick auf Dresden zu sehen.

Das Video zeigt Menschen bei Geburtstagsfeiern, in Cafés, auf Konzerten und bei Fußballspielen. Die Botschaft am Ende lautet: "Holen wir uns das volle Leben zurück" und "Jede Impfung zählt". Laut Gesundheitsministerium sollen weitere TV-Spots folgen, die an die Zweitimpfung gegen Corona erinnern. "Ziel ist dabei u.a. bisher unentschlossene Bürgerinnen und Bürger für eine Erstimpfung zu erreichen", so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

16.37 Uhr: Apotheken stoppen Ausgabe digitaler Impfnachweise

Mitten in der Hauptreisesaison können Deutschlands Apotheken aktuell keine digitalen Impfzertifikate ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte am Donnerstag mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei. Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten» auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das „Handelsblatt" teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. Jedoch hat nicht das „Handelsblatt" selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt», erklärte eine Verlagssprecherin. Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Zertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

15.54 Uhr: Impfaktion vor Dynamo-Heimspiel in Dresden

Am Sonnabend ist Impf-Anpfiff in Dresden. Die Stadt startet mit Unterstützung des DRK Kreisverbands eine Aktion, die für eine höhere Impfbereitschaft sorgen soll. "Die Impfung zu den Menschen bringen" ist das Ziel und zugleich das Motto der Initiative. Dynamo-Fans sind am Sonnabend im Vorfeld des ersten Heimspiels der neuen Saison eingeladen, sich impfen zu lassen. Ebenso die Besucher der Museumsnacht 2021. Mehr zu der Impfaktion in Dresden

15.27 Uhr: Zwei weitere Todesfälle in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Donnerstagnachmittag binnen 24 Stunden 29 Neuinfektionen sowie zwei weitere Todesfälle registriert. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 17 Neuinfektionen, am 22. Juni 43. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 286.307 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 10.123 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. 275.880 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen – fünf mehr als am Vortag.

Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 3,4 angegeben, tags zuvor war es noch 2,9. Damit ist der Freistaat das deutsche Bundesland mit der drittniedrigsten Ansteckungsrate. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen Sachsens verzeichnet weiterhin Dresden mit 9,7, den niedrigsten Wert hat nach wie vor die Stadt Chemnitz (0,8) inne.

15.15 Uhr: RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. So sollen schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten "und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können", schreibt das RKI in einem jetzt veröffentlichten Strategiepapier. Als Handlungsempfehlungen werden eine "erfolgreiche Impfkampagne", "klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter" und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt.

Die Bevölkerung sollte laut dem Papier "frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens" und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der Kapazität spezieller Maschinen für Patienten mit schweren Lungenversagen). Das RKI betont: "Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus" - also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten - sei nicht realistisch. Mehr zum Aufruf des RKI

14.56 Uhr: Studie: Höhere Jugendarbeitslosigkeit in Corona-Pandemie

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist in der Corona-Pandemie laut einer Studie kaum gestiegen. Anders dagegen sieht es bei den übrigen OECD-Ländern aus, wo die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen im Durchschnitt um mehr als 50 Prozent gewachsen ist, wie aus einer Mitteilung des Münchner ifo Instituts hervorgeht. In Deutschland bewegte sich die Quote laut einer ifo-Grafik in dem wissenschaftlichen Aufsatz vor und während der Pandemie zwischen fünf und sechs Prozent.

Besonders deutlich sei dagegen der Anstieg in den USA, Kanada und Schweden zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 gewesen, sagte die ifo-Forscherin Lavinia Kinne. Danach sei die Quote wieder stark gesunken. Ähnlich verhalte es sich bei Frankreich, obwohl dort der Anstieg nicht so stark gewesen sei. Das ifo Institut bezog sich mit seinen Zahlen auf eine Auswertung aktueller OECD-Daten zwischen September 2019 und März 2020.

14.25 Uhr: Lauterbach: Delta-Variante ansteckender und auch tödlicher

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. "Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher "sehr sorgenvoll für den Herbst".

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. "Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann", sagte Lauterbach. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

Eines der Gesichter der Pandemie: Karl Lauterbach
Eines der Gesichter der Pandemie: Karl Lauterbach © Michael Kappeler/dpa

13.39 Uhr: Pflegekräfte in Corona-Zeiten häufiger krankgeschrieben

Dass Beschäftigte in Pflegeberufen wegen Krankheit häufiger als andere Beschäftigte auf Arbeit fehlen, ist keine neue Erkenntnis. Doch nun, während der Coronapandemie, hat sich dieser Trend noch einmal verstärkt. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido). Während der Krankenstand aller Berufstätigen zwischen Januar 2020 und April 2021 zwischen 4,4 bis 7,8 Prozent betrug, lag die Quote bei Kranken-, Gesundheits- und Altenpflegern in jedem Monat höher und bewegte sich zwischen 6,0 und 9,1 Prozent. Mehr zur Krankenstand-Situation bei den Pflegekräften

12.51 Uhr: Gericht bestätigt Versammlungsverbot für "Querdenker" in Kassel

Das Verwaltungsgericht Kassel hat das von der Stadt erlassene Verbot eines Aufzugs von Anhängern der sogenannten "Querdenker"-Bewegung bestätigt. Der Eilantrag der Anmelderin der für diesen Samstag vor dem Hauptbahnhof geplanten Versammlung "Für Frieden, Freiheit, Menschenrechte und für eine geschlossene Gesellschaft" sei abgelehnt worden, teilte das Gericht am Mittwochabend mit. (AZ: 6 L 1354/21.KS) Gegen den Beschluss steht den Beteiligten die Beschwerde an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof zu. Zur Begründung verwies das Gericht vor allem auf eine umfangreiche Gefährdungslagenbewertung des Polizeipräsidiums Nordhessen und die Erfahrung mit vergleichbaren - teilweise verbotenen - Veranstaltungen am 20. März dieses Jahres, als es zu vielen Verstößen gegen die Corona-Auflagen gekommen war.

12.14 Uhr: Dresden meldet acht Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag acht weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.802 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 29.614 als wieder genesen - zwei mehr als am Mittwoch. Die Behörden meldeten aber weder weitere Krankenhauseinweisungen noch Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind damit 1.106 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben der Lokalbehörden von 9,2 auf 10,2. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Werte des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend. Dort liegt die Zahl für Dresden heute bei 9,7, am Mittwoch waren es 7,2. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Alle Zahlen aus Dresden

11.31 Uhr: Merkel ruft zu verstärkten Impfbemühungen auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung angesichts steigender Infektionszahlen zu verstärkten Impfbemühungen aufgerufen. "Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein", sagte die Kanzlerin am Donnerstag in Berlin. Nur gemeinsam könne die Pandemie überwunden werden. Deswegen sollten Menschen auch im privaten Umfeld und der Arbeitswelt aktiv für Impfungen werben. Die derzeit etwa binnen 12 Tagen registrierte Verdoppelung der Inzidenzzahlen bewerte Merkel als dramatisch. Nötig sei es, Schutzmaßnahmen mehr zu beachten: Masken, Abstand, Lüften und auch regelmäßiges Testen.

Höhere Impfquoten machten es inzwischen möglich, auch mit höheren Infektionszahlen umzugehen. "Die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, bleibt Richtschnur unser Handelns", sagte Merkel, die sich in Berlin Fragen der Hauptstadt-Journalisten stellte. Merkel tritt bei der Bundestagswahl im September nicht mehr an und zieht sich anschließend aus der Politik zurück. Mehr zu Merkels Sommerpressekonferenz

Angela Merkel (CDU) stellt sich heute den Fragen der Hauptstadt-Journalisten. Es ist voraussichtlich ihr letzter Auftritt dieser Art.
Angela Merkel (CDU) stellt sich heute den Fragen der Hauptstadt-Journalisten. Es ist voraussichtlich ihr letzter Auftritt dieser Art. © dpa/Wolfgang Kumm

11.00 Uhr: Mehr zentrale Steuerung im Krisenfall gefordert - auch bei Corona

Nach der Hochwasserkatastrophe hat sich der Präsident der Bundesvereinigung des Technischen Hilfswerkes, Marian Wendt, für mehr zentrale Steuerung im Krisenfall ausgesprochen. "Der Einsatzleiter vor Ort hat mitunter gar keinen Überblick darüber, welche Kräfte zur Verfügung stehen", sagte der CDU-Politiker der "Bild" (Donnerstag). Er forderte deshalb: "Wir brauchen eine Lagekoordinierung auf Bundes- und Landesebene bei Katastrophenfällen."

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann plädierte für die Einrichtung eines Krisenstabs in Berlin, um die Koordinierung in Krisenfällen zu verbessern. "Wie bei Corona werden auch bei der Flutkatastrophe die Verantwortungen weitergegeben. Wir haben offenkundig ein strukturelles Problem in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im RTL/ntv-Frühstart. Nötig sei eine Koordinierungsstelle auf Bundesebene mit direkter Weisungsbefugnis: "Ich wäre für einen disziplinübergreifenden Krisenstab in Berlin." Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, verteidige dagegen die geltende Kompetenzverteilung. "Wir halten die Dezentralität in Deutschland auch im Katastrophenschutz für richtig", betonte der CDU-Politiker bei NDR Info. "Ich bin dort ganz und gar bei den Aussagen des Bundesinnenministers von vor wenigen Tagen: Mit mehr Zentralität ist hier niemandem geholfen."

10.45 Uhr: Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft. Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

China hatte die Reise des ersten WHO-Forscherteams monatelang verzögert. Obwohl die WHO die Untersuchungen fortsetzen will, macht Peking keine Anstalten, das in China zuzulassen. Das Thema ist heikel. Die USA werfen China vor, transparente Analysen zu verhindern. Peking argwöhnt, dass die USA China Schuld an der Verbreitung des Virus geben wollen. Gleichzeitig wird in China die Theorie gestreut, dass das Virus auch aus einem Labor des US-Militärs entwichen seien könnte.

Arbeiter in Schutzkleidung tragen eine Tasche in der sich ein Riesensalamander befindet, der vom Huanan Seafood Market entkommen sein soll.
Arbeiter in Schutzkleidung tragen eine Tasche in der sich ein Riesensalamander befindet, der vom Huanan Seafood Market entkommen sein soll. © -/CHINATOPIX/AP/dpa

10.11 Uhr: Leere Regale und volle Mülltonnen: "Pingdemic" macht Probleme

Die hohe Zahl an Menschen in coronabedingter Quarantäne stellt Großbritannien vor neue Herausforderungen. Mehrere Supermärkte haben Probleme, ihre Regale zu befüllen, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. In den sozialen Netzwerken kursieren Fotos von ersten leeren Regalen. In manchen Orten fällt der BBC zufolge außerdem die Leerung der Mülltonnen aus. Auch die Polizei warnt vor längeren Wartezeiten, da viele Kräfte ausfallen. Schätzungen zufolge sollen sich derzeit rund 1,7 Millionen Briten selbst isolieren, da sie entweder an Covid-19 erkrankt sind oder als enge Kontakte von Infizierten "gepingt" - also von der englischen Corona-App oder vom Gesundheitsdienst - benachrichtigt wurden.

Die "Pingdemic", wie das Phänomen von britischen Medien bezeichnet wird, hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob vollständig Geimpfte der Pflichtquarantäne entgehen können und sich stattdessen täglich testen dürfen. Mehr dazu im Artikel Briten leiden unter "Pingdemic"

9.53 Uhr: Pro & Kontra: Corona-Impfpflicht für alle?

Angesichts nachlassender Impfzahlen trotz der zunehmenden Bedrohung durch Mutationen des Coronavirus wird in Deutschland über eine Impfpflicht diskutiert. Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, hält eine solche Plicht für angemessen, wenn sie das einzige Mittel ist, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Steffen Köcher, Geschäftsführer der Seniorenheime Freiberg gGmbH, spricht sich dagegen aus. Eine Impfpflicht würde aus seiner Sicht das Gesundheits- und Pflegesystem erheblich destabilisieren. Lesen Sie die Argumentationen der beiden Diskutanten Viele Deutsche lassen sich impfen, viele aber auch nicht. Wäre eine Impfpflicht ein guter Weg?

Viele Deutsche lassen sich impfen, viele aber auch nicht. Wäre eine Impfpflicht ein guter Weg?
Viele Deutsche lassen sich impfen, viele aber auch nicht. Wäre eine Impfpflicht ein guter Weg? © dpa/Sebastian Gollnow

9.29 Uhr: Corona-Inzidenz steigt: Sachsen rutscht wieder auf Platz drei ab

Nachdem Sachsen am Mittwoch mit 2,9 neu Infizierten unter 100.000 Menschen in sieben Tagen den niedrigsten Wert unter den deutschen Bundesländern verzeichnet hat, stiegt die Inzidenz wieder. Mit 3,4 nimmt der Freistaat jetzt wieder den dritten Platz ein. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben mit 2,7 und 2,8 jeweils niedrigere Inzidenzen. Den Höchstwert in Deutschland hat noch immer Berlin mit aktuell 22,6. Bundesweit stieg die 7-Tage-Inzidenz von 11,4 am Mittwoch auf jetzt 12,2.

Innerhalb Sachsens weist die die Stadt Chemnitz noch immer den niedrigsten Inzidenzwert auf, aktuelle mit 0,8. Den mit Abstand höchsten Wert hat mit wieder knapp unter 10 Dresden (9,7). Der gestiegene sächsische Wert geht auf besonders gestiegene Inzidenzen in den Landkreisen Zwickau (von 1,4 auf 2,5) und Leipzig (von 2,7 auf 3,5) sowie besonders in Dresden (von 7,2 auf 9,7) zurück.

8.49 Uhr: Niedersachsen schließt tägliche Corona-Tests in Schulen nicht aus

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich täglich getestet werden, sagte der Minister der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen", sagte Tonne. Zu der Frage, ob nach den Sommerferien alle Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien, sagte Tonne, dass das Land mittlerweile zusätzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen habe. Nötigenfalls solle finanziell nachgebessert werden. Die Umsetzung liege bei den Schulträgern.

8.05 Uhr: Flexiblere Arbeitsmodelle auch nach der Corona-Krise

Umfragen des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos zufolge haben die Erfahrungen in der Corona-Pandemie vielerorts zum Umdenken geführt und den Weg für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf geebnet. Wie das ARD-Hauptstadtstudie am Donnerstag berichtete, wollen 65 Prozent der befragten Unternehmen flexiblere Arbeitsmodelle nach dem Ende der Corona-Krise zumindest zum Teil beibehalten. Eine wesentliche Erkenntnis der Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ist dem Bericht zufolge, dass eine gute Kommunikation entscheidend ist. Es gehe meist darum, individuelle Lösungen zu finden und nicht eine Regel für alle. Laut der Studie haben viele Mütter und Väter mit Kindern unter 15 Jahren das Gespräch mit Vorgesetzten gesucht. 81 Prozent hätten angegeben, dass ihnen weitergeholfen wurde. 30 Prozent seien der Meinung, durch Corona habe sich in ihrem Betrieb jetzt insgesamt die Möglichkeit verbessert, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Familienministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte der ARD, mit den Erfahrungen aus der Krise müsse es nun weitere Schritte geben in eine moderne und flexible Arbeitswelt. "Wir dürfen nicht zurückfallen in alte Muster", sagte Lambrecht. Es liege auch im wirtschaftlichen Interesse der Unternehmen, dass arbeitende Eltern Arbeit und Familie besser miteinander vereinbaren können. Die repräsentative Studie wurde laut ARD von der Prognos AG (Europäisches Zentrum für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt.

7.34 Uhr: Erkältungssaison 2021 nahezu komplett ausgefallen

Die Zahl der Krankmeldungen ist nach Angaben der DAK-Gesundheit in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 3,7 Prozent gefallen. Das bedeutet, dass im ersten Halbjahr durchschnittlich 3,7 Prozent der DAK-Versicherten arbeitsunfähig gemeldet waren. Das sei ein enormer Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und zum ersten Halbjahr 2019, als der Krankenstand jeweils 4,2 Prozent betragen habe, teilte die Krankenversicherung mit.

Von Januar bis Juni 2021 hatten DAK-versicherte Arbeitnehmer durchschnittlich 6,7 Fehltage und damit 22 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2020. Ein besonders großes Minus habe es bei den Atemwegserkrankungen gegeben, hieß es. Auf je 100 Versicherte kamen im gesamten Halbjahr nur 48 Fehltage - in den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 92 mehr gewesen, wie die Auswertung der Daten ergab. "Die Erkältungssaison 2021 ist nahezu komplett ausgefallen", sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Er erklärte das mit den Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie und plädierte dafür, sich auch künftig in Erkältungszeiten ein Beispiel an Asien zu nehmen: "Die Maske ist im Kampf gegen Krankheitserreger so einfach wie wirkungsvoll."

In diesem Jahr hat es viel weniger Erkältungsfälle gegeben als üblich.
In diesem Jahr hat es viel weniger Erkältungsfälle gegeben als üblich. © Christina Sabrowsky / dpa (Symbolbild)

6.59 Uhr: Inzidenz steigt seit über zwei Wochen - 1.890 Neuinfektionen und 42 Todesfälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 12,2 - am Vortag betrug der Wert 11,4 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1.890 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1.642 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 32 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.750.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.642.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.458.

6.18 Uhr: Trotz nachlassender Impfbereitschaft nur wenige Dosen entsorgt

Trotz nachlassender Impfbereitschaft muss nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den sächsischen Impfzentren nur wenig Corona-Impfstoff entsorgt werden. Der Verlust liege "relativ konstant" auf einem niedrigen Niveau von rund 0,3 Prozent, sagte eine DRK-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Insgesamt mussten bisher seit Beginn der Impfkampagne rund 8.700 Dosen entsorgt werden - bei rund 2,27 Millionen verabreichten Dosen. Unter anderem muss Impfstoff weggeschmissen werden, weil Ampullen beschädigt, zu gering befüllt oder auch unsachgemäß aufgezogen werden. Es sei bisher gelungen, die Präparate im Rahmen der jeweiligen Haltbarkeit zu spritzen. Die Impfzentren sowie das Lagezentrum arbeiteten dafür "Hand in Hand". So könnten die Vakzine entsprechend Kapazität und Nachfrage verteilt werden.

Selbst Impfstoffe, die von Krankenhäusern oder Betriebsärzten zurück an die Impfzentren gehen, könnten etwa über mobile Teams kurzfristig verabreicht werden, hieß es. In Sachsen bleiben die 13 Impfzentren bis Ende September geöffnet. Anschließend soll verstärkt über die Arztpraxen und mobile Teams geimpft werden. Schon jetzt sind die mobilen Teams verstärkt für Sonderaktionen im Einsatz, um die Menschen "vor Ort" abzuholen - etwa in Fußgängerzonen, großen Möbelhäusern oder Einkaufszentren. Seit Ende Juni können sich Impfwillige in den Impfzentren auch ohne Termin eine Spritze abholen - angesichts zunehmender Impfmüdigkeit im Freistaat will die Regierung damit Hürden senken.

5.54 Uhr: Einzelhandel appelliert an Kunden: "Impfen, Impfen, Impfen"

Angesichts rasch steigender Inzidenzzahlen in Deutschland appelliert der Einzelhandel an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Nur mit einer wirkungsvollen und schnellen Impfkampagne können wir die Pandemie nachhaltig zurückdrängen und uns dauerhaft mehr Normalität auch beim Einkaufen zurückerobern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Donnerstag in Berlin. Unterstützt wurde der Aufruf des HDE von Vertretern namhafter deutscher Handelskonzerne wie der Rewe Group, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), der Edeka-Zentrale, von Aldi, Otto, Douglas, Galeria Karstadt Kaufhof und Ikea.

Es gehe jetzt darum, möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen, sagte Genth. Vorstand und Präsidium des HDE betonten, mit einer Impfung könne jeder einzelne einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten. Dies gelte für Kunden und Mitarbeiter. Die Gefahr einer vierten Infektionswelle sei nach wie vor nicht gebannt. "Wir müssen diesen Sommer nutzen, um uns noch besser gegen die Pandemie aufzustellen", sagte Genth. "Jetzt heißt es: Impfen, Impfen, Impfen".

Ein Angestellter eines Getränkeherstellers lässt sich mit dem Corona-Impfstoff Moderna impfen. Einzelhändler fordern ihre Kunden auf, sich impfen zu lassen.
Ein Angestellter eines Getränkeherstellers lässt sich mit dem Corona-Impfstoff Moderna impfen. Einzelhändler fordern ihre Kunden auf, sich impfen zu lassen. © Eugene Hoshiko/AP/dpa (Symbolbild)

5.33 Uhr: Trotz gescheitertem Antrag: Freiberger Bergstadtsommer beginnt - ohne Tests und Kontakterfassung

Obwohl die Stadt Freiberg mit einem Eilantrag auf gelockerte Corona-Regeln bei ihrem Bergstadtsommer gescheitert ist, beginnt das Fest am Donnerstag ohne Kontakterfassung und Testpflicht. Der Grund: Die Stadt änderte ihr Hygienekonzept. Zugelassen werden jeweils 999 Besucherinnen und Besucher auf vier abgetrennten Arealen. Das Fest gilt daher nicht als Großveranstaltung im Sinne der sächsischen Corona-Schutzverordnung. Auf den vier Arealen gibt es unter anderem ein Tina-Turner-Musical, ein Konzert der Band Frida Gold und den traditionellen Bergaufzug.

Die Stadt rechnet mit bis zu 25.000 Besucherinnen und Besuchern in vier Bereichen. "Wenn es 15.000 werden, sind wir aber auch nicht enttäuscht. Wir machen ein Angebot und freuen uns, wenn es viele Menschen annehmen", sagte Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos). Um Testpflicht und Kontaktverfolgung für die Gäste zu vermeiden, hatte die Stadt vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen einen Eilantrag eingereicht. Sie wollte erreichen, dass die für Großveranstaltungen geltenden Regeln gelockert werden. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen lehnte den Antrag am Mittwoch jedoch ab.

5.21 Uhr: Kassenärzte fordern mehr Einsatz von Betrieben und Unis beim Impfen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne gefordert. "Große Arbeitgeber können noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen", sagte Vize-Chef Stephan Hofmeister. "Das halten wir für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen." Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab, insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz der Impfungen deutlich nach unten. Kassenärzte-Chef Andreas Gassen erklärte, es gebe "eine relevante Zahl von Menschen, die sich schlicht nicht impfen lassen will".

Desinteressierte könne man "schon ein bisschen schubsen", etwa indem Bürgertests bald für alle kostenpflichtig würden, die sich theoretisch auch impfen lassen könnten. "Impfen ist der beste Individual-Schutz", betonte er. In den Praxen besteht laut Gassen die Gefahr, dass Impfstoff weggeschmissen werden muss, weil er nur in größeren Fläschchen angeboten wird. Um ein Fläschchen voll zu nutzen, müssten in kurzer Zeit sechs Impfpatienten kommen. Das sei aber immer seltener der Fall. "Wichtig wäre, dass die Industrie diesen Impfstoff in Einzeldosen anbietet", sagte Gassen deshalb. "Sonst wird es zum Verfall von Impfdosen kommen." Auch ein Teil der Impfdosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, die derzeit schwerer vermittelbar seien, müssten vielleicht entsorgt werden. "Damit wird man leben müssen."

5.16 Uhr: Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sinkt die Anzahl der verabreichten Impfdosen in Deutschland. Am Dienstag wurden beispielsweise nur 572.482 Dosen gespritzt, verglichen mit dem Höchststand von 1,5 Millionen am 9. Juni.

Besonders die Impfzentren verzeichneten einen Rückgang laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI). In den hessischen Impfzentren erschienen rund 20 Prozent nicht zu ihren Terminen, wie das Innenministerium mitteilte. Auch in Berlin wurden laut Gesundheitsverwaltung rund 20 Prozent der Termine nicht genutzt. In Thüringen seien die überregionalen Impfzentren laut Gesundheitsministerium nur noch zur Hälfte ausgelastet. In Baden-Württemberg sei die Zahl der Erstimpfungen in den Impfzentren zuletzt um 70 Prozent eingebrochen, so das Gesundheitsministerium. Die geringe Auslastung führt dazu, dass vermehrt Impfzentren schließen. Bayern machte letzte Woche erste Zentren zu, auch in den verbliebenen Zentren wurde teilweise die Kapazität reduziert - und das Herunterfahren weiterer fester Standorte werde vorbereitet. In Berlin schloss das Impfzentrum Tempelhof am Mittwoch, drei weitere sollen bis Ende August folgen.

Andere Länder wie Hessen, Schleswig-Holstein oder Sachsen wollen ihre Zentren bis Ende September offen halten. Stattdessen setzen viele Länder auf flexible Impfangebote. Beispielsweise sind mobile Impfteams in Fußgängerzonen, an Universitäten oder vor Fußballstadien unterwegs. Vielerorts kann man nun auch ohne Termin in Impfzentren eine Spritze bekommen.

Donnerstag 5.00 Uhr: Zwölf weitere Corona-Fälle bei Olympia - Zwei Athleten positiv

Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren zwölf weitere Corona-Fälle vermeldet. Wie das Organisationskomitee in dem am Donnerstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehören zu den Betroffenen zwei Athleten, die in Japan im olympischen Dorf wohnen. Beide Personen sind keine Japaner. Insgesamt stieg die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 87. Nach Angaben der Organisatoren sind zwei weitere Personen aus dem olympischen Dorf betroffen, dabei handelt es sich nicht um Sportler. Die vier Bewohner des Dorfes mussten sich in Quarantäne begeben.

Corona-Pandemie - Das geschah am Mittwoch

21.55 Uhr: In Görlitz wird im Zoo geimpft

Am Sonnabend wird es im Görlitzer Tierpark eine mobile Impfstation geben. Impfbereite können sich zwischen 10 und 14 Uhr in der Tierparkvilla mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer oder dem Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen. Das Angebot ist nicht an einen Besuch des Tierparks gebunden. Auch der zweite Impftermin ist gesichert. Mehr dazu im Artikel Neue Impf-Aktion in Görlitz

21.24 Uhr: "Querdenker" tauchen nun im Flutkatastrophengebiet auf

Große Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gibt es in letzter Zeit nur wenige, nun haben Rechtsextreme und "Querdenken"-Anhänger einen neuen Tummelplatz. Sie tauchen derzeit vermehrt im Katastrophengebiet an der Ahr auf, was auch der Polizei nicht verborgen bleibt. "Wir wissen um die Anwesenheit aus den sozialen Medien und sind natürlich auch selbst präsent vor Ort", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Man schaue nicht weg. "Wenn Personen aus diesem Spektrum sich da öffentlich darstellen, geht das an uns nicht vorbei. Wir bewerten das polizeilich." Mehr dazu im Artikel "Querdenker" im Flutgebiet unterwegs

20.40 Uhr: Weil will kommende Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona vorziehen

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" vorziehen. Angesichts steigender Infektionszahlen sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, das für Ende August geplante Treffen der Bundesländer früher abzuhalten. Dies sei unter anderem notwendig, um die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage jenseits der Sieben-Tages-Inzidenz zu beraten, sagte Weil der "Braunschweiger Zeitung" am Mittwoch in Hannover.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steht für die Zahl an Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zuletzt mehrten sich die Stimmen, dass neben der Häufigkeit auch andere Parameter wie der Impffortschritt und die Krankenhausbelegung zur Bewertung der Corona-Situation berücksichtigt werden müssten. "Welches genau der richtige Maßstab ist, das werden wir zwischen Bund und Ländern noch zu klären haben. Und ich glaube, wir haben dafür nicht Zeit bis Ende August", sagte Weil. Die Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten müsse aus seiner Sicht "zwingend" vorher zusammenkommen. "Das wird eine entscheidende Weichenstellung für das zweite Halbjahr", sagte Weil.

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen © dpa/Moritz Frankenberg

19.41 Uhr: Polizei in Athen setzt Tränengas gegen Impfgegner ein

Die griechische Polizei hat am Mittwochabend Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um eine Demonstration von Impfgegnern vor dem griechischen Parlament in Athen aufzulösen. Die rund 3.000 Demonstranten, darunter zahlreiche religiöse Eiferer, protestierten gegen Corona-Maßnahmen, die den Druck auf die Impfverweigerer erhöhen, sich doch noch impfen zu lassen, berichteten der staatliche Rundfunk und Reporter vor Ort. Zum Einsatz der Sicherheitskräfte sei es gekommen, weil zahlreiche Demonstranten sich dem Parlament zu sehr genähert hätten, hieß es seitens der Polizei.

Die konservative Regierung hat es bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. In Gaststätten dürfen die Kunden nur sitzen und nicht mehr beisammen tanzen. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich zudem künftig verpflichtend impfen lassen - sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden und werden - solange sie nicht geimpft sind - nicht bezahlt.

19.04 Uhr: WHO: Delta-Variante breitet sich weltweit aus

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor. Die WHO zitierte am Mittwoch zwei Studien, die die hohe Gefährlichkeit der Variante untermauern, eine davon aus China und eine aus Kanada. Beide Studien wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren. Der PCR-Test sei bei ihnen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1.200 mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten.

Der kanadischen Studie zufolge waren bei einer Covid-19-Erkrankung mit Delta-Variante auch die gesundheitlichen Risiken deutlich höher als bei frühen Corona-Typen: Das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, war um etwa 120 Prozent erhöht, und die Gefahr, Intensivpflege zu benötigen, um etwa 287 Prozent. Das Sterberisiko war demnach um etwa 137 Prozent höher.

Weltweit ist die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in der Woche bis zum 18. Juli um zwölf Prozent auf rund 3,4 Millionen gestiegen. Die größte Zahl erfasster neuer Fälle verzeichneten demnach Indonesien (plus 44 Prozent) und Großbritannien (plus 41 Prozent).

18.24 Uhr: Tunesiens Gesundheitsminister nach Ansturm auf Impfzentren gefeuert

Tunesiens Gesundheitsminister Faouzi Mehdi muss wohl wegen einer umstrittenen Corona-Impfeinladung für alle volljährigen Bürger des Landes seinen Posten räumen. Ministerpräsident Hichem Mechichi entließ ihn zwar ohne Nennung konkreter Gründe - er zeigte sich am Dienstag aber entsetzt über eine von Mehdi ins Leben gerufene Öffnungsaktion für alle Impfzentren. Am Montag hatte Mehdi angekündigt, dass anlässlich des Opferfestes am Dienstag und Mittwoch allen Bürgern ab 18 Jahren der Zugang zu den 29 Impfzentren des Landes erlaubt wird. Alle Impfwilligen sollten immunisiert werden - solange der Vorrat reicht.

Die Folge: Es kam zu Massenaufläufen und mitunter zu Sachbeschädigungen, in mehreren Fällen musste die Polizei einschreiten. Tunesiens Bestände an Corona-Impfdosen sind äußerst knapp, nicht einmal acht Prozent der Bevölkerung sind bislang vollständig geimpft. Angesichts der gesundheitlichen Gefährdung der Bürger während der Aktion könne sie als "kriminell" eingestuft werden, sagte Ministerpräsident Mechichi der staatliche Nachrichtenagentur TAP zufolge. Sie sei nicht abgesprochen gewesen. Inzwischen wurde die Aktion gestoppt.

17.48 Uhr: Rund 100 Flieger zum ersten Ferienwochenende an sächsischen Airports

Zu Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen rüsten sich die Flughäfen für Urlauber. Von Donnerstag bis Sonntag heben insgesamt 102 Passagiermaschinen ab, teilte die Mitteldeutsche Flughafen AG am Mittwoch mit. 38 Flugzeuge starten in Dresden, 64 am Flughafen Leipzig/Halle. Unter anderem stehen Ziele wie Antalya, Palma de Mallorca sowie griechische Inseln auf dem Flugplan. Auch die Drehkreuze in München und Frankfurt werden angeflogen, um internationale Ziele zu erreichen. An beiden Flughäfen gibt es Corona-Teststationen. Nach der Corona-Krise fahren die Flughäfen in Leipzig und Dresden ihr Angebot langsam wieder hoch.

Trotz leichter Erholung sind die beiden Airports bei den Passagierzahlen noch vom Vorkrisenniveau entfernt. Im ersten Halbjahr verbuchten die beiden Flughäfen zusammen rund 95.000 Passagiere - ein Minus von mehr als 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für 2021 hofft die Mitteldeutsche Flughafen AG zumindest auf eine Million Passagiere. Rund 4,2 Millionen waren es vor der Corona-Krise.

Sachsens Flughäfen starten trotz Pandemie mit rund 100 Flügen in die Feriensaison.
Sachsens Flughäfen starten trotz Pandemie mit rund 100 Flügen in die Feriensaison. © Mitteldeutsche Flughafen AG

17.05 Uhr: Olympisches Komitee der USA rügt Betreuerin

Das Olympische Komitee der USA (USOPC) hat den Post einer Betreuerin der US-Ringerinnen in den sozialen Medien zu Corona-Schutzmaßnahmen bei den Olympischen Spielen in Tokio verurteilt. Die Chiropraktikerin hatte die Maßnahmen mit Zuständen in Nazi-Deutschland verglichen. "Das USOPC duldet oder toleriert kein Verhalten, das andere absichtlich beleidigt oder angreift", erklärte das Komitee gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Der Beitrag sei "völlig unvereinbar mit unseren Werten, und wir haben ihr dies klar gemacht, sobald wir davon Kenntnis erlangt haben".

Durch die Entfernung des Posts und ihre Entschuldigung habe die Betreuerin Reue gezeigt. Dennoch soll sie ein Training zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion absolvieren. Die Chiropraktikerin arbeitet seit 2009 mit den US-Ringerinnen zusammen und ist zum dritten Mal bei Olympischen Spielen. Sie ist aber nicht Mitglied der offiziellen Olympia-Delegation. Das Ringer-Team bereitet sich derzeit in Nakatsugawa auf die Spiele vor.

In Tokio gelten bei den Olympischen Spiele für die über 20 000 Athleten, Trainer, Funktionäre und Medienvertreter wegen der Corona-Pandemie strenge Auflagen, darunter regelmäßige Tests und eine Protokollpflicht. Zuschauer sind bei den Wettkämpfen sowie der Eröffnungs- und Schlussfeier nicht zugelassen. Kontakte von Gästen mit den einheimischen Japanern sollen möglichst unterbleiben.

16.15 Uhr: Biontech schließt Partnerschaft für Impfstoff-Auslieferung in Afrika

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech füllt seinen Covid-19-Impfstoff künftig auch bei einem Partner in Afrika ab. Das südafrikanische Unternehmen Biovac werde den letzten Herstellungsschritt, das Abfüllen und Verpacken des Impfstoffs, übernehmen und die Verteilung in den 55 Ländern der Afrikanischen Union unterstützen, teilten Biontech und das US-Partnerunternehmen Pfizer am Mittwoch mit.

"Der Tech-Transfer sowie alle weiteren vorbereitenden Maßnahmen beginnen sofort", sagte eine Sprecherin. Bei vollem Betriebsumfang soll Biovac jährlich mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffs fertigstellen. Die Lieferungen nach Kapstadt sollen unter anderem aus dem Werk in Marburg kommen. Erste Lieferungen sind für Anfang kommenden Jahres geplant.

Das Netzwerk von Biontech und Pfizer erstreckt sich damit nun über drei Kontinente mit mehr als 20 Produktionsstätten. Bisher wurden nach Angaben der beiden Unternehmen mehr als eine Milliarde Dosen des Covid-19-Impfstoffs in mehr als 100 Länder geliefert. "Unser Ziel ist es, Menschen auf allen Kontinenten die Herstellung und Auslieferung unseres Impfstoffs zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität der Produktion sowie die der Impfdosen sicherzustellen", erklärte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin. Die Sicherstellung der Qualität ist ein Grund, warum Biontech eine Freigabe der Patente für den Impfstoff bislang ablehnt.

15.25 Uhr: Sachsen meldet fünf weitere Todesfälle

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Mittwochnachmittag binnen eines Tages 27 Neuinfektionen sowie fünf weitere Todesfälle registriert. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 29 Neuinfektionen, am 21. Juni - einem Sonntag - nur zehn. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 286.278 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 10.121 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. 275.875 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz am Mittwoch mit 2,9 angegeben. Damit ist der Freistaat das deutsche Bundesland mit der niedrigsten Ansteckungsrate. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Die höchste Inzidenz der 13 Regionen Sachsens verzeichnet weiterhin Dresden mit 7,2, auch wenn hier der Grenzwert von 10 wieder unterschritten wurde. Den niedrigsten Inzidenzwert hat derzeit die Stadt Cemnitz mit 0,4 inne.

14.58 Uhr: Spahn warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bevölkerung gemahnt, angesichts steigender Corona-Zahlen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Derzeit liege die Inzidenz bei rund 11. "Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800 - Inzidenz", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, "wollen wir das passieren lassen".

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. "Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen", sagte er. "Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden."

Die Frage sei auch, was die Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Hospitalisierung und die mögliche Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. "Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können sie sagen: 200 ist das neue 50", sagte Spahn. Mehr dazu im Artikel Spahn warnt vor 800er-Inzidenz im Oktober

14.17 Uhr: Bundesregierung verlängert Corona-Einreiseregeln bis Mitte September

Die Bundesregierung hat die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September verlängert und Erleichterungen bei der Quarantäne-Pflicht verabschiedet. Das geht aus einem Kabinettsbeschluss zur Einreiseverordnung hervor, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die aktuellen Regeln zur Einreise nach Deutschland unter Pandemiebedingungen hätten regulär nur noch bis zum 28. Juli gegolten.

Die nun beschlossene Änderung der Quarantäne-Regeln sieht vor, dass vollständig Geimpfte, die aus sogenannten Virusvariantengebieten einreisen, künftig ihre Quarantäne vorzeitig beenden können, wenn nachweisbar ist, dass ihr Impfschutz gegen die Virusvariante im bereisten Gebiet wirksam ist. Das ist gemäß der neuen Verordnung dann der Fall, wenn das Robert Koch-Institut (RKI) die Wirksamkeit gegen die Virusvariante festgestellt und auf seiner Internetseite bekannt gegeben hat. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums will das RKI demnächst auf seiner Webseite eine Liste mit der Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit Virusvarianten veröffentlichen. Einreisende weisen ihren Status nach, indem sie ihren Impfnachweis an das zuständige Gesundheitsamt übermitteln.

Bislang galt auch für vollständig Geimpfte, die aus Virusvariantengebieten einreisen, eine strikte Quarantänepflicht. Darüber, wie genau die Regelungen für Reisende sein werden, um Quarantäne ab dem 28. Juli zu vermeiden, will das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben noch näher informieren.

Daneben beschloss das Kabinett am Mittwoch noch eine Neuerung, die greifen soll, wenn ein Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird, während sich Rückkehrer noch in Quarantäne befinden. Dann sollen für das Ende der Quarantäne künftig die Regeln für Hochinzidenzgebiete gelten - und folglich eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantäne-Pflicht möglich sein.

Die neuen Regeln treten mit dem Auslaufen der alten Verordnung am 28. Juli in Kraft. Die Lage mache es erforderlich, die bestehenden Regelungen zu verlängern, erklärte Spahn. "Wir haben aus dem letzten Sommer gelernt, dass wir aufpassen müssen."

14.04 Uhr: Mehr als 2.000 Demos gegen Corona-Regeln in Sachsen

Sachsens Innenminister Roland Wöller hat den Schutz von Impfzentren durch die Polizei vor Gegner der Corona-Maßnahmen als „Armutszeugnis“ gewertet. Im Landtag sagte der CDU-Politiker am Mittwoch: „Dass dieser überhaupt notwendig wurde, ist an sich schon ein Armutszeugnis.“ Das zeige, wie sehr sich „Teile der Protestbewegung vom Boden des Grundgesetzes entfernt haben“. Die Polizei habe „aus gutem Grund“ Impftransporte und die Zentren geschützt. Mehr dazu im Artikel Mehr als 2.000 Corona-Demos in Sachsen

13.39 Uhr: Auch britische Impfkampagne gerät ins Stocken

Ähnlich wie in Deutschland gerät auch in Großbritannien die Corona-Impfkampagne ins Stocken. Etliche Hausärzte müssten ungenutzte, bald ablaufende Dosen an den Gesundheitsdienst zurücksenden, berichtete die "Times" am Mittwoch. In den vergangenen Tagen hatte die Zahl der verabreichten Erstimpfungen so niedrig gelegen wie noch nie seit Beginn des Impfprogramms im Dezember. Im Sieben-Tage-Schnitt wurden zuletzt täglich rund 55.000 erste Impfungen verabreicht - in Hochzeiten waren es rund viermal so viel. Seit einigen Wochen sind alle Erwachsenen im Land impfberechtigt.

Knapp 69 Prozent der erwachsenen Briten sind bereits vollständig geimpft, 88 Prozent haben die erste Dosis erhalten. In England setzt Premierminister Boris Johnson voll auf den Schutz der Impfungen: Fast alle anderen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sind seit Montag aufgehoben, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt bei 440 (Stand: 15. Juli) lag. Derzeit versuchen die Behörden, mit möglichst niedrigschwelligen Angeboten jüngere und impfskeptischere Bürger zu erreichen. So ist es etwa in London vielerorts möglich, sich unbürokratisch ohne Termin in größeren Zentren impfen zu lassen.

13.18 Uhr: Spahn: Reserve Gesundheitsschutz bereitet auf künftige Krise vor

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland mit der am Mittwoch beschlossenen Nationalen Reserve Gesundheitsschutz besser auf künftige Krisen vorbereitet. Die Corona-Pandemie habe Abhängigkeiten schmerzlich vor Augen geführt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "In der Not zu kaufen ist immer teurer", sagte Spahn. Die neue Reserve sei gedacht, um bei Pandemien und bei Katastrophen wie nun im Westen Deutschlands eingesetzt zu werden sowie für den Fall, dass Deutschland Bündnispartnern zur Seite stehen müsse.

Das Kabinett hat am Mittwoch den ersten Teil einer neuen Strategie für den Bevölkerungsschutz beschlossen. Zunächst soll eine "Nationale Reserve Gesundheitsschutz" aufgebaut werden. Mittelfristig soll aber auch die Vorsorge für Krisen wie Hochwasser und größere Brände verbessert werden. Geplant ist ein gemeinsames Krisenzentrum von Bund und Ländern, in dem auch Hilfsorganisationen mitwirken.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland für künftige Krisen besser vorbereitet.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland für künftige Krisen besser vorbereitet. © dpa

12.34 Uhr: Freiberg mit Eilantrag gegen Corona-Regeln gescheitert

Die Stadt Freiberg ist mit einem Eilantrag auf gelockerte Corona-Regeln bei ihrem Bergstadtfest gescheitert. Gäste müssen bei dem Fest entsprechend der sächsischen Corona-Verordnung ihre Kontaktdaten angeben und einen tagesaktuellen Test vorweisen, wie das Oberverwaltungsgericht Bautzen am Mittwoch mitteilte.

Die Kommune hatte sich vor dem Gericht gegen Auflagen für das Bergstadtfest gewehrt, das von Donnerstag bis Sonntag geplant ist. Nach der aktuellen Schutzverordnung des Freistaats gelten dafür die Regeln für Großveranstaltungen. Freiberg argumentierte, dass die vorgesehenen Beschränkungen unverhältnismäßig in das Recht auf kommunale Selbstverwaltung eingriffen.

Das sah das Gericht anders: Die Beschränkungen seien nicht unverhältnismäßig und dienten der Kontrolle des Infektionsgeschehens. Das Hygienekonzept der Stadt sei nicht ausreichend, um die erhöhte Infektionsgefahr bei einer Großveranstaltung einzudämmen. Außerdem argumentierte das Gericht, dass die Auflagen die meisten Gäste nicht von einem Besuch abhielten - die Menschen seien bereits an die Pflicht zur Kontakterfassung und die Testpflicht gewöhnt.

12.03 Uhr: Sommerferien in Sachsen nach schwierigem Corona-Jahr

Nach einem schwierigen Corona-Jahr stehen für Sachsens Schülerinnen und Schüler die Sommerferien vor der Tür. Rund 491.000 Mädchen und Jungen erhalten an diesem Freitag ihre Zeugnisse, wie das Kultusministerium am Mittwoch mitteilte. Für 20 000 Absolventen der Oberschule sowie 13.600 Abiturienten geht damit auch ihre Schulzeit zu Ende. "Die letzten zwei Schuljahre haben uns alle an die Grenzen gebracht. Durchatmen und Kraft tanken hat jetzt Priorität", so Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Für Fragen zum Zeugnis oder bei Sorgen wegen schlechter Noten gibt es eine Zeugnishotline, die Eltern oder Schüler anrufen können.

Piwarz dankte auch den 37 700 Lehrerinnen und Lehrern für ihr Engagement im Corona-Jahr. Sie hätten sich etwa in digitales Neuland hineinfuchsen und auch als "Prellbock" herhalten müssen, wenn Frustration überkochte, so Piwarz. Kritik sei hilfreich, aber wilde Beschimpfungen und Drohungen seien völlig daneben, kritisierte er. Bis zum 3. September haben Schüler und Pädagogen nun Zeit, sich zu erholen.

Im neuen Schuljahr will Piwarz Schulen und Kitas auch bei steigenden Infektionszahlen offen halten. Der am Dienstag vorgestellte Herbst-Plan der Regierung sieht umfangreiche Tests und teilweise Maskenpflicht zu Beginn des neuen Schuljahres vor. "Unsere Schutzmaßnahmen haben sich bewährt. Wir werden weiter täglich das Infektionsgeschehen an jeder einzelnen Schule im Blick haben, um vor Ort schnell reagieren zu können", so Piwarz.

11.17 Uhr: Über 47 Prozent der Bevölkerung in Deutschland voll geimpft

In Deutschland sind inzwischen 47,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.35 Uhr) wurden am Dienstag 572.482 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 39,3 Millionen Menschen vollständig geimpft. Rund 50,1 Millionen (60,2 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

"In keinem anderen Land Europas sind damit mehr Menschen geimpft als in Deutschland", schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch auf Twitter. Das reiche jedoch noch nicht, um die Delta-Variante des Virus einzudämmen.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge mit einem Anteil von 69,1 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 53,5 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,1 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (43,7 Prozent).

10.59 Uhr: Leopoldina fürchtet wachsende Ungleichheit durch Corona

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina befürchtet langfristig eine Verschärfung der Einkommens-Ungleichheit in Deutschland durch die Corona-Pandemie. Kurzfristig seien die Einkommensverluste vieler Menschen durch die sozialen Sicherungssysteme begrenzt worden. Langfristig könne die Krise aber erhebliche Auswirkungen auf die Höhe und die Verteilung des Einkommens haben, warnen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in der am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme "Ökonomische Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie - Diagnosen und Handlungsoptionen". Den Experten zufolge stellt die Pandemie die Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland mittel- und langfristig vor neuartige Herausforderungen, hat zuvor bestehenden Handlungsbedarf verstärkt, bietet aber auch Chancen.

"Die Pandemie kann zur Chance für eine gesellschaftlich breit getragene Modernisierungsinitiative werden, gerade im Bereich staatlichen Handelns", argumentierte Leopoldina-Vizepräsidentin Regina T. Riphahn. Wie sich die Ungleichheit in den Haushaltsnettoeinkommen in der Krise entwickelt hat, sei zwar noch unklar, schreiben die Experten. Hart getroffen wurden den Angaben zufolge aber unter anderem Mini-Jobber. Handlungsbedarf sehen die Forscher auch bei der schulischen Bildung. Die Bildungsverluste während der Krise drohten lange nachzuwirken und das Einkommenspotenzial der jungen Generation zu mindern, insbesondere von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern und solchen aus bildungsfernen Familien.

Die Chancengerechtigkeit sei dadurch noch geringer als vor der Pandemie. Die Arbeitsgruppe regt unter anderem an, bei möglichen künftigen Schulschließungen täglich verpflichtenden Online-Unterricht vorzusehen und Kinder und Jugendliche aus benachteiligten sozialen Verhältnissen umfangreich zu fördern.

10.42 Uhr: Dulig bezeichnet mangelnde Impfbereitschaft in Sachsen als Gefahr

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hält die mangelnde Impfbereitschaft in Sachsen für ein hohes Risiko. Sachsen stehe bei den Impfquoten deutschlandweit an letzter Stelle, sagte er am Mittwoch im Landtag. "Das ist eine Gefahr, das ist eine Gefahr für den anstehenden Herbst." Dulig appellierte an die Abgeordneten, gemeinsam für die Corona-Schutzimpfung zu werben und die Impfbereitschaft zu steigern. Sich impfen zu lassen sei ein Akt der Solidarität mit jenen, die nicht geimpft werden können. "Wir alle sollten noch eine andere Motivation mitbringen", sagte Dulig. Die Infektionszahlen würden wieder steigen. Man könne nur hoffen, dass keine neue Welle komme und man erneut einen Lockdown verhängen müsse.

Ziel bleibe es, die Neuinfektionen zu reduzieren und ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern. Sollte es im Rahmen einer vierten Welle erneut zu Kontaktbeschränkungen kommen, dürfe die Wirtschaft nicht mehr heruntergefahren werden. Innenminister Roland Wöller (CDU) erinnerte daran, dass in Sachsen inzwischen mehr als 10 000 Menschen an einer Corona-Infektion gestorben sind: "Corona hat unser Land schwer getroffen", so Wöller.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). © Nikolai Schmidt

10.26 Uhr: Niederländische Skateboarderin Jacobs mit positivem Corona-Test

Die niederländische Skateboarderin Candy Jacobs ist bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die 31-Jährige am Mittwoch bei Instagram mit. Jacobs kann damit bei der olympischen Premiere ihrer Sportart am kommenden Montag nicht an den Start gehen. "Mein Herz ist gebrochen", schrieb die WM-Vierte von 2019: "Ich fühle mich gesund und habe alles in meiner Macht getan, um dieses Szenario zu verhindern." Laut Aussage von Jacobs wurden alle notwendigen Regularien erfüllt, so dass ihre Skateboard-Teamkolleginnen in Japan trotz des Zwischenfalls antreten können. "Ich brauche etwas Zeit, damit mein gebrochenes Herz heilt und ich mich davon erholen kann", schrieb Jacobs, die sich zehn Tage in Quarantäne begeben muss.

Einen Tag zuvor hatte sie in ihrer Instagram-Story noch Fotos und Videos aus dem olympischen Dorf in Tokio gepostet. Darauf waren auch die Niederländerinnen Keet Oldenbeuving und Roos Zwetsloot bei gemeinsamen Aktivitäten zu sehen. Alle drei Skateboarderinnen trugen auf den Fotos und Videos immer eine Maske.

10.01 Uhr: Frankreich verschärft wieder Corona-Regeln - auch für Touristen

Im Kampf gegen eine neue Corona-Welle gelten in Frankreich verschärfte Corona-Regeln. Im Kino, Theater oder Museum ist vom Mittwoch an ein negativer Corona-Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis notwendig. Das gilt, sobald mehr als 50 Menschen zusammenkommen. Die Änderungen hatte Staatschef Emmanuel Macron in der zurückliegenden Woche angekündigt. Betroffen sind laut Amtsblatt auch andere Veranstaltungen oder Orte wie beispielsweise Messen oder bestimmte Sporteinrichtungen. Das Land sei zurzeit mit einer vierten Corona-Welle konfrontiert, hatte Regierungssprecher Gabriel am Montag gesagt. Diese Welle könne "sehr hoch" ansteigen, warnte er.

In dem Land mit rund 67 Millionen Menschen hat weit über die Hälfte zumindest eine Impfung erhalten. Von Anfang August an wird in Land dann auch ein Nachweis in Fernzügen, Bars, Restaurants, Einkaufszentren oder Krankenhäusern verpflichtend sein. Die Regierung brachte dazu ein Gesetz auf den Weg. Ein genauer Termin für die Änderung steht bisher nicht fest.

Paris: Besucher kommen am 16. Juli am Eiffelturm an. Der Turm hat nach monatelanger Corona-Pause wieder geöffnet.
Paris: Besucher kommen am 16. Juli am Eiffelturm an. Der Turm hat nach monatelanger Corona-Pause wieder geöffnet. © Michel Euler/AP/dpa

9.17 Uhr: Jugendämter melden so viele Kindeswohlgefährdungen wie nie zuvor

Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter in Deutschland so viele Kindeswohlgefährdungen festgestellt wie noch nie seit Einführung einer entsprechenden Statistik 2012. Das Statistische Bundesamt meldete am Mittwoch in Wiesbaden fast 60.600 Fälle, rund neun Prozent mehr als 2019. Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kinderschutz könnten im Corona-Jahr 2020 auch die Belastungen von Familien infolge der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein, hieß es. Zugleich sei nicht auszuschließen, dass ein Teil der Fälle etwa wegen vorübergehender Schulschließungen unentdeckt geblieben ist.

Bundesweit prüften die Jugendämter im Jahr 2020 knapp 194.500 Verdachtsmeldungen, das waren zwölf Prozent mehr als 2019. Bereits in den beiden Jahren zuvor war die Zahl der festgestellten Kindeswohlgefährdungen um jeweils zehn Prozent gestiegen. 2020 war etwa jedes zweite betroffene Kind jünger als acht Jahre (51 Prozent) und jedes dritte jünger als fünf Jahre (33 Prozent). Etwa die Hälfte (49 Prozent) der betroffenen Jungen und Mädchen hatte zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen.

Die meisten der rund betroffenen 60.600 Kinder wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (58 Prozent). Bei rund einem Drittel aller Fälle (34 Prozent) wurden Hinweise auf psychische Misshandlungen beispielsweise in Form von Demütigungen, Einschüchterungen und Isolierung gefunden. In etwas mehr als einem Viertel (26 Prozent) der Fälle gab es Indizien für körperliche Misshandlungen und in 5 Prozent Anzeichen für sexuelle Gewalt.

8.33 Uhr: Sachsen hat niedrigsten Corona-Wochenwert in ganz Deutschland

Die Inzident, also die Zahl der Neuinfektionen unter 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen, ist in Sachsen unter 3 gesungen. Mit dem vom Robert Koch-Institut am Mittwoch gemeldeten 2,9 weist der Freistaat den niedrigsten Wert unter allen Bundesländern auf. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern weisen eine Inzidenz von 3,0 auf. Der höchste Wert wurde aus Berlin mit 21,8 gemeldet. Am Dienstag lag die Inzidenz in Sachsen noch bei 3,5, am Montag bei 3,9. Bundeweit steigt der Ansteckungswert dagegen seit mehr als zwei Wochen kontinuierlich an, bis auf aktuell 11,4.

Innerhalb Sachsens weist die Stadt Chemnitz mit 0,4 die niedrigste Inzidenz auf, als einzige Region unter 1. Dresden hat die höchste 7-Tage-Inzidenz mit 7,2. Damit ist die Landeshauptstadt aber wieder deutlich unter dem Wert von 10, bei dem zum Beispiel beim Einkaufen wieder Masken getragen werden müssen. Bis auf Leipzig (5,7) liegen alle anderen Regionen im Freistaat unter einem Wert von 3. Sehr niedrige Inzidenzen haben auch die Landkreise Mittelsachsen und Görlitz mit 1,0 und 1,2.

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8.12 Uhr: Neun Corona-Infektionen: Hunderte Flüge in China gestrichen

Nach der Entdeckung von neun Corona-Infektionen unter Mitarbeitern des Flughafens von Nanjing sind in der ostchinesischen Stadt am Mittwoch mehr als 300 Flüge gestrichen worden. Schon am Vortag waren mehr als 100 Flüge abgesagt worden, wie die Behörden berichteten. In vier Gebieten nahe des Flughafens gab es Massentests. Wer die acht Millionen Einwohner zählende Metropole verlassen will, muss jetzt einen negativen Coronatest nachweisen. Die Infektionen waren bei Routinetests festgestellt worden. Die Angestellten kamen in Quarantäne. Weitere Mitarbeiter wurden getestet.

China hat das Virus weitgehend im Griff und verzeichnet seit mehr als einem Jahr meist nur lokal begrenzte, kleinere Ausbrüche. Gegenwärtig hat auch die südwestchinesische Provinz Yunnan, die an das schwer von Covid-19 heimgesuchte Myanmar grenzt, mit Infektionen zu kämpfen. Besonders die Präfektur Dehong ist betroffen. 267 Infizierte seien in Krankenhäusern, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Darunter seien 82 lokale Übertragungen. Auch wurden 31 asymptomatische Infektionen gemeldet. Seit mehr als einem Jahr hat sich das Leben in China, wo im Dezember 2019 weltweit die ersten Infektionen mit der neuen Viruserkrankung entdeckt worden waren, wieder weitgehend normalisiert.

Die Menschen genießen wieder die Stimmung in der Außengastronomie, wie hier als Symbolbild beim "Sommer in der Stadt" in Zittau.
Die Menschen genießen wieder die Stimmung in der Außengastronomie, wie hier als Symbolbild beim "Sommer in der Stadt" in Zittau. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

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